Leserstimmen zu
Die Frauen von Salaga

Ayesha Harruna Attah

(22)
(37)
(19)
(4)
(0)
€ 20,00 [D] inkl. MwSt. | € 20,60 [A] | CHF 28,90* (* empf. VK-Preis)

Ich war zunächst verwirrt, vor lauter ungewohnten Namen und unbekannten Speisen und Orten schwirrte mir der Kopf. Aber als die ersten Seiten „überwunden“ waren, bin ich abgetaucht in eine andere Welt. Nicht nur geografisch, auch die Historie der lokalen Geschehnissen inkl. Bräuche in Westafrika waren mir bisher nicht bekannt. Es spielt im späten 19. Jahrhundert im heutigen Ghana. Ein Roman der mich sehr bereichert hat, denn nicht nur habe ich eine spannende Geschichte gelesen, ich bin vor allem, neben der Lektüre, durch das Internet gesurft und von Begriff zu Begriff gesprungen. Am Ende habe ich doch mein Wissen erheblich ausgebaut. Oder wisst ihr auf Anhieb welche Europäer sich in Westafrika welche Landesteile gesichert haben? Wer welche Allianzen schloss? Und wie war das mit dem Sklavenhandel? Nach meiner Minirecherche haben sich die beschriebenen Orte und Geschehnisse als historisch wahr bestätigt. Aber keine Sorge hier wird nicht ein Schlacht nach der anderen skizziert sondern es wird auf einer sehr persönlichen weiblichen Ebene erzählt, aus der Sicht zweier lokaler Frauen. Wurche, eine Königstochter, die gedanklich ihrer Zeit weit voraus ist und mehr Mitspracherecht einfordert in der Politik ihres Vaters. Und die andere, Aminah, die als Sklavin verschleppt wird und ihre Familie verloren hat. Beide erzählen ihre Geschichte im Wechsel. Mich hat vor allem die Ohnmacht und das Ausgeliefertsein der beiden Frauen sehr erschüttert und der Menschenhandel als übergeordnetes Thema. Ayesha Harruna Attah schreibt packend und reißt einen mit. Brutal, aber realistisch ist das beschriebene. Die Geschichte ist lose eine Verarbeitung ihrer Familiengeschichte. Ihre eigene Ururgroßmutter wurde nur „die Sklavin“ genannt und mit diesem Roman gibt sie ihr eine Stimme. Fazit: Lest mehr afrikanische Autor*innen um gute Bücher zu entdecken! Im wahrsten Sinne des Wortes tut sich da ein ganzer Kontinent auf. Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

Lesen Sie weiter

wichtige Themen, die zum Nachdenken anregen

Von: Julia aus Lorup

22.06.2019

Rezension zu „Die Frauen von Salaga“ von Ayesha Harruna Attah Dieses Buch war das erste Buch, dass ich gelesen habe, dass in Afrika spielt und von einer afrikanischen Autorin verfasst wurde. Schonmal vorab: Ich kann es nur empfehlen. Zunächst zum Schreibstil: Er ist angenehm und lässt sich flüssig lesen, aber nicht auf diese lockere Liebesroman-Weise, sondern ernster und tiefer. Durch tolle Beschreibungen erhält die Geschichte eine beeindruckende Atmosphäre, sodass man sich als Leser schnell mitten in Afrika wiederfindet. Erzählt wird abwechselnd aus den Perspektiven der beiden Protagonistinnen, Aminah und Wurche. Dies war zunächst etwas anstrengend, was aber nicht an der Geschichte oder am Stil lag, sondern daran, dass viele Namen von Figuren und Städten logischerweise afrikanisch sind und es mir schwer viel, mir alle zu merken und zu verstehen, wie die Figuren zusammenhängen. Daher wer ein kleines Register am Ende oder zu Beginn des Buches hilfreich gewesen, eventuell auch mit Stammbaum. Im Verlauf des Buches findet man aber gut hinein in die Geschichte um Aminah und Wurche. Die Protagonistinnen sind interessant, vor allem, da sie so verschieden und sich doch wieder ähnlich sind. Dem Klappentext ist schon zu entnehmen, dass Aminah entführt und als Sklavin verkauft wird. Dieser Teil ist erschreckend real erzählt und sorgt dafür, dass man sich als Leser unwohl fühlt. Ihre Gedanken sind gut nachvollziehbar und bei ihren Erlebnissen wird deutlich, wie stark sie eigentlich ist. Genau das hat sie mit Wurche gemeinsam. Wurche stammt aus einer wohlhabenden und einflussreichen Familie. Sie ist rebellisch insofern, als dass sie sich ungern in die Rolle der Ehefrau und Mutter drängen lässt, sondern etwas bewegen will. In der ersten Hälfte des Buches, kennen sich die beiden nicht. Es ist spannend ihre Lebenswege nachzuvollziehen und schnell spürt man, dass es kaum möglich ist dem Patriarchat zu entkommen. Nachdem die beiden sich treffen, verbindet sie ihre Kämpfernatur. Etwas irritiert hat mich der Klappentext laut dem sich beide in denselben Mann verlieben und der den Eindruck vermittelt, dass dies sehr im Zentrum steht. Das ist aber weniger der Fall. Es stimmt zwar, dass beide denselben Mann lieben, doch kommt es deswegen nicht zu solch riesengroßen Konflikten, wie ich aufgrund des Klappentextes erwartet habe. Stattdessen geht es um so viel mehr und das ist auch gut so! Der Roman macht deutlich, wie sehr die beiden Frauen, stellvertretend für viele andere, unter dem Patriarchat leiden. Wie sie eingeschränkt und in ihrer Selbstentfaltung unterdrückt werden. Außerdem ist der Sklavenhandel ein großes Thema. Sehr zu meiner Freude spielte auch die Kolonisation durch die Europäer eine Rolle. Ein Roman, der am Ende des 19. Jahrhunderts in Afrika spielt, hätte ohne diesen Aspekt auch große Lücken. Diese drei Schrecken werden dem Leser deutlich und regen zum Nachdenken darüber an, wie wir mit anderen Kulturen umgehen, welchen Einfluss das Eingreifen haben kann und ob/was man gegen Missstände (insbesondere die Unterdrückung von Frauen und Minderheiten) tun kann/sollte/muss. Insgesamt ein tolles Buch, das mit interessanten Protagonisten und verschiedenen Themen überzeugt.

Lesen Sie weiter

Packende Geschichte

Von: Conthea

10.05.2019

Das Buch fesselt einen schon in den ersten Seiten und ich konnte es nur schwer aus der Hand legen. Es beschreibt detailliert die Schicksale der beiden Hauptfiguren und wie sich ihre Schicksale zusammen legen. Ich kann es jedem nur empfehlen der sich für eine Geschichte mit zwischenmenschlichen und historischen Details interessiert.

Lesen Sie weiter

Empfehlenswert.

Von: Regine Hoffmann

09.05.2019

Das Buch ist sehr unterhaltsam und gut zu lesen. Die Technik, das Schicksal der 2 Frauen, immer im Wechsel darzustellen. erweist sich als geglückt, denn ich wartete gespannt darauf, wann sich ihre Wege endlich kreuzen würden. Es war äußerst interessant einen Eindruck von den Verhältnissen zur Sklavenzeit in Ghana zu bekommen.

Lesen Sie weiter

Auf der Suche nach Unabhängigkeit

Von: Merle

06.05.2019

Dies ist die Geschichte von Wurche und Aminah, zwei junge Frauen, die Ende des 19. Jahrhunderts in Ghana leben und aufwachsen. In einem von Männern regierten Land versuchen sie auf ihre jeweils eigene Weise Freiheit und Unabhängigkeit zu erlangen, dabei bestimmen ihre unterschiedlichen familiären Herkünfte stark ihren Werdegang. Wurche, die Tochter eines Clanoberhauptes, möchte in die politischen Geschäfte ihres Vaters einsteigen und mit dem Mann zusammen sein, den sie liebt. Sie wird jedoch mit einem anderen Mann verheiratet, der ihre Freiheitsgedanken nicht gestattet. Dahingegen wächst Aminah in einem Dorf in einfachen Verhältnissen auf, bis eines Tages Sklavenhändler das Dorf überfallen und die Familie auseinanderreißen. Aminah muss sich ihrem Schicksal ergeben und versuchen, als Sklavin zurechtzukommen. Die Lebenswege der beiden Frauen verbinden sich im Laufe des Buches auf eine besondere Art miteinander. Das Buch "Die Frauen von Salaga" beschreibt eine Welt und eine Zeit, die den meisten Lesern in vielerlei Hinsicht fremd sein dürfte. Unbekannte Bräuche und Gepflogenheiten werden dargestellt, dabei vor allem die Lebensgewohnheiten und Lebensbedingungen insbesondere der Frauen in Westafrika. Im Zentrum des Buches steht die Hilflosigkeit der Frauen, die sich der Kultur fügen müssen und dennoch immer wieder hart dafür arbeiten, die ihnen gesetzten Grenzen zu überwinden. Der Schreibstil des Buches ist meiner Meinung nach gut zu verstehen und leicht zu lesen. Die Perspektiven von Wurche und Aminah werden abwechselnd in jeweils einem Kapitel dargestellt, so dass es mir ohne Mühe gelang, beiden Figuren gedanklich zu folgen. Der Autorin Ayesha Harruna Attah ist es gelungen, ein einfühlsames und interessantes Werk zu erstellen, welches ich gerne weiterempfehle.

Lesen Sie weiter

Ab der ersten Seite gefangen

Von: Becca1

05.05.2019

Bereits nach den ersten Seiten fühlt man sich Mitten nach Afrika versetzt, man taucht in das Leben von Aminah und Wurche ein, in Ihre Träume, Wünsche und Gedanken. Das Buch fesselt einen bis zur letzten Seite! Als Aminah von Sklavenhändlern aus ihrer Familie gerissen wird, beginnt ein Leidensweg für die junge Frau der mit viel Gewalt, Tränen und Demütigungen gesäumt ist, bis sie von Wurche gekauft wird. In dem Haushalt von Wurche wird sie zum ersten Mal nach langer Zeit wieder menschlich behandelt. Das Heimweh, der Schmerz und die Traurigkeit können trotzdem nicht geheilt werden. Wurche ist eine starke und eigenwillige junge Frau, durchlebt aber einen langen und harten Weg, der immer wieder von Männern bestimmt wird, bis sie sich ihren Wunsch nach Freiheit teilweise erfüllen kann. Beide Frauen verbindet ein gemeinsamer Wunsch, der Wunsch nach Freiheit und ein eigenständig geführtes Leben. Das Ziel ist zwar das Selbe, aber im Detail sehr unterschiedlich. Das Buch spielt zum Ende des 19. Jahrhunderts, aber beim Lesen wird einem durch die vielseitigen erzählten Blickwinkel die Ähnlichkeiten zu unserer Zeit bewusst. Es bleibt nicht aus, darüber nachzudenken, wo es tatsächlich noch Parallelen gibt. Ein Roman der zum Nachdenken anregt, man in die zauberhaften Momente der Verliebtheit eintaucht, den Kummer und die Angst der Hauptfiguren spürt sowie deren Glücksmomente. Ein tolles Buch, dass ich nur weiter empfehlen kann, mit einem Ende das man nicht unbedingt erwarten würde.

Lesen Sie weiter

Frauenschicksale

Von: Dagmar M.

05.05.2019

Die Geschichte von zwei Frauen mit unterschiedlicher Herkunft und Familiengeschichte ist spannend geschrieben. Leicht verständlich und mit klarer Sprache ausgedrückt, kann man sich in die verschiedenen Situationen hineinversetzen. Das Thema berührt durch die ungeschminkte Darstellung der Frauenrolle im 19. Jahrhundert auf dem afrikanischen Kontinent. Es ist zugleich ein kritisches Buch, dass die Zeitumstände beleuchtet, aber auch Geschichten über die Liebe erzählt. Ich habe das Buch sehr schnell gelesen, weil mich die Handlung interessiert hat. Meine Empfehlung an Frauen und auch Männer, die sich mit der Stellung der Frau in anderen Gesellschaftsformen beschäftigen wollen und zeitgeschichtliche Vorgänge dabei erleben können.

Lesen Sie weiter

Sehr empfehlenswertes Buch

Von: Dk1980

05.05.2019

Das Buch erzählt die Geschichte zweier Frauen im Afrika der Kolonialzeit. Die beiden haben sehr unterschiedliche familiäre Hintergründe, dennoch werden ihre Geschichten untrennbar miteinander verwoben und weisen etliche Übereinstimmungen im Bereich der eben nicht vorhandene Selbstbestimmung auf. Auch wenn eine von beiden dachte, sie wäre vollkommen frei in ihren Entscheidungen, treffen dann doch Männer die wichtigsten Entscheidungen ihres Lebens für sie. Ein wirklich gut geschriebenes Buch, das über die ganze Länge unterhaltend ist und die Kultur der damaligen Zeit hervorragend nahe bringt. Das Buch liest sich sehr gut und ich habe es an zwei Abenden gelesen. Von mir eine absolute Leseempfehlung.

Lesen Sie weiter