Leserstimmen zu
Achtsam morden

Karsten Dusse

(76)
(23)
(2)
(1)
(1)
€ 9,99 [D] inkl. MwSt. | € 10,30 [A] | CHF 14,50* (* empf. VK-Preis)

Es fällt schon schwer, dieses Buch in eine bestimmte Kategorie einzuordnen. Es ist nicht wirklich ein Krimi, aber durchaus spannend, doch geprägter ist es von sehr viel schwarzem Humor, also würde ich es eher als "Unterweltsatire" bezeichnen. Im Mittelpunkt der Story steht der 42-jährige Rechtsanwalt Björn Diemel, der zwar in einer angesehenen Kanzlei arbeitet, aber leider zuständig ist für einen waschechten Gangster. Dragan, sein Mandant, ist nicht nur ein Zuhälter, sondern er handelt auch noch mit allem, was viel Geld (aber auch Ärger) einbringt: Drogen, Waffen und sogar Menschen. Björn muss ihn regelmäßig aus prekären juristischen Situationen retten, er fungiert aber darüber hinaus auch sehr erfolgreich als Geschäftsberater für alle seine Unternehmensbereiche. Gewissensbisse verspürt Björn dabei kaum, doch seine Frau ist nicht so begeistert von seinen Tätigkeiten. Sie ist der Ansicht, dass er dringend sein Leben ändern müsste, denn die Ehe steht in Gefahr. Björn besucht schließlich einen Achtsamkeitstrainer, wenngleich er das hauptsächlich für seine kleine Tochter Emily tut, die für ihn das Wichtigste ist. Der durchschlagende Erfolg des Trainings lässt dann auch nicht lange auf sich warten. Dragan stört ausgerechnet das Wochenende, das Björn mit Emily am See verbringen möchte ... da müssen achtsame Lösungen her! Von der ersten Seite an hat mich Karsten Dusse mit seinem lockeren, absolut humorvollen Schreibstil fasziniert. Man kommt aus dem Schmunzeln gar nicht mehr raus. Dass er dabei trotzdem so viel ernste Themen aufgreift, gelingt ihm wirklich prima und alles wirkt stimmig. Die Story ist super durchdacht und trotz einiger Brutalität immer extrem witzig, weil man eigentlich stets mit ruhigem Gewissen sagen kann, dass es keine Unschuldigen trifft. Nichts kommt zu kurz: schwarzer Humor, Emotionen, Spannung, Lektionen in Achtsamkeit und Tipps zur Beseitigung von lästigen Leichen ... ein absolut empfehlenswerter Roman, den man einfach gelesen haben muss.

Lesen Sie weiter

kurzweilige spannende Unterhaltung

Von: Dudu

26.09.2019

Karsten Dusse, ich freue mich jetzt schon auf Ihr zweites Buch! Was passiert mit Boris ? Es war spannend, ich habe viel gelacht, mitgefiebert mit dem "Vogel in der Tasche" und bin ein bisschen traurig, daß ich das Buch schon durchgelesen habe. Rundum kurzweilige herrliche Unterhaltung, wie auf dem Umschlag zu lesen : " Ein Mordsvergnügen "

Lesen Sie weiter

Ich bin auf Instagram öfter über dieses Buch gestolpert und wurde allein durch den Titel schon sehr neugierig. Achtsamkeit und Mord? In Kombination? Geht das? Geht! Karsten Dusse war mir gänzlich unbekannt – kein Wunder eigentlich, da dies sein erster Roman ist. Genau deshalb kann ich auch nicht genau sagen, was ich erwartet habe. Aufgrund der Thematik und da man den Stil des Autors noch nicht kennt. Aber: Das Buch hat mich auf den ersten 20 Seiten schon richtig begeistert und diese Begeisterung hielt an – bis zum Ende! Die Charaktere, die man in den ersten Kapiteln des Buches kennenlernt, sind herrlich beschrieben und allein die Vorstellungen sind teils so herrlich überspitzt beschrieben, dass ich wirklich lachen musste. Dragan, Boris, Toni und Kollegen hat man dadurch direkt vor Augen – zwar weniger als knallhart ernsthafte Kriminelle, aber als wunderbar unterhaltende Figuren in dieser chaotischen Szenerie. Auch das erste Treffen mit dem Achtsamkeitscoach steckt direkt die Grenzen des Romans ab. Man wird also recht schnell merken, ob dieses Buch etwas für einen ist. Wie ist nun also die Achtsamkeit in den Roman integriert? Die Achtsamkeit und das Morden? Jedes Kapitel steht unter dem Titel eines Achtsamkeitsratschlages des Coaches, auf den das Kapitel aufbaut und mit dem sich Björn selbst auseinandersetzt, um die aufkommenden Probleme zu lösen. Man kann also tatsächlich nebenbei auch etwas über Achtsamkeit lernen, wenn man denn möchte. Das Coaching hinterlässt also tatsächlich Spuren bei Björn und die Achtsamkeit löst so manches Problem, … so manches aber auch nicht. Ist der Krimi realistisch? Sind wir ehrlich: Wer hier einen realistischen Krimi erwartet, ist hier falsch. Björn stürzt von einer kleinen Katastrophe in die nächste und schafft es als gewitzter Anwalt immer, einen Weg zu finden. Realistisch? Das überlasse ich dir. Wer schwarzen Humor aber zu schätzen weiß, wen Überspitztheit nicht stört und wer nicht nur einen Kriminalfall lesen, sondern auch herzlich lachen möchte, ist hier goldrichtig und wird gut unterhalten. Von der ersten bis zur letzten Seite. Ich habe das Buch innerhalb von drei Tagen verschlungen und empfehle es uneingeschränkt weiter. Und stelle es mir auch als Hörbuch absolut köstlich vor! „Achtsam morden“ erhält 5 von 5 Sternen und ist bisher eines meiner Lesehighlights 2019. Herr Dusse – bitte weiter machen!

Lesen Sie weiter

Achtsamkeit kann den Alltag entschleunigen und sollte eigentlich dazu beitragen, die innere Balance wieder herzustellen, Stresssituationen zu vermeiden, eine Bewältigungsstrategie zur Überwindung innerer und äußerer Belastungen schaffen. Und wenn diese Belastungen aus einer schweren Ehekrise, einem mordlustigen Mafioso und lebensbedrohlichen Situationen bestehen? Dann hilft nur achtsames Morden! Der Anwalt Björn mag in allen Fragen des Strafrechts, der Steuertricks und diverser Abschreibungsmodelle bewandert sein, Maßanzüge tragen und in einer prestigeträchtiigen Kanzlei ein hohes Gehalt kassieren. Glücklich ist er nicht: Seine Ehe steckt in einer schweren Krise, seine geliebte kleine Tochter sieht er durch die stressige sechseinhalb Tage-Arbeitswoche kaum im Wachzustand, und da er den "Bäh-Klienten", Gangsterboss Dragan, vertritt, ist er immer noch nicht in den Kreis der Partner berufen worden. Eher skeptisch und um seine Ehe doch noch zu retten, besucht er einen Achtsamkeitskurs und lernt dabei nicht nur Atemübungen, Zeitinseln und das Ende des Multitaskings kennen. Mit der neu erlernten Achtsamkeit schafft es der Held von Karsten Dusses "Achtsam morden" auch, eine ganz neue Richtung in sein bisheriges Leben zu bringen. Viel schräger Humor und groteske Situationen prägen diesen ausgesprochen uterhaltsamen Krimi, in dem durchaus auch ein paar bedenkenswerte Achtsamkeitstipps enthalten sind. In der Hörbuch-Version setzt Sprecher Matthias Matschke die schrägen Typen, ob jetzt schwere Jungs, selbstverliebte Start-Up-Hipster oder dünkelhafte Juristen, wunderbar in Szene. Das Kopf-Kino stellt sich dank der witzigen Dialoge und Beschreibungen ganz von selbst ein. Wenn Bäh-Klient Dragan Björn ausgerechnet am lang geplanten Vater-Tochter Wochenende den juristischen Super-GAU präsentiert und untertauchen muss, wenn sich Anschläge auf das Leben des Anwalts häufen und obendrein immer noch kein Kindergartenplatz für Töchterchen Emily in Sicht ist, ist Björn in aller Achtsamkeit zu Bewältigungsstrategien gezwungen, die ein bißchen unorthodox sind. Auf dem Weg der Achtsamkeit können auch durchaus Handgranaten, gebrochene Nasen und abgeschnittene Finger liegen - vorausgesetzt, es sind nicht die eigenen. Nachdem der Autor die Probleme, mit denen der Anwalt zu kämpfen hat, bereits nach etwa zwei Dritteln auf die Spitze getrieben hat, ist es im letzten Teil des Buches deutlich mühsamer für ihn, den Humpr- und Spannungsbogen zu halten. Das ist aber nur ein kleiner Dämpfer dieses achtsamen Angriffs auf die Lachmuskeln der Leser. Wer schrägen, durchaus auch überspitzten Humor mag, wird an diesem Buch viel Freude haben.

Lesen Sie weiter

Humorvoll

Von: Melanie aus Berlin

18.09.2019

Meine Meinung: Ein Humorvoller Roman mit schwarzen Humor. Man lernt einiges über Achtsamkeit. Durchaus als Anregung für ein entspanntes Leben. (aber nicht umsetzten was der Protagonist tut :) ) Es ist komplett ein anderes Hörbuch wie ich es erwartet habe und die Kapitel sind kurz gehalten. Der Sprecher Matthias Matschke hat es sehr gut umgesetzt und ich musste an einigen stellen schmunzeln / lachen. Es ist ein Hörgenuss. (6 CDs, Laufzeit: ca. 7h 30) Ich freue mich hoffentlich auf mehr von dem Autor Auf jeden Fall eine Kaufempfehlung von mir

Lesen Sie weiter

Mein Fazit: Björn Diemel hat ein echtes Problem. Seiner Frau ist mittlerweile der Kragen geplatzt. Sie will sich scheiden lassen und ihm sein Kind vorenthalten, wenn er nicht endlich die Reißleine zieht. Björn soll ein Achtsamkeits-Seminar besuchen um seine Work-Life-Balance wieder herzustellen. Das Problem ist, Björn hat keine Lust auf so einen Kram und findet ihn eher unnötig. Doch unbestreitbar hat er Probleme mit seiner Familie und seiner Arbeit. Um seine Familie zurück zu bekommen, macht er bei diesem Seminar mit. Ganz uneigennützig muss er feststellen, dass dies gar nicht so schlecht ist. Vor allen Dingen kann man das ganze wunderbar auch mit dem Job vereinbaren. So stellt er fest, dass er in seinem Job als Anwalt für einen Großkriminellen einfach Achtsamer mit sich und seinem Arbeitgeber sein muss. Und schon läuft’s. „Achtsam Morden“ ist ein Roman aus der Feder des Autors Karsten Dusse. Die Story ist schon ganz schön speziell. Selten ein so gut durchdachtes Exemplar schwarzen Humors in der Hand gehabt. Es fängt mit diesem voll gestressten Anwalt an, der gezwungenermaßen an diesem Einzelseminar von Joschka Breitner teilnimmt um seine Ehe zu retten. Ganz nebenbei muss Björn feststellen, dass er das erlernte wunderbar mit seinem Job vereinbaren kann. Und schon lebt es sich viel einfacher. Zumal recht schnell sein Mandant, der unangenehme Dragan, achtsam dahin scheidet. Der Autor versteht es wirklich fantastisch eine spannende und doch sehr humorvolle Geschichte um Björn zu spannen. Trotz einiger Leichen und deren Verarbeitung musste ich ständig Lachen. Der Autor kann wirklich mit Wörtern umgehen und jonglieren. Die Beschreibung der Figuren sucht ihresgleichen. Alleine diese Öko Bio Kitainhaber waren zum weg schreien, leider aber auch erschreckend realistisch. Es gibt zu dem Buch eigentlich nicht viel zu sagen. Wer gut gestrickte Mordfälle, mit stark gewürztem schwarzen Humor und schrägen Personen mag, liegt hier genau richtig. Ich kann es wirklich nur weiter empfehlen. Lachflash auf jeden Fall garantiert! Eines der besten Bücher dieses Jahr!

Lesen Sie weiter

Björn Diemel ist Strafverteidiger und einfach nur noch gestresst und ziemlich überarbeitet. Um seine Ehe zu retten besucht er einen Kurs bei einem Achtsamkeitscoach. Dieser trägt Früchte und Björn beginnt die "Regeln der Achtsamkeit" nach und nach umzusetzen. Dumm nur, dass er trotz oder vielmehr wegen diesen seinen einzigen Schwerverbrecher-Klienten aus Versehen umbringt. Fortan hat er alle Hände voll zu tun um alle zu überzeugen, dass dieser nur untergetaucht ist. Der Debütroman von Karsten Dusse hat mich zutiefst beeindruckt. Es war herrlich anders und ich hatte ihn innerhalb weniger Stunden gelesen. Der Schreibstil ist so locker und leicht verständlich, es macht richtig Spaß weiter zu lesen. Die jeweilige Achtsamkeitsregel am Beginn eines Kapitels hat mir sehr gut gefallen.  Wer mit schwarzem Humor so gar Nichts anfangen kann, der sollte diesen Krimi nicht lesen. 

Lesen Sie weiter

Die etwas andere Art, Familie und Beruf in Einklang zu bringen.

Von: Elisabeth B. aus Donaueschingen

11.09.2019

Achtsamkeit und Mord – auf den ersten Blick scheinen diese Elemente nicht zusammenzupassen. Dennoch gelingt es Karsten Dusse in seinem 416-seitigen Roman „Achtsam morden“, der im Juni 2019 bei Heyne erschienen ist, diese auf unterhaltsame Weise miteinander in Einklang zu bringen. Der Untertitel des Romans lautet „Ein entschleunigter Kriminalroman“. Ein klassischer Kriminalroman ist er jedoch nicht, denn es fehlen einfach Ermittlungsarbeiten mit den ihnen immanenten Fragezeichen. Auch „entschleunigt“ passt nur bedingt, geht es an einigen Stellen sogar rasant zu. Eher haben wir hier eine Satire, eine humorvolle Betrachtung des Themas „Achtsamkeit“ vor uns, welche die Achtsamkeit sozusagen ad absurdum führt. So sieht sich der Autor in seinem „Dank“ dann auch verpflichtet zu betonen, dass ihm „Achtsamkeit – bei allem Humor – wichtig ist.“ (S. 414) Björn Diemel ist ein eher mäßig erfolgreicher Anwalt. Sein einziger Mandant ist Dragan, der Kopf eines örtlichen Verbrechersyndikats. Da Dragan immer wieder für Schwierigkeiten sorgt, ist sein Verteidiger mit Arbeit mehr als ausgelastet. Seine Frau, Katharina, stellt ihm schließlich ein Ultimatum: Um seine Familie zu retten, muss er seine Work-Life-Balance in den Griff kriegen und wird zu einem Achtsamkeitsseminar verdonnert. Dieses fruchtet dann auch recht bald, und nachdem Björn das Thema „Dragan“ auf seine neue, achtsame Art und Weise gelöst hat, wird er selbst zum Kopf des Syndikats. Dabei helfen die Regeln der Achtsamkeit ihm, auch diesen Job zu meistern – und sich dennoch um seine Familie kümmern zu können. Geschrieben ist der Roman aus der Perspektive eines Ich-Erzählers, des Anwalts Björn Diemel. Das Buch gehört also zu den eher seltenen Vertretern, in denen der Täter selbst seine Geschichte erzählt. Die Idee an sich, Achtsamkeit dazu zu nutzen, um auf etwas brutalere Art das Leben in den Griff zu kriegen, ist witzig. Sehr gut hat der Autor dieses in der ersten Hälfte des Romans umgesetzt: Mit viel schwarzem Humor und Wortwitz schildert er, wie Björn sich von der Last der Arbeit befreit. Auch Stellen, die ans Herz gehen, fehlen hier nicht, wenn der Anwalt und Vater sich z.B. rührend um seine Tochter kümmert … und dabei achtsam andere aus dem Weg räumt. Leider nutzt sich in der zweiten Hälfte der Humor allmählich ab, streckenweise hatte ich das Gefühl, als bestehe der Witz nur noch darin, andere zu foltern oder zu schlagen. Brutal sind diese Schilderungen nicht, erinnern aber irgendwie an alte Filmkomödien: Gib ihm noch eins drauf, dann lachen alle. Jedes Kapitel wird von einer Achtsamkeitsregel eingeleitet; anschließend wird diese Regel anhand des Geschehens erklärt bzw. in die Praxis umgesetzt. Dabei birgt es eine Menge Ironie in sich, dass ebendiese Grundsätze benutzt werden, um zu morden. Darüber hinaus bieten die Achtsamkeitssätze den Leserinnen und Lesern natürlich auch eine Menge Stoff zum Sinnieren, sodass man sich unwillkürlich mit diesen auseinandersetzt, sein eigenes Verhalten reflektiert und bestimmt auch Neues lernt. Der Autor schreckt auch nicht davor zurück, Kritik an verschiedenen gesellschaftlichen Gruppierungen und Begebenheiten zu üben, wenn z.B. die Schwierigkeiten beim Ergattern eines Kindergartenplatzes aufs Tapet gebracht werden. Sprachlich ist dieses Werk flott und flüssig zu lesen, der Autor wählt, passend zur Erzählperspektive, einen „Plauderton“, was beim Lesen das Gefühl gibt, alles aus erster Hand erzählt zu bekommen. Die Charaktere sind anschaulich und wandelbar gestaltet. Eher unsympathisch war mir Björns Ehefrau, da sie dem Klischee einer Frau entspricht, die versorgt sein will, aber selber wenig bereit ist zu handeln. Insgesamt hat mich dieser Roman gut unterhalten und zum Nachdenken animiert. Allerdings verliert der Humor in der zweiten Romanhälfte sehr an Reiz und das Ende kommt recht abrupt, sodass ich dem Buch alles in allem dreieinhalb von fünf Lesersternen verleihe. Trotz allem ist es aber eine lesenswerte Lektüre.

Lesen Sie weiter