Leserstimmen zu
Ohne Spur

Haylen Beck

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Janine

Von: VivaRubia

03.12.2018

Audra ist auf der Flucht vor ihrem Mann, der ihr Leben zerstören will. Sie ist auf dem Weg nach San Diego, zu ihrer Freundin. In Arizona wird sie überraschend angehalten - unter einem fadenscheinigen Einwand. Dann wird sie festgenommen und plötzlich weiss niemand mehr, wo ihre Kinder Sean und Louise sind. Trau niemandem. Das ist wohl das Motto dieses Buches. Während Audra verzweifelt an ihrer Version der Geschehnisse festhält, scheint die ganze Welt sie als alkohol- und drogensüchtige Rabenmutter abzutun, die ihre Kinder getötet hat. Nur einer misstraut ihr nicht komplett. Danny, der Messerjunge kennt diese Geschichte und er will denjenigen finden, der (auch) für den Tod seiner Frau und Tochter verantworlich ist. Doch wenn alle glauben, dass Du lügst, beginnst Du an Dir selbst zu zweifeln? Trau niemandem - auch Dir selbst nicht? Ein geniales Buch, das erst so absurd erscheint und dann, je tiefer man in die Story eintaucht, fortzu realer wird.

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Zum Inhalt Audra und ihre Kinder sind im Auto Richtung San Diego vor ihrem Ehemann auf der Flucht. Doch mitten in der Wüste von Arizona hält sie der Sheriff an und findet in ihrem Wagen ein Päckchen Marihuana, dass Audra noch nie gesehen hat. Sie wird verhaftet und plötzlich sind ihre Kinder verschwunden! Der Sheriff behauptet sie hätte keine Kinder dabei gehabt und Audra wird von aller Welt für eine Kindsmörderin gehalten … Meinung Es handelt sich hier um eine gekürte Lesung und das Debüt von Haylen Beck, ein Pseudonym für den Krimiautor Stuart Neville. Der Einstieg in diesen Thriller beginnt schon sehr spannend und mysteriös, da der Leser und Zuhörer gleich die Flucht beziehungsweise Audras Verhaftung und das Verschwinden der Kinder erlebt. Audra ist verzweifelt, niemand glaubt ihr und auch sie selbst beginnt, an ihrem Verstand zu zweifeln. Die Geschichte besitzt mehrere Erzählstränge und wechselt so zwischen Spannung und etwas ruhigeren Szenen hin und her. Es gibt immer wieder Erinnerungen an Audras Vergangenheit, die erklären, wie es zu Audras Flucht kam. Auch überraschenden Wendungen und falschen Fährten werden genügend geboten und sorgen dafür, dass man aufgestellte Theorien wieder über den Haufen schmeißt. Da der Thriller dadurch eine gewisse Länge besitzt, bietet er auch etwas Tiefe im Aufbau der Handlung und auch den Charakteren. Denn vor allem die Zeichnung der Charaktere ist gelungen. Audra, die Hauptfigur, die weiß Gott kein Kind von Traurigkeit ist, ist so richtig authentisch dargestellt. Sie ist in ihrer Wut und Verzweiflung unberechenbar und man weiß im Grunde genommen nie, ob und was man ihr glauben kann und sollte. Um jetzt nicht zu viel von der Story zu verraten, werde ich nicht auf weitere Figuren eingehen aber so viel sein gesagt: An Bösartigkeit und Dramatik hat Haylen Beck hier nicht gespart! Der Thriller bietet ein bisschen Action und verläuft aber verhältnismäßig recht unblutig. Von Anfang bis Ende sorgte eine unterschwellige spürbare und bedrohliche Atmosphäre dafür, dass mich die Handlung so richtig in ihren Bann ziehen konnte. Verstärkt wird diese Stimmung durch Shenja Lacher, der in einem sehr ruhigen aber intensiven Ton, die Geschichte vorliest. Ihm gelingt es, die Bedrohung spürbar zu verkörpern und die Spannung in der Handlung, noch um einiges zu steigern. Teilweise wurde es echt gruselig ihm zuzuhören – im positiven Sinne gemeint! Ein bisschen enttäuscht hat mich ehrlich gesagt der Schluss. Dieser war mir etwas zu schnell und zu einfach gelöst und blieb mir in einer Hinsicht zu offen. Fazit „Ohne Spur“ ist ein guter und atmosphärischer Thriller, der mit wenig Action auskommt. Seine Stärke liegt meiner Meinung nach definitiv in der Bösartigkeit der Hintergrundstory und der perfekten Betonung durch Shenja Lacher.

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