Leserstimmen zu
Auf dem Weg

Yongey Mingyur Rinpoche

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Yongey Mingyur Rinpoche, u.a. Abt eines buddhistischen Klosters in Indien und Lehrmeister, stammt aus Tibet. Seine Eltern und Familienmitglieder praktiziernen den tibetischen Buddhismus, lehrten und leiteten Yongey Mingyur Rinpoche, der von klein auf umsorgt, wohlbehütet und previlegiert aufwuchs und lebte. Schon Jahre zuvor träumte er von einem 3jährigen Retreat als Wandermönch, brach im Juni 2011 nachts unebemerkt dazu auf. In diesem Buch berichtet er von den Anfängen dieser Reise, von den Schwierigkeiten, sich alleine zurechtzufinden, ohne Diener, der alles für ihn übernahm. Schrittweise wagt er immer mehr vom Alten loszulassen und Neues zu wagen, bis er ohne Unterkunft, ohne Geld als obdachloser Wandermönch Essen erbettelt, in der Absicht, so die wahre Natur seines Seins zu erforschen. In verschiedenen Kapiteln erklärt er sehr bildhaft Begriffe und Zusammenhänge um Anhaftungen, Vergänglichkeit inneren und physischen Tod samt seiner einzelnen Stufen, zum Teil durch Erlebnisse auf dieser Wanderreise, aber auch anhand von Erlebnissen in seiner Kindheit, Gesprächen mit seinem Vater oder Lehrern und auch durch Beeispiele anderer. Immer wieder fallen kursiv gedruckte Abschnitte auf, Zitate oder besonders intensive Texte. Viele der Formulierungen muss ich mehrmals lesen, da sie so schön ( z.B. "Der Körper ist das Zuhause des klammernden Geistes", S.61) oder schwierig zu erfassen sind. Über buddhistische Lehren habe ich schon mehrere Bücher gelesen und empfand einige der Ausführungen als ganz neu und schwierig. Die Erklärungen zum Tod, dass Mini-Tode fortlaufend sterben lassen, dass man Vergänglichkeit akzeptiern und erleben und sich alles immer im Übergang befindet, wurden gut erklärt. Man merkt dem Buch an, dass es nicht in einem geschrieben wurde, sondern durch Interviews über Jahre hinweg entstand. Manche Inhalte werden wiederholt, was ich sehr zu schätzen wußte, denn so ergänzten sich manche Erläuterungen. Nicht immer leicht zu lesen, dennoch durchgehend ausgesprochen interessant.

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Was passiert, wenn ein junger buddhistischer Mönch aufbricht, alte Strukturen und seine Filterblase (un)bewusst hinter sich lässt, um sich die Welt aus völlig neuen Perspektiven anzuschauen? Wie geht jener mit Veränderung, Ängsten und Zweifeln um? Dieses Buch nimmt einen mit in die Unsicherheit, in die vielen kleine Tode des Egos, umgeben von Wolken und Wellen unserer Gefühlswelt. Was auf den ersten Seiten noch Fragen offenlässt und weniger angenehm wirkt, erschließt sich bald als Einstieg in wunderbare nachvollziehbare Anleitungen außerhalb der Komfortzone zu atmen. Authentische Erfahrungsberichte die sich dem Unbekannten stellen und dabei den Affengeist verstehen. Die Erlebnisse von Yongey Mingyur Rinpoche wurden von Helen Tworkov zusammengefasst und wer bereit ist, diesen Diamant zu bergen, wird sich gerade jetzt oder in anderen herausfordernden Zeiten einen weisen Lehrmeister zur Seite holen, dessen eigene Erfahrung voller Lehren steckt sowie mit buddhistischen Wissen durchtränkt ist. Mich faszinieren die Reisebeschreibung und die Parallelen, dass sich fast jeder in ihnen wiederentdeckt, auch wenn wir nicht dieselben Lehren und Filterblasen erlebt haben, verbindet uns die Erfahrung und Auswirkungen jener sowie die Zeitspanne, die uns hier auf Erden gegeben ist. Roman und Selbsthilfeliteratur, dieses Buch ist der balancierte Mittelweg und eine Gelegenheit eine aufregende Reise mitzuerleben.

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Yongey Mingyur Rinpoche ist ein Meditationslehrer und Meister des tibetischen Buddhismus. In eine traditionsreiche Familie geboren, begann seine Ausbildung bereits als Kind. Mingyur Rinpoche verbindet seine Studien der tibetischen Meditation und Philosophie mit den Erkenntnissen der modernen westlichen Wissenschaft. Neben Psychologie sind es vor allem die Neurowissenschaften, die seine Ausführungen über persönliche Erfahrungen bereichern. Im Juni 2011 verließ Mingyur Rinpoche sein Kloster in Bodhgaya mitten in der Nacht, um einen Wanderretreat zu beginnen. Er nahm nichts mit, hinterließ einen Abschiedsbrief und begab sich auf den Weg. Das Buch schildert den Beginn seines Wanderyogi-daseins und nimmt die Leser*innen mit auf die „Reise zum wahren Sinn des Lebens“. Man muss schon gewisse Vorkenntnisse im Buddhismus haben sonst dürfte es schwer fallen Mingyur Rinpoche immer zu folgen. Zumal es sich hierbei um den tibetischen Buddhismus handelt, der nochmal einige Besonderheiten aufweist, die gerade gegen Ende des Buches relevant werden. Auf unbedarfte Leser*innen könnte das eher abschreckend wirken, denn lehrreich. Der Weg in die Leere Dabei ist Mingyur Rinpoches Buch eine wunderbare Bereicherung. Es ist kein Buch über den Buddhismus, es ist ein Buch vom Buddhismus. Vom gelebten Buddhismus, mit all seinen Hürden, Anstrengungen und Früchten. Mit seinen Verwirrungen, Verständnisschwierigkeiten und Ent-täuschungen. Dies alles einmal aus der persönlichen Perspektive eines Menschen zu erfahren, dessen ganzes Leben auf buddhistische Schulung ausgerichtet ist, ist äußerst interessant und spannend zu lesen. Ausführungen zum Selbst und zum Ego, mit Sicherheit eine der größten Verständnisschwierigkeiten für im Westen sozialisierte Menschen, bekommen bei Mingyur Rinpoche Bedeutung – endlich kann man begreifen, was das Nicht-Ich ist. Das haben natürlich auch schon einige andere hervorragend beschrieben, aber da es sich um ein äußerst komplexes und schwer begreifbares Phänomen handelt, ist es sehr gewinnbringend, öfter davon zu lesen, von unterschiedlichen Autor*innen. Wer bin Ich? Was ist Ich? Diese Fragen sind der rote Faden durch Mingyur Rinpoches autobiografische Erzählung. Was bedeutet Kontemplation? Was ist Anhaften? Warum urteilen wir ständig? Was ist Leerheit? Mingyur Rinpoche vermag viele wesentliche Praktiken und Fragen im Zusammenhang mit Buddhismus auf einfache Weise aus eigener Anschauung zu erklären. Und das ist der wesentliche Unterschied zu anderen Lehrbüchern. Was ansonsten unpersönlich daherkommt, ist hier die Lebenssicht eines äußerst erfahren buddhistischen Lamas. Einzig gegen Ende trübt der doch sehr eigenwillige tibetische Buddhismus etwas das Bild. Doch soll hier nichts vorweggenommen werden.

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