Leserstimmen zu
Fliegen, tanzen, wirbeln, beben

Katherine Mansfield

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Habt ihr ein Faible für Bonmots? Oder vielleicht sogar ein Lieblingszitat? Mir kommen immer wieder Zeilen von Oscar Wilde in den Sinn, doch mein Repertoire hat sich durch die jüngste Lektüre noch einmal stark erweitert. Darf ich vorstellen: Katherine Mansfield. Autorin und Lyrikerin. Aphorismen-Schleuder, Feministin, Wildfang und Skandalnudel extraordinaire. ✌️ Vita: Geboren wurde KM am 14. Oktober 1888 als Kathleen Mansfield Beauchamp in Wellington (NZ). In den folgenden Jahren wuchs sie in bürgerlichen Verhältnissen auf, bis sie 1903 gemeinsam mit einer ihrer Schwestern nach Europa geschickt wurde, um ihre Schuldbildung in London fortzusetzen. Anschließend kehrte KM für zwei Jahre nach Neuseeland zurück und verbrachte hernach ihr restliches Leben in Europa. Zurück in England studierte sie Musik und Literatur und lebte ein unkonventionelles Leben geprägt von zahlreichen Skandalen, Affären, Armut sowie Kontakten zur Londoner Literaturszene, wo sie unter anderem mit D. H. Lawrence und Virginia Woolf in Berührung kam. Die erste Buchpublikation erfolgte 1911. Ein Erfolg, den Katherine Mansfield nur kurz genießen konnte: sie starb mit nur 34 Jahren an Tuberkulose. Ihr Werk ist bis heute unvergessen. FLIEGEN, TANZEN, WIRBLEN, BEBEN präsentiert nun „Vignetten eines Frauenlebens“ und lässt Mansfield in poetisch anmutenden Tagebucheinträgen, Gedichten sowie ersten Schreibversuchen wiederauferstehen. Ihre persönlichen Notizen ermöglichen intime Einblicke in eine empfindsame, ungestüme Künstlerseele. Ich habe das Buch gerne, wenngleich auch in sehr gemächlichem Tempo gelesen (hier und da fehlt einfach der rote Faden). Das Buch ist sprachlich eine absolute Wonne! Es ist schlichtweg verblüffend, wie wortgewandt sich schon die junge KM auszudrücken wusste. Für besonders gelungen halte ich auch das Nachwort Dörte Hansens ("Altes Land"). Mein Tipp: mit dem Nachwort beginnen und dann häppchenweise genießen. So löst sich auch das Faden-Problem 😊 Zweierlei Bonbons: 1. "Mein Kopf ist wie ein russischer Roman." 2. "Ich danke dem Himmel, dass ich gegenwärtig - Schande über mich - in niemanden verliebt bin außer in mich." ♡

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Melancholie

Von: Elena

30.04.2019

Auch hier muss ich wieder einmal die hübsche Manesse-Ausgabe loben! Durch die handliche Größe passt das Buch wunderbar auch in meine kleine Handtasche und ist unterwegs immer mit dabei. Die Fußnoten und Anmerkungen sind wie immer interessant und sehr hilfreich bei der Lektüre gewesen, die sich dieses Mal direkt unter dem Text befinden, anstatt in einem extra Verzeichnis. Dadurch musste ich nicht so viel hin- und herblättern und hatte einen angenehmeren Lesefluss. Auch das Cover gefällt mir unglaublich gut! Ich liebe die Farbkombination und die Blumen. Der Titel passt hervorragend. Die Autorin erlebt extreme Hochs und Tiefs, sie fliegt und tanzt voller Freude, wirbelt von Stimmung zu Stimmung und bebt, teilweise vor Traurigkeit. In der ersten Häfte ihres Tagebuchs spürt man vor allem ihr Hochgefühl und ihre Sexualität, die sie frei auslebt. Ab der zweiten Hälfte sind ihre Einträge jedoch meist düster, traurig und zeugen von einer großen Verletzlichkeit. Sie haben mich sehr runtergezogen, was es mir auch sehr schwer gemacht habt, dranzubleiben. Ich musste das Buch immer wieder zur Seite legen. Ihre Lustlosigkeit, Schwerfälligkeit, Überforderung und ihr Schmerz haben mich immer wieder stocken lassen. Abgesehen davon schwankt die Autorin ständig. Sie kann sich schwer an Menschen binden, ob an Freunde oder Liebhaber (egal ob Mann oder Frau). Auch in ihrem Schreibstil, ihrer Perspektive schwankt sie ständig. Sie wechselt hin und wieder zu einem personalen Erzähler, der sie sowohl von innen als auch von außen betrachtet. Man muss natürlich beachten, dass dies ein Tagebuch ist, also etwas Geheimes, das sie für sich selbst schreibt. Jedoch erhält man das Gefühl, dass sie dennoch versucht einen Leser zu beeinflussen. Ich habe immer wieder gedacht, dass sie sich dafür rechtfertigen will, dass sie es nicht geschafft hat, etwas zu schreiben bzw. zu arbeiten. Letztendlich fiel es mir schwer die Autorin wirklich zu greifen. Die Pseudonyme, die sie für ihre Bekannten gebraucht, haben es mir zunehmend schwer gemacht, auch ihre Freunde zuzuordnen und sie als reale und lebendige Figuren zu greifen. Ich konnte das Buch leider nicht mit einem besonders guten Gefühl beenden. Fazit: Auch wenn Mansfield auf künstlerischer Ebene hervorragend schreibt, fiel es mir wirklich schwer, ihre Persönlichkeit wirklich zu erkennen. Die Texte wirken teilweise sehr konstruiert. Die Stimmungsschwankungen lassen auf eine ebenso schwankende Person schließen. Durch die Traurigkeit und Melancholie, die die Autorin begleiten, hat mich das Tagebuch sehr runtergezogen und ich habe mich schwergetan, es zu beenden.

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Wann mein Herz höher schlägt? Wann ich mich wohlig und wonnig zurücklehnen kann und meine Seele vor Freude Sprünge macht? Wann sie fliegt, tanzt, wirbelt, bebt? Wenn ich solche Worte – auf Papier gefangen – in den Händen halten und lesen darf. • Auf 382 Seiten wird dem Leser ein Reichtum an Sprachperfektion geboten, in Form von Katherine Manfields Tagebüchern und fragmentarischen Kurzgeschichten, Versen, Gedanken und Briefen. Es ist schwer zu durchschauen welche Einträge rein fiktiv und welche nach wahren Gegebenheiten niedergeschrieben wurden. Katherines Fantasie sind keine Grenzen gesetzt: Sowohl bei ihrem Namen, als auch bei denen ihrer Freunde, erfindet sie kurzerhand andere. So heißt Katherine auf der einen Seite noch K.M. und auf den nächsten Julian Mark, Elizabeth Standley oder einfach nur Katie. Bereits in frühen Lebensjahren entscheidet sie sich gegen das alte Leben in Neuseeland – sie möchte keine klassische Familie mit Kindern – und für das neue in Europa. Hier geht sie Affären mit Männern, aber auch mit Frauen ein, sodass nicht viel Zeit verstreichen muss, bis sie ihre lebenslange Freundin Ida Baker – von Katherine Leslie Moore genannt – kennenlernt. Doch die Liebe ihres Lebens ist wohl John Middleton Murry, mit dem sie eine offene Beziehung pflegt. 1923 verstarb Katherine bereits mit 34 Jahren, da sie ihre zunehmenden Herzprobleme und die Tuberkulose nicht besiegen konnte. Viele Jahre führte sie einen harten Kampf, sehnte sich nach mehr Zeit um Bücher fertig zu stellen, und blickte trotz Schmerz optimistisch in die Zukunft. „Alles ist gut.“, sind die letzten Worte ihres Tagebuches. • Katherine war eine Frau, die ihr Herz immer wieder an der Natur verlor und beim schreiben Eins mit ihr zu sein schien. Sie war nicht nur eine Kämpferin, sondern auch eine begnadete Poetin, eine Künstlerin der Worte. • Dieses Buch sieht also nicht nur schön aus, sondern strahlt auch von innen. Ein absolutes Fest der Sprache! - Dem Anhang sollte man zusätzlich viel Beachtung schenken. Virginia Woolf und vor allem Dörte Hansen machen Katherine, mit dem Nachwort, alle Ehre.

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Leider...

Von: Weißes Rauschen

12.11.2018

...hat mich das Buch nicht gepackt, habe es nach wenigen Seiten beiseite gelegt und auch bei den nächsten beiden Anläufen konnte ich mich nicht dafür begeistern weiterzulesen.

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Paul

Von: Paul

12.11.2018

Dieses Buch war interessant und es hat Spaß gemacht es zu lesen. Für alle die Tagebücher oder Chroniken mögen (natürlich auch alle anderen) ist es empfehlenswert.

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"Fliegen, Tanzen, Wirbeln, Beben“ beinhaltet die Notizen und Gedanken von Katherine Mansfield aus der Zeit von 1903 - 1923. Sehr schnell hat mich die bildhafte Sprache für sich eingenommen und es war auch eine deutliche Entwicklung im Stil und im Ausdruck zu erkennen. Durch die Notizen konnte man den Schaffensprozess ihrer Erzählungen miterleben und auch die Zweifel und Ängste, die dahinter standen. Generell war Katherine Mansfield sehr selbstkritisch und hat mich mit ihrem zynischen Geschichten einige Male zum Schmunzeln gebracht. Für mich war das Buch ein interessanter Einblick in die damalige Zeit und die Rolle der Frau bzw. die dazugehörigen Erwartungen. Katherine Mansfield lebte unter anderem in Neuseeland, London und Paris.

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Bezaubernder und tiefsinniger Wortwitz

Von: Manuela

02.11.2018

Das Leben ist voller Überraschungen. Voller Hochgefühle und tiefen Selbstzweifeln, voll Freude und Leid, voller Hoffnung und Enttäuschung. Die neuseeländische Schriftstellerin Katherine Mansfield hat aus den Höhen und Tiefen ihres Lebens ein nachdenkliches, poetisches und erfrischen ehrliches Werk geschaffen. Tiefsinnige, manchmal beißende Wortwitze lassen das Lesen zu einem wahren Vergnügen werden und lassen tief in die Gedanken- und Gefühlswelt der Autorin blicken. Für mich war das Büchlein Lesevergnügen auf sehr hohem Niveau, das allerdings Muße und Ruhe benötigt um in seiner ganzen Schönheit und Scharfsinnigkeit erfasst zu werden. Gerne empfehle ich das Buch weiter an Leser, die sich an tollen Formulierungen und sprachlich tollen Texten erfreuen können.

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lesen, nachdenken, Reflektieren

Von: selztaler

16.10.2018

"Man entgeht der Herrlichkeit des Lebens nicht." Katherine Mansfield Gute Tage, schlechte Tage, Augenblicke himmlischer Glückseligkeit oder solche tiefer Bestürzung - aus allem macht die Sprachkünstlerin Katherine Mansfield reinste Poesie. Ihr Tagebuch gewährt Einblick in ein bei aller Kürze überreiches Leben: überreich an Hochgefühlen und Selbstzweifeln, überreich an musischen Begabungen, Liebeswagnissen, Dramen und Schicksalsschlägen. Die Auswahl reicht von ersten Talentproben der zwölfjährigen Neuseeländerin Kathleen Beauchamp bis hin zur brillanten Tagebuchprosa einer gereiften Schriftstellerin. Hier in Neuübersetzung vorgelegt, faszinieren die Texte durch gedankliche Tiefe, Intimität, Empfindungsreichtum und den Zauber der poetischen Weltbetrachtung. Man sollte sich auf jeden Fall Zeit nehmen bei diesem Buch, es fordert zum nachdenken, oder sich fallen lassen auf. Sehr schön geschrieben.

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