Leserstimmen zu
Für immer die Deine

Jana Voosen

(12)
(0)
(0)
(0)
(0)
€ 9,99 [D] inkl. MwSt. | € 10,30 [A] | CHF 14,50* (* empf. VK-Preis)

1937 erschüttert die Bewohner im Alten Land ein Skandal: Die 17-jährige Tochter des wohlhabenden Obstbauern bekommt ein Kind vom Sohn des Pfarrers. Klara und Fritz kennen sich schon von Kindesbeinen an. Fritz ist der beste Freund von Klaras Bruder Willi. Es ist klar, dass die beiden auch heiraten werden. Um dem Gerede im Heimatdorf Jork zu entkommen, sucht sich die kleine Familie in Hamburg ein neues Zuhause. Ihr gemeinsamer Sohn ist kaum zwei Jahre alt als am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg ausbricht. Fritz muss als Soldat an die Front. 80 Jahre später recherchiert die Journalistin Marie für das Magazin Zeitgeist eine Reportage über Zeitzeugen zum Zweiten Weltkrieg. Sie stößt auf Klara und Fritz. Das betagte Paar lebt in Jork und feiert demnächst Eichenhochzeit. Sie könnten den Bericht mit ihren persönlichen Erlebnissen bereichern. Doch Fritz gibt sich zunächst verschlossen. Marie muss ihre Bitte mehrmals vortragen, bevor sie eine ergreifende Lebensgeschichte erzählt bekommt. Die Liebe war auch in den vorherigen Romanen von Jana Voosen ein großes Thema. Nun hat sie erstmals eine zweite Zeitebene hinzugenommen. Sie macht dabei jeweils Klara und Marie zur Protagonistin. Je tiefer man in die Geschichte eintaucht, desto deutlicher wird die unterschiedliche Wertschätzung einer Beziehung in den jeweiligen Zeiten. Marie lebt nach fünf Jahren Ehe bereits wieder getrennt von ihrem Mann. Sein Betrug hat sie tief verletzt, sodass sie seine Entschuldigung schon mehrmals zurückgewiesen hat. Stattdessen tröstet sie sich immer mal wieder mit einem Kollegen aus dem Verlag. Glücklich ist sie trotzdem nicht. Erst Klaras Schilderungen stoßen in Marie etwas an, dass sie über eine zweite Chance für ihre Ehe nachdenken lässt. Klara beschließt, Marie die Fragen zu beantworten, die sie für ihre Reportage benötigt. Sie erzählt ungeschönt, wie sie das Überleben in der Kriegszeit gemeistert hat. Sie berichtet von den Bombenangriffen über Hamburg, von der Lebensmittelknappheit und von der permanenten Angst um Freunde und Familie. Sie lässt vor allem den Leser nachfühlen, wie sich die junge Frau allein in einer bombardierten Stadt gefühlt haben muss. Damit ihrem Sohn Paul nichts passiert, brachte sie ihn zu ihren Eltern nach Jork. Dank der dortigen Obstplantagen hatte Klara ein paar zusätzliche Äpfel zu ihren rationierten Lebensmitteln. Sie lässt den Leser mitfühlen, wie willkürlich mit den Menschen umgegangen wurde. Dazu kommt die Ungewissheit, wie es wohl den nahestehenden Familienmitgliedern an der Front ergeht. Nicht jeder kehrte zurück. Der Zusammenhalt unter der Nachbarschaft ist lebenswichtig und auch gefährlich, weil man immer damit rechnen muss, dass ein Verräter darunter ist. Durch Zufall entdeckt Klara, dass sich ein junger Roma hinter der Identität eines älteren Nachbarn versteckt. Sie ist bereit, ihn zu verstecken. Dabei gefährdet sie auch ihr eigenes Leben. Es kommt allerdings noch schlimmer: Ihre Affäre bleibt nicht ohne Folgen. Als Fritz von der Front heimkehrt, scheint ihre Ehe am Ende. Diese persönlichen Erinnerungen lesen sich, als würde Klara es uns ebenfalls erzählen. Sie tragen dazu bei, dass ein Verständnis für jedermanns Handeln aufgebaut wird. Die Epoche wird dadurch lebendig und regt zum Vergleich mit der Gegenwart an. Die Werte haben scheinbar nicht mehr dasselbe Gewicht, wenngleich sie immer noch dieselben sind. Am 1. September jährt sich der Ausbruch des Weltkrieges zum 80. Mal. Die dunkle Geschichte sollte vor allem darum nicht vergessen werden, weil sie sich keinesfalls wiederholen darf. Der Mut und die Entbehrungen, die jeder aufzubringen hatte, sind sonst umsonst gewesen. Der Roman erinnert daran und lässt auch die heutige Generation daran teilhaben, auch wenn die Zeitzeugen immer weniger werden.

Lesen Sie weiter

Klara ist erst siebzehn Jahre alt als sie schwanger den Sohn des Pfarrers heiratet und das auch noch im Alten Land im Jahr 1939, Die Beiden sind glücklich, nur Leider wird das junge Glück vom Ausbruch des zweiten Weltkriegs gestört da Fritz eingezogen wird. Klara schlägt sich mit ihrem Kind alleine durch, doch als sie dem alten Mann über ihr Hilft macht sie eine Entdeckung von der sie nicht weiß was sie davon halten soll. Im Jahr 2019 in Hamburg stößt die Journalistin Marie bei der Recherche zu einem Artikel auf Klara und Fritz Hansen, dabei konnte Marie nicht ahnen wie die Begegnung mit diesen zwei Personen auch ihr Leben beeinflussen wird. Ich wurde auf den Roman im Internet bei meinem Stammbuchhändler aufmerksam und da ich gerne Romane lese die vielleicht nicht zu 100% Historisch belegt sind aber doch wahre Hintergründe haben. Hier behandelt der Roman die NS-Zeit wo es für niemand leicht war, gut vielleicht für die ganz treuen Parteigenossen aber sonst nicht. Ja, die Geschichte ist fiktiv aber man kann sich schon vorstellen, dass es das genau so früher gegeben hat. Klara und Fritz sind nur sehr jung als sie Heiraten und der Weg war nicht einfach für sie und doch haben sie es geschafft zusammen zu bleiben und Kompromisse einzugehen. Gerade Klara die plötzlich für sich und ihr Kind Sorgen muss und ganz langsam erkennen muss wie perfide der Plan ist welcher Hitler verfolgt. Die Handlung des Romans war auf zwei Handlungsspielräume aufgebaut, zum einen die Vergangeheit ab 1939 der Hauptsächlich von dem Handlungsstrang von Klara erzählt wird. Dann gab es auch noch die Gegenwart die fast vollständig aus der Sicht von Marie erzählt wurde bis auf zwei Kapitel. Man konnte dem Handlungsverlauf immer sehr gut folgen, da es bei Wechseln auch immer die genauen Angaben als Kapitelüberschrift, sprich Ort, Monat und Jahr, gab. Auch die Entscheidungen die getroffen wurden waren für mich immer vollständig nachvollziehbar und plausibel. Der Spannungsbogen war auch bis zum Schluss gespannt und ganz ehrlich mit diesem Ende hätte ich dann doch nicht gerechnet. Nur war aus Klaras Schwester wurde hätte mich noch interessiert. Die Figuren des Romans waren mit soviel Liebe zum Detail beschrieben, so dass ich sie mir während des Lesens nicht nur vorstellen konnte sondern sie fast schon zu Freunden wurden mit denen ich mitgefiebert und gelitten habe. Obwohl ich noch nie im Alten Land geschweige denn in der City von Hamburg war konnte ich mir alle Handlungsorte problemlos vor dem inneren Auge entstehen lassen. Alles in allem hat mich der Roman von Jana Voosen nicht nur etwas berührt, nein, er ist mir an die Nieren gegangen und ich habe am Ende mehr als nur eine Träne verdrückt was bei mir eher selten vorkommt. Für mich ist es ein Roman den ich nicht missen möchte und zu 100% in mein Bücherregal gehört und einer meiner Lieblingsromane 2019 ist. Natürlich vergebe ich für den Roman alle fünf Sterne, gerne noch mehr wenn dies gehen würde.

Lesen Sie weiter

Leseempfehlung für einen wunderbaren Roman

Von: Susanne Nowak aus Meerbusch

18.08.2019

Es war das Cover, was mich sofort angesprochen hat und der Klappentext versprach eine etwas andere Liebesgeschichte…und ich wurde nicht enttäuscht. Wenn auch zu Beginn alles ein wenig vorhersehbar erscheint, nimmt die Geschichte nach kurzer Zeit völlig ungeahnte Wendungen. Jana Voosen schreibt flüssig, leicht lesbar und versteht es, spannend und vor allen Dingen so fesselnd zu schreiben, dass man den Roman am liebsten nicht mehr aus der Hand legen möchte. Die Charaktere wirken authentisch und man kann ihre Emotionen gut nachvollziehen und auch verstehen. Der Wechsel zwischen den beiden Erzählsträngen, Gegenwart und Vergangenheit ist wunderbar gelungen und weist immer wieder gewisse Parallelen auf, die sich dem Leser aber erst allmählich nach und nach erschließen. Klara, die Protagonistin der Vergangenheit ist meine Heldin, ihr Mut, ihre Unerschrockenheit, ihr zweifeln und nicht aufgeben sind einzigartig, dabei ausgestattet mit einem gesunden Selbstbewusstsein und ihrer unerschütterlichen Liebe zu Fritz….echte Liebe erträgt auch Schmerz…. Der Roman spielt im Jahr 1939, einer Zeit, die für mich die dunkelste Zeit der deutschen Geschichte ist und Jana Voosen hat diese Zeit ebenso nachvollziehbar wie auch emotional beschrieben. Wir sind alle nicht unfehlbar, manchmal liegen Herausforderungen vor uns, die zu meistern Mut und auch Liebe erfordern, eine wahre und tiefe Liebe hält auch Stürmen stand…. Eine klare Empfehlung für eine spannende und fesselnde Liebesgeschichte der etwas anderen Art.

Lesen Sie weiter

Selten eine so gute Zeitgeschichte gelesen, welche Gegenwart und Vergangenheit zusammenbringt. Durch die Darstellung der damaligen Nöte, wird einem wieder bewusst, was wir nicht wiederholen sollten, wobei die Alltagsprobleme, neben den politischen Eskapaden, neuzeitlich sind. Herzergreifend und sehr präzise geschrieben.

Lesen Sie weiter

„Wie hält man zusammen, auch wenn die Welt um einen herum zerbricht?“ Altes Land / Hamburg 1928 - 1943. Klara und Fritz sind schon seit ihrer frühen Kindheit eng befreundet. Irgendwann wird aus der Freundschaft Liebe und als Klara mit erst 17 Jahren schwanger wird, heiraten die beiden und leben in einer kleinen Wohnung in Hamburg. Die kleine Familie ist glücklich, doch als der 2. Weltkrieg ausbricht, muss Fritz schon bald an die Front. Klara bleibt mit ihrem kleinen Sohn Paul allein in Hamburg zurück. Ab und zu macht sie für den alten Mann in der Dachgeschosswohnung kleine Besorgungen, doch dann macht sie eine Entdeckung, die ihr ganzes Leben verändern wird… Hamburg 2019: Zum 80. Jahrestag des Beginns des 2. Weltkriegs sucht die frisch getrennte Journalistin Marie nach Zeitzeugen und einer ganz besonderen Geschichte. Dabei stößt sie auf Klara und Fritz, die fast achtzig Jahre verheiratet sind. Während Fritz sich sehr zurückhaltend verhält, erzählt Klara Marie bereitwillig von ihren Erlebnissen während des Krieges. Es geht in diesem Buch zwar um eine Liebesgeschichte, aber es ist soviel mehr und kommt ganz ohne Kitsch aus. Der Titel „Für immer die Deine“ wird darum dieser tiefgründigen Geschichte überhaupt nicht gerecht. Das Buch hat mich von Anfang an gefesselt und bis zur letzten Zeile nicht mehr losgelassen. Jana Voosen schreibt so lebendig, mitreißend und berührend, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann. Ich habe mich sehr mit den Protagonisten verbunden gefühlt, vor allem mit Klara, aber ich glaube, uns ist es heute - zum Glück - gar nicht wirklich möglich, uns in die grausame und bedrückende Zeit hineinzuversetzen. Sicher war nicht alles richtig, was Karla gemacht hat, aber in ihrer Situation durchaus nachvollziehbar. Der Wechsel zwischen den Zeiten hat mir auch sehr gut gefallen. Maries Geschichte ist geschickt integriert und Klaras Erzählungen bringen sie dazu, ihr eigenes Verhalten zu überdenken. Das Ende hat mich besonders berührt. Fazit: Eine eindringliche und sehr berührende Liebesgeschichte über den Mut einer Frau und über Liebe und die Stärke Fehler zu vergeben. Eine wundervolle Geschichte, die mich nachdenklich gemacht hat und die ich nicht so schnell vergessen werde.

Lesen Sie weiter

Inhalt: Fritz und Klara sind schon von Klein auf befreundet. Später dann sehr verliebt. Als Klara mit ihren 17-Jahren von Fritz schwanger ist, ist es ein Skandal. Daher heiraten die zwei schnell und ihr Traum wird wahr. Doch der Zweite Weltkrieg bringt das junge Ehepaar auseinander. Fritz muss an die Front und Klara mit dem kleinen Paul alleine in Hamburg. Als sie ein Geheimnis eines Nachbarn entlarvt, trifft sie eine folgenschwere Entscheidung. Meine Meinung: In „Für immer die Deine“ von Jana Voosen geht es um Klara und Fritz. Diese Liebe begann schon im Jugendalter und ist auch nie verblasst. Wir befinden uns in Hamburg im 2. Weltkrieg, Fritz ist an der Front und Klara mit dem gemeinsamen Sohn alleine. Man erlebt wie alles zwischen Klara und Fritz begonnen hat, seit wann sie sich kennen, die heimlichen Treffen und die plötzliche Schwangerschaft. Vor jedem Kapitel steht die Jahreszahl, damit man genau erkennt, wo wir uns befinden. Denn wir lernen auch die Journalistin Marie im Jahre 2019 kennen. Sie möchte einen Artikel über die zwei schreiben. Wie Klara ihre Geschichte schildert ist sehr berührend. Man fühlt mit ihr mit, versteht oft ihre Beweggründe und auch ihren Ausrutscher konnte ich zwar gewissermaßen verstehen, allerdings nicht gutheißen. Sie ist eine selbstbewusste Frau und nimmt kein Blatt vor den Mund. Sie ist stark und sehr hilfsbereit. Dadurch begibt sie sich selber in Gefahr. Die bedrückende und ängstliche Stimmung des 2. Weltkrieges wird auf einen Transportiert. Die Autorin hat hier die richtige Atmosphäre vermittelt. Bombenanschläge die dazu führen stundenlang im Bunker im Keller zu sitzen, kaum vorhandener Lebensmittel mit denen man haushalten muss und dann noch stark zu sein, für den Sohn, den Klara später zu ihren Eltern bringt. Das alles meistert die junge Frau unglaublich gut. Später im Lazarett wurde auch alles detailliert beschrieben und ich konnte ahnen, wie Klara sich fühlen muss, vor allem weil auch hier einschlagende Erinnerungen zurückbleiben. Um nicht viel zu verraten, möchte ich gar nicht großartig auf die Geschichte eingehen. Klara ist eine stumme Heldin, obwohl sie dafür fast alles verloren hätte. Sie denkt nicht nur an sich, sondern hat ein großes Herz. Fritz selber hat dieses übrigens auch und ich habe es stark bewundert, wie er mit alldem umgegangen ist. Sehr schön, fand ich auch, dass wir Marie näher kennengelernt haben. Sie denkt plötzlich selber über ihr Liebesleben nach. Die Mischung hat mir gut gefallen. Diese Geschichte hat mich stark bewegt und beeindruckt. Das Buch konnte ich kaum zur Seite legen. Zu sehr wollte ich wissen, wie es mit Klara und Fritz endet. Dieses Ende hat mich zufrieden, wenn auch traurig zurückgelassen. Fazit: „Für immer die Deine“ von Jana Voosen hat mich umgehauen. Es ist eine Geschichte, die einen so schnell nicht loslässt. Bewegende Momente, eine große Portion Mut, tägliche Angst durch Bombenangriffe und eine unendliche Liebe, die alles übersteht.

Lesen Sie weiter

Das Hamburger Magazin "Zeitgeist" plant eine Sonderausgabe anlässlich des 80. Jubiläums des Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Die junge Journalistin Marie möchte dafür einen Artikel über das Ehepaar Hansen schreiben, die kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges geheiratet haben und noch immer gemeinsam ihren Hochzeitstag feiern könnten. Der Herausgeber ist zunächst skeptisch, ob diese Liebesgeschichte das richtige Format ist, aber Marie fährt trotzdem in das Alte Land, wo sie das betagte Paar interviewt. Während Fritz Hansen zurückhaltend ist, erzählt Klara ganz offen, was sich in den Jahren 1939 bis 1943 ereignet hat, wie sie ihren Jugendfreund Fritz heiratete und ihn während der Kriegsereignisse fast verloren hätte. Die berührende Geschichte über die Liebe und was diese aushalten kann, wird zum Vorbild für Marie, die ihre Entscheidung, sich von ihrem Mann zu trennen, zu überdenken beginnt. Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen - 2019 in der Gegenwart und während des Zweiten Weltkrieges in der Vergangenheit - erzählt, wobei die Lebens- und Liebesgeschichte von Klara und Fritz Hansen den größten Anteil ausmacht. Die Jugend und die ersten Jahre der Ehe von Klara und Fritz sind lebendig und sehr authentisch geschildert. Man kann problemlos in die Gefühlswelt von Klara, ihre Liebe zu Fritz, aber auch ihre Angst und Entbehrungen während der ersten Kriegsjahre eintauchen. Nach der Geburt von Paul muss Fritz an die Front nach Polen und Klara ist daraufhin allein in der Wohnung in Hamburg unter der Bombardierung der Alliierten. Sie arbeitet als Fahrscheinkontrolleurin, schlägt sich darüber hinaus mit Näharbeiten durch und hilft sogar noch ihrem älteren Nachbarn. Als sie herausfindet, dass dieser nicht der ist, der er vorgibt zu sein, beweist sie Mut, gefährdet damit aber ihr eigenes Lebens- und Liebesglück. "Für immer die Deine" ist in erster Linie eine Liebesgeschichte, geht aber vor dem Hintergrund der erschütternden Taten der Nationalsozialisten noch tiefer. Es ist bewegend, was Marie erlebt und welche Entscheidungen sie trifft, die sie am Ende zu einer "stillen Heldin" des Zweiten Weltkriegs machen. Dabei ist sie aber ein Mensch, der nicht perfekt ist, der Fehler macht, was diese facettenreiche Geschichte so authentisch wirken lässt. Die große Frage nach der Existenz der ewigen und einzigen Liebe und des Erfolgsrezepts einer glücklichen Ehe wird anhand der fiktiven Geschichte des Paares Klara und Fritz Hansen für die kurz vor der Scheidung stehenden Marie erklärbar. Es ist ein ergreifender Roman, der fließend zwischen den Zeiten wechselt, der warmherzig ohne Pathos und Kitsch erzählt ist und den Leser insbesondere durch die lebendige Schilderung der Vergangenheit packt. Bis zuletzt bleibt dabei spannend wie Klara und Fritz die Kriegsereignisse überstehen und wie sie ihren Bund der Ehe bis in die Gegenwart retten können.

Lesen Sie weiter

Maria ist Journalistin und auf der Suche nach Zeitzeugen. Ihre Zeitschrift möchte zum Jahrestag des Kriegsbeginns ein Spezial machen, in dem Zeitzeugen von damals zu Wort kommen. Dabei fällt ihr ein Zeitungsartikel in die Hände, in dem von Klara und Fritz berichtet wird, die 1939 geheiratet haben. Auch aus Neugierde darauf, was eine so lange Ehe ausmacht, macht Maria sich auf und kann Klara und Fritz davon überzeugen, ihr ihre Geschichte zu erzählen. Die beiden sind Jugendfreunde, bei denen schon sehr bald aus Freundschaft Liebe wurde. Als Klara mit 17 schwanger wird, heiraten beide, kurz darauf muss Fritz in den Krieg. Klara bleibt in dem vom Bombenangriffen gezeichneten Hamburg zurück. Eines Tages stellt sie fest, dass der alte Mann, dem sie die Einkäufe mit erledigt, nicht der ist, für den er sich ausgibt. Daraufhin wird sie vor eine folgenschwere Entscheidung gestellt. Ich habe das Buch innerhalb eines Tages verschlungen. Die Autorin erzählt lebendig vom Leben im alten Land, der Freundschaft von Klara, Fritz und Ilse und von den Entbehrungen, die alle während des Krieges zu erleiden haben. Ich konnte mir sowohl das alte Land, als auch Hamburg lebhaft vorstellen und die Geschichte, die vor allen Dingen Klara zu erzählen hat, geht unter die Haut. Was tun, wenn man entdeckt, dass es manchmal mehr braucht als sich nur durch zu wurschteln. Dass man manchmal eben auch Gefahren eingehen muss, um anderen zu helfen. Und was, wenn diese Entscheidungen das Leben, wie man es kennt, komplett auf den Kopf stellt. In dem Buch geht es um stille Helden und darum, Fehler anderer auch vergeben zu können. Die Frage, die Maria den beiden stellt: Was braucht es um eine so lange und augenscheinlich glückliche Ehe zu führen? beantwortet Fritz ganz lapidar mit: Man darf sich nicht scheiden lassen. Dass genau das nicht immer so einfach ist, zeigt auch dieses Buch. Nicht alle Entscheidungen, die Klara trifft sind gut, aber man kann sie verstehen und auch Fritz‘ Entscheidungen bleiben für den Leser nachvollziehbar. Am Ende bleibt es spannend, wie die beiden es schaffen trotz aller Erlebnisse fast 70 Jahre verheiratet zu bleiben. Ich kann dieses Buch nur empfehlen, es war sehr spannend zu lesen und auch Marias Geschichte, die immer wieder in Einschüben erzählt wird, passt perfekt in das gesamte Konzept. Von daher von mir eine absolute Leseempfehlung!

Lesen Sie weiter