Leserstimmen zu
Das kalte Reich des Silbers

Naomi Novik

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Meine Meinung: Dieses Buch ist einfach anders. Angefangen beim Schreibstil, der mich ein paar Seiten gekostet hat, um ihn so richtig wertschätzen zu lernen, doch als es dann so weit war, fand ich ihn einfach großartig. Er ist bildgewaltig und passt einfach perfekt zu einem düsteren Märchensetting wie wir es hier finden. Die Perspektivwechsel fand ich wirklich klasse, da man so einen umfassenden Blick auf die ganze komplexere Handlung bekommt – ich hätte mir nur gewünscht, dass vielleicht etwas deutlicher gekennzeichnet wird, aus wessen Sicht man eigentlich gerade liest. Teilweise war das nämlich nicht leicht ersichtlich, vor allem wenn die Figuren gemeinsam unterwegs waren. Die Handlung hat von Anfang an eine gewisse Grundspannung wie ich finde. Durch die Düsternis, durch das Bedrohliche, das hinter jeder Ecke zu lauern scheint, steht man als Leser die ganze Zeit unter Anspannung und wartet auf das nächste Unheil, die nächsten Hindernisse, die sich den Figuren in den Weg stellen. Dadurch war es auch überhaupt nicht schlimm, dass die Geschichte selbst am Anfang keine große Actionszenen aufweist wie ich finde (und ich bin jemand, der schnell gelangweilt ist von sich ziehenden Handlungen). Ich war trotzdem völlig eingenommen von dem Setting, der hier erschaffenen Welt und dem, was den Protagonisten so passiert. Denn ganz ehrlich – man weiß nie wirklich, was als nächstes passieren oder was den Charakteren zustoßen wird und das liebe ich an einem Roman. Unvorhersehbarkeit zusammen mit dem außergewöhnlichen Sprachstil und dem märchenhaften Setting ergibt in meinen Augen eine mehr als gelungene Mischung, die mich völlig in ihren Bann geschlagen hat. Fazit: Wer finstere und märchenhafte Geschichten mit unvorhergesehenen Wendungen mag, der wird hier voll auf seine Kosten kommen. Mich hat Naomi Novik völlig überzeugt, auch mit ihrem besonderen Erzählstil, der mich vollends in die Welt von Lithvas hat eintauchen lassen. Bildgewaltig, Wortgewaltig, durchdacht und einfach mitreißend!

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Die Autorin hat mich, zumindest dem englischen Titel „Spinning Silver“ nach, wortwörtlich eingesponnen. Ein grandioses, märchenhaftes Werk. ☆ Die Geschichte erzählen uns verschiedene Figuren, die im Laufe der Geschichte immer mehr werden. Anfangs sind es erstmal nur die beiden Protagonistinnen Mirjem und Wanda. Dabei muss ich anmerken, dass die Wechsel nicht klar gekennzeichnet sind und auch nicht kapitelweise stattfinden, sondern dass dies auch so einfach hin- und herwechseln kann. Ich bin damit gut zurechtgekommen, da es immer recht schnell klar wird um wen es sich handelt. ☆ Diese beiden Mädchen, aber auch die anderen Figuren, finde ich gut ausgearbeitet. Mirjem ist schlau, gewieft und übernimmt das Geldverleihergeschäft ihres Vaters, wohingegen Wanda nicht ganz so gesegnet ist und erst von Mirjem das Rechnen und so manch anderes lernt. Es prallen sozusagen zwei Welten aufeinander, doch Wanda ist wissbegierig und verfügt über eine ganz eigene Weisheit. Im Laufe der Geschichte kommen noch einige andere dazu, die uns ebenso die Geschichte aus ihrer Sicht schildern und dabei sind diese Leben und Schicksale auf ganz unterschiedliche Arten verwoben. ☆ Die Geschichte ist ein großes Meisterwerk, welches sich aber aus verschiedenen Strängen zusammensetzt, die später auch alle ihren Weg zum großen Ganzen finden. Dabei konnte mich die Geschichte öfters überraschen und mit ihren Ideen voll und ganz verzaubern. Es ist ein Märchen für Erwachsene, bzw. ab dem Jugendalter steht aber dem Zauber der altbekannten Märchen in nichts nach. ☆ Der Erzählstil ist märchenhaft. Wie ein normales Märchen erzählt, nur eben viel ausführlicher. Ich liebe es so wie es ist, aber ich könnte mir vorstellen, dass es manchen vielleicht etwas zu ruhig ist. Da hilft aber denke ich gut eine Leseprobe, da man sehr schnell einen Eindruck vom Schreibstil bekommt.

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„Das kalte Reich des Silbers" ist ein märchenhafter Einzelband und stammt aus der Feder von Naomi Novik. Nachdem die Autorin mich bereits mit „Das dunkle Herz des Waldes“ begeistern konnte, musste ich ihr neues Werk unbedingt lesen. Zumal Klappentext und Cover wirklich ansprechend sind und mich magisch angezogen haben. Mit „Das kalte Reich des Silbers zieht Naomi Novik den Leser tief in ein winterliches Fantasiereich, voller Wunder und Gefahren. Dank des märchenhaften Schreibstils ist mir der Einstieg in das Buch sehr leicht gefallen. Naomi Novik versteht es perfekt, ihrer Welt Leben einzuhauchen und fantastische Bilder im Kopf des Lesers entstehen zu lassen. Die Geschichte von Mirjem konnte mich von der ersten Seite an in ihren Bann ziehen. Der Schreibstil ist bildgewaltig und voller Details, sehr märchenhaft und teilweise etwas altertümlich. Ich denke für einige Leser wird der Schreibstil nicht leicht zu lesen sein, denn man muss sich darauf einlassen können. Ist man einmal in der Geschichte versunken, erwartet den Leser ein grandioses Märchen mit wunderschönem winterlichen Setting. Es ist unglaublich, wie fantasievoll und atmosphärisch die Autorin „Rumpelstilzchen“ von den Brüdern Grimm völlig neu in Szene setzt. Die Geschichte spielt in dem Land Lithvas, das an Russland in vergangenen Tagen erinnert. Beim genauen Hinsehen finden sich einige Elemente aus slawischen Märchen. So findet beispielsweise die Hexe Baba Jaja Erwähnung. Bei einem anderen Charakter musste ich direkt an den Untoten Koschtschej denken, einen Räuber junger Bräute, der über mächtige Zauberkraft verfügt. Die von Naomi Novik erschaffene Geschichte ist komplex und voller kleiner Details. Es gibt eine Vielzahl verschiedener Charaktere, die aus der Ich-Perspektive zu Wort kommen. Leider sind die entsprechenden Abschnitte nicht gekennzeichnet, sodass man nicht erkennt, aus wessen Sicht die Geschichte gerade geschildert wird. Im Laufe der Zeit wurde es besser, aber gerade zu Beginn des Buches war dieser Umstand leider sehr verwirrend. Im Fokus der Geschichte stehen drei starke junge Frauen, die gegen ihr Schicksal kämpfen: Mirjem - die Tochter des Pfandleihers, Irina – die Tochter eines Herzogs, und Wanda – die Tochter eines verarmten Bauerns. Naomi Novik legt viel Wert auf eine detaillierte Darstellung des alltäglichen Lebens dieser drei Frauen. Der Leser bekommt auf diese Weise einen intensiven Blick in die grausamen Abgründe der einzelnen Schicksale. Ich habe mit den jungen Frauen, aber auch mit Wandas Brüdern, mitgelitten und ihre Geschichte hat mich kaum noch losgelassen, selbst wenn ich das Buch zur Seite gelegt habe. Der Leser erlebt grausame Männer, die keine Grenzen kennen, um ihre Ziele zu erreichen. Väter, die ihre Kinder bis zur Besinnungslosigkeit schlagen und ihre Töchter an den nächstbesten verschachern. Junge Frauen, die durch Hunger und Elend zu verzweifelten Taten getrieben werden. Dem gegenüber steht das wunderschöne Setting, das den Leser völlig in seinen Bann zieht und gespickt ist von Magie und fantastischen Elementen. Besonders gut hat mir gefallen, dass dieses Buch ohne eine Liebesgeschichte auskommt. Es gibt zwar einen zarten Ansatz, doch dieser verläuft mehr als dezent im Hintergrund. Mit ihrem neuen Werk „Das kalte Licht des Silbers“ entführt Naomi Novik den Leser in eine magische Welt, die einer Winternacht gleicht – kühl, dunkel und doch voller funkelnder Schönheit. Die Autorin webt Worte zu Magie und lässt eine fantastische Welt vor den Augen des Lesers entstehen, die man nicht mehr verlassen möchte. Von mir gibt es die volle Punktzahl und eine Leseempfehlung für alle Fans von komplexen Märchen.

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Als Tochter des Geldverleihers weiß Mirjem mit Zahlen umzugehen. Als ihre Familie kurz vor dem Verhungern ist, übernimmt Mirjem kurzerhand die Arbeit ihres Vaters und beweist ein geschicktes Händchen. Schon bald ist die Familie wohlhabender, als je zuvor und man munkelt, dass Mirjem Silber in Gold verwandeln kann. Ein Gerücht, das den König der Staryk auf Mirjem aufmerksam werden lässt. "Das kalte Reich des Silbers" ist ein Einzelband von Naomi Novik. Das Buch wird vorwiegend aus den Ich-Perspektiven von Mirjem Mandelstam, Wanda Vitkus und Irina, der Tochter eines Herzogs, erzählt. Wir durften aber auch aus den Sichten von Wandas jüngerem Bruder Stepon, Irinas Kinderfrau Magreta und der von Mirnatius, dem Zaren von Lithvas, lesen. Schon in "Das dunkle Herz des Waldes" konnte mich Naomi Noviks fast schon malerischer Schreibstil mitreißen und begeistern, sodass ich mich schon sehr auf "Das kalte Reich des Silbers" gefreut habe! Auch in diesem Buch hat mir der Stil der Autorin richtig gut gefallen! Die Geschichte ist eher ruhig und ließ sich sehr gut lesen, wobei ich mir an der ein oder anderen Stelle doch ein wenig mehr Spannung gewünscht hätte. Aber die Geschichte konnte mich auch so verzaubern und besonders das Ende konnte mich noch einmal packen! Wir lernen mit Mirjem, Wanda und Irina drei starke junge Frauen kennen, die sehr klug sind und ihre Schicksale selbst in die Hand nehmen, was ich echt klasse fand! Als Mirjems Familie immer mehr in die Armut abrutscht, übernimmt sie die Arbeit ihres Vaters als Geldverleiher. Sie wird kalt, zeigt kein Mitgefühl und wird so in kurzer Zeit erfolgreicher, als ihr Vater es jemals gewesen ist. Mir hat Mirjem von allen Charakteren am Besten gefallen! Sie ist mutig, handelt überlegt und verkriecht sich nicht, wenn die Lage ernst wird! Es scheint, als könnte Mirjem Silber in Gold verwandeln. Ein Gerücht, durch das der Herr der Staryk auf Mirjem aufmerksam wird und er stellt sie auf die Probe. Die Staryk sind elfenartige Wesen, die auf der Suche nach Gold keine Freunde kennen und die erbeuteten Schätze in ihr Königreich am Ende ihrer Straße bringen. Je härter die Winter in Lithvas wurden, desto öfter sind die Staryk aufgetaucht und bedrohten das Leben der Bevölkerung. Neben Mirjem haben wir noch Wanda kennengelernt, die Tochter eines Bauern, dem Alkohol wichtiger ist, als seine drei Kinder. Wanda arbeitet hart, auch um dem Leben bei ihrem Vater zu entkommen. Sie ist eher ruhig, aber nicht auf den Kopf gefallen und mir hat es besonders gut gefallen, dass sie und ihre beiden Brüder Sergej und Stepon im Laufe der Handlung immer stärker zu einer Familie zusammengewachsen sind, eine tolle Entwicklung! Irina ist keine Schönheit, sehr zum Missfallen ihres Vaters, einem Herzog von Wisnja, der seine Tochter gerne so gut, wie möglich verheiraten möchte, aber keine große Auswahl hat. Doch was Irina an Schönheit fehlt, macht sie mit Klugheit und Aufopferungsbereitschaft wieder wett! Nach Mirjem mochte ich Irina am liebsten, auch weil ich es so spannend fand, dass die beiden in so ähnliche Situationen geraten, die sie auf völlig unterschiedlichen Seiten stehen lässt! Ihre Kinderfrau Magreta ist immer an Irinas Seite, wenn sie Hilfe braucht und die benötigt sie ohne Zweifel, als der Zar Mirnatius wieder in ihr Leben tritt, denn er wird von seinem ganz eigenen Dämon geplagt, der auch Irina gefährlich werden kann. Die Charaktere haben mir allesamt richtig gut gefallen! Es hat mir zwar ein wenig gestört, dass alle Charaktere aus der Ich-Perspektive erzählen, weil ich manchmal nach einem Sichtwechsel Schwierigkeiten hatte, mich zurechtzufinden, aber das wurde mit der Zeit immer besser! Ich fand es außerdem sehr spannend, dass die Charaktere aus so unterschiedlichen Schichten kommen! Wanda und ihre Brüder sind Bauern, während Mirjems jüdische Familie eher zur Mittelschicht gehört. Am Anfang sind sie zwar bettelarm, aber durch Mirjems harte Arbeit, ist die Familie bald wohlhabend und ihre Mutter stammt sowieso aus reichen Verhältnissen. Irina und Mirnatius dagegen gehören zum Adel. So verschieden und doch kreuzen sich ihre Wege schon bald. Auch die Welt fand ich sehr gelungen! Die Geschichte spielt in Lithvas, einem Land, das an das östliche Europa erinnert, was mir sehr gut gefallen hat! Ich habe bisher leider nur wenige Fantasybücher gelesen, in denen slawische Sagen eine Rolle spielen, obwohl ich diese total gerne mag. Deshalb finde ich es immer sehr spannend und auch erfrischend, wenn diese in eine Geschichte einfließen! Die Winter sind in den letzten Jahren härter geworden und die Straße der Staryk taucht immer öfters auf. Eine unterschwellige Bedrohung, vor der sich die Bevölkerung sehr fürchtet. Wir lernen auch die winterliche Welt der Staryk kennen, die mir echt gut gefallen hat, auch weil ich die Staryk spannend fand. De Atmosphäre des Buches war dann auch noch einfach großartig! Eine Liebesgeschichte stand nicht im Fokus, was die Geschichte meiner Meinung nach auch nicht gebraucht hat. Es gab aber zwei kleinere Annäherungen, die mir richtig gut gefallen haben und auch das Ende lässt mich zufrieden zurück! Fazit: "Das kalte Reich des Silbers" von Naomi Novik konnte mich fast restlos begeistern! An manchen Stellen hätte ich mir ein wenig mehr Spannung gewünscht, aber ich mochte die vielschichtigen Charaktere total gerne und fand die Atmosphäre des Buches einfach großartig! Naomi Novik besitzt einen malerischen Schreibstil, der das Lesen zu einem tollen Erlebnis gemacht hat und auch die Handlung hat mir sehr gut gefallen! Ich vergebe starke vier Kleeblätter!

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Klappentext: Mirjem ist die Tochter eines gutherzigen Pfandleihers, der es nicht über sich bringt, Schulden einzutreiben. Als die Familie deshalb bittere Armut leidet, tritt Mirjem an die Stelle ihres Vaters. Unnachgiebig fordert sie zurück, was ihr zusteht. Sie ist erfolgreich, und bald heißt es, sie könne Silber zu Gold machen. Die Kunde davon dringt bis tief in die Wälder, zum gefürchteten Volk der Staryk – magische Wesen, die mehr aus Eis bestehen als aus Fleisch und Blut. Der König der Staryk entführt sie in sein Reich. Dort soll sie für ihn Silber zu Gold machen. Tut sie das nicht, wird der Staryk sie töten. Doch gleichzeitig versinkt die Menschheit nun in Kälte … Das Cover sieht wirklich hübsch aus, nicht zu schlicht, aber gleichzeitig auch nicht zu bunt oder kitschig. Es passt unglaublich gut zum Titel und wer das Buchbeendet hat, wird das Cover gleich noch besser verstehen. Auch der Schreibstil konnte mich gleich wieder in seinen Bann ziehen, denn er ist flüssig, detailreich, wortgewandt und bildgewaltig. Zwar nicht immer leicht zu lesen und man muss ihn mögen, aber wenn man das tut, dann ist er perfekt. Anfangs fehlt ein bisschen Spannung, aber das hat mich kaum gestört. Die Geschichte wird aus vielen verschiedenen Sichten geschrieben, wobei einige, meiner Meinung nach, nicht hätten sein müssen. Trotzdem kann man so die Gesamtsituation in beiden Welten besser verstehen. Die Charaktere waren wirklich toll und haben sich im Laufe der Geschichte immer weiter entwickelt. Besonders Mirjem, hat mir gefallen. Sie ist stark, intelligent, stur und man könnte Anfangs sogar sagen, dass sie egoistisch ist. Aber genau dieses Verhalten hat mir gefallen, sie ist nicht naiv, fragt nach und überlegt sich genau, was passiert, bevor sie handelt. Aber auch die anderen Charaktere sind wichtig und tragen mehr oder weniger zum Verlauf der Geschichte bei. Insgesamt ein absolut gelungenes Buch, dass ich zum Ende hin kaum noch aus den Händen legen konnte. Gerne hätte ich etwas mehr über die Staryk erfahren. Das einzige, was mir nicht gefallen hat, waren die - für mich - etwas unnötigen Erzählperspektiven, wenn dann plötzlich aus der Sicht eines eher unwichtigen Charakters geschrieben wurde. Ansonsten hat mir das Buch super gefallen und ich bin gespannt, was noch alles von der Autorin kommen wird. 4,25/5 Sterne

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Kurzbeschreibung: Mirjem ist die Tochter eines gutherzigen Pfandleihers, der es nicht über sich bringt, Schulden einzutreiben. Als die Familie deshalb bittere Armut leidet, tritt Mirjem an die Stelle ihres Vaters. Unnachgiebig fordert sie zurück, was ihr zusteht. Sie ist erfolgreich, und bald heißt es, sie könne Silber zu Gold machen. Die Kunde davon dringt bis tief in die Wälder, zum gefürchteten Volk der Staryk – magische Wesen, die mehr aus Eis bestehen als aus Fleisch und Blut. Der König der Staryk entführt sie in sein Reich. Dort soll sie für ihn Silber zu Gold machen. Tut sie das nicht, wird der Staryk sie töten. Doch gleichzeitig versinkt die Menschheit nun in Kälte … Meinung: Cover und Kurzbeschreibung fand ich sofort extrem ansprechend, weshalb ich auch voller Vorfreude in die Geschichte gestartet bin. Den Einstieg fand ich auch richtig gut gewählt, aber ich habe bald gemerkt, dass die Autorin ihre Geschichte sehr genau, mit vielen alltäglichen Details und aus vielen unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Es geht nicht nur um die Geschichte von Mirjem, sondern auch das arme Bauernmädchen Wanda und ihre Familie, sowie die Herzogstochter Irina können als Protagonistinnen bezeichnet werden und mit der Zeit gibt es noch mehr unterschiedliche Perspektiven. Man lernt die Protagonistinnen, ihre Geschichten und ihre Schicksale sehr ausführlich kennen. Dabei muss ich sagen, dass es mir in den ersten beiden Dritteln schon etwas viele Details zum normalen Leben und den Umgebungsbeschreibungen waren und die Spannung dabei in meinen Augen etwas zu kurz kam. Gleichzeitig hat man nämlich zu den geheimnisvollen Staryk und zu den anderen mysteriösen Gegebenheiten leider sehr wenig erfahren, weshalb ich die Mischung etwas unausgeglichen fand. Störend fand ich anfangs auch, dass die vielen Perspektivenwechsel zwar durch Absätze und Schneeflocken gekennzeichnet waren, aber man nie sofort wusste, aus welcher Sicht nun erzählt wird. Da hätte ich mir gerne eine Lösung mit einem einleitenden Namen gewünscht. Auch so weiß man natürlich mit der Zeit Bescheid, aber mir persönlich gefällt es besser, wenn die Perspektive von Anfang an genannt wird und ich mich gleich darauf einstellen kann und nicht erst lange überlegen muss. Nach diesen ganz gut zu lesenden, aber doch auch etwas langatmigen ersten zwei Dritteln, fand ich das Buch zwar ok, aber so ganz überzeugt war ich einfach nicht und ich hatte die Hoffnung auch schon aufgegeben, dass sich das noch ändern würde. Dann jedoch kam der Wandel, schleichend und im gleichen ausführlichen und etwas kühlem Schreibstil erzählt, aber doch deutlich spürbar. Plötzlich wurde die Handlung aktiver und überraschender, die Spannung greifbarer, die Figuren und ihre Entscheidungen bedeutend und die vielen vorher gelesenen Details haben plötzlich ein stimmiges Gesamtbild ergeben. Und wirklich gut haben mir am Ende die unaufdringlichen Entwicklungen der zwischenmenschlichen Beziehungen gefallen. Es gibt keine klassischen Liebesgeschichten und auch die auf ungewöhnliche Weise geknüpften sozialen Bande sind wirklich etwas Besonderes und lesenswert. Fazit: Obwohl mir die ersten zwei Dritteln ein bisschen zu detailliert und langatmig waren und mich deshalb, trotz der recht interessanten Grundgeschichte, nicht völlig überzeugen konnten, hat der Plot dann nochmal angezogen und plötzlich haben die vielen vorher gelesenen Details einen Sinn ergeben. Das Ende konnte mich dann total überzeugen und zufrieden zurücklassen, vor allem die unaufdringliche Entwicklung der zwischenmenschlichen Beziehungen fand ich sehr besonders und lesenswert. Deshalb gibt’s solide 4 Sterne.

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Silber zu Gold

Von: bootedKat

03.03.2019

Mirjems Familie leidet bittere Armut. Und das nur, weil ihr Vater, ein Pfandleiher, es nicht übers Herz bringt, sich das verliehene Geld auch wieder zurückzuholen. Als ihre Mutter schwer erkrankt, beschließt Mirjem die Schulden einzutreiben, um damit Medizin bezahlen zu können. Ihre Unnachgiebigkeit und ihr Geschäftssinn tragen ihr bald den Ruf ein, Silber in Gold verwandeln zu können. Als der König des magischen Volks der Staryk davon hört, stellt er Mirjem zunächst auf die Probe, bevor er sie in sein Reich entführt, damit sie dort wahrhaftig Silber in Gold verwandelt. Mit „Das kalte Reich des Silbers“ erzählt Naomi Novik die Geschichte vom Rumpelstilzchen neu. Nur, dass es in dieser Geschichte, streng genommen, kein Rumpelstilzchen gibt. Niemand backt heute, braut morgen oder holt übermorgen der Königin ihr Kind. Allerdings spielen zentrale Elemente des Märchens eine nicht unwichtige Rolle. So sind Habgier, Macht und Prahlerei starke Handlungsmotive, aber auch das dreimalige Auf-die-Probe-Stellen, das Böse in Gestalt eines Dämons und das Geheimhalten von Namen kennzeichnen die Erzählung. Ein ebenfalls nicht unwichtiger Aspekt, der meiner Ansicht nach durchaus etwas Sozialkritik in die Geschichte bringt, ist die Tatsache, dass Mirjems Familie jüdisch ist. Die Antipathie, die Mirjems Familie von den anderen Dorfbewohnern erfährt, ist zwar vorwiegend darauf begründet, dass Mirjem so hartnäckig die Schulden zurückfordert, allerdings wird man beim Lesen das Gefühl nicht los, dass Naomi Novik auch gegen Antisemitismus schreibt. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, wobei man mitunter überlegen muss, wer gerade spricht. Da Sprecherwechsel allerdings immer durch Absätze gekennzeichnet sind, verliert man beim Lesen aber trotzdem nicht den Faden. Die wechselnden Perspektiven sorgen dafür, dass man auch die Sichtweise der vermeintlich Bösen erlebt und dadurch einen besseren Einblick in ihre Motive erfährt. Und auch die eigentlich Guten handeln nicht immer durchweg einwandfrei. Auch, wenn „Das kalte Reich des Silbers“ eine Version des Märchens vom Rumpelstilzchen ist, finden sich hier deutlich mehr Grauzonen innerhalb der Handlung, wodurch auch die Ursprungsgeschichte eine andere Perspektive bekommt.

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