Leserstimmen zu
Alles, was geschieht, hat seinen Grund

Arantza Portabales

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Die Frauen Marina, Sara, Carmela und Viviana vereint, dass sie an Wendepunkten in ihren Leben angekommen sind. Vom Ehemann verlassen, eine geplante Ehe, ein Familiengeheimnis oder der nahe Tod. Alle vier sprechen Nachrichten auf Anrufbeantworter. Dabei sind sie schonungslos und ehrlich. Es sind emotionale Geschichten, die die Frauen nach und nach offenbaren. Abwechselnd erfährt der Leser mehr über die Frauen und die Hintergründe. Jedes „Kapitel“ hat eine passende Überschrift und ist nur so lang, wie die Zeit, die einem Anrufer bleibt, um nach dem „Piep“ zu sprechen. Die Namen der Frauen stehen darüber und so weiß man immer, welche gerade einen Anrufbeantworter bespricht. Durch die Kürze der jeweiligen Texte und den dadurch bedingten schnellen Wechsel liest sich dieses Buch etwas „speziell“. Man kann es nicht mit einem gewöhnlichen Roman und dem damit verbundenen Lesefluss oder Schreibstil vergleichen. Das Buch fordert seinen Leser heraus, ist bisweilen sogar anstrengend. „Alles, was geschieht, hat seinen Grund“ ist keine einfache Lektüre. Als Leser muss man sich vollkommen darauf einlassen und die Herausforderung annehmen. Man beginnt mit der Zeit auch sein eigenes Leben zu reflektieren. Der Titel hat nämlich recht. Alles, was geschieht, hat seinen Grund. Dies verdeutlichen die Geschichten der vier Frauen ganz besonders. Ich empfehle dieses Buch gerne weiter. Ich danke dem Bloggerportalund dem btb Verlag für die Zusendung dieses Rezensionsexemplars.

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ch hätte nicht gedacht, dass mich dieses Buch so packen und überraschen würde. Neugierig geworden bin ich schon durch die Klappentexte. Vier Frauen, vier Schicksale. Ich wollte mehr davon wissen und bin vollkommen eingetaucht in dieses ungewöhnliche Buch. Der Erzählstil ist einzigartig und sehr fesselnd. Schnell findet man in den ungwöhnlichen Stil hinein, man beginnt die Protagonistinnen zu verstehen, ihre Situationen, aber vor allem ihre Gefühle, ihre Wut, ihre Trauer, ihre Träume, ihr Abschied. Der Roman handelt von vier ganz unterschiedlichen Frauen: Carmela, Viviana, Sara und Marina, alle haben ihre ganz besonderen Probleme, ise kommen aus verschiedenen Schichten, sind verschieden alt und haben eigentlich nicht miteinander zu tun....eigentlich. Abwechselnd, in immer sehr kurzen Sequenzen von 1-3 Seiten, schütten sie ihr Herz aus, aber nicht irgendwem, sondern sie sprechen auf Anrufbeantwortern oder texten Mailboxen zu. Sie erwarten gar keine Antwort, sie schöpfen durch ihre Selbstgespräche Mut, sie lassen ihren Frust heraus, sie reflektieren ihre Situationen. Nach und nach schöpfen sie Mut, sie fangen an sich zu verändern. Nach und nach lernt auch der Leser sie besser kennen, ihren Hintergründe, ihre Beweggründe. Die Autorin hat immer wieder für den Leser überraschende Wendungen eingebaut, immer wieder ergibt sich ein AHA-Effekt, Fäden, die zusammen führen und irgendwann konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen und habe am Ende mit Wehmut die letzten Seiten gelesen. Die Protagonistinnen sind mir sehr ans Herz gewachsen, alles wirkte real und aus dem Leben gegriffen. Das Buch war für mich ein Lesehighlight !

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Es geht um die Schicksale und Lebensgeschichten vier ganz verschiedener Frauen, die jedoch alle an bestimmten Wendepunkten ihres Lebens miteinander verbunden sind. Der Punkt, an dem der Roman ansetzt, ist der Glaube daran, dass jede Einzelheit unseres Lebens ihren Sinn hat und alles aus einem gewissen Grund passiert – auch wenn dieser nicht immer sofort ersichtlich ist. Da ist zum Beispiel die 75-jährige Carmela, die todkrank ist und sich von ihrem Sohn verabschiedet. Oder Viviana, die seit Jahren ein belastendes Familiengeheimnis mit sich herumträgt. Der Leser begleitet die vier Frauen durch den jeweiligen Prozess der Realisierung. Das Medium, das allen dabei hilft, ihre Geschichte und alles, was noch kommt, zu verstehen und im Verlauf auf eine immer positivere Weise zu betrachten: Der Anrufbeantworter. Durch den stetigen Perspektivwechsel zwischen den Protagonistinnen und die kurzen Sequenzen (wir alle wissen ja, dass man einen AB nicht unendlich lang vollquatschen kann) entwickelt sich ein tolles Leseerlebnis, das sich immer mehr verdichtet, weil auch die Geschichten der Figuren immer dichter und – auf ganz unterschiedliche Weise – miteinander verknüpft werden. Einen Stern muss ich abziehen für das etwas zu kitschige „Frauenroman“-Ende. Denn den Sinn in Ereignissen zu erkennen bedeutet auch: Manche Dinge müssen im Leben passieren – auch ohne Happy End.

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Alles, was geschieht, hat seinen Grund erscheint im Januar 2020 im btb-Verlag. Aranzta Portabales erzählt die Geschichten von vier Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch so vieles gemeinsam haben. Sie alle haben einen schweren Verlust gemacht oder ein Schicksal erlitten und verarbeiten diese auf ihre jeweils eigene Art. Marina wurde von ihrem Mann Jorge nach sieben Jahren verlassen und beschreibt in ihren Nachrichten ihr Leben "danach". Carmela ist an Krebs erkrankt, doch davon weiß ihr Sohn Manuel nichts. Sie möchte ihn nicht beunruhigen und erzählt seinem Anrufbeantworter von ihren Arztbesuchen, wohlweißlich, dass er die Nachrichten vermutlich erst nach ihrem Tod hören würde. Saras Versuch, sich umzubringen, ist gescheitert. In ihren Therapiesitzungen mit Bruno offenbaren sie sich gegenseitig ihre Gefühle. Viviana arbeitet ohne das Wissen ihrer Familie als Prostituierte und beschreibt ihre unerfüllten Träume. Mit berührender Empathie beschreibt die Autorin die Gefühle und Ängste der vier Frauen. Die kurzen, präzise geschriebenen Passagen geben dem Roman eine schnelle Pace und die Spannung baut sich allmählich zum Ende hin auf. Im Verlauf verbinden sich die Geschichten anhand kleinster Überschneidungen der Lebensgeschichten und ergeben letztlich eine großartige Erzählung. Der Roman hat mich zutiefst bewegt und dazu angeregt, über Moral und Werte von Freundschaft und Partnerschaft zu reflektieren. Für mich schon jetzt ein Jahreshighlight! Vielen Dank an den btb-Verlag für das Rezensionsexemplar.

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