Leserstimmen zu
Die Schwestern von Marzahn

Christiane Tramitz

(8)
(0)
(0)
(2)
(1)
Hardcover
€ 20,00 [D] inkl. MwSt. | € 20,60 [A] | CHF 28,90* (* empf. VK-Preis)

Trostlosigkeit vs. Hoffnung

Von: Susala

15.04.2019

Marzahn steht für Anonymität, Prekariat, Trostlosigkeit - ist aber leider in sicher jeder anderen deutschen Großstadt zu finden. Die Geschichte von Krüger, Ende 50, arbeitslos, Frau weg, in Selbstmitleid versunken, der sich durch die Bekanntschaft von zwei kleinen ihrerseits hilfebedürftigen Schwestern zu einem tatkräftigen, hoffnungsvollen Menschen entwickelt, wird in diesem Buch auf sehr einfühlsame Weise beschrieben. Es macht Mut, solch ein Buch zu lesen, das sich nicht mit vordergründiger Zurschaustellung von Elend begnügt, sondern immer auch den einzelnen Menschen mit all seinen Facetten sieht!

Lesen Sie weiter

Wenn das Leben wieder lebenswert wird.

Von: AnnaikasBooks

13.04.2019

"Wenn du ganz unten ankommst, wartet nur noch der Tod auf dich." Dieser Satz zieht sich wie ein Mantra durch das Buch. Ein Buch über das Leben. Mit dieser Einstellung habe ich nach diesem Buch gegriffen. Die Geschichte wird im Endeffekt aus der Sicht von zwei Personen erzählt und umfasst das Schicksal mehrerer Menschen. Einmal lernt der Leser Fabian Krüger kennen: Ein arbeitsloser Mann, der erst vom Stellenabbau nach der Wende betroffen war und den dann auch noch die Frau verlassen hat. Jetzt lebt er alleine in der einstigen Familienwohnung in Berlin Marzahn, zählt sein übrig gebliebenes Geld am Ende des Monats und seine Sozialkontakte bestehen aus der Besitzerin seiner Stammkneipe und seinen beiden alten Arbeitskollegen, die ein ähnliches Schicksal haben wie er. Einige Klischees und Vorurteile von Arbeitslosen werden im Laufe der Geschichte sichtbar, aber auf amüsante und symphatische Weise. So kann Fabian Krüger als griesgrämig und hart bezeichnet werden, der jedoch das Herz am rechten Fleck und einen Sinn für Gerechtigkeit hat. Kommen wir zu den beiden Schwesterpaaren. Einmal haben wir die beiden kleinen Nachbarinnen von Krüger. Die alleinerziehende Mutter ist scheinbar immer am Arbeiten und lässt die beiden auf sich gestellt. Durch ein Zufall treffen sie Krüger kennen und schaffen es mit seiner kindlichen Art ihn zu erweichen. Durch die beiden lernt er das Leben neu zu lieben und zu leben, denkt über sich selber nach und worauf es im Leben ankommt. Er überwindet seinen innerlichen Abgrund und wendet sich dem Leben zu. Das andere Geschwisterpaar bestehen aus zwei katholischen Schwester, die sich der Nächstenliebe verschrieben und eine Beratungsstelle eröffnet haben. So lernen sie Marie Krüger kennen - Fabian Krügers Exfrau. Zwei verschiedene Schwesternpaare, die auf verschiedene Weise den Menschen in ihrer Umgebung helfen. Sie von ganz unten wieder hoch holen. Es ist ein sehr emotionales, aber auch amüsantes Buch, welches ich nicht weglegen konnte. Das Schicksal von Menschen kann einen berühren. Manchmal sind es die negativen Aspekte, die mich zum nachdenken bringen. Manchmal die positiven, lebenserweckenden Aspekte, die mich zum nachdenken bringen. Dieses Buch hat beide Aspekte in sich. Es zeigt einfach das Leben, wie es ist, aber auch wie es sein kann. Daneben hat es auch einfach Spaß gemacht diese Geschichte zu lesen. Für mich ein kleines Highlight 2019. Ich empfehle es jedem, der gerne Romane liest, die wirken wie aus dem Leben geschnitzt.

Lesen Sie weiter

Mileustudie

Von: Xenia

13.04.2019

Die Menschen in diesem Romanhaben sich und ihre Gefühle verloren: Marie will ihr Leben beenden und ihr Ex-Mann stellt sich nur noch als "Krüger" vor. Das Leben wird bedrückend dargestellt in Marzahn-Nord, nur durchzustehen mit Alkohol, Erinnerungen an früher und Kampf um den Rest Selbstachtung. Wäre da nicht am Anfang ein Hauch von Happy-End vorweggenommen; wären da nicht die zwei tapferen Schwestern aus Köln mit ihren Blumen und Arien. Wären da nicht der weise Platten-Horst und vor allem die zwei kleinen Mädchen, um die Krüger sich kümmert. Schade daß die Autorin die unemotionale Art zu berichten durchgehalten hat und somit dem Leser die meisten Erlebnisse Krügers mit den Kindern und seine innere Wandlung vorenthalten hat. Dafür hat sie den Roman mit soziologischen und statistischen Analysen gewürzt. Trotzdem ein lesenswertes Buch!

Lesen Sie weiter

Unbedingt lesen!!!!

Von: Aishee

11.04.2019

Ich habe diesen emotionalen Roman verschlungen. Die Geschichte um Marie und Fabian Krüger, deren Ehe am Tod des gemeinsamen Sohnes, an der Arbeitslosigkeit und der Tristesse des Alltags zerbrochen ist. Der kauzige, aber doch sympatische Fabian Krüger, der sich durch sein Leben kämpft. Abgestumpft und müde, der sich aber dann auf die beiden kleinen Schwestern Joana und Nele einlässt, ihnen bei den Hausaufgaben hilft und sich um sie kümmert. Und dadurch wieder neue Hoffnung schöpft und Lebenssinn findet. Und Marie, die mit ihrer Vergangenheit und psychischen Problemen kämpft. Und das alles in einer Welt, in der Hoffnungslosigkeit, Armut , Kriminalität und soziale Verwahrlosung verherrscht. Menschen, die sich trotz aller Umstände in schwierigsten Situationen umeinander kümmern und voller Liebe und Zuversicht sind. Ich konnte diesen Roman gar nicht mehr aus der Hand legen, so sehr hat mich diese Geschichte in ihren Bann gezogen. Ganz nach meinem Geschmack. Absolut lesenswert!

Lesen Sie weiter

Hier meine Rezension zu: Die Schwestern von Marzahn...Vom Leben Ganz Unten Aus dem @ludwigverlag Von der Autorin...Christiane Tramitz. Wer kennt sie nicht...die Plattenbauten aus Berlin? Wenn nicht persönlich...dann vom hören sagen...oder aus dem TV. Hier gibt es viele Einzelschicksale. So auch das Schicksal von Herrn Krüger...und den Geschwistern..mit den dunklen Haaren. Eine Tragödie...nach der anderen bei Herrn. Krüger. Kummer...Leid...Tod...alles ist dabei. In den Plattenbauten...sind die Menschen ganz unten abgekommen. Es gibt nur wenige Freundschaften. Kaum einer weiß was von dem anderen...außer die Frau...die alle 5 Minuten aus dem Fenster schaut...aber das entscheidende nicht mit bekommt. Herr Krüger hat seine eigenen Sorgen...doch er freundet sich...mit den beiden Geschwistern Ndunges an. Langsam kehrt wieder Zuwendung und Beschützerinstinkt...in sein Herz ein. Er kocht für die Kinder...deren Mutter...anscheinend ...nie zu Hause ist...weil sie viel arbeiten muss. In seiner schroffen Art...vergrault er die Kinder. Er besinnt sich...und möchte...mit der Erfüllung...ihrer Herzenswünsche der beiden...um Entschuldigung bitten. Als er sie nicht findet...erfährt er die Wahrheit...gerade von einer Person..von der er gar nichts hält...und von der er...am allerwenigsten eine Antwort erwartet hätte. Wird er sich ändern...und seiner Liebe...zu seiner Frau Marie erinnern...die schon lange fort ist? Wunder können geheilt werden...wenn sich wie hier...die Menschen...um einen kümmern. Sehr schön geschrieben...so das man...immer weiter lesen möchte.

Lesen Sie weiter

Einmal Berlin Marzahn und zurück

Von: Till

07.04.2019

Vorerst, ich muss ehrlich sein, ich habe das Buch nur zu einem Drittel gelesen. Die Geschichte von Krüger, einem arbeitslosen Mann der inmitten eines Wohnblocks im Stadtteil Berlin Marzahn wohnt, fängt ganz amüsant an, wie er die beiden jungen Mädchen zum ersten mal im Treppenhaus trifft, erst ablehnend, dann aber gutmütig zu ihnen ist. Krüger ist ein typischer Klischee Arbeitsloser, der seine triste Zeit absitzt und in Routinen verfällt. Die Mädchen bringen nun seinen Alltag durcheinander. Ich konnte das Buch nicht zu Ende lesen, da es total oberflächlich und gespickt mit Klischees ist. Zudem stören die Kapitel, der Missionsschwestern, welche zwischen den Kapiteln von Krügers Geschichte integriert sind, den Lesefluss. Meines Erachtens wäre es ohne die Zwischengeschichten der Missionsschwestern besser gewesen. Das Buch wirkt wie eine Fernsehsoap mit Szenen- und Personenwechsel. Mir war die Geschichte dann zu langweilig und zu primitiv. 2 Sterne für den guten Beginn und die Idee der Geschichte. Das Cover ist ansprechend gestaltet und lädt ein das Buch zu erwerben.

Lesen Sie weiter

Empfehlenswert

Von: Elisabeth Marchewka aus Berlin

29.03.2019

Das Buch sollte man bis zum Ende gelesen haben, erst dann erschließt sich der Leserin der ganze Bogen der Geschichte. Fabian Krüger und seine Frau Marie als Figuren finde ich sehr real und gut beschrieben - was sich im Laufe ihres Lebens entwickelt hat, welch dunkle Geheimnisse auf ihnen lasten, wodurch sie geprägt und völlig eingegrenzt wurden. Lange Zeit und allein war es ihnen nicht möglich, ihre Situation zu verändern und ihr Leben anders zu gestalten. Es brauchte sehr viel Geduld und viele Begegnungen mit den beiden Ordensschwestern, die in Marzahn eine Beratungsstelle haben, bis Marie ihre ganze Geschichte erzählt und auch begreift und verarbeiten kann. Mein Eindruck ist, dass es der Schriftstellerin darum ging, die soziale Not zu beschreiben. Was davon auf Marzahn zutrifft, ist auch in anderen großen Städten und Ballungszentren Realität. Und doch ist es ein speziell geprägter Bezirk, so ist der Untertitel wohl als Hinweis auf das Anliegen von Christiane Tramitz zu verstehen. Und doch es ist eine Geschichte, die auch Hoffnung macht, was an Veränderungen im Leben von Fabian und Marie möglich ist, wie sich manches zum Positiven entwickeln kann. Hoffnung geben und sich dafür engagieren, dass Menschen Heilung erfahren können, ihrem Leben einen Sinn geben und es selbstbestimmt gestalten können, - das ist das Anliegen.

Lesen Sie weiter

Spannend, berührend, lesenswert!

Von: Thekla Schoenfeld aus Berlin

26.03.2019

Ein Buch, das berührt und zu Herzen geht! Nicht nur wegen der menschlich nah gehenden Geschichte der zwei Mädchen, die auf sich allein gestellt sind und eines Herrn Krüger, der selbst nichts hat und sich ihrer annimmt – besonders berührt mich die Lebenskraft, die mehr und mehr in den Menschen wächst, die durch Schicksalsschläge verschiedener Art „ganz unten“ gelandet sind. Aus der Perspektive der kleinen Leute geschrieben, die in Marzahn und auch an vielen anderen Orten leben könnten, wird man beim Lesen mitgenommen in ihr tägliches Leben und Überleben, und man erfährt von kleinen Zeichen der Freundschaft und des Zusammenhalts, die große Bedeutung haben. Das weitet den Horizont und fragt unausgesprochen auch die "Wohlstandskultur" an, die den Blick für die Menschen am Rand verliert... Und es tut gut, von Menschen zu lesen, die andere in ihren Sorgen und Nöten nicht allein lassen, die zuhören und mit ihnen gehen. Die ihre Zeit teilen und anderen den Rücken stärken. Das macht Mut, danke!

Lesen Sie weiter