Leserstimmen zu
Die Schwestern vom Ku’damm. Jahre des Aufbaus

Brigitte Riebe

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Friedrich Thalheim und seine schöne Frau Alma, führen ein elegantes Modehaus auf dem Berliner Ku'damm. Doch das Dritte Reich bringt Verderben. Bei einem Autounfall kommt Alma ums Leben, und hinterlässt die älteste Tochter Rieke und die Zwillinge Oscar und Silvie. Sohn Oscar verschwindet während des Krieges an der Front und die Familie bangt und hofft. Mit der lebensfrohen jüngeren Französin Claire hat Friedrich eine weitere Tochter Flori bekommen, die ebenso herzlich von den älteren Geschwistern aufgenommen wird, wie Claire. Kurz vor Kriegsende wird auch Friedrich zum Arbeitsdienst eingezogen und wird anschließend interniert. Der Zusammenhalt der Familie und der Wiederaufbau des Geschäfts liegt in der Hand der Frauen. Jede von ihnen leistet ihren Beitrag, je nach ihren Fähigkeiten und Geschick. Zum Glück ist eine größere Mietswohnung von ihnen unversehrt geblieben, da die Nazimieter Hals über Kopf flohen, denn ihre Villa wird erst von den sowejtischen, dann von den amerikanischen Alliierten besetzt. Durch die Straße irrend trifft Rieke ihre jüdische Kindheitsfreundin Miriam, die Tochter der Maßschneiderin des Modehauses, der selbst das Nähen und die raffinierten Schnitte im Blut zu liegen scheinen. Mit ihr und zwei geretteten Nähmaschinen kann es endlich aufwärts gehen! Die Zeiten sind schwierig und Anpassungsvermögen gefragt, jede bewältigt die Probleme auf ihre Art, doch allzu oft macht ihnen das Herz einen Strich durch die Rechnung. Dies ist der erste Roman für Erwachsene seit Langem, in dem die Personen es geschafft haben, mein Herz zu erobern und mich zu berühren. Es ist nicht nur ein interessanter und abwechslungsreicher Einblick in den deutschen Wiederaufbau, den ich nur aus Erzählungen, hauptsächlich meiner Oma kenne, es sind die Schicksale dreier widersprüchlicher Schwestern und ihrer Mütter, die mir in Kopf und in die Seele dringen. In diesem Band steht eindeutig die älteste Schwester Rieke, eigentlich Ulrike Helene im Mittelpunkt, doch auch ihr nicht ganz unkompliziertes Verhältnis zu ihrer plötzlich verstorbenen Mutter und ihrer Schwester Silvie. Silvie die Strahlende, die Temperamentvolle, der die Männer mit ihrer betörenden Stimme und ihrer natürlichen Sinnlichkeit zu Füßen liegen, die Lebenslust ausstrahlt und gewitzt auf dem Schwarzmarkt handelt. Doch zeigt sie auch ihre verletzliche Seite, ihre Unsicherheiten, gerade auch, was ihre Liebe und ihre Lebensentscheidungen betrifft. Das Verhältnis zwischen ihr und Rieke ist herzlich, aber nicht ungetrübt. Irgendwie vergleichen sich die zwei doch stets. Rieke ist die kluge, die besonnene, auf die alle vertrauen und sich verlassen können. Sie trifft die vorausschauenden Entscheidungen, während der Vater inhaftiert ist. Flori ist zu Beginn der Geschichte erst zwölf Jahre alt und hat sich noch nicht selbst gefunden, sie braucht die Jahre des Aufbaus, um sich selbst zu definieren. Miri ist für Rieke dabei eine enge Vertraute und irgendwie eine Schwester, denn ihr vertraut sie rückhaltlos alles an. Sie ist verschwiegen und steht den Thalheims stets zur Seite, aber ganz ohne Konkurrenz. Sie gibt und nimmt Hilfe in einer bewundernswerten Natürlichkeit. Auch wenn es nur 3 Thalheim-Schwestern gibt, gehört sie doch dazu, ebenso wie Claire, die zwar älter ist als Rieke, aber nie die Rolle der Stiefmutter übernimmt, sondern einfach Vertraute und Familienmitglied ist, irgendwas zwischen den gängigen Rollenbildern. Die Frauen nehmen einander wie sie sind. Das finde ich unglaublich positiv und gerade in den Zeiten der Unsicherheit durch Corona empfinde ich diese Geschichte über Wiederaufbau und Neubeginn trotz Rückschlägen und Enttäuschungen als ungemein positiv und ermutigend. Die Thalheims sind trotz schwerer Zeiten privilegiert, denn sie haben immerhin eine Wohnung mit mehren Zimmern, auch wenn sie oft hungern und frieren müssen. Eine eigene Wohnung war in den Zeiten der extrem kalten Winter mit Kohlemangel und heißen trockenen Sommer nach dem Krieg ein Geschenk Gottes, die Frauen der Familie sind unversehrt, auf die Männer gilt es zu hoffen. Doch sie wurden nicht vertrieben und haben in guten Zeiten vorausschauend vorgeplant und auch an schlechte Zeiten gedacht. Der Wiederaufstieg fällt ihnen nicht in den Schoß, es ist harte Arbeit und Geschick. Das ist wirklich interessant, aber das Besondere sind für mich wirklich die Persönlichkeiten. Diese finde ich famos von Anna Thalbach interpretiert, auch wenn ich finde, dass sie mir ihrer ausgesprochen markanten Stimme mehr nach Silvie, als nach Rieke klingt. Das stört mich aber nicht, da neben Rieke Silvie immer eine sehr bedeutende Rolle zukommt und Anna Thalbach als waschechte Berlinerin die Berliner Schnauze perfekt beherrscht. Als Tochter einer Schauspieler-Dynastie beherrscht sie für mein rheinisches Gehör ebenso den schweizer Anwalt ihres Großvaters, sowie die diversen feurigen Italiener, die den Lebensweg der Familie kreuzen. Für mich klingt es einfach authentisch. Vor allem aber habe ich Anna Thalbach sehr gerne zu gehört. Sie vermag es mit ihrer Stimme zu fesseln, auch wenn ich mich von ihr am Schluss etwas verraten gefühlt habe, als die Triologie mit einem emotionalen Paukenschlag endet und ich nun der Fortsetzung aus Sicht von Silvie, gelesen von Stefanie Stappenbeck und dem am 27.4. erscheinenden 3. Band aus Floris Sicht gelesen von Anna Fischer, entgegenfiebere. Absolut hörenswert! Ich bedanke mich ganz herzlich bei Randomhouse Audio für mein heißgeliebtes Rezensionsexemplar. #zuhausehören #hörbuchliebe #stayathome #youarenotalone #buchladenliebe #dieschwesternvomkudamm #brigitteriebe #fürsherz #positiv #hörbuchblogger #berlin #diefünfziger

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Ich habe es getan: ich habe mir ein Probemonat bei Audible Hörbuch gegönnt und mir unter all den Angeboten „Die Schwestern vom Ku’damm“ ausgesucht. Warum ich gerade zu dem Hörbuch gegriffen habe? Der Klappentext klang sehr interessant, die Nachkriegszeit interessiert mich von Thema her und ich habe mich bereits einmal von einem Roman der Autorin begeistern lassen. Worum geht es in dem Buch? Berlin, Mai 1945: Die Stadt liegt in Trümmern. Auch das Kaufhaus Thalheim ist stark beschädigt. Da der Vater versehrt und der Bruder verschollen ist, müssen die drei Schwestern den Wiederaufbau selbst in die Hand nehmen. Rike, die Älteste, entpuppt sich als gewiefte Geschäftsfrau. Ganz anders die bildhübsche Silvie, die sich mehr für die Männer und das Vergnügen interessiert. Florentine, die Jüngste, hingegen entwickelt sich zum enfant terrible. Als ein dunkles Geheimnis zutage tritt, das ein unrühmliches Licht auf das Kaufhaus wirft, müssen die Schwestern erkennen, dass die Vergangenheit noch immer lebendig ist… „Jahre des Aufbaus“ ist der erste Teil der geplanten Trilogie und beschäftigt sich mit den Jahren 1932 (Prolog) und mit den Nachkriegsjahren 1945 bis 1951 und erzählt diese Jahre an Hand der Familie Thalheim. Von ihnen ist, nach dem Krieg, nur noch ein Teil übrig, aber dieser hält, trotz aller Widrigkeiten, fest zusammen. Man kann sagen, dass dieses Buch zweigeteilt ist, Zum einen enthält er viele interessante und wichtige Fakten aus der Nachkriegszeit. Es thematisiert das Thema Wiederaufbau, die Trümmerfrauen und den Schwarzmarkthandel. Den eisigen Winter nach Kriegsende und die Blockade von Berlin mit den Rosinenbombern. Es bringt uns die Besatzermächte mit all ihren Handlungsweisen und Entscheidungen näher; die Verzweiflung, Angst und Wut der Bevölkerung. Dieser Teil ist, meines Erachtens sehr gut recherchiert, allerdings wirkt er zumeist sehr übermächtig. Der zweite Teil ist die Geschichte der Familie Thalheim, die in die Fakten nur Nachkriegszeit eingebettet ist. Hier spielt Ulrike Thalheim, die älteste Tochter der Familie und von allen nur Rike genannt, die Hauptrolle. Rike ist eine sehr taffe junge Frau, die das Zepter nach dem Krieg fest in der Hand und damit die Familie zusammenhält. An manchen Stellen wirkt sie dadurch sehr selbstgefällig und kommt auch arrogant rüber, was aber meiner Sympathie für sie keinen Abbruch tut. Das Familiengeheimnis, was zutage kommt, war für mich als Zuhörer keine Überraschung. Irgendwie hatte ich genau damit schon gerechnet, habe aber auch immer noch auf eine zweite Enthüllung gewartet, die mich nicht gewundert hätte, weil das irgendwie auch total gepasst hätte. Auch die Liebesgeschichte, die zwar sehr im Hintergrund spielte, war für mich so in der Konstellation keine Überraschung. Teilweise wirkten einige sehr konstruiert, zu gewollt, brachten aber die Geschichte immer wieder ins Laufen. Was mich ein wenig genervt hat, waren die italienischen Passagen. Ein Großteil der italienischen Sätze wird zwar übersetzt, aber dennoch empfand ich das als störend. Wenn ich das Buch gelesen hätte, ich glaube diese Passagen hätte ich übersprungen. Brigitte Riebe hat aber auch mit Friedrich Thalheim und seinem Bruder Karl; mit Florentine und Claire, und mit Silvi und Miriam Charaktere geschaffen, die alle ihre Ecken und Kanten haben. Alle haben gute Gründe, genau so zu handeln wie sie es tun und man nimmt ihnen ihre Taten und Äußerungen von Anfang an ab. Auch wenn es mir sehr gut gefallen hat, Rike durch die Nachkriegsjahre zu begleiten, freue ich mich sehr auf den zweiten Band der Reihe, indem Silvie die Hauptrolle spielen wird. Auf ihr Buch, ihre Geschichte bin ich sehr gespannt. Wie wird es mir ihr und ihrer Liebe, ihren Schwestern und dem Kaufhaus wohl weitergehen? Von mir bekommt die Geschichte, die mich größtenteils fesseln konnte, die an manchen Stellen aber auch vorhersehbar und hin und wieder wie ein Lehrbuch herüber kam, 3,5 von 5 möglichen Sternen. Da es ein Hörbuch war, hier noch ein paar Worte zur Sprecherin. Anna Thalbach ist eine wunderbare Erzählerin. Sie hat mich förmlich durch das Buch getragen. Ihre unverwechselbare Stimme, die Wärme in ihr und ihre Art, auch den anderen Personen Leben einzuhauchen, hat mich fasziniert und begeistert. Auch die Art und Weise, den Dialekt der Schweizer einfließen zu lassen und das melodische der italienischen Sprache gekonnt auszusprechen, war sehr gelungen. Der Sprecherin gebe ich 5 von 5 möglichen Sternen – und somit bekommt das Buch, wenn ich beide Werte zusammennehme und durch 2 teile – aufgerundete 4 von 5 Sternen.

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Aus Zeitgeschichte wird allmählich Gesichte. Und der Historische Roman entdeckt mehr und mehr die Nachkriegszeit. Die Schwestern vom Ku`damm sind ein weiteres Werk der erfolgreichen Autorin Riebe, die in ihrer Kurzbiographie schon im ersten Satz darauf hinweist, dass sie promovierte Historikerin ist. Und daher muss sie sich gleich in zwei Professionen messen lassen. Die Handlung des beliebten Hörbuchs ist schnell umrissen: Die in der Weimarer Republik mit einem Kaufhaus erfolgreiche Familie Thalheim steht nach Ende des Zweiten Weltkriegs vor den Trümmern ihrer Existenz. Die Töchter Rieke, Silvie und Florentine sowie der Vater Friedrich sind entschlossen, ihr Modehaus in altem Glanz wieder erstehen zu lassen. Kein leichtes Unterfangen im zerstörten, besetzten und geteilten Berlin. Lebensmittelknappheit, Naturalwirtschaft, die Entnazifizierung und einige Schatten der Vergangenheit bestimmen den Alltag. Erst die überraschende Nachricht eines Verwandten eröffnet der Familie Thalheim neue Möglichkeiten. Ein Wirtschaftswunder bahnt sich an – während die Schicksale der einzelnen Familienmitglieder ihren Lauf nehmen. In diesem Hörbuch steht Rieke im Focus, die Schwestern folgen in den nächsten Bänden. Brigitte Riebe bietet dem Hörer eine Masse an historischen Informationen. Jedes Buzzword, das dem geschichtlich Bewanderten zur unmittelbaren Nachkriegszeit in den Sinn kommt, fällt zuverlässig. Das ist verdienstvoll, ein freiwillig umgesetzter Bildungsauftrag. Der Hörgenuss könnte noch größer sein, wenn die Schriftstellerin Riebe das historische Material stärker in den Plot verwoben hätte. Ja, die Währungsreform in den Westzonen wird in der Handlung geschickt eingesetzt, doch genau davon wünscht man sich mehr. Damit könnte der Roman an große Vorbilder wie Der Medicus oder Das Parfum anschließen. So aber gehört Die Schwestern vom Ku`damm zum Beispiel in eine Reihe mit Charité von Ulrike Schweikert. Eine Fülle an interessanten Daten, Personen, Ereignissen, die neben der Handlung bestehen, statt mit ihr ein Gesamtgemälde zu bilden. Dennoch: Es wird spannend sein zu hören, wie es weitergeht. Echt knorke ist Anna Thalbach, die mit großer Wandlungsfähigkeit den einzelnen Charakteren Leben einhaucht und richtig dufte berlinert!

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Berlin Mai 1945. Die Stadt liegt in Trümmern und die gefürchteten Russen stehen vor der Tür. Familie Thalheim ist ist in alle Winde verstreut. Während die Frauen sich in einem Keller versteckt halten, wurde Vater Thalheim zum letzten Aufgebot eingezogen und Sohn Oskar befindet sich irgendwo an der russischen Front. Das ehemals hochherrschaftliche Kaufhaus liegt in Trümmern. Und trotzdem macht sich leise Hoffnung auf eine bessere Zukunft breit. Im weiteren Verlauf der Geschichte begleitet der Leser vor allem die älteste Tochter Rike durch die turbulenten Nachkriegsjahre zwischen Hungerwintern, Rosinenbombern und der Währungsreform. Aber auch Familie Thalheim ganz privat muss einige heftige Turbulenzen überstehen. Dieses Hörbuch (leider in der gekürzten Form) hat mich ab der ersten Sekunde gefesselt. So spannend und lebensnah werden die ersten Berliner Nachkriegsjahre erzählt. Klar, den Hintergrund kennt man aus dem Geschichtsunterricht, aber es berührt einen so viel mehr, wenn man anhand persönlicher Schicksale liest, wie das z.B. damals zu Zeiten der Versorgung Westberlins durch die Westmächte aus der Luft war. Wie stark sich die Westberliner einschränken mussten, um mit wenigen Stunden Strom am Tag zu überleben. Und wie sehr dadurch der Zusammenhalt gewachsen ist. Bei Anna Thalbach als Sprecherin war ich zunächst skeptisch, da die Thalbach-Damen bekanntermaßen etwas spezielle Stimmen haben. Hier war ich jedoch positiv überrascht, denn Anna Thalbach hat nur selten einen etwas übertriebenen Berliner Dialekt ausgepackt und ansonsten ganz wunderbar gelesen. Die Geschichte der Familie Thalheim wurde äußerst mitreißend erzählt. Hinzu kommt, dass die Charaktere wie z.B. die ernsthafte Rike und ihre beiden viel wilderen und unsteten Schwestern wunderbar herausgearbeitet wurden. An der Stelle muss ich erwähnen, dass mich besonders Vater Thalheim als typischer Mitläufer unter dem Nazi-Regime, der nach 1945 innerhalb kürzester Zeit eine wahnsinnige Anspruchshaltung entwickelt hat, sehr aufgewühlt hat. Weil ich mich gefragt habe, wie man so sein kann. Ohne jegliches Schuldbewusstsein. Am 23.07.2019 geht es weiter mit “Wunderbare Zeiten”, dem zweiten Teil der Reihe. Darauf freue ich mich jetzt schon sehr, denn ich möchte unbedingt mehr über das Schicksal der Familie Thalheim erfahren.

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Von: Erna Igel aus Flachslanden

22.11.2018

Urlaub, viele Strecken über 2-4 Stunden, und dann diese ergreifende Geschichte, wie sie zu vielen passiert sein müssen. Spannung, Mitfühlen, Mitfreuen, einfach super von Frau Thalbach erzählt ! Am Liebsten wäre ich immer weiter gefahren, Danke !!

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Macht Lust auf mehr

Von: Trixi Reichardt aus Monschau

05.11.2018

Von der ersten Seite an fesselnd, gut recherchiert, dicht und spannend geschrieben. Habe das Buch nicht mehr aus der Hand gelegt. Rührend ohne auf die Tränendrüse zu drücken, humorvoll trotz der schlimmen Zeiten. Dieser erste Band macht Lust auf Band 2 und 3. Danke Brigitte Riebe.

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