Leserstimmen zu
Das Erbe

Ellen Sandberg

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Nachdem mich bereits „Der Verrat“ der Autorin als Hörbuch genossen hatte, freute ich mich sehr über ihren neuen Roman. Die Geschichte ist wieder sehr mehrschichtig. Protagonistin ist Mona, die sich von ihrem Mann trennt und überraschenderweise, von einer Tante, die sie eigentlich nur einmal richtig getroffen hat, ein imposantes Mietshaus im Herzen von München erbt. Von ihrer Mutter erfährt, dass dieses Erbe eine dunkle Geschichte umgibt. Mona, die ein starkes Helfersyndrom hat und von ihrer Familie oft als Gutmensch verspottet wird, beschäftigt sich näher mit ihrem Erbe. Der Hauskauf war nicht ganz ohne, denn dieser geschah in Zeiten des Nationalsozialismus und die Verkäufer waren Juden. In verschiedenen Handlungssträngen wird nun die Geschichte des Hauses und auch Monas Entwicklung zu einer unabhängigen Frau erzählt. Dabei gibt es noch weitere Nebenstränge, die mir manchmal etwas zu viel waren, aber die dennoch spannend sind. Die Autorin greift hier mehrere Themen auf: die Enteignung von Juden, Flucht/Tod Zweiter Weltkrieg, Mord, Verrat, Gier. Es hätten nicht so viele Themen sein müssen, denn dadurch verlieren die einzelnen Handlungsstränge an Tiefe und sie kommen etwas zu kurz. Die Charaktere sind etwas klischeehaft gezeichnet und handeln wenig überraschend. Dennoch ist es eine sehr spannende Geschichte und ich wurde gut unterhalten. Das Buch hatte für mich keine Längen, die Spannung wurde durch die gekonnten Wechsel der Handlungsstränge gut gehalten. Die Autorin kann sehr gut beschreiben, ohne dass es langatmig wirkt. Die Umgebung in München im Jetzt und auch in der Vergangenheit konnte ich mir sehr gut vorstellen. Gelungen ist ihr dabei die Beschreibung wie sich das Verhältnis zu den jüdischen Nachbarn langsam gewandelt hat, von normaler Nachbarschaft, zu kritisch beäugen, zu denunzieren und schließlich zu Verrat und Mord. Ich konnte richtig mitleiden. Die Geschichte in der Jetztzeit war auch spannend, da gingen mir nur die Charaktere nicht so nah, weil sie einfach zu einseitig und übertrieben gezeichnet waren. Ich würde dennoch dieses Hörbuch empfehlen, da es sehr gut unterhält. Es beinhaltet viele Themen, Familiengeschichte, Krimi, Liebe. Auch der Sprecher ist sehr angenehm und spricht zum Glück die überzeichneten Charaktere nicht übertrieben.

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Spannend

Von: Diebecca

20.08.2020

In dem Buch Das Erbe von Ellen Sandberg geht es um Mona, die von ihrer Großtante Klara ein großes Haus in München vermacht bekommt. Mona versteht nicht, als sie erfährt, dass Klara meint, sie würde das richtige damit machen. Doch sie kommt einer Intrige auf die Spur, die sich um die Vergangenheit des Hauses rankt.  Im Jahr 1938 hat Klara ein Gespräch zwischen ihrem Vater und ihrem Vermieter belauscht, dabei geht es um die bestehende Auswanderung und ein geheimes Abkommen. Der Titel weckt Interesse, was wohl hinter dem Erbe steckt? Das Cover hat tolle Farben. Das Buch lässt sich flüssig lesen, es wird abwechselnd aus der Vergangenheit und der Gegenwart erzählt. Die Familie spielt in diesem Buch eine große Rolle. Der zweite Weltkrieg wird thematisiert. In diesem Zusammenhang ein ganz besonderes Thema, doch ich will nicht zu viel verraten, sonst braucht ihr ja das Buch nicht mehr zu lesen. Die Nachforschungen im Zusammenhang mit dem Haus und dem geheimen Abkommen von damals stehen im Mittelpunkt des Buches. Mona ist eine bemerkenswerte Frau, hierbei geht es um die Moral und das Gewissen. Auch das Geld spielt eine große Rolle und was es mit uns macht. Ein wahnsinnig spannendes Buch mit einem ungewöhnlichen Thema, das auch zum Nachdenken anregt.

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In ihrem Spannungsromane "Das Erbe" lässt Ellen Sandberg ein Stück deutscher Geschichte lebendig werden. Sie thematisiert die Enteignung der jüdischen Bevölkerung im Dritten Reich und verpackt dies sehr bildgewaltig in eine packende Familiengeschichte. Auch dieses Buch von Ellen Sandberg hat mich wieder gefesselt. Wir lernen Mona Lang kennen, einen hundertprozentigen Gutmenschen, die vollkommen überraschend von ihrer Großtante Klara ein großes Jugendstil-Mietshaus - das sogenannte Schwanenhaus - erbt. Klara hatte dieses Haus von ihren Eltern hinterlassen bekommen. Das Schwanenhaus berherbergt zwölf Mietswohnungen und eine Gewerbefläche. Das unerwartete Erbe ruft natürlich Neider auf den Plan - ganz vorne ihre eigene Familie, die alle ein Stück vom Kuchen haben möchten. Mona stößt im Tagebuch ihrer Oma auf einen ihr rätselhaften Eintrag und beginnt sich mit der Geschichte des Hauses zu beschäftigen. Sie stellt Nachforschungen an und erfährt, dass die früheren Eigentümer Juden waren. Welches Geheimnis rankt sich um das Schwanenhaus? Ist bei dem damaligen Kauf des Hauses alles mit rechten Dingen zugegangen? Klebt womöglich Blut an diesem Haus? Dies führt uns zur zweiten Erzählebene, die im Jahre 1938 beginnt. Klara Hacker und die Jüdin Mirjam Roth sind von klein auf beste Freundinnen. Ihre Freundschaft wird durch die aufkommende antisemitische Stimmung auf eine harte Probe gestellt. Schließlich planen die Roths Deutschland in Richtung Amerika zu verlassen. Das Schicksal beider Familien zu verfolgen, macht die Schrecken der damaligen Zeit sehr lebendig. Und das unaussprechliche Leid, aber auch das Netz aus Habgier, Neid und Lügen macht sehr betroffen. In dieser Geschichte überwiegen die unangenehmen und unsympathischen Protagonisten, was aber einfach der Thematik geschuldet ist. Und auch diese Charaktere sind wie alle anderen von Ellen Sandberg fantastisch gezeichnet. "Das Erbe" ist ein spannender Roman, den ich sehr gerne weiter empfehle.

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Ein bemerkenswerter Familienroman und eine grandios erzählte Geschichte über Vergangenheitsbewältigung. Viele Personen sind teilweise richtig klischeehaft, teilweise sogar grotesk dargestellt. Aber warum auch nicht. Es ist schließlich ein Roman und kein Tatsachenbericht. Ein Thema, das zum Nachdenken anregt. Beim Lesen habe ich mich mehrmals gefragt, wie ich wohl reagieren würde, wäre ich in dieser Situation. Man ist hin- und hergerissen und überlegt, ob die Protagonistin naiv oder einfach nur dumm ist. Auf jeden Fall ein sehr spannend geschriebenes Buch. Es hätte doppelt so viele Seiten haben können.

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Unter Ihrem Pseudonym hat Autorin Ellen Sandberg einmal mehr eine tolle spannende Geschichte zu Papier gebracht. Der Handlungsstrang zieht stet wechselnd seine Kreise von 1938 bis in die heutige Zeit. Die Kapitel sind kurzweilige und der stete Wechsel erfordert ein klein wenig Konzentration. Klara wächst im 3. Reich mit Ihren Eltern wohl behütet in München auf. Die mit der Familie befreundeten Juden sind gleichzeitig die Vermieter der Familie Hacker und somit Besitzer des edlen Schwanenhauses inmitten Münchens. Der Sprung zu Mona, einer Enkelin von Klara Hacker im Jahre 2018 erscheint erst im Laufe der Geschichte plausibel. Gleiches gilt für die dritte Protagonistin Sabine, deren Verbindungen zu Klara, Mona und den anderen Akteuren sich zunehmend deutlicher herauskristallisiert. Mona, die Erbin des Schwanenhauses, wird sehr sorgfältig charakterlich skizziert und somit auch ihre Wesenszüge und Verhaltensweisen rund um die Geschichte dieser Erbschaft nachvollziehbar. Das an dieser Erbschaft im Wortsinne Blut klebt und der Roman auch eine kleine Reise in die düstere Vergangenheit deutscher Geschichte ist, sollte nicht unerwähnt bleiben. Stet bleibt dabei der Stil von Ellen Sandberg aber zurückhaltend sachlich, niemals anklagend oder gar wertend. Dem Leser sei empfohlen, sich die Charaktere und Namen der vielschichtigen Geschichte gut zu merken – scheinbar völlig „fremde“ werden im Laufe des Plots zunehmend zu völlig nahestehenden der Hauptdarsteller. Wer hier den Anschluss verliert, hat wenig Chancen den gesamten Kontext in seiner Spannung zu erfassen. Das Erbe ist für Mona eine schwere Last, aber auch Sabine und ihr Bruder sehen sich – zunächst scheinbar völlig unberechtigt – im Verlauf der Story als anspruchsberechtigt. Das das liebe Geld auch innerhalb scheinbar intakter Familien zu Verwerfungen führen kann, ist eine der (wenig überraschenden) Lehren dieses Buches. Spannend bleibt es dennoch bis zum (für manchen vielleicht überraschenden) Ende. Ellen Sandberg gelingt es über 501 Seiten sehr gut, die Erzählung lebhaft zu halten, den jeweils richtigen Zeitpunkt für den Rück- oder Vorsprung in eine andere Epoche zu legen und alle Beteiligten authentisch zu präsentieren. Durch die geschickten Verknüpfungen der Akteure miteinander, sei es der sympathische Hausverwalter Sander, Klaras langjährige Mieterin und Freundin Adele, den hintertriebenen Timon oder auch nur die beste Freundin von Mona, und eine kurzweilige Zeitreise über 80 Jahre Familiengeschichte ist das Buch ein sehr guter Pageturner für lange Abende. Fazit: sehr lesenswert, kurzweilig, spannend und auch ein kleiner gesellschaftlicher Spiegel für uns Deutsche sowie uns Menschen.

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Unrealistisch

Von: Linda aus Frankfurt

15.06.2020

Sorry, aber es ist einfach nicht nachvollziehbar, dass Mona sich weitaus mehr bewegt fühlt durch das Schicksal einer jüdischen Familie während des zweiten Weltkriegs, als durch die Tatsachen, dass sie erfährt, ihr richtiger Vater sei nicht ihr Vater, sie sei bei einer Vergewaltigung gezeugt worden und noch dazu versucht ihre Schwester, sie umzubringen. All das bewegt sie weniger als das Schicksal von Mirijam und ihrem Sohn. Trotzdem 2 Sterne, da der Lesefluss gut ist und man das Buch recht schnell durchbekommt.

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"Das Erbe" von Ellen Sandberg war mein erstes Buch der Autorin. Mir hat der Schreibstil sehr gut gefallen und auch die Geschichte an sich war so gut, dass ich mit Sicherheit noch weitere Bücher von ihr lesen werde. Das Buch enthält drei Handlungsstränge. Mona, die im Buch als extremer Gutmensch dargestellt wird, erbt von ihrer Tante im Jahr 2018 ein großes Haus in München mit dem Vermerk "Mona wird das richtige tun". Klara hatte das Haus ebenfalls von ihrem Vater geerbt, der es zu Beginn des zweiten Weltkrieges vom jüdischen Besitzer und Freund Roth gekauft hatte. Man erfährt über die Zustände im damaligen Deutschland und die Judenverfolgung und nicht nur Mona fragt sich ob der Kauf des Hauses rechtens war- und sei es nur moralisch. In einer weiteren Erzählebene geht es um Sabine, die durch ein Tagebuch ihrer dementen Oma die Wahrheit über ihre Herkunft erfährt und Mona das Erbe nun streitig machen möchte. Monas Probleme mit Eltern und Geschwistern ist auch Thema, ist aber unwichtig. Die Freundschaft zwischen Klara und ihrer jüdischen Freundin Mirjam hingegen um so mehr. Das Buch hat mich gefesselt und einmal mehr ist man entsetzt über die Verbrechen der Nationalsozialisten. Es bleibt bis zum Schluss spannend ob Mona im Sinne von Klara richtig entscheiden wird - wie sie mit dem Erbe umgeht.

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Nachdem mich "Die Vergessenen", das erste Buch der Autorin unter ihrem Pseudonym Ellen Sandberg absolut überzeugen konnte, hat mich ihr zweiten Roman "Der Verrat" danach etwas enttäuscht. Deshalb war ich umso gespannter, wie mir nun "Das Erbe" gefallen wird. Auch in ihrem dritten Buch lesen wir wieder auf zwei Zeitebenen und diesmal sogar aus drei Sichweisen. Es klingt alleridngs komplizierter, als es ist ;) Zuerst befinden wir uns in der Gegenwart und lernen Mona und Sabine kennen. Die Berliner Bauzeichnerin Mona, erbt völlig unerwartet von ihrer Großtante Klara ein Mietshaus in München. Nach der erst kürzlichen Trennung von ihrem langjährigen Freund verlässt sie den Norden Deutschlands, um sich ihr Erbe näher anzusehen. Mona zieht in die momentan freie oberste Wohnung des alten Stadthauses, das "Das Schwanenhaus" genannt wird und sich mitten im Zentrum von München befindet. Der kryptische Satz "Sie wird sicher das Richtige tun", den ihre Großtante im Testament hinterlassen hat, lässt Mona keine Ruhe. Sie beginnt Nachforschungen anzustellen. Bald entdeckt Mona, dass das gesamte Wohnhaus einst der jüdischen Familie Roth gehörte. Doch wie kam das Haus in den Besitz ihrer Tante? Im zweiten Handlungsstrang in der Gegenwart entdeckt Sabine ein Tagebuch ihrer dementen Großmutter, indem sie ein Familiengeheimnis niedergeschrieben hat. Es scheint, als wäre Sabine's Vater nicht der leibliche Sohn ihrer Großmutter gewesen. Neugierig geworden, beginnt auch Sabine nachzuforschen. Als Harz IV Empfängerin würde ihr eine reiche Verwandtschaft gerade recht kommen, denn die arbeitsscheue Sabine träumt von Luxus und Geld. Der dritte Handlungsstrang erzählt die Geschichte der jüdischen Familie Roth im Jahr 1938. Mirjam, die Tochter der Roths, ist mit Klara befreundet, deren Eltern eine Wohnung im Schwanenhaus gemietet haben. Als die Repressalien gegen die Juden immer schlimmer werden, entscheiden sich die Roths Deutschland zu verlassen. Jakob Roth und Klaras Vater unterzeichnen einen Vertrag, der verhindern soll, dass das Schwanenhaus den Nazis in die Hände fällt... Die Charaktere sind sehr lebendig beschrieben. Manche von ihnen sind jedoch etwas zu schwarz-weiß gezeichnet. Mona ist ein Gutmensch. Ihre Großzügigkeit gegenüber ihren Mitmenschen, die es nicht so gut getroffen haben, war auch einer der Trennungsgründe zwischen ihr und ihrem Freund. Als sie jedoch selbst an Geld kommt, melden sich alte Freunde und auch die eigene Familie, zu der sie kaum mehr Kontakt hatte. Für ihre Eltern und Geschwister war Mona immer das schwarze Schaf der Familie, doch der reiche Geldsegen in Form des Schwanenhauses, lassen sie das sehr schnell vergessen. Während Mona mit allerlei Forderungen konfrontiert wird, zerbricht sie sich vielmehr den Kopf, ob ihr Erbe überhaupt gerechtfertig und moralisch vertretbar ist..... Sabine ist das komplette Gegenteil von Mona. Geldgierig und kompromisslos. Ich fand sie etwas sehr überzeichnet und klischeehaft. Mirjam und Klara sind seit iher Kindheit befreundet, doch ihre Freundschaft wird durch die aufkommende antisemistische Stimmung immer schwieriger. Die Roths sind eine gebildete Familie, die das Unheil kommen sehen und Vorkehrungen treffen. Mirjam ist ein liebenswertes Mädchen. Ihr Schicksal hat mich sehr berührt. Nach "Die Vergessenen" widmet sich Ellen Sandberg einem weiteren dunklen Kapitel der deutschen Geschichte. Es geht um die Enteignung der Juden während des Nationalsozialismus und um die Entschädigungen der Überlebenden und ihrer Nachkommen, die oft noch bis in die Gegenwart ein Streitthema sind. Der Vergangenheitsstrang hat mir sehr gut gefallen. Der Gegenwartsstrang war mir manchmal etwas zu überzogen und manche Verhaltensweisen kratzten arg an der Glaubwürdigkeit. Hier kam wohl die Krimiautorin Inge Löhnig durch ;) Schon im letzen Roman waren die vorherrschenden Themen Neid, Moral, Rachsucht, Eifersucht und Verrat, die wir auch in "Das Erbe" wiederfinden. Die menschlichen Abgründe hinter der Fassade zeigt Ellen Sandberg auch diesmal wieder grandios auf. Der Spannungsbogen steigt bis zum Ende hin immer mehr an und bringt noch die eine oder andere unerwartete Überraschung. Fazit: Für mich war "Das Erbe" nicht so gut, wie "Die Vergessenen", aber besser als "Der Verrat". Ein spannender Roman über ein weiteres dunkles Kapitel deutscher Vergangenheit, dessen Vergangenheitsstrang mich mehr packen konnte, als die beiden in der Gegenwart. Und es bleibt auch hier die Frage: Wie hätte ich wohl gehandelt?

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