Leserstimmen zu
Haarmann

Dirk Kurbjuweit

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Der Kommissar und der Serienmörder

Von: Leseigel

26.03.2020

Die 1920ziger Jahre in Hannover. Kommissar Lahnstein wurde von Bochum nach Hannover versetzt. Seine einzige Aufgabe dort, er soll das Verschwinden mehrerer Jugendlicher aufklären. Man geht davon aus, dass sie ermordet wurden und es eine Verbindung zum Homosexuellenmilieu gibt. Das erschwert die Ermittlungen, weil Zeugen damit rechnen müssen, strafrechtlich verfolgt zu werden und die trauernden Eltern jeden Verdacht ihre Söhne betreffend von sich weisen. Lahnstein fühlt sich immer mehr überfordert. Zum einen machen seine Vorgesetzten Druck, die Presse wendet sich gegen ihn und er fühlt sich von seinen Kollegen nicht genügend unterstützt und nur mitleidig belächelt. Lahnstein hält Haarmann für den Mörder und setzt alles daran, ihn zu überführen. Doch wie weit darf er dabei gehen ? Das Buch dreht sich überwiegend um den ermittelnden Kommissar Lahnstein und seine Befindlichkeit. In so weit halte ich den Buchtitel für etwas irreführend. Lahnstein kämpft mit den Dämonen seiner Vergangenheit. Er war Pilot im 1. Weltkrieg, aber kein Held. Er hat seine Familie auf tragische Weise verloren. Bei den Ermittlungen sieht er sich mit seinen Ängsten, homosexuell zu sein, konfrontiert. Lahnstein beginnt alle Aspekte seiner Nachforschungen auf sich selbst zu beziehen. Im Gegensatz dazu schildert der Autor in knapper nüchterner Sprache das Verschwinden der Opfer. Haarmann als Person blieb für mich blass, obwohl der Autor Aktenauszüge aus seinem Leben einfügt. Das Buch liest sich dennoch spannend und hat mich in seinen Bann gezogen. Ich habe mit Lahnstein gelitten und war fassungslos ob Haarmanns Gleichgültigkeit gegenüber der Opfer. Die Pluspunkte des Romans liegen für mich in den Einblicken in die damalige Gesellschaft und die Zustände bei der Polizei, deren Arbeit mit geprägt war durch Vorurteile und politische Sympathien. Für mich ist das Buch nur bedingt ein Kriminalroman. Ich bin der Meinung, es ist eher Lesestoff für jemanden, der sich für den Zeitgeist von damals interessiert.

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Der Fall Haarmann

Von: Michi

26.03.2020

Der Fall von Haarmann ist der wohl spektakulärste deutsche Kriminalfall und deshalb wollte ich dieses Buch unbedingt lesen.Das Buch hat sich gut lesen lassen auch wenn es manchmal gestört hat das man soviel von der Geschichte des Ermittlers Lahnstein und dafür weniger über den Fall Haarmann erzählt hat.Ansonsten fand ich das Buch im großen und ganzen gut geschrieben. Sehr gut gefallen hat mir auch die Struktur des Romans. Jedes Kapitel beginnt und endet mit einer Geschichte bzw. einer Handlung aus der Sicht des Täters bzw. seiner Schwester. Das Cover passt gut zur Geschichte. Jeder der einen spannenden Krimi erwartet wird wahrscheinlich etwas enttäuscht sein aber für alle die etwas über die Geschichte von Haarmann lesen möchten ist es schon lesenswert.

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Zu wenig Haarmann

Von: Mimi85

25.03.2020

Ich muss leider sagen das ich von diesem Buch sehr enttäuscht worden bin. Den Titel "Haarmann" finde ich sehr unpassend denn im Grunde dreht sich gefühlt 95 % des Buches um Kommissar Lahnstein und seine Vorgeschichte die, im Grunde, nichts mit dem Fall an sich zu tun hat. Zwischendurch musste ich das Buch immer zur Seite legen da sich die Geschichte um Lahnstein teilweise zog wie ein Kaugummi. Der Schreibstil gefällt mir eigentlich sehr gut und auch das Cover macht Lust auf mehr. Gut fand ich das sehr auf die damalige Politische Situation eingegangen worden ist. Ich hätte mir ein bisschen mehr Hintergrundinformationen über Haarmann gewünscht. Schließlich ist er einer der bekanntesten deutschen Serienmörder.

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Der Totmacher

Von: Elame

24.03.2020

Hier wird einer der spektakulärsten Kriminalfälle Deutschlands erzählt. In den 1920er Jahren verschwinden in Hannover zahlreiche Jungs spurlos. Hat man es mit einem Massenmörder zu tun? Kommissar Robert Lahnstein aus Bochum ermittelt. Ein Katz- und Maus- Spiel mit dem mutmaßlichen Täter beginnt. Korruption, Prostitution und Homosexualität in der Zeit nach dem 1. Weltkrieg machen nicht nur dem Ermittler Lahnstein zu schaffen. Der Autor schreibt nicht nur über den Kriminalfall "Haarmann", sondern behandelt das Thema Deutschland in der Zwischenkriegszeit ausführlich. Das Buch wird aus drei unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Die Schreibweise empfand ich als anstrengend. Bei den Dialogen fehlen die Satzzeichen der wörtlichen Rede. In der Nähe von Hannover aufgewachsen und somit mit dem Fall Haarmann bekannt, hätte ich mir etwas mehr von dem Buch versprochen. Alles in allem ist es aber ein solider Kriminalroman.

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Der Haarmann

Von: Kurt Wanner

24.03.2020

Ein superspannendes Buch, obwohl ich noch nicht ganz fertig bin.

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Historische Ermittlungsarbeit

Von: Carolin_liest

23.03.2020

Im Hannover der 1920er-Jahre verschwinden Jungs, einer nach dem anderen, spurlos. Steckt ein bestialischer Massenmörder dahinter? Für Robert Lahnstein, Ermittler im Fall Haarmann, wird aus den Gerüchten bald schreckliche Gewissheit: Das Deutschland der Zwischenkriegszeit, selbst von allen guten Geistern verlassen, hat es mit einem Psychopathen zu tun. Lahnstein, der alles dafür gäbe, dass der Albtraum aufhört, weiß bald nicht mehr, was ihm mehr zu schaffen macht: das Schicksal der Vermissten; das Katz-und-Maus-Spiel mit dem mutmaßlichen Täter; die dubiosen Machenschaften seiner Kollegen bei der Polizei; oder eine Gesellschaft, die nicht mehr daran glaubt, dass die junge Weimarer Republik sie vor dem Verbrechen schützen kann. Ich habe mich schwer getan, in dieses Buch hineinzufinden. Das lag vor allem am zum Teil reduzierten sprachlichen Stil, der häufig in die Aufzählung von Substantiven oder Aneinanderreihung von Nebensätzen mündet. In der wörtlichen Rede werden keine Anführungszeichen verwendet, was recht irritierend zu lesen ist. Ich habe mich mit der Zeit mit diesen Gegebenheiten arrangiert, empfand es aber tatsächlich als anstrengend. Ich würde dieses Buch eher als historischen Spannungsroman und nicht als Krimi bezeichnen. Ich kannte den Serienmörder vorher nicht, aber durch den Titel ist ja schon klar, worauf das Ganze hinauslaufen wird. Insofern sind die spannenden Elemente an diesem Buch vor allem die Ermittlungsarbeit in einer politisch unruhigen Zeit unter widrigsten personellen Umständen. Vor allem im letzten Drittel drängt sich die Frage auf: Wie weit darf man gehen, um das Recht durchzusetzen und Sicherheit wiederherzustellen? Der Ermittler Lahnstein und seine persönlichen Probleme nehmen recht viel Raum ein. Einerseits fand ich das zum Teil redundant und unnötig, es hat die Spannung stellenweise herausgenommen. Andererseits trägt seine Hintergrundgeschichte zur Darstellung des Zeitgeistes entscheidend bei. Die Angst vor Strafen wegen (möglicher) Homosexualität, der Paragraph 175, schwingt immer mit. Dieses Milieu wird gut transportiert und auch, was die öffentliche Meinung hierzu war. Fazit: Insgesamt ein historischer Spannungsroman, der nicht nur den Serienmörder Fritz Haarmann, sondern auch den Zeitgeist der dunklen Seite der 20er Jahre mit politischen Unruhen und Armut auf interessante Art porträtiert. Der Schreibstil ist sicherlich speziell und gewöhnungsbedürftig.

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Hannover in den 1920er Jahren. Mit einer erschreckenden Regelmäßigkeit verschwinden Jungen. Gerüchte gibt es genug und so versucht der Ermittler Robert Lahnstein den Fall Haarmann aufzuklären. Doch bisher konnte man Haarmann nichts nachweisen. Lahnstein stösst auf Schweigen bei seinen Polizeikollegen und der mutmaßliche Täter fühlt sich unantastbar. Dazu kommen politische Spannungen, denn man traut in der Bevölkerung der jungen Demokratie nicht. So muss sich Lahnstein von Anfang an mit viel zu vielen Problemen herumschlagen, die seine Ermittlungsarbeit nicht gerade beschleunigen... Dirk Kurbjuweits neuester Roman befasst sich mit einem spektakulären Kriminalfall aus den 1920er Jahren, dem Fall des Serienmörders Fritz Haarmann. Präzise und nüchtern schildert er die Ermittlungen von Robert Lahnstein, der von Anfang an mit Hindernissen und Rückschlägen bei seiner Polizeiarbeit zu kämpfen hat. Das politische Zeitgeschehen und die Stimmung im Land werden dabei gut mit der Aufklärung des Falles verknüpft. Diese "Zeit zwischen den Kriegen" wird sehr authentisch und atmosphärisch dicht beschrieben. Ich empfinde das Buch dadurch nicht als reinen Kriminalroman, sondern auch als einen Roman, der ein gutes Stück Zeitgeschichte vermittelt. Das hat mir sehr gut gefallen. Auch die persönlichen Erlebnisse von Robert Lahnstein werden ausführlich geschildert. Das war mir an manchen Stellen fast zu viel, ich wäre lieber weiter beim Katz- und Maus-Spiel mit Haarmann geblieben. Denn diese Passagen sind absolut fesselnd und spannend, weil sie so realistisch und auf den Punkt genau und teils auch richtig heftig geschildert werden. Speziell am Buch ist der Schreibstil des Autors. Klar, pointiert und genau schildert er die Ereignisse. Durch das Weglassen von Satzzeichen bei den Dialogen muss man sich konzentrieren, damit man das Gesprochene dem jeweiligen Protagonisten zuordnen kann. Diese Art muss man mögen. Das war zu Beginn für mich doch recht gewöhnungsbedürftig, aber je weiter ich gelesen hatte, desto mehr fand ich gerade diese fehlende Abgrenzung zum Fließtext gut. Es passt zu den komplizierten Ermittlungen, finde ich. Insgesamt habe ich "Haarmann", gerne gelesen. Die Zeit in den Zwanzigerjahren des vorigen Jahrhunderts fand ich schon immer interessant und so hat mir dieser Kriminalroman unterhaltsame Lesestunden beschert.

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An der Leine

Von: wal.li

20.03.2020

In den 1920er Jahren verschwinden in Hannover junge Männer. Kommissar Robert Lahnstein kommt aus Bochum nach Hannover, um die Ermittlungen zu übernehmen. Sein Kollege Müller ist nicht sehr erfreut. Er steht politisch auf einem anderen Standpunkt als der Demokrat Lahnstein. Die Untersuchung gestaltet sich schwierig. Immer wieder werden junge Männer von ihren Eltern als vermisst gemeldet. Kommissar Lahnstein ist von seinen Erlebnissen im ersten Weltkrieg gezeichnet. Als Flieger hat er seiner Meinung nach nicht genug Abschüsse erzielt, was ihn dazu verleitet hat, in Erzählungen zu übertreiben. Außerdem werden seine Nächte von den Gedanken an seine Familie beherrscht. Im groben bekannt dürfte die Geschichte des Serienmörders Fritz Haarmann einem größeren Publikum seit dem Film „Der Totmacher“ sein. Dennoch ist das vorliegende Buch eine interessante Art, sich die Geschichte dieses sehr gestörten Täters in Erinnerung zu rufen. Lahnstein und sein Kollege Müller, der fast wie ein Gegenspieler wirkt, die politische Grundstimmung in den 1920ern, die auch einen Einfluss auf die Ermittlungen hat, das Milieu, in dem die Verbrechen angesiedelt sind. Etliche Spuren, selbst Informationen über die Vermissten scheinen nirgendwo hin zu führen. Und der Leiter der Ermittlungen hat mitunter genug mit seinen eigenen Problemen zu tun. Dennoch berührt ihn das Schicksal der verschwundenen Jungen und er gibt sein Bestes, um den Täter zu finden. Mit einer gelungenen Mischung aus Fiktion und Fakten vermag der Autor ein authentisches Bild über Leben und Stimmung in den 1920ern zu zeichnen. Logischerweise nutzt er dabei Quellen, die sich aus den originalen Aufzeichnungen speisen. Dennoch schafft es Dirk Kurbjuweit dem Thema einen eigenen Ton zu geben. Sein in Teilen unsicherer Ermittler, der jedoch mit aller Hartnäckigkeit ermittelt. Das politische Gefüge, das ahnen lässt, wie schwer die Welt nach dem ersten Weltkrieg mitgenommen ist. Und auch Lahnsteins Stellung in seiner eigenen Behörde. Man meint eine düstere Bühne zu betreten, in der es kaum eine Lösung des Falles geben kann. Allzu lange gibt es kaum belastbare Hinweise. Mit seiner ganz eigenen Stimmung eröffnet der Roman einen neuen Blickwinkel auf einen bekannten Fall, auf einen Täter, der in seiner Grausamkeit wohl nie verstanden werden kann.

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