Leserstimmen zu
Das Haus meiner Eltern hat viele Räume

Ursula Ott

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sprecht rechtzeitig miteinander!!

Flummi die Buchhandlung

Von: frauflummi aus Duisburg

11.06.2019

Früher oder später werden die Eltern alt. Sie kommen in der Wohnung nicht mehr alleine zurecht. Werden vergesslich oder krank. Brauchen Unterstützung und Betreuung. Und oft ist da das Elternhaus, in dem die Kinder groß geworden sind, das aber keins der Kinder haben will. Ursula Ott erzählt, welche Schwierigkeiten sich ihr gestellt haben und welche Lösungen sie gefunden hat: Kommunikation mit den Geschwistern, Umzug der Eltern, Ausräumen und Entrümpeln von Wohnung oder Haus, Vermietung oder Verkauf. Dieses schmale Buch ist zum Nachdenken, aber auch eine unterhaltsam geschriebene Handreichung; sehr praktisch orientiert, und mit vielen Tipps, wie man mit den Gegenständen umgehen kann, die keins der Kinder behalten möchte, die man aber auch nicht einfach wegwerfen will. Die Empfehlung für dieses Buch habe ich von einer Freundin bekommen. Deren über 80-jährige Eltern haben es allen drei Töchtern geschenkt. Das entspricht ganz dem Plädoyer von Ursula Ott: sprecht rechtzeitig miteinander!!

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Der Titel hat mich neugierig gemacht – stehen doch viele von uns einmal vor der Aufgabe, unser Elternhaus auszuräumen. Beschreibung des Buches: „Das Haus meiner Eltern hat viele Räume“ ist 2019 als Hardcover im btb-Verlag erschienen. Das Buch hat 189 Seiten. Auf dem Titelbild sieht man eine Umzugskiste, gepackt mit Kinderspielzeug. Kurze Zusammenfassung: Die Autorin Ursula Ott muss ihr Elternhaus räumen. Gemeinsam mit Schwester und Mutter hat sie entschieden, dass die Mutter in „Betreutes Wohnen“ in die Nähe der Schwester zieht und das Elternhaus verkauft wird. Über ihre Erfahrungen beim Ausräumen berichtet sie in diesem Buch. Mein Leseeindruck: Das Buch ist in 13 Kapitel unterteilt, dazu gibt es einen Epilog und einen Anhang mit nützlichen Tipps (von A – Z), wie und wo man am besten Möbel und andere Dinge entsorgen, verkaufen oder abgeben kann. Die Kapitel sind in sich abgeschlossen und behandeln meist ein Thema, wie z.B. „Von alten Bäumen und neuen Wurzeln“, „Aufstand in der Puppenstube“ oder „Ich tus für meine Kinder“. Das Buch ist somit nicht chronologisch aufgebaut, was mich zunächst etwas gestört hat. Die Autorin beschreibt ganz unerschrocken ihre Erlebnisse während des Ausräumens, Sortierens und ihre Eindrücke bei den Gesprächen mit ihrer Mutter. Ursula Ott erzählt nicht nur von ihren Fundstücken, sondern auch von Begegnungen mit Gleichaltrigen, die ähnliche Erfahrungen beim Sortieren von Erinnerungsstücken gemacht haben, aber auch von Bekannten und Freunden, die so gar nicht verstehen konnten, warum sie ihr Elternhaus verkauft. Es sind die kleinen Geschichten rund um Gegenstände/Erinnerungen, die einen beim Lesen an eigene Erinnerungsstücke denken lassen. Ich habe dieses Buch komplett an einem Sonntagmorgen gelesen (es hat ja nicht ganz so viele Seiten ;-) ). Mit den Tipps am Ende des Buches hat man schon eine gute Grundlage, um sich in einem akuten Fall Hilfe zu holen bzw. zu wissen, wo man aufhebenswerte Dinge gut unterbringen kann. Fazit: Das Buch animiert, schon zu Lebzeiten ordentlich auszumisten, damit das nicht an den Nachkommen/erben hängen bleibt. Die Tipps am Ende des Buches sind hilfreich. Ich hätte mir gewünscht, das Buch wäre etwas chronologischer aufgebaut.

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Passt in die Zeit

Von: hiclaire aus bad kreuznach

09.04.2019

Ursula Ott greift hier ein Thema auf, das auf die ein oder andere Weise viele Menschen beschäftigt oder irgendwann beschäftigen wird, nicht nur die „Babyboomer“, zu denen sich die Autorin selbst zählt und die sich zum großen Teil vor ähnliche Probleme bzw. Aufgaben gestellt sehen. In ihrem Fall hat die Mutter im Alter von über 80 Jahren gemeinsam mit ihren Töchtern entschieden, das Elternhaus aufzugeben und mit allen Konsequenzen - „Was muss weg und was kann bleiben“. Leicht ist so etwas nie, aber wenn es so laufen kann wie hier beschrieben, dann scheint es mir für alle Beteiligten trotz der Mühen und Abschiede wie ein Geschenk. Und dass die Mutter es schafft, mit 88 Jahren neue Wege zu gehen, trotz aller Schwierigkeiten ihr Leben auszufüllen – chapeau. Was und wie die Autorin berichtet, liest sich sehr angenehm, mal heiter, mal ernst, in manchen Situationen findet man sich wieder, bei anderen denkt man vielleicht, gut, dass es gerade das bei uns nicht gibt. Indessen geht es nicht nur um persönliche Erfahrungen in Bezug auf das Ausräumen des Hauses, den Umzug usw. So interessant die Berichte und Tipps auch sind, haben mir doch gerade die vermeintlichen „Abschweifungen“ vom eigentlichen Thema ausnehmend gut gefallen. Ursula Ott schreibt u. a. über die psychologische Aufarbeitung „dunkler Ecken“, wenn die Familie z.B. entdeckt, dass der Opa wohl doch ein Nazi gewesen ist. Für mich glücklicherweise einer der Momente, in denen ich mich nicht wiederfinden konnte bzw. musste. Aber auch statistische Fakten und wissenschaftliche Aspekte kommen zur Sprache, wie z.B. die Auswirkungen von Kriegstraumata auf die Folgegeneration. „Transgenerational“, ein Begriff, von dem ich bislang noch nicht gehört hatte. Hirnforscher konnten inzwischen erstmals beweisen, „dass traumatische Erfahrungen den Stoffwechsel beeinträchtigen und diese Veränderungen erblich sind.“ Auch wird so manche gesellschaftliche Entwicklung aus Vergangenheit und Gegenwart aufgegriffen. Für mich kaum zu glauben, dass noch bis 1977 tatsächlich der Ehemann zustimmen musste, wenn seine Frau arbeiten gehen wollte – krass. Durchaus nachvollziehbar, dass sich in der Folgegeneration eine Art „Hausfrauenallergie“ ausgebreitet hat, viele Frauen mit kochen, backen, handarbeiten… erst mal nix mehr zu tun haben wollten. Für mich war dieses Buch eine gute Mischung aus persönlichem Erleben, weiterführenden Information und konkreten Tipps. Gelangweilt habe ich mich zu keinem Zeitpunkt, und das ist bei einem eher sporadischen Sachbuchleser wie mir durchaus als Kompliment zu verstehen.

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