Leserstimmen zu
Der Kinderflüsterer

Alex North

(83)
(39)
(12)
(4)
(1)
€ 13,00 [D] inkl. MwSt. | € 13,40 [A] | CHF 18,90* (* empf. VK-Preis)

Nach dem unerwarteten, frühen Tod seiner Ehefrau Rebekka, hält Tom Kennedy und sein Sohn Jake nichts mehr in ihrem Haus. Besonders, da Jake nachdem er seine Mutter gefunden hat, traumatisiert ist. Ein neuer Start und ein anderes Haus in Featherbank soll ihnen den Neuanfang ermöglichen. Doch der Ort birgt eine schreckliche Vergangenheit, den vor 20 Jahren wurden hier fünf Kinder entführt und getötet. Lediglich die Leiche eines Jungen blieb bis zum heutigen Tag unauffindbar. Unter der Bevölkerung war der Täter, der schon länger im Gefängnis sitzt, als Kinderflüsterer bekannt. Und auf DI Pete Willis schien der Fall schon seit Jahren zu lasten. Als eines Tages wieder ein kleiner Junge verschwindet, kommt erneut die Vermutung hoch, dass der Täter von damals doch einen Komplizen hatte. Und auch Jake äußert, dass er am Fenster ein Flüstern vernommen hat. Ist Jake das nächste Opfer und was hat es mit dem Päckchen für besondere Sachen auf sich? Meine Meinung: Der halbe, tote Schmetterling auf dem Cover steht inhaltlich für das Debüt von Alex North. Dabei hat mich weniger der Hinweis "Bestseller des Jahres" sondern eher der Klappentext neugierig auf das Buch gemacht. Der Schreibstil ist flüssig, locker, unterhaltsam und in kurze Kapitel eingeteilt. Durch die verschiedenen Handlungsstränge bekommt man Einblicke in das Leben von Tom, Jake, den Ermittlungen und ein klein wenig über den Täter. Mir persönlich hätte es allerdings etwas besser gefallen, wenn man noch ein wenig mehr über diesen Täter erfahren hätte. Im Buch selbst geht es hauptsächlich um das Verhältnis Vater-Sohn zwischen Tom und Jake und die Morde von Featherbank. Durch den plötzlichen Tod seiner Mutter, die der kleine Junge zudem an der Treppe gefunden hat, schien Jake regelrecht traumatisiert zu sein. Das Verhältnis zwischen Vater und Sohn war schon immer nicht gerade innig gewesen und so war der Verlust der Mutter für Jake noch schlimmer. Auch ein Gespräch Toms mit seinem Sohn fielen ihm unheimlich schwer. Manchmal haderte er regelrecht mit sich selbst, ob er ein guter Vater ist. Was sicher an Toms Vergangenheit liegt, von der man nach und nach mehr erfährt. Stattdessen beginnt Jake sich mit imaginären Freunden zu unterhalten und Tom machte sich Sorgen, weil er selbst nicht richtig zu Jake durchdringt. Erst nach dem Umzug scheint es besser zu werden, bis Tom einen merkwürdigen Fremden auf seinem Grundstück und vor seiner Garage entdeckt. Doch auch in Featherbank tut sich Jake schwer Freunde zu finden. Das dann Tom dort in seine unschöne Vergangenheit eintaucht und sie in den Fall um den verschwundenen Jungen verwickelt werden hatten sie erst recht nicht erwartet. Dabei blieb die Geschichte spannungsmäßig kontinuierlich hoch, so das ich gefesselt bis zum Ende war. Ich hatte am Anfang die Befürchtung, dass dieses Buch ins Mystische abdriftet, doch dies löste sich zum Glück im Laufe des Buchs plausibel auf. Die Charaktere selbst waren sehr gut ausgewählt, wurden jedoch nicht allzu sehr vertieft, was sie mitunter etwas blass erscheinen ließ. Besonders der Täter von dem man ab und zu zwar einen Einblick bekam, jedoch nur recht oberflächlich. Ich hätte da sehr gerne ein bisschen mehr von ihm erfahren. Selbst von den Hauptprotagonisten Tom und Jake erfuhr ich als Leser nur das allerwichtigste. Tom als überforderter Vater, der mit der Situation allein gelassen zu werden nicht klar kam. Jake der sich immer mehr in sein Schneckenhaus zurückzog, aus Angst er würde es dem Vater nichts recht machen. Trotz allem konnte mich dieses Buch überzeugen, gerade weil der Autor einen fesselnden Schreibstil hat und ich Potenzial in ihm sehe. Deshalb freue ich mich auf ein weiteres Buch von diesem Autor und gebe 4 1/2 von 5 Sterne.

Lesen Sie weiter

Neuanfang

Von: wal.li

11.08.2019

Vor einem Jahr ist Tom Kennedys Frau gestorben. Ihr gemeinsamer Sohn, der inzwischen 7jährige Jake ist froh, dass er und sein Vater an einem anderen Ort einen Neuanfang starten wollen. Sie verstehen sich nicht immer gut, aber trotz gelegentlicher Streitigkeiten haben sie sich lieb. Ganz so wie erhofft läuft der Neustart allerdings nicht. Obwohl Jake sich das Haus selbst ausgesucht hat, bekommt er in der Nacht Angst. Und auch die ersten Tage in der Schule sind schwer für ihn als Neuen. Tom, der einige Romane geschrieben hat, kann nicht arbeiten. Auch er leidet unter dem Verlust seiner Frau. Dass an seinem neuen Wohnort ein Kind verschwunden ist, hat er noch nicht mitbekommen. Wie sehr leidet die kleine Familie unter dem Verlust der geliebten Frau und Mutter. Kein Wunder, dass es Schwierigkeiten gibt. Niemand ist darauf vorbereitet, einen geliebten Menschen zu verlieren. Nicht einmal, wenn man darauf gefasst sein muss, und schon gar nicht, wenn es einen unerwartet trifft. Tom will für seinen Sohn stark sein und Jake für seinen Vater. Inzwischen ist die Polizei immer noch dabei, den verschwundenen Jungen zu suchen. Die Vorgänge ähneln einem Fall, der bereits vor zwanzig Jahren als gelöst galt. Der damalige Täter wurde gefasst und sitzt immer noch ein. In Teilbereichen ist dieser Debütroman schon etwas spooky. Es wird richtig unheimlich in diesem Haus mit der knarrenden Treppe und dem Flüstern. Da überläuft einem schon mal ein Schauer. Gleichzeitig empfindet man die Tragik des Todes der jungen Mutter. Vater und Sohn leiden und versuchen, sich gegenseitig eine Stütze zu sein. Spannend ist die fieberhafte Suche der Polizei nach dem verschwundenen Kind. Sie befürchten, sie könnten den Wettlauf mit der Zeit verlieren. Nach und nach kommt einem der Verdacht, der damalige Täter könnte auch jetzt noch eine Verbindung zum Geschehen haben. Geschickt werden die Szenenwechsel eingesetzt, um einen lange im Unklaren zu lassen, was hier wirklich vorgeht. Ein echter Suspense-Thriller mit einem leichten Grusel, bei dem man nicht so leicht errät, was vor sich geht.

Lesen Sie weiter

… denn jedes Kind, das einsam ist, holt der Flüsterer gewiss.

Von: Elisabeth B. aus Donaueschingen

11.08.2019

Alex Norths Spannungsroman „Der Kinderflüsterer“ ist im Juli 2019 bei Blanvalet erschienen und umfasst 448 Seiten. Zwanzig Jahre zuvor: In dem kleinen Örtchen Featherbank hat der Kinderflüsterer fünf Kinder entführt und ermordet. Der Täter sitzt seitdem seine Strafe ab. Heute: Nach dem Tod seiner Frau zieht Tom Kennedy mit seinem kleinen Sohn Jake in ebendiese Kleinstadt. Was als Neuanfang gedacht ist, wird bald zu einem Albtraum, denn der Kinderflüsterer scheint wieder umzugehen. Und auch Jake hört nachts das Flüstern … Von Anfang bis Ende dominiert in diesem Roman eine unheimliche, düstere Atmosphäre. Geschickt jongliert North mit Realität und Einbildung, sodass man sich beim Lesen oft nicht sicher, was jetzt der Wirklichkeit entspricht und was der Fantasie des kleinen Jungen entspringt. Vieles mutet irreal, ja fast gespenstisch an, was den Leser/innen immer wieder einen Schauer über den Rücken laufen lässt. Die Lösung des Mysteriums wird von Anfang an angebahnt, dennoch überrascht das Ende. Mehrfach präsentiert der Autor verschiedene Verdächtige, sodass man als Leser/in eingeladen ist, sich seine eigenen Gedanken zu machen. Trotzdem konnte mich das Ende letztlich nicht hundertprozentig überzeugen, da es doch einige Fragen offen lässt. Der Roman wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, was nicht nur einen Einblick in die äußere, sondern auch in die innere Handlung gewährt. Gerade durch den Ich-Erzähler, Tom, tritt die nicht ganz einfache Vater-Sohn-Beziehung, die in der Familie Kennedy schon über Jahre hinweg eine dominante Rolle spielt, zutage. Aber auch das Innenleben anderer Charaktere wird so augenfällig, mit DI Pete Willis bspw. habe ich während des Lesens mehrere Male regelrecht mitgelitten. Die Charaktere sind größtenteils sympathisch gezeichnet, sieht man einmal von den Verdächtigen ab. Insbesondere Amanda Beck, ebenfalls DI, hat mir gut gefallen, da sie sich sowohl um das Wohl ihres Mitarbeiters als auch um das der Opfer kümmert. Norths Sprache ist schnörkellos und flott zu lesen. Die wechselnden Perspektiven und übersichtlichen Kapitel des Buches machen das Lesen angenehm, ohne zu über- oder unterfordern. Cliffhanger am Ende der einen oder anderen Passage zwingen förmlich zum Weiterlesen, sodass die Lektüre eine/n in ihren Bann zieht. Das Cover ist ein richtiger Hingucker, ist mit seinen Gelb- und Grautönen harmonisch und entspricht dem Inhalt des Romans. Besonders ansprechend sind auch die haptischen Elemente. Insgesamt legt Alex North mit „Der Kinderflüsterer“ ein gelungenes Debüt vor, das solide gestrickt ist, seine Spannung vor allem aus der unheimlichen Stimmung schöpft und Freund/innen spannungsgeladener Literatur einige schaurig-schöne Lesestunden beschert.

Lesen Sie weiter

Vor 20 Jahren wurden 5 Kinder in Featherbank entführt und ermordet. Der Täter wurde gefasst, doch das letzte Opfer ist bis heute verschwunden. Tom Kennedy zieht nach dem Tod seiner Frau mit seinem Sohn Jake ins beschauliche Featherbank. Von der Vergangenheit des Ortes ahnt er nichts. Doch dann verschwindet ein weiteres Kind und die Ermittler befürchten, dass der Serienmörder, der „der Kinderflüsterer“ genannt wurde, vielleicht einen Komplizen hatte. Währenddessen behauptet Jake er höre an seinem Fenster ein Flüstern. Hat der Kinderflüsterer, oder dessen Komplize nun Jake im Visier? Oder bildet sich das der Junge nur ein? Als ich den Klappentext las, war mir als Thriller Fan klar, dass ich das Buch lesen muss. Der teils gewöhnungsbedürftige Schreibstil, die vielen schnellen Perspektivenwechsel und die oft verwirrende Handlung haben es mir leider sehr schwer gemacht, mich in das Buch einzufühlen. Ich war meistens einfach nur verwirrt. Lange Zeit passiert nichts im Buch, wodurch Langeweile aufkommt, doch leider führt das dazu, dass man nicht wirklich aufmerksam liest und plötzlich kommt man dann nicht mehr mit. Ich habe mich außergewöhnlich schwer getan mit diesem Buch. Spannung kam bei mir nicht auf. Die Idee ist toll und die Charaktere an sich auch interessant, aber mir kommt die Handlung oft in die Länge gezogen vor. Was mir am besten gefallen hat, war definitiv das Cover. Der halbe gelbe Schmetterlingsflügel, der keiner ist, sondern aus Knochen besteht, das ist eine wirklich clevere Idee! Was das ganze aber noch viel besser macht, seit die Tatsache, dass der Flügel und die einzelnen Knochen fühlbar gemacht wurden. Streicht man über das Cover kann man die einzelnen Knochen erfühlen und die Textur des „Flügels“. Das fühlt sich einfach faszinierend an und passt sehr gut zu einem Thriller. Das Cover macht das Buch in mehrerlei Hinsicht zu etwas ganz besonderem. Fazit: für mich war das Beste am Buch das wirklich coole Cover. Doch leider geht es bei einem Buch ja vorwiegend um den Inhalt und der hat mich enttäuscht. Ich hatte auf einen Thriller oder wenigstens auf Spannung pur und Fingernägelkauen gehofft, wenn das Buch schon als „der Spannungsroman des Jahres 2019“ vermarktet wird. Ich fand zwar die Charaktere interessant und auch die Handlung an sich, aber an der Umsetzung haperte es für mich gewaltig. Das Buch hat einige Längen und die sorgen dafür, dass man abdriftet und sich sogar langweilt. Ich hatte deutlich mehr erwartet. Leider kann ich dem Buch nur 2 Sterne geben, für die interessanten Charaktere und das wirklich geniale Cover.

Lesen Sie weiter

Der Kinderflüsterer Roman Blanvalet Verlag Autor: Alex North ISBN 978-3-7645-0710-7 444 Seiten Inhalt und Personen Als Rebecca plötzlich stirbt müssen ihr hinterbliebener Mann Tom und ihr kleiner Sohn Jake nicht nur den Verlust überwinden, sondern auch zueinander finden. Vater und Sohn sind sehr empfindsam und so fällt es beiden eher schwer, sich auf den anderen völlig einzulassen. Mit einem Umzug in ein neues Zuhause wollen sie sich die Zukunft neu gestalten. Ein altes Haus in dem kleinen Ort Featherbank weckt Jakes Interesse und da es bezahlbar ist und es Jake gefällt, lässt Tom sich darauf ein. Beide ahnen nicht, dass 20 Jahre zuvor in diesem Ort schon einmal kleine Jungs entführt und getötet wurden. Von einem fehlt bis heute jede Spur. Obwohl der Täter seinerzeit überführt wurde und noch einsitzt, ist jetzt wieder ein Junge verschwunden. Die Ermittlungen schließen auf einen Komplizen, denn die Umstände ähneln sehr den Taten von vor 20 Jahren. Einem Ermittler ist bis heute daran gelegen den fünften Jungen von damals zu finden: DI Pete Willis. Meine Meinung Alex North ist mit Der Kinderflüsterer ein ganz besonderer Roman gelungen. Der Kinderflüsterer ist spannend und tiefgründig. Als Leser werde ich langsam an das Geschehen herangeführt. Featherbank - der Name des Ortes, in dem das Grauen vor 20 Jahren einzog - weckt einen eigentümlichen Nachhall. Ich fühle mich beim Lesen wie auf einem schmalen Grat in einer Geschichte von Stephen King. Jake ist nicht der Erzähler, der in der Ich-Person agiert, für mich allerdings der Hauptcharakter. Ein ganz normaler Junge. Und doch verfügt er über eine scheinbar übernatürliche Gabe. Immer wieder unterhält er sich mit seiner imaginären Freundin. Einem Mädchen in seinem Alter, das ihm zur Seite steht. In Featherbank angekommen, ist die Stimme des Mädchens jedoch nicht mehr die einzige, die er hört. Vor seinem Fenster hört er ein Flüstern. Die Vater-Sohn Beziehung hingegen ist von eher gewöhnlichen Problemen geprägt. So empfindet der Vater seine Bemühungen im Hinblick auf seinen Sohn als unzulänglich. Stets denkt er daran, wie einfach es für Rebecca als Mutter war, mit Jake zusammen zu sein. Und dann wieder wird ihm gegenwärtig, wie schwer es für ihn ist, seinen eigenen Sohn zu verstehen. Vor allem dann, wenn Jake schweigt. Mit viel Feingefühl wird in Der Kinderflüsterer Spannung aufgebaut, die mich die Luft anhalten lässt. Entspannungsphasen zum Durchatmen erhalte ich durch die Perspektivwechsel der kurz getakteten Kapitel. Das eröffnet mir die Möglichkeit, das Geschehen von allen Seiten zu verfolgen. In der Ich-Person erzählt Jakes Vater, Tom Kennedy, sehr eindrücklich von seinem Bestreben, Jake näher sein zu wollen. Ich erlebe den Verlust seiner Frau Rebecca und durch Rückblenden seine Kindheit. Das lässt Tom Kennedy zu einem vielschichtigen Charakter werden. Über den Erzähler erfahre ich in den weiteren Kapiteln mehr über Jake, DI Pete, das Ermittlerteam und begleite den Täter. Zum Ende hin spitzen sich in allen Erzählsträngen die Ereignisse immer mehr zu und ich mag das Buch nicht mehr zur Seite legen. Beeindruckend und menschlich nachvollziehbar wird die Geschichte von allen Seiten erzählt, so dass sich die Handlungen echt anfühlen und noch Tage später präsent ist. Der Erzählstil ist eingängig, daneben oft geprägt von Erklärungen und Aufzählungen, um das Geschehen zu verdeutlichen. Tatsächlich habe ich immer ein sehr genaues Bild vor Augen und dennoch genügend Raum für eigene Interpretationen. Das macht es mir sehr leicht, der Geschichte zu folgen. Nervenaufreibend und nahezu unblutig erzählt Alex North die Geschichte vom Kinderflüsterer. Fazit Ein spannungsgeladener Roman, der mit viel Feingefühl für blankes Entsetzen sorgt.

Lesen Sie weiter

Spannend, fesselnd, tiefgründig...

Von: Tatjana

06.08.2019

Hervorragend geschrieben, ein sensibles Thema fesselt den Leser,die Beklemmung ist greifbar...ein Muss für Thriller Fans! Gerne mehr von Alex North!

Lesen Sie weiter

Dieses Buch, ES kann eine gewisse Ähnlichkeit mit den Romanen von Stephen King nicht verbergen. Die Tommyknockers lassen grüßen. Doch es bleibt bei dieser Ähnlichkeit, die Handlung ist anders, die Spannung weist nicht mehr die kindliche Angst auf. Ohne Zweifel ist "Der Kinderflüsterer" ein Thriller der heutigen Zeit, der besonders verschlungene Pfade beschreitet und Spuren legt. Tom Kennedy hat vor kurzem seine Frau Rebecca verloren. Mit seinem kleinen Sohn Jake will er eine Veränderung herbeirufen. Im ihrem bisherigen Haus fühlen sich beide zu sehr an Mutter und Ehefrau erinnert. Tom hat ein Haus gefunden und sich noch gewundert, dass er es so schnell bekam. Noch weiß er nicht, dass dieses Haus auch das "Gruselhaus" genannt wird und für die Kinder in der Stadt oftmals für eine Mutprobe herhalten muss. Morgen soll für Jake der erste Schultag in der neuen Schule sein. Obwohl Jake ihm gesagt hat, dass er ein Flüstern gehört hat, will sein Vater davon nichts wissen. Aber der ist eh voller Zweifel, ob er es überhaupt schafft, seinen Sohn alleine zu erziehen. Aber er hat Jake auch schon bei Selbstgesprächen erwischt. Und ja, Jake unterhält sich oft und gerne mit einer Freundin, die gar nicht wirklich da ist. Alex North arbeitet wie Stephen King mit den Ängsten aus der Kinderzeit. Meist war die Ursache nicht real. Dennoch geht die Phantasie eines Kindes soweit, dass sie bei dem Kind echte Ängste hervorruft. Doch hier wird hier schnell klar, dass es sich nicht um kindliche Hirngespinste handelt, die Schrecken verbreiten. Auch nicht die Tatsache, dass das Haus ein Gruselhaus sein soll. Schnell wird klar, dass sowohl Tom als auch Jake tatsächlich in Gefahr sind. Obwohl der Kinderflüsterer von vor zwanzig Jahren immer noch im Gefängnis sitzt, scheint er wieder aktiv zu sein. Ein unheimlich gut gestricktes Figurenensemble, bei dem die Verbindung zwischen den einzelnen Figuren nicht so offensichtlich ist. Das erzeugt Irreführungen und Spannungen beim Leser. Der Ort der Handlung – Featherbank - hat irgendwie etwas von Broadchurch an sich. Er wirkt schon unheimlich, nur weil man seinen Namen liest. Es ist jedenfalls kein englischer Ort, in welchem sich viele Touristen aufhalten. Erzählt wird die Geschichte abwechseln aus unterschiedlichen Perspektiven. Während alles, was Tom Kennedy persönlich passiert meist aus seiner Sicht als Ich-Erzähler geboten wird und man dabei hautnah das erfährt, was geschieht, werden die anderen Passagen in der dritten Person aus einer entfernteren Perspektive dargestellt. Dabei wird aber nicht wie bei Jake auf das Eintauchen in die Gedankenwelt verzichtet, wenn der Junge z. B. mit seiner imaginären Freundin spricht. Das Cover hat ein unmittelbaren Zusammenhang zum Inhalt. Schmetterlinge ziehen sich durch den gesamten Roman – auss gutem Grund. Konflikte zwischen einzelnen Figuren, deren Verbindung erst nacheinander aufgezeigt werden, erhöhen die Spannung zusätzlich zur dauerhaft angelegten Gefahr. Man hat beim Lesen stets das Gefühl, ein leises Sirren oder Surren im Hintergrund zu hören. Ein Thriller der Spitzenklasse, der nichts für schwache Nerven ist. © Detlef Knut, Düsseldorf 2019

Lesen Sie weiter

Der britische Autor Alex North hat mit seinem Debüt-Roman "Der Kinderflüsterer" einen facettenreichen Thriller verfasst, der mir sehr gut gefallen hat. Seit Wochen wird das (Hör)-Buch überall groß angepriesen und mit dem Slogan "bester Spannungsroman der letzten 10 Jahre" beworben. Für mich jedoch war es kein typischer Thriller, der durch Brutalität und Grausamkeit von sich überzeugen musste, sondern eher ein tiefgründiger Roman der mit den Ängsten der Eltern spielt und dadurch eine besondere Tiefe annimmt. Das Hörbuch wird in sechs große Teile aufgeschlüsselt. Zu Beginn erfährt der Zuhörer mehr über das schwierige Verhältnis zwischen Tom Kennedy und seinem 7-jährigen Sohn Jake. Doch der Vater versucht sein Bestes um mit der Trauer seiner geliebten Frau umzugehen und gleichzeitig die Geduld für seinen introvertierten Jungen aufzubringen. In den folgenden Teilen kommen weitere Protagonisten hinzu wie zum Beispiel DI Pete Willis, der nun erneut auf der Suche nach einem verschwunden Jungen ist, exakt wie vor 20 Jahren. Gleichzeitig erfährt der Zuhörer auch Privates von dem älteren Beamten, was ihn immer sympathischer werden lässt. Zu guter Letzt gewährt uns Alex North nicht nur einen Einblick in die Seele des kleinen Jungen Jake, sondern auch in die des aktuell gesuchten Täters. Die vielen Perspektivenwechsel waren besonders am Anfang etwas schwierig, doch je mehr die Geschichte fortschritt, desto spannender wurde sie. Auch wenn paranormale Phänomene eine kleine Rolle spielen und es für mich dadurch etwas absurd wurde, gefielen mir die Ausarbeitung der Charaktere und vor allem die unerschütterliche Liebe zwischen Vater und Sohn. Der Sprecher Stefan Kaminski war unglaublich. Er fing die jeweiligen Situationen bestehend aus Drama, Angst, Spannung und jede Menge Gefühl stimmlich sehr gut ein und gab dem Hörbuch den nötigen Flair, welches es braucht um mit vollem Genuss über neun Stunden zuhören zu wollen. Fazit: Auch wenn mich das Hörbuch nicht wegen seiner Spannung, sondern seines Tiefgangs überzeugen konnte, fand ich den Debütroman sehr gelungen. Echte Thrillerfans werden zwar weniger auf ihre Kosten kommen, nichtsdestotrotz hat die Geschichte einen großen Unterhaltungswert! Meine Bewertung: 4 von 5 Sternen

Lesen Sie weiter