Leserstimmen zu
Meine Suche nach dem Nichts

Lena Schnabl

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»Und wenn die Zehen lila werden, gehen Sie bitte wieder ins Krankenhaus. Okay?« Die Autorin Lena Schnabl ist Journalistin, hat Japanologie studiert und war zig mal in Japan. Nach einer schweren Krankheit beschließt sie zu pilgern. Rund um die Insel Shikoku führt ein 1.300 km langer Pilgerweg. 88 Tempel liegen auf der Hauptstrecke. »And can I have a spoon?«, bestellt der Typ auch noch Löffel für die Suppe. Die trinkt man doch. Aber gut, Hochmut ist sicher keine buddhistische Tugend. Das Tempelessen ist vegetarisch, wird in verschiedensten Schälchen serviert und schmeckt ziemlich lecker. Shojin ryori heißt es, was so viel bedeutet wie »Küche der religiösen Hingabe«. Lena Schnabel kennt sich mit den Besonderheiten der japanischen Sprache, Kultur und den aktuellen Entwicklungen in der Gesellschaft aus. Perfekt, um uns Nicht-Japanern die Eigenarten dieses Landes zu erklären. Warum sagt man in Japan »die Ampel ist blau«, obwohl sie grün leuchtet? Was bedeutet es, wenn jemand sagt, sie wandere "chokochoko"? Sie erzählt von den Mythen des Meister Kobo, von Trail Magic und anderen Pilgern. Sie schildert die Gebräuche in den heißen Bädern, die Rituale im Tempel und die abwechslungsreiche Landschaft. In den Beschreibungen ihres Tages erfährt man Hilfreiches über die praktische Seite des Pilgerns: Wo übernachte ich? Wie ernähre ich mich? Wie schütze ich mich vor der Sonne und Blasen? Die Japaner, im Alltag sehr zurückhaltend mit Hilfe, sind den Pilgern gegenüber ungeheuer freundlich und großzügig. Tage der Erschöpfung weichen Tagen der Wut; dem Wunsch, allein zu sein; aber auch dem Glück und der Euphorie auf dem »Weg, der das Herz wäscht und poliert«. Fazit: Ein wunderschönes Buch. Leseempfehlung für Japan-Fans, Pilger und Reiselustige.

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Lena Schnabl erzählt in „Meine Suche nach dem Nichts“ von ihrer eigenen Suche nach dem glücksbringenden Nichts. Eine schwere Krankheit hat sie monatelang mehr oder weniger an ihre Wohnung gefesselt. Die Ängst von einem Rückschlag, aber auch eine gewisse Planlosigkeit machen sich in Lena breit. Lena hat Japanologie studiert und bereits für längere Zeit in Japan gelebt. Insofern spricht sie die Sprache und kennt die Kultur. Auch wenn das ihre Vorhaben eine winzige Spur einfacher macht, ist es dennoch eine Mamutaufgabe, die auf die junge Journalistin wartet. Da Lena selbst noch nie eine derartige Weitwanderung bzw. Pilgerreise unternommen hat, bekommen wir auch Einblicke in die Vorbereitung. Lediglich mit einem Rucksack durch die Gegend zu ziehen, will geplant sein. Denn einerseits möchte man gut ausgerüstet sein, andererseits spürt man jedes zusätzliche Gramm entsetzlich schwer auf den Schultern. Einen Pilgerpfad zu erwandern ist keineswegs immer nur schön. So taucht gerade zu Beginn oft die Frage, warum sie sich das ganze überhaupt antut. Aber auch unter den anderen Pilgern findet sich kaum jemand, der die ersten Kilometer voller Freude zurücklegt. Obwohl ein derartiges Abenteuer für mich durchaus reizvoll ist, ist es schwer bei diesen Schilderungen nicht den Mut zu verlieren. Doch ähnlich wie es Lena geht, hat man dann als Leser selbst immer wieder diese Lichtblicke. Diese herrlichen Moment in denen sich einzigartige Landschaften vor dem inneren Auge auftun und man plötzlich versteht wozu das Ganze. Sehr gut kann man immer wieder den mehr als berechtigten Stolz von Lena spüren – nach jeder schweren Etappen und immer wenn das Wandern aufgrund von beispielsweise Wetterbedingungen oder Blassen erschwert wurde und sie es trotzdem geschafft hat. Die 88 Tempeln klingen wirklich verlockend. Auch die ein oder andere Strecke durch den Welt oder entlang der Küste, klingt traumhaft. Doch lediglich 150 Kilometer der knapp 1300 sind NICHT Asphalt. Entlang der Straßen oder durch lange, dunkle Tunnels, in denen die Autos dicht an den Pilgern vorbei rasen klingt hingegen gar nicht verlockend. Am Ende sind es trotz der Suche nach dem Nichts und der vielen Gelegenheiten in sich zu gehen und zu sich zu finden, doch die Menschen, die eine derartige Wanderung einzigartig machen. Je weiter der Weg umso mehr werden die Pilger zu einer Gemeinschaft. Ein faszinierendes Phänomen. So detailliert die Erzählungen der ersten beiden Präfekturen sind, werden diese immer kürzer. Vor allem die vierte Präfektur wird auf gerade mal 20 Seiten abgehandelt. Das fand ich sehr schade, da es hier doch bestimmt auch noch einiges zu erzählen gegeben hätte.

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alternativer Japanführer

Von: JakobderWanderer aus Brensbach

24.07.2019

Abgesehen von dem flüssigen Schreibstil, bietet Lena Schnabl viele Informationen über Japan: die Sitten, typische Redewendungen usw. Auch wer nicht unbedingt pilgern möchte oder gar Pilger ist, sollte dieses Buch lesen, es bringt Japan näher.

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Vorweg muss ich sagen, dass ich nicht religiös bin. Dennoch faszinieren mich Menschen, die zu einer Pilgerreise aufbrechen. Nur mit wenig Habseligkeiten und vor allem mit sich selbst. Jeder von ihnen ist auf der Suche nach „Etwas“. Manche von ihnen hoffen einfach nur sich selbst zu finden. Das Schöne bei „Auf der Suche nach dem Nichts“, ist hier eindeutig der Schreibstil der Autorin. Sie erzählt so wunderbar bildlich und emotionsreich, dass ich das Gefühl hatte mich direkt mit auf die (Pilger)Reise zu begeben. Trotzdem ist das Buch wesentlich mich als „nur“ ein Reisebericht. Durch die Gedanken, die sich Lena macht, hat es sogar fast etwas philosophisches. Dennoch ist das Buch nicht schwerfällig, sondern herrlich leicht und sogar humorvoll. Eine wundervolle Lektüre für Japanliebhaber, Pilgerinteressierte und alle, die sich auf die Reise begeben möchten ohne das Haus zu verlassen. ;)

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Jeder ist irgendwann auf der Suche, nach dem Nichts, oder dem Sinn des Lebens. Die Autorin Lena hat sich hierfür den japanischen Jakobsweg ausgesucht und beschreibt eindrucksvoll ihre Etappen und Lehrmeister. Bis zu diesem Buch war mir dieser Jakobsweg nicht bekannt und ich habe mich komplett fallen gelassen und eine eigene Reise ins Nichts erlebt. Herrlich Bilder, eindrucksvolle Erlebnisse und sehr viel Mut. Ich werde über eine Reise nach Japan nachdenken.

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