Leserstimmen zu
Erhebung

Stephen King

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Die unglaubliche Leichtigkeit des Seins Scott Carey, erfolgreicher Innenausstatter, der in der Kleinstadt Castle Rock lebt, hat ein merkwürdiges Problem. Bei gleichbleibender Statur verliert er rapide an Körpergewicht. Noch merkwürdiger ist der Umstand, dass selbst schwere Kleidung, bei der die Taschen noch mit Gewichten gefüllt sind, auf der Waage keine Gewichtsveränderung anzeigt. Eine physikalische Unmöglichkeit, die ihm jedoch keine großen Sorgen bereitet, da er sich durch den Gewichtsverlust von Tag zu Tag fitter und belastbarer fühlt. Viel mehr Stress bereitet ihm eher das angespannte Verhältnis zu seinen beiden Nachbarinnen, deren Hunde ihr Geschäft immer in seinem Vorgarten verrichten, die Hundehalterinnen jedoch bei Ansprache sehr unwirsch und uneinsichtig reagieren. Erst als er bemerkt, dass man dem lesbischen Pärchen in der Kleinstadt mit Misstrauen und offener Homophobie begegnet, versucht er dem entgegenzuwirken… Stephen King, der sich im Verlauf seiner Karriere kontinuierlich entwickelt und oftmals neu definiert und erfunden hat, präsentiert sich in seinen letzten Geschichten und Romanen regelmäßig als großer Humanist, der mit Politik und gesellschaftlichen Umgangsformen kritisch ins Gericht geht. Auch, oder vielleicht gerade hier, in dieser vorliegenden Novelle Erhebung beginnt er wie eine klassische King-Geschichte, entwickelt sich jedoch schnell in eine Richtung, die sich offen und leidenschaftlich für zwischenmenschliche Akzeptanz und Toleranz einsetzt. Anhand der sehr emotional geschriebenen Entwicklung seines eigentlich bemitleidenswerten Protagonisten zeigt King, wie dieser vor seinem offensichtlich unausweichlichem Ende beginnt, sich offen für ein verständnisvolles Miteinander einzusetzen, auch wenn er dies gegen bestehende Widerstände tun muss. Es ist ein Aufruf zu mehr Zivilcourage, eine Andeutung, wie leicht es doch eigentlich sein sollte, fair miteinander umzugehen. Dadurch hebt sich die Geschichte, die auch erzählerisch gut zu unterhalten vermag, aus der Menge an Veröffentlichungen deutlich hervor. Stephen King ist und bleibt ein Meister seines Fachs, der sich seiner machtvollen Möglichkeiten als erfolgreicher Autor bewusst ist und dies verantwortungsvoll nutzt! Erhebung (Originaltitel: Elevation, USA 2018) erscheint bei Heyne als gebundenes Buch mit Pappband in einer Übersetzung aus dem Amerikanischen von Bernhard Kleinschmidt (144 Seiten, €12) Der Autor Stephen King beweist mit der vorliegenden Novelle Erhebung erneut sein Talent, eine Geschichte auf den Punkt genau zu erzählen, dabei auf der breiten Klaviatur der Emotionen zu spielen und mit einer scheinbaren Leichtigkeit den Leser in eine andere, andersartige Welt zu entführen, bei der man gewillt ist, auch die unwahrscheinlichsten Ideen zu akzeptieren, weil sie so plausibel beschrieben sind, dass man einfach erfahren möchte, wie es weitergeht und die Erzählung endet. Herausgekommen ist dabei eine phantastische, sehr humanistische Erzählung, die einem zeigt, wie einfach es mit einer kleinen Geste und ein bisschen Zivilcourage sein kann, Großes zu bewirken und die Welt damit zu einem ein kleines bisschen besseren Ort zu machen! Eine schöne, sehr gut erzählte und etwas melancholisch stimmende Geschichte, die man hervorragend lesen, aber auch verschenken kann! Christian Funke

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Mini-King, der einen in seinen Bann zieht.

Von: Linda liest

21.11.2018

Castle Rock ist eine Kleinstadt, in der sich die meisten Menschen vorzugsweise um ihre eigenen Bedürfnisse kümmern oder sich mit ihren Vorurteilen hinter heimlichen Gerede verstecken. Auch Scott hat seine eigenen Probleme. Scott besucht seinen Freund, Bob Ellis, der zwar kein enger Freund aber zumindest ein Freund ist. Außerdem ist Ellis pensionierter Arzt. Und Scott möchte Rat einholen, da er ungewöhnliche Dinge an sich beobachtet. Scott verliert Gewicht, nimmt immer weiter ab. Doch das ist nicht das Kuriose, denn das allein wäre ja noch ganz nett. Er hat schon über zehn Kilo verloren – laut Waage – doch seine Kleidung sitzt wie vorher und auch sein Körper wirkt nach außen gleich. Ellis wirkt sprachlos. Von solch einem Fall hat er noch nie etwas gehört oder gelesen. Scott will abwarten und Ellis auf dem Laufenden halten. Das neue Werk von Stephen King ist eher ein Mini-Werk. Eigentlich kann dieses Werk von ihm kaum als Buch bezeichnet werden. Es ist eine Kurzgeschichte, eine schöne und originelle Geschichte, aber eben doch nur eine Kurzgeschichte – wie sie Stephen King sonst in Sammelwerken veröffentlicht. Üblicherweise habe ich tagelang etwas von neuen Stephen King Büchern, einfach weil sie unfassbar viele Seiten haben, doch das war dieses Mal anders. Das Buch hat mir nur 2-3 entspannte Lesestunden an einem Samstagnachmittag auf der Couch verschafft. Eine Abwechslung zu den üblichen King Büchern. Mir hat es gefallen. Die Geschichte ist schön und regt zum Nachdenken an. Mir fällt es schwer in Worte zu fassen, wie King es gelungen ist, diese scheinbar kuriosen Elemente des Buches – Vorurteile in der Kleinstadt und der übernatürliche Gewichtsverlust – in Einklang zu bringen. Doch es ist ihm gelungen. Auf eine Art, wie ich sie sonst noch nirgends gelesen habe. Die Geschichte ist stimmig und geht auf. Auch der Titel Erhebung ist passend gewählt, in zweierlei Hinsicht. Eine wird mitten im Buch erklärt, eine Art Hochgefühl, das sich in einem zusätzlichem Kraftschub oder Adrenalinkick äußert und sich mitten in einem Marathon einstellt. Die andere wird erst zum Ende des Buches deutlich und deswegen möchte ich darauf auch hier nicht eingehen, um nicht zu spoilern. Alles in Allem hat mich der Mini-King gelungen unterhalten und ich bin mir sicher, dass mir diese faszinierende Geschichte noch länger im Gedächtnis haften bleibt. Für so ein kurzes Buch ein absoluter Erfolg.

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Ein richtig tolles Cover, ich mag die Nachtaufnahme in Kombination mit dem Titel, ist ein absoluter Hingucker und passt vor allem wunderbar zu der Geschichte. Eigentlich ist mir bei dem Autor auch der Inhalt und das Cover relativ egal, denn ich lese eigentlich jedes neue Buch und auch hier musste ich einfach zugreifen. Allerdings muss ich die Verpackung loben, denn trotz der kürze des Buches ist es wirklich ganz toll gestaltet. Die Geschichte geht sofort los und ich hatte auch keine Schwierigkeiten in den Textfluss hinein zu kommen, der Autor kommt auf den Punkt und erzählt ohne Schnörkel. Natürlich wäre es nicht Stephen King wenn die Geschichte nicht etwas verrücktes hätte und eigentlich ist das Buch nicht wirklich "spannend" im sinne von "Spannung" aber ich konnte das Büchlein nicht weg legen. Scott wird zwar nicht sonderlich ausführlich beschrieben aber man bekommt doch einen guten Einblick in sein Leben und ich konnte ihn mir ganz gut vorstellen. Ich würde ihn nicht unbedingt als sympathisch beschreiben aber er hat mich soweit neugierig gemacht, dass ich die Geschichte gerne zu Ende gelesen habe. Das Ende hatte ich so nicht erwartet, ich weiß auch nicht so recht wie ich mir den Ausgang hier vorgestellt hatte aber so habe ich es nicht kommen sehen. Alles in allem war es eine sehr unterhaltsame Geschichte und ich bin wirklich froh dieses Buch gelesen zu haben. Es ist sowohl für King Fans als auch für "Neulinge" etwas. Fazit: Eine tolle Kurzgeschichte für zwischendurch, die irgendwie völlig unwirklich ist aber trotzdem ist man gezwungen einfach weiter zu lesen. Als Stephen King Fan nehme ich eigentlich fast alles von dem Autor mit, was ich kriegen kann und auch bei diesem Büchlein bereue ich es nicht. Ein kleines Manko ist der Preis, zwölf Euro für ein doch so kurzes Lesevergnügen ist eigentlich nicht so toll.

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Erhebung ist eine hübsche kleine Story des Meisters Stephen King. Es ist eine ideale Geschichte um sich mit der Schreibweise des Autors anzufreunden, spannend, mystisch und nicht zu grausam, genau das richtige für Anfänger. Wie man es kennt von Stephen King sind die Figuren und Schauplätze sehr schön beschrieben und wirken wie immer sehr real. Das Ende ist dieses Mal leicht vorauszusehen, und das ist in der Tat anders als man es gewohnt ist. Dennoch ist es eine Story, die den Leser von Beginn an bis zum Ende fesselt und man liest es in kurzer Zeit durch ohne es auch nur einmal abzusetzen. Doch ich denke, wichtiger als die Story an sich, ist die Botschaft die uns der Autor mit auf den Weg geben möchte. Es ist eine Geschichte die um Toleranz wirbt, um das Miteinander zwischen denen die „normal“ sind und denen die etwas „anders“ sind, wie zb Homosexuelle. Darum dass man niemanden ausgrenzen sollte. Gerade in der heutigen Zeit, in der viele wegen ihrer sexuellen Ausrichtung oder ihres Glauben ausgegrenzt werden ist eine solche Botschaft sehr wichtig. Insgesamt sind das für mich 4 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung

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Cover Das Cover finde ich ganz hübsch. Es ist schlicht aber schön mit diesen Häusern unten. Was ich noch speziell finde das der Name vom Autor gross gehalten ist und der Titel ist kleiner. Vertauscht. Normalerweise ist es bei vielen umgekehrt. Aber ist alles gut gewählt. Charaktere Scott Carey ist ein ganz nomaler durchschnittlicher Typ. Also abgesehen von seinem unerklärlichen Gewichtsverlust. Er war locker drauf, immer freundlich und sehr sympathisch. Ein toller Charakter. Missy Donaldson ist sehr zurückhaltend. Fast wie ein Kind. Es sah so aus als würde Deirdre sie unterdrücken und dominieren. Aber sie war freundlich und liebenswert. Deirdre McComb war mir am Anfang sehr unsympahtisch. Weil sie einfach immer unfreundlich war egal was derjenige Gegenüber gesagt hat. Das änderte sich dann aber noch und so mochte ich sie am Schluss doch. Sie kam auch dominant rüber, sehr ehrgeizig und selbstbewusst. Gestaltung Das Buch ist mit seinen 144 Seiten ja recht dünn. Also eher eine längere Kurzgeschichte. Trotzdem konnte Stephen King mit dieser Geschichte viel sagen und einen zum Nachdenken anregen. Er zeigt damit wie verklemmt manche Menschen sein können und gemein gegenüber Homosexuellen. Weil die ja nicht ,,normal" sind. Leider kommt das ja oft vor und das finde ich schade. Jeder soll leben und lieben wie er will. Und King zeigt das in diesem Buch sehr gut auf das man lieber offener sein sollte und man damit viel bewirken kann. Die Geschichte noch dazu mit dem geheimnissvollen Gewichtsverlust von Scott ist typisch für King. Aber dennoch war es sehr interessant. Die Geschichte ging rasch voran und der Schreibstil war sehr flüssig zu lesen. Die Charaktere waren glaubwürdig und das Ende sehr traurig fand ich. Der Gedanke zum Ende und allgemein zur Situation wegen Scott fand ich erschreckend. Einfach unglaublich. Trotzdem hat das Ende alles schön abgerundet. Fazit Ein Buch zum Nachdenken und dabei noch mit einem interessanten und spannendem Aspekt geschmückt. Ein tolles Buch für zwischendurch das ich jedem ans Herz lege. Mir gefiel es wirklich sehr und ich kann nicht wirklich viel negatives dazu sagen. Deshalb gibt es von mir auch 5/5 Sternen.

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ERHEBUNG (Stephen King). 🌃 Scott nimmt rasend schnell ab. Sein korpulentes Aussehen ändert sich trotzdem nicht. Und noch unheimlicher: Wenn er auf die Waage steigt, zeigt sie jeweils das gleiche Gewicht an, egal wie viel er momentan trägt, ob Kleidung oder gar Hanteln. Scott hat Angst, dass man ihn zum medizinischen Versuchskaninchen macht. Aber er muss es jemand erzählen. Zu Dr. Ellis hat er Vertrauen, aber auch der weiß keinen Rat. In seiner netten Wohngegend in der Kleinstadt Castle Rock gerät Scott in einen eskalierenden Kleinkrieg. Der Hund der neuen Nachbarn – zwei Lesben – verrichtet sein Geschäft ständig bei ihm im Vorgarten. Die eine Frau ist eigentlich recht freundlich, die andere aber eiskalt. Die beiden haben gerade ein Restaurant eröffnet, von dem sie sich viel erhoffen. Die Einwohner von Castle Rock wollen aber nichts mit Homopaaren zu tun haben, da ist großer Ärger vorprogrammiert. Als Scott endlich kapiert, was Vorurteile in einer Gemeinschaft anrichten, überwindet er den eigenen Groll und tut sich mit den beiden zusammen. Merkwürdige Allianzen, der jährliche Stadtlauf und Scotts mysteriöses Leiden fördern bei sich und anderen eine Menschlichkeit zutage, die zuvor unter einer herzlosen Bequemlichkeit vergraben lag. Ein typischer und doch untypischer Stephen King ist dieses kleine Büchlein. Auf den 144 Seiten brennt der Autor kein Horror-Spektakel ab, sondern liefert eine tiefgründige Kurzgeschichte. King-typisch: vielschichtige Charaktere, die sich selbst über einen so kurzen Zeitraum entwickeln; dazu ein übernatürliches Element. King-untypisch: offensichtliche Gesellschaftskritik, die aktueller nicht sein könnte: Diskriminierung wird so offen wie in keinem anderen Buch des Autors angeprangert.

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Als ich den Klappentext las, dachte ich Stephen King hätte "Thinner" in eine aktuelle Handlung gepackt. Nachdem ich die ersten Seiten gelesen hatte, fürchtete ich, Stephen King präsentiert nun eine Alt-Herren-Story aus Castle Rock. Aber es kommt anders. Optisch ein kleines, feines Hardcover mit 143 Seiten. Zum Inhalt Scott arbeitet als Webdesigner, lebt von seiner Frau getrennt, hat eine Katze und ist übergewichtig. Das ist soweit nicht ungewöhnlich. Doch Scott hat ein Problem, er nimmt jeden Tag ein halbes Kilo ab. Das ist in jedem Fall besorgniserregend, aber wir wären nicht in einer Geschichte von Stephen King, wenn dieses Problem weitere mit sich bringen würden: Er wiegt nackt genauso viel wie angezogen, auch wenn er einen Zentner Kartoffeln mit auf die Waage stellt. Scott wird also nicht dünner, er verliert die Bodenhaftung. Er sucht Rat bei Dr. Bob, der pensionierte Arzt ist jedoch ratlos. Und da wäre noch das lesbische Pärchen - Scotts Nachbarn - deren Hunde auf seinen Rasen ... na, du weißt schon. Das möchte er gerne unterbinden. Verständlich. Dann bekommt er mit, dass Missy und Deirdre Probleme in Castle Rock haben. Sie führen ein Restaurant - vegetarisch -, doch die Einwohner meiden sie. Scott ist ein wirklich netter Typ, einer mit Herz und Courage. Er will ihnen helfen. Warum? Einfach so, sagt er selbst. Ob es ihm gelingt, was er anstellt, um Frieden in Castle Rock zu stiften und ob es ein Happy End für ihn gibt, wird an dieser Stelle nicht verraten. Langes Fazit Wow, Steve, wow, dachte ich am Ende. Was für eine großartige, kleine Geschichte, die du da rausgehauen hast. Stephen King packt in »Erhebung« mehrere gesellschaftliche Themen in eine Novelle: Homosexualität, Übergewicht, Religion, Ernährung, Vegetarismus, Oberflächlichkeit, Mobbing, Vorurteile. Kurz: Erhebung ist ein Buch über das Anders-sein und die fehlende Toleranz in unserer Gesellschaft. Ein Statement an die Gesellschaft. Stephen King erhebt sich und macht auf seine persönliche Art auf unsere gesellschaftlichen Missstände aufmerksam. Mit diesem Buch erreicht er mehr Menschen - weltweit -, als wenn er auf die Straße gegangen wäre. Ein sehr guter Schachzug. Bewundernswert nahezu! »Erhebung« ist aber auch eine wunderbare Geschichte über Mut und Freundschaft, voller Ehrlichkeit und Warmherzigkeit - denn auch das ist unsere Gesellschaft. Und während ich die letzten Zeilen schreibe, bekomme ich wieder eine Gänsehaut und mir schießen die Tränen in die Augen. Fazit »Erhebung« ist eine kleine Geschichte mit einer großen Botschaft. Hier und da habe ich genickt, geschmunzelt und am Ende geweint. Mehr geht auf 143 Seiten nicht. Großartig! Absolute Leseempfehlung! Originalrezension unter: https://www.nicole-rensmann.de/2018/11/16/rezension-erhebung-von-stephen-king-heyne-verlag/

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Stephen King. Dieser Name steht für Horror, Grusel, Übernatürliches. Aber auch für Menschen. Denn kaum ein anderer Autor unserer Zeit versteht sich so vortrefflich darauf, Charaktere zu zeichnen, die in all ihren Facetten erscheinen. So lernen wir Scott Carey kennen, einen modernen amerikanischen Menschen mit zu viel Speck auf den Rippen. Er lebt in der wohlbekannten Kleinstadt Castle Rock im Bundesstaat Maine, USA. Doch nicht nur sein Gewichtsverlust beschäftigt ihn. Das lesbische Ehepaar in der Nachbarschaft, das frisch hergezogen und vom Kleinbürgertum der Stadt ignoriert und schlimmer noch gemieden wird, zum Beispiel. Auch gegen Vorurteile dererseits hat er zu kämpfen. Doch ein Akt der Freundschaft, bei dem er Deidre McComb, dem tougheren Part der Beziehung, zu Hilfe kommt, lässt ein Band zwischen einigen Menschen entstehen, die aufgrund Äußerlichkeiten sonst nicht zueinander gefunden hätten. So lächerlich im ersten Moment der Grundgedanke der Geschichte auch anmutet, so ernst nimmt man ihn nach nur wenigen Seiten. Da Scotts Körper weiterhin der eines schwergewichtigen Mannes von außen ist, behält er auch seine Muskelkraft. Nur ist diese für sein reales Gewicht viel zu viel, er kann nicht damit umgehen, springt grotesk durch die Wohnung in hohen Sätzen und kann kein Lebewesen mehr berühren, wenn er es nicht durch die Luft schleudern will. Die Absurdität des Ganzen wird mit einer großen Portion Menschlichkeit überdeckt, die mich tatsächlich auf den letzten Seiten immer wieder zu Tränen gerührt hat. Das Thema Gewicht lässt sich vielschichtig interpretieren. Vom allgegenwärtigen Kampf um sein Eigenes in unserer modernen Welt, in der es zu viele übergewichtige Menschen gibt, bis hin zu jenem Gewicht auf unseren Schultern, dass wir mit uns herumtragen müssen. So gibt Scott etwas von seiner selbstgefundenen Leichtigkeit an seine Freunde ab, löst alte Gedankenmuster auf und erhebt sich schließlich selbst über alles irdene. Fazit Das King auch anders kann, hat er schon mehrfach unter Beweis gestellt. Mit diesem Kurzroman hat er eine Geschichte geschrieben, die zu Herzen geht, die einen innehalten lässt und nachwirkt. Kritik an unserem Gesellschaftsdenken, besonders in republikanisch gestimmten Trump-Gegenden Amerikas, mischt sich mit der Kunst des Übernatürlichen. Lesenswert, auch für King-Neulinge.

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