Leserstimmen zu
Für mich soll es Neurosen regnen

Peter Wittkamp

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Peter Wittkamp habe ich zuerst auf Twitter entdeckt. Dort ist er als diktator unterwegs und ist sehr witzig. Es dauerte einige Zeit, bis ich feststellte, dass er auch Buchautor ist. Und ich war überrascht über den Titel und das Thema seines Werkes. "Für mich soll es Neurosen regnen" ist ein witziges, aufklärendes und teils mahnendes Buch über Zwangsstörungen. Der Autor geht in seinem Werk schonungslos, aber humorvoll mit sich selbst und seinen Zwängen ins Gericht. Dabei zeigt er nicht nur die negativen Seiten, sondern beschreibt auch, wie sein sonstiges, sehr erfolgreiches Leben verläuft. Ich entdeckte, dass Peter Wittkamp für die BVG-Kampagne mitverantwortlich ist (wer sie noch nicht kennen sollte, einfach mal unter #weilwirdichlieben kringelig lachen). Er schreibt für die heute-show online und ist als Texter begehrt. Gerade mit dieser beruflichen Vita empfinde ich es als mutig, nun mit offenem Visier über die eigenen Zwangsstörungen zu schreiben. Peter Wittkamp beschreibt diese nachvollziehbar und so konnte ich mir als Nicht-Betroffene ein gutes Bild davon machen, was es heißt, Dinge kontrollieren zu müssen oder den Kampf gegen den eigenen Geist aufzunehmen. Doch es gibt nicht nur humorvolle und aufklärende Kapitel. Zum Ende hin nimmt uns der Autor mit in die Psychatrie und auf seinen Weg nach unten. Respekt und Anerkennung für diese Berichte. Sie sind nicht wertend, sondern beschreibend und Peter Wittkamp zeigt auch hier, dass in allem etwas positives stecken kann. Das Buch ist für mich eine Mischung aus Biographie und Sachbuch. Durch die Kapiteleinteilung kann man es auch immer wieder in die Hand nehmen und episodenhaft lesen. Wer also mal mehr über Zwangsstörungen wissen möchte als er bei Monk sieht, sollte hier zugreifen!

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***** Rezension ***** „Für mich soll es Neurosen regnen“ von Peter Wittkamp erschien im Oktober 2019 als Hardcover bei btb. Es umfasst 318 Seiten und kostet 18,00€. Im Buch beschreibt Peter Wittkamp autobiografisch, sein Leben mit Zwangsstörungen. Eine Mischung aus trauriger Realität, Humor und eine handvoll Fakten bietet einen unverblümten Einblick in das Krankheitsbild der Zwangsstörungen. Das Buch ist klar strukturiert. Bereits im Vorwort, wird deutlich, dass das Buch sehr persönlich gestaltet ist. Das Vorwort bietet zudem die Möglichkeit, sich selbst zu überlegen, ob man dieser Art von Buch gewachsen ist. Folgende Kapitel kristallisieren den Verlauf der Krankheit heraus. Beginnend bei einer scheinbar kleinen Macke, übernehmen sie zunehmend die Kontrolle über Wittkamps Denken und Handeln. Jedes Kapitel zeigt bereits in der Überschrift, zu erwartende Themenfelder an. Der Satzbau ist durchgängig einfach gehalten und leicht verständlich. Mich sprach das Buch aufgrund seines Titels an. Neurosen werden selten so persönlich beschrieben. Es interessierte mich, weil ich selbst betroffen bin. Im Buch stellt der Autor viele einschneidende Erlebnisse humorvoll dar, auf dem ersten Blick, wirkt dies locker, doch liest sich auch Unsicherheit und Angst aus diesen Zeilen heraus. Mir, als Betroffene, hat das Buch wahnsinnig viel gegeben. Ich empfehle es besonders Angehörigen, betroffener Personen.

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"Gefühl der Angst, obwohl man erkennt, dass alles an dieser Angst irrational ist." (Seite 44) Die ersten Zwangshandlungen (ein Waschzwang) traten bei Peter Wittkamp - Autor, Werber, Gagschreiber - in seiner Jugend auf, doch verschwanden dann wieder. Zwanzig Jahre später kehren sie zurück, diesmal als eine ganze Palette an Zwängen, v.a. als Kontrollzwang und als magisches Denken. In ‚Für mich soll es Neurosen regnen‘ erzählt Wittkamp von seinen Zwängen, wie sein Alltag aussieht, was er gegen die Zwänge tagtäglich tut und wie schwer das ist. Er erklärt an seinen eigenen Zwangsgedanken und Zwangshandlungen, was ein Zwang ist, wie sich Zwänge entwickeln, was eine Zwangsstörung genau ausmacht, was kurz- und langfristige Konsequenzen von Zwangshandlungen und Zwangsgedanken sind, und wie man sie wieder los werden kann. Zudem macht er deutlich, was Spleens und Schrullen von einer Zwangsstörung unterscheidet, erzählt von Psychotherapie und Psychiatrie, bietet persönliche Tipps, was gegen Zwänge helfen kann. Ich bin "vom Fach", habe aber noch keine praktische Erfahrung mit der psychotherapeutischen Behandlung von Zwängen. Ich kenne den theoretischen Hintergrund aber recht gut und finde, dass es Wittkamp sehr gut gelungen ist, diesen auch für Laien verständlich zu machen. Ganz besonders gefallen hat mir, dass Wittkamp sehr gut erklärt, was Zwänge genau sind und warum es so schwer ist, Zwangshandlungen und Zwangsgedanken einfach zu unterlassen, wieso dies so starke Ängste auslöst. Wittkamp zeigt aber auch auf sehr anschauliche Weise, wie stark Zwänge den Alltag dominieren und das Leben verändern, wie sehr sie zermürben und wie ein Teufelskreis aus Zwang und Angst entsteht und aufrechterhalten wird. ‚Für mich soll es Neurosen regnen‘ ist amüsant und selbstironisch, aber auch tragisch. Ich fand die Lektüre einerseits unterhaltsam, weil Wittkamp einfach zu unterhalten weiß, aber ich fand es auch gut und wichtig, dass er so ausführlich über Zwänge informiert und die Verzweiflung der Betroffenen zeigt, denn Zwänge werden immer noch gerne als schrulliges, lustiges Verhalten abgetan, das von der Allgemeinbevölkerung nicht recht ernst genommen wird. Wittkamp wird diesem Aspekt gerecht und klärt so auch Nicht-Betroffene über die oft wenig einfühlbare Thematik auf, so dass er mit seinem Buch eine dringend notwendige Aufklärungsarbeit leistet. "Jedes Ding hat drei Seiten: eine positive, eine negative und eine komische." (Seite 100, Zitat von Karl Valentin) Peter Wittkamp: Für mich soll es Neurosen regnen. Mein Leben mit Zwangsstörungen. btb, 2019, 318 Seiten; 18 Euro.

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Dieses Mal gibt es eine Rezension zu einem etwas anderen Buch. In "Für mich soll es Neurosen regnen" schreibt der Autor Peter Wittkamp, wie es ihm mit den Zwangsstörungen ergeht und wie die Krankheit sich bei ihm entwickelte. Als Beruf ist er Gag-Schreiber und somit hat er dieses Buch auf eine sehr humorvolle Weise verfasst. Immer wieder musste ich lachen, da er es geschafft hat ein so ernstes Thema lustig da stehen zu lassen, ohne es dabei ins Lächerliche zu ziehen. Als Betroffener weiß er schließlich selbst, wie hart das Leben mit Zwängen sein kann. Dennoch versucht er viele Erlebnisse aus seinem Leben mit Humor zu nehmen. Peter Wittkamp schafft eine gute Balance zwischen der witzigen Unterhaltung des Lesers und der Vermittlung wichtiger Informationen. Er erklärt ausführlich, was Zwänge eigentlich sind, geht auf verschiedene Kategorien ein und beschreibt mögliche Ursachen der Krankheit. Viele Beispiele werden aus seinem Leben erzählt, die manchmal etwas zu ausführlich sind. Dennoch erfährt man dadurch gut, wie Zwänge im Alltag auftreten können. Zum Ende hin gibt er Betroffenen hilfreiche Tipps auf dem Weg, die ihm selbst geholfen haben. Das Buch ist unglaublich witzig geschrieben und ich habe selten so viel beim Lesen gelacht. Dennoch ist es erschreckend zu erfahren, wie stark Zwänge das Leben einer Person beeinflussen können. Peter Wittkamp versucht verständlich zu erklären, warum Betroffene den Zwang nicht einfach ignorieren können. Deshalb ist das Buch auch sehr für Angehörige zu empfehlen, da es helfen kann die Krankheit besser zu verstehen. Zu Beginn warnt er Betroffene, die Zwänge schnell von anderen übernehmen, die Finger von dem Buch lassen. Deshalb ist es schwierig zu sagen, ob es empfehlenswert für Menschen mit Zwangsstörungen ist. Das sollte jeder für sich selbst entscheiden. Ich vergebe 4 von 5 Sternen, da es manchmal etwas zu ausführlich erzählt wird, mir es aber ansonsten sehr gut gefallen hat.

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