Leserstimmen zu
Die Schwestern vom Ku’damm. Wunderbare Zeiten

Brigitte Riebe

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In diesem Band der Thalheim-Triologie steht nun die schöne, lebenslustige Silvie mit der betörenden Stimme im Mittelpunkt der Fortsetzung, die mit dem einsetzenden Wirtschaftsaufschwung 1952 beginnt. Silvie ist entschlossen, das Leben zu tanzen und ist der Meinung, dass die Zeit reif wäre für wunderbare Zeiten. Immerhin ist ihr Zwillingsbruder Oscar nach 10 Jahren endlich wieder zu Hause! Doch Oscar hat mehr als nur vier Zehen verloren. Ihm fehlt der Glaube an sich und das Leben. Er versucht sich zu spüren, indem er Grenzen austestet und dabei gefährlich weit geht. Rike, die Vernünftige, wird in ihrer Verantwortung immer weiter eingeschränkt und muss zusehen, wie Oscar ihren Lebenstraum gefährdet. Friedrich ist glücklich, dass endlich sein Stammhalter wieder zurück ist und verschließt seine Augen vor der Realität. Rike habe nun Kinder, da ist es wichtig, dass Oscar mehr in die Führung eingebunden wird. Doch der Sohn wünscht das nicht und gerade Rikes Tochter Anna gerät dadurch in Gefahr. Silvie die mittlerweile beim Rias sehr erfolgreich als Redakteurin und Moderatorin arbeitet, muss zu Annas Schutz eingreifen, obwohl sie selbst von ihrem Ziel, „Ein Mann, Ein Haus, Ein Kind“ meilenweit entfernt ist. Nesthäkchen Flori spürt die Veränderungen in der Stadt, deren Teilung immer rigoser wird und scheint ihren Eltern immer mehr zu entgleiten. Dafür kommt Miri auf Bitten von Rike zurück aus Israel. Ein Segen für alle Familienmitglieder. In den 50ern erblüht die Bundesrepublik zu neuem Wohlstand, doch Berlin ist durch seine Insellage inmitten der DDR etwas außen vor. Im Ostteil gibt es immer noch Lebensmittelmarken, auch 10 Jahre nach Kriegsende noch. Das macht die Arbeit im westlichen Stadtteil für die Frauen aus dem Osten sehr attraktiv. Doch durch einen Staatsvertrag dürfen die Thalheims diesen Mitarbeiterinnen nicht den gleichen Lohn zahlen und schon gar nicht komplett in DM. Auch andere Besonderheiten der geteilten Stadt treten immer deutlicher hervor. Da der Bruder des Patriarchen Onkel Karl und seine geschiedene Ehefrau Lydia, noch immer im Osten leben, bekommen die Thalheims das unmittelbar mit. Karl lebt aus Überzeugung im Osten, weil er an den Arbeiter- und Bauernstaat glaubt, auch wenn er immer stärker, dessen von Menschenhand eingeführten Fehler und Gefahren sieht und versteht. Lydia ist mit einem Pastoren verheiratet, der seine Gemeinde in Zeiten der Not nicht verlassen will. Obwohl dessen Töchter hervorragende Schülerinnen sind, werden ihre Leistungen nicht angemessen honoriert, da sie die Repressalien gegen die Kirche zu spüren bekommen. Im Laufe dieses Bandes bekommt man deutlich zu spüren, wie die Durchlässigkeit zwischen den Berliner Stadtteilen immer weiter eingeschränkt wird und gegen Ende auch die Teilnahme an Familienfesten immer schwieriger. Eingebunden in die Handlung erlebt man als Hörer diese langsamen, aber stetigen Veränderungen ganz deutlich und gefühlt hautnah mit. Etwas unheimlich, wenn man weiß was da noch auf die Berliner zukommen wird, aber immerhin kennt man im Jahre 2019/2020 auch das Ende der Teilung. Nach dem Tod ihres älteren, intellektuellen, verheirateten Geliebten im Gefängnis der DDR ist Silvie am Boden zerstört und glaubt nicht mehr an die Liebe, bis sie den jüngeren, lebenshungrigen Schauspieler Wanja kennen lernt. Bis auf Oscar, Flori und Miri trifft Wanja bei den Thalheims auf Ablehnung. Doch ist er der Richtige für Silvies Lebenstraum? Silvie ist die lebenslustige, sinnliche Thalheim-Schwester und doch auch in den Träumen ihrer Generation von einer heilen Familie gefangen. Obwohl das Familienkaufhaus nicht ihr Leben darstellt, fühlt sie sich doch auch immer wieder für dessen Zukunft mitverantwortlich und lässt sich einbinden, jedoch ohne ihrer eigenen Karriere bei Rundfunk gänzlich den Rücken zu zukehren. Dadurch lernt man über ihre Arbeit auch interessante Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, der Kultur und sogar Willi Brandt kennen. Immer wieder wird das Zeitgeschehen unmittelbar mit dem Schicksal der Familie verbunden. Allerdings treten auch die Sünden der Väter inzwischen deutlich zu Tage. Friedrich hält an seinem Weg und seinen Ansichten fest, doch ein ehemals Vertrauter hat beschlossen sich an der Familie zu rächen und fordert einen immer höheren Preis. Er scheint nie genug zu bekommen. Ausgerechnet die von allen als flatterhaft belächelte Silvie kann ihren kühlen Kopf beweisen, sie die das Leben spürt, die Emotion statt Vernunft zu sein scheint, erspürt das Notwendige und zögert nicht es umzusetzen. Silvie mochte ich schon im ersten Band sehr gerne, in dem sie schon eine starke Präsenz zeigte. Rike tritt nun zurück und Claire scheint kaum noch vorhanden. Ausgerechnet die ungeliebte Tante Lydia macht mehr von sich reden und zeigt ihre menschlichen Seiten und auch Reue, auch wenn sie nicht aus ihrer Haut kann. Es gibt sehr persönliche Momente des Glücks und der Verzweiflung, die wie im echten Leben aufeinander folgen, Spannung und Gefühl aufbauen, ohne gehetzt zu wirken oder träge dahinzuplätschern. Das Tempo empfinde ich als genau richtig! Die Erzählweise ist einnehmend und fesselnd. Wie auch der erste Band konnte mich diese Fortsetzung voll für sich einnehmen und begeistern. Allerdings hat sich mein Eindruck bestätigt, dass ich lieber Anna Thalbach als Silvie Thalheim gehört hätte und Stefanie Stappenbeck als Rike. Es sind beide von mir sehr geschätzte Schauspielerinnen, die ich vielleicht auch in dieser Kombination in einer Verfilmung besetzt hätte, stimmlich, wäre es mir aber andersherum lieber gewesen. Anna Thalbach hat einfach dieses Timbre, diesen Schmelz und diese Kratzigkeit in der Stimme, die sie unverwechselbar macht, die polarisiert. So habe ich mir Silvies Stimme vorgestellt, mit der sie am Mikro fesselt, egal ob sie singt, oder interviewt. Stefanie Stappenbeck hat eine schöne, angenehme und sehr weibliche Stimme. Die Berliner Schnauze liegt ihr, aber die Verführung durch nur ein Wort weniger und Silvie ist immerhin die, deren Sendung „Stimmen“ heißt. Sie spricht absolut lebendig, gibt ihren Helden Persönlichkeit und konnte mich auch wirklich an die Geschichte fesseln. Wie gesagt, es ist nur das Problem, dass ich die Sprecherinnen jeweils als die Traumbesetzung der jeweils anderen Schwester empfinde, ohne, dass es ihre Leistung schmälert. Anna Fischer als Flori kann ich mir allerdings sehr gut vorstellen und vielleicht wird Miri auch noch ein Prequel vergönnt? Eine wunderbare Reihe, die mit der Geschichte des Nesthäkchens Flori, der Künstlerin inzwischen schon fortgesetzt ist. Ich freue mich schon total darauf! Ein echtes Hörhighlight, das wieder unerwartete Wendungen bietet und mit einem Paukenschlag endet! Skandal oder Glück in den noch recht biederen 50er Jahren? Das bleibt abzuwarten und wird sich im nächsten Band „Tage der Hoffnung“ zeigen. Ganz herzlichen Dank für dieses Herzenshörbuch an Randomhouse Audio! #zuhausehören #hörbuchliebe #buchladenliebe #hören #ichhöremeinbuch #dieschwesternvomkudamm #wunderbarezeiten #brigitteriebe #stefaniestappenbeck #randomhouseaudio #berlin #fünfzigerjahre #wirtschaftswunder #hörbuchblogger

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Es ist schon 8 Monate her, dass ich den ersten Teil gelesen habe, aber in den zweiten Teil habe ich sehr schnell reingefunden. Es ist eine gelungene Fortsetzung mit vielen spannenden, teils dramatischen Wendungen. Stefanie Stappenbeck liest die Geschichte sehr einfühlsam. Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen und ich freue mich schon auf den dritten Teil.

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Eigentlich mag ich keine gekürzten Hörbücher. Mir ist ehrlich gesagt sogar schleierhaft, warum so etwas überhaupt produziert wird. Da es von „Wunderbare Zeiten“, dem zweiten Teil der „Die Schwestern vom Ku’damm“-Reihe, aber kein Hörbuch in ganzer Länge gibt, habe ich nach kurzem Zögern doch zur gekürzten Version gegriffen. Ich bin gerade hörbuchmäßig total auf dem historischen Trip und habe deshalb dringend Nachschub benötigt. Silvi Thalheim, die mittlere und in früheren Jahren sehr rebellische der drei Thalheim-Schwestern, hat mittlerweile zumindest beruflich ihren Platz im Leben gefunden und präsentiert erfolgreiche eine eigene Sendung im Radio. Trotzdem ringt sie mit sich selbst, ob sie im familieneigenen Modekaufhaus nicht mehr Verantwortung übernehmen müsste. Und dann gibt es da auch noch ihr Privatleben, das eine einzige Baustelle zu sein scheint. „Kein Mann. Kein Haus. Kein Kind.“ Ob da ein exzentrischer Jungschauspieler der richtige Mann fürs Leben ist? Eins vorneweg, ich liebe es mit den Schwestern vom Ku’damm in die Nachkriegszeit einzutauchen. Nachdem wir im ersten Teil zusammen mit der verantwortungsbewussten Rieke die dunklen Jahre direkt nach dem Krieg durchlebt haben, geht es mit Silvi in die Zeit des Wirtschaftswunders. Ich muss zugeben, im ersten Teil fand ich Silvi mit ihrer aufgedrehten Art und dem mangelnden Pflichtbewusstsein eher anstrengend. In dem aus ihrer Sicht erzählten „Wunderbare Zeiten“ lernte ich sie und ihre Beweggründe viel besser kennen und meine Meinung hat sich um 180 Grad gedreht. Nun ist mir die spießige, immer super korrekte Rieke ein wenig unsympathisch geworden. Mit der ich mich im ersten Band super identifizieren konnte. Ich mag die Atmosphäre in den Ku’damm-Büchern super gerne. Für mich sind die manchmal dramatischen Geschichten, die trotzdem eine gewisses „Wohlfühlambiente“ schaffen, die perfekte Unterhaltung auf Autofahrten. Ich weiß, dass unter meinen Lesern welche sind, denen die ZDF-Serie „Ku’damm 56“ und „Ku’damm 59“ genauso gut gefallen hat wie mir. All denen kann ich auch „Wunderbare Zeiten“ von ganzem Herzen empfehlen. Und inwiefern hat mich nun das „gekürzte“ an diesem Hörbuch gestört? Nun ja, ich weiß natürlich nicht, was weggelassen wurde. Aber eins ist mir aufgefallen: es muss umformuliert worden sein, denn nur so kann ich mir den Fehler erklären, dass zweimal beinahe wortgleich erwähnt wurde, dass Flori, die dritte der Thalheim-Schwestern, durchs Abitur gefallen ist. Stefanie Stappenbeck, die ich bislang nur als Schauspielerin und nicht als Sprecherin von Hörbüchern kannte, hat bis auf eine Ausnahme einen guten Job gemacht: ihre Darstellung der italienischen Schwiegermutter von Rieke in „Wunderbare Zeiten“ war mir zu übertrieben. Das hatte was von Bauerntheater. Ich freue mich schon darauf, im April 2020 zum großen Finale mit der dritten Thalheim-Schwester auf den Ku’damm und zu den großen und kleinen Dramen der Familie Thalheim zurückzukehren.

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Turbulente Zeiten ... Die Schwestern vom Ku’damm. Wunderbare Zeiten MP3-CD Diane Jordan Ich bin „kein“ Berliner und war leider auch erst zwei Mal vor Ort, was ich sehr bedauere, denn dort gibt es massig viel zu entdecken und wie ich finde auch zu fotografieren. Nur zu gerne habe ich daher „Die Schwestern vom Ku´damm“ als Hörbuch für mich entdeckt. Der Zweite Teil der Trilogie begeistert mich schon durch das wunderschöne pastellige Cover. Die Aufbruchsstimmung, das Wirtschaftswunder, die wunderschöne Frau, die leichtfüßig inmitten des Trubels auf dem Ku´damm unterwegs zu sein scheint. Der Blick unternehmungslustig, das Haupt erhoben und entschlossen, die Welt zu erobern. Freudig setze ich meine Kopfhörer auf und lasse mich auf die Familiengeschichte ein. Teil 1 ist mir schon bekannt und daher bin ich gespannt, wie es mit den Thalheim-Schwestern weiter geht. Ich freue mich weiteres, über Rikes, Oskars, Silvies und Florentines Schicksal zu erfahren und tauche flugs in die Geschichte ein. Meine Begeisterung für Familiengeschichten dürfte längst hinreichend bekannt sein. Grins ☺, neu ist mein Faible für Berlin, die 50er Jahre und das Thalheim Imperium. Historisch wertvoll, einfühlsam, beeindruckend, mitreißend geschildert und fein vertont. Und zur Zeit auch besonders aktuell, ich sage nur 30 Jahre Mauerfall. So unterschiedlich wie das Leben, sind auf den ersten Blick auch die drei Schwestern. Das gefällt mir und sorgt für zusätzliche Spannung. Ging es im ersten Teil noch um die älteste Schwester Rike, ist diese CD Silvie und ihrem Tun gewidmet. Als Hörer erfährt man viel über Mode, Schnitte, Zeitgeschehen und den Rundfunksender RIAS. Dort sorgt Schwester Silvie für ordentlich Rummel im Radio. Aber wo Licht ist, ist ja bekanntlich auch Schatten. Es ist die Zeit, wo Florentine auf der Bildfläche erscheint und für Familienspannungen sorgt. Jedenfalls ist die Thalheim-Saga unheimlich unter die Haut gehend, mega spannend, gut recherchiert und aufbereitet, wie ich finde. Wer Babylon Berlin gut fand, wird um diese Geschichte nicht herum kommen. Und die zwei CDs mit acht Stunden, 20 Minuten Laufzeit vergehen wie im Flug, das verspreche ich euch. ...AUFBRUCH, PETTICOATS UND ROCK´n´ ROLL... Inhalt: Wirtschaftswunder, Kaufrausch, Träume in Pastell Berlin, 1953: Während für Rike – die älteste Schwester – das Kaufhaus an erster Stelle steht, interessiert die mittlere Schwester Silvie nur das Vergnügen. Das Kaufhaus läuft bestens. Rike bemüht sich, nur das Neueste vom Neuen anzubieten: Petticoats, Nylonstrümpfe und Waren, die sie nach dem Vorbild italienischer Mode fertigen lässt. Doch die Dynamik in der Familie hat sich verändert. Die Wunden des Krieges sind verheilt und die Männer weigern sich, die Geschäfte allein den Frauen zu überlassen. Erst als Florentine, die Jüngste, gegen alles und jeden rebelliert und die Familie zu entzweien droht, wird Silvie klar, dass auch sie Verantwortung übernehmen muss ... Die Autorin: Brigitte Riebe ist promovierte Historikerin und arbeitete zunächst als Verlagslektorin. Sie hat mit großem Erfolg zahlreiche Romane veröffentlicht, in denen sie die Geschichte der vergangenen Jahrhunderte wieder lebendig werden lässt. Ihre Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Die Autorin lebt mit ihrem Mann in München. Stefanie Stappenbeck wurde mit elf Jahren fürs DDR-Fernsehen entdeckt. Es folgten Theater-Engagements, u.a. am Berliner Ensemble und den Hamburger Kammerspielen, aber auch zahlreiche Rollen in Film- und TV-Produktionen. 1999 erhielt sie für Dunkle Tage den Förderpreis des Deutschen Fernsehpreises. Außerdem wurde sie mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet und zweimal zur Schauspielerin des Jahres gewählt. Zuletzt brillierte Stappenbeck als Ermittlerin im Polizeiruf 110. Weitere Bücher/Hörbücher: „Palast der blauen Delphine“, "Marlenes Geheimnis" (Diana Verlag, 2017), "Die Schwestern vom Ku'damm Band 1 - Jahre des Aufbaus", „Die Schwestern vom Ku'damm: Tage der Hoffnung (Die 50er-Jahre-Trilogie, Band 3)“, Fazit: 5***** „Die Schwestern vom Ku’damm. Wunderbare Zeiten“ sind im Random House Audio Verlag erschienen. Stefanie Stappenbeck leiht als Sprecherin der zweiten Thalheim-Schwester ihre Stimme und erweckt diese mit ihrer angenehmen Stimme zum Leben. Die Hörbücher sind mein persönliches „must have“ für die nasskalte Jahreszeit und ich freue mich schon jetzt auf den dritten Teil dieser spannenden Familiengeschichte.

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