Leserstimmen zu
Die Lüge

Mattias Edvardsson

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Die Lüge Diane Jordan Zurück aus dem Urlaub, ist die Wäsche zwar frisch gewaschen, leider aber noch nicht gebügelt. Da bietet es sich geradezu an, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Dem doch eher langweiligen, aber durchaus nötigen Bügelspaß, etwas aufzupeppen und mit einem super Hörbuch zu toppen. „Die Lüge“ von Mattias Edvartsson, scheint mir da als Krimi-Fan, sehr geeignet. Das Cover sieht ansprechend aus und zack habe ich die Kopfhörer auf den Ohren. Der dramatische Nervenkitzel spielt im schwedischen Lund. Das finde ich schon mal sehr gut, da ich dort schon einmal war und mir daher vorstellen kann, wie es dort so ist. Die Protagonisten Adam, Ulrika und Stella wirken auf den ersten Blick, eher harmlos und spießig und wie eine Durchschnittsfamilie. Die Geschichte wirkt alltäglich und als Zuhörer kann man sich durchaus vorstellen, dass es so in „normalen“ Familiengebilden auch laufen könnte. Allerdings fällt mir sofort auf, dass der Vater Pfarrer und die Mutter Rechtsanwältin ist. Mein Kopfkino springt an und ich lasse mich in den Sog der durchaus spannenden Geschichte ziehen. Der Plot ist so gestaltet, dass man als Zuhörer in drei separaten Teilen, Stückchen für Stückchen, ähnlich wie beim Puzzle spielend „scheinbare“ Wahrheiten erfährt, die nach und nach auch Sinn machen und zum Verständnis der Geschichte beeitragen. Auffällig scheint mir dabei nur, dass alle drei lügen, dass sich die Balken biegen. Von einem Pfarrer und einer Anwältin hätte ich das allerdings eher nicht erwartet. Allerdings darf man meines Erachtens nicht außer Acht lassen, dass sie ihre nicht so einfache Tochter schützen wollen, weil sie Stella verständlicher Weise sehr, sehr lieb haben. Aber bei Mord hört der Spaß ja bekanntlich auf und so ist es nicht verwunderlich, dass die Tochter sich vor Gericht mit einer Mordanklage wiederfindet. Die Charaktere der einzelnen Familienmitglieder werden, meiner Meinung nach, vom Autoren Edvartsson gut beschrieben. Als Zuhörer entstehen daher gute Bilder vor dem inneren Auge und der psychologische Nervenkitzel, mit dem doch sehr hohen Spannungsbogen, steigt von CD zu CD. Mir persönlich gefällt mein Schwedenkrimi zum Bügeln sehr gut. Land, Leute und Plot sind hervorragend gewählt und es wird den Figuren ein entsprechendes Leben eingehaucht. Fantastisch von den drei Sprechern vorgetragen, finde ich es fast ein wenig schade, als der Hörgenuss vorbei ist. Denn das war wirklich eine tolle, gedankliche Auszeit vom stumpfsinnigen Bügeln. ... Eine fast perfekte Familie, ein brutaler Mord, drei Wahrheiten ... Inhalt: Verborgen hinter Lügen, liegt eine Wahrheit, die nie ans Licht kommen sollte … Lund, Schweden: eine ganz normale Familie. Adam ist Pfarrer, Ulrika Anwältin und Stella ihre rebellierende Tochter. Kurz nach ihrem 19. Geburtstag wird Stella als Mordverdächtige verhaftet. Ein Mann wurde erstochen aufgefunden. Doch woher hätte sie den undurchsichtigen und wesentlich älteren Geschäftsmann kennen sollen und vor allem, warum hätte sie ihn töten sollen? Adam und Ulrika müssen sich fragen, wie gut sie ihr eigenes Kind wirklich kennen – und wie weit sie gehen würden, um es zu schützen … Autor: Mattias Edvardsson lebt mit seiner Frau und den beiden gemeinsamen Töchtern außerhalb von Lund in Skåne, Schweden. Wenn er keine Bücher schreibt, arbeitet er als Gymnasiallehrer und unterrichtet Schwedisch und Psychologie. Mit seinem Roman »Die Lüge« eroberte er auf Anhieb die Top 10 der SPIEGEL-Bestsellerliste und wurde nicht nur von den Lesern gefeiert, sondern auch von der Presse hochgelobt. Sprecher: Anna Thalbach, geboren 1973, lebt und arbeitet in Berlin. 2008 erhielt sie den Deutschen Hörbuchpreis als Beste Interpretin und gehört zu den gefragtesten Hörbuchsprecherinnen Deutschlands. Für Random House Audio liest sie beide Romane von Katherine Webb. Nellie Thalbach, geboren 1995 in Berlin, ist die Tochter der Schauspielerin Anna Thalbach, sowie die Enkelin der Schauspielerin Katharina Thalbach. Sie selbst ist, der Familientradition folgend, ebenfalls Schauspielerin. Seit 2011 spielt sie regelmäßig an der Komödie am Kurfürstendamm und war auch schon im Deutschen Theater Berlin zu sehen. Auch in TV und Kino spielte sie bereits mehrere Rollen. Fazit: 5***** „Die Lüge“ von Mattias Edvardsson ist im Random House Audio Verlag erschienen. Die zwei CDs werden einfühlsam und beeindruckend von Anna und Nellie Thalbach sowie von Hannes Hellmann vorgetragen.

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Die Lüge

Von: analog 2.0

22.08.2019

Es geht in Die Lüge um die 19jähirge Stella die unerwartet verhaftet und des Mordes an ihrem Liebhaber beschuldigt wird. Sie landet in Untersuchungshaft und ihre Eltern bleiben geschockt und verunsichert zurück. Ihr Vater ist der örtliche Pfarrer und ihre Mutter ist Rechtsanwältin. Mit Hilfe eines alten Anwaltskollegen versuchen beide ihre Tochter aus dem Gefängnis zu bekommen und herauszufinden was nun eigentlich wirklich passiert ist. Die Lüge von Mattias Edvardsson hat mich leider nicht umgehauen. Ich mochte den Schreibtstil. Das Buch wird aus der Sicht von Vater, Mutter und Stella erzählt. Ich fand, dem Autor ist es gut gelungen seine Wortwohl an die Charaktere anzupassen. Dies bleiben aber trotzdem sehr starr und oberflächlich und es flossen viele Klischees mit ein. Trotzdem kam für mich leider nicht viel Spannung auf. iDie Geschichte hat sich sehr in die Länge gezogen. Das Augenmerk lag deutlich stärker auf der Familiengeschichte als auf dem Mordfall. Im Prinzip wäre das auch kein Problem, Familiengeschichten sind toll. Das Erbe von Mattias Edvardsson wird aber als „fesselnd und trügerisch“ beworben, das kann ich nicht bestätigen. Ich weiß nicht, ob es an der Geschichte lag oder einfach an dem kühlen Setting. Leider konnte auch die geniale Sprecherkombination aus Anna Thalbach, Nellie Thalbach und Hannes Hellmann das Hörbuch nicht mehr retten. Ich habe trotz alle dem lange gebraucht mich in die Geschichte einzufinden und dachte ständig irgendwas muss doch noch kommen. Wie man an den vielen sehr guten Bewertungen für dieses Buch sieht, sind Meinungen wohl doch sehr subjektiv. Nur weil ich dieses Hörbuch nicht mochte, heißt es nicht, das es nicht seine Liebhaber finden wird.

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Was bleibt von einer „heilen Familie“, wenn die Tochter unter Mordverdacht steht und in Untersuchungshaft sitzt? Mit welchen Gefühlen kämpft jedes Familienmitglied in einer solchen Ausnahmesituation? Und die größte Frage: was ist wirklich passiert an diesem Freitagabend? Mattias Edvardsson entwirft in seinem Krimi „Die Lüge“ ein spannendes Szenario. In drei Abschnitten, geschrieben jeweils in der Ich-Form aus Sicht des Vaters, der Tochter und schließlich der Mutter, beleuchtet er die Zeit nach einem Verbrechen und ihre Auswirkungen auf eine „ganz normale“ Familie... Er erzählt jedoch nicht in jedem Abschnitt die komplette Geschichte, sondern schafft es, den Spannungsbogen so zu bauen, dass dieser Roman bis zur letzten Seite packend bleibt. Ich jedenfalls konnte das Buch kaum zur Seite legen und habe die fast 550 Seiten in kurzer Zeit gelesen. Besonders faszinierend fand ich, wie die Charaktere und ihre Sehnsüchte lebendig werden und wie man nachvollziehen kann, was sie zu ihren Handlungen treibt. So hat der Vater im Rahmen der etwas schwierigen Pubertätsphase seiner Tochter Stella eine Art Kontrollzwang entwickelt, was ihm das Mädchen jedoch immer weiter entfremdet. Stella hingegen versucht mit aller Macht unabhängig zu werden und ihr ungestümer Freiheitsdrang, der mit den Charaktereigenschaften des Vaters so gar nicht zusammenpasst, führt immer wieder zu starken Konflikten. Stellas Mutter Ulrika hingegen kommt nur schwer mit ihren Schuldgefühlen klar – als Stella „schwierig“ wurde, hat sie sich in ihre Arbeit gestürzt und sich so manches Mal gewünscht, dass Stella mehr so wäre wie deren beste Freundin Amina – ein angepasstes, strebsames Mädchen. Aber darf eine Mutter so denken? Ulrika sieht ihre fehlende Loyalität gegenüber Stella als einen Grund an, der ihre Tochter vielleicht zu einem Verbrechen getrieben haben könnte. Jeder der drei Hauptfiguren hat mit inneren Konflikten zu kämpfen – obwohl alle drei doch eigentlich nur eine funktio-nierende Familie wollen. Jeder hat Schuldgefühle und jeder versucht auf seine Art, andere zu schützen – auch wenn das zum Teil weitere strafbare Handlungen nach sich zieht, die große Konsequenzen haben können. Die konkreten Zusammenhänge werden tatsächlich erst auf den letzten 100 Seiten offenbar, als es um das Gerichtsverfahren gegen Stella geht. Und was sich wirklich abgespielt hat in jener Nacht, erfährt der Leser sogar erst auf der allerletzten Seite (nicht spicken jetzt, falls das Buch vor euch liegt!!!). Ich fand den Aufbau wirklich sehr clever und habe über die gesamte Länge des Romans keine „Hänger“ gespürt, also Stellen, an denen meine Lesefreude nachgelassen hätte. So muss ein Krimi sein, dann hat er sich seine 5 Sterne auch redlich verdient! Hoffentlich gibt es bald Nachschub von Mattias Edvardsson.

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Wie weit geht man, um die eigene Familie, allen voran die unter Mordverdacht stehende 19jährige Tochter, zu schützen? Was ist man bereit, zu tun? Grob darum handelt dieses Hörbuch von Mattias Edvardsson. Adam, ein Pfarrer und Ulrika, eine Rechtsanwältin leben ihr anscheinend ganz normales Familienleben gemeinsam mit der eher schwierigen Tochter Stella. Stella ist 19 und - um es mal mit einem Zitat aus dem Buch zu sagen - "Stella ist eben Stella - entweder man liebt sie oder man hasst sie". Eines Tage gerät Stella unter Mordverdacht und kommt in Untersuchungshaft. Und nun beginnt die Geschichte, die wirklich so einiges zu bieten hat, wie ich finde. Es ist kein reiner Krimi, der sich einfach nur auf den Mordfall, dessen Aufklärung und das dazugehörigen Drum und Dran konzentriert. Vielmehr geht es hier um Familie. Und um Freundschaft. Ich finde es nahezu genial vom Autor aufgebaut, weil so nach und nach die Einzelheiten der anscheinend völlig harmonischen und intakten Familie zum Vorschein kommen. Über Stella - am Anfang noch als die perfekte Tochter dargestellt - erfährt man immer mehr Dinge, die sie eben doch nicht so perfekt dastehen lassen. Und die immer wieder die Frage aufwerfen: "hat sie ihn tatsächlich getötet?". Und auch Adam, der seriöse, immer freundliche und ruhige Pfarrer bekommt so nach und nach kleine Risse. Ebenso wie Ulrika, die eben nicht einfach nur die erfolgreiche Rechtsanwältin und hingebungsvolle Mutter ist sondern die auch einige Dinge im Leben zu meistern hat, die ihr zu schaffen machen. Kurz gesagt: irgendwie sind alle von ihnen eben doch nicht der Heilen Welt entsprungen sondern haben so ihre Macken und Fehler. Die Art und Weise, wie dem Hörer das offenbart wird, ist aber wirklich toll gemacht. Häppchenweise durch diverse Rückblicke, erfährt man immer mehr. Und ich muss sagen: ich hatte sie nacheinander alle im Verdacht: Stella, den Vater Adam, die Mutter Ulrika, Stella´s beste Freundin Amina und die Ex-Freundin des Todesopfers, Linda. Und es dauert tatsächlich bis fast ganz zum Schluss, ehe sich dann alles zu einem Kreis schließt... allerdings nicht ohne Überraschungseffekt. Meine gehörte Version (ISBN 9 783837 146554) besteht aus 2 mp3-CDs mit einer Gesamtspielzeit von ca. 11 Stunden und 7 Minuten. Gelesen von Hannes Hellmann (Vater Adam), Nellie Thalbach (Tochter Stella) und Anna Thalbach (Mutter Ulrika). Das Hörbuch ist so gestaltet, dass die erste CD komplett vom Vater erzählt wird und dann, auf CD 2, hört man zunächst zu ca. zwei Dritteln die Geschichte erzählt von Stella und den Rest dann erzählt von Mutter Ulrika. Wobei ich anmerken muss, dass mir die Art und Weise, wie Hannes Hellmann hier liest, nicht wirklich gefällt. Er spricht die einzelnen Worte zu deutlich artikuliert aus, es hört sich gestelzt und eben sehr abgelesen und künstlich an. Da habe ich eine ganze Weile gebraucht, um mich reinzuhören. Nellie und Anna Thalbach lesen da schon besser. Aber das ist natürlich nur meine ganz eigene, subjektive Meinung. Geschmäcker sind ja zum Glück und bekanntlich verschieden. Alles in allem kann ich das Hörbuch jedem Fan (skandinavischer) Krimis empfehlen und gebe 4 von 5 Sternen (einen Stern ziehe ich tatsächlich für das Hörerlebnis vor allem der kompletten 1. CD (die wurde nur von Hannes Hellmann gelesen) ab... es war für mich wirklich gewöhnungsbedürftig, ohne jemandem zu nahe treten zu wollen.

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Zum Inhalt: Wie weit ist man bereit sein eigenes Kind zu schützen. Was würde man alles tun um es vor Schaden zu bewahren? Diese Frage stellen sich Adam von Beruf Pfarrer und seine Frau Ulrika, die als Rechtsanwältin arbeitet. Ihre einzige Tochter Stella, die gerade mitten in der Pubertät steckt und sich ausprobiert, wird verhaftet und muss in Untersuchungshaft. Kurz nach Ihrem 19. Geburtstag steht sie unter Mordverdacht. Denn sie soll einen älteren Mann erstochen haben. Mein Fazit: Sensationell geschrieben und perfekt vorgelesen. Wer sich diesen Schwedenkrimi gönnt kann sich auf einen ganz besonderen Hörgenuss mit Anna & Nellie Thalbach und Hannes Hellmann freuen. Dieser Roman verrät das unerwartete Ende wirklich erst am Schluss. Bis zur Auflösung allerdings vermutet man das es eigentlich beinahe jeder sein kann. Die Geschichte ist nicht als reiner Krimi inszeniert, es erzählt die Geschichte aus den Sichtweisen des Vater´s, der Mutter und der Tochter. Im laufe der Erzählung werden die Beziehungen der einzelnen Familienmitglieder zu einander dargestellt. Die Geheimnisse und die damit einhergehenden Gefühle offenbaren sich ganz automatisch im laufe der Geschichte . Für mich war es etwas ganz anderes als das übliche Auflösen eines Krimi´s durch Komissare und Detektive. Unerwartet und auf eine besondere Art spannend Mir hat "Die Lüge " so gut gefallen das ich sehr gerne 5 ***** und eine Leseempfehlung gebe.

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"Ich habe einen seltsamen Beruf, bei dem sich Leben und Tod im Hausflur die Hand reichen". (Textzitat) Die Lüge (Mattias Edvardsson) Der Tag an dem Stella, gerade eben neunzehn Jahre alt geworden, ihr Handy auf ihrem Schreibtisch vergessen hatte, war der Tag nach dem Leichenfund in ihrem Stadtteil. Ein dreißigjähriger Mann war ermordet worden, so munkelte es in der Nachbarschaft ... Neunzehn und das Handy vergessen?! Das gab nun wirklich Anlass zur Sorge, fanden die Eltern. Das ihre Tochter in der Nacht zuvor spät, erst nach zwei Uhr früh, nach Hause gekommen war und sich dann auch noch in der Waschküche zu schaffen gemacht hatte ebenfalls. Wiederholt hatte ihr Vater Wasserspülgeräusche gehört. Wollte sie eigentlich noch in der Nacht zur Rede stellen, stand dann aber doch, als er sich durchgerungen hatte aufzustehen, vor ihrer verschlossenen Schlafzimmertür und horchte in sich und in die plötzliche Stille hinein ...  "Was ich jetzt sagen werde, kann ausschlaggebend sein". (Textzitat) Untersuchungshaft. Hinreichender Mordverdacht. Vater und Tochter, Tochter und Vater. Die Geschichte einer fast normalen Familie mutiert zum Albtraum. Vergessen sind die Fernsehabende mit Junk-Food, Einkaufsbummel an Samstag-Nachmittagen in der Stadt, die Museums- Besuche und Waldspaziergänge. All das gehörte mit einem Schlag zu einem fernen, einem anderen Leben, zu einem Leben vor der Lüge. Zu einem Leben vor der Tat. Alles lag in Scherben, folgte keinem Sinn mehr, Nachbarn und auch Freunde und Kollegen hatte man zu erdulden, die mit dem Finger auf einen zeigten und alles zu erklären wussten. Selbstredend hatte der Jähzorn der Tochter mit fehlenden Grenzen zu tun. Glasklar war das doch, oder etwa nicht? "Ich bin eine schlechte Mutter". "Als Vater habe ich soviel versäumt".  Nichts ist wichtiger als die Familie, sie galt es jetzt zu schützen. Was aber war der Preis, den man dafür würde zahlen müssen? Wenn auch Stoßgebete nicht mehr halfen, man nicht mehr ungeschehen machen konnte, was passiert war, dann - ja dann ... Beweisstücke verschwinden. Die Indizien sind dünn, die Freundin der Tochter mit den Nerven runter, vielleicht beeinflussbar? Diese Augenzeugin - so unglaubwürdig ... Du sollst nicht schwören, und er tut es doch. Es kann einfach sein, nur das zu glauben, was man glauben will. Es kann einfacher sein, andere der Lüge zu bezichtigen. Das was geschehen ist, wird jedoch geschehen bleiben. Das Rad der Zeit vermag niemand zurück zudrehen. Die Ratio erfasst das alles auch, nagende Zweifel aber bleiben dort zurück, wo die Fakten fehlen ... "Vielleicht ist es ja eine Art Zwangsstörung. Wenn es eine Regel gibt, muss ich sie brechen". (Textzitat Stella) Pfarrerstochter, das war ein Etikett mit dem man es sicher auch nicht immer leicht hatte. Mangelnde Impulskontrolle und jugendlicher Canabis-Konsum. Schuld, Schande, falsche Entscheidungen und Therapiestunden.  Schnell beginnt man als Hörer zu ahnen, dass Stella keine einfache Tochter ist, offenbar nie gewesen war ... "Jeder Mensch ist zu einem Mord fähig. Wenn ein Mensch ausreichend tief verletzt wird, gibt es keine Grenzen die er nicht übertreten könnte. Das ist nichts was ich glaube, ich weiß es". (Textzitat) Welche Umstände können eine Tat mildern? Den Rechtsbegriff  "mildernde Umstände" für sich selbst neu interpretieren. Wodurch verwirkt man sein Recht zu leben? Mehr Fragen als Antworten in acht Wochen auf neun Quadratmetern, inklusive Toilette und Waschbecken. Isolationshaft bedeutete, kein Internet, kein Radio, kein Fernsehen und der einzige Besucher der eigene Anwalt. Ausbruchsversuche aus dem immer gleichen Trott. Ein Hauch von Luxus, endlich umsorgt werden, wertgeschätzt. Ein Gefühl als habe man seinen Märchenprinzen getroffen. Dann eine hundertachtzig Grad Wende und die Tür, als einziger Ausweg aus dieser Abhängigkeitsspirale, öffnet sich einen Spalt breit, aber nicht zum Entkommen, nein - herein drängt sich ein lebensverändernder Moment. Beste Freundin, was tust du nur? Eine Lüge als Liebesbeweis? Mattias Edvardsson, lebt mit Frau und zwei Töchtern in der Nähe von Lund/Schweden. Der Gymnasiallehrer hat Schwedisch, Literatur und Psychologie studiert und unterrichtet auch, wenn er nicht schreibt. Wenn er da nicht die besten Voraussetzungen mitbringt um einen Psychothriller zu schreiben, dachte ich und war gespannt wie er diesen aus gleich drei Blickwinkeln erzählen will. Er geht das ruhig an, nimmt sich die Zeit, geht intensiv mit seinen Figuren ins Detail, entwickelt sie. Lässt sie vor unseren Augen wachsen, an dieser Herausforderung, lässt das Bild das er zeichnet allmählich klarer werden. Dabei gibt er Stellas Vater Adam eine zentrale Rolle. Lässt ihn mit seinem Erleben erzählend beginnen. Kritisch beleuchtet er zudem das schwedische Rechtssystem und insbesondere auch die schon international angeprangerten Zustände in den dortigen Untersuchungsgefängnissen. Eher romanhaft steigt man in Geschichte ein, erlebt ein Familiendrama, im Mittelteil eine coming-off-age Geschichte und landet in einem filmreifen Gerichtsmelodram. Ein jedes der drei Familienmitglieder wirft Edvardsson dabei auf seine Erinnerungen zurück, auf Erinnerungen an das Zusammenleben, das Zusammenspiel als Familie, auf Abhängigkeiten und auch auf Hilflosigkeiten, auf eigene Fehler. Wie er jede der drei Hauptfiguren mit ihrem eigenen Erzählton und mit eigener Persönlichkeit ausstattet hat mich beeindruckt. So kann man Sarkasmus ebenso finden, wie Humor und Überzeugung die tief im Glauben verwurzelt sind und das schreit wirklich förmlich nach einer Interpretation als Hörbuch. Drei Sprecher haben sich dafür gefunden, die das sehr gut umsetzen. Die gekürzte Hörbuch-Fassung wurde von mir abgelauscht in 11 Stunden und 6 Minuten. Wer es ungekürzt lieber mag kann dies auch das haben, und wird dann mit rund zwei Stunden mehr versorgt. Es lesen Nellie Thalbach, Anna Thalbach und Hannes Hellmann. Der den Reigen auch mit der Rolle des Vaters beginnt. Glaubwürdig und ernsthaft, wie es dem Stand der Figur gebührt. Ganz Glaubensmann und Elternteil im inneren Zwiespalt. Hellmann liest souverän und unaufgeregt den Löwenanteil der Kapitel. Für die Aufregung ist eher sie zuständig und das macht sie prima. Hörbuch-Profi Anna Thalbach. Sie gibt in einer Rolle als Zeugin vor Gericht alles. Sie weint und verzweifelt, im Stakkato springen die Sätze über ihre Lippen. Jetzt tritt also auch Nelli Thalbach in die Fußstapfen von Oma Katharina und Mama Anna als Hörbuchsprecherin. Große Abdrücke haben die beiden Damen des Thalbach-Clans ihr da hinterlassen, dachte ich so und war gespannt wie sie das meistert und wie sie klingt. Es passt hier sehr gut und die stimmliche Verwandschaft zu ihrer Mutter kann sie nicht verleugnen. Das Talent auch nicht. So ist es am Ende die mehr als gelungene Umsetzung einer Geschichte geworden, die sich anfühlt, wie ein aufziehender Sturm. Mit geschickt aufgebauter Handlung, einer ausgeklügelten Strategie, lässt man uns als Hörer respektive Leser bis zum letzten Satz im Epilog zappeln. Wer sind hier wirklich die Täter und wer die Opfer? Und wir, wir warten. Warten auf die Wahrheit. Auf die eine, einzig wahre ...

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Inhalt: Lund, Schweden: Adam, Ulrika und Stella sind eine ganz normale Familie. Adam ist Pfarrer, Ulrika Anwältin und Stella ihre rebellierende Tochter. Kurz nach ihrem 19. Geburtstag wird ein Mann erstochen aufgefunden und Stella als Mordverdächtige verhaftet. Doch woher hätte sie den undurchsichtigen und wesentlich älteren Geschäftsmann kennen sollen und vor allem, welche Gründe könnte sie gehabt haben, ihn zu töten? Jetzt müssen Adam und Ulrika sich fragen, wie gut sie ihr eigenes Kind wirklich kennen – und wie weit sie gehen würden, um es zu schützen … Nacheinander erzählen Adam, Stella und zum Schluss auch Ulrika die Geschichte aus ihrer Perspektive. So wird der Leser durch das Buch und die Geschichte geführt. Diese Schreibweise kannte ich vorher noch nicht. Ist sehr passend für die Geschichte, weil man so wirklich erfährt, wie die einzelnen Personen denken und wie das ganze Problem so seinen Verlauf nimmt.... Die Personen sind alle vielschichtig und es offenbaren sich im Laufe des Buches Eigenschaften und Tatsachen, die man so gar nicht vermutet hätte. Die Geschichte entwickelt sich langsam. Trotzdem schafft es der Autor, den Leser zu fesseln und bis zum Ende die Spannung zu halten. Gerade auch wegen der interessanten Charaktere und des nicht vorhersehbaren Endes. Ich bin rundum begeistert von diesem Roman!!!!

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Adam, angesehener Pfarrer der Gemeinde Lund, steht vor dem Scherbenhaufen seiner Familie. Er sitzt auf einer Bank vor dem Gerichtssaal, in dem er eine Zeugenaussage machen muss. Er ringt mit seinem Gewissen und seinem Berufsethos. Er kann eine entscheidende Aussage machen, aber er weiß noch nicht, was er aussagen soll. Seine Tochter Stella steht unter Mordverdacht. Ulrika, seine Frau und selbst erfolgreiche Anwältin, versucht ihre Familie zu retten und tut alles um ihre Kind zu schützen. Mattias Edvardsson lebt mit seiner Frau und den beiden gemeinsamen Töchtern außerhalb von Lund in Skane, Schweden. Wenn er keine Bücher schreibt, arbeitet er als Gymnasiallehrer und unterrichtet Schwedisch und Psychologie. Mitte der 90er war er Sänger einer Punk-Rock-Band. Seit vielen Jahren ist er Fußballtrainer und Schiedsrichter. Zur Zeit schreibt er an einem Psychothriller über eine Familie, in der der Ehemann beschuldigt wird, sein Baby verletzt zu haben. In Die Lüge wird die Entwicklung einer fast perfekten Familie bis zum Zusammenbruch und Gerichtsverfahren aus drei unterschiedlichen Perspektiven geschildert. Den Anfang macht Adam. Da hatte ich Schwierigkeiten bei der Sache zu bleiben. Er weiß erstaunlich wenig über seine Tochter, über seine Frau und über den Zustand seiner Familie. Seine Naivität und Verharmlosung der Situation erzeugt wenig Spannung. Die Sicht der Tochter bringt erstaunlich viel Verständnis in die Geschichte. Man versteht warum sie sich oft rebellisch verhielt und vor allem wie sie in diese Situation kommen konnte. Mattias Edvardsson streut immer wieder Cliffhanger in Stellas Schilderung. Die Spannung steigt und schon kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Ulrikas Perspektive füllt die letzten Wissenslücken, wie z.Bsp. warum ihr Verhältnis zu ihrer Tochter und zu ihrem Mann so gestört war. Der Spannungsbogen wird bei ihrer Sichtweise noch um einiges mehr gespannt. Man zweifelt, man hofft und kommt auf die absurdesten Möglichkeiten. Bis zum Schluss ist nicht klar, wer die Tat begangen hat. Der Schreibstil ist einfach lesbar, wobei Edvardsson jeder einzelnen Perspektive die zu ihr passende Klangfarbe der Sprache zuweist. Die Kapitel sind kurz. Der stetige Wechsel von Gegenwart und Vergangenheit ist gelungen und veranschaulicht dem Leser die verschieden Facetten und Sichtweisen. „Ein echter Pageturner“ wie das Aftonbladet auf dem Cover postet.

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