Leserstimmen zu
Anschlag auf den Präsidenten

Tom Clancy, Mark Greaney

JACK RYAN (20)

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Der vorliegende Band ist der 22. Titel der berühmten und erfolgreichen Reihe um den ehemaligen Analysten und CIA-Agenten und nun Präsidenten Jack Ryan (Senior). Nach dem Tod des Bestsellerautors und militärischen Berater Tom Clancy, wird diese Reihe von diversen amerikanischen Autoren weitergeführt. Mark Greany ist also der eigentliche Autor des vorliegenden Romans. Wie immer werden aktuelle, brisante Themen in diesen Polit-Thrillern verarbeitet, auch bei „Anschlag auf den Präsidenten“ geht es um die Gefahren der Cyberkriminalität, um menschliches Versagen bei der Speicherung und Verarbeitung von sensiblen, persönlichen Daten von speziellen Militärangehörigen und Agenten der CIA – der Demaskierung in fremden Ländern ggf. einen Todesurteil gleichkommt. Ebenso ist die Terrorgruppe IS (Islamischer Staat) ein Teil der Story, die gezielt hochrangige Militärs und CIA-Agenten persönlich den Krieg erklären und in ganz Amerika Killer auf diese Personengruppen loslässt. Weiter geht es um den Machtapparat „China“ – die wenig Spaß verstehen, wenn ihre Interessen falsch wahrgenommen werden. Alles Themen, die realistisch interpretiert sind, oder es später sein könnten. Nicht wenige Szenarien, die von Tom Clancy in der Vergangenheit geschildert wurden, wurden wenige Jahre später zu einer grausamen Wirklichkeit. Prophetische Unterhaltung die sich als bösen und grausamen Terror realisierte. Der deutsche Titel ist allerdings denkbar schlecht gewählt. Es gibt keinen Anschlag auf den amerikanischen Präsidenten – es gibt viele, sehr gut und actionreich geschilderte Anschläge auf CIA-Agenten und Militärangehörige. Gezielte Tötungen die durchaus vor inkludierten Kollateralschäden bei der Zivilbevölkerung nicht halt macht. Atmosphärisch ist der vorliegende Band sehr packend und vor allem Spannend erzählt und ist actionreicher, als vergleichbar so manch anderer aus dieser Reihe. Zweifelsohne führt uns der Roman vor Augen, wie angreifbar wir als Person sind, wenn wir im Internet persönliche Daten auf Social-Media Plattformen preisgeben. Individuelle Interessen, Hobbies, oder gar Aufenthaltsorte machen uns höchst angreifbar. Ebenfalls und noch viel gefährlicher wird es, wenn Datenlecks auf nationaler Ebene, dazu führen, dass Lebensgefahr entstehen kann. Wissen ist Macht – dass ist hier mehr wie eine platte Plattitüde – es ist grausame Wirklichkeit. Natürlich darf der Terror in so einem Polit-Thriller nicht fehlen. Der islamische Staat ist noch immer ein aktuelles Feindbild und die Radikalisierung von „Amerikanern“ und deren Opferung für Allah und ein Paradies inkl. Jungfrauen gehört dazu. Doch neben den religiösen Fundamentalismus, spielen wirtschaftliche Interessen in der arabischen Welt auch keine untergeordnete Rolle – im Gegenteil – aber lesen Sie selbst. Die handelnden Player im Roman sind nicht neu. Die Familie Ryan spielt wie immer eine große Rolle und die Agenten des Campus um John Clark sind ebenfalls die Hauptakteure. Sprechen wir doch einmal an dieser Stelle über den weltberühmten Patriotismus der USA. In dem vorliegenden Band: „Anschlag auf den Präsidenten“ wird dieser generell ausgebreitet. Amerikas Rolle als Weltpolizei, die Freiheit und Recht auch mit brachialer Waffengewalt durchsetzt ist ein Thema und die Achse des Bösen ist ein Echo, dass sich auch hier zeigt. Tja – früher war es der Kommunismus, heute der Terrorismus und morgen – China spielt als Weltmacht schon längst mit – wirtschaftlich eine Hausnummer – militärische Aufrüstung findet statt – fragt man sich also „Warum?“. Action hin, oder her – ich würde es sehr begrüßen, wenn der 23 Band zwar so spannend bleibt, aber der Krieg gegen den Terror politisch gesehen eine höhere Aufmerksamkeit bekommt. Das Auftreten von Präsident Jack Ryan ist imponierend und spannend, seine Reden zwar allzu von Patriotismus getränkt, aber sein direkter diskutierender Angriff auf die Presse bei einer seiner öffentlichen Reden ist grandios dargestellt. Fazit „Tom Clancy – Anschlag auf den Präsidenten“ von Mark Greaney ist ein starker, aktueller Thriller. Konsequente Action bietet kompromisslose Unterhaltung. Ziel erreicht. Das nächste Mal – bitte weniger Action – mehr Politik – die auch spannend erzählt werden kann. Michael Sterzik

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