Leserstimmen zu
Whisper Network

Chandler Baker

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Sloane, Ardie, Grace... Drei Frauen, Freundinnen, Juristinnen, Kolleginnen. Drei junge Müttern die nicht unterschiedliche sein können doch eins haben die zusammen: Die leiden seit Jahren unter ihrem Vorgesetzten Ames. Als der Geschäftsführer unerwartet stirbt, gerät in ihrem angesehenen Unternehmen alles durcheinander. Denn ausgerechnet Ames scheint bester Nachfolger zu sein aber Sloane, Ardie und Grace sind da in einer anderen Meinung. Als auch die junge Anwältin Katherine angestellt wird und eine ominöse Liste, in dem Namen von aller Männer, die man sich in der Arbeitswelt von Dallas hüten muss, auftaucht, ruft einen Sturm der Entrüstung hervor. Und auch Rosalita, die Reinigungskraft des Unternehmens, zu den Frauen einschließt, dann wird es nicht mehr geredet, sondern gehandelt... Als Erstes muss ich die New York Times Aussage, die auf dem Cover steht, widersprechen. Es ist kein Thriller!!! Es ist ein Gesellschaftsroman mit einem hauch Krimi Anteil und mit einer sehr wichtigen Botschaft. In der Geschichte ist zwar jemand gestorben, Selbstmord oder Mord weiß man bis zum Ende nicht, aber deswegen ist das Buch nicht unbedingt ein Thriller. Also, nicht Thriller Leser/in bitte wegen der Aussage nicht irritieren lassen, das Buch bietet viel mehr. Erzählt wird die Geschichte hauptsächlich aus der Sicht von vier Protagonistinnen. Wir erfahren wie schwierig es ist, als berufstätige Mutter oder überhaupt als Frau in einem von Männer dominierten Welt Anerkennung und Respekt zubekommen. Die Autorin hat eine Tabuthematik ausgesucht und meine Meinung nach, hat sie auch richtig gut umgesetzt. Sexuelle Belästigungen bei der Arbeit, in der Schule oder im Öffentlichkeit redet man nicht oft, offen und ehrlich. Eine unausgesprochene Gesetz lautet: Wenn die Hündin nicht mit dem Schwanz wackelt dann kommt der Hund auch nicht angelaufen. Von wegen!!!! Die Situationen die Autorin, auch von eigenen Erfahrungen, in der Story berichtet hat, redet aus der Seele von Millionen Frauen. Allein wegen dem Thema muss man das Buch gelesen haben. Die Kapitel aus der Sicht von vier Frauen werden durch Zeugenbefragungen unterbrochen und damit hält die Autorin sehr gut den Spannungsboden aufrecht, sodass man unbedingt weiter lesen will. Was aber mir nicht so gefallen hat, viele Markensachen, die hier erwähnt wird. Ich weiß es nicht, ob die „Echte“ oder „Fiktive“ Marken sind, aber wen es um Markensachen geht, da schalte ich aus. Auch viele Beschreibungen über Kleidung/Wohnstil und noch viele andere Details hat mich nur noch gelangweilt. Solcher Detailtreue Schreibstil ist leider nicht meins. Sehr ehrliche vor allem wichtige Geschichte aber auch sehr Detailreich und bis zur Mitte recht zäh. Nichts ist trotzt gute Plot, die man gelesen haben muss.

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Vier Frauen, ein übergriffiger Chef - und nicht alle überleben. Unschwer zu erraten wer das sein wird. Die Juristinnen Sloane, Ardie und Grace arbeiten beim namhaften Sportbekleidungshersteller Truviv in Dallas. Allerdings haben sie trotz ihrer Karrieren mit den täglichen Problemen auseinanderzusetzen, denen Frauen zwangsläufig in der Arbeitswelt ausgesetzt sind. Die Frauen halten zusammen und plötzlich taucht eine geheime Liste auf, die Warnungen enthält vor welchen Männern man sich in der Arbeitswelt von Dallas in Acht nehmen muss. Schnell kursiert die Liste und wird versehentlich (?????) veröffentlicht, kurze Zeit später stirbt ihr Vorgesetzter Ames. Schnell kommen Frage auf. War es Mord oder Selbstmord. Haben die Frauen seinen Tod verschuldet, indem sie seinen Namen auf die Liste gesetzt haben? Fazit. Zeitgemäßer Roman, der die Themen schildert mit denen sich hochqualifizierte Frauen offiziell und inoffiziell in der Arbeitswelt herumschlagen müssen. Die die Strapazen zwischen Job und Familie einfach weglächeln und dabei nicht nur über ihre eigenen Grenzen hinweg schreiten. Chandler Baker gibt in ihrem Roman allen Frauen eine Stimme, die sich leider immer noch den patriarchischen Mechanismen im Job ausgesetzt sehen und dadurch klein gehalten werden. Intelligent, spannend und ermutigend! Großartig auch zu lesen, wie Frauen sich gegenseitig unterstützen können. Das Buch wird u.a. auch als Thriller beschrieben, wobei die typischen Elemente eines Thrillers teilweise fehlen. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung!

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- Wer flüstert, der lügt ?- Frauen, die dem New Yorker Upper West Side- Klischees angehören ( und der Sicht einer lateinamerikanischen Raumpflegerin) mit Problemen wie Kind und Job, Betrug und Ehebruch - all das wäre Stoff für eine bunte, stereotype (Tragik-) Komödie- aber für mich hat das absolut nicht in die Welt eines Thrillers gepasst. Das War mein Eindruck über die Hälfte des Buchs, das hat sich im Laufe der Geschichte zumindest teilweise geändert ! Das ganze Buch über wird der Leser durch Foreshadowing und Rückblenden auf das Unvermeidliche vorbereitet: auf das, was losgetreten wird, wenn ein Mann in der Arbeitsumgebung der sexuellen Belästigung beschuldigt wird. Was Frauen im Alltag und in diesem speziellen Fall erdulden müssen. Der Handlungsverlauf ist dabei oft flach bzw. wird durch viele verschiedene Perspektiven noch mehr verwischt. Was wirklich schade ist, da die Grundthemen so erst zum Ende des Buchs auf spannende Weise erst hervorgehoben werden: Bis wohin sollte die Unschuldsvermutung gehen in Fällen sexueller Belästigung ? Wie kann man Rachegedanken von dem eigentlichen Geschehen trennen ? Und wie verläuft überhaupt der schmale Grad zwischen eines einvernehmlichen, aber unangemessenen Akts und der Konsequenzen im Berufsleben ? Zum Ende des Buchs wird allerdings der Titel des Buchs und das Grundthema um Einiges klarer- dass die Frauen der New Yorker Anwaltkanzlei Truviv Einiges verschwiegen und geduldet haben, um sich und ihren Job zu schützen. Diese Themen haben mich wirklich in den letzten Tagen zum Nachdenken anregen können ! Dafür könnte ich das Buch auch wirklich empfehlen. Auch der tolle und teils poetische Schreibstil hat das eindrücklich vermittelt! Da es für mich allerdings weder ein Thriller war, noch einen fesselnden Handlungsverlauf gab und ich mich im Mittelteil einfach durchkämpfen musste , würde ich 3 von 5 Sternen geben. ***

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Der Inhalt Sloane, Ardie und Grace haben beim Sportbekleidungshersteller Truviv Karriere gemacht. Dennoch glauben sie nicht mehr daran, dass ihre Stimmen im Arbeitsleben irgendwann ernst genommen werden. Doch dann der Schock: Der CEO der Firma stirbt unerwartet und ausgerechnet der übergriffige Chef der drei soll den Posten übernehmen. Die Frauen haben genug davon, ignoriert zu werden und beschließen, zu handeln – mit unvorhersehbaren Folgen… Meine Meinung Als ‚leidenschaftlicher und enorm geistreicher Thriller für die #MeToo-Ära‘ wurde Chandler Bakers ‚Whisper Network‘ angepriesen und konnte daher direkt meine Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Ich denke, fast jede Frau wurde schon einmal mit Sexismus am Arbeitsplatz konfrontiert, was dieses Buch nur umso relevanter macht. Und auch wenn ich einige Kritikpunkte habe, kann ich es definitiv weiter empfehlen, denn die Geschichte der verschiedenen Frauen hat mich tagelang nicht losgelassen. Aber beginnen wir von vorn. Die Handlung wird aus vier verschiedenen Perspektiven erzählt, was der Geschichte genau den richtigen Pepp verpasst hat. Denn jede der Hauptpersonen hat mit ganz anderen Problemen zu kämpfen – von einer kürzlichen Scheidung über das Mobbing der Tochter in der Schule bis hin zu ernsthaften Geldsorgen ist hier wirklich alles dabei. Besonders spannend war die Sicht von Rosalita, welche als Reinigungskraft nachts die Unordnung der ‚Karrierefrauen‘ beseitigte. Denn auch wenn sie anfangs nur einen sehr kleinen Teil der Geschichte einnimmt, sieht sie doch so einiges, was den anderen verborgen bleibt und wird für den Leser so erst recht interessant. Zwischen den einzelnen Kapitel werden Zeugenaussagen, Forumsbeiträge und Befragungen eingestreut, die eine Vorahnung auf das Kommende geben. Das brachte eine nette Abwechslung mit sich, denn leider hatte das Buch in meinen Augen doch einige Längen. Als Thriller würde ich es definitiv nicht bezeichnen, dafür hatte es in meinen Augen nicht genug Spannungselemente und wies auch ansonsten kaum typische Elemente dieses Genres auf. Doch die Geschichte hatte definitiv eine packende Wirkung. Gerade zum Ende hin konnte ich es kaum aus der Hand legen, weil ich dermaßen mit den Charakteren mitgefiebert und ihnen nur das Beste gewünscht habe. Chandler Baker hat hier ein Netz aus wortgewandten Spitzfindigkeiten, treffenden Analysen und dem Wir-Gefühl, dieser so wichtigen Solidarität unter Frauen, gesponnen, das mich zutiefst berührt hat. Zum Nachdenken angeregt hat es mich ebenfalls, mehrmals habe ich während des Lesens die Erfahrungen der Figuren mit meinen eigenen verglichen und wir gewünscht, ebenso taff wie diese Frauen zu sein. Denn es stimmt, man versucht, sexistische Kommentare auszublenden, seltsame Anmachen zu ignorieren und einfach nur zu arbeiten. Aber wieso sollten wir uns verstecken? Wir haben nichts falsch gemacht. Wir sollten uns über derartiges beschweren dürfen, ohne als empfindlich oder hysterisch dargestellt zu werden. Für seine ‚Thriller-Ambitionen‘ wird mir diese Geschichte daher nicht in Erinnerung bleiben, sondern für die vielen wichtigen Botschaften und dieses bewegende Nachwort, das mir tatsächlich ein paar Tränen in die Augen getrieben hat. Jetzt reden wir. Und ihr hört zu.

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Die Kolleginnen und Freundinnen Sloane, Ardie und Grace leiden seit Jahren unter ihrem Vorgesetzten Ames. Über Ames' Verhalten gegenüber den weiblichen Angestellten an ihrem gemeinsamen Arbeitsplatz wird immer wieder hinter vorgehaltener Hand geredet, es gab Gerüchte, die aber genauso oft von der obersten Firmenleitung ignoriert wurden. Fast zeitgleich mit der Vorstellung einer neuen Arbeitskollegin, verdichten sich immer mehr die Hinweise, dass Ames zum leitenden Geschäftsführer der Firma befördert werden soll. Als sich die neue Arbeitskollegin kurz darauf den Frauen anvertraut, steht für sie endgültig fest, dass Ames' Aufstieg zum Firmenboss unbedingt verhindert werden muss. Und wenn ihre Worte allein nicht ausreichen, um Veränderungen zu bewirken, müssen Taten sprechen, auch wenn Sloane, Ardie und Grace nicht ahnen können, was sie damit in Gang setzen... Schon lange im Vorfeld war ich sehr gespannt auf "Whisper Network" von Chandler Baker. Seit der 'me too' Bewegung ist angesichts der enormen Priorität der Debatte, die unter anderem sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz beinhaltet, das Thema immer wieder in den Medien vertreten und den Umstand daraus Stoff zu machen für diverse Adaptionen ist nicht nur ausreichend gegeben, sondern hilft auch das Thema weiterhin in der Öffentlichkeit zu halten. So besaß das Thema des Romans also schon im Vorfeld der Lektüre eine ungeheure Portion Brisanz und ich fand es interessant zu erfahren, wie die Autorin dieses umgesetzt hat. Am Ende wurde "Whisper Network" eine Mischung aus Gesellschafts- und Kriminalroman, der durchaus unterhalten konnte und das aus meiner Sicht auch bis zur letzten Seite vollbracht hat. Die Handlung von "Whisper Network" ist in einer Struktur aufgebaut, in der die Leserin und der Leser lange Zeit überhaupt nicht wissen, was eigentlich passiert ist. Die Ereignisse im Verlauf werden rückwärts erzählt, so dass das katastrophale Ereignis am Anfang der Geschichte Stück für Stück aufgefasert wird, um begreiflich zu machen, wie es zur Ausgangssituation kommen konnte. Dieser Erzählstil wirkt gerade zu Beginn der Handlung undurchsichtig, aber genau das habe ich als positiv empfunden, da ich selbst die einzelnen Puzzleteile zusammenfügen wollte, bis sich ein Gesamtbild ergab und nicht nur einmal wurde ich dabei auf die falsche Fährte gelockt. Der Erzählstil von Bakers Geschichte wird wohl auch einigen Serienkennerinnen und -kenner bekannt vorkommen, denn dieser erinnert sehr an die Serie "Big little lies", die damit große Erfolge feierte und überdies auch den feministischen Grundgedanke mit "Whisper Network" gemeinsam hat. Und auch, wenn dieser Grundgedanke, der in der vorliegenden Geschichte das Thema der sexuellen Belästigung am Arbeitsplatz behandelt und über das man sprechen und mit allen Mitteln verhindern muss, damit in der Öffentlichkeit hält und das sehr lobenswert ist, war er doch der Ausgangspunkt für etwas, das mir an "Whisper Network" nicht gut gefallen hat und das waren die Figuren in Bakers Geschichte oder besser formuliert: die völlige Überzeichnung ihrer Charaktereigenschaften. Das Grundthema reicht an sich schon völlig aus, um den feministischen Aspekt voll und ganz zu erfüllen, doch ich wurde das Gefühl nicht los, dass Chandler Baker ihren Figuren noch den letzten Rest an Feminismus einverleiben wollte, was allerdings nur dazu führte, dass diese ins Stereotypische abgerutscht sind. Das führte zwar nicht dazu, dass die Handlung weniger unterhaltsam war aber doch in meinem Fall das ein oder andere Mal dazu, dass ich irritiert die Stirn gerunzelt habe, weil ich das Gefühl hatte, dass die Figuren bei manchen Handlungen einem Handbuch gefolgt sind. Zusammenfassend ist "Whisper Network" eine unterhaltsame und interessante Geschichte geworden, die trotz allem die Priorität des wichtigen Grundthemas immer wieder hervorhebt und dieses auch nie aus den Augen verliert.

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Die Anwältinnen Sloane, Ardie und Grace haben ein Problem. Es heißt Ames Garret und ist ihr Chef, der auch noch zum Geschäftsführer befördert werden soll. Es kursieren nicht nur Gerüchte über sein problematisches Verhalten Frauen gegenüber, mindestens eine von ihnen hat es auch schon am eigenen Leib erfahren. Und die Gerüchte betreffen nicht nur Ames: Unter den Frauen in Dallas kursiert eine Liste, auf der Männer und deren Vergehen namentlich aufgeführt sind. Die Frauen wollen sich schützen - aber ist ein anonymes „Whisper Network“ dafür der richtige Weg? Sloane, Ardie und Grace legen Klage gegen Ames ein. Als kurz darauf die Liste geleaked wird und Ames stirbt, stehen schnell Verdächtigungen seinen Tod betreffend im Raum. Baker @chandlerbakerbooks greift die #metoo-Debatte auf und thematisiert dabei viele Fragen, die in dieser Zeit immer wieder aufkommen: Warum klagen Frauen die Täter erst Jahre später an? Sind Frauen wirklich immer die Betroffenen oder profitieren sie bezogen auf ihr berufliches Fortkommen nicht auch vom Verhalten der Männer? Sollte man dem Opfer immer glauben oder besteht die Unschuldsvermutung? Was mir gut gefallen hat: Bakers Figuren sind nicht schwarz-weiß. Die Frauen werden, mit unterschiedlichen Charakteren ausgestattet. Und doch bestehen Gemeinsamkeiten, auch zu der Putzfrau Rosalita, die zu einer Schlüsselfigur wird. Baker beleuchtet, welchen Schikanen Frauen im Beruf ausgesetzt werden. Allerdings wählt sie durch den Tod des Angeklagten eine etwas zu einfache Lösung, denn das Problem erledigt sich quasi von selbst. Außerdem ist das Ende relativ vorhersehbar, auch wenn die Handlungen der Figuren nicht immer logisch und nachvollziehbar erscheinen. Wer sich eine konkrete Handlungsanweisung wünscht, wie mit sexueller Belästigung am Arbeitsplatz umgegangen werden sollte, für den ist dieses Buch nicht das richtige. Dennoch ist #whispernetwork ein kurzweiliges Buch, das ein Schlaglicht auf aktuelle Debatten und Probleme wirft und zeigt, welches System Sexismus hervorbringt und diesen deckt.

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#whispernetwork hat mich ein paar Post-its gekostet. Weil ich bei vielen Stellen fast inbrünstig nickte und wütend die Nasenlöcher blähte und deswegen die Stellen abfotografiert habe und hier dazustelle. Mir hat der Roman sehr gut gefallen! Obwohl ich jedem Lesenden empfehlen würde es schneller zu lesen als ich es tat. Mehr „in einem Rutsch“. Dann hat es sicher noch mehr Sogwirkung als eh schon. Denn der Roman ist großartig und wohl etwas überspitzt (NICHT in der Darstellung der sexistischen und frauenfeindlichen Taten), aber herrlich ehrlich und unverblümt. Sowohl was die Alltagserfahrungen mit Sexismus, die leider viel zu viele Menschen erleiden müssen, angeht, als auch die Beschreibung von Mutterschaft und harter Arbeit. Die immer wieder auftauchende „Wir“-Erzählstimme holt einen noch mehr mit ins Boot als man eh schon ist. Man sitzt nämlich mit drin, erkennt sich viel zu oft wieder und ab und zu kommt der Gedanke „Ja, ich hätte damals was sagen müssen“ auf. Die Anmerkung der Autorin ganz am Schluss des Romans fasst alles nochmal perfekt zusammen: Wir bitten nicht mehr um Erlaubnis. Wir haben das Wort. Hört zu.

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Das Unternehmen braucht einen neuen CEO. Als ihr Vorgesetzter Ames Garrett in die engere Auswahl für den Führungs-Job kommt, ist für Sloane, Ardie und Grace sofort klar, dass sie das nicht zulassen können. Lange schon gibt es Gerüchte über sexuelle Belästigungen durch Ames, und auch die drei Juristinnen selbst haben schon verschiedene Erfahrungen mit ihm gemacht. Als auch noch die neue Kollegin von ihm belästigt wird, wagen sich die drei aus der Deckung: Sie zeigen ihren Chef an. Sloane geht noch einen Schritt weiter: Sie setzt ihn auf eine BAD-Liste im Internet, auf der die Namen von Männern stehen, vor denen gewarnt wird. Kurz darauf ist Ames tot, gestürzt vom Dach des Firmengebäudes. War es Selbstmord, half jemand nach? Wer trägt die Schuld? Die Polizei beginnt mit Ermittlungen... Die #meetoo-Kampagne hat viel an alltäglichem Sexismus ans Licht gebracht. Jetzt präsentiert uns Chandler Baker in ihrem Roman “Whisper Network” eine fesselnd und authentisch erzählte Geschichte von mehreren Frauen, die sich gegen ihren übergriffigen Vorgesetzten auflehnen. Dabei zeigt sie, wie tief sexuelle Belästigung im Berufsleben noch immer verwurzelt ist und wie schwierig es ist, sich dagegen zu wehren. Im Mittelpunkt stehen die drei Juristinnen Sloane, Ardie und Grace, die nicht mehr hinnehmen wollen, dass in ihrer Männer-dominierten Arbeitswelt eine gewisse Übergriffigkeit quasi als Normalverhalten gilt. Die Autorin, die selbst Juristin ist, erzählt von der Solidarität unter den Frauen, aber auch von Konkurrenzkampf, Freundschaft und Feigheit sowie scheinbarer Ohnmacht gegenüber festgefahrenen Strukturen. Und sie zeigt sehr deutlich, wogegen sich Frauen wappnen sollten, wenn sie sich wehren wollen. Den Fluss ihrer Erzählung kombiniert sie dazu gekonnt mit den Zeugenaussagen ihrer Figuren vor Gericht und Polizei. So ist “Whisper Network” ein beeindruckender Roman zur intensiv geführten #meetoo-Debatte, der zeigt, wie sich Frauen gegen die eingeschliffenen Verhaltensweisen wehren können.

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