Leserstimmen zu
Vardo – Nach dem Sturm

Kiran Millwood Hargrave

(47)
(21)
(10)
(4)
(0)
€ 20,00 [D] inkl. MwSt. | € 20,60 [A] | CHF 28,90* (* empf. VK-Preis)

Mit ihrem ersten Erwachsenenroman "Vardo - Nach dem Sturm" hat mich Kiran Millwood Hargrave schwer beeindruckt. Ihre klare, schnörkellose Sprache bringt die düstere, kalte Atmosphäre, die sich durch dieses Buch wie ein roter Faden zieht, besonders gut zum Vorschein. Die karge, unwirtliche Gegend tut ihr übriges dazu. Dann dieses unsägliche, schreckliche Unglück, das ausgerechnet am Weihnachtsabend im Jahr 1617 passiert. Da können doch nur überirdische Kräfte ihre Hand im Spiel haben. Die starken Frauen, die versuchen, nach dem Verlust der Männer ihr Leben wieder auf die Reihe zu bringen, sind den Männern natürlich ein Dorn im Auge. Da muss schnell wieder jemand für Ordnung sorgen. Dieser furchteinflößende Mann hat auch bald eine Schuldige gefunden. Die Autorin lässt ihre beiden stärksten Protagonistinnen abwechselnd zu Wort kommen. Das sorgt für große unterschwellige Spannung. Denn auch, wenn seitenweise nur recht wenig passiert, ist man als Leser doch wie in einen Bann geschlagen. Man kann das Buch gar nicht mehr weglegen und ist am Ende wie hypnotisiert. Verstärkt wird das Ganze noch durch die Tatsache, dass diese Geschichte wirklich passiert ist. Einfach nur unvorstellbar. Ich möchte gerne mehr von der Schriftstellerin lesen. Ihre Poesie hat genau meinen Nerv getroffen.

Lesen Sie weiter

Selbstbestimmtheit oder Scheiterhaufen? Der auf historischen Begebenheiten beruhende Roman Vardo schildert diesen Konflikt in beeindruckender Weise. Am Weihnachtstag 1617 zieht vor dem norwegischen Küstendorf Vardo wie aus dem Nichts ein gewaltiger Sturm auf. Dieser löscht mit einem Schlag alle 40 Männer des kleinen Ortes aus, die gerade zum Fischen aufs Meer hinausgefahren sind. Zurück bleiben die Frauen, die ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen müssen, um nicht während des langen Winters zu verhungern. Sie beginnen die Rentiere zu hüten, die Felder zu bestellen, Handel mit Schiffsleuten zu betreiben und wagen sich sogar selbst mit Fischerbooten aufs Meer hinaus. Bislang eine hundertprozentige Männerdomäne. Das kann nicht mit rechten Dingen zugehen! Denn emanzipierte Frauen, die keinem Manne Untertan sind, passen nicht in das patriarchalische Weltbild der Herrscher und Kleriker. Noch dazu, wo in diesem entlegenen Teil Norwegens die indigene Bevölkerung der Sami alte Riten pflegen, die als pures Teufelswerk abgetan werden. Folge: Absalom Cornet, der bereits in Schottland Hexenprozesse geleitet hat, wird nach Vardo geschickt, um den Ort wieder „gottgefällig“ zu machen. Für manche Frauen hat dies fürchterliche Konsequenzen… Geschrieben wird diese sich annähernde Katastrophe aus Sicht von zwei unterschiedlichen Frauen, beide Anfang Zwanzig, beide auf ihre Art klüger als ihre Umwelt. Maren ist in Vardo geboren und lebt nach dem Tod der Männer mit ihrer Mutter sowie ihrer Schwägerin Diinna und deren neugeborenem Sohn zusammen. Diinna ist eine Sami. Zwischen ihr und Marens Mutter kommt es zusehends zu Spannungen. Beide Frauen sind durch den Tod ihrer Männer verbittert, Marens Mutter wendet sich vermehrt der Kirche zu, die wiederum die alten Riten der Sami – wie Runen, Trommeln oder „Wetterzauber“ – aufs Schärfste verurteilen. Maren übernimmt unbewusst den männlichen Part in der Familie und begleitet die mutige, emanzipierte Kirsten beim Fischen. Kirsten trägt Männerhosen und erweist sich als heimliche Anführerin von Vardo. Doch zusehends spaltet sich die weibliche Dorfgemeinschaft in zwei Teile. Neben den Frauen, die eigenständig ihren Alltag gestalten, gibt es die „Kirchen-Frauen“. Unter ihrer Anführerin Toril verurteilen sie das Tun ihrer Nachbarinnen. Daneben wird die Story aus Sicht der zweiten Hauptprotagonistin Ursa erzählt. Sie lebt mit ihrer kranken Schwester und ihrem Vater in der Stadt Bergen. Der verschuldete Kaufmann fädelt eine Hochzeit zwischen Ursa und dem ihr völlig unbekannten Absalom Cornet ein, den Ursa nach Vardo begleiten muss. Neben der lieblosen Ehe setzen Ursa die harten Bedingungen des Nordens zu. Die Kälte, die Dunkelheit, die ärmliche Behausung. Zudem hat Ursa, deren Familie eine Dienstmagd beschäftigt hat, keine Ahnung davon, wie man einen Haushalt führt. Als sie Maren kennenlernt, sind beide Frauen sofort voneinander fasziniert. Maren besucht Ursa mehrmals wöchtenlich, um sie in die Hausarbeit einzuweihen. Aus diesen Zusammenkünften entsteht eine tiefe Freundschaft. Fast zu spät erkennen die Frauen, was sich um sie herum zusammenbraut. Denn der ehrgeizige Absalom will sich einen Namen machen. Mit den Kirchenfrauen hat er gefällige Denunzianten auf seiner Seite. Aufwühlend beschreibt Kiran Millwood Hargrave wie sich Hass und Hysterie steigern. Und auch welche Gründe dahinterstecken: Neid, Missgunst, Aberglaube, Schwäche, Verbitterung und Entbehrungen liefern den idealen Nährboden für Schuldzuweisungen. Die schwierigen Lebensumstände, den Gestank oder die gnadenlose Kälte, beschreibt die Autorin sehr eindrucksvoll. Im Mikrokosmos des abgeschiedenen Vardo hat die Autorin zudem die Möglichkeit, völlig unterschiedliche Lebensentwürfe aufeinander prallen zu lassen. Die naturverbundenen, „wilden“ Sami und die scheinbar zivilisierten, gläubigen Stadtmenschen tauschen oftmals die Rollen. Denn in den Hexenprozessen zeigt der scheinbare Fortschritt sein barbarisches Gesicht. Wo einst Runen Wände verzierten, thront nun das Kreuz. Wo an den Felsen Windzauber praktiziert wurde, werden nun Hexen der Wasserprobe unterzogen. Statt Mittsommerfeuer lodern nun Scheiterhaufen. Auch abseits von Hexenverfolgung und Hunger war das Leben wahrlich kein Zuckerschlecken für Frauen im 17. Jahrhundert. Die Autorin schildert dies in drastischen Szenen. Angefangen bei der freudlosen Hochzeitsnacht bis zu dem völligen Ausgeliefertsein gegenüber dem Ehemann oder dem Lehensherrn. Frauen können meist weder lesen noch schreiben, noch verfügen sie über eigenes Geld. Ihr Leben ist durch und durch beengt. Schaffen sich Frauen selbst Freiheiten, indem sie sich die Kenntnisse ihrer Männer aneignen, müssen sie dafür häufig einen hohen Preis bezahlen. Hargrave, die in Oxford lebt, hat sich mit Kinderbüchern einen Namen gemacht und bereits während ihres Studiums Gedichte publiziert. Ihr lyrisches Erbe bricht in ihrem Stil immer wieder durch, wie in der Traumsequenz zu Beginn des Buches. Das Schöne und das Schreckliche ruhen in ihrem Roman dicht nebeneinander. Die Natur ist sowohl mystisch und wunderschön, als auch gnadenlos und todbringend. Sowohl was die biologische, als auch die menschliche Natur betrifft. Noch dazu beruht die Geschichte auf realen Begebenheiten. Den Sturm, der am 24. Dezember vor der Küste Vardos aufgezogen ist, hat es wirklich gegeben. Der im Roman ebenfalls agierende Lensmann Cunningham schaffte sich durch seine Hexenprozesse einen unrühmlichen Platz in der Geschichtsschreibung. Fazit: Ein aufwühlender Roman, der aufzeigt, wozu Gesellschaften in Zeiten der Not fähig sind. Die Autorin schafft ein außergewöhnliches Setting, mystisch, drastisch, schön und schrecklich zugleich.

Lesen Sie weiter

Vardø ist eine Insel nördlich des Polarkreises, die zu Norwegen gehört. An Heilig Abend 1617 löscht ein völlig unvermittelt aufziehender Sturm innerhalb von wenigen Minuten das Leben von vierzig Männern auf See aus. Zurückbleiben nur die Frauen, unter ihnen Maren, die fortan auf der kargen Insel ums Überleben kämpfen müssen. Die Ankunft von Absalom Cornet, ein schottischer Abgesandter, der im Namen des Gesetzes für Recht und Ordnung auf der Insel sorgen soll, macht das Leben der Frauen nicht unbedingt einfacher. Denn er hat es auf diejenigen abgesehen, die nicht regelmäßig zur Kirche gehen, vor allem aber auf die Sámi, Angehörige des indigenen Volkes, die heidnischen Glaubens sind. Zentrale Personen des Romans sind Maren und Ursa, die norwegische Frau des schottischen Kommissars. Sie könnten unterschiedlicher nicht sein, doch vom ersten Treffen an verbindet die beiden Frauen ein unsichtbares Band. Beide müssen ihren Platz in einer archaischen Welt behaupten und sind - jede auf ihre eigene Weise - fremdbestimmt. Ich vergebe nie leichtfertig die volle Sternebewertung, doch dieser Roman hat sie mehr als verdient! Der Autorin gelingt es durch die gut lesbare und bildhafte Sprache von der ersten Seite an, eine packende Atmosphäre und eine unterschwellige Spannung zu erzeugen, die sich durch das gesamte Buch zieht und stetig steigert. Man kann sich als Leser das harte Leben dieser Insel-Frauen im 17. Jahrhundert überaus gut vorstellen und muss einfach weiterlesen. Vardø ist für mich ein wirklich gelungener Roman vor historisch belegtem Hintergrund, der mit einer atmosphärisch-düsteren Kulisse und starken Charakteren überzeugen kann. Uneingeschränkte Leseempfehlung!

Lesen Sie weiter

Der Sturm kam heran wie ein Fingerschnipsen. Im Nachhinein werden das die Frauen von Vardo sagen, wenn der Schmerz nicht mehr so groß ist. Er kam heran, schlug zu und nahm der Insel Vardo zusammen mit den Männern auch die Zukunft. So schien es zu Beginn, denn die Frauen fangen an, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und die Dinge zu erledigen, die sonst den Männern vorbehalten war. Doch für Frauen schickt es nicht, auf Fischfang zu gehen, Rentiere zu schlachten und, Gott bewahre, Hosen zu tragen. Und so sendet der König einen Kommissar auf die Insel, mit der Absicht, die Frauen auf den Weg Gottes zurück zu führen und dieser beschreitet einen Pfad voller Beschuldigung und Denunziation … Nicht nur der Sturm kam wie ein Fingerschnipsen, auch Vardo erwischte mich absolut überraschend. Mit einer drückenden, düsteren Atmosphäre, einer Kälte, die einen in die Knochen kriecht und bis auf den letzten, erschütternden Seiten nicht mehr verlassen will, trifft Vardo so tief ins Herz und gleichzeitig wie ein Schlag in die Magengrube, dass die vierhunderte Seiten gleichzeitig zu wenig und zu viel sind. Man will einerseits länger verweilen, denn der Sog, den Kiran Millwood Hargrave erzeugt, ist so stark, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte. Andererseits ist das Schicksal der beiden Frauen, denen wir folgen – Maren, eine junge Frau aus Vardo, die im Sturm ihren Verlobten verlor und Ursa, die an den Kommissar verheiratet wurde -, so tragisch und dramatisch, dass es eigentlich keine Freude sein kann, darüber zu lesen. Häufig will man über die Dummheit und Bosheit der Menschen den Kopf schütteln. Doch immer ist da auch ein Funken Hoffnung in all der Düsternis – die Freundschaft der Frauen -, was das Buch ein wenig von seiner Traurigkeit nimmt. Ein großartiges Buch und eine absolute Überraschung!

Lesen Sie weiter

Hervorragendes Buch

Von: Britta Clement

25.04.2020

Ich bin total begeistert und überwältigt von dem hervorragenden Buch es ist wunderschön geschrieben es ist alles drin was ein gutes Buch braucht ich habe es auch schon weiter empfohlen

Lesen Sie weiter

Das Buch erzählt durch einen personalen Erzähler aus der Sicht von zwei unterschiedlichen Frauen, die sich am Ende angefreundet haben und sich gemeinsam durch die schwere Zeit helfen. Maren kennt nur das Leben auf der Insel Vardo und berichtet von dem plötzlichen Sturm, der die Insel all ihrer Männer beraubt, die vom Fischfang nur noch tot zurück kehren. Die unterschiedlichen Frauen der Insel bemühen sich jede auf ihre Art, den Verlust zu verarbeiten und das Überleben der Gemeinschaft zu sichern. Die andere Frau ist Ursa, die in Bergen die Pflege ihrer jüngeren Schwester übernommen hat, nachdem die Mutter bei der Geburt eines weiteren Kindes mit diesem stirbt. Der Vater kommt mit diesem Verlust sehr schwer zurecht und trifft einige schlechte Entscheidungen, die das behagliche Leben in eine finanzielle Schieflage geraten lassen. Da ist es doch gut, dass ein Fremder um die Hand seiner Tochter anhält, um an seinem neuen Arbeitsplatz auf Vardo mit einer Ehefrau einzutreffen. Dieser Teil der Geschichte ist ein wenig bedrückender, da die Rolle der Frau aus Ursas Sicht ungleich schwerer erscheint. Hier zeigt sich auch die Machtlosigkeit der Frauen in einer männerbeherrschten Zeit. Maren und die Frauen auf der Insel leben ein paar Jahre mit sehr wenig Kontakt zu anderen Männern. Hin und wieder tauchen Schiffe im Hafen auf, die Handel mit den Frauen treiben, doch der einzige weitere männliche Bewohner der Insel ist der Pastor, der als schwacher Charakter beschrieben wird. So schreibt er an den Lensmann von den Vorkommnissen auf der Insel und dass die Frauen sich nicht schicklich verhalten, beispielsweise als sie mit dem Boot auf Fischfang gehen. Er streitet dies aber Maren gegenüber ab, als sie ihn direkt darauf anspricht. Die übrigen Männer in dem Buch werden unterschiedlich dargestellt, sind aber mehr oder weniger nur die Nebenfiguren, obwohl sie großen Anteil an den Schicksalen der Frauen haben. Das Buch entwickelt nach und nach einen starken Sog, der den Leser an die Handlung fesselt und mit den Frauen mit fiebern lässt. Der Schreibstil ist gut lesbar und kommt mit wenig direkter Rede aus. Die Beschreibungen der Landschaft haben diese vor meinem inneren Auge entstehen lassen. Ich konnte mir die karge Landschaft und die einfachen Lebensverhältnisse sehr gut vorstellen. Neid und Missgunst bewirken grauenhafte Taten gegenüber einzelnen, was aber die ganze Gemeinschaft in Mitleidenschaft zieht. Im Buch bleibt offen, wie viele Frauen als Hexen angeklagt und verurteilt werden, das Hauptaugenmerk liegt auf der Geschichte von Maren und Ursa. Die Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit, die im Nachwort noch ein wenig näher beleuchtet wird. Mich interessiert das Thema der Hexenverfolgungen sehr und ich werde mich sicher noch näher mit der Geschichte der Insel, die zu Norwegen gehört, beschäftigen. Fazit: Lasst Euch ein auf eine Reise nach Norwegen und in das 17. Jahrhundert. Mir hat das Buch sehr gut gefallen!,Das Buch erzählt durch einen personalen Erzähler aus der Sicht von zwei unterschiedlichen Frauen, die sich am Ende angefreundet haben und sich gemeinsam durch die schwere Zeit helfen. Maren kennt nur das Leben auf der Insel Vardo und berichtet von dem plötzlichen Sturm, der die Insel all ihrer Männer beraubt, die vom Fischfang nur noch tot zurück kehren. Die unterschiedlichen Frauen der Insel bemühen sich jede auf ihre Art, den Verlust zu verarbeiten und das Überleben der Gemeinschaft zu sichern. Die andere Frau ist Ursa, die in Bergen die Pflege ihrer jüngeren Schwester übernommen hat, nachdem die Mutter bei der Geburt eines weiteren Kindes mit diesem stirbt. Der Vater kommt mit diesem Verlust sehr schwer zurecht und trifft einige schlechte Entscheidungen, die das behagliche Leben in eine finanzielle Schieflage geraten lassen. Da ist es doch gut, dass ein Fremder um die Hand seiner Tochter anhält, um an seinem neuen Arbeitsplatz auf Vardo mit einer Ehefrau einzutreffen. Dieser Teil der Geschichte ist ein wenig bedrückender, da die Rolle der Frau aus Ursas Sicht ungleich schwerer erscheint. Hier zeigt sich auch die Machtlosigkeit der Frauen in einer männerbeherrschten Zeit. Maren und die Frauen auf der Insel leben ein paar Jahre mit sehr wenig Kontakt zu anderen Männern. Hin und wieder tauchen Schiffe im Hafen auf, die Handel mit den Frauen treiben, doch der einzige weitere männliche Bewohner der Insel ist der Pastor, der als schwacher Charakter beschrieben wird. So schreibt er an den Lensmann von den Vorkommnissen auf der Insel und dass die Frauen sich  nicht schicklich verhalten, beispielsweise als sie mit dem Boot auf Fischfang gehen. Er streitet dies aber Maren gegenüber ab, als sie ihn direkt darauf anspricht. Die übrigen Männer in dem Buch werden unterschiedlich dargestellt, sind aber mehr oder weniger nur die Nebenfiguren, obwohl sie großen Anteil an den Schicksalen der Frauen haben. Das Buch entwickelt nach und nach einen starken Sog, der den Leser an die Handlung fesselt und mit den Frauen mit fiebern lässt. Der Schreibstil ist gut lesbar und kommt mit wenig direkter Rede aus. Die Beschreibungen der Landschaft haben diese vor meinem inneren Auge entstehen lassen. Ich konnte mir die karge Landschaft und die einfachen Lebensverhältnisse sehr gut vorstellen. Neid und Missgunst bewirken grauenhafte Taten gegenüber einzelnen, was aber die ganze Gemeinschaft in Mitleidenschaft zieht. Im Buch bleibt offen, wie viele Frauen als Hexen angeklagt und verurteilt werden, das Hauptaugenmerk liegt auf der Geschichte von Maren und Ursa. Die Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit, die im Nachwort noch ein wenig näher beleuchtet wird. Mich interessiert das Thema der Hexenverfolgungen sehr und ich werde mich sicher noch näher mit der Geschichte der Insel, die zu Norwegen gehört, beschäftigen. Fazit: Lasst Euch ein auf eine Reise nach Norwegen und in das 17. Jahrhundert. Mir hat das Buch sehr gut gefallen!

Lesen Sie weiter

„Vardo – Nach dem Sturm“ - ist vor dem Sturm

Von: Astrid Schütte

20.04.2020

„Vardo – Nach dem Sturm“ - ist vor dem Sturm Die Engländerin Kiran Millwood Hargrave legt mit diesem Buch einen sprach- und bildgewaltigen Roman vor. Am Heiligen Abend 1617 wütet ein heftiger Sturm über Vardo, der östlichsten Gemeinde Norwegens, welcher fast alle Männer in den Tod reißt. Das ist historisch belegt. Die Frauen übernehmen die Aufgaben ihrer Männer, Väter, Söhne und Brüder und kümmern sich darum, den Alltag und das Überleben zu sichern. Dies stößt nicht nur auf positive Resonanz. Der Strömung der Zeit geschuldet, geraten die Frauen unter Verdacht der Hexerei. Und auch die in der Region lebenden Sami werden verdächtigt. Ein Kommissar wird eingesetzt, diesen Fällen nach zu gehen. Er bringt seine junge Frau mit, welche Freundschaften schließt in der Gemeine und unfreiwillig zwischen die Parteien gerät. Verrat, Eifersucht und Misstrauen führen zu folgenschweren Entscheidungen. Kiran Millwood Hargrave beschreibt die immer bedrohlicher werdende Situation eindringlich und einfühlsam. Bei mir hat es einige Seiten gedauert, mich auf Text und Geschehen ein lassen zu können. Am Ende konnte ich das Buch aber nicht mehr weg legen. Von Gefallen kann ich bei diesem Thema nicht sprechen, eher von beindruckendem Nachhall. Die Hexenverfolgungen aus Norwegen zu dieser Zeit waren mir bisher nicht bekannt. Es existiert seit dem Jahr 2011 ein Mahnmal in Vardo nach Plänen des Architekten Peter Zumthor. Ja, ich kann das Buch wirklich empfehlen.

Lesen Sie weiter

Stürmisch von Anfang bis zum Ende

Von: Yvi1912

19.04.2020

Das Buch nimmt einen mit in die düstere Zeit des 17. Jahrhunderts und handelt vom Leben der Frauen auf der norwegischen Insel Vardo. Das Buch hat mich sehr gefesselt und ich habe es an 3 Tagen durchgelesen. Beeindruckender Roman, der sich an historischen Ereignissen orientiert.

Lesen Sie weiter