Leserstimmen zu
Die Hafenschwester (1)

Melanie Metzenthin

Die Hafenschwester-Serie (1)

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Toller Debütroman einer jungen Autorin

Von: Literaturblogsaarland

06.10.2019

Hamburg, 1892: Die Cholera erschüttert die Stadt an der Elbe und fordert tausende Opfer. Als Marthas Mutter stirbt, muss sie das Überleben ihrer Familie sichern. Die junge Frau aus dem armen Gängeviertel ergattert eine Lehrstelle am Eppendorfer Krankenhaus und arbeitet sich bis zur OP-Schwester hoch. Während die Ärzte sich im Wettlauf gegen die Zeit befinden, ist Hamburg auch im politischen Umbruch: Die Hafenarbeiter streiken, die Frauen kämpfen ums Wahlrecht und für die Rechte von Prostituierten. Martha schließt sich der Frauenbewegung an und führt gleichzeitig ihren ganz persönlichen Kampf. Denn sie hat nicht nur die Liebe zur Medizin entdeckt, sondern – gegen die strengen Regeln am Krankenhaus – auch zu einem jungen Mann … Vita : Melanie Metzenthin wurde 1969 in Hamburg geboren, wo sie auch heute noch lebt und als Fachärztin für Psychiatrie arbeitet. Mit der Vergangenheit ihrer Heimatstadt fühlt sie sich ebenso verbunden wie mit der Geschichte der Medizin, was in vielen ihrer Romane zum Ausdruck kommt. Die Hafenschwester. Als wir zu Träumen wagten ist ihr erster Roman im Diana Verlag und der Auftakt zu einer Serie. Unsere Protagonistin in diesem Roman ist die junge Martha. Die 14-jährige lebt 1892 mit ihrer Familie im berüchtigten Gängeviertel in Hamburg. In diesem Hamburger Bezirk wohnen vornehmlich die Hafenarbeiter mit ihren Familien unter unzumutbaren Bedingungen. Die Mutter bessert die Haushaltskasse mit Näharbeiten auf und auch die junge Martha muss schon mitarbeiten, damit die Familie über die Runden kommt. Martha hat eine beste Freundin namens Milli. Dieser ergeht es noch wesentlich schlimmer als Martha, da ihr gewalttätiger Stiefvater sie und ihre Mutter auf den Strich schickt. Als 1892 in Hamburg die Cholera ausbricht und wütet, verliert Martha ihre Mutter und die kleine Schwester. Durch glückliche Umstände wird Martha Krankenwärterin in St.Georg. So kan sie für das Überleben und Auskommen der Familie sorgen. Gleichzeitig entdeckt sie ihr Interesse und ihre Leidenschaft für die Medizin. Und auch die Liebe kommt nicht zu kurz, obwohl Martha für ihre Tätigkeit ledig bleiben muss. Die Hafenschwester - Als wir zu träumen wagten ist der erste Teil einer Reihe von Melanie Metzenthin. Schon beim Lesen der ersten Seiten ist man mitten im Gängeviertel und im Geschehen gefangen. Die Autorin beschreibt sehr plastisch den Ausbruch der Cholera-Epedemie und das Leben zu jener Zeit im Gängeviertel. Auch das politische Geschehen zu jener Zeit wird von Melanie Metzenthin genau beleuchtet. Gut gefallen hat mir, dass die Autorin für ihr Buch akribisch recherchiert hat und somit diese vergangene Epoche wieder aufleben lässt und man somit als Leser einen guten Einblick in die Sozialgeschichte jener Zeit erhält. Martha war mir als Mensch sehr sympathisch, weil sie unter anderem auch immer zu ihrer Freundin Millie gestanden hat, obwohl diese als Prostituierte von jedermann geächtet wird. Auch hilft sie während des Hafenarbeiterstreiks in einer Suppenküche mit. Mir hat Milli mit ihrer warmherzigen Art mit am Besten gefallen. Der nächste Teil ist schon fest eingeplant und ich bin gespannt, wie die Geschichte weitergeht. Ich vergebe hier die Höchstbewertung von 5 Sternen. Ein riesengroßes Dankeschön an die Verlagsgruppe Random House GmbH und das Bloggerportal für die kostenlose Zusendung des Rezensionsexemplares.

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Martha ist ein junges Mädchen, wie es viele gibt im Hamburg des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Geboren in eine arme, aber liebevolle Familie, muss sie während der Cholera-Epidemie erleben, wie ihre Schwester und ihre Mutter an der Krankheit sterben und wie dadurch der Familie das Herz genommen wird. Ihr Vater verwindet den Tod der beiden nicht und flüchtet sich in den Alkohol – mit fatalen Folgen, denn so bekommt er keine Arbeit mehr und es reicht nicht einmal mehr für die Miete. Martha übernimmt in ihrem jungen Alter notgedrungen die Verantwortung für ihren Vater und ihren kleinen Bruder. Mit Entbehrungen, aber auch viel Entschlossenheit versucht sie, die Familie über Wasser zu halten. Nur ihrem starken Durchhaltewillen und ihrer Zielstrebigkeit ist es zu verdanken, dass sie schließlich belohnt wird – sie erhält die Möglichkeit, eine Ausbildung zur Krankenschwester zu machen. Ein Privileg, das eigentlich Töchtern aus gutem Hause vorbehalten ist und Martha so einige Widrigkeiten beschert. Denn die jungen Damen sind alles andere als begeistert, dass „eine aus der Gosse“ mit ihnen arbeiten soll. Martha jedoch geht ihren Weg und ihre Überzeugungen führen sie letztlich auch in eine politische Richtung. Als Sozialdemo-kratin kämpft sie für die Rechte der Armen, der Hafenarbeiter, der Prostituierten. Keine einfache, aber letztlich eine er-füllende Aufgabe. Melanie Metzenthin ist es gelungen, die Situation der einfachen Leute in Hamburg an der Schwelle zum 20. Jahrhundert anschaulich zu schildern. Ohne zu beschönigen, legt sie die Misstände offen, versucht dabei aber durch ihre Heldin Martha immer aufzuzeigen, dass die „alte Welt“ im Umbruch ist. Der Standesdünkel ist immer noch weit verbreitet, die Welt teilt sich in die wenigen gutbürgerlichen Haushalte und die vielen einfachen Arbeiter, die an der Armutsgrenze leben. Doch Martha und die Leute in ihrem Umfeld brechen die Mauern zwischen den Ständen auf und zeigen, wie Stück für Stück der Fortschritt Einzug hält. Nicht nur technisch gesehen, sondern vor allem in der Gesellschaft. Martha kämpft für ein modernes Frauenbild und gegen die Doppelmoral der angeblich „feinen Gesellschaft“. Deutlich wird das besonders an ihren politischen Aktivitäten und ihrem Einsatz für die sogenannten gefallenen Mädchen. Wie die Autorin das in einen mitreißenden historischen Roman verpackt, hat mich beeindruckt und auch berührt. Besonders die Nebenfigur der Milli (Marthas Kindheitsfreundin) ist mir ans Herz gewachsen. Im zweiten Teil hoffe ich dann zu erfahren, wie es ihr in ihrem „neuen Leben“ ergeht. Aber auch von Martha habe ich längst nicht genug gelesen und freue mich jetzt schon auf den 2. Band dieser Reihe. Allen, die historische Romane und starke Frauenfiguren mögen, sei dieses Buch wärmstens empfohlen!

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Hamburg, Seuchen und die Not der Hafenarbeiter

Von: MargareteRosen

04.10.2019

Auf 464 Seiten erfahren wir viel über das Hamburg am Ende des 19. Jahrhunderts. Doch geht es hier nicht um Glanz und Glorie, sondern um die Not der Menschen, gebeutelt von Seuchen, Hunger und schlechten Arbeitsbedingungen. Die Autorin hat sehr gut recherchiert und präsentiert uns eine fundierte und runde Geschichte. Die Protagonisten kommen einem beim Lesen näher, reagieren verständlich und nachvollziehbar. Die Liebesgeschichten und Schicksale haben mich berührt. Der Schreibstil ist rund und angenehm zu lesen. Viele der Details waren mir so nicht bekannt und so wurde das Lesen zu einer kleinen Geschichtsstunde. Die Erklärungen der Autorin am Ende des Buches, runden das Geschehen ab. Fazit: Nicht nur für Fans von Hamburg und guten Liebesgeschichten sondern auch für Geschichtsinteressierte ein Lesegenuß.

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Auftakt einer tollen Reihe

Von: Martinas Buchwelten

02.10.2019

Bewertung: 4 1/2 Sterne In der Geschichte befinden wir uns im Hamburger Gängeviertel Ende des 19. Jahrhunderts. Martha ist gerade erst 14 Jahre alt geworden, als ihre kleine Schwester Anna an der Cholera erkrankt. Sie ist eine der ersten Erkrankten der verheerenden Epidemie, über die zuerst Stillschweigen verbreitet wird. Doch die Zahl der Infiszierten und Toten steigt innerhalb kurzer Zeit in besorgniserreichende Höhe. Als auch Marthas Mutter erkrankt, pflegt sie Martha liebevoll, kann sie aber nicht retten. Ihr Vater beginnt zu trinken und ihr kleiner Bruder Heinrich muss seine Zukunftspläne einer weiteren Schulausbildung begraben. Martha muss vortan für die Familie sorgen und nimmt den Rat des Arztes an, sich als Krankenwärterin am St. Georg Hospital zu bewerben. Wegen ihrer Pflegekenntnisse wird Martha aufgenommen. Ihr Interesse, ihr logisches Denken und ihr Wille fallen bald einem jungen Arzt auf, der sich für sie einsetzt. Martha erhält einen Platz im Eppendorfer Krankenhaus bei den Erika-Schwestern, der eigentlich nur Töchtern aus gutem Hause "zusteht". Und so sehen es nicht alle wohlwollend, dass eine Frau aus dem Gängeviertel dieselben Chancen erhält.... Die Charaktere sind individuell und entwickeln sich weiter. Martha ist ein starkes Mädchen, das sich aus ihrer Not heraus entwickelt und zu einer engagierten jungen Frau heranwächst. Ihr Vater, gefangen in seiner Trauer, versucht im Alkohol zu vergessen und vergisst dabei seine eigenen Kinder. Vater und Tochter entwickeln sich in gegensätzliche Richtungen, Marthas Bruder versucht sobald wie möglich auf eigenen Füßen zu stehen und aus dem Viertel zu fliehen. Besonders gut gefallen hat mir die Figur von Millie. Sie ist von Kindesbeinen an Marthas beste Freundin, erwartet jedoch ein schlimmes Schicksal. Ihre Stärke ist bewundernswert und die bedingungslose Freundschaft der Beiden wird oftmals auf die Probe gestellt. Melanie Metzenthin baut neben ihren fiktiven Charakteren auch reale Figuren dieser Zeit geschickt in den Roman ein, wie die Frauenrechtlerin Lida Gustava Heymann oder die Werftsbesitzer Gustav Wolkau und Hermann Blohm. Melanie Metzenthin, die selbst Medizin studierte, hat sich bei ihrem Roman vom Leben ihrer Urgroßmutter inspirieren lassen. Diese lebte zur selben Zeit wie Martha, überlebte ebenfalls die Cholera-Epidemie, arbeitete aber als Näherin. Eigentlich dachte ich, dass der Schwerpunkt des Romans im medizinischen Bereich liegt, doch die Autorin hat uns auch in der Leserunde hingewiesen, dass ihr Hauptaugenmerk bei der Cholera-Epidemie und dem größten Hafenarbeiterstreik Deutschlands lag. Es ist das Ende des vorletzten Jahrhunderts und es ist eine Zeit des Umbruchs und des Umdenkens. Die Gesellschaft ist im Aufbruch, denn die Schere zwischen Arm und reich wird immer größer. In der Mitte des Romans nahm mir die politische Sicht, sowie die Reden der Sozialdemokraten, etwas zu viel Raum ein. Durch die Cholera haben viele Familien ihre Ernährer verloren. Die Armen werden immer ärmer und kaum eine Familie hat mehr genug zu Essen. Die Mieten werden erhöht, ein 72 Stunden-Arbeitstag wird zur "Normalität". Unfälle häufen sich und kaum jemand wird mehr satt. Dies führt zum Streik, der sich immer mehr ausweitet und in die Geschichte als größter deutscher Hafenarbeiterstreik eingeht. Auch Martha unterstützt die Streikenden, engagiert sich für Rechte der Frauen und wird Mitglied bei den Sozialdemokraten. Dort lernt sie bei einer politischen Veranstaltung einen jungen Mann kennen, der dieselben Interessen und Ziele wie Martha vertritt. Als Erika-Schwester ist ihr allerdings der nähere Umgang mit Männern und eine Hochzeit untersagt.... Der erste Teil dieser Reihe konnte mich begeistern und ich freue mich schon auf die beiden Nachfolgebände. Schreibstil: Der Schreibstil der Autorin ist fesselnd, atmosphärisch und lässt sich wunderbar lesen. Es ist mein zweites Buch der Autorin und ich bin genauso begeistert, wie schon bei "Mehr als die Erinnerung". Die bildhafte Beschreibung der Stadt Hamburg zu dieser Zeit ließ mich selbst durch das Gängeviertel und den Hafen wandern. Die Figuren sind lebendig und facettenreich und entwickeln sich weiter. Sie wirken glaubhaft und man fühlt sich ihnen nahe. Die politischen und historischen Begebenheiten wurden akribisch recherchiert. Die eigenen medizinischen Kenntnisse der Autorin sind wunderbar integriert. Im Nachwort findet man weitere Erklärungen zur damaligen Zeit bzw. zur Cholera-Epidemie und dem Streik der Hafenarbeiter. Fazit: Ein wundervoller Auftakt der neuen Reihe von Melanie Metzenthin, der mich in das Hamburg des vorletzten Jahrhundert katapultiert hat und deren Protagoinisten ich gerne begleitet habe. Die interessanten Themen rund um die Cholera-Epidemie und den Kampf der Armen um mehr Rechte und Lohn haben der Geschichte rund um Martha's Leben nochmehr Tiefe gegeben. Ich freue mich schon auf den Folgeband!

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Wir befinden uns in Hamburg Ende des 19. Jahrhunderts. Die 14-jährige Martha wohnt mit ihrer Familie im Gängeviertel, eine der ärmsten Gegenden der Stadt. Als die Cholera ausbricht stirbt zuerst Marthas kleine Schwester und bald darauf ihre Mutter. Ihr Vater verfällt daraufhin dem Alkohol und Martha verpflichtet sich als Krankenwärterin um ihrer Familie finanziell helfen zu können. Dank ihrem Fleiß erhält sie ein Stipendium zur Krankenschwesternausbildung bei den Erika-Schwestern. Doch nicht jedermann ist begeistert über ihre Verbindungen im Gängeviertel und schon bald muss sie sich ihr Recht erkämpfen. Die Charaktere sind sehr gut beschrieben und entwickeln sich im Laufe des Buches weiter. Aus Martha wird eine selbstbewusste junge Frau, ihr Vater schafft es vom Alkohol wegzukommen und ihr Bruder findet auch seinen Weg. Melanie Metzenthin, die selbst Medizin studierte, hat sich bei ihrem Roman vom Leben ihrer Urgroßmutter inspirieren lassen, welche ebenfalls die Cholera-Epidemie überlebte. Mir hat der Roman sehr gut gefallen. Man kann sich sehr gut in die damalige Zeit hineinversetzen und hofft auf ein gutes Ende für alle Beteiligten. Ich bin schon sehr gespannt darauf, wie es mit Marthas Leben weitergeht und welche Hindernisse sie noch zu überwinden hat.

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Interessant und spannend

Von: Buchmomente

28.09.2019

Ich habe schon viele historische Romane gelesen und trotzdem waren mir die Themen dieses Buch ganz neu – zunächst war ich ein wenig enttäuscht, dass sich die Geschichte nicht mehr im medizinischen Bereich abspielt, dann aber haben mir die für mich neuartigen Themen doch noch richtig gut gefallen. Die Geschichte spielt Ende des 19. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt steht Martha, die in ärmlichen Verhältnissen aufwächst. Als eine Cholera-Epidemie über Hamburg einbricht, kommen viele Menschen ums Leben – und auch Marthas Familie wird nicht verschont. So jung Martha aber ist, macht sie das Beste aus ihrer Situation, und so eröffnen sich ihr ganz neue Wege. Ich denke, ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass die Choleraepidemie, dann aber auch der sozialistische Gedanke und der erste große Hafenarbeiterstreik im Mittelpunkt der Geschichte stehen. Geschickt hat die Autorin diese historisch belegten Begebenheiten verknüpft mit einer fiktiven Handlung – wobei es hier sowohl historische Persönlichkeiten, aber auch erdachte Figuren gibt. Und diese Mischung ist sehr gut gelungen, denn die überzeugenden und sympathischen Charaktere habe ich gerne begleitet und so viele Einblicke in die damals umbrüchige Zeit erhalten. Ich bin geradezu durchs Buch geflogen, weil alles sehr lebendig erzählt ist – man merkt den Enthusiasmus der Autorin für die Geschichte, die autobiografische Züge trägt, da ihre Urgroßmutter in dieser Zeit großgeworden ist und die Autoren selber auch aus Hamburg stammt. Dabei schafft sie es, sowohl ein historisches Gefühl zu schaffen, dabei aber leicht und locker durch die Geschichte zu führen. Es wird nie langweilig, was sowohl den immer neuen Themen als auch der Vielseitigkeit der Charaktere und dem vielfältigen Geschehen zuzuschreiben ist. Dachte ich zunächst, Martha ist ein wenig „zu gut“ geraten, weil sie immer freundlich, ehrlich und zuvorkommend ist, ändert sich das im Laufe der Geschichte und auch sie greift an der einen oder andere Stelle zu Mitteln, die eigentlich nicht in Ordnung sind. Aber es ist der Situation geschuldet, denn sie hat es als Frau aus den unteren Schichten nicht immer leicht und kämpft gegen Intrigen und Boshaftigkeit von Menschen aus wohlsituierten Familien. Und nicht immer geht alles gut aus für Martha, denn durch ihr im positiven Sinne prinzipientreues, im negativen Sinne dickköpfiges Verhalten muss sie doch einige Rückschläge einstecken. Doch Martha wäre nicht Martha, wenn sie es nicht immer wieder schafft, auf die Füße zu fallen und das Beste aus ihrer Situation zu machen – und dafür habe ich sie geliebt. Dass es sich bei diesem Roman nicht um eine romantische Geschichte handelt, ist sicher klar geworden, trotzdem gibt es auch eine kleine Romanze, die aber vorwiegend im Hintergrund abläuft und nie zu viel Raum einnimmt. Mir hat dieses Buch wirklich gut gefallen, und von der Autorin, die unsere kleine Leserunde besucht und ein bisschen aus dem „Nähkästchen“ geplaudert hat, konnten wir erfahren, dass noch weitere Bände in Planung sind. Immer die Urgroßmutter als Leitfigur sind da noch eine interessante Themen geplant, so dass ich mich sehr auf die Fortsetzung freue. Diesem Buch gebe ich 4 von 5 Sternen. Mein Fazit Interessante Themen hat die Autorin sich für diesen Auftaktband vorgenommen, und durch ihren lebendigen Schreibstil und die interessanten Charaktere bin ich geradezu durch das Buch geflogen. Die Themen Choleraepidemie und Streik der Hafenarbeiter am Ende des 19. Jahrhunderts in Hamburg sind dabei nur zwei Themen, die in diesem Roman behandelt werden. Es hat großen Spaß gemacht, die Geschichte zu lesen, und so freue ich mich schon auf die geplante Fortsetzung. Ich gebe 4 von 5 Sternen.

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Martha die Hafenschwester

Von: Rebecca K.

24.09.2019

Martha ist gerade 14 Jahre alt geworden als die Cholera in Hamburg ausbricht. Als ihre Mutter stirbt ist es an ihr den Rest ihrer Familie sicher durch die schwere Zeit zu bringen. Martha gelingt es sogar als junges Mädchen aus dem Gängeviertel eine Lehrstelle als Krankenschwester im Eppendorfer Krankenhaus zu erhalten. Während sie ihren Weg geht und ihren Platz im Krankenhaus findet beginnt der Umbruch in Hamburg. Die Hafenarbeiter streiken für bessere Arbeitsbedingungen und Martha sympathisiert mit den Sozialisten und muss gleichzeitig um ihre Arbeit fürchten da es Neider gibt und ihre Herkunft nicht allen in den Kram passt. Nachdem ich einige Jahre einen etwas größeren Bogen um Historische Romane gemacht hatte reizen sie mich inzwischen wieder sehr. Der Debütroman von Melanie Metzenthin hatte mich schon allein durch den Titel neugierig gemacht und so habe ich mich auf die Lektüre des Romans sehr gefreut. Mir war klar, dass nicht alles zu 100% zeitlich passend erzählt wird, aber so ist dies nunmal immer bei diesem Genre und ja mich stört es nicht. Der Einstieg ins Buch ist mir wirklich sehr leicht gefallen und obwohl ich es nicht wollte oder erwartet hatte war der Roman innerhalb von nur zwei Tagen gelesen gewesen. Ich persönlich empfand den Erzählstil den die Autorin gewählt hatte als sehr angenehm und da es nicht mehr als drei Handlungsstränge gab war es sehr übersichtlich zum Lesen und einordnen. Insgesamt war der Roman in zwei Teile aufgeteilt, im ersten Teil wird die Cholera und Marthas Ausbildung erzählt und im zweiten Teil dann geht es ca. zwei Jahre später weiter wie Martha und ihre Familie mit Freunden sich verändert haben bzw. was in Hamburg im argen liegt. Martha ist für mich zu Beginn ein junges Mädchen das durch schwere Schicksalsschläge schnell erwachsen werden musste und mit viel Mut und Glück ihre Weg aus dem Gängeviertel gefunden hat dabei aber nie ihre Herkunft vergessen hat und ja am Ende eine Frau ist die weiß was sie möchte. Gut gefallen hat mir, dass der Spannungsbogen bis zum Schluss gespannt war und es nie vorhersehbar oder auch langatmig wurde. Die Zeit der Choleraepidemie fand ich gut erzählt nur eines hat mir hier gefehlt,, denn das Gängeviertel war zu der Zeit ja fast schon Überbevölkert da einige Jahre zuvor ein anderes Stadtviertel zugunsten des Baus der Speicherstadt weichen musste und diese dann eben auch im Gängeviertel eine Bleiche suchen mussten plus der mangelnden Hygiene ergab es eben die Cholera. Dem Handlungsverlauf an sich konnte ich immer sehr gut folgen und man konnte auch alles sehr gut nachvollziehen was ich ja immer sehr wichtig finde bei einem Roman. Die Handlungsorte sowie auch die damaligen Lebensumstände empfand ich alle als sehr detailliert beschrieben, so dass man sich alles völlig problemlos vor dem inneren Auge entstehen lassen konnte. Aber auch die verschiedenen Figuren waren so liebevoll und anschaulich beschreiben und so konnte ich mir diese während des Lesens sehr gut vorstellen. Martha hatte ich von Anfang an in mein Leserherz geschlossen gehabt und so habe ich Seite für Seite mit ihr gehofft, gelitten, gelacht und geweint. Alles in allem habe ich sehr schöne Lesestunden mit dem Roman verbracht und insgesamt konnte mich der Roman vollständig überzeugen, so dass ich sehr gerne alle fünf Sterne vergebe und mich auf den nächsten Teil freue um zu erfahren wie es weitergeht.

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Die 14-jährige Martha wächst im Jahre 1892 im ärmeren Hamburger Gängeviertel auf. Obwohl Marthas Familie sich finanziell gerade noch so über Wasser halten kann, sind die Westphals glücklich. Das Schicksal ist ein mieser Verräter, als die Cholera in der Stadt wütet und unzählige Opfer fordert, darunter auch Marthas Schwester Anna sowie ihre Mutter. Anstatt auf seine Kinder Martha und Heinrich Rücksicht zu nehmen, flüchtet sich Vater Westphal in seiner Trauer in den Alkohol. Martha muss deshalb das Überleben der Familie sichern. Besondere Menschen, wie Dr. Schlüter, erkennen ihr Potenzial und sie darf eine Lehrstelle als Erika-Schwester im Eppendorfer Krankenhaus antreten, obwohl sie nicht aus der „angesehenen“ Gesellschaft stammt. Sie ist fleißig und arbeitet sich bis auf den begehrten Posten der 2. OP-Schwester hoch. Dadurch schafft sie sich nicht nur Freunde, sondern auch eine Erzfeindin! Ihr Bruder Heinrich muss auf den Besuch des Gymnasiums verzichten, weil das Geld für Miete und Lebensmittel ausgegeben werden muss. Deshalb entscheidet sich Heinrich zur See zu gehen. Marthas beste Freundin Milli wird von ihrem Stiefvater gezwungen als Prostituierte arbeiten. “Aber mach dir keine Sorgen, ich komme schon selbst zurecht. Was uns nicht umbringt, macht uns stärker, nicht wahr?” – Zitat Seite 158 In dieser Zeit kommt es in Hamburg zum politischen Umbruch. Die Hafenarbeiter streiken im Hafen von Hamburg, der Streik weitet sich auch auf andere Häfen aus. Die Frauen beginnen auch um ihre Rechte zu kämpfen. Martha lernt Paul Studt kennen und lieben … “Sie hatte viel verloren, aber sie war endlich frei. Frei, etwas Neues zu beginnen. Das Leben gehörte ihr!” – Zitat Seite 375 Dies ist mein erstes Buch von Melanie Metzenthin, aber bestimmt nicht das letzte! Schon die ersten Seiten des Buches haben mich gefesselt, der Schreibstil der Autorin ist flüssig und sehr angenehm. Ihre Beschreibungen sind bildhaft, man kann sich die Charaktere, Situationen und Örtlichkeiten gut vorstellen. Die Geschichte wird aus mehrere Perspektiven erzählt, die Handlungsstränge sind verständlich und realistisch. Alle Charaktere sind lebendig und authentisch dargestellt, es machte mir Freude, sie kennenzulernen. Martha ist sympathisch, selbstbewusst und eine kämpferische Hauptprotagonistin. Ihre beste Freundin Milli hat es als Prostituierte nicht leicht und muss mit Vorurteilen kämpfen. Milli hält an ihrem Traum fest, eines Tages nach Amerika auszuwandern. Sie will nicht in Hamburg bleiben und bricht Moritz das Herz, der immer zu ihr gestanden hat und sie heiraten will. Sowohl Martha als auch Milli haben unter ihren Vätern zu leiden, trotzdem entwickeln sich beide Frauen zu starken Persönlichkeiten. Ambivalente Gefühle hatte ich für Marthas Vater und war echt froh, dass er sich positiv verändert hat. Moritz, Heinrich und Paul sind mir ans Herz gewachsen. Die Liebesgeschichte zwischen Martha und Paul finde ich gut dargestellt, diese entwickelt sich langsam und nimmt keinen zu großen Raum. Der Roman befasst sich viel mehr mit der Choleraepidemie, die Frauenrechtsbewegung oder der Hafenarbeiterstreik. Die historischen Ereignisse sind sehr gelungen in Szene gesetzt und haben mich emotional gefesselt. Die Autorin hat wahre und fiktive Begebenheiten gekonnt verknüpft. Melanie Metzenthin konnte auf ihr medizinisches Wissen als Fachärztin für Psychiatrie und auf ihre Familiengeschichte zugreifen, zudem hat sie akribisch recherchiert. Ein informatives Nachwort rundet den Roman gelungen ab, der Leser erfährt viel über die Cholera, das Leben und die politische Lage in dieser Zeit. “Die Hafenschwester” ist eine sehr gefühlvolle Geschichte mit historischem Hintergrund, die mich tief berührt und nachdenklich gemacht hat. Ich freue mich schon auf die Fortsetzungen und vielleicht kommen Milli und Moritz doch noch zusammen 😉 Ich empfehle es gerne weiter und vergebe 4,5 Sterne.

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