Leserstimmen zu
Der Alte muss weg

Carla Berling

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Steffi ist Mitte fünfzig und in der Krise. Sie ist unzufrieden mit sich selbst, mit ihrer unmöglichen Chefin und ihrem langweiligen Ehemann. Die einzige Freude ist der wöchentliche Stammtischtreff mit ihrer Schwester und ihren Freundinnen. Doch auch diese Damen hadern mit ihrer Situation - und mit dem einen oder anderen Mann an ihrer Seite. So beratschlagen sie bei einem feucht-fröhlichen Kölsch-Abend wie ein perfekter Mord denn aussehen könnte. Zum ersten Mal musste ich schon auf Seite 9 schmunzeln, als ich über die Theorie eines Rechtsmediziners las, nachdem „Deutschlands Friedhöfe nachts taghell erleuchtet wären, wenn auf jedem Grab in dem das Opfer eines unentdeckten Mordes liegt, eine Kerze brennen würde“. Das hatte ich doch schon mal bei einer Lesung eines bekannten Mediziners dieser Fachrichtung gehört. Da war ich nun ja gespannt, wie sich Carla Berlings Geschichte entwickelte. Großartig, wie ich finde. Humorvoll erzählt sie über Steffis Ambitionen ihren biedern Mann Tom zu beseitigen, über den Zusammenhalt der Freundinnen, aber auch über die Eintönigkeit, die sich bei vielen einschleicht. Mit ihrem flotten und lockeren Schreibstil und den unterhaltsamen Dialogen, ich denke da besonders an Elfie mit ihrem herrlichen Dialekt, fliegen die Seiten nur so dahin. Die super (über)zeichneten Charaktere, mal schrill, mal schräg, mal schrullig passen perfekt zum Buch. Auch die unerwarteten Wendungen geben der Handlung nochmal neuen Pfiff und lassen den Leser auch ein klitzekleines bisschen darüber nachdenken, ob wir uns nicht manchmal zu wenig Gedanken über unsere Partner machen. Ich habe "Der Alte muss weg"- allein der Titel und das Cover sind schon die Wucht - sehr gerne gelesen. Es ist für mich ein humorvoller Kriminalroman mit einem ordentlichen Schuss Gesellschaftssatire, der bei mir für beste Laune sorgte.

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Carla Berling: Der Alte muss weg 2. September 2019 / Leselust Team Pass auf, welche Sendungen du im Fernsehen siehst. Und achte auf die Folgen, die daraus entstehen. Diese Warnung hätte der Protagonistin in Carla Berlings witzigem Buch einige Wirrungen und viel Stress erspart. Dabei ist der Roman um die beige-braun-graue Heldin Steffi gar nicht so derb komisch, wie der Titel und das Cover suggerieren. Sicher sind manchmal die kölsch-rauen Späße ein wenig zotenhaft und manch ein Handlungsdreh vorhersehbar, dafür regt aber die Geschichte auch zum Nachdenken an. Steffi, 50 und in den ausgefahrenen Spurrillen ihres Lebens gefangen, trifft sich regelmäßig mit ihren vier Freundinnen, die mehr oder weniger ähnlich mit sich, ihrem Leben und insbesondere mit ihren jeweiligen Lebenspartnern hadern. Und nun, inspiriert durch eine Fernsehsendung über unentdeckte Morde, entstehen in den Damen – in unterschiedlicher Ausprägung und mit unterschiedlichen Auswirkungen – diverse Ideen, sich ebendieser Lebenspartner zu entledigen. Wie skurril diese Ideen sind, wie die geplagten Damen ihrer Männer verlustig gehen oder auch nicht, das erzählt Carla Berling locker, witzig, mit viel Verständnis und einigen Überraschungen. Sicher keine hohe Literatur, aber sicher eine klare Leseempfehlung. Carla Berling: Der Alte muss weg. Heyne, Juli 2019. 320 Seiten, Taschenbuch, 9,99 Euro. Diese Rezension wurde verfasst von Renate Müller.

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