Leserstimmen zu
Jesolo

Tanja Raich

(1)
(1)
(0)
(0)
(0)
Hardcover
€ 20,00 [D] inkl. MwSt. | € 20,60 [A] | CHF 28,90* (* empf. VK-Preis)

Ein ganz anderes Schwangerschaftsbuch

Von: Tanja aus Mainz

19.03.2019

Bei Jesolo handelt es sich um ein ganz anderes Schwangerschaftsbuch. Ein Roman, der sich kritisch mit diesem Zeitraum auseinander setzt, in dem Frauen großem gesellschaftlichem Druck ausgesetzt sind. Bewusst wird das große Glück ein Kind zu empfangen an die Seite gestellt, um der gesellschaftlichen Rollenzuschreibung den Vortritt zu lassen. Ein Buch wie dieses zu schreiben, ist mutig, weil die Idee an sich schon gegen diese Normen aufbegehrt. Und in diesem Fall ist der Versuch auch ganz klar geglückt. Den Schreibstil von Tanja Raich finde ich erfrischend anders. Man ist gezwungen konzentriert zu lesen und damit schnell im Geschehen. Die Protagonistin Anja ist sehr authentisch, wenn sie auch auf mich etwas depressiv wirkte. Differenziert zeigt Tanja Raich auf, wie vielen Generalisierungen Schwangere unterworfen sind und wie absurd dieses allgemeine Verhalten ist. Die Realitätsnähe ist dabei erschreckend. Ich bin der Autorin ehrlich dankbar, dass sie diesen Roman geschrieben und veröffentlicht hat. Einzig das Ende lässt mich etwas ratlos zurück. Wortwörtlich kann man sagen, es ist bedenklich, was gut zu diesem Buch passt. Ich empfehle dieses Buch deshalb allen außer Hochschwangeren. Um dem Roman gerecht zu werden, sollte natürlich jede Schwangere selbst entscheiden, was ihr gut tut, ich möchte aber auf eine teilweise sehr drastische Darstellung der Herausforderungen in der Schwangerschaft hinweisen.

Lesen Sie weiter

Lesehighlight!

Von: Nicole aus Wien

01.03.2019

Es ist gerade mal Anfang März und ich traue mich zu behaupten, dass ich ein oder vielleicht DAS Lesehighlight des Jahres für mich gefunden habe. Vielleicht liegt es an meinem Alter (mit knapp 30 kommt man als Frau ja oft ins Grübeln), meiner Lebenssituation, meinen bisherigen Erfahrungen – vielleicht auch einfach all den Ängsten, die dieses Erwachsen werden und vor allem das Mutter werden (irgendwann mal oder vielleicht nie) mit sich bringt. Tanja Raich schafft es mit ihrem Roman „Jesolo“ auf knapp 221 Seiten all meine Gedanken, Sorgen und Bedenken über Beziehungen, Liebe, Mutterschaft niederzuschreiben. Dabei ist sie ehrlich, direkt und klar. Kein Schnickschnack. Manchmal folgen einfach nur unzählige Aufzählungen. Manchmal versinkt man in Traumszenen. Meistens ist man bedrückt. Wenn ich eines verstanden habe, dann ist es die Protagonistin: „Ist das alles in meinem Leben?“ „Ist dies das Leben, das ich führen will?“ „Bin ich je bereit für ein Kind?“ „Will ich überhaupt eines?“ „Wo steht man als Frau nachdem man Mutter geworden ist?“ und vor allem: „Ist es okay, wenn ich mich in all diesem Mutter werden – Haus bauen – Bausparverträge – Jesolo Urlaube – Gedankenkonstrukt verloren fühle?“ Dies alles gemischt mit der Liebe oder auch nur Gewohnheit zu einem Menschen, er immer 3 Schritte voraus ist und das perfekte gemeinsame Leben schon geplant hat. Die Autorin kreiert ein Leben, welches für viele die Erfüllung und bei mir nur Beklommenheit und einen Fluchtgedanken auslöst. So will ich das nicht. Ich will nicht jedes Jahr das gleiche Urlaubsziel, das gleiche Hotel, die gleichen Liegestühle. Ich will mich nicht den Erwartungen der Gesellschaft, des Umfeldes, der Freunde beugen. Und das Buch zeigt eines: Es ist okay, dass es nicht das ist, was ich will. Ich bin nicht die einzige, die sich so fühlt und ich darf und soll verdammt nochmal selbst entscheiden.

Lesen Sie weiter