Leserstimmen zu
Miss Maxwells kurioses Zeitarchiv

Jodi Taylor

Die Chroniken von St. Mary’s (1)

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„Leider zu oberflächlich.“

Von: losgelesen

12.10.2019

Ihren Debutroman hat Jodi Taylor eigenständig als E-Book veröffentlicht. Nachdem es mehr als 60.000 Leser begeisterte, wurde es schließlich in einem Verlag veröffentlicht. Nun liegt „Miss Maxwells kurioses Zeitarchiv“ in deutscher Übersetzung im Verlag blanvalet vor. Das 512 Seiten dicke Buch bildet den (vermutlichen) Auftakt zu der Reihe „Die Chroniken von St. Mary’s“ und handelt von der titelgebenden Archäologin Madeleine „Max“ Maxwell, die mittels einer Zeitmaschine die Geschichte vor Ort erleben und beobachten kann. Das klingt erst einmal spannend, denn die zugrundeliegende Idee ermöglicht eine Vielzahl von interessanten Abenteuer mit historischem Hintergrund. Leider gelingt es Jodi Taylor nicht, diese theoretische Spannung auch in Worten niederzuschreiben, denn der ganze Roman ist durchgehend viel zu oberflächlich und die Autorin erreicht nie die wünschenswerte Tiefe in ihrer Geschichte. Die Charaktere bleiben eher skizzenhaft und damit ziemlich blass, der Fortgang der Geschichte wird nur eher umrissen und auch die Handlung ist größtenteils nur beschreibend. So bleibt nahezu alles austauschbar: Personen, Orte und Zeiten, da sie leider nur allzu beliebig wirken. Das ist für die zugrundeliegende gute Romanidee aber einfach viel zu wenig in der Umsetzung. Jodi Taylor betont zwar zu Beginn des Buchs, dass sie sich die Geschichte einfach nur ausgedacht hat und das Physiker und Historiker ihr wegen eventueller Unstimmigkeiten nicht den Kopf abreißen sollen. Aber diese Art von Roman benötigt nun einmal eine gewisse historische und physikalische Tiefe, die in dem Buch aber so nicht ausreichend ist. Der Roman ist dadurch leider blass und oberflächlich. Schade!

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Ich brauche mehr davon

Von: Die Bibliothekarin

12.10.2019

Alles was mit Zeitreisen zu tun hat macht mich immer wieder neugierig und so hatte ich dieses Buch plötzlich in der Hand und dieses Cover hat mir ganz gut gefallen. Entscheidend war aber der Klappentext der dafür gesorgt hat, dass dieses Buch bei mir einziehen durfte. Außerdem gibt es nicht oft komplett gelbe Cover das fand ich auch mal sehr erfrischend. Und wie schön ist bitte dieser Buchtitel gestaltet, die Kombination auf dem gelb macht es noch schöner.  Der Schreibstil ist fließend, detailreich und etwas besonderes, oftmals wird die Spannung zum Beispiel darüber aufgebaut, dass Max immer wieder davon spricht das bald etwas passieren wird, das machte mich immer neugierig und ich konnte mal wieder schlecht ein Ende beim Lesen finden. Mix Maxwell ist interessant gestaltet und man hat sofort das Gefühl, das sie für das lebt was sie macht, da hat die Autorin sich wirklich selbst übertroffen. Die Begeisterung ist beim Lesen auf mich übergesprungen. Die verschiedenen Reisen auf die wir uns begeben sind so unterschiedlich und so spannend, dass die Seiten nur so dahinfliegen. Einziges Manko: ich fand das Ende jetzt nicht so prickelnd, es war irgendwie kein richtiges Ende, wie ich es mir vorgestellt hatte. Vor allem wurde das Ende recht schnell abgehandelt bei über 500 Seiten hätte man da ja auch noch etwas mehr machen können. Aber das hat der Begeisterung nur einen kleinen Dämpfer gegeben, denn die Geschichte ist einfach wahnsinnig spannend. Fazit Dieses Buch lässt dich so schnell nicht los, es ist vielseitig und spannend aber was das Beste an der ganzen Geschichte ist sind die so toll gestalteten Charaktere allen voran die Protagonistin. Ich kann es kaum erwarten mehr davon zu lesen.

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Zeitreise für Erwachsene

Von: oceanloveR

03.10.2019

Eine gelungene Mischung aus Historischem, Gefühlen, Dramatik und Humor: Zeitreise für Erwachsene, auf die man sich einlassen können muss. Dieser Reihenauftakt unterhält nicht nur bestens, sondern weicht auch von Bekanntem ab. Zeitreise? Da bin ich dabei! Voller Vorfreude stürzte ich mich also in dieses Abenteuer, dass wie für mich konzipiert schien: Auch ich hatte ganz lange Archäologin werden wollen und mit dem Ägyptologie-Studium geliebäugelt... Und was für eine abgefahrene Geschichte ich da präsentiert bekam! Schnell stellte sich heraus, dass dieses Buch Zeitreise für Erwachsene ist - viel erster als erwartet, aber zugleich auch irre witzig. Max ist weder zimperlich, noch geht die Zeit behutsam mit ihr und den anderen zeitreisenden Historikern um: Verletzungen, erschütternde Erlebnisse und Tod prägen ihre Abenteuer, dazwischen viel (zu viel) Alkohol und später auch Sex. Gleichzeitig aber, wie gesagt, Humor und Situationskomik. Die Hauptprotagonistin Max ist nicht nur eine knallharte Einzelgängerin, sondern auch voller kesser Sprüche. Niemals auf den Mund gefallen, bringt sie sich und andere immer wieder in brenzlige Situationen; aber auch wieder aus ihnen heraus durch ihren Mut und ihre grenzenlose Loyalität. Grandios ist der Autorin gelungen, die Zeitreisen und die benötigte Vorbereitung zu beschreiben. Nicht einfach nur "ach ja, da ist so eine Maschine" und losgeht´s, sondern eine fordernde Ausbildung, ein Zusammenspiel zwischen Historikern, Technikern, Ärzten, IT-Leuten, Requisite und Köchen. Mich verwunderte zwar, dass plötzlich fünf Jahre vergangen sein sollen und dass der Klappentext insofern irreführend ist, als dass die große Katastrophe erst im mittleren Teil des Buches und nicht beim ersten Sprung geschieht - ansonsten war ich aber begeistert davon, nicht nur die Abenteuer, sondern auch die Vor- und Nachbereitung zu erleben. Außerdem liebe ich das Chaos, die Exzentrik und die facettenreichen Charaktere am Institut - jeder kann und ist einfach, wie er sein mag; ständig knallt´s und zischt´s, die Abteilungen wetteifern und raufen miteinander, um dann in Notsituationen doch vereint zu agieren. Die Geschichte ist aus der Perspektive von Max erzählt und hier nutzt die Autorin einen genialen Kniff, um die Spannung immer wieder aufzubauschen oder vermeintlich ruhige Szenen zu dramatisieren: Immer wieder deutet Max an, die in Vergangenheitsform spricht, dass bald etwas Unerwartetes geschehen würde, dass sie sich geirrt habe oder dass das Folgende niemand erahnen hätte können. Clever!

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So könnte man Miss Maxwells kurioses Zeitarchiv beschreiben. Zeitreisegeschichten erfreuen sich großer Beliebtheit und so besteht natürlich die Gefahr, dass man sich ständig wiederholt und das Zeitreisen an sich eher uninteressant wird. Bei Jodi Taylors Roman ist das anders. Die Zeitreisen sind organisiert und werden zu rein wissenschaftlichen zwecken durchgeführt. Der Normalsterbliche erfährt davon nichts und die Historiker beobachten und sammeln. Der Weg zum Historiker ist hart und tatsächlich gibt es während der Ausbildung auch Tote. Zeitreisen sind kein Ponyhof. Man kommt schnell in die Handlung hinein, selbst die technische Seite des Zeitreisens wird nur kurz und verständlich abgehakt. Wichtiger sind die zwischenmenschlichen Beziehungen und die Charaktere selbst, die liebevoll mit all ihren Stärken und Schwächen (und besonders den Schwächen) skizziert werden. Es wird niemals langweilig, auch wenn sich der Leser die Frage stellen darf was es mit dem Zeitarchiv auf sich hat (denn der Titel ist etwas irreführend, zumindest in der deutschen Übersetzung). Manchmal wird es etwas brutal (aber vielleicht gehört das zu Zeitreisen auch dazu), aber auch der Humor kommt nicht zu kurz und manche Dinge werden mit einem Augenzwinkern beschrieben, vor allem wenn Miss Maxwell (Max) ihre eigenen Unzulänglichkeiten erkennt, aber ignoriert (obwohl sie es besser weiß oder besser hätte wissen müssen). Ich habe mich königlich amüsiert und hoffe auf baldige Übersetzungen der Nachfolgebände. Ach ja ... es gibt auch Dinosaurier.

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Kuriose wie auch spannende Zeitreisen

Von: Foxis Bücherschrank

28.09.2019

Das Buch war mal eine andere Art der Zeitreise. In „Miss Maxwell´s kurioses Zeitarchiv“ wird schnell klar, dass diese Geschichte anders ist. Schon als „Max“ wie Madeleine Maxwell genannt wird, in das Institut kommt, merkt sie, dass das nicht mal eben ein Klacks ist in die Zeit zu reisen. Nach einer umfangreichen Zusatzausbildung darf die Historikerin und Archäologin zusammen mit Kollegen in die Zeit reisen und historische Ereignisse beobachten, aber auf keinen Fall in die Geschichte eingreifen. So einfach ist das aber nicht. Am Anfang des Buches hatte ich ein bisschen Langeweile, aber als dann die ersten Reisen stattfanden - ganz besonders gut ist mir hier die Kreidezeit oder der erste Weltkrieg in Erinnerung - da hat es mich mitgenommen. Sehr! Miss Maxwell ist Historikerin. Sie lebt quasi für das was sie tut. Sie interessiert sich nicht nur für ihre speziellen Zeiten, sondern auch für alles andere. Am Anfang ist es noch relativ gemütlich im St. Marys, aber nach einiger Zeit kommen dort Sachen ans Licht, die wollen aufgeklärt werden. Außerdem ist da noch ein sehr interessanter Mann. Bisher hat Max da keinerlei großen Werte daraufgelegt und ehr experimentiert als dass ein Mann wirklich ihr Herz stehlen konnte, aber dieser Eine – ich lasse das mal offen, dass muss der Leser herausfinden. Ich finde an diesem Buch auch gut, dass nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen ist. Die Zeitreisen sind gefährlich. Todesfälle sind nicht ausgeschlossen. Auch Max und das St. Marys sind in Gefahr. Nach und nach wird der Leser hier feststellen um was es genau geht und was dieses Buch so Besonders macht. Auch wenn es Sinn macht das immer ein Pärchen reist, so hat das nicht immer Vorteile für die Personen. Auch Max macht hier eine Erfahrung, die ihr Schauer über den Rücken jagen. Das Buch ist sehr gut recherchiert, wenn man an manchen Stellen dann mal googelt, findet man auch die entsprechenden historischen Ereignisse oder Personen. Gerade das hat mir sehr an diesem Buch gefallen. Zeitreisen üben einen Reiz bei den Menschen aus und ich denke jeder würde gerne mal in eine längst vergangen Zeit zurück. Teilweise hätten mir bei den Reisen noch mehr Interaktionen gefallen. Mehr Gespräche mit den Menschen der damaligen Zeit, aber es hat, wenn man so am Ende des Buches ankommt, schon seinen Sinn, warum das eben nicht so ist. Aber ich fand die Reise in die Kreidezeit mega cool. Durch unsere Geschichtsbücher wissen wir sehr viel über Feldherrscher, Kriege, Epochen und Kleidung, Krankheiten etc. Aber bei den Dinos ist es doch wirklich mal Adrenalin pur, oder? Gut, man ist durch Jurassic Park natürlich schon abgebrüht, aber wenn ich mir vorstelle, ich komme da in diese Zeit, zu diesen Urviechern mit nix als ein wenig Hintergrundwissen zu Flora und Fauna dieser Zeit. Brrrrrrr! Also das hat mich mitgenommen, wie ihr lesen könnt. Bei diesem Kapitel habe ich eine Tüte Chips aufgegessen, vor lauter Aufregung. Das macht es auch immer aus. Bücher müssen mich richtig fesseln. Und es geht noch in eine andere Zeit, die hat mir persönlich als Bücherwurm sehr gut gefallen. Es handelt sich um eine Bibliothek. Aber wo? Das verrate ich nicht. Aber das war schon super, super cool. Und die Frage aller Fragen, sind Zeitreisen irgendwann einmal möglich oder ist dies wirklich nur ein Wunsch unserer tiefsten Fantasie? Ich denke das sollten sie bleiben – eine Fantasie. Denn nicht auszudenken was passiert, wenn das möglich wäre. Miss Maxwell hat ja schon gut damit zu tun Bösewichte auszuschalten. Aber jetzt nach dem Lesen dieses Buches, kann ich nachvollziehen, warum es damals als unbekanntes E-Book bei Wattpad so ein Erfolg hatte. Die Autorin schafft es mit Stil, mit Humor und gut recherchierten Material Geschichte wieder aufleben zu lassen. Ich bedanke mich bei bloggerportal und dem blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar. Danke schön und ich hoffe ich treffe Maxwell bald wieder. Sie ist mir ans Herz gewachsen und ich denke es ist noch nicht vorbei. Sie steigen wieder in den Pod und die Welt wird weiß. ;-)

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Madeleine Maxwell ist der Schrecken der Schule. Sie ist eine Außenseiterin, eine Einzelgängerin und stiftet nicht als Unruhe. Ihr rebellischer Charakter und ihr stetiger Ungehorsam lassen vermuten, dass sie keine große Zukunft vor sich hat. Als sie wieder einmal vor der Direktorin erscheinen muss, ist sich das Mädchen sicher, von der Schule zu fliegen. Aber Mrs. De Winter erkennt das Potenzial der kleinen Rebellin und stellt sie vor neue Herausforderungen. Damit weckt sie das Interesse des Mädchens an Geschichte und Archäologie. Daher ist es kein Wunder, dass Madeleine später Archäologie studiert. Zehn Jahre später ist es wieder Mrs. De Winter, die Madeleine, einen neuen Weg weist. Sie fordert ihre ehemalige Schülerin auf, sich am St. Mary's Institut für historische Forschung zu bewerben. Die junge Frau erinnert sich noch gut an die Hilfe der ehemaligen Direktorin und daher nimmt sie ihren Vorschlag an und bewirbt sich am Institut. Nichtsahnend, was auf sie zukommt. Nach einem sehr ausführlichen und sehr unkonventionellem Vorstellungsgespräch ist die erste Hürde geschafft und Max wird angenommen. Die Ausbilddung ist hart, von zehn Anwärtern schaffen durchschnittlich nur drei den Abschluss und werden Historiker. Historiker, die nun die Möglichkeit haben, echte Feldforschung zu betreiben. Denn hinter der Fassade des unscheinbaren Instituts verbirgt sich Außergewöhnliches: Zeitreisen! Kommentar: Meine Freundin und ich haben oft den gleichen Geschmack, was Bücher anbetrifft. Dieses hier hat sie allerdings abgebrochen mit dem Vermerk: " Ich bin einfach nicht reingekommen". Ich kann das durchaus nachvollziehen. Denn zu Beginn ist es schon etwas schwierig zu lesen. Madeleine "Max" Maxwell erzählt die Geschichte aus ihrer Sicht und sie ist kein einfacher Charakter. Am Anfang wirkt alles etwas ausschweifend, ihre defätistische Art nervt und macht es schwierig sie zu mögen. Nach und nach jedoch liest sich die Geschichte flüssiger. Die Ausbildung ist sehr hart, entspricht aber genau dem Naturell der jungen Frau. Eigeninitiative, Mut und Kreativität bei der Ausführung eines Auftrags sind hier Grundvoraussetzung um zu überleben. Max, die nie eine Familie und nie ein Zuhause hatte, ist endlich angekommen. Hier ist der Platz, von dem sie immer geträumt hat. Die Zeitsprünge sind perfekt organisiert. Am Institut sind Schneiderinnen beschäftigt, die für die passenden Kostüme sorgen. Es gibt Ärzte, Techniker, Professoren, Geologen und Köche. Jeder Historiker muss sich für zwei Zeitepochen entscheiden, auf die er sich spezialisiert. Momentan gibt es nur sehr wenige Historiker am Institut. Die Ausbildung bestehen nur sehr wenige und die Verlustquote bei den Zeitsprüngen ist leider sehr hoch. Als Max ihren ersten Zeitsprung durchführen darf, ist der Leser genauso aufgeregt wie sie. Trotz sorgfältiger Planung geht immer etwas schief und Max ist ein Magnet für Katastrophen. Bei dem ersten Sprung erweist es sich, wer aus welchem Holz geschnitzt ist. Obwohl die Regel gilt: Niemals eingreifen und interagieren und immer sofort zurück zum Pod ( eine Art Zeitkapsel), können die Reisenden im Angesicht des Grauens, welches sie im ersten Weltkrieg erleben, nicht einfach wegsehen. Nur Sussmann, der zukünftige Partner von Max, rettet sich zum Pod und lässt die Menschen um sich herum sterben. Obwohl er sich als einziger absolut korrekt und den Anweisungen entsprechend verhalten hat, werfen ihm seine KollegeInnen Feigheit und Unmenschlichkeit vor. Hier stellt sich für den Leser die Frage was wichtiger ist. Die Mission zu schützen und vermeiden, dass man erkannt wird? Oder dass man Menschen, die in Not sind, entgegen aller Befehle, hilft und sie rettet? Greift man damit in die Geschichte ein? Verändert man sie? Es wird hier erklärt, dass sich die Geschichte selber hilft und alle Einflüsse, die sie verändern könnte, einfach nicht zulässt. Eine einfaches und durchaus logisches Konzept. Waren die Reisenden also im ersten Weltkrieg wirklich dort und haben Menschen gerettet? Es mag verwirrend erscheinen aber ich finde, dass die Reisen hier sehr verständlich und logisch erklärt sind. Ohne viel Technik blabla, dem ein Leser eh nicht folgen kann. Natürlich kann so ein Roman nicht ohne Bösewichter auskommen, welche die Schätze der Vergangenheit stehlen und für unermessliche Summen verkaufen. Es werden Dinosaurier Jagden angeboten oder Reisen an jeden beliebigen Ort. Max und ihre Kollegen versuchen, diesen Verbrechern das Handwerk zu legen aber diese sind ihnen immer einen Schritt voraus. Das lässt vermuten, dass es am Institut einen Verräter gibt. So schwer der Einstieg zu Beginn war, so schwer war es nachher, das Buch aus der Hand zu legen, ab dem zweiten Drittel ist die Handlung an Spannung kaum noch zu überbieten. Max wird selbstbewusster und das drückt sich auch in ihrer Erzählweise aus. Die Geschichte liest sich wesentlich flüssiger als zu Beginn. Sie behält zwar ihre flapsige Art bei aber die Sicherheit des Instituts gibt ihr Halt und ihr Kollegen und Kolleginnen werden enge Freunde, mit denen sie jede Stunde verbringt. Natürlich bleibt eine Liebesbeziehung nicht aus aber die Autorin verzichtet auf kitschiges Liebesgeseufze, was auch gar nicht zu der taffen jungen Frau passen würde. Was ich hier wirklich kritisieren muss, ist der Titel des Buches. Im Original heißt es "just one damned thing after another." Wie man auf "Miss Maxwells kurioses Zeitarchiv" kommt ist mir unbegreiflich. Er passt in keinster Weise zu dieser Geschichte, denn es handelt sich keineswegs um ein Zeitarchiv. Der Titel ist Blödsinn und verprellt sicher Leser, die Spaß an Zeitreiseromamen haben. Ich habe vor diesem Buch die "Zeitagenten" des Autors Joachim Sohn gelesen, dessen Titel viel aussagekräftiger und prägnanter ist. Das Cover spricht sicher eher Leserinnen an, was wohl auch beabsichtigt ist. Auf dem Cover steht: Viel Humor, viel Action und sogar ein Hauch von Romantik." Das ist eine sehr zutreffende Beschreibung. Hier noch ein kleines Zitat von Seite 463 ( es handelt sich um die Vorbereitung zu einer Reise nach Alexandria und es geht um die Herstellung von Pech) "Verrate mir eines Andrew, wie viel Hasenscheiße genau wird deiner Meinung nach in der Stadt verfügbar sein? In Ägypten? In der Hitze? In der Wüste? Ich sag dir eines: Du verschwendest deine Zeit. Kuh-, Kamel- oder Eseldung ist der richtige Weg. Es gibt jede Menge davon und die Ausscheidungen sind auch viel größer. Hast du dir schon einmal ernsthaft überlegt, wie viele kleine Hasenköttel du brauchst, damit es einem durchschnittlichen Kuhfladen entspricht?" "Nun, das sollte leicht zu berechnen sein, sagen wir, zwischen siebzig und hundert Köttel kommen auf einen Fladen...." Es ist eben nichts normal an diesem Institut. Fazit: Nach einen etwas zähem Beginn steigert sich die Geschichte von Seite zu Seite und zieht den Leser in ihren Bann. Max und ihre Kollegen sind interessante Charaktere, die nicht der Norm entsprechen. Was bei diesem Beruf auch nicht zu erwarten ist. Also nicht von diesem unangebrachten Titel abschrecken lassen, die ersten Kapitel überstehen und los geht die Zeitreise. Ich bedanke mich bei Randomhouse für das Rezensionsexemplar, das schon auf dem Weg zu einem weiteren Leser ist.

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Beim St. Mary’s Institut für Historische Forschung ist nichts so, wie es scheint. Das wird auch der ahnungslosen Archäologin und Stellenanwärterin Dr. Madeleine Maxwell klar, als während ihres Vorstellungsgesprächs eine Reihe an Explosionen die dicken, denkmalgeschützten Mauern erschüttern lässt und das Kreischen der Feuermelder ausbleibt. Denn im St. Mary‘s zieht man die angewandte Forschung dem Studium alter, verstaubter Wälzer vor und begibt sich lieber selbst direkt an Ort und Zeit des Geschehens… Da es einige Jahre her war, seit ich zuletzt eine Zeitreisegeschichte gelesen hatte, war ich angesichts der Neuerscheinung »Miss Maxwells kurioses Zeitarchiv« hochmotiviert. Wie motoviert, sollte ich erst noch herausfinden, denn tatsächlich schlug mich das Buch derart in seinen Bann, dass ich die ersten 300 Seiten an einem Nachmittag verschlang, einzig unterbrochen von Jauchzen und Jubelgeschrei (kein Witz) und nervösem Auf- und Abgehen an besonders spannenden Stellen, um die Aufregung weiter hinauszuzögern und ein Beratungsgespräch mit meinem Kater zu suchen. Ja, derart begeistert war ich von der Idee Jodi Taylors: Eine geheime Universitätsabteilung, die auf Anfrage Expeditionen zu bestimmten Ereignissen in der Geschichte organisiert, um offene Fragen zu klären; eine chaotische, aber liebevolle Familie an nerdigen WissenschaftlerInnen mit ihren kleinen Konkurrenzkämpfen und ihrer unverwechselbaren Begeisterungsfähigkeit für ihre Fachgebiete; und schließlich die Geschichte selbst, ein lebendiger Organismus, der neugierige HistorikerInnen nur dann duldet, wenn sie sich nicht einmischen und sonst gern mal einen Stein auf die Eindringlinge wirft… »DER UNBEKANNTE TRUG EINEN ORANGEFARBENEN OVERALL. UND ANDERS ALS PRAKTISCH ALLE, DIE ICH BISLANG GETROFFEN HATTE, HATTE ER AUGENBRAUEN.« S.19 Meine Begeisterung war wie gesagt groß – zumindest, bis das erste Drittel sich dem Ende neigte. Denn anschließend taten sich mehr und mehr, nicht länger ignorierbar, Punkte auf, die meinen Lesefluss störten und die Rezensentin in mir aktiv werden und den Kopf schütteln ließen. Beginnen wir bei der auffälligsten Schwäche, dem sonderbaren Erzähltempo. Als VielleserIn und jemand, der sich mit Schreiben, ergo auch Plotten beschäftigt, merkt man nach einiger Zeit intuitiv, wenn etwas am Aufbau einer Geschichte nicht stimmt. Und ein solches Gefühl beschlich mich im Falle dieses Buches nicht nur einmal, sondern so oft, wie es mir bisher nie (nehmen wir Wattpad, Selfpublishing und ein gewisses Buch aus einem kleinen Fantasyverlag, das ich auf diesem Blog bereits genug verteufelt habe, raus) untergekommen ist. Die einzelnen Kapitel der Akte wirkten in ihrer Länge und ihrem Schwerpunkt oft im Verhältnis zur Gesamthandlung seltsam deformiert. Konkret meine ich damit, dass Szenen in die Länge gezogen und herausgestellt wurden, die wenig Bedeutung für die Handlung hatten und problemlos auf wenige Sätze hätten verkürzt werden können, während andere Kapitel mit wesentlichen Ereignissen, wo diese ausladende Ausführlichkeit gewünscht gewesen wäre, im Vergleich unbefriedigend schnell abgefrühstückt wurden. Die Zeitreisen selbst nehmen in dem Buch beispielsweise sehr wenig Raum ein, es spielt zu 90% in der Gegenwart – eine Beobachtung, die mich nicht weiter störte, auf die aber hingewiesen werden sollte. Besonders auffallend waren die Schwächen im Aufbau gegen Ende – das einfach nicht kommen wollte. Bestimmt vier oder fünfmal dachte ich beim Ausklingen eines Kapitels: »Das ist ein schöner Schluss.«, aber es waren stets noch 100, 70, 50 Seiten, es ging immer weiter und weiter, ohne einen Punkt in Sicht. Gerade, weil es sich bei dem Buch um den Auftakt einer Reihe handelt, in dem Passagen problemlos in den Folgeband hätten geschoben werden können, frustrierte mich diese Unvollkommenheit. Zuletzt hatte die Handlung zwar einen durchaus zufriedenstellenden, runden Punkt erreicht, doch der Weg dahin war durch die beschriebenen zähen, irritierenden Strecken keineswegs ein Spaziergang. Was nicht heißen soll, dass ich zwischendurch eingeschlafen bin, denn auch die kürzbaren Kapitel habe ich gern gelesen, weil ich die Welt und die Charaktere mochte. Doch genau hier liegt wohl der Knackpunkt: Ebenso wird es der Autorin gegangen sein. Sie wollte mehr und mehr von ihrer Idee zeigen und verlor in ihrer Liebe zu ihren Figuren den Aufbau aus den Augen. Hier hätte aus meiner Sicht eine LektorIn zur Stelle sein und radikale Kürzungen durchsetzen müssen. Da es sich um eine Übersetzung handelt, kann freilich nicht Blanvalet die Schuld zugeschoben werden, wohl aber dem britischen Verlag, der die Geschichte, die ursprünglich durch Selfpublishing bekannt geworden war, nach diesem Erfolg offenbar ohne tiefere Eingriffe abgenickt hat. Ein weiteres Ärgernis, das meine innere Rezensentin in Aufruhr versetzte, war der hier nicht näher auszudifferenzierende, obligatorische Tiefpunkt der Geschichte, bei dem die Autorin in Hinblick auf die Protagonistin Entscheidungen traf, welche die Dramatik und Tristesse auf neue Sphären treiben sollten… Mich jedoch einfach nur aus dem Buch warfen. Sie führte hier einen Ton und Inhalte, Storyelemente und Charakterzüge ein, die sich nicht organisch in die Geschichte fügten, stattdessen wie Fremdkörper wirkten und mir das Leseerlebnis etwas madig machten. Eine große Stärke und zugleich ein großes Problem, das »Miss Maxwells kurioses Zeitarchiv« hat, ist seine Vielzahl an Nebenfiguren. Eine Stärke deshalb, weil diese Menge an eigensinnigen Charakteren großes Potenzial für Folgebände liefert, ein Problem, weil sie im Reihenauftakt dazu führte, dass die Einzelnen kaum »zu Wort« kamen und zu einer grauen Masse verschwammen. Bei etwaigen Todesfällen konnte Jodi Taylor wegen der fehlenden Bindung nicht die geringste Gefühlsregung in mir hervorrufen. Das ist schade, weil ich diese große, herzliche Forschertruppe sehr gern näher kennengelernt hätte. Doch dafür hätte es schlicht an Kürzungen von Figuren bedurft, die dafür in Folgebänden ihren Auftritt hätten haben können… Auch der platte, eindimensionale Umgang mit Figuren aus der Gegenpartei (Bösewicht, weil böse) und die Vorhersehbarkeit vieler Wendungen enttäuschten. Doch bevor ihr nun denkt, ihr solltet die Finger von diesem Buch lassen, lasst mich das Vorangegangene relativieren: Diese Rezension ist aus der leidenschaftlichen Sicht eines Fans geschrieben, der nur deshalb so streng mit seinem Helden ins Gericht zieht, weil er ihn so verehrt. »Miss Maxwells kurioses Zeitarchiv« ist das erste Buch seit sehr langer Zeit, das mich, wenn auch nicht bis zum Ende, unglaublich begeisterte, herumtigern und an den Seiten kleben ließ. Ich rate euch daher, euch einen eigenen Eindruck zu verschaffen und einen Blick in die Leseprobe zu werfen. Für mich stand nach den ersten drei Sätzen bereits fest, dass ich das Buch lesen muss. »IN MEINEM LEBEN GAB ES ZWEI MOMENTE – MOMENTE, IN DENEN SICH ALLES ÄNDERTE. MOMENTE, IN DENEN ALLES AUF MESSERS SCHNEIDE STAND. AUGENBLICKE, IN DENEN DIE DINGE IN DIE EINE ODER IN DIE ANDERE RICHTUNG HÄTTEN LAUFEN KÖNNEN.« S. 9 Und auch die Folgebände, mittlerweile drei an der Zahl, werde ich gern nach ihrer Übersetzung inhalieren, weil ich unsere schlagfertige Protagonistin und das St. Mary’s mit seinem liebenswerten Gewusel aus quirligen WissenschaftlerInnen ungemein liebgewonnen habe…

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Heute stelle ich euch den ersten Band der "Chroniken von St. Mary's" vor. St. Mary's ist eine Einrichtung, die es mit der Zeit aufnimmt. Oder besser gesagt, mit der Vergangenheit. Das Buch macht gleich zu Beginn ein tollen Eindruck, denn als Vorwort schreib die Autorin Folgendes: "Die Geschichte hier habe mich einfach ausgedacht. Also bitte, liebe Historiker und Physiker, reißt mir wegen eventueller Unstimmigkeiten nicht gleich den Kopf ab, falls wir uns mal auf der Straße begegnen." Da ich Geschichte studiere, wurde sofort mein Interesse geweckt, aber ich musste auch Schmunzeln. Und es war ein Schmunzeln, das immer wieder vorkam. Denn diese Geschichte hat viel Humor, noch mehr Action, noch viel mehr Wendungen und einen Hauch Romantik. Worum geht es: Die Hauptprotagonistin heißt Madeleine Maxwell, kurz Max genannt. Sie hat bereits den Doktortitel und liebt die Vergangenheit mehr als ihre eigene Gegenwart. Doch dann erhält sie en Jobangebot von St. Mary's und darf fortan in ihre geliebte Vergangenheit reisen. Ich möchte gar nicht so viel verraten, daher komme ich gleich zu meiner Meinung. Diese Geschichte ist ein Must-Read! Der Charakter von Max verzaubert einen von der ersten Seite an und man muss sie einfach lieben und mit ihr zusammen lachen. Sie hat einen großartigen Humor. Dadurch werden viele Dialoge lustig und es liest sich alles zu schnell weg. Max darf nun auf verschiedene Missionen in die Vergangenheit reisen, um herauszufinden, was wirklich geschehen ist. Dabei hat sie eine kleine Gruppe von Historikern um sich, die als Team mehr oder weniger zusammenarbeiten. Denn sie sind immer zu zweit, ein Mann und eine Frau. Max' Partner heißt Sussmann. Und jeder Historiker hat seine Geheimnisse. Welches hat Sussmann? Während sie Abenteuer erlebt, passieren immer mal wieder unvorhersehbare Sachen. Die Autorin war dabei ganz pfiffig und ließ Max immer so etwas in der Art sagen, wie: "Doch es kam anders." "Alles war gut. Nur das konnte ich nicht vorhersehen." "Er war so ein lieber Kerl. Schade, dass es ihn getroffen hat." Damit verabreichte die Autorin nur noch mehr Spannung und man war quasi zum Weiterlesen gezwungen. Diese Geschichte hat so viele Wendungen und "Oh What?"- Momente. Einfach großartig. Leider habe ich erfahren, dass dies der erste Band einer ganzen Reihe von 25 Büchern ist und ich stelle mir nun die Frage, wann das nächste Buch auf Deutsch rauskommt. Ich kann hierfür eine klare Empfehlung und 5 von 5 Sternen geben!

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