Leserstimmen zu
Meine vielen Gesichter

Virginia Satir

(1)
(0)
(0)
(0)
(0)
€ 14,00 [D] inkl. MwSt. | € 14,40 [A] | CHF 20,50* (* empf. VK-Preis)

Das Büchlein ist wunderbar positiv, anschaulich und liebevoll geschrieben und lädt dazu ein, sich selbst und die verschiedenen inneren Persönlichkeitsanteile und Eigenschaften ebenso liebevoll anzuschauen, an- und ernstzunehmen. Meine vielen Gesichter, von denen ich nur einen Teil kenne, stehen mir zur Verfügung, um auf die verschiedenen Situationen in meinem Leben zu reagieren. Es ist eine lebenslange Aufgabe, mich mit allem, was in mir lebt, vertraut zu machen, meine Teile zu lieben und zu verstehen, sie wachsen zu lassen und ihnen zu helfen, sich gegenseitig zu unterstützen. Wie in einem echten Theater beschreibt die Autorin die einzelnen Teile - so real, dass ich mich öfter ertappt fühle. Wenn wir unsere Teile kennen, können wir sie anschauen und sagen: "Ihr gehört alle zu mir. Manchmal werdet ihr mir zu viel und manchmal vergesse ich einige von euch, aber ich schätze euch alle. Ich bin dankbar, wenn ihr mich auf euch aufmerksam macht, egal, in welchem Zustand ihr seid. Manchmal haben wir ganz schön viel Theater und Drama in uns und merken, dass wir an Grenzen kommen. Es ist deshalb hilfreich, unser Leben als ständigen Prozess zu sehen und nicht permanent zu versuchen, die aktuelle Situation zu erhalten. "Viele Menschen sterben innerlich ab, weil sie nach dem Prinzip leben, nur den Status quo zu erhalten. Dieser aber setzt voraus, dass es nur einen richtigen Weg gibt. Wenn dagegen der Status quo nur als eine Alternative gesehen wird, dann eröffnen sich neue Möglichkeiten." Hier ist es hilfreich, mich zu sortieren: Was hat mit bisher geholfen? Was hilft mir noch immer, was nicht mehr? Was sollte ich loslassen, was neu hinzufügen? "Das Neue kann seinen Platz leichter finden, wenn wir uns darauf einstellen, dass wir erst einmal durch eine Phase von Chaos und Verwirrung hindurchmüssen, bevor es sich in das Vorhandene einfügt. Schließlich beschreibt die Autorin, wie wir auch mit anderen besser umgehen können, wenn wir uns selbst mit unseren verschiedenen Teilen immer besser kennen und akzeptieren lernen. Sie vergleicht die Begriffe Vielfalt und Andersartigkeit: In einem Garten mit vielen unterschiedlichen Blumen sehen wir Vielfalt. Und wir empfinden diese Vielfalt und Abwechslung als positiv. "Wenn wir dagegen bei einer Gruppe von Menschen feststellen, dass sie sich voneinander unterscheiden, neigen wir dazu, dies als Andersartigkeit zu sehen. Von solcher Andersartigkeit erwarten wir nur Schwierigkeiten, bekommen Angst und wollen damit nichts zu tun haben. Virginia Satir war eine bedeutende Familientherapeutin und starb 1988. Der Text dieses Buches wurde in diesem Jahr neu aufgelegt. Der Originatext "Your many faces" ist aus dem Jahr 1978. Edith Zundel schrieb in ihrem Nachruf in der ZEIT zurecht: "Sie machte es sich zum Lebensziel, so vielen Menschen wie möglich zu einer Kommunikation zu verhelfen, die frei macht und Wachstum und Frieden fördert." - Eine klare Leseempfehlung!

Lesen Sie weiter