Leserstimmen zu
Der Kastanienmann

Søren Sveistrup

(23)
(12)
(0)
(0)
(0)
€ 15,00 [D] inkl. MwSt. | € 15,50 [A] | CHF 21,90* (* empf. VK-Preis)

Ein gelungenes Debüt!

Von: Nordic-Crime.de

29.09.2019

Naia Thulin, Kommissarin bei der Kripo in Kopenhagen ist gedanklich bereits auf dem Absprung. Sie will in die Abteilung Cyber-Kriminalität wechseln, die kurz zuvor ins Leben gerufen wurde. Bevor dies jedoch passieren kann, muss sie die Ermittlungen in einem grausamen Mordfall übernehmen. Eine junge Frau wurde brutal ermordet und ihre Leiche auf einem Kinderspielplatz deponiert. Doch damit nicht genug. Eine gebastelte Figur aus Kastanien findet sich ebenfalls am Tatort. Das Besondere daran sind die Fingerabdrücke, die sich auf den Kastanien befinden. Sie gehören der sei einem Jahr verschwunden Tochter einer bekannten Politikerin. Natürlich schlägt der Fall in den Medien hohe Wellen. Noch dazu, als eine weitere Frauenleiche und ein weiteres Kastanienmännchen gefunden werden. Zur Unterstützung wird Naia Mark Hess an die Seite gestellt. Doch der ehemalige Beamte von Europol, der in seine Heimat strafversetzt wurde, hat nur ein bedingtes Interesse, der Kommissarin bei den Ermittlungen behilflich zu sein. Kritik zu „Der Kastanienmann“: Ein Thrillerdebüt mit einem Umfang von sechshundert Seiten ist eine durchaus riskante Sache. Kann ein Erstling in diesem Genre den Leser so fesseln, dass dieser wirklich über die gesamte Länge bei der Stange bleibt? Ja! Søren Sveistrup heißt der Mann, der mit „Der Kastanienmann“ ein solches Debüt vorlegt. Der Fairness halber muss man jedoch sagen, dass der Autor kein unbeschriebenes Blatt ist. Bringt man den Namen „Kommissarin Lund“ ins Spiel, werden zahlreiche Krimiherzen höher schlagen. Und wenn man weiß, dass es eben Sveistrup war, der die Drehbücher zu dieser mehrfach ausgezeichneten Fernsehserie verfasst hat, ahnt man bereits, was man von dem Thriller erwarten kann. Viel! „Der Kastanienmann“ ist ohne Übertreibung ein Roman der Extraklasse. Von einem durchdachten, überraschenden Plot mit zahlreichen Wendungen, über einen interessanten Nebenstrang, der sich später mit dem eigentlichen Plot vereint, bis hin zu vielschichtigen Charakteren, die alles andere als klischeehaft sind, liefert der Autor alles, was das Thrillerherz begehrt. Sicher, als Drehbuchautor weiß er, wie man Spannung erzeugt. Trotzdem ist das Schreiben eines Romans eine andere Hausnummer, da alle visuellen Effekte hier nur durch das geschriebene Wort entstehen müssen. Doch für Sören Sveistrup scheint das kein Problem zu sein. Durch unterschiedliche Perspektiven, die mal aus Sicht der Kommissare, mal aus Sicht der Politikerin Rosa Hartung und mal aus Sicht der Opfer erzählt werden, erzeugt er eine zunehmend unheimliche Spannung. Gerade die Passagen aus dem Blickwinkel der Opfer sind eher nichts für zartbesaitete Leser, dabei wird die Brutalität nicht plakativ eingesetzt, sondern passt genau in den Kontext der Geschichte. Logiklücken sucht man hier vergebens. Der Autor versteht auch hier sein Handwerk, legt immer wieder falsche Fährten und lässt somit die Bedeutung der Kastanienmännchen lange Zeit offen. So kann der Leser fleißig mitraten und bekommt am Ende eine schlüssige und vollkommen logische Auflösung präsentiert. Ein weiteres Plus sind die Charaktere, insbesondere die beiden Hauptfiguren. Naia Thulin ist durch und durch anders angelegt, als seinerzeit Kommissarin Lund. Doch das ist nur richtig, denn wenn der Schriftsteller lediglich ein Abziehbild seiner bekannten Protagonistin geschaffen hätte, hätte der Roman niemals diese Eigenständigkeit und diese Klasse erreicht. Zudem ist es überaus spannend, zu erleben, wie sich Thulin und Hess zu einem Team zusammenfinden. Wer in diesem Jahr nur noch einen Thriller lesen will, der sollte sich für „Der Kastanienmann“ entscheiden. Søren Sveistrup legt hier ein bärenstarkes, hochspannendes Debüt vor, das trotz seiner Länge nicht eine Sekunde langweilig ist und das alles bietet, was das Thrillerherz begehrt.

Lesen Sie weiter

Sonderlich begeistert ist Naia Thulin nicht, als sie kurz vor ihrem gewünschten Wechsel von der verstaubten Mordkommission in die Abteilung für Cyber-Kriminalität zu dem Fundort einer Leiche geholt wird. Dass sie zudem noch den vom Europol abgeschobenen Kollegen Hess aufs Auge gedrückt bekommt, hilft dabei nicht besonders. Aber da es ihre letzten Tage dort sind, nimmt sie es so leicht wie möglich. Doch der Fund der jungen Mutter – hingerichtet wie von einem Morgenstern und eine Hand amputiert – wirft mehr Fragen auf, als zunächst erwartet. Als dann bei der Leiche eine kleine Kastanienfigur gefunden wird, auf der der Fingerabdruck eines verstorbenen Mädchens festgestellt werden kann, müssen Hess und Thulin den Unwillen darüber, in der Mordkommission festzustecken, schlucken und alles geben, um den Kastanienmann zu finden. Denn wie wir Leser erwartet haben, bleibt es nicht bei einer Leiche … Manchmal frage ich mich, woran es liegt, ob mir ein Thriller gefällt oder nicht. Leider ist meistens ja Letzteres der Fall, denn häufig ähneln sich Plot und Prämisse so enorm, dass auch der vermeintlich überraschendste Twist … ein echt alter Hut ist. Wo mich Gone Girl absolut umgehauen hat (offener Mund – Fragezeichen im Gesicht – was zum???!?), kann ich die Thriller ala The Wife between us oder Saving Grace ohne ausgeprägtes Augenrollen kaum mehr ertragen. Denn diese Romane beinhalten fast immer eine schwache Frau, die sich von einem Mann ins Abseits drängen lässt. Dagegen begleiten wir in Ermittlerthrillern fast immer starke, selbstständige Frauen und Männer, die alle ihre Probleme haben (sowohl Thulin als auch Hess haben schon einige unangenehme Eigenschaften), aber sich nicht dahinter verstecken. Zugegeben, in „Der Kastanienmann“ haben wir keine besonders sympathischen Protagonisten: entgegen der allgemeinen Meinung (oder Phantasie) von uns Lesern, in der alle Ermittler, Detectives oder Sergeants für ihre Arbeit leben und sterben, sind Thulin und Hess nicht begeistert davon, in der Mordkommission zu sein. Thulin hat ihre Versetzung beantragt und Hess ist nur dort, weil Europol ihn aufgrund Fehlverhaltens „freigestellt“ hat. Beide betrachten die Mordkommission als „notwendiges Übel“ – und teilweise wirkt sich das auch auf ihre Arbeit aus. Was den Leser oftmals dazu bringt, beide anschreien zu wollen – doch dadurch wirken die Figuren auch enorm real. Natürlich gibt es auch die obligatorischen „Dumbass“- Polizisten, doch schafft Soren Sveistrup tatsächlich den Balanceakt zwischen Klischee und Glaubwürdigkeit (auch wenn er bei Dienststellenleiter vielleicht ein wenig übertrieben hat). So hat er mit diesem Thriller ein absolut spannendes Debüt vorgelegt, das zwar vielleicht nicht perfekt ist – seien wir ehrlich, der Plot ist okay und auch sehr spannend, aber kein Mindblow -, aber den Weg für Thulin und Hess für mich geebnet hat. Ich hoffe, die beiden noch einmal bei einem Fall begleiten zu dürfen.

Lesen Sie weiter

Ein verstörender Kriminalfall

Von: Krimine

27.09.2019

Im Oktober 1989 stolpert ein Polizist über eine Familie, die auf ihrem abgelegenen Bauernhof bestialisch ermordet wurde. Lediglich das 10-jährige Zwillingspaar hat das blutige Massaker überlebt, ist aber durch die Ereignisse völlig verstört. 30 Jahre danach erschüttert eine Mordserie die Hauptstadt Dänemarks, deren Umstände merkwürdig sind. Neben seltsam verstümmelten Frauen finden die Ermittler an den Tatorten ein von Hand gefertigtes Kastanienmännchen vor, das den Fingerabdruck eines ermordeten Mädchens enthält. Doch was hat die vor einem Jahr verschwundene Tochter der bekannten Politikerin Rosa Hartung mit den getöteten Frauen zu tun und warum glaubt ihre Mutter, dass sie noch lebt, obwohl der Mörder längst hinter Gittern sitzt? Der dänische Drehbuchautor Søren Sveistrup, der durch den mehrteiligen TV-Thriller „Kommissarin Lund: Das Verbrechen“ bekannt geworden ist, hat mit „Der Kastanienmann“ ein superspannendes Debüt verfasst, das kaum aus der Hand gelegt werden kann. Mit einem guten Gespür für menschliche Verhaltensweisen baut er eine Atmosphäre auf, die trotz banaler Alltagssituationen besorgniserregend ist. Dabei sind es vor allem sein bildhafter Schreibstil, der den Leser mitten in die wendungsreich erdachte Handlung zieht und der bis zum Schluss undurchsichtige und stellenweise sehr dramatische Verlauf, der niemanden ruhen lässt, bevor der Kriminalfall restlos aufgeklärt werden kann. Das Ermittlerduo, bestehend aus der eigenwilligen und auf dem Absprung aus der Abteilung befindlichen Naia Thulin und dem in Ungnade gefallenen Europolermittler Mark Hess, bringt neben dem bizarren Fall, weitere Komplikationen in das aufwühlende Geschehen. Durch ihre völlig unterschiedlichen Ambitionen, bei der Ermittlung erfolgreich zu sein, dauert es einfach viel zu lange, bis diese sich zusammenraufen, um dann doch an einem Strang zu ziehen. Aber auch der gewährte Einblick in das Leben der Opfer oder die authentisch geschilderten Nebenfiguren, deren Handlungsweisen bisweilen nur schwer zu verstehenden sind, sorgen dafür, dass der zu klärende Fall vielschichtig und abwechslungsreich in Erscheinung tritt. Fazit: Ein interessanter, superspannender und sehr authentischer Thriller, der mit einem zutiefst verstörenden Kriminalfall fesselnde Lesestunden verspricht.

Lesen Sie weiter

An einem stürmischen Herbsttag werden die Kommissarin Naia Thulin und ihr neuer Partner Mark Hess zu einem unheimlichen Tatort gerufen. Auf einem Kopenhagener Spielplatz wurde die verstümmelte Leiche einer jungen Mutter gefunden. Neben der Leiche wurde ein kleines Kastanienmännchen platziert. Als die Figur im Zuge der Ermittlungen näher untersucht wird, stellt sich heraus, dass ein Fingerabdruck auf der Figur zu einem vor einem Jahr verschwundenen und vermutlich ermordeten Mädchen gehört - der Tochter der Sozialministerin Rosa Hartung. Noch ehe die Ermittlungen richtig ins Rollen kommen, wird eine weitere Leiche gefunden … Bei Søren Sveistrup handelt es sich um einen dänischen Drehbuchautor, welcher unter anderem den mehrteiligen TV-Thriller „Kommissarin Lund: Das Verbrechen“ geschrieben hat. Mit „Der Kastanienmann“ hat er nun seinen ersten Thriller vorgelegt, welcher mich restlos begeistert hat. Schon das Cover ist schaurig schön gestaltet und greift mit dem Kastanienmännchen ein zentrales Element dieses gruseligen Thrillers auf. Sveistrup gelingt es, von der ersten Seite an eine nervenzerreißende Spannung aufzubauen und diese über mehr als 600 Seiten bis zum packenden Finale zu halten. Die Handlung ist sehr düster und die geschilderten Verbrechen werden mit äußerster Brutalität verübt, was einem beim Lesen nicht kalt lässt. Mit Thulin und Hess schickt Sveistrup ein ungleiches, aber sehr sympathisches Ermittlerteam auf die Jagd nach dem Mörder. Thulin, eine alleinerziehende Mutter, wollte eigentlich von der Mordkommission in die modernere Abteilung für Cyberkriminalität wechseln, als ihr der Fall übertragen wird. Ihr Kollege Hess wurde von Europol zurück nach Kopenhagen strafversetzt und beteiligt sich zu Beginn nur widerwillig an den Ermittlungen. Nach und nach verbeißt er sich jedoch in den Fall und findet schließlich auch den entscheidenden Hinweis auf den Täter. „Der Kastanienmann“ hat alles, was ein guter Thriller braucht: eine außergewöhnliche, fesselnde Geschichte, ein eigenwilliges Ermittlerduo und natürlich Spannung pur. Wer diesen Thriller gelesen hat, wird die eigentlich unschuldigen kleinen Kastanienmännchen in Zukunft definitiv mit anderen Augen sehen. Von mir gibt es für dieses gelungene Debüt 5 von 5 Sternen!

Lesen Sie weiter

Kastanien

Von: Ecinev aus Frankfurt

17.09.2019

Dieser erste Fall für Naja Thulin und den Europol Polizisten Mark Hess hat es echt in sich.. Superspannend schon in dem gruseligen Prolog Vor einem Jahr verschwindet die Tochter der dänischen Sozialministerin spurlos und die Familie droht zu zerbrechen. Der Vater wird zum Alkoholiker, die Mutter tritt nach fast einem Jahr ihren Posten im Ministerium wieder an. Im Kommissariat versucht Naja Thulin ihrem bislang langweiligen Job bei der Kriminalpolizei durch einen Wechsel in die IT Abteilung zu entkommen. An diesem Tag fängt Mark Hess, ein gefallener Europol Polizist wieder in der Abteilung. Nur widerwillig machen sich die beiden auf den Weg als bei einem Spielplatz eine Leiche gefunden wird. Später gibt es noch mehr Tote. Am Tatort zurück bleibt ein kleines Kastanienmännchen das den Fingerabdruck der verschwundenen Tochter der Ministerin trägt. Die Spur führt die Ermittler zu anononymen Hinweisen an das Jugendamt wo gegen die ermordeten Frauen ermittelt wurde wegen Vernachlässigung ihrer Kinder. Am Ende führen alle Wege zur Sozialministerin und ihrer Vergangenheit in einem packenden Finale. Trotz der 600 Seiten ist das Buch zu keiner Zeit langweilig. Der Schreibstil ist rasant, spannend von Anfang bis Ende. Die Personen werden gut dargestellt, eine gute Mischung aus privaten Umfeld und Ermittlungsarbeit. Da das Buch aus der Feder eines Drehbuchautors stammt, kann man sich eine Verfilmung auch ganz gut vorstellen. Ich hoffe in nächster Zeit mehr von diesem Autor zu lesen.

Lesen Sie weiter

-diese Rezension basiert auf ein Rezensionsexemplar und dafür wurde ich nicht bezahlt- Titel: "Der Kastanienmann" Autor: Søren Sveistrup Verlag: Goldmann Seitenzahl: 608 Cover: Es ist ein passendes Cover zum Herbst, finde ich. Der Kastanienmann wunderschön groß in der Mitte und in herbstlichen Lettern der Titel, wunderschön. Inhalt: Es ist ein stürmischer Tag in Kopenhagen, als die Polizei an einen grauenvollen Tatort gerufen wird. Auf einem Spielplatz liegt die entstellte Leiche einer jungen Frau. Und der Täter hat eine unheimliche Botschaft hinterlassen: Über dem leblosen Körper schwingt eine kleine Puppe aus Kastanien im Wind. Kommissarin Naia Thulin und ihr Partner Mark Hess stehen vor einem Rätsel. Denn die Figur trägt den Fingerabdruck eines Mädchens, das ein Jahr zuvor ermordet wurde – die Tochter der Politikerin Rosa Hartung. Und dann taucht ein zweites Kastanienmännchen auf … Meinung: Ich war zu nächst erschlagen von dem Umfang des Buches, aber das legte sich nach den ersten gelesen Seiten. Schon der Prolog lies mich kurz aufschrecken und ich musste ganz tief durchatmen. Und dieser macht auch den Anfang für eine Geschichte, die zum Ende hin ganz viel in mir bewegt…zum einen Kopfschütteln, aber auch Mitgefühl und Verständnis…jeder wurde zum Tier werden, wenn er rumgereicht werden würde und dabei zu gucken müsste wie sein Bruder oder seine Schwester missbraucht wird, egal in welcher Form. Ja na natürlich ist Mord kein Kavaliersdelikt und man hätte es auch andere Dinge tun können, wie eine Therapie, aber er hat so gehandelt und nun lest diese Geschichte, dann werdet ihr ihn auch verstehen, vielleicht. Die Charaktere in dieser Geschichte waren sehr vielschichtig, man könnte sie von sehr sympathisch bis zu hin zu äußerst komisch…mein Lieblingscharakter war Mark Hess, anfangs ein „Gespenst“, erhielt sich aus allen raus und machte sehr viele Alleingänge…war er zum Ende hin, aufmerksam, hilfsbereit und hatte ein Händchen für „schwierige“ Kinder. Einen unsympathischen Charakter könnte ich jetzt nicht benennen oder schlecht reden, da alle anderen etwas an sich hatten was zu der Geschichte passte und sie somit harmonisch waren. Der Handlungsverlauf war sehr gut, wenn nicht so gar genial. Man konnte von Kapitel zu Kapitel den Spannungsbogen spüren und das Buch nicht weglegen, denn man wollte nichts verpassen und unbedingt wissen wie es weitegeht. Durch den mehr als angenehmen Schreibstil machte es auch nichts aus, zwischen den Zeiten rumzuspringen, weil man nie das Gefühl hatte, das es nicht passt. Durch den pfiffigen Verlauf der Geschichte, wusste man bis zum Schluss nicht wer der Täter war und warum der das getan hat…Ich war mehr als überrascht, diesen Täter hätte ich nicht vermutet, ich vermutete einen Polizeibeamten und das Motiv Anerkennung, aber ich bin ehr schlecht in Täterraten. Ich werde immer mehr Fan von dänischen Schriftstellern, sie trauen sich Dinge zu be- und schreiben die sich andere nicht wagen. Ich kann diesen wunderbaren Thriller wärmstens empfehlen.

Lesen Sie weiter

Vor einem Jahr wurde die Politikertochter Kristina Hartung ermordet ihre Leiche wurde nie gefunden, der Täter sitzt aber hinter Gittern. Als jetzt die grauenhaft verstümmelte Leiche einer jungen Frau gefunden wird hinterlässt der Mörder eine perfide Botschaft: Ein Kastanienmännchen auf dem sich der Fingerabdruck von Kristina befindet. Naia Thulin und Mark Hess stehen vor einem Rätsel: Wie kommt der Fingerabdruck auf die Kastanie und wie hängen die beiden Morde zusammen? Viel Zeit bleibt den beiden nicht denn schon taucht ein weiteres Kastanienmännchen auf und mit ihm eine weitere Leiche... Einige kennen Sören Sveistrup eventuell als Autor der Serie The Killing (Kommisarin Lund: Das Verbrechen). Mit Der Kastanienmann liefert er nun seinen absolut spannenden Debüt Roman ab. Mark Hess, ein mürrischer und grüblerischer Typ der nichts von Konventionen hält, wurde gerade von Europole suspendiert und wird in seinen alten Job zurück versetzt. Dort wird er der ehrgeizigen und willenstarken Naia Thulin als Partner zugeteilt, die es als alleinerziehende Mutter in ihrem Beruf nicht leicht hat und sich immer an die Regeln hält. Beide Charaktere sind wenig von einander begeistert, lernen aber schnell das sie zusammen arbeiten müssen um den Fall zu lösen. Der Autor hat hier zwei Charaktere erschaffen die zwar in dem Genre nicht unbedingt neu sind allerdings macht es trotzdem sehr viel Spaß den beiden bei ihren Ermittlungen zu folgen und zu sehen wie die beiden langsam zu einem Team verschmelzen. Sveistrup erzählt in seinem Thriller aber nicht nur eine Geschichte es gibt ganz viele kleiner und interessante Subplots die einem die Charaktere näher bringen. Ob es nun das Privatleben der Ermittler un deren Kollegen betrifft oder etwa die Geschichte um die Politker Familie Hartung die mit einem schmerzlichen Verlust zu kämpfen haben und nach einem Jahr doch wieder Hoffnung schöpfen. Der Autor weiß wie er die Leser an die Charakter bindet. Der roten Faden der all diese Geschichten verbindet ist der Kastanienmann Fall. Der Schreibstil ist spannend und intensiv so das man als Leser das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Die düstere Atmosphäre erzeugt eine perfekte Stimmung die zum Grundton der Geschichte passt und mit dem Sveistrup einen mitten ins actionreiche Geschehen der Geschichte zieht. Die Story ist dabei so gut durchdacht das vieles was anfangs belanglos erscheint erst am Ende einen Sinn ergibt. Insgesammt gesehen hat Sveistrup hier einen rasanten Thriller abgeliefert auf hohem Niveau. Zu Beginn hatte ich so ein paar Schwierigkeiten in die Geschichte rein zu kommen. Das lag wahrscheinlich daran das es am Anfang einen harten Cut gibt und der Leser plötzlich in eine andere Zeit katapultiert wird. Der Nervenkitzel wird über die kompletten 600 Seiten gehalten und besonders die Mordszenen lassen einem vor Spannung den Atem anhalten. Die perfekte Lektüre für die kommenden veregneten Herbsttage und nicht um sonst ein Bestseller in Dänemark.

Lesen Sie weiter

der Kastanienhof

Von: Hanka

10.09.2019

Die Ermittler Naia Thulin und Mark Hess sind ein ungleiches Paar. Thulin möchte weg aus der Abteilung und Hess ist ein ausgebrannter Europol-Mitarbeiter, der zwangsweise nach Kopenhagen zurückkehrt. Von Zusammenarbeit und einem gemeinsamen Vorgehen kann keine Rede sein, jeder verfolgt seine eigenen Spuren. Hess scheint zuweilen gelangweilt und nicht interessiert. Wenn es geht, verschwindet er und kümmert sich um seine privaten Sachen. Doch sein Interesse wird geweckt als bei einem aktuellen Tatort ein gebasteltes Kastanienmännchen auftaucht und sich daran Fingerabdrücke von Rosa Hartungs Tochter befinden, welche vor einem Jahr verschwunden ist. Wie kann das sein? Gibt es dafür eine logische Erklärung? Thulin und Hess haben dafür unterschiedliche Theorien und sind sich uneinig ob der Fingerabdruck für die Ermittlungen überhaupt von Bedeutung ist. Muss der Fall der Entführung neu überprüft werden oder ist die Aufklärung damals korrekt gelaufen? Und dann gibt es ein zweites Opfer … Mich konnte dieses Buch überzeugen und fesseln. Manchen mag es zu langatmig sein, aber es ist flüssig geschrieben und kleine Details halten die Spannung konstant aufrecht. Ich habe es nur ungern aus der Hand gelegt und das Lesen unterbrochen. Ein Thriller kommt nicht ohne Blut aus. Aber es war nicht zu ausführlich und man hat sich nicht mit absoluten Grausamkeiten überboten. Sondern die Story stand im Vordergrund. Und diese, sowie das Motiv für die Morde, war schlüssig und nachvollziehbar.

Lesen Sie weiter