Leserstimmen zu
Seelentot

Anna Simons

Die Gefängnisärztin-Reihe (2)

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Mord oder Selbstmord?

Von: Mareike91

21.10.2019

Inhalt: Eva, Gefängnisärztin in der JVA München-Wiesheim, wird zu einem Suizid gerufen: ein Insasse soll sich erhängt haben. Doch Eva kommen Zweifel, dass der Mann sich tatsächlich selbst getötet hat, und informiert die Kriminalpolizei. Kommissar Lars Brüggemann und seine Kollegin übernehmen den Fall. Und stoßen auf eine Mauer des Schweigens. Es gibt keine Videoaufnahmen und weder die Mithäftlinge noch die Wärter wollen etwas mitbekommen haben... Parallel zu den Ermittlungen der Polizei begibt sich Eva selbst auf Spurensuche, da ihr zunächst keiner so recht Glauben schenkt will. Doch dabei gerät sie selbst ins Visier... Meine Meinung: "Seelentod" ist der zweite Teil der Reihe um die sympathische Gefängnisärztin Eva. Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm zu lesen. Auch ohne viel Blutvergießen gelingt es ihr, die Spannung konstant hoch zu halten und den Leser zu fesseln. Da sich das Verbrechen innerhalb der Mauern der JVA ereignet, spielt ein Großteil der Handlung des Buches in der Haftanstalt selbst. Dadurch bekommt der Leser einen Eindruck vom Alltag in der JVA - sowohl als Häftling als auch inbesondere als Gefängnisärztin. Ich persönlich fand den Einblick sehr interessant! Protagonistin Eva habe ich bereits im ersten Teil der Reihe ins Herz geschlossen. Sie ist eine sehr starke, emanzipierte Frau, die es nicht immer leicht hatte in ihrem Leben. Ihr liegt ihr Job als Gefängnisärztin sehr am Herzen und sie versucht ihren Patienten ohne Vorurteile und Ablehnung zu begegnen, unabhängig davon, was sie verbrochen haben. Manche Patienten machen ihr dies aber nicht gerade leicht... Darüber hinaus liegt Eva aber auch die Gerechtigkeit sehr am Herzen. Alleine deshalb kann und will sie den angeblichen Selbstmord nicht auf sich beruhen lassen und begibt sich selbst auf Spurensuche. Auf die beiden Kommissare haben mir sehr gefallen. Sie sind ein ungleiches, aber sehr gut zusammenarbeitendes Team. Und ihr manchmal sehr rauer und direkter Umgang miteinander ist sehr erfrischend und erheiternd. Neben den Ermittlungen (sowohl seitens der Kommissare als auch seitens Eva) spielt aber auch Evas Privatleben eine große Rolle. So erfährt man immer mehr über sie, was sie menschlich und authentisch macht und dem Leser noch ein Stückchen näher bringt. Der Krimiplot an sich ist sehr spannend, denn der angebliche Suizid wirft einige Fragen auf. Doch nicht jedem in der JVA ist - aus verschiedenen Beweggründen - daran gelegen, dass die Antworten darauf ans Licht kommen. Die Ermittlungen innerhalb der Gefängnismauern gestalten sich daher schwierig, die Kommissare kommen nur mühsam voran. Trotzdem kommt zu keinem Zeitpunkt Langeweile auf, was nicht zuletzt an einigen Wendungen, Entdeckungen und unvorhersehbaren Ereignissen liegt. Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse und die Sitation wird auch noch einmal richtig brenzig...! Meiner Meinung nach ein gelungenes Ende mit einer Auflösung, der man zwar durch scharfes Kombinieren als Leser selbst nahe kommen kann, die aber dennoch überrascht. Fazit: Gelungener zweiter Teil der Reihe um die sehr sympathische Gefängnisärztin Eva - meiner Meinung nach noch spannender als der Vorgänger, nicht zuletzt weil dieses Mal auch der Alltag in der JVA eine größere Rolle spielt. Absolute Leseempfehlung für alle Krimifans!

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