Leserstimmen zu
DDR-Architektur

Hans Engels, Frank Peter Jäger

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Lieber Michael, ick bin's, deine Nina! Kannste dich noch erinnern? Klar, ist ne janze Weile her, die Sache zwischen uns. Sommer 1974. Mannomann, warn wir damals noch jung. Ick hatte gerade meine Ausbildung zur staatlich geprüften Schlagersängerin hinter mir. Kann sich ja heute niemand mehr vorstellen. Und wie verknallt wir waren! Aber ditt mit uns beiden hatte einfach keine Zukunft, kannste mir globen. Unüberbrückbare Differenzen. Dabei war unser Urlaub damals an der Ostsee so richtig schön jewesen. Hoch stand der Sanddorn am Strand von Hiddensee...Hach, ick fang schon wieder an zu träumen. Doch die Nummer entpuppte sich ja dann nachträglich als veritabler Alptraum. Anders kann man ditt nich sagen. Aber warum musstest du auch den Farbfilm vergessen, mein Michael? Kein Mensch hat uns geglaubt, wie schön's da oben zwischen den Dünen war! Micha, mein Micha, es tut noch immer weh! Und nun reißt Hans Engels meine alten Wunden auf. Sein Bildband „DDR Architektur“ (Prestel Verlag, 2019) macht mich so richtig nostalgisch: ostdeutsche Wohnhäuser, Kultureinrichtungen, Planetarien und Bahnhöfe – in Farbe! Alles blau und weiß und grün und dadurch richtig wahr. Erichs Lampenladen is natürlich nich mehr dabei, den Palast der Republik ham'se ja abgerissen. Deshalb freut mich aber, dass sich ditt wissenschaftliche Vorwort für den architektonischen Wert der DDR-Moderne einsetzt, der auch heute noch in Frage gestellt wird. Viele Gebäude sind bedroht. Frech find ick ditte! Darüber hätte ick gerne noch mehr erfahren. Vorwort und Sachtexte zu den einzelnen Bauwerken hätten also ruhig umfangreicher ausfallen können. Ditt Ding is wohl doch eher so'n Coffee Table Book. Dabei trink ick doch gar keenen Kaffee! Nach meinen LSD-Trips im indischen Aschram und nach zahlreichen desaströsen UFO-Jagden in den Staaten bin ick da mittlerweile etwas vorsichtig geworden. Altersmilde auch. Denn ick vergebe dir, Micha. Ehrlich. Hätte damals anders laufen können, aber immerhin wurde 'n Hit draus. Alles Gute, deine Nina!

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