Leserstimmen zu
Denn du gehörst mir

Mary Higgins Clark, Alafair Burke

Laurie-Moran-Serie (6)

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Gemeinsam mit der talentierten Autorin Alafair Burke verabschiedete sich Mary Higgins Clark (1927-2020) von ihren treuen Fans. Unter ihnen gehörte auch ich. Daher habe ich mir bei diesem Werk sehr viel Zeit genommen. Wir lernen den Arzt, Martin Bell, kennen, der in seiner Einfahrt erschossen wurde. Die Polizei ist ratlos und findet einfach keinen Verdächtigen. Einzig die psychisch kranke Witwe von Martin, Kendra, gerät ins Visier von dessen Familie. Niemand anderes übernimmt den Fall als die TV-Produzentin Lauren Moran, die durch die Ernennung ihres Partners zum Richter und ihre anstehende Heirat reichlich um die Ohren hat… Die Autorin konnte die Entwicklung der Protagonisten großartig aufbauen. Jeder war auf seine Art einzigartig. Besonders Lauries spitzige und feinfühlige Vorgehensweise rückten sie ins gute Licht. Zudem gefiel mir die Beschreibung der zwischenmenschlichen Beziehungen und Probleme der Protagonisten. Kendra war ein interessanter Charakter, denn ihr psychischer Zustand wurde realitätsnah rübergebracht. Während Martins Familie denkt, dass sie psychisch labil ist, ist es eher die Angst um ihre beiden Kinder. Ich konnte mir jeden Protagonisten bildlich vorstellen. Genau dies ist der Autorin sehr gut gelungen. Obwohl ich mir einen spannenden und abgerundeten Abschluss erhoffte, wurde ich leider nicht zu 100% überzeugt. Das Buch sollte ein Thriller sein, welches für mich eher in die Richtung Krimi ging. Zudem konnte mich die Geschichte nicht in seinen Bann reißen, denn der Anfang war etwas langatmig und das Ende enttäuschte mich wahnsinnig. Die Dialoge hätten intensiver und ausschlaggebender sein können. Es fehlten mir die psychologischen Irreführungen und die Wendungen, die ich oftmals in den Vorgänger vorfand. Fazit: Die Autorin hatte definitiv mehr Potential, welches sie nicht ganz ausschöpfte. Die mangelnde Spannung und das misslungene Ende machten die Geschichte zu keinem Pageturner.

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Dieser Thriller ist im bewährten sanften Schreibstil, für den Mary Higgins Clark berühmt ist und war, verfasst. Leider hab ich die ebenfalls berühmte psychologische Raffinesse sehr vermisst. Die Geschichte war mir viel zu vorhersehbar, es gab keine Überraschungen und an Spannung hat es auch teilweise gefehlt. Dass sich auch die Hauptfigur verändert hat, zu ihrem Nachteil, wie ich finde, hat die Sache nicht besser gemacht. Während des Lesens habe ich immer wieder den Eindruck gehabt, dass mir viel zu viel aus dem Buch sehr bekannt vorkommt. Klar, die Szenen waren so gut wie alle neu, bis auf einige wenige die sich im direkten familiären Umfeld von Laurie abgespielt haben. Aber ansonsten las sich das wie aufgewärmter kalter Kaffee. Das Lesetempo ist zügig, keine Frage, auch wenn ich doch etwas länger gebraucht habe, bis ich mit dem Thriller durch war. Schade, wirklich schade, denn ich hab bislang die meisten Bücher der Autorin mit Begeisterung verschlungen. Laurie Moran hat sich verändert. Und nicht unbedingt zu ihrem Vorteil. Was ich aber hauptsächlich der Tatsche zuschreibe, dass ihr Sohn in diesem Buch so gut wie keine Präsenz zeigt. Er wird fast nur am Rande erwähnt, was das Verhalten von Laurie als Mutter hier auch stark ändert. Sicher, sie ist nach wie vor dabei ihren Vater zu fragen, ob er seinen Enkel von da oder dort abholen kann, weil sie ihre Pläne andern musste, doch es gibt keine Dialoge mehr zwischen Mutter und Sohn und damit fehlt der Geschichte ein bisschen das Herz. Dafür zeigt die Hauptfigur umso mehr, dass sie eindeutig die Tochter ihres Vaters ist. Sie zeigt, wie klug sie ist, ihre Kombinationsfähigkeit ist genial und auch ihre Liebe zu Alex Buckley kommt endlich zum Vorschein. Um es ganz ehrlich zu sagen, dieser Thriller hat mich enttäuscht. Entweder waren meine Erwartungen von Anfang an viel zu hoch oder Mary Higgins Clark hat ihre letzten Bücher nicht mehr mit der von ihr gewohnten Qualität verfasst. Sicher, sie war im hohen Alter, eine Granddame, wie man bei uns so schön sagt. Aber ich kenne andere Laurie Moran Titel von ihr, die waren wesentlich spannender, abwechslungsreicher und psychologisch von einer Raffinesse, die ich hier eindeutig vermisst habe. Schade und für mich sehr traurig, denn ich war, und bin noch immer ein großer Fan der Autorin.

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