Leserstimmen zu
Deutschland verdummt

Michael Winterhoff

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„Wie das Bildungssystem die Zukunft unserer Kinder verbaut“ von Michael Winterhoff  … man könnte gar ergänzen „wie das Bildungssystem die Zukunft unserer Gesellschaft gefährdet!“ Auch durch meine eigenen und die Erfahrung weiterer betroffener Eltern und Lehrer kann ich leider nur bestätigen: Bildung in Deutschland ist seit etwa 2 Jahrzehnten eine reale und wahrnehmbare Katastrophe! Wie Michael Winterhoff messerscharf analysiert: Nicht nur unsere Kinder, auch unsere Gesellschaft nimmt Schaden! Michael Winterhoff zeigt anhand vieler Beispiele (wobei einem manchmal das Lachen im Halse stecken bleiben mag) aus seiner langjährigen Praxis als Kinder- und Jugendpsychiater, aber auch aus vielen Rückmeldungen zu seinen bisherigen Büchern und Vorträgen, was heute in Kitas und Schulen (bis hin zum Studium) falsch läuft. So falsch, dass dies in seinen Augen eine stark negative Auswirkung auf die Zukunft unserer Gesellschaft haben kann. Leidtragende für ihn sind erst einmal unsere Kinder, die man nach der „Verabschiedung“ vom lehrerzentrierten „Frontalunterricht“ sich und ihrer in jungen Jahren eher wenig ausgeprägten objektiven Selbsteinschätzung (vielmehr: deren Selbstüberschätzung) überlässt. Winterhoff belässt es nicht alleine bei einer Bestandsaufnahme und deren Analyse, er zeigt auch konkrete Lösungsansätze. Als dringend erforderliche Maßnahmen fordert er eine groß angelegte Bildungsoffensive: neben der Verabschiedung von Ideologien, einer besseren Ausbildung für Erzieher und Lehrer und einer Einstellung von deutlich mehr Lehrern, auch eine Aufhebung des deutschen Föderalismus in der Bildung. Fazit: Ein sehr interessantes Buch für alle, denen unsere Kinder am Herzen liegen und die fernab von allen ideologisch geprägten öffentlichen Debatten auch einmal einen fundierten Blick hinter die Fassade auf die marode (Bau-)Substanz unseres Bildungssystems wagen möchten.

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Teilweise überzogen

Von: Conny

17.06.2019

Der Schreibstil liest sich sehr leicht und flüssig. Der Autor hat mit manchen Äußerungen Recht, einiges ist aber auch überzogen und nicht belegt. Man sollte sich seine eigene Meinung bilden und nicht alles glauben, was der Autor von sich gibt.

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Michael Winterhoff lenkt mit seinem Buch die Aufmerksamkeit auf ein immens wichtiges Thema. Denn obwohl die Erkenntnisse der Entwicklungspsychologie immer größer werden, und heute alle Eltern wie auch Erzieher ohne weiteres Zugang dazu hätten, scheint die Politik wie die öffentlichen Erziehungseinrichtungen von einer Ideologie geblendet, die all dem keine Bedeutung beimisst. Ich habe Michael Winterhoff selbst bei einer Fortbildung für Lehrkräfte erlebt und schon damals gespürt, dass an seinen, wenn auch provokant vorgetragenen Worten, etwas dran ist. Auch die Ideologie und deren Folgen habe ich als damalige Berufsanfängerin schmerzhaft selbst erfahren. Er macht deutlich, dass es sich verheerend auswirkt, wenn Kinder nicht ihrem Alter entsprechend in ihrer Entwicklung gefördert werden. Überforderung und Unterforderung gehen bei dem Konzept des autonomen Lernens und des offenen Unterrichtens Hand in Hand. Das momentan so vielgepriesene kompetenzorientierte Unterrichten entlarvt er als einen Rückschritt in die 50er Jahre. Viele Erwachsene blieben heute auf dem Niveau eines Kleinkindes stehen. Im Hintergrund stehen seine Erfahrungen als Facharzt für Kinder- und Jugendpsychatrie. Ausgehend davon analysiert er das gegenwärtige Erziehungs- und Bildungssystem in Kindergärten und Grundschulen und weist auf zahlreiche Missstände und Fehlentwicklungen hin. Er stellt diese in den Kontext der allgemeinen Bildungsgeschichte, untermalt seine Thesen mit zahlreichen Beispielen aus der Praxis sowie dazugehörigen Studien und lässt auch andere Menschen anonym zu Wort kommen, die sich im gegenwärtigen Klima nicht trauen, die Wahrheit auszusprechen. Mich hat das Buch aufgerüttelt und erschreckt, auch wenn ich seine Vorbehalte gegenüber Gerald Hüther nicht vollständig teilen kann, weil ich das Gefühl habe, dass deren beider (wenn auch vordergründig sehr unterschiedliche) Kritik an dem gegenwärtigen Bildungssystem ihre jeweilige ganz eigene Berechtigung haben. Dem Autor vielen Dank. Meinem Kind werde ich die Schreibschrift und Rechtschreibung beibringen, wenn die Schule es nicht mehr macht.

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Ist das wirklich so?

Von: MariaH

14.06.2019

Dieses Buch habe ich von Random House als Rezensionsexemplar erhalten und ich war sehr gespannt, was der Autor zu unserem aktuellen Bildungssystem zu sagen hat. Da ich zwei schulpflichtige Kinder habe, ist das Thema für mich somit auf jeden Fall interessant. Für mich war das Buch auf jeden Fall lesenswert und ich muss sagen, dass ich sehr vieles, was in diesem Buch am aktuellen Bildungssystem kritisiert wird, durchaus in der eigenen Erfahrung mit den Kindergärten und der Grundschule wiederfinden konnte. Es macht auf jeden Fall Sinn, sich ein paar Gedanken über das Gelesene zu machen. Man muss ja nicht mit allem völlig übereinstimmen, aber grundsätzlich stimme ich dem Autor zu: Kinder werden viel zu früh "digitalisiert", sie werden viel zu viel alleine gelassen, sich selbst überlassen, zu "kleinen Erwachsenen" gemacht, die Kindheit und das Miteinander vernachlässigt. Über dieses Buch habe ich schon manch eine negative Rezension gelesen. Interessanterweise stellenweise von Leuten, die selber gerade mal das Studium fertig und keine eigenen Kinder haben... ja, ja... da kann man richtig gut mitreden. Das ist so, wie mit der Hundeerziehung. Wie man einen Hund richtig erzieht fragt man am Besten Leute, die keinen Hund haben. Sicherlich kann man über dieses Buch unterschiedlicher Meinung sein. Ich für meinen Teil konnte nach dem Beenden des Buches folgendes mitnehmen: - man MUSS sich ein paar Gedanken über das aktuelle Bildungssystem machen. - die Aussagen haben absolut Hand und Fuß. Und nein, ich denke nicht, dass das Buch dazu da ist, das Bildungssystem komplett runter zu putzen und alle als "verdummt" zu sehen. Aber manchmal muss man eben Klartext reden und mal mit einer etwas deutlicheren Aussage ein wenig zum Nachdenken wachrütteln! Denn so, wie es in den Schulen derzeit abgeht, kann es nicht weiter gehen. Klar, es ist nicht in allen Schulen gleich. Aber es gibt diese Extreme und die Bildungseinrichtungen (egal, ob Kindergarten oder Schulen), die nicht einfach nur den Unterrichtsstoff, sondern Kinder unterrichten, sind in der Minderzahl. - auch wir Eltern machen nicht alles richtig und es schadet nicht ein wenig in sich zu gehen und über ein paar Prioritäten und Möglichkeiten nachzudenken, wie man den Kindern auch zuhause sinnvoll schulisch helfen kann. Wie gesagt, man muss nicht mit allen Kritikpunkten in dem Buch übereinstimmen. Aber ich finde es falsch, das Buch als schwarzseherisch und unwahr zu verteufeln. Bei ganz vielen Punkten musste ich aus eigener Erfahrung in Bezug auf Kindergarten und Grundschule leider zustimmen. Und ich kenne genug Leute, denen es ähnlich geht/ging. Für uns kam ein wenig Durchatmen und Entspannung erst bei der weiterführenden Schule - aber nur, weil wir uns für eine Privatschule entschieden, die nicht einfach nur den Schulstoff unterrichtet, sondern sich der Verantwortung der Bildung von Kindern bewusst ist. Denn Schule ist mehr, als nur Schulstoff pauken. Allgemein kann ich zu dem Buch sagen, dass es gut lesbar ist und sich nicht zu sehr in Fachsimpeleien verstrickt. Es macht Sinn, das Buch zu lesen, das Geschriebene auf sich wirken zu lassen und sich objektiv eine eigene Meinung zu bilden. Wer keine eigenen Kinder hat, wird manche Aussagen vielleicht als krass und zu extrem empfinden oder sich denken "das kann doch so nicht sein". Es wird sicherlich auch ein paar Leute geben, die das völlig anders sehen. Aber das soll jede/r für sich entscheiden. Wie gesagt, es ist ein Thema, über das man mal (wenigstens!) nachdenken sollte.

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Genial

Von: Eva-Maria

12.06.2019

Ein Buch, dass alle Lehrer, Politiker und junge Eltern unbedingt lesen sollten. Es hilft bestimmt bei der Wahl der Schule und regt zum Nachdenken an.

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In seinem Buch „Deutschland verdummt“ findet der Autor und Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie Dr. Michael Winterhoff deutliche Worte für die katastrophalen Bildungszustände in Deutschland und welche Folgen daraus entstehen können. Als Mutter von drei Kindern bekomme ich das Chaos an unseren Schulen leider immer wieder mit und war dementsprechend gespannt, was ein Experte zu diesem Thema zu sagen hat. Der Autor hinterfragt das derzeitige Bildungssystem, den Umgang der Lehrer damit aber auch das der Eltern sehr kritisch. Dabei kommt man nicht daran vorbei auch sein eigenes Verhalten zu hinterfragen. Viele der gebrachten Beispiele was an unseren Schulen nicht richtig läuft waren mir nicht unbekannt, aber in dieser Konzentration, haben sie mich doch ein wenig geschockt. Dabei stellt sich auch zwangsläufig immer wieder die Frage, warum Fehlentscheidungen nicht korrigiert werden. Stattdessen müssen beispielsweise Generationen von Schülern nach einer Methode unterrichtet werden von der sich längst alle einig sind, dass sie nicht zielführend ist. Die Missstände des deutschen Bildungssystems werden hier schonungslos aufgezeigt, aber Dr. Winterhoff bringt auch interessante Lösungsansätze, deren Umsetzung einen großen Schritt in die richtige Richtung bedeuten könnte. Das Buch lässt sich schnell und leicht lesen. Durch Interviews mit Eltern oder Lehrern wird es abwechslungsreich und auch unterhaltsam. Die wichtigsten Themen werden kurz und präzise umfasst. Nach jedem Kapitel folgt ein Fazit, das das Gelesene noch einmal gut zusammenfasst. Unsere Kinder haben ein Recht auf Bildung und wenn sie diese in der Schule nicht bekommen, ist es umso wichtiger, dass sie zu Hause eine entsprechende Unterstützung erhalten. Mir ist nun noch klarer geworden, dass ich mich um die Korrektur der Hausaufgaben und die Rechtschreibfehler meiner Kinder kümmern muss, sonst tut es nämlich keiner – traurig, aber leider wahr. Mein Fazit: Ein Buch, das wachrüttelt, die Augen öffnet und den Zusammenhang zwischen der Schulpolitik und der gesellschaftlichen Entwicklung klar darstellt – unbequem, aber lesenswert.

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