Leserstimmen zu
Die Seidentöchter

Cristina Caboni

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Handlung: Mailand, heute Aus heiterem Himmel bekommt Camilla einen Anruf, dass es ihrer Ziehmutter Marianne gesundheitlich nicht sehr gut geht. Camilla muss keine Sekunde überlegen und packt ihre Tasche, um Marianne zu besuchen. Dabei versucht sie nicht an Vergangenes zu denken und sich vollkommen auf ihre Mamy zu konzentrieren. Diese fühlt sich schnell besser, hat jedoch eine Sache auf dem Herzen, die sie schon viel zu lang mit sich herumträgt. Mamy zeigt Camilla eine Truhe voller prachtvoller und handgefertigter Kleider, die ihr ihre Mutter zusammen mit einem Geheimnis hinterlassen hat. In jedes der Kleider ist eine Botschaft an eine unbekannte Frau eingenäht. Marianne bittet Camilla, ihr zu helfen, die Frau zu finden und somit eine Bitte an ihre Mutter erfüllen zu können. Oristano, 1923 Jahrelang lebte Caterina mit ihrer Amme Rosa in einem kleinen beschaulichen Örtchen und hatte dort die Möglichkeit, eine wunderbare und unbeschwerte Kindheit zu erleben. Sie lernte das Weben und liebte es, Rosa dabei zu beobachten. Von einem auf den anderen Tag wird die Welt von Caterina umgekrempelt. Ihre Mutter holt sie zurück zu der Familie, nach Oristano. Caterina fällt es schwer, sich an ihr neues Leben zu gewöhnen und hat große Pläne für die Zukunft. Unter anderem will sie ihrer Leidenschaft, Kleider herzustellen und zu verzieren, nachgehen... Meinung: Gleichzeitig vereint das Cover etwas nostalgisches, als auch modernes. Während der Hintergrund mit der gedeckten sehr hellbraunen Farbe, zusammen mit den gemalten Häusern, altmodisch wirkt und einen ruhigen Grund bietet, stechen die restlichen Details doppelt so stark hervor. Anhand der wenigen Farben ist das strahlend blaue Kleid der Dame ein Blickfang. Darauf habe ich beim ersten Betrachten des Covers geschaut und erst danach habe ich das restliche Cover betrachtet. Außerdem wurde da auch schon das Hauptthema des Buches aufgegriffen, die Mode und die verschiedenen Stoffe. Ergänzt wird das ganze Bild durch strahlend orangene Schrift, sowie Randdetails, die eine Art von Blüten, als auch Stickerein darstellen könnten. Mir gefällt der positive, helle Charakter, den das Buch ausstrahlt. Als Einführung in jedes Kapitel wird ein Stoff beschrieben, wie er aussieht, entsteht, teilweise wie er sich anfühlt und wie er verarbeitet wird. Nicht unbedingt gibt es einen Zusammenhang des jeweiligen Stoffes mit dem Kapitel, aber allein das Detail gefällt mir richtig gut. Es zeigt einen kleinen Teil der großen Recherchearbeit, die die Autorin auf sich genommen hat, um dieses Buch zu schaffen. Anhand der Leseprobe hatte ich einen sehr positiven Eindruck von dem Buchanfang und ganz besonders von der Schreibweise. Obwohl recht einfach gehalten, wirkte sie durch viele Beschreibungen, bevorzugt von Orten, Stoffen und Kleidungsstücken anspruchsvoll. Dabei wurden keine unnötigen Verzierungen der Sprache genutzt, weshalb ich große Freude hatte, das Buch zu lesen. Wie ich schon erwähnte, hat die Autorin großen Wert darauf gelegt, eine bildhafte Sprache zu nutzen. Dies war ihr besonders bei Häusern und kleinen Örtchen äußerst gut gelungen. Häufig entstand vor meinen Augen ein Bild des jeweiligen Handlungsortes und ich konnte mir darin auch die Protagonisten gut vorstellen. Vieles schien fast zu schön für die Welt zu sein, Auf ihrer Suche nach der mysteriösen Person, deren Notiz Camilla findet, hat sie anfangs kaum Anhaltspunkte. Sie weiß im Grunde nur den Vornamen von ihr und zwei-drei kleine weitere Details. Doch trotzdem gab es während der Suche kaum Probleme, jede Idee war sofort ein Treffer und führte zu weiteren Informationen. Das war mir etwas zu problemlos und einfach. Ich hätte es gut gefunden, wenn ein Schritt auch mal in einer Sackgasse geendet hätte und sie einen neuen Ansatz brauchen, um die Forschung in eine neue Richtung zu bringen. So lief alles geradlinig und ohne Umschweife ab, was mir nicht authentisch genug war. Das Ende passte gut zu der Handlung, war aber zu schnell da und auf wenigen Seiten gab es richtig viele Informationen. Ich hätte liebend gern noch einige Seiten gelesen und dafür ein ausführlicheres Ende gewünscht. Die Handlung wird auf zwei zeitlichen Ebenen erzählt, zum einen die jetzige Zeit mit Camilla, zum anderen gibt es Kapitel über das Leben von Caterina, Mariannes Mutter. Die Haupthandlung findet im hier und jetzt statt, recht wenige Kapitel in der Vergangenheit. Beide Ebenen haben ihren Reiz, sind interessant und mit viel Liebe zum Detail geschrieben. Einen Tacken besser gefiel mir jedoch die Vergangenheit, dort ist einiges passiert und ich fand den Charakter von Caterina einfach wunderbar. Sie hat mir richtig gut gefallen, war stark und hat nur selten aufgegeben. Allgemein lässt sich zu den Protagonisten sagen, dass diese auf eine recht kleine Zahl beschränkt wurden und daher gut bearbeitet waren. Sie wirkten durchweg lebendig und waren nicht alle vom Glück geküsst, sondern hatten Eigenarten und Probleme. Je weiter die Handlung fortgeschritten ist, desto sympathischer wurde mir sowohl Marianne, als auch Caterina. Im Gegensatz dazu ließ meine Sympathie für Camilla immer weiter nach. Anfangs ist sie stark, selbstbewusst und eigenständig aufgetreten, mit der Zeit wurde sie eine kleine Nörgeltante. Besonders gegenüber einem Herrn war ihr Verhalten furchtbar und nervig. Camilla wollte sich anfangs partout nicht mit ihm aussprechen und daher war klar, dass sich die Lage nicht so einfach klären wird. Und auch Marco, mit dem Camilla immer wieder Reibereien hat, war ich nicht so glücklich. An sich war er ein guter Charakter, der durch und durch ehrlich war und seine Ziele hatte. Aber etwas an seiner Art war mir zu geheimnisvoll und komisch. Mit ihm wurde ich wirklich warm. Fazit: Nach einem äußerst guten ersten Eindruck durch die Leseprobe bin ich der Handlung stets mit viel Spannung gefolgt und war auch meist vollkommen begeistert von der Handlung. Lediglich Camillas Charakter hat meine Nerven von Zeit zu Zeit strapaziert und auch die Suche lief mir zu einfach ab, das Ende wird zu schnell herbeigeführt. Ansonsten war die Handlung stets auf einem gleichbleibend guten Niveau, der Schreibstil war ein Träumchen und Caterina, sowie Marianne waren unglaublich tolle Charaktere, die ich liebgewonnen habe!

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Mailand und Paris – zwei faszinierende Städte und Metropolen der Mode – sind Mittelpunkt dieses Romans rund um Stoffe, Farben und die große Liebe. In zwei Zeitebenen verwoben erfahren wir die Geschichte dreier Frauen: der jungen Camilla, welche sich von ihrer Ziehmutter Marianne abnabelt; der alten Marianne und ihre Vergangenheit mit einer nicht liebenden Mutter und Caterina zur Zeit rund um den 2. Weltkrieg, welche neben einer einzigartigen Gabe auch viel Leid erfährt. Spannend sind die Geschichten aufbereitet, auch wenn mich besonders die Geschichten der Vergangenheit besonders gefesselt und zum Weiterlesen motiviert haben, ist auch die Gegenwartsgeschichte interessant, denn Camilla entwirrt die ganzen Fäden, welche die Familien in den letzten Jahrzehnten gesponnen haben – bildlich gesehen ;) Der Roman lässt sich sehr gut lesen, was für die gute Übersetzung aus dem Italienischen von Ingrid Ickler spricht. Auch wenn mir nicht alle Personen sympathisch oder gar schlüssig sind, so finde ich das Gesamtkonzept rund um das Talent „aus Alt mach Neu“ - heute würde man das Upcycling nennen ;) - und die Gabe, besondere Mode zu gestalten, schon wirklich interessant. „'Ehrlich? Ich fühle mich wahrhaftig wie eine andere Person.' 'Das liegt an dem Kleid, das deine Träume zum Ausdruck bringt...' <...> 'Ein neuer Tag, ein neues Jahr, ein neues Leben. In dir verbinden sich Kraft und Weisheit, damit du den Weg des Glückes gehen kannst, so lange, bis sich dein geheimster Wunsch erfüllt'“ (Auszüge S. 166 Mitte) Der Roman hat durch die besonderen Kleidungsstücke eine ganz eigene Stimmung, die auch durch die Eingangspassagen – Stoffe werden nach Herkunft und Verwendung beschrieben – verdeutlicht wird. Wer Spaß an leichten historischen Romanen hat, die Verwicklungen aufzeigen und sich mit dem Thema Mode & familäre Vergangenheit befassen, wer sich gerne berieseln lassen möchte und die Ausarbeitung der einzelnen Personen nicht bierernst, sondern eher intuitiv empfinden möchte, dem kann ich „Die Seidentöchter“ ans Herz legen. Ich habe den Roman gerne gelesen und mich in die Zeit zwischen Mailand und Paris einfangen lassen... welche übrigens auch wunderbar im Cover eingefangen wurde.

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Wer anspruchsvolle Unterhaltung gepaart mit einem frischen Schreibstil sucht, ist hier genau richtig. Ein tolles Buch, welches ich im Sommerurlaub in nur drei Tagen verschlungen habe. 5 Sterne für die Geschichte, den Stil und die spannende Unterhaltung.

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„Der Stoff kam Camilla vor wie ein Gemälde, ein Kunstwerk aus Farben und Formen.“ (S. 15) Camilla hat eine ganz besondere Fähigkeit. In einem kleinen Atelier in Bellagio (Italien) arbeitet sie die geerbten Kleider ihrer Kundinnen um und haucht ihnen so neues Leben ein. Die „neuen alten“ Kleider stellen die besten Seiten ihrer Trägerin heraus, versinnbildlichen deren Träume. Schon Camillas Mutter war Schneiderin und hatte ihr vieles beigebracht. Nach dem frühen Tod ihrer Eltern ist Camilla bei Marianne in Mailand aufgewachsen, die ein Textilimperium leitet und sie als Ziehtochter angenommen hat. Inzwischen ist Marianne alt und wird von Albträumen geplagt. Ihre Mutter Caterina hatte ihr am Totenbett erzählt, dass sie vor ihr schon eine Tochter geboren und in den Wirren des 2. WKs verloren hatte. Marianne sollte sie suchen, hat das aber nie gemacht. Jetzt bittet sie Camilla darum. Unter Caterinas Sachen finden sie Kleider von der berühmten, während des 2. WK verstorbenen Modeschöpferin Maribelle. Woher hatte Caterina die? Angeblich sind Mirabelles Kreationen damals mit ihr verbrannt ... Cristina Caboni erzählt eine sehr spannende Geschichte voller Geheimnisse. Nicht nur Caterina ist dem Leser ein Rätsel, auch Camilla gibt nicht viel von sich Preis. Warum ist sie damals nicht in Mariannes Firma eingestiegen sondern hat Mailand fluchtartig verlassen? Auf zwei Zeitebenen kommt man Caterina und Camilla näher. Dabei hat mir Strang, der in der Vergangenheit spielt, etwas besser gefallen. Du bist mein Fluch Caterina. Immer wenn ich dich ansehe, dann sehe ich ihn.“ (S. 111) Caterina wird vom Schicksal gebeutelt. Ihre Geschichte hat mich sehr bewegt und erschüttert. Aufgewachsen in einem kleinen Fischerdorf, führt ihr Weg sie später nach Mailand und Frankreich. Ihr Leben ist ein einziges ein Auf und Ab, Glück und Leid wechseln oft blitzschnell – und dann kommt der 2. WK ... Camilla fühlt sich zwischen der Freiheit ihrer Arbeit in Bellagio und ihrer Verpflichtung gegenüber Marianne hin- und hergerissen. Außerdem ist da noch Marco, in den sie seit Jahren heimlich verliebt ist. Das Gefühlschaos, welches Camilla wegen ihm empfindet, war mir zu viel Drama á la italienischer Oper und passte m.E. auch nicht in die heutige Zeit. Sie ist eine moderne Frau, die etwas ziellos durch ihr Leben mäandert und der es deutlich an Selbstvertrauen fehlt - ihr Charakter war für mich nicht richtig ausgewogen. Allen Frauen dieses Buches liegt das Verständnis für Stoffe und deren Verarbeitung im Blut. Man spürt in jeder Zeile, wie sehr sie die Materialien und Schnitte lieben, wie kreativ sie sind und wie sie darin aufgehen. Bei diesen Szenen wird Cabonis Sprache wundervoll poetisch. Auch wenn ich früh geahnt habe, wie alles zusammenhängt, und mich das Ende dadurch nicht wirklich überrascht hat, konnte mich das Buch bis zum Ende fesseln. Mein Tipp für alle modeaffinen Menschen, die dramatische Liebesgeschichten mögen.

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