Leserstimmen zu
Widerworte

Alexander Kissler

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Widerworte widerlegt

Von: heartcore

10.04.2019

Der Autor nimmt 15 politische Phrasen auseinander, die jedem schon einmal untergekommen sind oder die auch in anderen Kontexten gerne benutzt werden. Hierzu gehört z.B. der berühmte Satz unserer Kanzlerin "wir schaffen das". Anfangs werden Beispiele aufgezeigt, die die untersuchte Phrase in einem anderen Kontext zeigen. Besonders gefallen hat mir die Herangehensweise des Autors, in dem er die Phrase etwas zerpflückt und von verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Dabei könnte meinem Geschmack nach noch etwas Humor oder Augenzwinkern hinzugefügt werden. Alles in allem ein sehr unterhaltsames und lehrreiches Buch. Nichts zum Nebenbei lesen, man sollte schon konzentriert bleiben, um ja nichts zu verpassen.

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Kissler beleuchtet in seinem Buch Widerwort was hinter den immer gleichen Parolen der Politiker steckt und stellt dabei beim Auseinandernehmen der einzelnden Phrasen fest, da steckt eben kein Inhalt drin. Das ist nicht nur interessant sondern mit vielen Zitaten auch von Kissler gut belegt. Allerdings macht es das Lesen zeitweise auch etwas anstrengender. Was mir etwas fehlte war jedoch eine Lösung, wie verpackt der gesellschaftsorientierte Politiker denn nun seine Inhalte, so dass sie im Kopf dens Wählers bleiben, aber eben sich doch von den Phrasen abgrenzen? Aber das ist vielleicht ja Stoff einen zweiten Teil? Ich fände es zumindest sehr interessant da anzuknüpfen.

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Puh!

Von: Jennifer

10.04.2019

"Widerworte - Warum mit Phrasen Schluss sein muss" beginnt sprachgewaltig. 15 Phrasen aus der Politik werden unter die Lupe genommen, sprachlich seziert und im historischen und politischen Kontext betrachtet und kritisch hinterfragt. Leider konzentriert sich Alexander Kissler sehr stark auf die aktuelle Flüchtlingskrise. Dies hätte man allerdings bei der Kapitelübersicht bereits erahnen können. "Vielfalt ist unsere Stärke", "Willkommenskultur ist der beste Schutz vor Terror", "Menschlichkeit kennt keine Obergrenze". Ich hätte mir bei der Themenauswahl doch etwas mehr Vielfalt gewünscht. Mir fehlt es hier etwas an Leichtigkeit, ein wenig Humor hätte das Buch doch noch ein Stück weiter tragen können. Eine interessante Herangehensweise an das Thema, aber durch die eingeschränkte Themenauswahl nicht sehr abwechslungsreich.

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Das Buch "WIDERWORTE-Warum mit Phrasen Schluss sein muss" von Alexander Kissler ist für mich ein sehr gut fomuliertes, anspruchvolles und intellektuelles, verfasstes Buch. Es handelt von vage getroffenen Aussagen (Phrasen) von berühmten Politikern zu aktuellen politischen Themen. Hierzu bezieht Alexander Kissler mit großem Sachverstand und Wortwitz, klar Stellung. Da ich mich persönlich sehr für aktuelle, politische Themen und Meinungen interessiere, kann ich dieses Buch allen politisch interessierten Lesern empfehlen.

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Reflexion ist wichtig - auch hier

Von: Marielies

09.04.2019

In "Widerworte" hat Kissler es sich zur Aufgabe gemacht, Sätze, die besonders in der Politik oft wiederholt werden, auseinanderzunehmen und zu analysieren, um zu zeigen, was sie eigentlich aussagen oder eben nicht. Kissler spricht somit ein Thema an, dass auf jeden Fall seine Berechtigung hat. Ich denke, es ist wichtig, sich einige oft gehörte Phrasen als eben diese vor Augen zu führen und diese zu hinterfragen, denn ich stimme Kissler zu, dass Phrasen gerne genutzt werden, um eben weitere Fragen abzuwimmeln. Mit seinen Zitaten aus Philosophie, Literatur uvm. verrennt sich der Autor hin und wieder, wodurch es manchmal schwer fällt seiner Analyse zu folgen, und nutzt Beispiele, die in meinen Augen nicht mehr aktuell sind (z.B. in Kapitel 4). Zudem macht es sich Kissler teilweise sehr einfach, indem er manche Definition, z.B. für "Heimat" und "Identität", als eindeutig darstellt. Beim Lesen des Buches sollte defintiv im Hinterkopf behalten werden, dass es bei den Schlüssen, die Kissler zieht, auch nur um eine politische Meinung handelt, der ich beispielsweise öfters nicht zustimme. Kissler regt mit seinem Buch zum Nachdenken und Hinterfragen an, was der Leser auch bei diesem Buch beibehalten sollte.

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In seinem Buch bespricht Kissler verschiedene Phrasen und deckt den eigentlich „Sinn“ dahinter auf bzw. legt offen, was dahintersteckt – oder eben nicht. Mit einer Portion Humor und auch Sarkasmus beschreibt der Autor die sprachlichen Höhen und Tiefen der deutschen Sprache. Phrasen seien auch nicht dazu da, Inhalte zu vermitteln, sie sollten einfach zu erfassen und begreifen sein und als wahr angenommen werden. Manipulation ist dabei natürlich auch ein Faktor, der immer im Hinterkopf bleiben sollte. Kisslers Buch soll ein Bewusstsein schaffen und die Augen öffnen, in den Medien veröffentlichte Phrasen mit gewisser Distanz zu betrachten und vor allem zu hinterfragen. Das Buch ist lehrreich und sehr tiefgründig, es regt zur Diskussion und zum Nachdenken an und die Inhalte sind gut recherchiert. Allerdings wird auch deutlich, dass die Öffentlichkeit nicht ohne Phrasen auskommen wird. Nach der Lektüre dieses Buches werden sie allerdings in einem anderen Licht stehen. Von mir eine klare Empfehlung!

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Aufklärer der Zweifelnden

Von: Softeis

01.04.2019

Alexander Kissler hat sich in seinem neuen Buch vorgenommen, hohle Phrasen zu entlarven und Wortakrobaten, die der Begriffe Bedeutung verbiegen, bloßzustellen. Er bedient sich eines blumigen Repertoires neuer Satzschöpfungen, knackiger Ellipsen und aufgewärmter Floskeln deutscher Politiker und zerpflückt diese mit großer Freude. Innerhalb der ersten Sätze offenbart sich denjenigen, denen Alexander Kisslers Arbeit bisher nicht geläufig ist, sein Scharfzünigkeit. Anhand des Sprichworts "Geschäft ist Geschäft" nimmt er den Leser an die Hand, erläutert er die Universalität großer Phrasen, tänzelt sich über vielerlei geschichtliche und aktuelle Referenzen geschickt von hinten an und bringt die Wortblase pointiert zum platzen. Damit leitet er die eigentlichen 15 Kapitel ein, in denen jeweils eine bedeutungsschwangere Phrase von "Vielfalt ist unsere Stärke" über "Wir schaffen das" bis zu "Gewalt ist keine Lösung" wortgewandt zu Boden streckt. Gleich im ersten Kapitel greift er eine Zeile von Frank Walter Steinmeier auf und zerpflückt diese unter Zuhilfenahme vieler Persönlichkeiten, einschließlich Laotse und Purple Schultz. Dies führt sich in den anderen 14 Kapiteln sehr unterhaltsam fort, teilweise stellt sich für mich eine gewisse Polemik ein, manchmal verrennt sich der Autor in Referenzen und der Versuch, die Phrase zu entwirren, wirkt etwas gekünstelt. Nichts desto trotz kommt er am Schluss jedes Kapitels zum Punkt und beendet seine Sektion sauber. Was jedoch außer Acht gelassen wird, ist der Blick hinter die Phrasenmaschine, der Versuch einer glaubhaften Erklärung, warum Redewendungen überhaupt gebraucht werden. Politische Reden sind für einen Großteil der Gesellschaft Makulatur. Was sich im Gedächtnis der Wähler verankert sind knackige Parolen. Das Entwirren dieser Statements obliegt dem mündigen Bürger. Alexander Kissler übernimmt somit die Rolle eines Aufklärers, ohne die Zielgruppe zu analysieren. Für diejenigen, die die Bedeutung von Phrasen sowieso anzweifeln ist "Widerworte" ein hilfreiches Tool. Diejenigen aber, die Phrasen ungefiltert verinnerlichen, werden - wie so oft - wohl nie dieses Buch lesen. Vielleicht hätte sich durch die Klarstellung dessen ein leichterer Umgang mit den Aussprüchen ergeben können, die die zu Beginn des Buches in Aussicht gestellte schelmenhafte Erörterung leichter, weniger "anti" gemacht hätte.

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anspruchsvoll und unterhaltsam

Von: JH

01.04.2019

Andreas Kissler: Widerworte, warum mit Phrasen Schluss sein muss Gerade der Untertitel machte mir Lust darauf, dieses Buch zu lesen. Ich war gespannt auf eine Argumentation, die mich davon überzeugt, warum mit Phrasen Schluss sein muss. Diesbezüglich bin ich enttäuscht worden. So eine Argumentation gegen das Verwenden von Phrasen habe ich nicht gefunden. Aber von vorn. Das Buch kann man nicht schnell lesen. Zu jeder der 15 sogenannten Phrasen wird der Leser mit Zitaten überhäuft, man muss schon sehr mitdenken, sich vertiefen. Darin sehe ich eine große Stärke des Autors, dass er zu vielen aktuellen Themen wohl über akribisch angelegte Quellensammlungen verfügt. Der letzte Absatz eines jeden Kapitels stellt mehr oder weniger eine Zusammenfassung, ein Resümee dar. Am besten gelungen ist das aus meiner Sicht im Kapitel 5 „... sonst gehen alle drei zugrunde.“ und im Kapitel 11 „... ist ein dummer Satz.“. Ich kann von mir sagen, dass ich ein kritischer, selbst denkender Mensch bin, der sich gern von Argumenten überzeugen lässt und so gibt es keine Gruppe, Organisation, Partei, ..., deren Ansichten ich in Gänze teile. Ich habe diesbezüglich Schnittmengen mit gleichen Meinungen von links bis rechts. Das Tolle an diesem Buch ist, dass ich hier durch die vielen Quellen auch mit mir noch unbekannten Meinungen konfrontiert wurde, was ich als sehr wohltuend empfand. Als „normal arbeitender Mensch“ habe ich nicht so viel Zeit, mich mit vielen Dingen intensiv auseinanderzusetzen. Ich möchte, ohne zu viel zu verraten, doch 2 Kapitel erwähnen. Bei „Europas Werte ertrinken im Mittelmeer“, das für mich beste Kapitel, habe ich mich sehr über die Dinge aus der Zeitung „Die Zeit“ gefreut. Und der Satz, dass dort Menschen ertrinken und keine Werte, ist einfach großartig! Das für mich zweitbeste Kapitel ist „Haltung zeigen“. Aus diesem Kapitel möchte ich unbedingt einen ganzen Satz zitieren: „Haltung freilich verfehlt ihr Maß, fungiert sie nur als Meinungsabwehr und Begriffszauber besserverdienender Gutbürger.“ Ich mache in meinem Bekanntenkreis keinen Hehl daraus, dass ich „Gutmensch“ immer im negativen Sinn verwende. Da Herr Kissler ein Sprachprofi ist, hat er das natürlich viel schöner gesagt, als ich das könnte.

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