Leserstimmen zu
Das Bekenntnis

John Grisham

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Hardcover
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Pete Banning, ein angesehener Bürger der Kleinstadt Clanton, erschießt eines Tages im Herbst des Jahres 1946, den Pfarrer der Gemeinde. Der Täter stellt sich der Polizei und äußert kein Wort über seine Motive. Selbst als er zum Tode verurteilt wird, schweigt er. Nicht nur die Familie des Mörders stellt sich die Frage, warum der Mord geschah. . John Grisham war und ist für mich noch immer ein Garant für echte Page-Turner. Viele Leser und auch seine Fans finden seine neueren Bücher nicht mehr so interessant wie die früheren. Das kann definitiv nicht bestätigen. Für mich sind die Romane von John Grisham nach wie vor allererste Sahne und das nicht nur im Bereich Justizthriller. Das Bekenntnis ist in drei Teile gegliedert. Grishams Schreibstil ist einfach nur toll zu lesen. Schnörkellos und absolut bildhaft entführt der Autor seine Leser in eine ganz eigene Welt. Mit „Das Bekenntnis“ begibt sich Grisham, zumindest in der ersten Hälfte seines neuesten Romans, zurück zu seinen Wurzeln und beschreibt einen spannenden und auf den ersten Moment mysteriösen Justizfall. Da sich der Täter in keiner Weise zu seiner Tat äußert, will man als Leser natürlich unbedingt wissen, welche Motive ihn dazu bewegt haben. Grisham macht das sehr geschickt, indem er den Leser nämlich auch im zweiten Teil der Geschichte weiterhin im Unklaren lässt. Dieser zweite Teil entführt uns in Pete Bannings Vergangenheit, wo er sich in Japan im Zweiten Weltkrieg befindet. Dieser sehr historisch angehauchte Teil wirkt zuweilen etwas langatmig, zumal er sich von den anderen Büchern Grishams bezüglich des Schreibstils etwas abhebt. Denn hier wird sehr viel fachliches Wissen vermittelt, das den Lesefluss an manchen Stellen stört. Nichtsdestotrotz ist diese Episode aus dem Leben des Protagonisten unglaublich interessant und lesenswert. Man lernt Pete Banning besser kennen und kann so manche Handlungsweise plötzlich besser verstehen. Das Motiv für den Mord an dem Reverend erfährt man aber immer noch nicht. Im dritten Teil des Buches wendet sich Grisham dann wieder der Familie zu und erzählt, was nach der Hinrichtung von Pete Banning geschieht. Und sofort greift wieder der flüssige Schreibstil des Autors und man fliegt nur so durch die Seiten. Ich hatte an manchen Stellen zwar schon eine Vermutung, wie der Roman endet und diese Vermutung wurde auch letztendlich auf gewisse Art und Weise bestätigt, wenngleich dann doch noch eine Wendung ins Spiel kam, mit der ich wiederum überhaupt nicht gerechnet habe. „Das Bekenntnis“ konnte mich dennoch nicht ganz so überzeugen, wie die vorherigen Bücher Grishams, was aber keineswegs heißt, dass dieses Buch schlecht ist. Es ist ein wenig anders und vermischt Justizthriller mit einem geschichtlichen Hintergrund und einer wirklich faszinierenden Familiengeschichte. Wären die Längen im zweiten Teil des Buches nicht gewesen, so hätte sich auch dieses Buch wieder in das gleiche Niveau eingereiht wie alle Bücher von John Grisham. Ich freue mich auf jeden Fall jetzt schon, wenn ein neues Abenteuer aus seiner Feder erscheint. denn seine Bücher verschaffen mir einen Lesegenuss ähnlich wie Michael Crichton oder Stephen King, bei denen ich auch immer schlecht das Buch aus der Hand legen kann. Dieses Mal bekommt Herr Grisham nicht die volle Punktzahl, aber ich ziehe aufgrund des etwas langatmigen Zwischenteils nur einen halben Punkt ab. 😉 . Fazit: Faszinierende Mischung aus Familiendrama Justizthriller und geschichtlichem Ereignis. ©2019 Wolfgang Brunner für Buchwelten

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Rezension von Melanie (Die Thrillerqueen) zu "Das Bekenntnis" von @John Grisham 3,5 von 5  schwierig, es ist ein Buch vom großen Grisham, der einen mit Storys wie die Akte bewegt und unterhalten hat. Aber die neuen Werke sind leider nicht mehr so Aufsehen erregend. Oktober 1946 in Clanton, Mississippi. Pete Banning ist einer der angesehensten Bürger der Stadt. Der hochdekorierte Kriegsveteran hat es als Oberhaupt einer alt eingesessenen Familie mit dem Anbau von Baumwolle zu Reichtum gebracht. Er ist ein aktives Mitglied der Kirche, ein loyaler Freund, ein guter Vater, ein verlässlicher Nachbar. Doch eines Morgens wendet sich das Blatt. Pete Banning steht in aller Früh auf, nimmt ein leichtes Frühstück zu sich, fährt zur Kirche und erschießt den Pfarrer. Die Nachricht verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Die Gemeinde ist erschüttert, und es gibt nur eine einzige Frage: Warum? Pete Banning aber schweigt. Sein einziger Kommentar lautet: »Ich habe nichts zu sagen.« Und auch als ihm die Todesstrafe droht, bricht er sein Schweigen nicht. Ein Aufsehen erregender Prozess beginnt, an dessen Ende in Clanton nichts mehr ist, wie es zuvor war. Meinung: Ehrlich gesagt bin ich hin und hergerissen, wie ich bewerten soll. Grisham hat sich einen großen Namen gemacht mit vielen Thrillern, die einen im wahrsten Sinne des Wortes bewegt und berührt sowie gefesselt haben. Aber diese Geschichte von Hörensagen hat mich leider gar nicht angerührt. Grisham hat diese etwas ausgeschmückt bzw. spekuliert darüber, was eventuell damals passiert ist! Bis dahin alles okay, nichts gegen Storys von früher. Der Anfang war noch einigermaßen spannend, zumal auch interessant war, etwas über die damalige Zeit zu lesen. Auch der Südstaaten-flair kam gut mit dem Protagonisten einher! Die typische Gerichtsdramatik war toll. Aber auf einmal waren wir mitten in einem Kriegsdrama, in Japan, das ist so gar nicht meins gewesen, und damit habe ich auch nicht wirklich gerechnet. Gut geschrieben keine Frage, aber leider gar nicht meins. Auch die Familiengründung des Protagonisten fand ich doch fehl am Platze und ziemlich langatmig ausgearbeitet. Die Lösung war dann wieder schlüssig und passte wieder! Daher ruht meine Zerrissenheit bei der Beurteilung. Ich gebe klar eine Leseempfehlung, es ist ein Grisham .und ich bin letztendlich sehr zufrieden.  Fakten 592 Seiten HC 24,-€ eBook18,99€ Erschienen im Heyne Verlag Kaufen kann man das Buch direkt beim Verlag, dem Autor und bei jeder Plattform, welche Bücher und Ebooks anbietet.  Ich möchte mich bei  @Randomhouse für das Reziexemplar bedanken

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Der amerikanische Autor und Rechtsanwalt John Grisham ist durch seine Justizthriller – „Die Jury“ – „Der Klient“ – „Die Firma“ weltbekannt geworden. Seine Romane sind oftmals mit Hollywoodgrößen der Schauspielkunst erfolgreich fürs Kino und Fernsehen umgesetzt worden. John Grisham weiß wovon er schreibt – als Rechtsanwalt kennt er das amerikanische Rechtssystem mitsamt seinen Facetten, seinen Schwachpunkten, aber auch deren Stärken sehr genau. Die Justiz in den USA ist ganzheitlich mit der unseren Rechtsprechung kaum vergleichbar. Hin und wieder spielen sich wahre Dramen in den amerikanischen Gerichten ab – Theatralik und Dramatik par excellence. Ein Schachspiel mit all seinen Figuren. In seinem neuesten Roman „Das Bekenntnis“ erschienen im Heyne Verlag steht die Justiz allerdings auf der Ersatzbank, ein literarisches Füllmaterial. Das Storytelling handelt von Lügen, traditionellen Vorstellungen von Ehre, Moral und Anstand. Ebenfalls erzählt John Grisham durch seine Charaktere von Pflicht und Ehre, von überholten Rassengesetzten und südamerikanischen Idealvorstellungen. Gerade der letztere Punkt ist ein wesentlicher Bestandteil des Romans. Die Story spielt um das Jahr 1947 – die ersten Nachkriegsjahre. Der amerikanische Süden – traditionell verbohrt in längst überlebten Dogmen, die zum Teil nicht aufgegeben werden wollen. Vom Winde verwehte Familienverhältnisse durch den Krieg, lassen die Familie Banning nicht zur Ruhe kommen. Der Großgrundbesitzer einer Baumwollplantage Pete Banning, der als Kriegsheld im Pazifik kämpfte, ist ein angesehener Bürger, Freund und Partner für die Menschen in seiner kleinen Stadt. Eines Morgens erschießt er mit seinem 45-Colt den etwas jüngeren Pastor in dessen Arbeitszimmer. Er lässt sich teilnahmslos festnehmen – bleibt aber hinlänglich den Hintergründen seiner Tat still und schweigsam. Ein kurzer Prozess folgt – das Urteil schmettert seine Kinder und seine Schwester in ein Trauma von Lügen, unausgesprochenen Geheimnissen…. Wie Fackeln im Sturm müssen sich die beiden Kinder fühlen. Die Mutter in der Psychiatrie – aus unerklärlichen Gründen, die Tante die wie ihr Bruder schweigt. Warum hat ihr Vater einen kaltblütigen, methodischen Mord begonnen!? „Das Bekenntnis“ von John Grisham ist eine tiefgründige Charakterstudie. Erzählt wird die Story, aus einigen verschiedenen Blickwinkeln, die zwar interessant ist, aber leidlich spannend. Die wesentliche Tat lässt sich durch Analyse der Charaktere auflösen – wenn man allerdings trotzdem etwas überrascht sein darf. Die Figur Pete Banning geht während des Pazifikkrieges durch die Hölle: Kampfhandlungen, Kriegsgefangenschaft, Krankheiten, Folter und Misshandlungen lassen ihn kaum überleben. Nur der Gedanke an seine Kinder und seiner liebevollen Frau lassen ihn hoffen. Mal abgesehen von einer Handlung, die wenig spannend ist, transportiert John Grisham eine sehr feingetunte und sehr sensible Charakterzeichnung die nachhaltig fesselt. „Das Bekenntnis“ ist eine Familientragödie die letztlich in rechtliche Fragen konsequent eskaliert. Allerdings zeigt es sich, dass Justizia hier wirklich blind bleibt, weil niemand ihr die Augenbinde abnimmt. Schicksale, die also im dunklen bleiben. Dem Autor gelingt es aber die tiefverwurzelten Moralvorstellungen, die manchmal jenseits aller Logik und Vernunft existieren, darzustellen. Aber wie gesagt, in den später 40er Jahren des letzten Jahrhunderts war „noch“ alles anders. Als Kind des Südens erklärt sich das vielleicht dann doch noch ganz anders. Das Schicksal der Protagonisten rührt einen, selbst für den Mörder kann man Verständnis aufbringen, auch wenn das vielleicht aus der medizinischen Perspektive so ist. Völlig deplatziert und zu stark inhaltlich ausgebaut wurden die Kriegserlebnisse von Pete Banning. Die Schilderungen von Folter, Krankheiten, willkürlichen Morden der Japaner sind allzu drastisch und konzentriert erzählt. Letztlich hätte die Handlung für eine Kurzgeschichte absolut gereicht. Die erzählerische Wucht wäre tiefgehender gewesen. Fazit „Das Bekenntnis“ von John Grisham ist kein Justizthriller – eine tiefgründige Charakterstudie, die das eingesperrte moralische Universum der Südstaaten eindringlich erzählt. Leidlich spannend – aber trotzdem unterhaltsam erzählt. Michael Sterzik

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[ ] In diesem Buch stellt John Grisham dem Leser vom ersten Kapitel an die alles entscheidende Frage: Warum bringt der Kriegsveteran, Farmer, liebevolle Vater und Ehemann Pete Bannings den ortsansässigen Priester Dexter Bell mit drei Schüssen gezielt und vorsätzlich um? Der Täter schweigt. Auch über seinen Tod hinaus wird sehr sehr sehr lange nicht klar, warum er seine Frau 7 Monate vor dem Mord in die Psychiatrie einweisen ließ und die Tat im vollen Besitz seiner geistigen Kräfte ausführte. Pete Bannings diente 6 Jahre im Krieg, wurde zwischenzeitlich für tot erklärt, wendet sich aber nach seiner Rückkehr liebevoll seiner Frau und auch den beiden Kindern Joel und Stella zu. Grisham schmückt die Zeit im Krieg für meinen Geschmack exorbitant aus, allerdings bleibt der Spannungsbogen kontinuierlich erhalten. Das eigentliche Bekenntnis bekam ich erst im 50. und letzten Kapitel serviert. Für meinen Geschmack hätten es ein paar Kapitel weniger auch getan aber ansonsten liefert John Grisham wie gewohnt ab. Für mich ist Grisham lesen eine Tradition, wie Sonntags den Tatort zu schauen. Das begann im Teenager Alter, als der Autor mit "Die Firma" oder "Die Akte" seine großen Erfolge feierte. Ich war damals mehrmals in der Woche in der Bibliothek und sog jeden Band in mich hinein. Seitdem habe ich kein Buch dieses Autors verpasst. Ich kenne den Schreibstil so gut, dass er auf mich eine regelrecht entspannende Wirkung hat - trotz des literarischen Spannungsbogens. "Das Bekenntnis" ist solide und gut konstruiert und spannend bis zum Schluss. Was will das Leserherz mehr?

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Pete Banning lebt in einem großen Anwesen, im Kolonialstil erbaut. Er besitzt eine Baumwollplantage, ist weder reich noch arm, seine Familie und er können von ihrer jährlichen Ernte aber gut leben. Oktober 1946. Der Morgen beginnt wie jeder andere. Pete frühstückt mit seiner Schwester, beide unterhalten sich dabei und genießen ihren Kaffee. Alles wirkt idyllisch. Doch alles wird sich an diesem Tag ändern. Pete plant den Pfarrer der Gemeine umzubringen. Pete hasst zwar die Vorstellung, was diese Tat mit seiner Familie anrichten wird und auch die Aufmerksamkeit, die er dadurch bekommen wird. Schließlich hasst er es im Mittelpunkt zu stehen. Die Tat ist jedoch unausweichlich. Er muss es tun. Und so geht er zur Kirche und schießt dem Pfarrer zweimal ins Herz und einmal in den Kopf. Anschließend stellt er sich und lässt sich widerstandslos festnehmen. Das Buch besteht aus drei Teilen. Im ersten Teil wird die Tat an sich beschrieben. Der Ablauf, der Weg dahin und auch die Reaktionen darauf sind Teil dessen, ebenso wie die eigentliche Gerichtsverhandlung. Wird die Tat als heimtückischer Mord gewertet oder als Tötungsdelikt im Affekt? Im zweiten Teil des Buches geht es um das Schicksal von Pete Banning. Vor allem erfährt der Leser Details aus seinem Einsatz im Krieg und warum er von vielen Bürgern der Gemeinde als Kriegsheld angesehen wird. Im letzten Abschnitt des Buches geht es um den Verrat und damit den tatsächlichen Grund für das Handeln von Pete, aber auch um Besitzansprüche, welche die Witwe vom Pfarrer stellt. Dieser dreiteilige Buchaufbau ist interessant, zumal zwischen diesen Abschnitten auch zeitliche Sprünge enthalten sind. In dieser Art habe ich bisher kein Buch gelesen und deswegen war der Aufbau für mich einfach etwas besonderes. Tragisch ist die Handlung, eine Familientragödie. Wer also lieber Bücher liest, die voller Glückseligkeit enden und gute Stimmung beim Zuschlagen und Beenden eines Buches hinterlässt, ist bei diesem Buch falsch. John Grisham schildert die Geschichte einer sehr stolzen Familie, hinter dessen Fassade nicht alles immer so glänzt, wie vielleicht nach außen hin. Die Familie zerbricht urplötzlich mit dem Tod des Pfarrers Stück für Stück. Immer mehr Abgründe tun sich auf und mehr Details kommen ans Licht bzw. Folgen durch diese eine Tat. Auch wenn die Handlung eventuell etwas niederschmetternd ist und traurige Eindrücke beim Leser hinterlässt, ist es dennoch hervorragend geschrieben. Nicht nur der dreiteilige Aufbau überzeugt, auch die Wortwahl des Autors und die Charakterzüge der einzelnen Protagonisten stechen hervor.

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Oktober 1946 in Clanton, Mississippi. Pete Banning ist einer der angesehensten Bürger der Stadt. Der hochdekorierte Kriegsveteran hat es als Oberhaupt einer alt eingesessenen Familie mit dem Anbau von Baumwolle zu Reichtum gebracht. Er ist ein aktives Mitglied der Kirche, ein loyaler Freund, ein guter Vater, ein verlässlicher Nachbar. Doch eines Morgens wendet sich das Blatt. Pete Banning steht in aller Früh auf, nimmt ein leichtes Frühstück zu sich, fährt zur Kirche und erschießt den Pfarrer. Die Nachricht verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Die Gemeinde ist erschüttert, und es gibt nur eine einzige Frage: Warum? Pete Banning aber schweigt. Sein einziger Kommentar lautet: »Ich habe nichts zu sagen.« Und auch als ihm die Todesstrafe droht, bricht er sein Schweigen nicht. Ein Aufsehen erregender Prozess beginnt, an dessen Ende in Clanton nichts mehr ist, wie es zuvor war. (Klappentext) "Das Bekenntnis", John Grishams neuster Roman, ist eine zweischneidige Angelegenheit. Aufgeteilt ist er in drei Abschnitte, die verschiedener nicht sein könnten. Während der erste Teil eigentlich sehr interessant war, hat mir doch etwas an Tiefe gefehlt. Alles wird nur oberflächlich abgehandelt, die Südstaaten-Thematik wird immer wieder kurz angesprochen, bleibt aber leider im Hintergrund - was ich sehr schade finde, denn es ist ein interessantes und lehrreiches Thema, das dem Buch gutgetan hätte. Das gleiche gilt für den letzten Teil, nur dass ich diesen als noch oberflächlicher empfand. Das Ende und die Auflösung der Frage "Warum" war keine runde Sache. Im letzten Moment wird sie dem Leser kurz und bündig vorgesetzt. Es wirkt zu abgehackt. Der mittlere Teil ist dafür umso detailreicher, zieht sich dafür aber extrem. Zeitweise fand ich ihn sehr anstrengend und ab und zu etwas langweilig. Es ist weiß Gott kein schlechtes Buch, es hat mir recht gut gefallen. Der Roman hat mich auch von Anfang an gefesselt und ich wollte wissen wie es weiter geht. In der Hoffnung mehr zu erfahren. Ich habe mich im Großen und Ganzen gut unterhalten gefühlt, hätte mich aber über mehr Hintergrundwissen sehr gefreut. Auch Emotionen kommen nicht zu kurz und bis auf einige stellen liest sich das Buch sehr flüssig. Es ist ein völlig anderes Buch als seine üblichen Spannungsromane oder Justizthriller. "Das Bekenntnis" hat bei mir eine zweigeteilte Meinung hinterlassen. Mit etwas mehr Hintergrunddetails wäre es bestimmt ein Buch der Extraklasse. Fazit: Ein unterhaltsamer Roman.

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Kurze Zusammenfassung: Es ist ein ganz normaler Morgen. Pete Banning steht auf, dreht seine Runde und grüßt seine Angestellten. Er fährt zum Frühstück zu seiner Schwester, plaudert etwas mit ihr und widmet sich danach seiner Buchhaltung. Als Pete alles geordnet hat, fährt er in die Stadt erschießt Pfarrer Bell und fährt wieder nach Hause. Zu Hause angekommen setzt er sich auf seine Veranda und wartet auf die Polizei. Die Polizei kommt auch recht schnell, denn Pete wurde von Zeugen gesehen. Pete Banning wird festgenommen und im kleinen Gefängnis der Stadt inhaftiert. Der Fall scheint klar, doch Pete schweigt über sein Motiv. Er bekennt sich "Nicht schuldig" und schweigt. Bannings Schwester erhielt einen Brief mit genauen Anweisungen, wie sich Petes Kinder verhalten sollen und mehr erfährt auch sie nicht. Auch seinem Rechtsanwalt gegenüber schweigt Pete, obwohl dieser ihm deutlich macht, dass ihn das Schweigen auf den elektrischen Stuhl bringen wird. Pete fügt sich in den Gefängnisalltag ein, wird Gefangenensprecher, sorgt für besseres Essen und schweigt. Als der Prozess beginnt versucht Bannings Rechtsanwalt verzweifelt die Todesstrafe abzuwenden, doch ohne Petes Kooperation ist dies ein aussichtsloses Unterfangen. Auch Bannings Sohn, Joel, versucht herauszufinden, was mit seinem Vater passierte. Recht schnell findet Joel eine Verbindung zwischen Pfarrer Bell und seiner Mutter Liza Banning. Liza wurde vor Monaten in eine psychiatrische Klinik eingewiesen und Pete verfügte, dass niemand sie besuchen darf. So endet Joels erste Spur vor einer verschlossenen Kliniktür. Es gibt allerdings auch Menschen in der Gemeinde, die ahnen, warum Pete den Pfarrer erschoss, doch die schweigen ebenso wie Pete Banning schweigt. Fazit: Ein etwas anderer Grisham aber trotzdem der Grisham, den ich so gerne lese. Hier haben wir keine kurzweilige Justizgeschichte mit spannender Jagd auf Gangster vorliegen, sondern ein schon fast episches Drama. Die Geschichte ist in drei Abschnitte unterteilt: 1. Der Mord, 2. Der Knochenacker und 3. Der Verrat. Im ersten Teil erleben wir den Mord und lernen Petes Familie und Umfeld kennen. Der zweite Teil dreht sich um Pete Bannings Kriegserfahrungen und im dritten Teil kehren wir zur Familie zurück. Über Petes Motiv schweigt nicht nur Pete Banning selbst, sondern auch John Grisham. Es wird zwischendrin nicht verraten und der Leser muss sich sein Bild selbst zusammen puzzeln. Dabei fühlte ich mich Joel Banning recht verbunden, denn auch er kann seinem Vater nur zusehen, ohne zu wissen worum es eigentlich geht. Nach und nach erkennt der Leser dann, dass die Geschichte viel tiefer geht, viel weiter zurückreicht und er beginnt zu ahnen, warum Pfarrer Bell zum Opfer wurde. Ich fand die Kulisse, die Südstaaten der 1946er Jahre, sehr interessant. Diese Zeit hat Grisham deutlich und eingehend beschrieben, ob gesellschaftlich oder politisch, Grisham zeichnet ein detailliertes Bild. Ebenso deutlich hat John Grisham Pete Bannings Erlebnisse im Krieg beschrieben. Man erkennt das diese Erfahrungen Pete Banning verändert haben müssen. Auch dieser Teil des Buches hat mich sehr gefesselt, denn von dieser Seite des Krieges habe ich bisher recht wenig gewusst. Der Roman hat fast etwas dokumentarisches, ohne jedoch trocken und emotionslos zu sein. Mir hat "Das Bekenntnis" sehr gut gefallen, obwohl, wie oben schon erwähnt, dieser Roman von Grisham etwas anders ist, als seine bisherigen Romane.

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Zum Inhalt: Pete Banning ist ein angesehener Bürger der Stadt Clanton in Mississippi der 40er Jahre und besitzt große Baumwollplantagen. Er diente im Krieg gegen die Japaner, wurde in Gefangenschaft genommen und schaffte es sogar den Todesmarsch von Bataan zu überleben und zu seiner Familie zurückzukehren. Er wird als Held gefeiert, bis zu dem Tag, an dem er früh aufsteht und nach dem morgendlichen Frühstück zur Kirche fährt, um den Reverend zu erschießen. Er wird verhaftet und kommt vor den Richter, doch Banning schweigt über seine Motive. Auch als ihm der elektrische Stuhl droht, bricht er nicht sein Schweigen. Mit seinem Schicksal hat er abgefunden und ist bereit, dafür zu büßen. Allerdings ist das Rätsel um seine Tat noch viel komplizierter, da nicht einmal Banning selbst die ganze Wahrheit kennt. Meine Leseerfahrung: John Grisham schreibt wie immer grandios und hat einen angenehm lockeren Erzählstil, der ohne nennenswerte Abschweifungen meist immer zum Punkt kommt. Die Story ist in drei Teile gegliedert und ist durchweg spannend, geheimnisvoll und steckt voller Überraschungen. In diesem Roman liefert der Autor zudem einen völlig authentischen Einblick in die amerikanische Gesellschaft der 40er Jahre. Der Plot ist nicht nur kriminologisch interressant, sondern macht das Buch auch durch den historischen zweiten Teil sowie die Geschichte um die Verbliebenen bzw. das Familiendrama im dritten und letzten Teil sehr lesenswert.  Obwohl ich Bücher und Filme über Kriege persönlich überhaupt nicht mag, war ich derart gefesselt von den realitätsnahen Ausführungen des Autors über Bannings Kriegserinnerungen, dass ich das Buch während der Lesephase des zweiten Teils überhaupt nicht mehr aus der Hand legen konnte. So habe ich nicht nur historisch etwas dazu gelernt - den Todesmarsch von Bataan kannte ich im Einzelnen nicht wirklich -, sondern wurde äußerst lebensnah an die Gefühls- und Gedankenwelt der Hauptfigur herangeführt und hatte damit die Möglichkeit, sehr durchleuchtend hinter die Fassade eines Mörders zu blicken. Dieses Buch hat bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen und hat mir noch einmal deutlich gemacht, wieso Grisham so beliebt ist. Fazit: John Grisham hat hier wieder einmal aus einer einfachen Justizgeschichte ein spannendes Werk geschaffen, das dem Leser nicht nur historisch wertvolle Einblicke beschert, sondern auch die gesellschaftlichen Gegebenheiten der amerikanischen Lebenskultur in den 40er Jahren vor Augen führt. Absolut lesenswert!

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