Leserstimmen zu
Weißer Tod

Robert Galbraith

Die Cormoran-Strike-Reihe (4)

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Hardcover
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Robert Galbraith alias J.K. Rowling passt ihre Krimireihe anscheinend ihrer Harry Potter Reihe an, denn diese werden ebenfalls von Fall zu Fall immer dicker. Band 4 hat stattliche 864 Seiten. 200-300 davon hätte man auch streichen können und trotzden hätte man den Faden der Geschichte nicht verloren, obwohl der Fall wieder sehr komplex aufgebaut ist. Mir war es diesmal einfach zuviel an Geplänkel zwischen Cormoran und Robin, welches viel zu sehr vom eigentlich Fall ablenkt. Doch wovon handelt der eigentlich? Bei Strike taucht im Büro ein verwirrter und verwahrloster junger Mann auf, der behauptet als Kind ein Verbrechen mitangesehen zu haben. Kaum beginnt sich Cormoran für Billys Geschichte zu interessieren, ist er auch schon wieder verschwunden. Kurz darauf wird er vom konservativen Kulturminuster Jasper Chiswell beauftragt Material gegen einen Mann zu sammeln, der ihn erpresst. Robin versucht sich als verdeckte Ermittlerin im Parlament und beobachtet die Vorkomnisse rund um den Minister. Strike ist mittlerweile nach den Shakerwell Ripper Fall zu bekannt, um noch verdeckt ermitteln zu können. Während Robin herausfindet, dass Billys Bruder, der zu den Olympia-Protestlern gehört (die Geschichte spielt 2012 zur Zeit der Olympiade in London) immer wieder Drohungen gegen Chiswell ausstößt, lernt sie auch die Familie des Ministers kennen. Diese scheint einige dunkle Geheimnisse zu haben. Aber nicht nur Chiswell scheint Dreck am Stecken zu haben, sondern auch ein weiterer Minister aus der Gegenpartei. Alle diese völlig unzusammenhängenden Handlungsstränge scheinen lange keine Gemeinskamkeit zu haben, bis sich zum Ende hin aus diesem komplexen Gebilde ein passendes Ganzes zusammenfügt. Das Ende ist schlüssig und wirklich genial gemacht! Und trotzdem kann ich nur eine durchschnittliche Bewertung abgeben, denn es dauert wirklich eine ganze Weile bis der Krimi in Fahrt kommt. Dadurch, dass die Geschichte selbst schon richtig komplex ist, sind die Längen eklatant. J.K. Rowling oder Robert Galbraith erzählt extrem detailliert, baut viele Wiederholungen ein und zieht somit den Krimi viel zu sehr in die Länge. Man hat des öfteren das Gefühl auf der Stelle zu treten - wie auch Robin und Cormoran in ihrem aktuellen Fall. Zu ausschweifend sind vorallem die Szenen privater Natur zwischen den Beiden. Rowling verwendet viel Zeit für das Privatleben der beiden Ermittler. Generell finde ich Cormoran und Robin als Ermittlerpaar richtig toll. Sie haben meiner Meinung schon Kultstatus erreicht....aber muss das Liebesgeplänkel sein? Großartig gelungen sind allerdings wieder die feinen Sozialstudien der englischen Gesellschaft und die Kluft zwischen Upper Class und den "normalen" Menschen. Schreibstil: Sehr viel muss man eigentlich nicht mehr über den Schreibstil sagen... ich denke wir wissen, dass die Autorin schreiben kann und sehr gerne ins Detail geht. Trotz der Längen legt man den Krimi nur schwer aus der Hand. Die Charakterstudien sind wieder einzigartig, aber die Dynamik bleibt beim vierten Band auf der Strecke.. Jedem Kapitel sind Zitate aus Henrik Ibsens Drama "Rosmersholm" vorangestellt. Fazit: Obwohl mir der vierte Fall nun durchschnittlich gefallen hat und man mindestens 200 Seiten hätte kürzen können, werde ich die Reihe noch weiter verfolgen. Robin und Cormoran haben schon Kultstatus, auch wenn dies der bisher schwächste Band der Reihe ist.

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Robert Galbraith alias J. K. Rowling schreibt gewohnt flüssig und fesselnd. Die Charaktere sind authentisch und detailliert geschildert. Es ist schön zu sehen, dass sie Ecken und Kanten und auch Probleme haben - auch psychischer Natur, die man nach so vielen Traumata, wie Robin und Strike sie erlebt haben, wohl nicht NICHT haben kann. Es ist toll, dass Rowling sich auch Themen wie Posttraumatischen Belastungsstörungen, Depressionen und Panikattacken annimmt und diese nicht unter den Teppich kehrt. Man sieht bei den Charakteren auch verletzliche Seiten, was sie nur noch sympathischer macht. Die Handlung rund um Strike und Robin war toll erzählt - aber stellenweise auch zutiefst frustrierend - wer das Buch kennt, wird wohl wissen, was ich meine ;) Insgesamt besteht die Handlung aus sehr vielen Details, die anfangs vielleicht unwichtig erscheinen, dann aber möglicherweise doch noch wichtig werden. Gerade zu Beginn des Buches hatte ich damit so meine Schwierigkeiten, gefühlt zog sich alles etwas zu lange hin und ich brauchte ungewöhnlich lange, um richtig im Buch drin zu sein. Danach konnte ich es aber nicht mehr aus der Hand legen! Die Ermittlungen gestalten sich als schwierig und ausführlich. Den Täter zu erraten ist schier unmöglich - allzu oft dreht sich alles im Kreise, man gelangt auf falsche Fährten, hat Ahnungen, die man dann doch wieder verwerfen muss - die ganze Geschichte ist jedenfalls völlig undurchschaubar und daher auch von Anfang bis Ende spannend! Durch die vielen Details hatte das Buch aber hier und da ein paar Längen - die sich aber schnell wieder gaben, sodass mich das Buch im Großen und Ganzen gut fesseln konnte. Auch die Thematik ist sehr breit gefächert, so geht es nicht nur um politische Intrigen, wie man anfangs denken könnte, sondern auch um Familientragödien, Gemälde, Pferde, Affären, Betrug, Verrat, Freundschaft, Familie, psychische Erkrankungen, Selbstmord, Mord und viel, viel mehr. Ab und zu hatte ich dadurch das Gefühl, das große Ganze bzw. den roten Faden aus den Augen zu verlieren... Man kann das Buch übrigens auch lesen, ohne die vorigen Bände zu kennen, man kann dem Geschehen trotzdem folgen. Natürlich macht das Ganze aber sehr viel mehr Spaß, wenn man alle Anspielungen auf die Vergangenheit auch versteht. Fazit Auch mit anfänglichen Startschwierigkeiten konnte mich das Buch letztlich völlig überzeugen. Es ist spannend, trotz einiger Längen und vielen Details, vielseitig, fesselnd und von Anfang bis Ende interessant. Außerdem war es einfach schön, mal wieder einen Krimi zu lesen, bei dem man das Ende nicht fast von Anfang an vorausahnt!

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Ein junger Mann, total verwirrt und ängstlich, sucht Cormoran Strike in dessen Büro auf. Er ist sicher, dass er als Kind Augenzeuge eines Mordes wurde. Immer wieder spricht er von einem erwürgten Kind. Doch bevor Cormoran nähere Informationen aus ihm herausbekommt, ergreift Billy, so der Name des psychotischen jungen Mannes, panisch die Flucht. Unterdessen erhält Strike einen Auftrag aus dem Unterhaus. Ein Minister wird erpresst und Cormoran Strike und seine Partnerin Robin Ellacott sollen ermitteln. Sie nehmen den Fall an, doch Cormoran lässt ebenfalls der angebliche Mord, von dem Billy gesprochen hat, keine Ruhe. Die beiden Ermittler machen sich an die Arbeit. Das gestaltet sich schwierig, denn durch den letzten erfolgreichen Fall „den Shaklewell Ripper“, ist Cormoran sehr bekannt und kann nicht mehr verdeckt ermitteln. Also muss Robin Ellacott die verdeckte Tätigkeiten übernehmen. Doch die hat es privat in ihrer jungen Ehe mit Matt auch alles andere als einfach. Es scheint also ein undurchsichtiger, schwieriger Fall zu werden, der so einiges an Ideenreichtum und Einsatz fordert …. *** Dies ist der vierte Teil der Cormoran Strike-Reihe, den bekanntlich J. K. Rowling unter ihrem Pseudonym Robert Galbraith veröffentlicht. Die Fans der Reihe werden nicht enttäuscht. Hier wird wieder mit viel Witz und Schlagfertigkeit ermittelt. Langweilig wird es auch auf über 800 Seiten keineswegs. Die Handlung schließt nahtlos an den letzten Teil an und man ist als Leser wieder umgehend mittendrin und fühlt sich, als wären nur einige Tage vergangen. Die Handlung ist wieder sehr aufwendig und verschlungen. Es werden unzählige Fäden ausgeworfen, die zum Ende hin aufgelöst werden. Der Schluss wurde mir, eben weil es alles so komplett und umfangreich aufgebaut wurde, letztendlich ein bisschen zu schnell abgehandelt. Näher möchte ich darauf nicht eingehen, denn dass würde ja bedeuten, dass ich zu sehr auf die Geschichte eingehen muss. Cormoran und Robin haben natürlich nach wie vor viel miteinander zu tun, dennoch haben mir die beiden zu wenig aktiv miteinander interagiert. Ja, sie mögen sich nach wie vor und jeder macht sich ständig über den anderen Gedanken, sie telefonieren auch mal, aber alles andere hat, meinem Empfinden nach, ein wenig abgenommen. Und dass, obwohl sie sich ja nun länger kennen und auch wirklich gern haben. Das hat mich ein wenig enttäuscht, denn gerade die beiden, dieses Miteinander, ist es, was die Romane ausmacht. Der Roman heißt im Deutschen „Weißer Tod“, was gut übersetzt ist, denn der Originaltitel ist „Lethal White“. Ich bin bis zuletzt nicht dahintergestiegen, was der Titel bedeutet. Ich konnte keinen Bezug in der Handlung zum Titel finden. Sollte das jemand verstanden haben, dann freue ich mich über eine entsprechende Aufklärung in einem Kommentar. Dennoch, auch dieser vierte Teil ist spannend, verzwickt und kurzweilig. Er entführt uns wieder in Pubs, Cottages und sogar das britische Unterhaus. Mir hat er Spaß gemacht und ich würde mich freuen, wenn es weitergeht. Übrigens ist hinten im Buch darauf hingewiesen, dass die ersten drei Teile als Serie verfilmt wurden. Ich wusste es bis dahin nicht und war sehr angetan.

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Dies ist der vierte Teil der Cormoran Strike-Reihe, den bekanntlich J. K. Rowling unter ihrem Pseudonym Robert Galbraith veröffentlicht. Die Fans der Reihe werden nicht enttäuscht. Hier wird wieder mit viel Witz und Schlagfertigkeit ermittelt. Langweilig wird es auch auf über 800 Seiten keineswegs. Die Handlung schließt nahtlos an den letzten Teil an und man ist als Leser wieder umgehend mittendrin und fühlt sich, als wären nur einige Tage vergangen. Die Handlung ist wieder sehr aufwendig und verschlungen. Es werden unzählige Fäden ausgeworfen, die zum Ende hin aufgelöst werden. Der Schluss wurde mir, eben weil es alles so komplett und umfangreich aufgebaut wurde, letztendlich ein bisschen zu schnell abgehandelt. Näher möchte ich darauf nicht eingehen, denn dass würde ja bedeuten, dass ich zu sehr auf die Geschichte eingehen muss. Cormoran und Robin haben natürlich nach wie vor viel miteinander zu tun, dennoch haben mir die beiden zu wenig aktiv miteinander interagiert. Ja, sie mögen sich nach wie vor und jeder macht sich ständig über den anderen Gedanken, sie telefonieren auch mal, aber alles andere hat, meinem Empfinden nach, ein wenig abgenommen. Und dass, obwohl sie sich ja nun länger kennen und auch wirklich gern haben. Das hat mich ein wenig enttäuscht, denn gerade die beiden, dieses Miteinander, ist es, was die Romane ausmacht. Der Roman heißt im Deutschen „Weißer Tod“, was gut übersetzt ist, denn der Originaltitel ist „Lethal White“. Ich bin bis zuletzt nicht dahintergestiegen, was der Titel bedeutet. Ich konnte keinen Bezug in der Handlung zum Titel finden. Sollte das jemand verstanden haben, dann freue ich mich über eine entsprechende Aufklärung in einem Kommentar. Dennoch, auch dieser vierte Teil ist spannend, verzwickt und kurzweilig. Er entführt uns wieder in Pubs, Cottages und sogar das britische Unterhaus. Mir hat er Spaß gemacht und ich würde mich freuen, wenn es weitergeht.

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Ein eindeutig psychotischer junger Mann poltert plötzlich in das Büro von Privatdetektiv Cormoran Strike und schwafelt von einem Mord, den er als Kind beobachtet haben soll. Bevor Strike nähere Informationen erfahren kann, ist dieser junge Mann ebenso plötzlich wieder verschwunden. Doch diese kurze Episode lässt Strike nicht ruhen, zudem er vom Kulturminister höchst persönlich engagiert wird, belastende Fotos von einer Verfehlung aus seiner Vergangenheit aufzuspüren. Mit Hilfe seiner Assistentin Robin Ellacott – nun glücklich (?) verheiratete Cunliffe – nimmt er die Ermittlungen auf…! Ebenso wie Joanne K. Rowling eine begnadete Märchen-Erzählerin ist, ist Robert Galbraith ein exzellenter Geschichten-Erzähler. Wie sollte er auch nicht: Es ist ein offenes Geheimnis, dass sich hinter dem Pseudonym „Robert Galbraith“ niemand geringeres als Mrs. Rowling verbirgt. Wobei es durchaus verständlich ist, dass sie sich anfangs hinter Mr. Galbraith „versteckt“ hat. So sollten die Krimis ihre Fans ohne den „Harry Potter“-Bonus finden und nicht mit ihnen verglichen werden. Es ist schier erstaunlich, wie bravourös sie den Genrewechsel meisterte: Stand bei „Harry Potter“ ganz die spektakuläre Zauberwelt mit seinen phantastischen Wesen im Mittelpunkt, schafft sie es bei „Cormoran Strike“ ein modernes „Whodunit“ mit überzeugenden Charakteren und einer glaubwürdigen Hintergrundgeschichte zu kreieren. Nun liegt mit „Weisser Tod“ der 4. Fall mit dem hünenhaften Privatdetektiv Cormoran Strike und seiner Assistentin Robin Ellacott vor, der auf 860 Seiten eine Geschichte um Erpressung, Korruption und einem brutalen Mord im Schatten der Olympischen Spiele des Jahres 2012 aufblättert. Vielleicht bekommt nun der eine oder die andere Leser*in Schnappatmung aufgrund der hohen Seitenzahl: Viele Rezensenten bemängelten die Beschreibungen der Szenerie und die Dialoge als langatmig und langweilig – eine Meinung, die ich in keiner Weise teilen kann! Joanne K. Rowling stellt jedem Kapitel ein Zitat aus dem Drama „Rosmersholm“ von Henrik Ibsen, das Themen wie Schuld, Manipulation, Inzest und Trauer behandelt, vorweg, sodass auf beinah genialer Weise der Inhalt des folgenden Kapitels illustriert wird. Ein intelligenter Schachzug…! Rowling ist eine meisterhafte Autorin: Sie hat das Talent, – dank ihrer detailreichen Beschreibungen – realistische Welten vor meinem inneren Auge zu entwerfen. Ihre Charakterzeichnung der Protagonisten ist sehr präzise. Ihre Milieuschilderung zeugt von einer großen Beobachtungsgabe. Diese Zutaten sorgen in ihren Krimis für Atmosphäre und Authentizität, sodass ich zu keiner Zeit Langeweile verspürte. Nur peu à peu entblättert sie die Handlung vor dem Leser, kann sich somit dessen Aufmerksamkeit sicher sein und hält die Spannung aufrecht. Dabei scheut sie sich nicht einen über mehrere Kapitel aufgebauten Handlungsbogen mit einem überraschenden Knall-Effekt wieder zu vernichten, nur um dann ihre Protagonisten gemeinsam mit dem Leser von vorne beginnen zu lassen. Mrs. Rowling ist gemeinsam mit Mr. Galbraith wieder ein „Pageturner“ gelungen!

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Als Billy in Cormorans Büro gestolpert kommt, weiß er der Detektiv zunächst nicht, ob er dem offensichtlich psychisch kranken Mann Glauben schenken kann. Billy behauptet in seiner Kindheit den Mord an einem kleinen Mädchen beobachtet zu haben und bittet nun den Detektiv Licht ins Dunkel zu bringen. Zeitgleich kommt ein weitaus lukrativerer Auftrag ins Büro – ein Minister wird erpresst und benötigt Strikes Hilfe. So gerät der verwirrte Billy erst einmal in den Hintergrund, doch irgendwie scheinen die beiden Fälle eine Verbindung zu haben. Joanne K. Rowling hat unter dem Pseudonym Robert Galbraith mit „weisser Tod“ den vierten Band der Detektiv-Reihe um Ermittler Cormoran Strike veröffentlicht. Der große, etwas mürrische Detektiv und seine hübsche, nach dem letzten Fall traumatisierte Assistentin Robin stürzen sich erneut in die Arbeit. Es ist schon ein dicker Wälzer, den Rowling da geschrieben hat, aber er ist nicht eine Sekunde langatmig oder gar langweilig. Die Autorin hat einen sehr warmen und ruhigen Schreibstil. Die große Aktion kann man hier nicht finden. Stattdessen kommt es auf die kleinen Details an, die die Ermittler nach und nach aufdecken und die das Buch so unvorhersehbar und spannend machen. Neben den Ermittlungen erfährt der Leser auch unheimlich viel über das Privatleben der Protagonisten und ihre immer schwieriger werdende Beziehung untereinander. Solch detailreiche und liebevoll ausgearbeitete Charaktere findet man wirklich selten. All ihre Macken und Probleme lassen sie sehr lebensnah wirken. Gerade Robin entwickelt im Laufe der Reihe eine starke Persönlichkeit und ihre Beziehung mit Matt hat mich sehr mitgenommen. Toll geschrieben, super durchdacht, beeindruckende Charaktere und eine Prise Gesellschaftskritik - besser kann ein Detektivroman wohl nicht sein.

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Es gibt nicht viele Autoren, die eine mehrbändige Reihe so gekonnt wie J. K. Rowling/Robert Galbraith plotten können, was sie ja bereits mit den Harry-Potter- Büchern hinlänglich bewiesen hat. „Weißer Tod“, Nummer 4 der Kriminalromane um Cormoran Strike und seine Assistentin Robin Ellacott, setzt unmittelbar nach dem Ende des Vorgängers „Die Ernte des Bösen“ ein. 2012, Olympiade in London: der Serienmörder ist gefasst, Strikes Anonymität ein Opfer der medialen Aufmerksamkeit. Und dann ist da noch die Hochzeit der durch diesen Fall traumatisierten und mittlerweile arbeitslosen Robin mit ihrem langjährigen Freund Matthew, dem langweiligen und übergriffigen Buchhalter. Man möchte ihr „Tu’s nicht“ zurufen, denn wir wissen ja, dass das eigentliche Paar sie und Strike sind. Es kommt, wie es muss, sie erkennt ziemlich schnell, dass es ein Fehler war. Strike hat mehr Aufträge, als er bewältigen kann und freut sich, als Robin wieder in das Tagesgeschäft mit einsteigt. Ein Fall treibt ihn ganz besonders um, nämlich der des verstörten jungen Mannes, der die Geschichte eines Verbrechens erzählt, das er glaubt, vor vielen Jahren mitangesehen zu haben. Aber auch der Kultusminister benötigt seine Dienste, warum und womit entzieht sich jedoch Strikes Kenntnis. Dazu kommt das seit langem verschollene Bild eines bekannten Malers, die Veruntreuung von Geldern, Machtmissbrauch und Intrigen innerhalb von Regierungskreisen, die einen Undercover-Einsatz von Robin in Westminster nötig machen. Es ist eine unglaubliche Stofffülle, die Rowling/Galbraith in diesem über achthundert Seiten starken Roman verarbeitet, für mich der bisher eindrucksvollste und spannendste der Cormoran-Strike-Reihe. Zwar verliert sie sich oft im Detail, aber schon allein ihre Personenbeschreibungen und die damit einhergehende Kritik an der britischen Upper Class lohnt jede Zeile. Und man weiß es ja auch bereits aus den Vorgängern, dass sämtliche Informationen, Drehungen und Wendungen, für den späteren Verlauf der Handlung, und hier insbesondere für die Auflösung der verschiedenen offenen Fragen von Bedeutung sind. So werden alle losen Fäden, und das meint wirklich alle, am Ende zu einem runden und befriedigenden Schluss verwoben. Man darf gespannt sein, was Frau Rowling für die nächsten Bände der Reihe noch in petto hat.

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Drei Jahre hab ich auf die Fortsetzung gewartet und wie gefreut hab ich mich, es endlich in den Händen zu halten: ein super dicker Wälzer mit fast 900 Seiten und ich hab mich keinen Augenblick gelangweilt! Normalerweise mach ich mir während dem Lesen immer ein paar Notizen für die Rezension, aber hier konnte ich mir kaum was aufschreiben weil ich beim Lesen durchweg so gebannt war, dass ich gar keine Zeit dafür hatte :) Es ist manchmal schon gut, wenn Autoren sich Zeit und so eine Geschichte wachsen lassen, denn Rowling hat hier eine wirklich grandiose Fortsetzung geschrieben! Ich hatte ja ein bisschen Angst, ob ich mich noch an alles erinnere nach drei Jahren Wartezeit, aber ich war flugs wieder drin! Es beginnt mit der Hochzeit in dem Moment, als Band 3 aufgehört hat und man spürt einige Entwicklungen, die sich schon von langer Zeit angebahnt haben, aber natürlich wird man noch auf die Folter gespannt, denn die Entscheidungen sind nie so leicht, wie man das von außen denkt. Denn obwohl manche Situationen einem die Haare raufen lassen, sind die Charaktere alle sehr authentisch und echt. Das Vertraute loszulassen fällt wohl niemanden leicht und deshalb wirkt es auch glaubwürdig. Die schwierige Beziehung zwischen Robin und Strike findet jedenfalls einfach keinen festen Boden, da sie zu sehr in ihrer Vergangenheit verstrickt sind - aber der neue Fall fordert auch immer wieder ihre ganze Aufmerksamkeit, so dass sie persönliche Probleme gerne auf die Seite schieben. Die Ermittlungen ziehen dann auch sehr weite Kreise und es sind eine Menge Personen involviert. Der scheinbare Mord von vor vielen Jahren, den der mysteriöse Billy bei Strike andeutet, weckt dessen Interesse, und eine Erpressung in den höchsten Kreisen könnte der Detektei endlich aus den roten Zahlen verhelfen. Es gibt viel zu tun und das bringt auch eine Menge Abwechslung in die Handlung. Den ganzen Aufbau fand ich von Anfang an großartig. Man kann wunderbar miträtseln und die vielen Details, die immer wieder auftauchen, führen auf verschiedenste Spuren. Wie das alles zusammenhängt kann man lange nicht durchschauen, zumindest hatte ich immer wieder leichte Ahnungen, kam aber nie wirklich dahinter! Die Mischung aus den kleinen und teilweise auch ausführlichen Details, die die Geschichte lebendig gemacht haben, die persönlichen Probleme der Hauptprotagonisten und die spannenden Verstrickungen des Falles haben zu einem genialen Konzept zusammengefunden. Es konzentriert sich sehr auf die Ermittlungen, aber wenn man Krimis mag, hat man daran seine wahre Freude. Ich mochte es jedenfalls sehr, wie Strike und Robin jedem Hinweis akribisch gefolgt sind und schließlich jedes Rätsel aufdeckt haben. Dabei war alles logisch aufgebaut und hat keine Fragen offengelassen. Ich bin einfach nur begeistert und freu mich, wenn es mit der Reihe weitergeht!

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