Leserstimmen zu
Weißer Tod

Robert Galbraith

Die Cormoran-Strike-Reihe (4)

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Es gibt nicht viele Autoren, die eine mehrbändige Reihe so gekonnt wie J. K. Rowling/Robert Galbraith plotten können, was sie ja bereits mit den Harry-Potter- Büchern hinlänglich bewiesen hat. „Weißer Tod“, Nummer 4 der Kriminalromane um Cormoran Strike und seine Assistentin Robin Ellacott, setzt unmittelbar nach dem Ende des Vorgängers „Die Ernte des Bösen“ ein. 2012, Olympiade in London: der Serienmörder ist gefasst, Strikes Anonymität ein Opfer der medialen Aufmerksamkeit. Und dann ist da noch die Hochzeit der durch diesen Fall traumatisierten und mittlerweile arbeitslosen Robin mit ihrem langjährigen Freund Matthew, dem langweiligen und übergriffigen Buchhalter. Man möchte ihr „Tu’s nicht“ zurufen, denn wir wissen ja, dass das eigentliche Paar sie und Strike sind. Es kommt, wie es muss, sie erkennt ziemlich schnell, dass es ein Fehler war. Strike hat mehr Aufträge, als er bewältigen kann und freut sich, als Robin wieder in das Tagesgeschäft mit einsteigt. Ein Fall treibt ihn ganz besonders um, nämlich der des verstörten jungen Mannes, der die Geschichte eines Verbrechens erzählt, das er glaubt, vor vielen Jahren mitangesehen zu haben. Aber auch der Kultusminister benötigt seine Dienste, warum und womit entzieht sich jedoch Strikes Kenntnis. Dazu kommt das seit langem verschollene Bild eines bekannten Malers, die Veruntreuung von Geldern, Machtmissbrauch und Intrigen innerhalb von Regierungskreisen, die einen Undercover-Einsatz von Robin in Westminster nötig machen. Es ist eine unglaubliche Stofffülle, die Rowling/Galbraith in diesem über achthundert Seiten starken Roman verarbeitet, für mich der bisher eindrucksvollste und spannendste der Cormoran-Strike-Reihe. Zwar verliert sie sich oft im Detail, aber schon allein ihre Personenbeschreibungen und die damit einhergehende Kritik an der britischen Upper Class lohnt jede Zeile. Und man weiß es ja auch bereits aus den Vorgängern, dass sämtliche Informationen, Drehungen und Wendungen, für den späteren Verlauf der Handlung, und hier insbesondere für die Auflösung der verschiedenen offenen Fragen von Bedeutung sind. So werden alle losen Fäden, und das meint wirklich alle, am Ende zu einem runden und befriedigenden Schluss verwoben. Man darf gespannt sein, was Frau Rowling für die nächsten Bände der Reihe noch in petto hat.

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Drei Jahre hab ich auf die Fortsetzung gewartet und wie gefreut hab ich mich, es endlich in den Händen zu halten: ein super dicker Wälzer mit fast 900 Seiten und ich hab mich keinen Augenblick gelangweilt! Normalerweise mach ich mir während dem Lesen immer ein paar Notizen für die Rezension, aber hier konnte ich mir kaum was aufschreiben weil ich beim Lesen durchweg so gebannt war, dass ich gar keine Zeit dafür hatte :) Es ist manchmal schon gut, wenn Autoren sich Zeit und so eine Geschichte wachsen lassen, denn Rowling hat hier eine wirklich grandiose Fortsetzung geschrieben! Ich hatte ja ein bisschen Angst, ob ich mich noch an alles erinnere nach drei Jahren Wartezeit, aber ich war flugs wieder drin! Es beginnt mit der Hochzeit in dem Moment, als Band 3 aufgehört hat und man spürt einige Entwicklungen, die sich schon von langer Zeit angebahnt haben, aber natürlich wird man noch auf die Folter gespannt, denn die Entscheidungen sind nie so leicht, wie man das von außen denkt. Denn obwohl manche Situationen einem die Haare raufen lassen, sind die Charaktere alle sehr authentisch und echt. Das Vertraute loszulassen fällt wohl niemanden leicht und deshalb wirkt es auch glaubwürdig. Die schwierige Beziehung zwischen Robin und Strike findet jedenfalls einfach keinen festen Boden, da sie zu sehr in ihrer Vergangenheit verstrickt sind - aber der neue Fall fordert auch immer wieder ihre ganze Aufmerksamkeit, so dass sie persönliche Probleme gerne auf die Seite schieben. Die Ermittlungen ziehen dann auch sehr weite Kreise und es sind eine Menge Personen involviert. Der scheinbare Mord von vor vielen Jahren, den der mysteriöse Billy bei Strike andeutet, weckt dessen Interesse, und eine Erpressung in den höchsten Kreisen könnte der Detektei endlich aus den roten Zahlen verhelfen. Es gibt viel zu tun und das bringt auch eine Menge Abwechslung in die Handlung. Den ganzen Aufbau fand ich von Anfang an großartig. Man kann wunderbar miträtseln und die vielen Details, die immer wieder auftauchen, führen auf verschiedenste Spuren. Wie das alles zusammenhängt kann man lange nicht durchschauen, zumindest hatte ich immer wieder leichte Ahnungen, kam aber nie wirklich dahinter! Die Mischung aus den kleinen und teilweise auch ausführlichen Details, die die Geschichte lebendig gemacht haben, die persönlichen Probleme der Hauptprotagonisten und die spannenden Verstrickungen des Falles haben zu einem genialen Konzept zusammengefunden. Es konzentriert sich sehr auf die Ermittlungen, aber wenn man Krimis mag, hat man daran seine wahre Freude. Ich mochte es jedenfalls sehr, wie Strike und Robin jedem Hinweis akribisch gefolgt sind und schließlich jedes Rätsel aufdeckt haben. Dabei war alles logisch aufgebaut und hat keine Fragen offengelassen. Ich bin einfach nur begeistert und freu mich, wenn es mit der Reihe weitergeht!

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Der vierte Band der Reihe beginnt nicht mit einem Mordfall, sondern wartet stattdessen mit emotionalen Irrungen und Wirrungen auf. Der Fokus liegt nicht nur in den ersten Kapiteln deutlich auf dem Privatleben der Ermittler: Robin hätte ihren Verlobten Matthew wohl besser abgeschossen, statt ihn zu heiraten, derweil verstrickt Strike sich in eine Beziehung mit Lorelei, die ihm über das Körperliche hinaus wenig gibt. Beide gestehen sich selber nicht ein, dass zwischen ihnen noch ganz andere Gefühle im Spiel sind als nur kollegiale Freundschaft. Es gibt genug Drama für eine Vorabendserie auf RTL: Unglückliche Beziehungen. Partner, die sich gegenseitig nicht mehr ausstehen können. Menschen, die einfach mal miteinander reden sollten, statt sich immer wieder an den immer gleichen Konflikten aufzureiben. Matthew hier, Lorelei da, dann funkt auch noch Sarah dazwischen, mit der Matthew Robin einmal (zweimal, dreimal?) betrogen hat, selbst Strikes Ex Charlotte – oh Gott, ich dachte, wir wären sie los! – taucht noch mal aus der Versenkung auf… Irgendwann nervt das. Immer, wenn Matthew, Lorelei, Sarah oder Charlotte auftauchen, geht der Spannungsbogen erstmal in den Sinkflug und ich habe händeringend darauf gewartet, dass der Fall wieder an Fahrt aufnimmt. Für mich widerspricht das Verhalten von Robin und Strike auch ihrer bisherigen Charakterisierung, sie fallen meines Erachtens oft gänzlich aus der Rolle. Das Buch könnte in der Hinsicht eine drastische Straffung vertragen – weniger Drama, mehr Ermittlung. Nachdem ich mir das jetzt von der Seele geredet habe: ich mochte das Buch trotzdem. Ja, wirklich. Der Fall an sich ist nämlich durchaus sehr interessant – komplex, schlüssig konstruiert, mit gut geschriebenen unerwarteten Wendungen, spannend. Wenn das Buch in Fahrt kommt, dann ist es grandios. Es fängt mit dem verstörten jungen Billy an, der Strike aufsucht, weil er glaubt, als Kind einen Mord beobachtet zu haben, dann aber in Panik die Flucht ergreift. Bevor Strike sich versieht, wird er darüber hinaus von einem unerfreulichen Minister beauftragt, der erpresst wird, und bekommt es mit dessen kaputter Familie zu tun. Auch Billys Bruder Jimmy, der mehr ist als nur ein Olympia-Protestler, spielt eine wichtige Rolle. (Im Buch ist es noch 2012, und die olympischen Sommerspiele sorgen in London nicht nur für Begeisterung.) Und Robin, die inzwischen eine vollwertige Partnerin ist, muss Undercover ins House of Parliament gehen. Strike ist inzwischen so berühmt, dass er für unauffällige Ermittlungen nicht mehr der richtige Mann ist, und Robin ist keineswegs böse um die aufregenden Aufträge. Hier verbinden sich viele Handlungsstränge zu einem Gesamtbild, das Sinn ergibt und dennoch nicht vorhersehbar ist. Der tatsächliche Grund für die Erpressung des Ministers und die Aufklärung, was Billy als Kind gesehen hat und warum es geschehen ist, haben mich vollkommen überrascht – was bei einem Krimi auf jeden Fall ein Pluspunkt ist. Und Strike und Robin sind immer noch großartige Charaktere. Auch wenn ich sie manchmal anschreien wollte, sind sie dennoch glaubhaft und vielschichtig, und man kann trotz ihrer Fehler gut mit ihnen mitfühlen. Einige der Nebencharaktere sind ebenfalls sehr gut geschrieben – nur diejenigen, die anscheinend ausschließlich existieren, um Beziehungsdrama in die Geschichte zu bringen, konnten mich nicht überzeugen. Der Schreibstil ist für einen Krimi recht anspruchsvoll. Im englischen Original enthält der Text tatsächlich einige Wörter, die ich noch nicht kannte oder zumindest nicht oft lese. In der deutschen Übersetzung ist das Buch deutlich eingängiger zu lesen! Alles wird sehr detailliert und ausführlich beschrieben, wirkt in meinen Augen dabei aber nicht schleppend oder hölzern. Robert Galbraith alias JK Rowling ist gut darin, Atmosphäre aufzubauen – und ganz nebenher feine Sozialstudien der britischen Gesellschaft einzubauen. FAZIT Die Reihe rund um Cormoran Strike und Robin Ellacott geht in die vierte Runde. Ein psychisch kranker Mann glaubt, als Kind einen Mord beobachtet zu haben, ein Minister wird erpresst, die Olympischen Sommerspiele sorgen in London nicht nur für freudige Aufregung… Obwohl mir der Fall an sich sehr gut gefiel, ist “Weißer Tod” für mich der bisher schwächste Band der Reihe. Für meinen Geschmack hat die Geschichte spürbare Längen und es geht zu viel um die problematischen Beziehungen der Protagonisten – dennoch würde ich das Buch im Großen und Ganzen empfehlen, denn es hat ansonsten viel zu bieten. Diese Rezension erschien zunächst auf meinem Buchblog: https://wordpress.mikkaliest.de/2019/01/22/rezension-robert-galbraith-weisser-tod/

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Meine Meinung Und weiter geht es mit Cormoran Strike und Robin Ellacott, die mittlerweile mit ihrer Privatdetektei in aller Munde sind. Sehr zum Nachteil von Strike, da er nun auf Londons Straßen und im näheren Umfeld erkannt wird und somit nicht mehr jeden Beschattungseinsatz übernehmen kann. Er muss zwangsläufig noch weitere Mitarbeiter einstellen. Der Fall, der sich dieses Mal für die beiden Detektive auftut, ist erstmal gar keiner. Gemächlich stellt Galbraith den Lesern die Personen und das Umfeld vor. Wir werden in die Londoner Oberschicht mitgenommen. Doch dieses Mal spielt auch die Politik eine große Rolle. Robin muss im Unterhaus ermitteln. Jemand erpresst einen hochrangigen Politiker. Dabei gibt es viele Handlungsstränge und Fäden, die Rowling alias Galbraith gekonnt in der Luft hält und an den richtigen Stellen verwebt. Ihr erzählerisches Talent zeigt sich auch im vorliegenden Band. Umfassend, detailliert und Stück für Stück bricht Galbraight die Geheimnisse der Figuren auf. Die Komplexität des Falls, der zum Schluss vollumfänglich augeklärt wird, duldet keine Hektik. Es sind die kleinen Punkte, die hier und da erwähnt werden und die Stimmung der Charaktere, die genaues Hinsehen erfordern. Wer die ersten 400 Seiten durchhält, wird in der zweiten Hälfte mit einem spektakulären Krimi belohnt. Dabei gibt es neben dem Fall auch viele private Schwierigkeiten zu lösen, sowohl für Cormoran als auch für Robin. Ihre Freundschaft wird auf die Probe gestellt. Werden sie ihre Probleme überwinden können? Mit dieser Frage hält die Autorin den privaten Handlungsstrang ihrer Krimireihe am Leben. Mit vielen Höhen und Tiefen, Rückschlägen und Erfolgen entlässt uns Galbraith mit einer wagen Hoffnung in den nächsten Band. Gewisse Weichen wurden gelegt, doch werden die Protagonisten ihnen folgen? Wir werden es vielleicht im nächsten Band erfahren, auf den ich mich schon jetzt sehr freue! Im Vergleich zum letzten Band 3, der eher ein Krimi für eingefleischte Cormoran und Robin – Fans war, halte ich ich diesen aktuellen hier wieder für alle Krimileser geeignet, da der Kriminalfall und seine Auflösung sehr im Vordergrund stehen. Fazit Wer schnelle Thriller und Krimis bevorzugt, wird mit diesem Buch auf eine schwere Probe gestellt. Die erste Hälfte zieht sich sehr. Doch dann wird es spektakulär und für Krimiliebhaber, die Wert legen auf echte Ermittlungsarbeit und Spurenlesen, ist dieses Buch ein voller Genuß. Nur schade, dass wir jetzt wieder ein Jahr warten müssen… Absolute Leseempfehlung!

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Cormoran Strike ermittelt

Von: Bibliomarie aus Düsseldorf

13.01.2019

Zum vierten Mal lässt Robert Galbraith ( J.K. Rowlings) ihren Privatdetektiv Cormoran Strike ermitteln. Neben seinen üblichen Aufträgen weckt der Besuch eines jungen Mannes sein besonderes Interesse, Billy ist offensichtlich schwer psychisch gestört und ist sich sicher, dass er als Jugendlicher einen Mord an einem Kind mitangesehen hat. Bevor Cormoran mehr Details erfahren kann, flüchtet der junge Mann in Panik. Nach einigen spektakulären Erfolgen hat Strikes Detektei eine gewisse Berühmtheit erlangt und so erreicht ihn auch der Auftrag des konservativen Ministers Chiswell. Der wird erpresst und Strike und seine Assistentin Robin nehmen den Auftrag an, besonders da der Name des Ministers auch in Billys Dunstkreis fällt. Die Ermittlungen führen Cormoran in verschiedene Kreise, in die exklusive englische Oberschicht ebenso wie ins Umfeld des britischen Parlaments und in die Welt der Hardcore-Sozialisten. Dabei verblüfft mich die genaue Beschreibung der jeweiligen Milieus. Absolut stimmig ist die Darstellung der abgeranzten WG Zimmer in Londons armen Vierteln, wie auch das schäbige Büro Strikes und seiner ebenso schäbigen Zwei-Zimmer-Absteige im Stockwerk darüber. Genauso stimmig auch die Welt der Oberschicht in ihren schön restaurierten kleinen Häusern mit hübschen Vorgärten in den angesagten Stadtteilen. Auch bei der Charakterzeichnung einzelner Personen hatte ich gleich sehr realistische Bilder vor Augen. So erinnerte mich die Beschreibung von Chiswell sofort an die Fernsehbilder von Boris Johnson. Ich glaube nicht, dass das ein Zufall ist. In dem bisher umfangreichsten Band dieser Reihe (857 Seiten) setzt die eigentlich Krimihandlung sehr spät ein. Tatsächlich lässt sich die Autorin viel Zeit für ihre Figuren und ihre gesellschaftlichen Verflechtungen. Aber sie schreibt so faszinierend und fesselnd, dass mir die langsam einsetzende Spannung nie als Manko erschien. Im Gegenteil, mir gefielen die Beziehungsspannungen zwischen Robin und Cormoran. Der Roman beginnt mit Robins Hochzeit und der daraus resultierenden Zurückhaltung Cormorans. aber sehr schnell erkennt Robin ihren Fehler. Aber beide sind einfach zu stolz und zu kompliziert gestrickt um auf einander zuzugehen. Auch das macht für mich einen großen Teil des Reizes aus. Das Ende ist absolut schlüssig, aber so überraschend, dass ich auch nie einen Hauch von Verdacht oder Ahnung hatte und das passiert mir als passionierter Krimileserin selten. Erst in der Rückschau wurde mir die Bedeutung der kleinen, immer wieder eingestreuten Hinweise und Bemerkungen klar. Genau wie die Ibsen-Zitate, die jedem Kapitel vorangestellt werden und deren Bezug sich am Ende enthüllt. Ich freue mich auf den nächsten Band und auf die weitere Entwicklung zwischen Robin und Cormoran.

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Wieder total gelungen.

Von: Monika Rose aus Remagen

12.01.2019

Ich habe schon alle anderen Strike-Bücher gelesen und sehnsüchtig auf das neue gewartet... Es hat sich gelohnt. Der Fall führt ins politische London und unterhält durch einige Wendungen ( auch privat für die Hauptfiguren ). Absolute Kaufempfehlung. Ich habe mich übrigens per BBC Serie wieder aufs Laufende gebracht und kann diese dafür sehr empfehlen.

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Vierter Strike

Von: wal.li

11.01.2019

Noch während ihrer Hochzeitsfeier entdeckt Robin Ellacott, dass Matthew ihr Handy manipuliert hat. Ein Jahr später sind Robin und Matthew immer noch verheiratet und gerade dabei, ihr neues Mietwohnheim einzurichten. Robin hat sich durchgesetzt und ihre Stelle in Cormoran Strikes Detektei behalten. Und obwohl sie reichlich zu tun haben, kann Strike sich nicht weigern, den Fall von Billy zu übernehmen. Der verzweifelte junge Mann behauptet, als Kind habe er einen Mord beobachtet. Gleichzeitig tritt der Politiker Jasper Chiswell an ihn heran, er wird erpresst und will, dass dem Erpresser das Handwerk gelegt wird. Mehrgleisig zu fahren, ist für Strike nicht ganz einfach. Nachdem er durch seine Fälle einige Berühmtheit erlangt hat, wird er mitunter auf der Straße erkannt. Es ist ihm also nicht so leicht, eine Observierung durchzuführen, wenn er immer damit rechnen muss, angesprochen zu werden. Neben Robin hat er deshalb zwei weitere freie Mitarbeiter angestellt, was wiederum dazu führt, dass Strikes finanzielle Situation trotz relativer Berühmtheit nicht überragend ist. Ein Grund mehr sich sowohl um Billy, was ihm ein inneres Bedürfnis ist, als auch um Chiswell, was eher wegen des Geldes passiert, zu kümmern. Chiswell macht keinen sehr sympathischen Eindruck, doch sollte er tatsächlich erpresst werden, hat auch er ein Recht auf die Wahrheit und ein Ende der Erpressung. In ihrem vierten Fall müssen Cormoran Strike und Robin Ellacott sich mit etlichen privaten Problemen herumplagen, die zum Glück meist nicht ihre berufliche Zusammenarbeit berühren. Beide Fälle erweisen sich als knifflig. Wegen Billys psychischer Erkrankung, kann nicht gesagt werden, inwieweit seine Erinnerung stimmt. Doch mit seiner Zerrissenheit stimmt er Strike ihm gegenüber wohlgesinnt und Strike möchte dieser verlorenen Seele einfach helfen. Jasper Chiswell dagegen, will nicht einmal verraten, weshalb er erpresst wird, und er erwartet doch, dass der Erpresser gestellt und einer Strafe zugeführt wird. Die Autorin ist dafür bekannt, die Handlung ihrer Strike/Ellacott Reihe langsam zu entwickeln, was im dritten Band vielleicht etwas zu langsam geraten ist. Und so befürchtet man zu Beginn dieses Bandes, die Lektüre könnte sich dahin ziehen. Positiv überrascht ist man jedoch, dass hier die Mischung zwischen spannenden, emotionalen und akribisch beschreibenden Passagen durchaus gelungen ist. Wie die Handlungsstränge verknüpft sind und wie man als Leser in emotionale Wallung gebracht wird, ob einiger durchaus unsympathischer Zeitgenossen und -genossinnen, ist durch die Autorin schon ziemlich gut bereitet. Allein schon der im englischen Original perfekt gewählte Titel, der eine Art stehender Begriff zu sein scheint, so dass es keine eigentliche Übersetzung gibt, regt dazu an, die Bedeutung zu erforschen und den Zusammenhang mit dem Geschehen zu hinterfragen. Gleichzeitig wird vieles bis kurz vor Schluss so in der Schwebe gehalten, dass nur wenige erahnen werden, welche Lösung sich findet, bevor es von der Autorin so gewünscht wird. Ein wenig spielt die Autorin mit ihren Akteuren und auch ihren Lesern, wobei das größere Vergnügen sicherlich auf Seiten der Letzteren ist. Dieser vierte Band der Reihe um die sich umtanzenden Cormoran Strike und Robin Ellacott garantiert spannende Unterhaltung. 4,5 Sterne

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Ich hatte ja so meine Zweifel. Und ich konnte sie verstehen. Joanne K. Rowling meine ich. Ich mag die Harry Potter-Bände, wirklich. Ich finde sie unglaublich phantasievoll, lebendig und hervorragend geschrieben. Aber der Hype darum geht mir nun schon seit geraumer Zeit auf den Nerv. Als ich dann las, Frau Rowling hätte nun unter dem Pseudonym Robert Galbraith einen Krimi verfasst, dachte ich zuerst etwas eher unfreundliches, etwas in Richtung "auch das noch". Und fast im selben Augenblick dachte ich, was soll sie auch sonst machen, damit die Leute ihre weiteren Bücher lesen ohne zu vergleichen? Da das Pseudonym ja aber schneller gelüftet war als man "Cormoran Strike" sagen kann, war es eigentlich auch für die Katz. Oder eine Werbemasche, dann war es erfolgreich. Nichtsdestotrotz hätte ich über all diesen Überlegungen fast vergessen, dass Frau Rowling eines wirklich gut kann, nämlich spannende Geschichten erzählen. Und als mir das wieder einfiel, griff ich zum Buch... Inzwischen habe ich gerade den vierten Band der Reihe gelesen. Und warte seitdem sehnsüchtig auf den fünften (nicht lachen!). Die Reihe um den Privatdetektiv Cormoran Strike und seine Assistentin Robin Ellacott ist ebenso spannend wie charmant. Besonders beeindruckend finde ich dabei, dass Frau Rowling eigentlich ausschließlich mit altbekannten Versatzstücken arbeitet: der eigenbrötlerische Privatdetektiv, seine attraktive rothaarige Partnerin, die Frage, ob sie nun ein Paar werden oder nicht. Obwohl man das alles kennt, hundertemal woanders gelesen hat, ist es keine Sekunde langweilig. Es sind Details, die den Unterschied machen: Strikes Beinprothese, die eben nicht irgendwie cool ist, sondern bei Belastung schmerzt, Robins Panikattacken, seit sie fast Opfer eines Serienmörders geworden wäre, Geldsorgen, seltsame Klienten - lebendige Charaktere eben und trotz der Schablonenhaftigkeit nicht hölzern. Ein modernisierte Version des klassischen Krimis, nahe an Elizabeth Georges Stil. Auch, wenn die einzelnen Bände bzw Fälle abgeschlossen sind, würde ich chronologisches Lesen empfehlen, denn die Entwicklung des beständigen Personals ist fortlaufend und der Einstieg in den 4.Band z.B. wird leichter, wenn man weiß, was Strike dazu bringen konnte, unangemeldet in Robins Hochzeit zu platzen. Wenn man also gut geschriebene Krimis mag, die nicht zielgerichtet kurz und knapp der Lösung zustreben, sondern ausufernd (ca 860 Seiten) den Fall von jeder möglichen Seite betrachten, die genug Raum haben für Privatbesuche bei den Ermittlern und ihrem Umfeld, dann dürfte man an dieser Reihe seinen Spass haben. Da bisher jeder Band dicker war als der vorhergehende, bin ich übrigens sehr gespannt, welche Seitenzahl uns im fünften Band erwartet. Aber das nur am Rande...

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