Leserstimmen zu
Ich bin Gideon

Tamsyn Muir

The Ninth (1)

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Story: Für Gideon Nav gibt es nur ein Ziel im Leben – die Flucht vom düsteren, neunten Planeten, auf dem es nur alte Nonnen, starre Regeln und die ihr verhasste Harrowhark Nonagesimus, Erbin und ehrwürdige Tochter des Neunten Hauses, gibt. Doch ihr neuer Fluchtversuch scheitert und die Konsequenzen sind für Gideon denkbar unangenehm – sie soll Harrowhark als Kavalierin an den Hof des unsterblichen Imperators begleiten, wo die Erbin des Neunten Hauses an einem Wettstreit um das Amt einer Lycotin teilzunehmen will. Während Harrowhark fest entschlossen ist, die Prüfungen zu bestehen und an die Seite des gottähnlichen Herrschers berufen zu werden, muss sich Gideon nicht nur mit ihren Problemen hinsichtlich Harrowhark beschäftigen, sondern auch mit den anderen Häusern, die es ebenfalls darauf abgesehen haben, Lycoten zu werden und dabei bereit sind, über Leichen zu gehen … Eigene Meinung: Mit dem dystopischen Science Fiction Roman „Ich bin Gideon“ legt die australische Autorin Tamsyn Muir ihren ersten eigenständigen Roman vor, der von der Kritik hochgelobt wurde und allein in Deutschland monatelang in den Fantasy-Bestsellerlisten gelistet wurde. Der Roman markiert den Auftakt einer dreibändigen Reihe mit dem Titel „The Locked Tomb“, wenngleich die Handlung in sich abgeschlossen ist. Die Fortsetzung ist unter dem Titel „Harrow the Ninth“ bereits erschienen, Band 3 ist für 2021 geplant. Die Geschichte spielt in einer Welt, in der Nekromantie und Technologie eine große Rolle spielen und wartet mit einem ungewöhnlichen Genremix aus Fantasy, Science Fiction, Krimi und Horror auf, zu dem man allerdings erst nach und nach Zugang bekommt. Es dauert, bis man den Einstieg geschafft hat, was vor allem daran liegt, dass die Welt und die verschiedenen Häuser/Planeten nur oberflächlich beschrieben werden und man schnell den Faden verliert, wenn man beim Lesen zu große Pausen macht. Denn so schillernd und ungewöhnlich die Welt, die Tamsyn Muir erschaffen hat, auch ist, man braucht viel Zeit, um vollkommen einzutauchen und die vielen verschiedenen Charaktere (immerhin über 20, die allesamt nicht unwichtig sind) auseinander zu halten. Gerade am Anfang, insbesondere der Beginn der eigentlichen Geschichte im Haus Canaan, wo die Prüfungen stattfinden, hat man Probleme den Ereignissen zu folgen, was zum einen an den Längen des Buches, zum anderen an den Dialogen liegt, die keiner klaren Linie und Struktur folgen, sondern teils sehr durcheinander gehen. Das betrifft auch die komplette Handlung zu, so dass man mitunter Probleme hat, den einzelnen Aktionen der Charaktere zu folgen – es wird nicht immer klar, warum Figuren tun, was sie tun und was wirklich vonstattengeht. Erst zum Ende hin, als sich das große Finale anbahnt, wird es spannender und nachvollziehbarer (was vielleicht auch daran liegt, dass bis dahin viele Figuren nicht mehr leben), ebenso kann die Autorin den Leser mit gelungenen Wendungen und Offenbarungen überraschen. Auch die Actionszenen sind im letzten Viertel flüssiger geschrieben, die einzelnen Aktionen der Protagonisten leichter nachvollziehbar. Das Ende macht jedoch durchaus Lust auf Band 2 – wann dieser in Deutschland erscheint, steht noch nicht fest. Die Figuren sind ebenso ungewöhnlich, wie die Geschichte und die Welt – Gideon ist eine toughe, direkte und sehr starke Protagonistin, die ihren Weg geht und sich selten etwas vorschreiben lässt. Sie ist direkt, rotzig und nimmt kein Blatt vor den Mund – damit ist sie der perfekte Gegenpol zu Harrowhark, die eher kühl, kalkulierend und gefasst daherkommt. Es dauert, bis die beiden ihren Hass überwinden und sich aufraffen einander zu vertrauen – was durchaus passend ist. Auf gefühlvolles Liebesgeplänkel und eine wirklich ausführliche Liebesgeschichte verzichtet die Autorin zum Glück – es hätte weder zu den Figuren, noch zur Atmosphäre des Buches gepasst. Die restlichen Charaktere sind so mannigfaltig vertreten, dass man nur schwer den Überblick behält und sehr oft zur Charakterübersicht am Anfang des Buches zurückblättern muss – man bekommt immerhin neun Häuser mit ein oder zwei royalen Erben nebst Kavalier/in zu tun. Über zwanzig mehr oder weniger wichtige Charaktere, die teils noch mit Spitznamen oder einem Titel angesprochen werden, sorgt irgendwann doch dafür, dass man den Überblick verliert und nicht immer weiß, von wem die Rede ist. Es erschwert das Lesen ungemein und sorgt gerade am Anfang für Verwirrung. Stilistisch legt Tamsyn Muir ein ungewöhnliches Werk vor, dass sehr actionreich und sarkastisch geschrieben ist und mit einem ungewöhnlichen Schreibstil aufwartet. Wer leichte Lektüre mit klaren Linien und Strukturen bevorzugt, wird mit „Ich bin Gideon“ nicht glücklich werden – die Autorin fordert einiges von ihren Lesern, darunter ein hohes Maß an Konzentration um der Handlung und den Figuren folgen zu können. Gerade Dialoge sind eine echte Herausforderung, da sie mitunter sehr durcheinander wirken und nicht immer aufeinander aufbauen, wenn sich viele Figuren miteinander unterhalten. Fazit: „Ich bin Gideon“ ist ein Buch mit Stärken – die rotzfreche, ungewöhnliche Protagonistin, die Welt und die actiongeladene Handlung voller Wendungen im letzten Drittel des Buches – und Schwächen – die Längen im Mittelteil des Buches, die Fülle unterschiedlicher Charakteren und der unkonventionelle Aufbau von Dialogen und Erklärungen. Wer sich trotzdem auf das Debüt von Tamsyn Muir einlässt, bekommt ein ungewöhnlich geschriebenes, actionreiches Sci-Fi / Fantasy Spektakel, das durchaus Lust auf mehr macht und einem lange im Gedächtnis bleibt – am Besten reinlesen und selbst entscheiden.

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Um mich mal selbst zu zitieren, wie ich an anderer Stelle auf meinem Blog schon kurz geschrieben hatte: „Ja, Gideon Nav ist weiblich, und in diesem Buch über Nekromantie in zerfallenen Schlössern auf verlassenen Planeten, Skelette, Geheimnisse, Intrigen und Einsamkeit, ist mir die sarkastische, selbstbewusste, kämpferische, aber auch in den richtigen Situationen mit den richtigen Personen sehr liebenswürdige, weiche, und aufmerksame Gideon sehr ans Herz gewachsen. Kann das Buch nur empfehlen“ Das fasst es eigentlich ganz gut zusammen. Zu Beginn des Buches war ich zunächst etwas skeptisch, aber schnell haben mich die Geschichte und ihre Charaktere in ihren Bann gezogen und es zu einem der besten Bücher werden lassen, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Es ist eine ungewöhnliche Geschichte – über Harrowhark, eine Nekromantin, und ihre (etwas unfreiwillige) Kavalierin Gideon. Die Geschichte beginnt auf einem düsteren Planeten voller Skelette und kaum noch Bewohnern – aber während die Skelette ein großer Teil des Settings bleiben, ändert sich doch schnell vieles. Und auch wenn es weiterhin um Nekromantie und Tod geht, Menschen leiden und sterben, ist das Buch voller Witz und Sarkasmus, voller warmer Gefühle und interessanter Charaktere, spannenden Geheimnissen und Duellen. Abgesehen von Harrow und Gideon hat man einige andere Charaktere, die auch noch mit unterschiedlichen Namen und Titeln jeweils angesprochen werden, wodurch ich ab und zu doch leicht den Überblick zu verlieren drohte – aber wenn man einfach mal ab und zu in die Charakterübersicht am Anfang des Buches schaut, dann geht das schon. Und trotz der Menge der Charaktere sind alle sehr vielfältig und lassen sich recht deutlich voneinander unterscheiden. Gideon ist ein wunderbarer Charakter – zwischendurch erschienen mir nicht alle ihrer Handlungen als absolut realistisch, aber je mehr ich über sie und ihre Vergangenheit gelernt habe, umso mehr konnte ich alles nachvollziehen. Das Buch hat eine tolle Mischung aus Kämpfen, Nekromantie, Gefahr, Geheimnissen und auf der anderen Seite den unterschiedlichen Charaktere und ihren Beziehungen untereinander, allen voran die etwas schwierige Beziehung zwischen Harrow und Gideon. Toll fand ich auch, dass Gideon ganz eindeutig auf Frauen steht – das aber nie besonders thematisiert oder benannt wird, sondern eben einfach Teil von ihr und ihren lockeren Aussagen ist. Fazit: Sehr spannende und interessante Geschichte, etwas, das ich so noch nicht gelesen habe. Tolle Charaktere, Gideon habe ich unerwartet schnell und fest in mein Herz geschlossen. Bin gespannt auf den zweiten Teil!

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Wie ich gerade schon sagte, schon als ich das Buch Ende letzten Jahres bei den Neuerscheinugnen 2020 sah, wollte ich es unbedingt lesen. Mit dem Klapptext im Hinterkopf erhoffte ich mir eine spannende abgedrehte Story. Eine Galaxie aus Knochen und Gebein Als ich im Klapptext von verknöcherten Nonnen las, hatte ich noch keine Ahnung, wie wörtlich das gemeint ist. Bereits beim Lesen der ersten 20 Seiten wird klar: das hier, wird ein skurriler Genremix werden. Wir haben klassische Sci-Fi Elemente, wie diverse Planeten, Raumschiffe etc.. Gleichzeitig wird die Galaxie beherrscht von Adelshäusern, die allesamt Nekromanten sind. In Gideons Welt laufen Skelette als Diener rum, ist ein menschlicher Brustkorb ein Modeaccessoire und können ein paar Fingerknöchelchen zur tödlichen Waffe werden. Diese Mischung aus Sci-Fi und Dark Fantasy fand ich ungemein faszinierend. Leider, und das ist im Grunde das einzige Manko an diesem Buch, wird die Welt dem Leser kaum vorgestellt. Ich gebe zu, ich hatte die ersten 200 Seiten noch meine Schwierigkeiten, in das Buch hineinzufinden. Man wird mit allerhand neuer Begriffe bombardiert und nicht immer erschließen sich diese sofort aus dem Kontext heraus, weswegen in am Anfang so einige Fragezeichen im Kopf hatte. Manche Dinge werden dann zwar im Verlauf der Handlung klar, vieles bleibt aber auch offen und so ganz sehe ich in dieser Galaxie aus Knochen auch jetzt nach der letzten Seite noch nicht ganz durch. Wettkampf der Nekromanten So richtig angekommen im Buch war ich dann ungefähr ab dem Zeitpunkt, an dem der Wettkampf er Häuser so richtig losging. Dadurch, dass die Handlung sich rein auf diesen Wettbewerb konzentrierte wurde der Rahmen kleiner und man hatte einen besseren Überblick. Die Story entfaltet sich dann zu einer spannenden Schnitzeljagd nach Geheimnissen Schlüssel und Geheimnissen, die mich super unterhalten hat. Das lag auch zum großen teil an der Protagonistin. Gideon ist herrlich frisch, frech und schlagfertig und ihre verbalen Schlagabtäusche mir Harrow waren jede einzelne Zeile es wert, gelesen zu werden. Ebenfalls sehr positiv empfand ich den Umgang mit Homosexualität in diesem Buch. Ja, es gibt eine LGBT Lovestory, aber das ist nicht der Fokus dieses Romans und wird auch nicht extra herausgestellt. Genau das ist es, was wir in der Bücherwelt mehr brauchen: Bücher mit LGBT Paaren, deren Fokus aber eben NICHT diese Beziehung ist, denn nur so wird etwas zur Normalität, was eigentlich schon längst ein solche sein sollte, auch in der Bücherwelt. Fazit: Nach einem etwas holprigen Start, bei dem das Worldbuilding besser erläutert hätte werden sollen, begeisterte mich dieses Buch mit seiner schlagfertigen Protagonistin und den vielen kreativen, ja schon skurillen Ideen. Diese Reihe werde ich definitiv weiter verfolgen.

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Fazit: Für alle, die es dunkel und düster mögen. Die eine starke, nicht auf den Mund gefallene Protagonistin suchen und sie auf eine Reise begleiten möchten, die in eine andere Welt führt, in der es um Knochen und Magie geht. Meine Meinung: Der Einstieg in die Geschichte ist mir sehr leicht gefallen. Die ersten Seiten flogen nur so dahin und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Spannend und düster begann die Geschichte und Gideon, als Protagonistin hat mir sehr gut gefallen. Ihre Ausdrucksweise ist direkt und ich mochte ihre Art unglaublich gern. Auch die Storyline war etwas anderes und hat mich auf der Stelle in den Bann gezogen. Der Schreibstil der Autorin war flüssig, leicht und locker und sehr direkt, was mir äußerst gut gefallen hat. Des Weiteren wurde die Geschichte aus der Erzählperspektive geschrieben, was mir die Liebste ist. Leider muss ich sagen, dass die Geschichte im weiteren Verlauf eher stockend voranging. Immer wieder erschienen mir die Handlungsstränge zu wiederholend und teilweise sehr langatmig. Die Beschreibungen der einzelnen Räume, denn die Erzählung spielte hauptsächlich an einem Platz, waren reichlich und doch konnte ich mir die Begebenheiten nicht richtig vorstellen. Das fand ich sehr schade und ich vermute, dass sich daher die Geschichte ein wenig zog. Im letzten Drittel nahm jene doch erneut Fahrt auf und das Ende wurde so spannend, dass die Seiten wieder dahinflogen. Alles in allem konnte mich die Story überzeugen, denn es war düster und spannend. Leider fehlte mir im Mittelteil der Spannungsbogen und die Beschreibungen waren für mich nicht überzeugend. Daher kann ich dem Buch nur 3 Sterne geben. Schade. Trotz alledem kann ich die Geschichte jedem empfehlen, der es düster mag und Lust hat in eine andere Welt der Fantasy einzutauchen.

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Es gibt da diese neun Planeten, alle beten den ersten Planeten an. Er ist Gott (wobei dieser Gott nicht auf dem Planeten wohnt). Die Erben, bzw. Nachfahren auf den Planeten sind alle Nekromanten, manche nicht, schlechte Gene wohl. Jeder Planet hat seine eigene Nekromanten-Magie-Ausrichtung und untereinander kennen sie sich alle nicht sonderlich gut. Der erste Planet ruft aus, man hat die Möglichkeit Lyctor zu werden, eine sehr hohe Position und Möglichkeit auf dem ersten Planeten zu leben. Die Erben kommen alle, zusammen mit ihrem Kavalier (so etwas wie ein Ritter) und dann beginnt die düstere, kriminalistische Geschichte. DER KERN DER HANDLUNG Es geht darum dem Geheimnis auf dem Grund zu gehen, wie man Lyctor, bzw. unsterblich, werden kann und es gibt einige verschlossene Türen zu denen man die Schlüssel erringen kann auf unterschiedliche Wege. Wer es schafft, wird Lyctor! Der Augenmerk auf der Geschichte liegt beim Neunten Haus und seiner sehr frechen, lesbischen Gideon, die leider zum Kavalier ernannt wird und mit ihrer verhassten Nekromantin zum Planeten reißt. Es ist ein gigantischer Mix aus fiesem Humor, düsteren Setting, Action, Drama und blutigen Szenen, den die Autorin hier verpackt hat. Die Ideen waren alle sehr interessant und teilweise sehr originell. Jedoch gab es einige Punkte, die mich verwirrt hatten und manches wurde nicht ganz ausreichend erklärt, sodass sich bei mir ein “Aha”-Moment hätte auftun können. Auch gab es teilweise Längen im Roman und als Hörbuch-“Leser” schweift man gerne mal schnell ab. ZUM HÖRBUCH… Die Vertonung vom Hörbuch von Dagmar Bittner hatte mir gefallen, auch wenn ich bei den männlichen Stimmen am Anfang etwas durcheinander gekommen bin. Da dauerte die Eingewöhnung zwischen Stimme und Charakter bei mir länger, als bei den weiblichen Stimmen. Auch hätte ich mir etwas mehr Spannung in der Stimme bei den kampflustigen Momenten gewünscht. CHARAKTERE & BEZIEHUNG Für mich ließ sich nicht oft erklären, wie die Beziehungen zwischen den einzelnen Charakteren im Laufe der Handlung entstanden sind. Manche plötzlichen Freundschaften, Feindschaften und Liebeleien kamen für mich wie aus heiteren Himmel und letzteres geschah nur im Kopf der Hauptfigur. FAZIT Einerseits ist das ein Buch, dass weg vom Mainstream ist und mit originellen Ideen eine spannende Geschichte erzählt – dazu noch lustig, blutig und düster. Andererseits ist es an manchen Stellen ausbaufähig und ich bin mal gespannt auf die Fortsetzung, den die ist bereits im englischsprachigen Raum erschienen.

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Tamsyn Muir entwirft mit "Ich bin Gideon" eine durchaus spannende Science-Fantasy-Welt voller Skelette und Nekromanten, wobei die Story weit weniger pulpiges Abenteuer, sondern vielmehr kammerspielartiger Mystery-Krimi geworden ist. Durch das begrenzte Setting bleibt das Worldbuilding leider ein wenig auf der Strecke und die Geschichte hätte prägnanter inszeniert werden können, doch Spaß macht der Ausflug mit der rotzig-rebellischen Gideon dennoch.

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Gideon hat mich schlichtweg umgehauen. Es ist ein sehr eigener Stil – die Geschichte beginnt beispielsweise damit, wie Gideon ihre Pornohefte zusammensucht und den verhassten Planeten verlassen will – der mit jeder Menge schwarzem Humor gespickt ist. Woran ich mich zuerst gewöhnen musste ist, dass wir es mit einem nekromantischen, gruftähnlichen Planeten zu tun haben. Das bedeutet, dass unzählige Skelette die täglichen Arbeiten verrichten, möglicherweise mehr tote als lebendige Personen herumlaufen und dass dieser Planet das Loch ist, wo die Sonne nie hinscheint. Es gibt Rosenkränze, die aus Fingerknochen bestehen, Nonnen, die sich zum ewigen Schweigen verdonnert haben und die offizielle Gesichtsbemalung ist schwarz mit einem weißen Schädel. Das könnte als ziemlich düstere Welt erscheinen, doch sie ist mit so viel Sarkasmus beschrieben, dass man sich nur zu gern darauf einlässt. Gideon mag Frauen. Gideon verehrt sie, Frauen erregen und verwirren sie. Frauen sind Gideons Schwachstelle. Es wird an keiner Stelle beschrieben, dass Gideon lesbisch ist; wir erleben ihre Anziehung zu Frauen völlig natürlich in ihrer Gedankenwelt. Ein Thema ist Sexualität in diesem Buch nie. Weibliche Homosexualität in einem Buch mal ohne herzzerreißende Romantik zu erleben, fand ich unglaublich erfrischend. Gleichzeitig ist Gideon ein richtiges Badass-Girl, eine Antiheldin – eine Protagonistin, die polarisiert. Die Story könnte kaum abgedrehter sein. Acht Häuser kämpfen um ihre Planeten und es gibt nur eine Regel: Öffnet keine verschlossene Tür ohne Erlaubnis. Was die Aufgabe denn nun eigentlich ist und ob die Häuser dafür zusammenarbeiten oder sich gegenseitig niedermetzeln müssen – das müssen sie selbst herausfinden. Ich kann euch versprechen: Alles, womit ihr rechnet, wir nicht passieren. Jede neue Wendung wird euch vollkommen überraschen. Dieses Buch zu lesen ist ein Sprint, der unzählige Haken schlägt und euch ganz schön auf Trab hält. Inklusive epischem Finale. Glücklicherweise ist dieses Buch nur der erste Band einer Trilogie, steht aber schon für sich als ein kleines Meisterwerk der queeren Unterhaltung. Fazit Wenn ihr spannende, weiblich-queere Literatur abseits der Norm sucht – dann bitte lest Ich bin Gideon. Der Schreibstil trieft vor schwarzhumorigem Sarkasmus und sticht damit aus der Masse der romantischen, queeren Literatur hervor. Gideon ist ein Badass-Girl, eine Antiheldin, definitiv polarisierend. Dass sie auf Frauen steht, lebt sie selbstverständlich in jedem Atemzug, thematisiert wird ihre Homosexualität jedoch nie. Die Welt, in der die Geschichte spielt, könnte ziemlich düster wirken, so voll von Skeletten, lebenden Toten und brutalen Morden. Doch der unvergleichliche Humor lässt das alles in einem lockerleichten Licht erstrahlen, in das man nur sich zu gern hineinziehen lässt. Eine besondere Geschichte, bei der ihr sicher nicht vorausahnt, was als nächstes passiert. Großartige, queere Unterhaltung!

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‚Ich bin Gideon‘ ist vieles: skurill, abgedreht, vulgär. Aber auch unglaublich spannend, witzig und so anders als die Bücher, die ich sonst lese. Science Fiction, Horror und Magie ist aber auch eine Mischung, die man nicht oft bekommen wird. Und trotzdem hat mir etwas Wichtiges gefehlt: der Weltenaufbau und Hintergrundinfos. Der Start ins Buch ist wirklich heftig. Die ersten Seiten bestehen nur aus vulgären Ausdrücken, Drohgebärden, Geschimpfe und Erpressungen und ich dachte mir: Krass, das wird was. Und ich freu mich ein bißchen darüber. Doch gleichzeitig denke ich mir: Puh, wenn das immer so weiter geht, könnte es ganz schön anstrengend werden. Aber es geht nicht so weiter und das ist doch auch gut so. Die vulgären Ausdrücke bleiben aber, die lässige Sprache ebenso. Als die Handlung jedoch Fahrt aufnimmt, war ich nicht mehr so abgelenkt von den Dialogen und den vielen Momenten, in denen ich ob der expliziten Wortwahl nur lachend den Kopf schütteln konnte, und mir war es möglich, mich auf das Drumherum zu konzentrieren. Der Weltenaufbau ist einfacher, als ich befürchtet hatte. Wenn nicht zu sagen schlicht. Neun Häuser auf neun Planeten. Das war’s. Dem interessierten Leser (wie mir) ist das definitiv zu wenig. Da die Geschichte aus Gideons Sicht im personalen Erzählstil geschrieben ist, wissen wir nur so viel, wie Gideon weiß. Und das ist wenig bis nichts bzw. verschwendet sie halt einfach keinen Gedanken daran. Wir lernen weder den Aufbau der neun Planeten kennen, noch die Interaktionen untereinander. Keine Geschichte, kein „Wie es dazu kam“, nichts. Das finde ich sehr enttäuschend und lässt mein Weltenaufbauherz traurig schlagen. Die für die Handlung wichtigsten Personen sind vorne im Buch aufgelistet (was unbedingt notwendig ist, die Namen einiger Charaktere habe ich mir bis jetzt nicht merken können vor lauter Ausgefallenheit), dazu Eigenschaften und Aufgaben (?) der Häuser. Da steht ein Fragezeichen, da ich bis zum Schluss des Buches beim Großteil nicht verstanden habe, warum das da steht und was es bedeutet. Nicht, weil ich es nicht kapiert habe. Sondern weil fast kein Wort darüber verloren wurde. So wird es mit dem Verständnis über die Gaben, Fähigkeiten und Aufgaben der einzelnen Personen schwierig, die eng mit dem Planeten der Herkunft verknüpft sind und von Knochen-, über Geister-, zu Seelenmagie reichen. Wie die Magie funktioniert, warum es sie gibt, warum auf dem einen Planet diese Magie auftritt, auf dem anderen Planeten diese Magie? Keine Ahnung. Das sind die größten Mankos des Buches, das mich aber trotzdem gut unterhalten hat: der fehlende Weltenaufbau und die nicht vorhandenen Hintergrundinfos zu eigentlich allem. Und doch mochte ich das Buch. Wenn man die Schrägheit der Charaktere und das Fehlen des Weltenaufbaus einmal akzeptiert hat, kann man sich auf das konzentrieren, was die Geschichte ausmacht: die Jagd nach dem großen Geheimnis der Unsterblichkeit. Schlüssel, die Türen zu unbekannten Räumen aufsperren, Monster, die besiegt werden müssen, ein geheimnisvoller Mordfall, falsch spielende Gegner. Klar gibt es einige Längen. Bei gut 600 Seiten und keinen Beschreibungen zur Welt kann es fast gar nicht anders sein. Doch im Grund bleibt es sehr spannend, unvorhersehbar und es warten einige Überraschungen auf den Leser. Gideon als Hauptperson ist einfach nur irre. Schlagfertig, vulgär und kämpferisch wirkt sie wie direkt aus der Gosse. Sie hasst alle Bewohner des Neunten Hauses, ganz besonders die Erbin Harrowhark Nonagesimus (wird der Nachname verwendet kann man die Person Gott sei Dank relativ einfach dem Haus zuordnen, nona = neun. Sonst wird’s schwierig). Eigentlich wollte sie dem Planeten beim gefühlt hundertsten Fluchtversuch endlich den Rücken kehren, doch Harrow hat andere Pläne mit ihr und schwupps befindet sich Gideon auf dem Planeten des Ersten Hauses und kämpft um ihr Leben. Und doch ist es auch der Ort, an dem sie zum ersten Mal Aufmerksamkeit erfährt, an dem sich um sie gekümmert wird und das offenbart, wie sehr sie sich trotz aller Abgebrühtheit danach gesehnt hat. Und wie naiv und leichtgläubig sie im Grunde eigentlich ist. Ein junges Mädchen, das bisher nur auf sich gestellt war und das deswegen so geworden ist wie es ist. Die Dynamik zwischen dem Paar wider Willen Gideon und Harrow ist dabei auch sehr interessant zu verfolgen. Sie hassen sich, aber sie brauchen sich auch und merken mit der Zeit, dass die andere doch nicht soo schlimm ist. Gemeinsame Erfahrungen schweißen halt einfach zusammen und zeigen, dass auch vermeintlich unüberwindbare Hindernisse umschifft werden können. Nun stelle ich mir nur noch die Frage: Warum wurde der englische Titel ‚Gideon the Ninth‘ nicht ins Deutsche übernommen? Klingt ‚Gideon die Neunte‘ doof, da Gideon ein Männername ist? Die Totenköpfe des Originalcovers wurden auch weggelassen. Das finde ich schade, denn sie schaffen irgendwie die richtige Stimmung und machen alles noch etwas düsterer. Ich bin auf alle Fälle gespannt, ob der zweite Teil auch übersetzt wird und wenn ja, wie er heißen wird. Die Geschichte um Gideon ist mit diesem Buch abgeschlossen, die Story wird aber mit Harrow als Protagonistin weitergeführt. Nun habe ich die Hoffnung dass es im Nachfolgeband mehr Weltenaufbau geben wird und ein paar Hintergrundinfos. Ja, man merkt, das hat mir ziemlich gefehlt. Trotzdem gibt’s für ‚Ich bin Gideon‘ 4 Sterne, denn es ist so herrlich abgedreht und skurril, witzig und vulgär. Einfach anders.

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