Leserstimmen zu
Ich bin Gideon

Tamsyn Muir

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Wie ich gerade schon sagte, schon als ich das Buch Ende letzten Jahres bei den Neuerscheinugnen 2020 sah, wollte ich es unbedingt lesen. Mit dem Klapptext im Hinterkopf erhoffte ich mir eine spannende abgedrehte Story. Eine Galaxie aus Knochen und Gebein Als ich im Klapptext von verknöcherten Nonnen las, hatte ich noch keine Ahnung, wie wörtlich das gemeint ist. Bereits beim Lesen der ersten 20 Seiten wird klar: das hier, wird ein skurriler Genremix werden. Wir haben klassische Sci-Fi Elemente, wie diverse Planeten, Raumschiffe etc.. Gleichzeitig wird die Galaxie beherrscht von Adelshäusern, die allesamt Nekromanten sind. In Gideons Welt laufen Skelette als Diener rum, ist ein menschlicher Brustkorb ein Modeaccessoire und können ein paar Fingerknöchelchen zur tödlichen Waffe werden. Diese Mischung aus Sci-Fi und Dark Fantasy fand ich ungemein faszinierend. Leider, und das ist im Grunde das einzige Manko an diesem Buch, wird die Welt dem Leser kaum vorgestellt. Ich gebe zu, ich hatte die ersten 200 Seiten noch meine Schwierigkeiten, in das Buch hineinzufinden. Man wird mit allerhand neuer Begriffe bombardiert und nicht immer erschließen sich diese sofort aus dem Kontext heraus, weswegen in am Anfang so einige Fragezeichen im Kopf hatte. Manche Dinge werden dann zwar im Verlauf der Handlung klar, vieles bleibt aber auch offen und so ganz sehe ich in dieser Galaxie aus Knochen auch jetzt nach der letzten Seite noch nicht ganz durch. Wettkampf der Nekromanten So richtig angekommen im Buch war ich dann ungefähr ab dem Zeitpunkt, an dem der Wettkampf er Häuser so richtig losging. Dadurch, dass die Handlung sich rein auf diesen Wettbewerb konzentrierte wurde der Rahmen kleiner und man hatte einen besseren Überblick. Die Story entfaltet sich dann zu einer spannenden Schnitzeljagd nach Geheimnissen Schlüssel und Geheimnissen, die mich super unterhalten hat. Das lag auch zum großen teil an der Protagonistin. Gideon ist herrlich frisch, frech und schlagfertig und ihre verbalen Schlagabtäusche mir Harrow waren jede einzelne Zeile es wert, gelesen zu werden. Ebenfalls sehr positiv empfand ich den Umgang mit Homosexualität in diesem Buch. Ja, es gibt eine LGBT Lovestory, aber das ist nicht der Fokus dieses Romans und wird auch nicht extra herausgestellt. Genau das ist es, was wir in der Bücherwelt mehr brauchen: Bücher mit LGBT Paaren, deren Fokus aber eben NICHT diese Beziehung ist, denn nur so wird etwas zur Normalität, was eigentlich schon längst ein solche sein sollte, auch in der Bücherwelt. Fazit: Nach einem etwas holprigen Start, bei dem das Worldbuilding besser erläutert hätte werden sollen, begeisterte mich dieses Buch mit seiner schlagfertigen Protagonistin und den vielen kreativen, ja schon skurillen Ideen. Diese Reihe werde ich definitiv weiter verfolgen.

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Fazit: Für alle, die es dunkel und düster mögen. Die eine starke, nicht auf den Mund gefallene Protagonistin suchen und sie auf eine Reise begleiten möchten, die in eine andere Welt führt, in der es um Knochen und Magie geht. Meine Meinung: Der Einstieg in die Geschichte ist mir sehr leicht gefallen. Die ersten Seiten flogen nur so dahin und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Spannend und düster begann die Geschichte und Gideon, als Protagonistin hat mir sehr gut gefallen. Ihre Ausdrucksweise ist direkt und ich mochte ihre Art unglaublich gern. Auch die Storyline war etwas anderes und hat mich auf der Stelle in den Bann gezogen. Der Schreibstil der Autorin war flüssig, leicht und locker und sehr direkt, was mir äußerst gut gefallen hat. Des Weiteren wurde die Geschichte aus der Erzählperspektive geschrieben, was mir die Liebste ist. Leider muss ich sagen, dass die Geschichte im weiteren Verlauf eher stockend voranging. Immer wieder erschienen mir die Handlungsstränge zu wiederholend und teilweise sehr langatmig. Die Beschreibungen der einzelnen Räume, denn die Erzählung spielte hauptsächlich an einem Platz, waren reichlich und doch konnte ich mir die Begebenheiten nicht richtig vorstellen. Das fand ich sehr schade und ich vermute, dass sich daher die Geschichte ein wenig zog. Im letzten Drittel nahm jene doch erneut Fahrt auf und das Ende wurde so spannend, dass die Seiten wieder dahinflogen. Alles in allem konnte mich die Story überzeugen, denn es war düster und spannend. Leider fehlte mir im Mittelteil der Spannungsbogen und die Beschreibungen waren für mich nicht überzeugend. Daher kann ich dem Buch nur 3 Sterne geben. Schade. Trotz alledem kann ich die Geschichte jedem empfehlen, der es düster mag und Lust hat in eine andere Welt der Fantasy einzutauchen.

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Es gibt da diese neun Planeten, alle beten den ersten Planeten an. Er ist Gott (wobei dieser Gott nicht auf dem Planeten wohnt). Die Erben, bzw. Nachfahren auf den Planeten sind alle Nekromanten, manche nicht, schlechte Gene wohl. Jeder Planet hat seine eigene Nekromanten-Magie-Ausrichtung und untereinander kennen sie sich alle nicht sonderlich gut. Der erste Planet ruft aus, man hat die Möglichkeit Lyctor zu werden, eine sehr hohe Position und Möglichkeit auf dem ersten Planeten zu leben. Die Erben kommen alle, zusammen mit ihrem Kavalier (so etwas wie ein Ritter) und dann beginnt die düstere, kriminalistische Geschichte. DER KERN DER HANDLUNG Es geht darum dem Geheimnis auf dem Grund zu gehen, wie man Lyctor, bzw. unsterblich, werden kann und es gibt einige verschlossene Türen zu denen man die Schlüssel erringen kann auf unterschiedliche Wege. Wer es schafft, wird Lyctor! Der Augenmerk auf der Geschichte liegt beim Neunten Haus und seiner sehr frechen, lesbischen Gideon, die leider zum Kavalier ernannt wird und mit ihrer verhassten Nekromantin zum Planeten reißt. Es ist ein gigantischer Mix aus fiesem Humor, düsteren Setting, Action, Drama und blutigen Szenen, den die Autorin hier verpackt hat. Die Ideen waren alle sehr interessant und teilweise sehr originell. Jedoch gab es einige Punkte, die mich verwirrt hatten und manches wurde nicht ganz ausreichend erklärt, sodass sich bei mir ein “Aha”-Moment hätte auftun können. Auch gab es teilweise Längen im Roman und als Hörbuch-“Leser” schweift man gerne mal schnell ab. ZUM HÖRBUCH… Die Vertonung vom Hörbuch von Dagmar Bittner hatte mir gefallen, auch wenn ich bei den männlichen Stimmen am Anfang etwas durcheinander gekommen bin. Da dauerte die Eingewöhnung zwischen Stimme und Charakter bei mir länger, als bei den weiblichen Stimmen. Auch hätte ich mir etwas mehr Spannung in der Stimme bei den kampflustigen Momenten gewünscht. CHARAKTERE & BEZIEHUNG Für mich ließ sich nicht oft erklären, wie die Beziehungen zwischen den einzelnen Charakteren im Laufe der Handlung entstanden sind. Manche plötzlichen Freundschaften, Feindschaften und Liebeleien kamen für mich wie aus heiteren Himmel und letzteres geschah nur im Kopf der Hauptfigur. FAZIT Einerseits ist das ein Buch, dass weg vom Mainstream ist und mit originellen Ideen eine spannende Geschichte erzählt – dazu noch lustig, blutig und düster. Andererseits ist es an manchen Stellen ausbaufähig und ich bin mal gespannt auf die Fortsetzung, den die ist bereits im englischsprachigen Raum erschienen.

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Tamsyn Muir entwirft mit "Ich bin Gideon" eine durchaus spannende Science-Fantasy-Welt voller Skelette und Nekromanten, wobei die Story weit weniger pulpiges Abenteuer, sondern vielmehr kammerspielartiger Mystery-Krimi geworden ist. Durch das begrenzte Setting bleibt das Worldbuilding leider ein wenig auf der Strecke und die Geschichte hätte prägnanter inszeniert werden können, doch Spaß macht der Ausflug mit der rotzig-rebellischen Gideon dennoch.

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Gideon hat mich schlichtweg umgehauen. Es ist ein sehr eigener Stil – die Geschichte beginnt beispielsweise damit, wie Gideon ihre Pornohefte zusammensucht und den verhassten Planeten verlassen will – der mit jeder Menge schwarzem Humor gespickt ist. Woran ich mich zuerst gewöhnen musste ist, dass wir es mit einem nekromantischen, gruftähnlichen Planeten zu tun haben. Das bedeutet, dass unzählige Skelette die täglichen Arbeiten verrichten, möglicherweise mehr tote als lebendige Personen herumlaufen und dass dieser Planet das Loch ist, wo die Sonne nie hinscheint. Es gibt Rosenkränze, die aus Fingerknochen bestehen, Nonnen, die sich zum ewigen Schweigen verdonnert haben und die offizielle Gesichtsbemalung ist schwarz mit einem weißen Schädel. Das könnte als ziemlich düstere Welt erscheinen, doch sie ist mit so viel Sarkasmus beschrieben, dass man sich nur zu gern darauf einlässt. Gideon mag Frauen. Gideon verehrt sie, Frauen erregen und verwirren sie. Frauen sind Gideons Schwachstelle. Es wird an keiner Stelle beschrieben, dass Gideon lesbisch ist; wir erleben ihre Anziehung zu Frauen völlig natürlich in ihrer Gedankenwelt. Ein Thema ist Sexualität in diesem Buch nie. Weibliche Homosexualität in einem Buch mal ohne herzzerreißende Romantik zu erleben, fand ich unglaublich erfrischend. Gleichzeitig ist Gideon ein richtiges Badass-Girl, eine Antiheldin – eine Protagonistin, die polarisiert. Die Story könnte kaum abgedrehter sein. Acht Häuser kämpfen um ihre Planeten und es gibt nur eine Regel: Öffnet keine verschlossene Tür ohne Erlaubnis. Was die Aufgabe denn nun eigentlich ist und ob die Häuser dafür zusammenarbeiten oder sich gegenseitig niedermetzeln müssen – das müssen sie selbst herausfinden. Ich kann euch versprechen: Alles, womit ihr rechnet, wir nicht passieren. Jede neue Wendung wird euch vollkommen überraschen. Dieses Buch zu lesen ist ein Sprint, der unzählige Haken schlägt und euch ganz schön auf Trab hält. Inklusive epischem Finale. Glücklicherweise ist dieses Buch nur der erste Band einer Trilogie, steht aber schon für sich als ein kleines Meisterwerk der queeren Unterhaltung. Fazit Wenn ihr spannende, weiblich-queere Literatur abseits der Norm sucht – dann bitte lest Ich bin Gideon. Der Schreibstil trieft vor schwarzhumorigem Sarkasmus und sticht damit aus der Masse der romantischen, queeren Literatur hervor. Gideon ist ein Badass-Girl, eine Antiheldin, definitiv polarisierend. Dass sie auf Frauen steht, lebt sie selbstverständlich in jedem Atemzug, thematisiert wird ihre Homosexualität jedoch nie. Die Welt, in der die Geschichte spielt, könnte ziemlich düster wirken, so voll von Skeletten, lebenden Toten und brutalen Morden. Doch der unvergleichliche Humor lässt das alles in einem lockerleichten Licht erstrahlen, in das man nur sich zu gern hineinziehen lässt. Eine besondere Geschichte, bei der ihr sicher nicht vorausahnt, was als nächstes passiert. Großartige, queere Unterhaltung!

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‚Ich bin Gideon‘ ist vieles: skurill, abgedreht, vulgär. Aber auch unglaublich spannend, witzig und so anders als die Bücher, die ich sonst lese. Science Fiction, Horror und Magie ist aber auch eine Mischung, die man nicht oft bekommen wird. Und trotzdem hat mir etwas Wichtiges gefehlt: der Weltenaufbau und Hintergrundinfos. Der Start ins Buch ist wirklich heftig. Die ersten Seiten bestehen nur aus vulgären Ausdrücken, Drohgebärden, Geschimpfe und Erpressungen und ich dachte mir: Krass, das wird was. Und ich freu mich ein bißchen darüber. Doch gleichzeitig denke ich mir: Puh, wenn das immer so weiter geht, könnte es ganz schön anstrengend werden. Aber es geht nicht so weiter und das ist doch auch gut so. Die vulgären Ausdrücke bleiben aber, die lässige Sprache ebenso. Als die Handlung jedoch Fahrt aufnimmt, war ich nicht mehr so abgelenkt von den Dialogen und den vielen Momenten, in denen ich ob der expliziten Wortwahl nur lachend den Kopf schütteln konnte, und mir war es möglich, mich auf das Drumherum zu konzentrieren. Der Weltenaufbau ist einfacher, als ich befürchtet hatte. Wenn nicht zu sagen schlicht. Neun Häuser auf neun Planeten. Das war’s. Dem interessierten Leser (wie mir) ist das definitiv zu wenig. Da die Geschichte aus Gideons Sicht im personalen Erzählstil geschrieben ist, wissen wir nur so viel, wie Gideon weiß. Und das ist wenig bis nichts bzw. verschwendet sie halt einfach keinen Gedanken daran. Wir lernen weder den Aufbau der neun Planeten kennen, noch die Interaktionen untereinander. Keine Geschichte, kein „Wie es dazu kam“, nichts. Das finde ich sehr enttäuschend und lässt mein Weltenaufbauherz traurig schlagen. Die für die Handlung wichtigsten Personen sind vorne im Buch aufgelistet (was unbedingt notwendig ist, die Namen einiger Charaktere habe ich mir bis jetzt nicht merken können vor lauter Ausgefallenheit), dazu Eigenschaften und Aufgaben (?) der Häuser. Da steht ein Fragezeichen, da ich bis zum Schluss des Buches beim Großteil nicht verstanden habe, warum das da steht und was es bedeutet. Nicht, weil ich es nicht kapiert habe. Sondern weil fast kein Wort darüber verloren wurde. So wird es mit dem Verständnis über die Gaben, Fähigkeiten und Aufgaben der einzelnen Personen schwierig, die eng mit dem Planeten der Herkunft verknüpft sind und von Knochen-, über Geister-, zu Seelenmagie reichen. Wie die Magie funktioniert, warum es sie gibt, warum auf dem einen Planet diese Magie auftritt, auf dem anderen Planeten diese Magie? Keine Ahnung. Das sind die größten Mankos des Buches, das mich aber trotzdem gut unterhalten hat: der fehlende Weltenaufbau und die nicht vorhandenen Hintergrundinfos zu eigentlich allem. Und doch mochte ich das Buch. Wenn man die Schrägheit der Charaktere und das Fehlen des Weltenaufbaus einmal akzeptiert hat, kann man sich auf das konzentrieren, was die Geschichte ausmacht: die Jagd nach dem großen Geheimnis der Unsterblichkeit. Schlüssel, die Türen zu unbekannten Räumen aufsperren, Monster, die besiegt werden müssen, ein geheimnisvoller Mordfall, falsch spielende Gegner. Klar gibt es einige Längen. Bei gut 600 Seiten und keinen Beschreibungen zur Welt kann es fast gar nicht anders sein. Doch im Grund bleibt es sehr spannend, unvorhersehbar und es warten einige Überraschungen auf den Leser. Gideon als Hauptperson ist einfach nur irre. Schlagfertig, vulgär und kämpferisch wirkt sie wie direkt aus der Gosse. Sie hasst alle Bewohner des Neunten Hauses, ganz besonders die Erbin Harrowhark Nonagesimus (wird der Nachname verwendet kann man die Person Gott sei Dank relativ einfach dem Haus zuordnen, nona = neun. Sonst wird’s schwierig). Eigentlich wollte sie dem Planeten beim gefühlt hundertsten Fluchtversuch endlich den Rücken kehren, doch Harrow hat andere Pläne mit ihr und schwupps befindet sich Gideon auf dem Planeten des Ersten Hauses und kämpft um ihr Leben. Und doch ist es auch der Ort, an dem sie zum ersten Mal Aufmerksamkeit erfährt, an dem sich um sie gekümmert wird und das offenbart, wie sehr sie sich trotz aller Abgebrühtheit danach gesehnt hat. Und wie naiv und leichtgläubig sie im Grunde eigentlich ist. Ein junges Mädchen, das bisher nur auf sich gestellt war und das deswegen so geworden ist wie es ist. Die Dynamik zwischen dem Paar wider Willen Gideon und Harrow ist dabei auch sehr interessant zu verfolgen. Sie hassen sich, aber sie brauchen sich auch und merken mit der Zeit, dass die andere doch nicht soo schlimm ist. Gemeinsame Erfahrungen schweißen halt einfach zusammen und zeigen, dass auch vermeintlich unüberwindbare Hindernisse umschifft werden können. Nun stelle ich mir nur noch die Frage: Warum wurde der englische Titel ‚Gideon the Ninth‘ nicht ins Deutsche übernommen? Klingt ‚Gideon die Neunte‘ doof, da Gideon ein Männername ist? Die Totenköpfe des Originalcovers wurden auch weggelassen. Das finde ich schade, denn sie schaffen irgendwie die richtige Stimmung und machen alles noch etwas düsterer. Ich bin auf alle Fälle gespannt, ob der zweite Teil auch übersetzt wird und wenn ja, wie er heißen wird. Die Geschichte um Gideon ist mit diesem Buch abgeschlossen, die Story wird aber mit Harrow als Protagonistin weitergeführt. Nun habe ich die Hoffnung dass es im Nachfolgeband mehr Weltenaufbau geben wird und ein paar Hintergrundinfos. Ja, man merkt, das hat mir ziemlich gefehlt. Trotzdem gibt’s für ‚Ich bin Gideon‘ 4 Sterne, denn es ist so herrlich abgedreht und skurril, witzig und vulgär. Einfach anders.

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Gestern Abend noch, mit zusammen gekniffenen Augen, habe ich auf dem Balkon weit nach Sonnenuntergang über dem Ende von Ich bin Gideon ein paar kleine Krokodilstränen verdrückt. Nur weniger weil das Ende so traurig war (was es ist), sondern eher weil die Geschichte zu Ende ist und weil der zweite Teil gerade erst auf englisch erschienen ist, ich kann nicht warten.. Ihr kennt das Problem. Gideon ist auf dem neunten Planeten als Waise groß geworden. Sie und ihre Erzfeinding aus Kindestagen, Harrowhark Nonagesimus, eine Nekromantin, sind die einzigen Kinder auf dem Planeten gewesen und Gideon reicht es schikaniert und gehasst zu werden. Sie will zur Kohorte, quasi dem Militär und deswegen, packt sie zum Xten mal ihr weniges Hab und Gut und will Fliehen. Ihr Plan ist gut ausgefeilt, scheitert aber dennoch, denn Harrowhark braucht sie, denn der Imperator, der Erste Nekrolord ruft. Ich habe Gideons und Harrows Schlagabtausche geliebt, beide höchst sarkastische, starke Frauen, die alles allein tun würden, wenn das mal so möglich wäre. Tamsyn Muir hat das mal zwei Charaktere erschaffen, mit denen ich zu gern befreundet wäre und das obwohl beide riesige Arachlöcher sind. Außerdem gefällt mir sehr gut, dass zumindest Gideon (aber ich schwöre von Harrow kriegt man die Vibes auch) so immens auf Frauen steht und es für die Story aber ausnahmsweise mal nicht ausgebeutet wird. Die zwischendurch gesponnen Intrigen waren für mich schwer durchschaubar und haben somit einige wenige Längen in der Story doch spannend gehalten und es einem schwer gemacht das Buch aus der Hand zu legen. Für mich verschwindet es jetzt als Jahreshighlight auf dem Regal. Sobald ich mir einen EReader besorgt habe zieht der zweite Teil auf Englisch als EBook ein und wird genauso verschlungen. 5 / 5 Sternen.

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>>„Kleiner“ als erwartet<< Der Einstieg bietet erst einmal viele Möglichkeiten, in die die Geschichte gehen könnte und macht erst einmal Lust auf mehr. Die Charaktere scheinen noch sehr undurchsichtig und gerade das sorgt für das gewisse Kribbeln. Nach und nach verschließen sich die großen Möglichkeiten aber wieder. Tamsyn Muir hat hier auf jeden Fall eine interessante Welt geschaffen, nur war sie eben wesentlich überschaubarer, als ich es mir erhofft hatte. Das muss nicht unbedingt schlecht sein, kann aber definitiv für kleine Enttäuschungen sorgen. So hatte ich ein krasses Worldbuilding und abgefahrene Charaktere erwartet und immerhin Letzteres wurde doch recht gut bedient. Zwischenzeitlich habe ich fast den Überblick verloren, Gideon selbst ist einfach unglaublich energiegeladen, doch mit dem Fokus auf die junge Kämpferin verschafft man sich schnell wieder ein überschaubares Bild, wird aber dennoch an der einen oder anderen Stelle überrascht. Die Aufmachung vom Buch und die Erwartungen, die dahinter stehen, haben sicherlich nicht nur mich angelockt. Für Unterhaltung sorgt ein gewisser Charme, wenn man ihn so nennen kann, durchaus, doch die meisten Aspekte sind nicht wirklich neu, dafür aber ganz nett gestaltet. Beim Worldbuilding hätte ich mir aber durchaus einfach noch mehr gewünscht, vor allem auch was die unterschiedlichen Häuser angeht – das Potenzial war auf jeden Fall da! >>Mystery Thriller<< Nachdem der Anfang doch recht actiongeladen war, war ich sehr gespannt, was folgen würde. Die weitere Entwicklung hat mich dann allerdings überrascht. Bei über 600 Seiten ist es natürlich auch nicht so leicht, durchgehend die Spannung zu halten, doch für meinen Geschmack waren es dennoch ein paar Längen zu viel. Generell hat sich die Handlung mehr in die Richtung Mystery-Thriller entwickelt, was an sich überhaupt nicht negativ zu bewerten wäre, nur habe ich mich hier einfach auf etwas anderes eingestellt. Zwischen Gideon und der Herrin des neunten Hauses besteht definitiv eine ganz besondere Beziehung, dieser zwischenmenschliche Teil war zwar auch gut hin und her gerissen, hat mir aber wohl mit am besten in der Geschichte gefallen. Im Großen und Ganzen habe ich ein außergewöhnliches Abenteuer erwartet und das mehr oder weniger eigentlich auch bekommen. Es war nur eben ganz anders als erwartet. Trotz der derben Sprache und der Gewalt spricht die Geschichte auf jeden Fall auch jüngere Leser an, denn ganz so verschachtelt ist die Geschichte nicht, wie man auf den ersten Blick annehmen könnte. Wer ein bisschen Durchhaltevermögen aufbringen kann und auf Badass Charaktere mit weichem Kern steht, der sollte sich dieses Buch auf jeden Fall mal genauer ansehen. FAZIT Mit Ich bin Gideon hat Tamsyn Muir durchaus ein außergewöhnliches Abenteuer geschaffen, nur nicht ganz so ausgeschmückt, wie ich es erwartet hätte. Trotz der Gewalt und der derben Sprache wird hier definitiv auch ein jüngeres Publikum angesprochen. Denn Story und Charaktere sorgen für Unterhaltung, verlieren sich aber nicht zu sehr im Detail. Das Worldbuiding hatte in meinen Augen auf jeden Fall noch mehr Potenzial, doch ein Blick ist das Buch definitiv trotzdem wert!

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