Leserstimmen zu
Tod eines Gentleman

Christopher Huang

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Ich habe den Roman "Tod eines Gentleman" bei dem Bloggerportal Randomhouse als Rezensionsexemplar angefragt, da mich das Cover extrem angesprochen hat. Auch den Klappentext fand ich sehr interessant, da ich Kriminalromane a la "Sherlock Holmes" sehr mag. Die Freude war auch dementsprechend groß als ich ausgewählt wurde und das Buch dann in den Händen hielt. Das Cover ist, wie schon aufgrund von Bildern erwartet, ein absoluter Traum. Es ist farblich recht schlicht in Gold und Schwarz gehalten, jedoch auf keinen Fall langweilig. Die Ornamente im Hintergrund und die Farbe geben dem Buch den richtigen Flair des 19. Jahrhunderts und die Londoner Skyline im Schatten des Gentlemans gefiel mir auch extrem gut. Schon allein für das Cover hätte das Buch extrem viel Aufmerksamkeit verdient! Das Buch spielt, wie zu erahnen, im London des 19. Jahrhunderts und sehr viel in dem Britannia Club, einer der legendären Gentleman-Clubs Englands, welche man auch aus Geschichten, wie "in 80 Tagen um die Welt" kennt. Ich als absoluter England-Fan, jedoch Frau, hätte mir sehr gewünscht auch in einem dieser Etablissements Mitglied zu sein und dementsprechend war das Setting für mich absolut fabelhaft. Der Autor hat die Umgebung total ansprechend beschrieben und ich habe mich gerne in einen der Sessel im Britannia Club geträumt. Die Geschichte ist aus der Sicht des Hauptprotagonisten, Eric Peterkin, erzählt. Ich bin zwar ein Fan von verschiedenen Erzählperspektiven, fand in diesem Buch die Erzählperspektive aus dem Leben von Peterkin sehr passend. Dadurch fühlte ich mich hautnah bei der Suche nach dem Mörder dabei und habe mit Eric geforscht, gezweifelt, geraten und aufgedeckt. Auch sehr gut hat mir gefallen, dass wenn Eric und sein Freund und Gehilfte Avery, Zeitungen durchstöberten auf der Suche nach Hinweisen, diese Artikel im Buch abgedruckt wurden und ich mich fühlte als würde ich tatsächlich selbst alte Londoner Zeitungen lesen. Mit Eric Peterkin, der Hauptfigur des Romans, konnte ich mich sehr gut identifizieren. Er hasst Ungerechtigkeiten und möchte deshalb auch den Mord aufklären, obwohl alle anderen sich mit einer einfachen Antwort abspeisen lassen. Mehrmals erinnerte mich Eric, durch seine Kombinationsgabe und sein waches Auge, an meinen Helden "Sherlock Holmes". Und auch "Sherlocks" Kollege "Watson" war in diesem Buch in Form von Avery, dem treuen Freund von Eric, vertreten. Mir gefiel die Art aller vorkommenden Personen sehr, da sie wirklich "Gentleman" bzw "Gentlewoman" durch und durch waren. Niemand wurde recht ausfallend, alle versuchten ihre tatsächlichen Gefühle im Zaum zu halten, trotz teilweise derber Anschuldigungen und Vorkommnissen. Für mich war das Buch schon zu Anfang super spannend und dies hat sich auch bis zum Ende hin durchgezogen. Man ist stetig auf der Suche nach dem Mörder und erfährt im Laufe der Geschichte immer mehr über die Vergangenheit und Hintergründe der einzelnen Personen und solche, die einem zu Anfangs unsympathisch oder sonderbar vorkamen, werden am Ende zu den Lieblingscharakteren der Geschichte. Natürlich wird nicht nach "Thrillermanier" alles am Ende nochmal komplett umgekrempelt aber dennoch konnte ich nicht erahnen, wer nun der wahre Mörder ist, bis Eric das Geschehen rekonstruiert und alle aufklärt. Fazit: Ich habe das Buch in meiner Rezension häufig mit "Sherlock Holmes" verglichen, muss aber sagen, dass es nicht als Abklatsch dessen gesehen werden darf, sondern ein absolut empfehlenswerter und einzigartiger Kriminalroman ist, welcher im wunderschönen London des 19. Jahrhunderts spielt. Sehr große Leseempfehlung von mir!

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Tolles Buch...

Von: EvaMaria

07.03.2020

Dieser Krimi hat mir mal wieder richtig gut gefallen. Die Handlung um Eric Peterkin ist in den 1920ern angesiedelt und er ist Mitglied im Britannia Club. Als nun ein neues Mitglied ein Verschwinden einer Krankenschwester aufklären will, wird dieser nun auch tot aufgefunden. Das neue Mitglied hieß Albert Benson und er war Sanitäter im Kampfeinsatz. Persönlich hat mir die Handlung gut gefallen, denn wir haben hier einen tollen Krimi und man darf als Leser Eric Peterkin begleiten und miträtseln, was mit der chinesischen Krankenschwester passiert ist. Diese Ermittlungsarbeiten fand ich gut und plausibel beschrieben, wodurch ich das ganze noch interessanter empfand. Generell muss ich sagen, dass ich die Handlung als eher langsam bezeichnen würde, denn wir sind ja nicht in der heutigen Zeit, wo man alles mit mehr oder weniger einem Klick hat, sondern in der Vergangenheit, wo manche Dinge noch wirklich Arbeit bedeutet haben. Das Setting in der Vergangenheit war überzeugend und durch viele Details beschrieben. Der Autor hat gut recherchiert, denn man erfährt, welche Dinge damals groß im kommen sind und wie sich beispielsweise Strom immer mehr durchsetzt. Eric Peterkin war ein toller Hauptcharakter. Er war mir richtig sympathisch und ich fand es sehr toll, dass er sich gerade wegen seiner Vergangenheit für die Krankenschwester und das Aufklären ihres Mordes einsetzt. Seine Mutter war nämlich ebenso Chinesin. Ich würde ihn als authentisch bezeichnen und ich konnte seine Taten gut nachvollziehen. Die Nebencharaktere waren ebenso gelungen beschrieben und auch hier waren einige interessante Personen dabei. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen und ich würde diesen als sehr toll zu lesen bezeichnen. Die Geschichte machte einen flüssigen Eindruck und alles war toll verständlich. Das Ende war toll und meine Fragen wurden alle beantwortet. Gewünscht hätte ich mir, dass der Autor etwas mehr Action in die Geschichte einbaut, dann wäre das Buch noch toller gewesen. Das Cover finde ich sehr ansprechend. Fazit: Gelungener Krimi, der durchaus unterhaltsam war. Klare Weiterempfehlung. 4 von 5 Sterne

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Fazit: Mit Klappentexten ist das oftmals ja so eine Sache. Die einen verraten zu wenig, die anderen zu viel. Dann gibt es noch die, bei denen man nach der Lektüre des Buches den Eindruck hat, dass, wer auch immer den Klappentext verfasst hat, das Buch vorher nie gelesen hat. Und letztlich gibt es solche wie hier, die schlicht Fehler enthalten. Im vorliegenden Fall wird behauptet, das Mordopfer würde unserem späteren Ermittler Peterkin „ein letztes Vermächtnis ins Ohr“ flüstern. Nun habe ich die betreffende Stelle mehrmals gelesen und zwar sehr aufmerksam, muss aber feststellen: Das stimmt so nicht. Zum Zeitpunkt von Peterkins Eintreffen am Tatort ist das Mordopfer nämlich bereits tot. Mausetot. Flüsterunfähig tot. Da das aber schließlich so ziemlich das einzige war, das mir bei der Lektüre von „Tod eines Gentleman“ sauer aufstieß, ist das wohl letztlich Leiden auf hohem Niveau. Denn sonst macht Christopher Huang mit seinem Romandebüt vieles gut und richtig. So hat er beispielsweise mit Eric Peterkin eine spannende, weit entfernt von unfehlbar einzuordnende Ermittlerfigur geschaffen. Peterkin ist durch seine aus China stammende Mutter Halbchinese und wird immer wieder mit den Ressentiments der Londoner konfrontiert. Er vermittelt den Eindruck, nirgendwo wirklich dazuzugehören, nicht in London, was man ihn stets spüren lässt, erst recht aber nicht in China, auch nicht im Londoner Chinatown, da er nicht mal chinesisch spricht. Er ist neugierig, verfügt über eine hohe Auffassungsgabe und hat, überspitzt gesagt, denn Job, den ich gerne hätte, denn er liest beruflich für einen Verlag Romanmanuskripte. Auch die weiteren Figuren können überzeugen, der Autor stattet sie mit ausreichend Eigenschaften und Eigenheiten aus, um sie schon sehr schnell gut voneinander unterscheiden zu können. Sehr zu meiner Freude beschränkt sich Huang auch auf eine vergleichsweise geringe Anzahl an handelnden Personen, in erster Linie die Gentlemen aus dem Britannia Club. Zumindest ist so schon mal sichergestellt, dass der Mordfall, mit dem Peterkin sich beschäftigt, nicht einer kaum auffälligen Nebenfigur in die Schuhe geschoben werden kann, denn nichts finde ich ärgerlicher, als wenn man mir nach 400 Seiten weismachen möchte, beim Täter handele es sich um den linken der beiden Möbelpacker, die auf Seite 157 eine kurze Sprechrolle hatten, was im Übrigen ein rein fiktives Beispiel ist und nur dazu dient, zu verdeutlichen, was ich meine. Der eigentliche Mordfall ist sogar sehr viel komplexer. Trotzdem war Mitraten für mich selten so schwierig wie hier. Vielleicht wurden meinem möglicherweise zwischenzeitlich nur semi-aufmerksamen Hirn einfach zu viele Hinweise und Fährten in unterschiedlichste Richtung gelegt, als dass es diese sorgfältig hätte verarbeiten können. Denn rückkblickend muss ich sagen: Ja, das ergab so schon alles einen Sinn, ist in sich logisch, und ja, man hätte darauf kommen können. Insofern kann ich potenziellen Leserinnen und Lesern, die gerne mitraten, nur den Rat geben, aufmerksam zu lesen. Stilistisch, insbesondere sprachlich, sticht, das muss man wohl so sagen, das Buch nicht nennenswert heraus, wenn man es mit anderen Vertretern seines Genres vergleicht. Es lässt sich zumindest, auch wenn ich diese Floskel für gewöhnlich verabscheue, flüssig lesen. Seine stilistischen Stärken hat das Buch eindeutig bei der wiederholten Beschreibung des nebligen Londons sowie der dortigen Lebensumstände nach dem Krieg. Huang malt immer dann, wenn er sich seinem Setting selbst widmet, ein buntes und überzeugendes Sittengemälde, das den Eindruck vermittelt, dass es im London des Jahres 1924 genau so gewesen sein könnte. Auffällig sind darüber hinaus die Parallelen zu Romanen von Conan Doyle oder Agatha Christie. Nicht nur, weil die Hauptfigur über den Spürsinn eines Sherlock Holmes verfügt und an Poirot erinnert, der es als Belgier in England auch nicht immer leicht hatte, sondern weil insbesondere die Auflösung des Falls, in der man alle infrage kommenden Personen in einem Raum versammelt, an Whodunit-Krimis von Christie erinnert. Wer also eine Hommage an die erwähnten Vorbilder sucht, einen spannenden Kriminalfall, eine Hauptfigur, die sich wohlwollend von der Masse vergleichbarer Figuren abhebt, einen stimmungsvollen Handlungsrahmen oder alles zusammen, der kann bei „Tod eines Gentleman“ ruhig zugreifen.

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Christopher Huang beschreibt am Anfang die Umgebung sehr detailliert und schafft somit eine Grundlage damit sich der Leser, von der Umgebung bis hin zu den Charakteren, alles sehr genau vorstellen kann. Dies ist für mich eindeutig ein Pluspunkt, da ich mir gerne alles vorstelle und der Kopf-Kino-Effekt beim Lesen eine große Rolle für mich spielt. Die Charaktere sind zwar sehr ausführlich beschrieben und man denkt als Leser, dass man sie mit der Zeit gut kennt, aber der Autor versteht es am Schluss doch noch für einen Überraschungseffekt zu sorgen. Peterkin, der Hauptcharakter, kam mir am Ende doch sehr wie Poirot vor (wenn auch nur von seiner Abschlussdemonstration). Die Umgebung und die Beschreibung des London von 1924 haben mich sehr an Sherlock Holmes erinnert. Dadurch, dass dieser Roman mich an einige bekannte Literaturcharaktere, die ich sehr schätze, erinnert, war es für mich eine echte Freude jedes Mal weiterzulesen. Der Umgang mit den Kriegsheimkehrern und was mit ihnen im 1. Weltkrieg passiert ist, wird sehr authentisch beschrieben und passt gut dazu. Obwohl dieses Buch als Roman beworben wird, finde ich, dass er doch etwas mehr Spannung an manchen Stellen vertragen hätte. Ich hatte auf jeden Fall viel Spaß beim Lesen und kann dieses Buch jedem Hobby-Schnüffler und Agatha Christie-Fan ans Herz legen.

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Eigentlich ist der „Britannia Club“ in London eine Rückzugsmöglichkeit, in der im Jahr 1924 ehemalige Soldaten ihre Tage verbringen – zeitunglesend, essend, parlierend. Auch Eric Peterkin liebt die altehrwürdigen Hallen, arbeitet als Lektor von Kriminalromanen oft vom Club aus. Doch die Ruhe und Gelassenheit wird jäh gestört: Nach einer Wette finden Eric Peterkin und weitere Clubmitglieder einen der Wettkontrahenten ermordet im Tresorraum. Für Eric steht fest: Er will den Mörder finden. Doch damit scheint er allein zu sein. Je mehr er nachforscht, auf desto mehr Ungereimtheiten stößt er. Verdächtige gibt es mehr als genug. Irgendwie scheint alles mit dem Verschwinden einer Krankenschwester zusammenzuhängen. Und der Clubvorstand arbeitet mit Schweigen und Intrigen gegen Eric. Christopher Huang ist mit „Tod eines Gentleman“ ein spannendes und intelligentes Krimi-Debüt gelungen. In bester Sherlock-Holmes-Manier lässt er seinen Ermittler dutzende Spuren verfolgen und messerscharf kombinieren. Dass der Autor englische Krimis liebt und sich zum Vorbild genommen hat, merkt man sofort: Im besten Sinne folgt Huang dieser Tradition. Weil auch der Hobbydetektiv lange im Dunkeln tappt, kann man als Leser miträtseln, mitverdächtigen und den Fall aufklären. Dass die Geschichte 1924 spielt, tut der Handlung gut. Keine DNA-Spuren, kein Hightech, keine wilden Schießereien oder Verfolgungsjagden mit PS-Schleudern. Stattdessen gibt es höfliche Gentlemen, die dunkle Geheimnisse wahren, und jede Menge Ex-Soldaten, die mit den Folgen des Großen Krieges zu kämpfen haben. Dass der Ermittler Halbchinese ist, führt zu einigen Komplikationen – und ist mal ein neues Merkmal eines Hobbyermittlers in der Krimiliteratur. Ein absolutes Muss für Krimi-Fans!

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1924. London in den „Goldenen Zwanzigern“. Der Erste Weltkrieg ist überstanden, die Heimkehrer versuchen, ihre traumatischen Erlebnisse hinter sich zu lassen und wieder einen Platz im Leben zu finden. Einigen gelingt es, wieder andere kämpfen tagtäglich mit ihren Verwundungen an Leib und Seele. Unabhängig vom sozialen Status. So auch die Mitglieder des Gentleman’s Club „Britannia“, in dem die Kriegsveteranen aus gutem Hause ihre Zusammenkünfte pflegen. Doch das traute Beisammensein wird jäh unterbrochen, als ein Mitglied (im Nachgang zu einer Wette) erstochen im verschlossenen Tresorraum des Clubs aufgefunden wird. Und das wird nicht der einzige Mord bleiben. Im Zentrum des Romans „Tod eines Gentleman“ steht Eric Peterkin, Engländer mit chinesischer Mutter, der sich aufgrund seiner Herkunft tagtäglich mit Vorurteilen und Diskriminierungen auseinandersetzen muss. Im Krieg „durfte“ er in Flandern für ein Land kämpfen, das ihn gering schätzt und nicht haben will. Ein Stachel im Fleisch der Clubmitglieder, und nur deshalb geduldet, weil einer seiner Vorfahren diesen gegründet hat. Als er dann auch noch alles daran setzt, unangenehme Fragen zu stellen, um den Täter ausfindig zu machen, zeigt deren Rassismus sein wahres Gesicht. Es sind aktuelle Themen, die der Autor in dieser historischen Whodunit-Story beschreibt, und genau das macht den besonderen Reiz dieses Romans aus. Das „Stiff upper lip“ der englische Oberklasse, deren Alltagsrassismus, die posttraumatischen Belastungsstörungen der Kriegsheimkehrer und deren daraus resultierende Drogenabhängigkeit, all das arbeitet Christopher Huang stimmig und mit viel Fingerspitzengefühl in die Geschichte ein und macht damit „Tod eines Gentleman“ zu einem realistischen und entlarvendem Porträt moderner Gesellschaften. Fans historischer Golden Age-Romane und englischer Krimis gleichermaßen empfohlen. Die Filmrechte sind bereits verkauft, wir dürfen auf die Umsetzung gespannt sein.

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Britannia Club

Von: wal.li

20.12.2019

Im Jahr 1924 arbeitet Eric Peterkin als Lektor für Kriminalromane. Fürs Lesen der Manuskripte ist seine Mitgliedschaft im altehrwürdigen Britannia Club sehr nützlich. Seit Gründung des Clubs gab es immer einen Peterkin unter den Mitgliedern. Seit kurzem hat der Club ein neues Mitglied. Albert Benson war zwar nicht bei der kämpfenden Truppe, doch als Sanitäter hat auch er genügend Erlebnisse an der Front. Benson hat eine Mission, die ihm große Sorge bereitet. Während seiner Zeit im Hospital verschwand eine junge Krankenschwester und er hat es sich zur Aufgabe gemacht, ihren Tod aufzuklären. Hinweise auf die Vorgänge hat er bereits und am nächsten Morgen ist er tot. Bei der Verschwundenen handelte es sich um eine voll ausgebildete Krankenschwester chinesischer Herkunft. Peterkins verstorbene Mutter war ebenfalls Chinesin und so sieht es Eric als seine Aufgabe, sowohl das Verschwinden der jungen Frau als auch den Tod von Benson aufzuklären. Als Lektor von Kriminalromanen sieht er sich bestens gerüstet. Feststellen muss er allerdings, dass die Untersuchung doch nicht so einfach ist. Der Ursprung der Vorfälle liegt wohl tatsächlich im Verschwinden der jungen Frau. Wenn sich jedoch fast alle der Beteiligten kennen, wird es schwierig den Täter auszumachen. Angesiedelt in den wilden 1920ern zeigt dieser Kriminalroman doch ein etwas anderes Bild dieser Zeit. Sein Protagonist der Halbengländer mit einer chinesischen Mutter Eric Peterkin hat seine Teilnahme am ersten Weltkrieg zwar überlebt, aber noch längst nicht überwunden. Und er ist nicht der Einzige, dem es so geht. So könnte man meinen, der Club ist nicht nur einer von Kriegsteilnehmern, sondern auch einer der Überlebenden. Natürlich gibt es auch hier leichte und frivole Momente, immer lauert allerdings die Erinnerung. Könnte eine solche Erinnerung auch zum Tod des Albert Benson geführt haben? Mit genauesten Beobachtungen versucht Peterkin besser zu sein als der Inspector Parker. Ein Weilchen braucht man, um von der schnelllebigen heutigen Zeit in die 1920er Jahre zu gelangen. Dort ging es ruhiger und langsamer zu. So bedurfte es zum Auffinden von Informationen schon eines Ganges zum Zeitungsarchiv. Telefone, Autos, Elektrizität erfuhren ihre Verbreitung. Und was heute nur einen Click entfernt ist, musste damals Schritt für Schritt ermittelt werden. Hinzu kommt die Allgegenwart der Kriegstraumata, die viele noch nicht überwunden hatten. Und so scheinen die Zwanziger zwar leicht, aber auch nicht. Klug hat der Autor dabei die Handlung aufgebaut. Jeder Hinweis führt zu einem neuen Rätsel. Auch wenn in der damaligen Kriminalliteratur nach Meinung Peterkins immer ein Chinese der Bösewicht ist, muss man sich hier vielleicht überraschen lassen, ob der Autor diese Meinung teilt.

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