Leserstimmen zu
1965 - Der erste Fall für Thomas Engel

Thomas Christos

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Inhalt : Nichts ist je vergessen – ein grausamer Leichenfund in einer Ruine bei Düsseldorf führt die Ermittler zurück in ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte ... Düsseldorf, 1965: Für den jungen Kommissar Thomas Engel ist die Stadt am Rhein der verheißungsvolle Beginn eines neues Lebens. Als er zum ersten Mal ein Konzert der Rolling Stones sieht, gibt es für ihn kein Weg zurück, die Provinz liegt weit hinter ihm. Er stürzt sich in das Leben und in seine Arbeit, die ihm gleich einen spannenden Fall beschert. Ein junges Mädchen wird in der Ruine Kaiserswerth tot aufgefunden. Engel versteht nicht, dass seine Kollegen nicht gleich die Spur verfolgen, die geradewegs in die dunklen 1930er Jahre führt. Versucht man etwas vor ihm zu verheimlichen, und warum will niemand sehen, was so offensichtlich auf der Hand liegt? Zeitgeschichte und gleichzeitig spannender Kriminalroman: der Beginn einer Reihe um den jungen Kommissar Thomas Engel. Vita : Thomas Christos ist das Pseudonym des Drehbuchautors Christos Yiannopoulos. 1964 kam er als Sohn griechischer Gastarbeiter nach Deutschland. Er studierte Germanistik und Pädagogik in Düsseldorf und schrieb bereits mit 24 Jahren sein erstes Drehbuch, das auch verfilmt wurde. Danach war er hauptsächlich Drehbuchautor für das Fernsehen und wirkte an vielen erfolgreichen Produktionen mit. Unter anderem wurde er für seinen Film »Schräge Vögel« für den Adolf-Grimme-Preis nominiert. Er lebt zurzeit in Düsseldorf. Meine Meinung : Wir befinden uns im Jahre 1965. Der junge Kommissar Thomas Engel ist froh, der Enge seines Dorfes und der Kontrolle seines Vaters zu entkommen. Er beginnt seinen Dienst bei der Kriminalpolizei in Düsseldorf. Zunächst ist er noch sehr unbedarft, aber nach und nach wächst er an seinen Aufgaben. Dabei steht ihm Peggy zur Seite, in die er sich Hals über Kopf verliebt und die ihm das "wahre" Leben in der Großstadt näherbringt. In Düsseldorf angekommen, wird er schon bald mit einem schrecklichen Verbrechen konfrontiert. In der Ruine der Kaiserpfalz in Kaiserswerth wird die Leiche eines jungen Mädchens entdeckt. Die Kollegen wollen den Fall schnell zu den Akten legen, der junge Thomas Engel jedoch gibt sich damit nicht zufrieden und beginnt zu recherchieren. Dabei stösst er auf Verflechtungen und Verwicklungen, die bis in die Zeit des Nationalsozialismus reichen. Ausserdem scheinen seine Ermittlungen nicht jedem zu gefallen. Der Autor erzählt seine Geschichte auf zwei Zeitebenen. Zum einen begleiten wir den jungen Kommissar im Jahr 1965, zum anderen werden die Ereignisse um das Jahr 1939, also während der Zweiten Weltkriegs dargestellt. Das Buch lässt sich flüssig durchlesen und war für mich durchgängig spannend. Gut gefallen hat mir, dass uns der Autor Einblick in die Polizeiarbeit der 1960er Jahre gewährt, aber ebenso die Seilschaften und Machenschaften der NS-Zeit zum Thema macht, die auch noch über zwanzig Jahre später präsent sind. Hoffentlich gibt es bald ein Wiedersehen mit dem sympathischen Kommissar Thomas Engel. Ich vergebe hier die Höchstbewertung von 5 Sternen und eine klare Leseempfehlung. Einen ganz, ganz lieben Dank an die Verlagsgruppe Random House GmbH und das Bloggerportal für die kostenlose Zusendung des Rezensionsexemplares.

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„1965“ war für mich ein ganz besonderes Buch. Das hatte viele Gründe. Zum einen war der Kommissar Thomas Engel ein so einzigartiger und liebenswerter Protagonist, dass ich ihn sofort in mein Herz geschlossen habe. Er kommt vom Land, weshalb viele Aspekte des Lebens in Düsseldorf für ihn absolut neu sind. Dabei ist er manchmal so liebenswürdig naiv und unbeholfen, dass er mich gleichzeitig zum Schmunzeln und zum Nachdenken gebracht hat, denn er hat einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit. Eine zweite Besonderheit war in meinen Augen der Schreibstil. Das Buch ist aus mehreren Perspektiven geschrieben. Der Erzähler ist allwissend und wechselt auch innerhalb des Kapitel ein wenig zwischen den Erzählperspektiven einzelner Charaktere. Dadurch gewann man oft einen Eindruck in die Gedankenwelt beider Seiten. Das klingt vielleicht etwas kompliziert, war im Buch aber flüssig und gut verständlich umgesetzt. Mir hat diese Seite des Erzählstils wirklich unglaublich gut gefallen. Ein weiterer Aspekt, der „1965“ für mich besonders machte, war das Einbeziehen von ernsten Themen. Da die Geschichte nicht nur im Jahr 1965 spielt, sondern auch 1939, geht es auch um die Schrecken des Nationalsozialismus. Dabei hat mich das Buch oft schockiert sowie sehr betroffen und traurig gemacht. Manche Szenen sind wirklich nichts für schwache Nerven. Insgesamt war „1965“ voller wichtiger und erschreckender Themen wie zum Beispiel die Zwangssterilisation von Homosexuellen im Dritten Reich, sexueller Missbrauch von Kindern, Rassismus, unverhohlene Fremdenfeindlichkeit als auch viel Brutalität. Für mein Empfinden wurden diese verschiedenen Punkte geschickt und angemessen in die Geschichte eingebunden. „1965“ ist also ein sehr ernstes und auch ergreifendes Buch, das es trotzdem geschafft hat, auch voller Humor zu sein. An einigen Stellen merkt man am Schreibstil, dass der Autor auch viele Kinderbücher geschrieben hat. Die Verbindung von teilweise etwas einfacherer, fast kindlicher Sprache mit den vielen düsteren Stellen der Erzählung war wirklich einzigartig und hat mir sehr gut gefallen. Auch das Einbeziehen der Musik der 60er Jahre in die Geschichte war ein echtes Highlight für mich. Beim Lesen wurde man von den Liedern der Rolling Stones und der Beatles begleitet, was dem Buch einen rebellischen und jugendlichen Charme verliehen hat. „1965“ ist ein Buch, das in meinen Augen unglaublich vielschichtig gewesen ist und das ich kaum aus der Hand legen konnte. Die Geschichte war so besonders, dass ich sie wirklich nur jedem ans Herz legen kann! Ich freue mich schon riesig auf weitere Bände der Reihe!

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Düsseldorf, 1965: Thomas Engel ist ein engagierter junger Polizist bei der Kripo. Frisch von der Schulbank und das erste Mal in der großen Stadt stürzt er sich in seinen ersten Fall. Ein kleines Mädchen wird tot aufgefunden. Doch während Engel noch Spuren auswertet, wird der Fall geschlossen. Ein Unfall, heißt es. Das kann Thomas nicht glauben. Wer steckt hinter dieser schnellen Lösung? "1965" ist mein erster Krimi von Thomas Christos und hat mich weites gehend überzeugt. Der Autor nimmt seinen Leser mit in eine Zeit, in der niemand jemals mit den Verbrechen der Nazis konfrontiert werden wollte, die Behörden aber noch voll von brauner Vergangenheit waren. Diese Grundidee gepaart mit einer spannenden Ermittlung hat mich überzeugt. Leider kommen die Ermittlungen in meinen Augen zu kurz. Der Autor konzentriert sich stark auf seine Hauptfigur Thomas Engel. Man erfährt eine Menge aus seinem Privatleben, aus seiner Gedankenwelt und macht mit ihm gemeinsam eine rasante Entwicklung durch. Das fand ich gut, aber für mich nahm dies zu viel Raum ein. Der Tod des Mädchens und die damit zusammenhängenden Ermittlungen wirken leider wie eine Nebenhandlung. Der Erzählstil von Thomas Christos ist mitreißend und sehr leicht zu lesen. Leider bleibt er an einigen Stellen zu oberflächlich, ist zu rasant bei der Lösung von Konflikten zwischen seinen Figuren. Dennoch ist der Krimi insgesamt lesenswert und ich hoffe, dass der Autor sich in den Folgebänden mehr Zeit für Details lässt.

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Spannender, vielschichter Krimi

Von: Freizeitdesperado

05.03.2020

Der 21-Jährige Thomas Engel, dessen Vater eine kleine Kreispolizeibehörde leitet, möchte aus den konservativen Elternhaus hinaus, in die große Stadt, nach Düsseldorf. Ein Bekannter seines Vaters aus Kriegszeiten, den er Onkel nennt, ist Leiter der Kriminalpolizei und verhilft ihm zu einer Stelle als Kommissaranwärter. In der Stadt angekommen durchlebt Thomas einen regelrechten Kulturschock. Frisuren, Kleidung, Musik, die Einstellung der jungen Leute – alles ganz anders als gewohnt. Er findet Gefallen daran und passt sich zunehmend an. Gleichzeitig bekommt sein verklärtes Bild vom Polizeidienst Schaden, als er miterlebt, wie einiges passend gemacht wird. Bei seinem ersten Fall beginnen die Probleme dann so richtig, weil er sich daran festbeißt, anstatt ihn mit einer bequemen Erklärung zu den Akten legen zu lassen. Thomas erkennt, dass es Parallelen zu einem Fall aus dem Jahr 1939 gibt. Dieser wurde damals von der Gestapo vertuscht und ein Unschuldiger verurteilt. Auch mit der Vergangenheit seines Vater und des „Onkels“, die beide gerne betonen, dass sie nicht bei der Wehrmacht, sondern 'nur' Polizisten waren, scheint es Unstimmigkeiten zu geben. Einmal angefangen, fällt es schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Der etwas unbedarfte Thomas wird einem sehr schnell sympathisch und man kann sich problemlos in seine Situation hineinversetzen. Die solide aufgebaute Handlung, der geschichtliche Hintergrund, der Generationenkonflikt, der immer wieder zum Tragen kommt, die Zeitsprünge zu den Geschehnissen in der Vergangenheit, die gut ausgetalteten, unterschiedlichen Charaktere – all das macht 1965 zu einem erstklassiger Krimi und vielleicht/hoffentlich zum Auftakt einer Reihe.

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spannende Zeitgeschichte

Von: Diana Sandkuhl aus Moritzburg

05.03.2020

„1965- Der erste Fall für Thomas Engel“ von Tomas Christos ist im blanvalet Verlag als ge-bundenes Buch erschienen. Der Kriminalroman spielt 1965 in Düsseldorf und hat immer wieder Rückblenden auf die Na-zizeit. Der naive junge Mann Thomas Engel kommt Dank der Beziehungen seines „Onkels“ Haupt-kommissar Strobel zur Kriminalpolizei nach Düsseldorf. Unmittelbar nach seiner Ankunft hat es Thomas mit seinem ersten Mord zu tun. Nach und nach taucht Thomas in die Vergangen-heit ein und erkennt Parallelen zu einem Mord aus der Nazizeit. Engagiert macht sich Thomas an die Aufklärung, scheut keine Gefahr und lässt keine Möglichkeit unversucht. Das Cover gefällt mir ausgezeichnet, es ist in schwarz/weiß gehalten. Die weiße und signalrote Schrift ist passend zum Genre gewählt Die 400 Seiten habe ich verschlungen. Ich konnte einfach nicht aufhören zu lesen - trotz des Themas der Nazizeit und deren grausamen Verbrechen, die in diesem Werk beschrieben wer-den. Die Wiedergabe der Zeitgeschichte und der eingebettete Kriminalfall waren spannend zu lesen und haben mich in ihren Bann gezogen. Der Schreibstil ist flüssig und fesselnd. Der Autor hat es meiner Meinung nach geschafft die Protagonisten glaubwürdig darzustellen. Thomas macht während der gesamten Handlung eine Verwandlung von einem naiven jungen Landei zu einem heldenhaften, für Gerechtigkeit einstehenden jungen Mann. Das hat mir sehr imponiert. Zu Beginn betet Thomas sein Vorbild Hauptkommissar Strobel an, doch nach und deckt Thomas dessen Vergangenheit und ein Geheimnis auf, was den jungen Mann nur noch Ver-achtung für seinen ehemaligen Helden empfinden lässt. Die Handlung gibt viele Einblicke in die Arbeit der Polizei im Jahr 1965 sowie in die Zeit des kalten Krieges. Es werden die Unterschiede zwischen Ost- und Westblock angedeutet und dass die vergangene Nazizeit noch immer Schatten auf diese Zeit wirft. Es war ein spannendes Leseerlebnis, absolut empfehlenswert, nicht nur für Geschichtsfans.

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Meine Meinung: Der Hinweis zum Inhalt verrät (wie leider so oft) schon eine ganze Menge im Klappentext, dennoch ist der Kriminalroman spannend zu lesen und entführt auf eine spannende und zeitweise unheilvolle Zeitreise sowohl in die Nachkriegszeit Mitte der 60er Jahre als auch in die Zeit des 2. Weltkrieges und - des Naziregimes. Thomas Engel, der sich mit seinem Vater nicht versteht und der Enge des Kleinstadtmiefs in den 60ern möglichst bald entfliehen will, bekommt das Angebot von Strobel, einem Freund seines Vaters, der einen glanzvollen Karriereaufstieg bei der Polizei hinlegte und Potential bei Thomas sieht, sich ausbilden zu lassen: Als Bester des Jahrgangs wird Thomas Engel Kommissar, der sich bereits nach zwei Tagen einem Verbrechen gegenübersieht: Frenzel, ein Vertreter für Schreibmaschinen, wird tot in der Nähe eines Roma-Lagers aufgefunden: War es Selbstmord - oder gar Mord? Der Tote hätte bei der "Sonderkommission für Naziverbrechen" als Zeuge gehört werden sollen, was dem jungen Kommissar zu denken gibt.... Im Prolog möchte ein Kind, dem als BDM-Mädel noch eine Mütze fehlt, sich radschlagend in der Stadt das Geld für die Mütze verdienen, als es von einem NSDAP-Mitglied angesprochen wird: Die Fahrt zur Mutter, die Geburtstag haben soll, führt die kleine Lotte geradewegs in ihr Unglück. Da ein Täter gefunden werden muss, um den Gauleiter zufriedenzustellen, wird sich die Gestapo, die diesen Fall dem Kommissariat entrissen hat, etwas einfallen lassen. Und wird auch alsbald fündig.... 26 Jahre später wird erneut ein totes Mädchen in der Ruine gefunden: Es ist spanischer Herkunft, die Eltern leben in einer Siedlung mit hohem Ausländeranteil - und es kümmert sich ein Mann um die Belange der Bewohner, der "Kapo" genannt wird - und sich auch als solcher entpuppt, obgleich der 2. Weltkrieg bereits seit Jahren beendet ist. Thomas Christos gelingt es, in diesem Kriminalroman sowohl Zeitgeschichte, Sozialkritik als auch gleichzeitig einen spannend zu lesenden Kriminalroman miteinander zu verweben. Der junge Thomas Engel lernt Peggy, ein Mädchen aus der Erziehungshilfe (damals Fürsorgeheim) kennen, als er ein Konzert der Rolling Stones besucht: Aus ihnen wird ein Paar und in Peggy werden Missstände und Missbrauch der damaligen Heimerziehung angesprochen, die teils bis heute noch nicht vollständig aufgearbeitet sind (ich habe meine Diplomarbeit darüber geschrieben und mich mit der Thematik dieser Zeit auseinandergesetzt). Auch die Rückblenden ins Dritte Reich, zum unmenschlichen, barbarischen Verhalten der Nationalsozialisten, die mit ihrem Euthanasie-Programm viel Leid und Tod über behinderte Menschen brachte, kommen hier zum Tragen. Nach und nach stellt sich heraus, dass auch Strobel und der (Zieh)vater von Thomas ihre Hände nicht in Unschuld waschen können: Thomas begibt sich, nachdem er offiziell seinen Job quittierte, nach Polen, um Genaueres zu recherchieren.... Was er herausfindet, gibt ihm mehr als zu denken; Lydia, seine "Aufpasserin" in Polen, personifiziert das mehr als schwierige Verhältnis zwischen dem im 2. Weltkrieg sehr geschundenen Polen und der jungen Bundesrepublik Deutschland. Die Spannung baut sich nach und nach auf und nimmt im letzten Drittel des Kriminalromans nochmal an Fahrt auf. Manches war für mich etwas vorhersehbar und wirkte leicht konstruiert; insgesamt fand ich das Buch jedoch gut und lesenswert, da es eine gute Mischung zwischen Krimi und Zeitgeschichte darstellt und die Sprachlosigkeit und Verdrängungsmechanismen der Nachkriegszeit gut dokumentiert. Personen und Handlung sind stimmig, zuweilen wendungsreich. Fazit: Da es sich um den Auftakt einer Reihe handelt und die 60er Jahre aus heutiger Sicht (politisch wie auch als Beginn der Popkultur) spannend sind (besonders wenn man sich noch an sie erinnern kann ;), kann man durchaus auf weitere Fälle für den jungen Kommissar gespannt sein! Ich vergebe 4 Krimisterne und eine Leseempfehlung.

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1965 - Der erste Fall für Tho… von Thomas Christos Die Zeit der Handlung, wie der Titel des Buches schon sagt, die Mitte der 1960er Jahre, hatte sofort mein Interesse geweckt. Die Handlung dreht sich um den Konflikt zwischen der Generation der Teilnehmer des 2. Weltkrieges und deren Kindern, die Mitschuld der eigenen Eltern an den Verbrechen der Nationalsozialistischen Diktatur und dem Bestreben der Kinder, die Mitschuldigen nicht ungeschoren davonkommen zu lassen. Das Ganze gut verpackt in einem Krimi mit mehreren, teils mysteriösen Todesfällen, und einigen unerwartet Wendungen. Das Buch ist ohne sprachliche Schnörkel und handwerklich solide geschrieben. Es lässt sich leicht und flüssig lesen. Von den Hauptfiguren hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht. Hierfür nutzt der Autor hoffentlich die nächsten Bücher der Reihe um den Kriminalisten Thomas Engel. Ich bin auf das nächsten Buch gespannt.

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Alte Verflechtungen

Von: leseratte1310

02.03.2020

Der 21-jährige Thomas Engel ist in einem kleinen Ort am tiefsten Niederrhein groß geworden und er wollte der Enge dort endlich entkommen. Kurt Strobel, der ein Freund seines Vaters ist und den Thomas Onkel nennt, ermöglicht es Thomas, seinen Traum wahr werden zu lassen und in Düsseldorf einen Job bei der Kripo zu bekommen. Er wird nach einem Lehrgang Strobel unterstellt und bekommt es gleich mit einem Todesfall auf einer Brache in der Nähe eines Roma-Lagers zu tun. Strobel geht sofort von Selbstmord aus, aber Thomas stellt Fragen. Er stellt auch Fragen, als er ein Mädchen tot an der Kaiserpfalz in Kaiserswerth auffindet und irgendetwas an dem Bericht des Pathologen Dr. Nikasius merkwürdig ist. Er findet Hinweise, die zurück in die Nazizeit weisen. Mit seinen Recherchen macht er sich überall unbeliebt, doch er kann die Sache nicht ruhen lassen. Dann quittiert er den Dienst und ermittelt auf eigene Faust weiter. Mir hat dieser Krimi gut gefallen, der auf zwei Zeitebenen spielt. Es beginnt damit, dass ein Triebtäter ein kleines Mädchen im Jahr 1939 tötet. Die Aufklärung des Falls wird von der Gestapo verhindert; man macht einfach einen Unschuldigen zum Täter. Die Charaktere sind gut und vielschichtig dargestellt. Thomas Engel ist ein richtiges Landei, als er nach Düsseldorf kommt. Vieles ist bisher an ihm vorbeigegangen. Das wird ihm aber erst bewusst, als er ein Konzert der Rolling Stones erlebt. Dabei lernt er Peggy kennen, in die er sich rettungslos verliebt und die sein Leben verändert. Thomas hat noch viel zu lernen, denn er weiß kaum etwas über die Vergangenheit. Dieser Fall aber lehrt ihn mehr, als er sich vorstellen konnte. Thomas ist aber auch ein Polizist, der nicht lockerlassen kann, wenn er Gegenwind bekommt – egal aus welcher Richtung. Es spornt ihn eher an und er lässt sich nicht verbiegen. Strobel hat seine Fähigkeiten früh erkannt, aber er hat seinen Charakter gründlich verkannt. Dieser Kriminalfall zeigt, dass alte Seilschaften auch Jahre nach dem Krieg noch funktionieren und dass Kameradschaft bei der Polizei unverbrüchlich ist. Das Buch setzt sich aber auch mit der Frage von Schuld auseinander. Darf man Befehle verweigern? Und wenn man Befehle befolgt, enthebt einen das von Schuld? Es gibt eine Reihe von Dunklen Flecken in unserer Geschichte und es ist immer wieder bedrückend zu lesen, was alles unter dem Deckmantel der Rassenhygiene geschehen ist. Es ist ein spannender und manchmal erschreckender Krimi. Ich bin gerne dabei, wenn Thomas Engel wieder ermittelt.

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