Leserstimmen zu
Der Store

Rob Hart

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Die Hörbuchstimmen sind sehr bekannt. Dabei sind Frank Arnold, Anna Carlsson, Simon Jäger und Janin Stenzel. Einige von Ihnen kannte ich schon vorher aus anderen Hörbüchern. Die Story ist erschreckend und nah an der heutigen Gesellschaft angelehnt. Die Umsetzung gefiel mir sehr gut. Es konnte mich schnell fesseln und auch die Charaktere sind angenehm und authentisch. Ein empfehlenswertes Hörbuch!

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Sehr lesenswert

Von: Marie

26.01.2020

Meinung Der Klapptext hatte mich richtig neugierig gemacht – klingt er doch sehr bekannt nach einem großen, real existierendem Shop und in der Tat ähneln sich diese beiden sehr. Für mich war das kein Problem, denn die Idee des Buches geht hier noch einen ganzen Schritt weiter und zeichnet ein dystopisches Bild von verwaisten Städten und einzig und alleine der Store schafft Wohlstand und ein lebenswertes Umfeld – vielleicht ist das gar nicht so weit her gehohlt. Beim lesen hat sich Stück für Stück auch eine ziemlich beklemmende Atmosphäre eingestellt, da der Store einfach alles kann, weiß, bestimmt welchen Status du hast und irgendwie immer da ist wo du bist. Das klingt so erschreckend real und in Zeiten von Alex, Cloud und Überwachung gar nicht so irreal. In diese Welt packt der Autor unsere zwei Protagonisten: Paxton und Zinnia. Beide nicht unbedingt unsympathisch aber jeder mit seinem eigenen Päckchen an Problemen zu tragen. Dazu kommt noch Gibson, der Store Gründer, dessen Sicht wird als Blogbeiträgen eingestreut und zeigen nochmal eine andere Sicht auf das System von „tThe Store“ und wie alles begann Durch die unterschiedlichen Perspektiven und Geheimnisse kam für mich auch genügend Spannung auf um gut durch das Buch zukommen. Einzig alleine die doch etwas langen Beschreibungen der Alltagssituationen waren etwas langatmig und haben den Lesespaß etwas getrübt Fazit Sollte man das Buch lesen? Ich finde auf jeden Fall. Es zeigt eine sehr interessante und nicht allzu unrealistische Idee auf wie die Zukunft verlaufen könnte. Der Autor beschreibt dies auf eindringliche und gut zu lesende Weise, sodass ich gute Gewissen sagen kann man hat hier eine sehr solide Geschichte vor sich.

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Angesteckt von dem Hype dieses Buches, habe auch ich im letzten Sommer ein Rezensionsexemplar angefragt. Ich fand das Cover sehr extravagant und auch der Klappentext klang vielversprechend. Der Store wird aus drei verschiedenen Blickwinkeln, verschiedener Protagonisten erzählt. Unter anderem von Gibson Wells, dem Gründer von „Cloud“, der in kurzen Blogeinträgen ein Resümee über sein Leben und seine Taten zieht. Gibson Wells hat Cloud aufgebaut und zu dem größten Onlineanbieter gemacht, bei dem man alles bestellen kann - außer Waffen. Hat man als Jobanwärter erst einmal den Einstellungstest bestanden, bietet Cloud nicht nur einen Arbeitsplatz, sondern auch einen Ort zum Leben. Zinnia und Paxton sind zwei dieser Jobanwärter, die aus verschiedenen Beweggründen bei Cloud einsteigen möchten. Beide werden an verschieden Stellen der Cloud eingesetzt, laufen sich aber immer wieder über den Weg und freunden sich auch im Laufe der Zeit an. Schnell kommen beide aber dahinter, dass bei Cloud nicht alles Gold ist was glänzt. Jeder Mitarbeiter wird zu Beginn mit einem Cloudband ausgestattet, welches als Uhr, Schlüssel, Geld und zur Kommunikation dient. Ausserdem besitzt dieses Band einen GPS-Sender, welcher die komplette Überwachung eines jeden einzelnen Mitarbeiters bedeutet. Ist Gibson ein wahrer Gönner, der den Menschen nach der Umweltzerstörung durch den Klimawandel ein neues und sicheres zu Hause schenken möchte? Oder ist er nur ein Mann, der Gott spielt? Und aus welchen Gründen haben sich Zinnia und Paxton bei Cloud beworben? Fazit Ich muss ehrlich gestehen, dass ich mich selten so durch ein Buch gequält habe, wie durch dieses. Ich habe mir vom Klappentext viel, viel mehr Spannung erhofft, aber leider blieb dies komplett aus. Trocken wird die Geschichte rund um Cloud aus drei Perspektiven erzählt, wobei auch die Protagonisten nicht gerade mein Interesse wecken konnten. Ja, es ist ein aktuelles Thema. Denn wie wir alle mitbekommen, stirbt der Einzelhandel leider immer mehr aus, da er mit einem gewissen Onlinegigant preislich nicht mehr mithalten kann und wir als Konsument vom Alltag so gestresst sind, dass wir teilweise keine Lust mehr haben in den Läden „shoppen“ zu gehen. Da ist der Fingerdruck auf der Bestelltaste doch wesentlich eifacher und bequemer. Der eine Große glänzt, während die anderen Kleineren untergehen. Aber muss man das auf knapp 600 Seiten so trocken durchkauen? Wäre es nicht ein Rezensionsexemplar gewesen, hätte ich das Buch höchstwahrscheinlich schon nach den ersten 100 Seiten abgebrochen. Deshalb ist „Der Store“ leider keine Leseempfehlung und bekommt nur einen Stern für das gelungene Cover. 1 von 5 Sternen

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Durch den interessanten Klappentext konnte das Buch mich neugierig machen, denn es klingt nach einer richtig tollen Geschichte. Ich hatte echt einige Erwartungen, aber das was ich erhalten habe, war nichts was ich mir vorgestellt habe. Die Geschichte an sich ist echt spannend, aber irgendwie fehlte mir das gewisse Etwas. Interessant fand ich die Vorstellung das so eine Situation eventuell Realität werden könnte, denn es ist nicht unbedingt so absurd. Zumindest nicht die ganze Zeit. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, weil der Autor mich durch die Atmosphäre in den Bann ziehen konnte. Jedoch verlor ich mich in der Geschichte selbst nicht, denn die Charaktere sind in meinen Augen sowas von blass und langweilig. Ich konnte mit ihnen überhaupt keine Verbindung aufbauen. Im Allgemeinen fehlte mir bei diesem Buch die richtige tiefe. Es regt zwar der Idee zum Nachdenken an, aber es konnte mich nicht fesseln und überzeugen, obwohl die Story ans ich so wahnsinnig viel Potential hatte. Eventuell hatte ich auch einfach nur zu große Erwartungen? Spannung habe ich bei der Geschichte auch nicht empfunden. Es tröpfelte so vor sich hin, aber so richtig der Knall kam nicht. Ich kann jedenfalls nur sagen, das ich schon fast “froh” war als dieses Buch beendet wurde. Fazit Rob Hart hat hier zwar eine interessante Kerngeschichte gehabt, aber es wirkte eher wie ein ungeschliffener Rohdiamant. Der Ansatz war gut, der Schreibstil war locker und leicht, aber die Tiefe ging völlig verloren und dadurch ist der Reiz an der Story bei mir verloren gegangen. Ich war wirklich froh als ich es beendet habe.

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Cloud ist ein weltbeherrschender Online-Store und wer dort arbeitet führt ein sicheres Leben, könnte man meinen. Schließlich sind die Jobs dort begehrt, aber wer für Cloud arbeitet, lebt auch auf dem Cloud-Gelände und isst in Cloud-Restaurants und trägt ein Cloud-Datenarmband, dass alles aufzeichnet was du tust. Kurzum du wirst dauerüberwacht und kriegst sogar von dem Armband Tipps. Es ist ein monotones und strenges Leben auf dem Gelände und die Arbeit selbst ist alles andere als einfach. Das Leben dort lernen wir durch die zwei neuen Mitarbeiter Paxton und Zinnia kennen, die wegen unterschiedlichen Beweggründen dort anfangen zu arbeiten. Dass es unter der Oberfläche vom größten, wichtigsten Online-Händler brodelt, merken wir schnell. Die Ungerechtigkeit und Ausbeutung bekommt man schnell mit und viele andere Probleme. Das Buch gibt ein gutes Bild einer möglichen Gesellschaft wieder, wo der Konsum und das Geld weiter oben steht als der Mensch. Im Laufe der Geschichten kommen die Beiden den Geheimnissen der Cloud und der ihres Gründers immer näher, denn Zinnia ist nicht die, für die sie sich ausgibt. Die Geschichte wird aus der Perspektive von den beiden Hauptpersonen Zinnia und Paxton erzählt, aber auch der Gründer der Cloud kommt zu Wort mit kurzen Kapiteln. Besonders die letzte Perspektive fand ich sehr spannend, weil die im Großen und Ganzen zu der Geschichte, am interessantesten aufgebaut wurde (von der Gründung der Cloud, seiner Beweggründe und Heute). Der Autor hat einige aufregende Ideen eingebaut zum Konzept der Cloud, allein das machte schon Spaß zu Lesen, aber zum Ende hin wird es mehr und mehr zu einem reinen Thriller, der nicht so ganz meins war. Ein wirklich spannendes Buch mit interessanten Ideen und das Konzept der Cloud hat er schön ausgebaut, aber zum Ende des Buches wurde der Fokus, für mich, zu sehr auf Thriller gelegt: ein Katz und Maus-Spiel an erster Stelle und da war ich einfach halb draußen. Für Thriller-Leser wird das Buch eine willkommene Abwechslung bieten mit realitätsnahen Ideen!

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Rob Hart nahm mich in seinem Roman „Der Store“ mit in eine nicht allzu weit entfernte Zukunft. Die Geschichte nimmt die drei Protagonisten Gibson, Paxton und Zinnia in den Mittelpunkt. Gibson Wells ist der reichste Mensch Amerikas, er hat vor einigen Jahren ein Unternehmen für elektronischen Einzelhandel und Cloud-Computing, „Cloud“ genannt, gegründet. Mittels Drohnenlieferung hat er das Verkehrsproblem gelöst hat und sich dadurch in eine entscheidende Vorrangstellung am Markt bringen können. Das Unternehmen ist zunehmend gewachsen. Die Niederlassungen, oft angesiedelt in verlassenen Städten, verfügen über eigenen Wohnraum für die Arbeitnehmer und über Möglichkeiten, seine Freizeit zu gestalten. Das Jobangebot ist umfangreich, doch wer hier beschäftigt ist, muss sich an die vorgeschriebenen Regeln halten und wird einem ständigen Bewertungssystem unterworfen. Wer sich nicht konform verhält, wird gekündigt. Paxton und Zinnia lernen sich bei einem Einstellungstest kennen. Sie haben sich aus ganz unterschiedlichen Gründen beworben. Ein Arbeitsplatz wird ihnen vom System aufgrund ihrer Fähigkeiten und Kenntnisse zugeordnet, so dass Paxton bei der Security Beschäftigung findet und Zinnia als Packerin. Doch eigentlich ist Zinnia aus einem ganz anderen Grund hier. Sehr detailliert beschreibt der Autor das Bewerbungsverfahren, die Aufnahme der neuen Arbeitnehmer, die Unterbringung, die Arbeitsaufgaben und die kurze Freizeit. Bis auf wenige Ausnahmen ist jeder Tag ein Arbeitstag. Gibsons Perspektive werden von Rob Hart als Blogeinträge dargestellt, so dass Gibson in der Ich-Form erzählt. Er findet, dass er Großes geleistet hat und ist sehr stolz darauf. Angeblich nimmt er Kritik sehr ernst, weiß aber auch jegliche Einwände von anderen gleich zu beschwichtigen. Erstaunt war ich über einige seiner Ansichten wie beispielsweise, dass die Sicherheit eines Arbeitsplatzes zur Nachlässigkeit der Arbeitnehmer führt. Steht sein Ruf auf dem Prüfstand, ist es für ihn meist nur eine Frage des Geldes, um politisch hoch zu greifen und sich im Anschein der wirtschaftlichen Entwicklung weitere Vorteile für sein Unternehmen zu sichern. Vor allem diese Kapitel des Buchs brachten mich zum Nachdenken und sicher haben die heutigen Globalplayer durchaus das Potential sich ähnlich wie „Cloud“ zu entwickeln. Zinnia und Gibson verabreden sich in ihrer Freizeit und kommen sich langsam näher. Beide haben in der abgeschlossenen Umgebung des Unternehmens, das einen eigenen Kosmos bildet, ihre persönlichen Probleme, die auch bei einem so durchdachten System wie „Cloud“ es sein möchte, nicht verhinderte werden können. Durch ihre eigene Arbeit und im Gespräch mit Kollegen werden sie auf immer mehr Nachteile ihrer Zugehörigkeit zum Unternehmen „Cloud“ aufmerksam. Durch die unterschiedlichen Perspektiven der drei Protagonisten setzt Rob Hart bewusst die Sicht der Arbeitnehmer beispielhaft der des Arbeitgebers gegenüber. Das Geheimnis von Zinnia und die Krankheit von Gibson bauen zu Beginn des Romans Spannung auf, die durch die Alltagsroutine leicht verloren geht, dann aber durch eine Entwicklung nochmal ansteigt. Eine unerwartete Wendung zum Ende hin konnte mich überraschen, doch der Schluss wirkt unentschlossen und lässt einiges offen. Lesenswert ist der Roman auf jeden Fall, vor allem, weil er sich damit auseinandersetzt und bewusst macht, welchen Preis wir bereit sind für einen Arbeitsplatz zu zahlen und welche Macht ein Unternehmen durch seine Vorrangstellung erhalten kann, daher empfehle ich das Buch gerne weiter.

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„Denk dran, die Freiheit gehört dir, bis du sie aufgibst.“ Doch wie frei ist man tatsächlich, wenn scheinbar die gesamte Welt von ein und demselben Unternehmen gelenkt wird? Paxton und Zinnia treffen bei Cloud, dem weltweitgrößten Onlinehändler, als Fremde aufeinander. Ohne zu ahnen, was dem jeweils anderen durch den Kopf geht, kommen sich die beiden Kollegen schnell näher – und entdecken mehr oder minder gemeinsam, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. „Der Store“ eine drastische Zukunftsversion, die beinahe erschreckend real wirkt. Cloud hält die Gesellschaft in der Hand, weit über die üblichen Tätigkeitsfelder eines Unternehmens hinaus. Im Rahmen der Geschichte bekommt der Leser einen detaillierten Einblick in ein Geschäftsbild, das bei zu langem Überlegen beklemmende Gefühle auslöst – aber so interessant ist, dass man immer mehr erfahren möchte. Es waren die ausgefeilten Beschreibungen und die Spannung einer schnitzeljagdähnlichen Geschichte, die mir über kleinere Längen des Buches hinweggeholfen haben. Ich glaube sogar, dass die stellenweise zähen Beschreibungen notwendig sind, um dem Leser bewusst zu machen, was genau die Monopolstellung von Cloud eigentlich bedeutet. Dass ich anfangs einen Moment gebraucht habe, um mich an die beiden Protagonisten zu gewöhnen, wurde später durch die unerwartete Vielschichtigkeit der Charaktere ausgebügelt. Auch die Entwicklung des Romans an sich hat mich überzeugt. Die genau beschriebenen Prozesse von Cloud, welche aufzeigen, wie viel Mühe sich der Autor bei der Ausarbeitung gegeben hat, überraschten mich immer wieder. Meiner Meinung nach funktioniert es nicht, dieses Buch nur zu lesen. Es wird erwartet, dass man mit offenen Augen auch zwischen den Zeilen verschwindet, um sämtliche Tragweiten zu verstehen. Dennoch muss ich zugeben, dass mich das Ende nicht überzeugt hat. Nachdem man sich zuvor stellenweise sehr viel Zeit gelassen hat, kommt der finale Abschluss recht abrupt – und lässt den Leser mit einigen offenen Fragen unbefriedigt zurück. Ein Manko, mit dessen Einfluss ich auf 4 Sterne komme.

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„Der Store“ ist die gedankliche Weiterentwicklung der Weltmachstellung des Onlineriesen Amazon, fortschreitender Digitalisierung, verbunden mit dem Eintreten einer Weltklimakrise. Es geht um Industriespionage und den Aufbau einer Art privaten Diktatur. Gibson Wells, dessen Figur offensichtlich an Steve Jobs angelehnt ist, ist der reichste Mann der Welt. Er hat in den USA den Konzern Cloud aufgebaut, der neben einem Onlinehandel auch Speicherkapazitäten in Clouds entgeltlich zur Verfügung stellt. Der Versandhandel beliefert binnen Stunden die ganze Welt mittels Drohnen. In den USA traut sich kaum noch jemand in ein Einkaufszentrum, um persönlich einzukaufen, denn an einem Black Friday gab es ein Massaker mit vielen Toten. Außerdem kann man sich so gut wie nicht mehr im Freien aufhalten aufgrund der massiven Erderwärmung und der schädlichen Sonneneinstrahlung. Märkte und Infrastruktur sind zusammengebrochen. Cloud hat fast sämtliche Konkurrenten aus dem Feld geschlagen, so dass die meisten Städte verödet sind. Der lokale Handel sowie die Gastronomie mussten aufgegeben werden. Arbeitsplätze fielen weg, so dass auch die Menschen weggezogen sind. Dafür bietet Cloud alles aus einer Hand. Der Konzern ist der größte, wenn nicht teilweise der einzige Arbeitgeber. Die Mitarbeiter wohnen auf dem Gelände, erhalten dort medizinische Versorgung, auch Restaurants und Vergnügungszentren sind vorhanden, ohne dass man das Gelände verlassen muss. Die sogenannten MotherClouds sind also nicht nur Arbeitsstätten, sondern autarke Städte mit eigener digitaler Währung. „Zinnia fuhr mit dem Zeigefinger über das Display der Uhr. So glatt, dass es schlüpfrig war. Als sie das Band anlegte, schnappte der Magnetverschluss über der dünnen Haut an der Innenseite ihres Handgelenks zu. Nachts aufladen. Sonst nicht abnehmen, weil es Gesundheitsdaten aufzeichnete, Türen öffnete, dein Rating registrierte, Arbeitsaufgaben übermittelte, Transaktionen abwickelte und wahrscheinlich noch hundert andere Dinge tat, die man in der MotherCloud brauchte. Genauso gut hätte man Handschellen tragen können.“ (S. 75) Der Roman wird abwechselnd erzählt von Gibson, der demnächst an Krebs sterben wird, sowie Paxton und Zinnia, die sich beim Einstellungstest für einen Job bei Cloud kennenlernen. Paxton hat sein eigenes Unternehmen aufgrund des Marktdrucks von Cloud verloren und muss sich als Angestellter verdingen. Zinnia schleust sich unter falschem Namen in den Betrieb ein, um ihrer eigentlichen Tätigkeit als Industriespionin nachzugehen. Der Roman schildert eindrücklich, welche Lebens- und Arbeitsbedingungen möglich werden, wenn ein einziger Konzern den Markt beherrscht und sich durch seinen wirtschaftlichen Einfluss auch politische Macht sichert. Cloud hat eine staatsähnliche Struktur, da alles firmenintern geregelt wird, von der Bank über die Fleischproduktion bis hin zur Energieerzeugung und dem Betrieb des Flughafens. Eine faktische Diktatur mit perfiden Machtstrukturen entsteht. Dabei hat doch jeder der Mitarbeiter sich aus freien Stücken entschieden, dort arbeiten zu wollen und somit diese Struktur gewählt – oder nicht?! Wie gut funktioniert aber die digitale Überwachung der Mitarbeiter mittels GPS-Signal? Wird es Zinnia gelingen die Firmensoftware auszuspähen und Unregelmäßigkeiten aufzudecken? Wer hat eigentlich ein Interesse an diesem Wissen? Welche der menschlichen Interaktionen sind emotional echt, welche beruhen auf Kalkül? Das ist nicht immer leicht zu durchschauen, für keinen der Beteiligten. Der Roman hat mich sehr gefesselt. Die geschilderten Zustände sind bedrückend, vor allem weil sie von der Realität nicht allzu weit entfernt erscheinen. Schon jetzt wird im Onlinehandel um Gewerkschaftsbeteiligung, Mindestlohn und Privatsphäre der Mitarbeiter gerungen. Alle technischen Möglichkeiten, die der Roman benennt, gibt es tatsächlich heute schon. Die Spionagegeschichte erzeugt echte Thrillerspannung. Der Part von Gibson, dem Firmengründer, liest sich wie die verlogene, aalglatte Werbebroschüre des Unternehmens, der die schroffe Wirklichkeit gegenüber gestellt wird. Interessant ist die Frage nach der Verantwortung des Einzelnen einerseits versus der gesellschaftlichen Zwänge andererseits in einem solchen System. Ein fesselnder Pageturner, der uns zuruft: Buy local!

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