Leserstimmen zu
Gärten auf Sylt

Ulrich Timm

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Ich bin mir sicher: Jeder von uns hat so Sehnsuchtsorte, an denen er sich manchmal hin sehnt, wo die Seele durchatmet und die Sorgen plötzlich klitzeklein werden. Für mich hatte schon immer ein solcher Ort mit Wasser, Meer und Wellen zu tun. Dabei meine ich nicht etwas die weißen Strände am Mittelmeer, – Nein! – die Nordsee ist dabei voll und ganz ausreichend für mich. Vielleicht ist dieser Umstand darin begründet, dass mein Vater elf Jahre lang von Bremerhaven aus zur See gefahren ist. Er war bei der Fischerei tätig und hatte u.a. auf dem Schiff „Sonne“ angeheuert, das später zu einem Forschungsschiff umgebaut wurde. Ich kann mich noch sehr gut an die traurig-wehmütigen Momente erinnern, als meine Mutter und ich am Kai standen und seinem Schiff beim Auslaufen zusahen…! Verwundert es da, dass mir die Nord- und Ostfriesischen Inseln der Nordsee näher sind als die Baleareninseln im Mittelmeer. Während ich die Inseln Juist, Norderney, Spiekeroog, Helgoland und Amrum im Laufe der Jahre schon besuchen durfte, war ich bisher noch nie auf Sylt. Und doch erkenne ich in den wunderbaren Fotos von Ferdinand Graf Luckner vieles von dem von mir geliebten Insel-Flair wieder. Ulrich Timm lässt in seinen Texten die Menschen zu Wort kommen, die für die behutsame Kultivierung der Sylter Gärten verantwortlich sind und mit dem Kreislauf der Gezeiten leben. So sind zwar nicht dem Blick dafür aber den Möglichkeiten der Gartengestaltung natürliche Grenzen gesetzt. Auf einer Nordfriesischen Insel spielt die Natur eine immense Rolle und hat das Sagen. Die Vegetation ist geprägt von den Gezeiten: Nur solche Pflanzen gedeihen, die der Mischung aus Wind und Salzgehalt in der Luft die Stirn bieten können. So finden sich die natürlich wogenden Wellen aus Heide neben den akkurat gestutzten Kugeln des Buchsbaums, die Blütendolden der Hortensien wiegen sich gemeinsam im Takt mit den Zweigen der Kiefer, und in einem Bauerngarten ranken Rosen sich Richtung Dachfirst. Auch puristische, fernöstlich-anmutende Gärten fügen sich nahtlos in die raue Natur: Da scheint eine Holzterrasse förmlich auf einem Meer von Seegras zu schweben. Die Fotos offenbaren dem Betrachter trotzdem eine überraschende Wandelbarkeit der unterschiedlichen Gärten, die Dank der besonderen Lichtverhältnisse immer wieder anders, immer wieder neu wirken. Da gibt es Gärten zwischen Tradition und Moderne, mit Seeblick und im Inselinneren, wie zufällig gewachsen oder klar strukturiert, und doch habe alle diese Gärten ihre Natürlichkeit bewahrt und strahlen eine grenzenlose, wohltuende Ruhe aus.

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Sylt ist ein Traum der Natur der wahrhaftig zu bestaunen ist. Wunderschöne Friesenhäuser mit langer Geschichte, die Geologie oder das heimliche Markenzeichen der Insel: die Wildrosen (mittlerweile schon „Sylter Rose“ genannt) bilden das i-Tüpfelchen was Sylt neben seinen Bewohnern ausmacht. Im Buch „Gärten auf Sylt“ von Ulrich Timm wird auf eben solche genau eingegangen. Man merkt schnell, in den sehr flüssig und liebevoll geschriebenen Texten, das es nicht einfach ist, auf dieser Insel sich einen Traumgarten zu schaffen. Die Natur an der Küste muss sich ihr Leben hart erarbeiten und zeigt dies auch immer wieder. Auf den ersten Seiten des Buches begrüßt uns der bekannte 2-Sternekoch Johannes King mit sehr treffenden Worten. Er ist ein absoluter Meister im Anbau und der Pflege und Nutzung dieser Natur auf Sylt. Ich mag behaupten, das sich kaum einer so gut mit Knickfrüchten und Co. auskennt wie er und diese auch noch als solche Gaumenfreude auf den Teller bringt. Weiter geht es mit der Auseinandersetzung des Klimas im Kapitel „Gärten mit Seeblick“. Gefolgt von verschiedenen Garten-Interpretationen wird über verschiedene Materialien, Pflanzen und das generelle Anlegen und Pflegen eines Gartens philosophiert. Man merkt schnell das hier wahre Experten am Werk sind und sie ihre Insel genau kennen. Sie beschreiben flüssig, geradlinig und frisch die wichtigsten Punkte der Gartengestaltung auf Sylt. Keiner wirkt dabei arrogant oder hochnäsig oder gar „oberschlau“, ganz im Gegenteil! Sie beschreiben wirklich wissend, sehr gefühlvoll und z.T. recht emotional warum Sylt so eine sensible „Dame“ ist. Die Abschlussworte richtet wieder Johannes King an die Leser und spätestens jetzt, weiß man, warum sein Herz so für diese Insel schlägt - die Natur beschenkt uns mit wunderschönen und köstlichen Dingen, die man respektieren, schützen und eben Natur-sein-lassen sollte aber warum nicht auch mal von ihr naschen?! Es ist ein Kreislauf der auf Sylt herrscht, der von den Gezeiten und dem generellen Wetter beeinflusst wird. Die Menschen wissen damit umzugehen und das Wichtigste, dieses Glück in einem eigenen Garten dort zu schützen und zu genießen ohne dabei die Insel zu verschandeln. Es ist wirklich ein intimer Einblick denen uns die Gartenbesitzer dort gewähren. Zur Optik und Haptik des Buches: Dieses Buch hat eine wunderschöne rechteckig Größe, um das man es noch gut auf dem Schoß lesen kann. Auf den ersten Blick wirkt es wie ein Coffee-table-Book und das darf es auch gern werden! Der Einband ist sehr natürlich und ohne Glanzfolien (außer der Titel „Gärten auf Sylt“) o.ä. versehen. Der zarte Schriftzug fügt sich harmonisch in das Bild ein und das wunderschöne Foto an sich sind in jedem Bücherregal ein Hingucker. Dieses Buch sollte nicht einfach so im Regal verschwinden...Als nächstes fallen natürlich die traumhaft schönen Fotos von Ferdinand Graf Luckner auf. Die Motive sind typisch „Sylt“ und man erkennt die Insel sofort wieder auch wenn Sylt „Neuland“ für den Fotografen war. Viele Fotos sind auf Doppelseiten gedruckt, somit hat man noch einen besseren Blickwinkel und bekommt ein intensiveres Verständnis für die Natur auf der Insel. Die Einteilung der Kapitel ist dem Verlag sehr gut gelungen aber auch der generelle Aufbau von Texten und Bildern ergeben eine richtige Harmonie. Die Seitenstärke ist hierbei perfekt gewählt. Kurzum: ein sehr lesenswertes Buch über die Welt der Gärten auf Sylt und die Erklärung warum sie so sind wie sie sind - der Natur sei Dank. Dieses Buch hat mich komplett eingenommen und überzeugt! Nicht nur Sylt-Fans kommen hier auf ihre Kosten! Dieses Buch erhält eine klare Lese- und Genussempfehlung von mir!

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