Leserstimmen zu
Böse

Dr. Julia Shaw

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In Böse - Die Psychologie unserer Abgründe führt die Kriminalpsychologin Julia Shaw in die psychologischen Hintergründe von Serienmördern wie Jack the Ripper oder Psychopathen wie Charles Manson ein, zeigt jedoch auch auf, mit welchen alltäglichen Abgründen wir selbst uns umtreiben. Gewaltfantasien, Machtmissbrauch - sind wir selbst insgeheim auch "böse"? Mithilfe psychologischer Fallstudien und neusten neurowissenschaftlichen Erkenntnissen erklärt sie, warum wir handeln, wie wir handeln, in welchen Teilen des Gehirns sich dieses "Böse" entspinnt, wie wir damit umgehen. Anders, als der Titel annehmen lässt, existiert dieses "Böse" für Shaw allerdings nur als subjektives Konzept, lässt es sich doch nicht objektiv nachweisen. Sie beschreibt eingehend und provokativ, untersucht unterschiedliche Gewalttaten, Verstöße gegen soziale Normen und erörtert beide Seiten der Debatte, sodass der Leser sich selbst eine Meinung bilden kann. Der Schreibstil ist eingehend, teilweise von Fachbegriffen gespickt, die ein gehobenes Gesamtbild erzeugen, und doch merkt man, dass sie - weil es sich um massentaugliche Literatur handelt - die beschriebenen Wesenszüge und Diskussionen nur oberflächlich behandelt. Hier hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht, bin ich doch sehr an Psychologie interessiert und daran, auch Unbekanntes selbstständig weitergehend zu recherchieren. Dieser Kritikpunkt kann daher nicht gänzlich der Autorin zugeschrieben werden. Insgesamt finde ich das Buch gerade im Zuge der True Crime-Bewegung im Podcast- und Unterhaltungsbereich sehr informativ und interessant, wurde zum Reflektieren angeregt und konnte vieles mitnehmen. Herzlichen Dank an Heyne für das Rezensionsexemplar!

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Mit „Böse“ konnte die Autorin Dr. Shaw aus meiner Sicht definitiv an ihren Erfolg von „Das trügerische Gedächtnis“ anknüpfen. Es ist ihr erneut gelungen, die wissenschaftlichen Inhalte auch für Laien anschaulich zu präsentieren, ohne sie dabei zu stark zu vereinfachen oder übermäßig zu abstrahieren. Neben ihrer fachlichen Kompetenz besticht Shaw durch einen sehr angenehmen Schreibstil, der sich durch das Zuziehen vieler gedanklichen Szenarien, wissenschaftlicher Studienergebnisse und Alltagssituationen auszeichnet. Interessant finde ich auch, dass sie mit ihren persönlichen Einstellungen durchaus offen umgeht und so sozusagen die vermittelten Erkenntnisse kommentiert. Während es bei anderen Sachbüchern durchaus unangenehm auffallen könnte, wenn der Autor „immer seinen Senf dazugibt“ und sich somit in den Mittelpunkt drängt, schafft Shaw die schmale Gratwanderung und wirkt gewohnt sympathisch. Inhaltlich wird ein großes Spektrum abgedeckt, was sich folglich negativ darauf auswirkt, wie intensiv die einzelnen Themen abgehandelt werden können. Obwohl ich die thematische Vielfalt schätze, hätte ich mir an einigen Stellen etwas mehr „Tiefe“ gewünscht. Die tiefenpsychologischen Hintergründe menschlicher Verfehlungen sind meiner Meinung nach etwas zu kurz gekommen. Das Buch bietet aber durch zahlreiche Querverweise und Literaturvorgaben zahlreiche Möglichkeiten, sich den eigenen Interessen entsprechend weiterzubilden. Insgesamt ein schönes Sammelsorium an „Bösem“, das sich leicht lesen lässt und zum Nachdenken anregt. Würde ich weiterempfehlen!

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Das psychologische Buch Böse- Die Psychologie unserer Abgründe ist ein spannendes aber auch interessantes Buch über die schlechten Seiten unserer Psyche. Während es das Wort Böse neu definiert und jede noch so kleine, als schlecht angepriesene Tat, neu darstellt und in ein anderes Licht rückt. Seien es sexuelle Fetische oder die Grundpfeiler des Bösen, jedes Thema wird von einer anderen Seite betrachtet und regt zum mitdenken und vor allem zum Umdenken an. Um auf die einzelnen Teile des Buches einzugehen, fange ich hier mit dem Abschnitt unseres inneren Sadisten an. Als Einstieg war es ein sehr guter Teil. Erst werden die Grundpfeiler genauer betrachtet und das Wort Böse neu dargestellt um im weiteren nicht immer nur zu sagen, dass ist böse sondern um die Ecke zu denken. Dabei werden viele Forscher vorgestellt um die Aussagen mit Theorien zu belegen. Der Abschnitt ließ sich leicht und mit Humor lesen da man doch bei dem ein oder anderen Satz schmunzeln muss. Vielleicht findet der ein oder andere auch noch was über sich raus. Abschnitt zwei umfasste das Thema Mord aber auch die Mordfantasien die wohl jeder von uns mal hatte. Spannend ist dabei zu bemerken, dass tatsächlich das ein oder andere Mal die Erinnerung an Mordfantasien oder ähnliches in den Kopf kamen. Im dritten Abschnitt geht es um die Psychologie der Unheimlichkeiten oder auch mit der Überschrift zu betiteln, es geht um eine Freakshow. Wieso machen uns Clowns und andere psychische Erkrankungen so viel Angst und warum sehen wir in einer psychischen Erkrankung etwas schlechtes oder mit Mangeln behaftetes. Besonders gefiel mir hierbei wieder, wie die Autorin auf die Bezeichnung des schlechten einging. Was ist schlecht und warum sehen wir ein psychologisches Makel als schlecht. Dieser Abschnitt hat mir am allerbesten gefallen da mich Erkrankungen des Geistes besonders interessieren. Über die Cyberwelt wird in dem kommenden Abschnitt gesprochen wobei ich hierbei weniger interessiert war, da mich diese Welt nie wirklich ansprach und doch versuchte die Autorin auch dies dem interessierten Leser nahezubringen. Ein weiteres Lieblingskapitel des Buches ist die Perversion. Welche perversen Eigenarten kann der Mensch haben und woher kommt dieses denken. Wieso ist es ein Taboothema für uns öffentlich über Dinge wie BDSM zu reden und wie kann dies geändert werden. Lustig fand ich hier der Abschnitt der sich damit beschäftigt, wie unser Gehirn auf das schauen eines Pornofilmes reagiert. Viele von uns finden Pädohebephile schlimm und schrecklich aber was versteckt sich hinter dieser Erkrankung (ja es ist eine Erkrankung) und wie reagiert das Gehirn desjenigen, der daran erkrankt ist. Allgemein geht es häufig darum, dass all das „böse“ von unserem Gehirn aus gesteuert wird. Von Kapitel zu Kapitel wird es spannender und interessanter so geht es in Kapitel sieben um Sklaverei und alles was sich um die Arbeitswelt und deren dunkle Seiten dreht. Man sieht, es wird von Kapitel zu Kapitel düsterer und das beschreibt gut den Aufbau des Buches. So wird man jedoch auch nicht direkt abgeschreckt sondern langsam an das Thema herangeführt. Abschließend wird über sowas wie Nazis und Terrorismus gesprochen. Dabei wird all das nicht gut geredet. Es wird von einer wissenschaftlichen Seite betrachtet. Beinahe Nüchtern würde ich sagen jedoch schafft es die Autorin in jedes Kapitel etwas Humor reinzubringen ohne das es wie ein wissenschaftliches Buch wirkt. Alles in allem finde ich das Buch sehr gut und ansprechend für jeden, der sich gerne mit Psychologie und auch Neurologie befassen möchte. Es schreckt nicht ab und ist gut aufgebaut. Insgesamt erhält dieses Buch von mir vier von fünf Sternen.

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