Leserstimmen zu
Das Versprechen des Bienenhüters

Christy Lefteri

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Das Versprechen des Bienenhüters“ erzählt die Geschichte Nuris, einem Bienenzüchter aus Aleppo, dessen Frau Afra und ihrer Flucht aus dem vom Bürgerkrieg zerstörten Syrien. Vor dem Krieg lebte Nuri gemeinsam mit seiner Frau Afra und ihrem kleinen Sohn Sami in einem hübschen Bungalow am Rande Aleppos. Nuri betrieb gemeinsam mit seinem Cousin Mustafa eine Bienenzucht, während Afra malte und ihre Bilder erfolgreich auf dem Markt verkaufte. Als der Krieg ausbricht, zögert die Familie zunächst zu fliehen, doch als Sami bei einem Bombenangriff stirbt und Nuri von Regimesoldaten aufgehalten wird und gezwungen werden soll, mitzukämpfen, entschließen sich Nuri und Afra, die bei dem Angriff erblindet, das Land doch zu verlassen. Ihre Flucht führt sie zuerst auf dem Landweg bis nach Istanbul und schließlich wagen sie die Überfahrt nach Griechenland mit dem Schlauchboot, getrieben von der Hoffnung, bis nach England zu kommen, wo Mustafa bereits mit seiner Familie auf sie wartet. Auf der Flucht treffen die beiden den kleinen Mohammed, der keine Eltern zu haben scheint und mit ihnen gemeinsam nach Griechenland flieht, aber dann auf der Insel, auf der sie ankommen, verloren geht. Der Leser erlebt die grauenhaften Umstände der Flucht, die widrigen Umstände in den griechischen Lagern und, als die beiden letztendlich England erreichen, wie belastend das Asylverfahren für die Betroffenen ist. Die Geschichte ist aus Nuris Perspektive erzählt und wechselt in der Zeitebene zwischen dem Leben der beiden in ihrer Asylunterkunft in England und dem Leben in Aleppo bzw. auf der Flucht. Der Roman ist kurzweilig erzählt und lässt sich flüssig lesen. Obwohl das Ende vorweg genommen ist (Nuri und Afra schaffen es schließlich nach England), bleibt das Buch spannend und man möchte wissen, was mit Nuri und seiner Familie passiert ist auf der Flucht. Die Auflösung um Mohammeds Geschichte ist sehr gelungen, ich habe sie, auch trotz kleiner Andeutungen, so nicht kommen sehen. Auch sehr gelungen fand ich Nuris Beobachtungen der „Einheimischen“ in England. Man konnte dadurch auch selbst reflektieren, wie befremdlich die eigenen Gewohnheiten auf jemanden wirken müssen, der gerade erst kurz in einem ihm fremden Land ist. Schade war aber, dass die Figuren teilweise nur sehr oberflächlich ausgearbeitet wurden. Beispielsweise über Afra erfährt man fast gar nichts, außer dass sie sehr schön malt und ab und an ein paar Plattitüden von Nuri. Auch die Figur des Mustafa bekam nicht wirklich Tiefe. Die Emails, die er und Nuri während der Flucht austauschen bleiben größtenteils leider etwas belanglos. Es fällt einem dadurch schwer, mit den beiden Personen mitzufühlen. Insbesondere Afra fand ich dadurch, dass nichts über ihre Motivationen klar wurde, die ersten Teile des Buches hindurch teilweise richtiggehend unsympathisch. Nuri selbst ist als Erzähler besser ausgearbeitet, aber auch über seine Motivationen bleibt man oft im Dunkeln. Die Bienen sind ein Hauptmotiv des Romans bzw. Nuris Liebe zu ihnen, es ist aber schade, dass auch hier vieles nur oberflächlich bleibt. Auch das Leben in Syrien selbst und die Folgen des Bürgerkriegs für die Bevölkerung hätte ich mir mehr ausgearbeitet gewünscht. Für die Geschichte und die Ideen würde ich an sich gerne fünf Sterne vergeben, auch weil es meiner Meinung nach sehr wichtig ist, dass das Thema Flucht und Fluchtgründe, einem weiteren Publikum zugänglich gemacht werden. Durch die, meiner Meinung nach, oberflächliche Darstellung der Figuren und ihrer Geschichte, konnte man aber leider oft nicht immer mit den handelnden Personen mitfühlen und hat nach der Lektüre auch nicht den Eindruck, ein Gefühl für das Leben in Syrien zu bekommen.

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... mit der Heimat im Herzen!

Von: CP

17.09.2019

"Das Versprechen des Bienenhüters" von Christy Lefteri ist ein stiller, einfühlsamer Roman, der den Leser einlädt, an einer ereignisreichen Flucht teilzuhaben. Vorsicht Spoiler! Nuri und seine Frau Afra verlieren durch den grausamen Bürgerkrieg in Syrien nicht nur ihre Heimat. Ihr gemeinsamer Sohn Sami wird kurz vor ihrer Flucht bei einem Bombenanschlag getötet. Der kleine Junge stirbt in den Armen seiner Mutter. Schwer traumatisiert machen Nuri und Afra sich auf den Weg, wobei sie zwar nie ihr Ziel, sehr wohl aber sich selbst als Menschen und Paar aus den Augen verlieren. Nuri zieht sich zurück in eine Schweinwelt, die ihn immer tiefer in einen gefährlichen, illusionären Strudel zieht, aus dem es fast kein Entkommen mehr gibt. Seine einzige Hoffnung ist die Erinnerung an seine Heimat Syrien. Afra hat sich nach dem Tod ihres Sohnes in der Dunkelheit verschlossen, sie erblindet. Ihr Ziel ist Großbritannien, wo die beiden einen Teil ihrer Familie wiederzusehen hoffen. Mit seiner hilflosen Frau an der Seite macht Nuri sich auf den Weg und hat wie Millionen anderer Flüchtender viele Stationen zu durchlaufen. Beide erleben Dreck, Kälte, Hitze, räumliche Enge und menschliche Verelendung. Sie erfahren Hilfe und Ablehnung, müssen aber auch erkennen, dass ihr Schicksal kein Einzelschicksal ist. Sein Wille, der Hölle des Flüchtlingselends zu entkommen ist es, der Nuri sämtliche moralischen Grenzen überschreiten lässt. Er stiehlt, arbeitet als Drogenkurier und mordet sogar. Leider aber wird Afra ein Opfer dieser moralischen Grenzüberschreitung. Trotz aller Widrigkeiten und Hindernisse gelingt ihnen die Flucht nach Großbritannien und die allmählich wieder einkehrende Ruhe offenbart Nuri und Afra die Chance, sich als Paar langsam wieder zu finden in einem neuen Land, einem neuen Leben. Christy Lefteri gelingt es, dem Leser eine neue, eine andere Sichtweise der immer noch aktuellen und oftmals kontrovers diskutierten Themen Flucht und Asyl zu vermitteln, ohne dabei in ihrem Schreibstyl kitschig, pathetisch oder gar anklagend zu wirken. Leider fehlt diesem/ihrem Styl m. E. phasenweise die Leidenschaft. Ich hatte leichte Schwierigkeiten, in das Buch rein zukommen, es hat doch etliche Seiten gedauert, bevor die Autorin mich mitnehmen konnte, darum auch nur drei von fünf möglichen Sternen. Christy Lefteri beschreibt die tief in jedem Menschen verwurzelten Sehnsüchte nach Heimat und Frieden (wohl dem, der beides hat!). Die Gratwanderung zwischen erforderlicher Empathie und notwendiger Sachlichkeit gelingt ihr gut und das ist es dann auch wohl, was diese fiktive Geschichte so authentisch macht. Menschen wie Nuri und Afra würden wohl lieber heute als morgen in ihre Heimat zurückkehren wollen, wenn sie die Möglichkeit hätten. Aber es bleibt ihnen nichts anderes übrig, als sich ihre Heimat in der Erinnerung, im Herzen zu bewahren.

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„Ich fürchte mich vor den Augen meiner Frau. Sie sieht nicht heraus, und niemand kann durch sie hereinschauen. Sie sind wie Steine, graue Kiesel am Meeresufer. <...> Seht sie euch an, denn ich befürchte, sie verschwindet allmählich.“ (Auszug S. 7, Anfang) Bedrückend und schier hoffnungslos beginnt der Roman rund um den syrischen Bienenhüter Nuri und seine Frau Afra, die im Krieg nicht nur ihren Sohn, sondern auch Freunde und ihr Zuhause verloren haben. Sie machen sich als Flüchtlinge auf den Weg und erreichen über die Türkei und Griechenland letztendlich Großbritannien, wo sie auf ihre Aufnahme als anerkannte Flüchtlinge in einer B&B-Pension warten. Die Geschichte wird uns in zwei Ebenen erzählt: der aktuellen in England und der vergangenen in der Heimat und auf der Flucht. Diese beiden Erzählebenen werden ganz besonders verbunden: Die Kapitelüberschrift des Heimat-/Fluchtkapitels wird mit einem Wort als Überschrift eingeleitet, welches gleichzeitig das letzte Wort im England-Kapitel ist... so etwas lyrisch gekonntes habe ich bislang noch nicht gelesen. Es bringt einem einerseits beim Lesen zum Stocken, andererseits zeigt es die Verbindung von Alt und Neu – von Vergangenheit und Gegenwart. Passend hierzu bekommen wir LeserInnen auch ein wunderschön und treffend gestaltetes Buchcover auf dem Schutzumschlag geschenkt: die Farben erinnern an Honig, die Waben an die Bienenstöcke Aleppos, die Zeichnung an das künstlerische „innere“ Auge Afras und der laufende Junge hat eine ganz besondere Bedeutung in den Träumen Nuris... Der Roman lebt von kleinen Anektdoten wie z.B. der flügellosen Hummel, die der sensible Nuri rettet und die von einem Mitbewohner des B&Bs einen kleinen Blumengarten zum Überleben geschenkt bekommt. Verschiedene Nationen unter einem Dach halten zusammen... dazu im Gegensatz die Kriegszeit in Aleppos und besonders eindrücklich die Zeit in dem Flüchtlingslager in Griechenland, wie Hoffnung und Ausbeutung so nahe beinander liegen. Ja, die Geschichte ist nicht einfach zu lesen; die Stimmung wirkt zumeist bedrückend, man sollte aber auch nicht die kleinen Hoffnungsschimmer beim Lesen außer Acht lassen. Gekonnt werden gute wie schlechte Zeiten ineinander verworben in einer starken Bildsprache, die der Thematik und vor allem der Lebensart Nuris und Afras angemessen ist. Hier auch ein großes Kompliment an die Übersetzerin Bettina Spangler, die diese schriftstellerische Leistung gekonnt in die deutsche Sprache übertragen hat. Keine leichte Kost, aber ein Beispiel der Hoffnung und Sensibilität, die diesen Roman zu einem besonderen Lese-Highlight macht; gerade auch mit dem Hintergrundwissen, dass die Autorin zwei Jahre hintereinander die Sommermonate in einem Unicef-Geflüchtetenlager als Freiwillige hautnah das Leben in Athen miterlebt hat und dies wirklich eindrucksvoll in ihr Buch eingearbeitet hat – für mich mit der stärkste Teil des Romans. Wer fernab von „Realitäts-“Journalismus einmal eine andere Seite syrischer Einwanderer lesen möchte, dem mag ich diesen Roman sehr ans Herz legen. Für mich ein Highlight im Bücher-Herbst.

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Die Flucht des Bienenhüters

Von: Luna

13.09.2019

Dieser Roman hat mir sehr gut gefallen und vorallem unheimlich berührt. Natürlich haben wir seit ca. 2015 einiges aus den Medien über die "Flüchtlinge" erfahren, aber was wissen wir denn schon großartig über diese Menschen, deren Leben, deren Leiden ? Genau das vermittelt einem das Buch - sich einmal wirklich Gedanken dazu zu machen. Mitleid ist hier fehl am Platz, denn das hilft keinem. Mitgefühl ist gefragt und Hilfe, insofern man helfen kann. Eindringlich und eindrücklich wird hier die Geschichte einer Bienenhüter/züchter Familie aus Aleppo erzählt und diese aus allen Ecken beleuchtet. Freude und Leid, schöne und traurige Ereignisse, die sich in ihrem Leben ereignen - vor, während und nach der Flucht, vor den Grausamkeiten, die in diesem Land passieren. Von mir eine absolute Leseempfehlung !

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Man liest viel über Menschen aus Syrien, die in ein anderes Land flüchten müssen. Wir sind genervt. Wir weigern uns oftmals hinter die Kulissen zu schauen. „Das Versprechen des Bienenhüters“ ist eine Geschichte, die mich sehr zum Nachdenken angeregt hat. Man darf nicht alle über einen Kamm scheren. Das ist manchmal schwer, angesichts der vielen Attentate. Nuri ist glücklich in seiner Heimat. In Aleppo führt er ein beschauliches, einfaches Leben. Seine Frau Afra geht in der Mutterrolle auf. Der kleine Sami hängt stets an ihrem Rockzipfel. Nuri und Sami vergöttern ihren kleinen Racker abgöttisch. Nuri liebt seine Arbeit als Imker über alles. Sein Cousin Mustafa stellt aus Honig wunderbar duftende Seifen und Cremes her. Mustafa kocht gerne für seine Gäste. Eigentlich kocht er nicht, er zelebriert Gerichte. Langsam und mit Bedacht stellt er die Speisen her, was seine Frau manchmal zu Weißglut bringt. Die Beschreibungen der Familie haben in mir den Wunsch geweckt, an den gemeinsamen Essen teilzunehmen. Einfache Gerichte liebevoll zubereitet, die in einer harmonischen Gemeinschaft verzehrt werden. Dann herrscht Krieg. Diese unsinnigen Gewattätigkeiten haben dem kleinen Sami das Leben gekostet. Nicht nur Afras Augenlicht ist verloren gegangen. Nein! Vor allem ihr Lebenswille schwindet immer mehr. Sie sitzt in ihrem Haus und wartet darauf endlich von einer Bombe getroffen zu werden. Nuri zeigt viel Geduld. Er weiß, egal was passiert ist, in einem anderen Land wartet ein neues Leben auf sie. Nuri und Afra haben mich sehr berührt. Ihre Flucht ist gefährlich. Die Beschreibungen in Griechenland fand ich am spannensten. Dem Leser wird gezeigt, dass selbst ehrliche Menschen sich in schmutzige Geschäfte einlassen um zu übeleben. Nuri hat viel mehr unter diesem sinnlosen Krieg zu leiden, als man denkt. Afra hat ihr Augenlicht verloren. Dennoch wird gerade sie uns aufklären, was mit Nuri los ist. Diese bittersüße Geschichte hat sich so bestimmt schon oft in der Realität zugetragen. Nuri und Afra haben eine beschwerliche Reise auf sich genommen. Viele Menschen kreuzen ihren Weg. Viele traumatisierte Menschen helfen sich gegenseitig. Einige stellen eine große Gefahr da. Die Geschichte wird aus der Sicht von Nuri erzählt. Der Schreibstil ist stellenweise poetisch. Die Szenen von Nuris Heimat würden eigentlich dazu einladen, dieses wunderbare Land zu besuchen. Vielleicht ist das irgendwann mal möglich. Träumen darf man. Träume haben sämtliche Syrern die Kraft gegeben weiter zu machen. Eine absolute Empfehlung von mir. Danke Christy Lefteri.

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Inhalt: Nuri ist Bienenhüter und lebt mit seiner Frau Afra und seinem kleinen Sohn Sami im syrischen Aleppo. Er liebt seinen Beruf und ist glücklich. Doch dann zerstört der Krieg alles. Nuris Sohn Sami wird bei einem Bombenanschlag getötet und seine Frau Afra erblindet. Nuri und Afra müssen fliehen und versuchen, nach England zu gelangen. Denn dort wartet Nuris Cousin Mustafa auf ihn, der schon vor den beiden aus Aleppo geflüchtet ist. Mit ihm wartet ein neuer Bienenstock und ein neues Leben auf Nuri und Afra. Die Trauer um Sami und die Erinnerung an glückliche Zeiten begleiten Nuri und Afra auf ihrem beschwerlichen Weg. Werden Nuri und Afra trotz aller Schwierigkeiten sich die Hoffnung auf ein neues Leben bewahren können und – vor allem – werden sie nach all den schrecklichen Erlebnissen wieder zueinander finden? Meine Meinung: Ein Buchcover mit Aussagekraft Das Buchcover von „Das Versprechen des Bienenhüters“ gefällt mir unglaublich gut, denn es passt einfach perfekt zum Inhalt des Buches. Beim Betrachten fühle ich Beklemmung und Angst, die Nuri und Afra erlebt haben müssen. Aber es strahlt durch die Bienen und Bienenwaben auch ein wenig Hoffnung und Zuversicht aus. Ein besonderer Schreibstil, der sehr berührt Der Schreibstil von Christy Lefteri ist sehr flüssig und mitreißend. Ich war schon nach den ersten gelesenen Seiten mitten in Nuris Leben und somit ganz tief im Buch verankert. Die Handlung wechselt immer zwischen der Gegenwart, die sich für Nuri und Afra in England befindet und der vergangenen Erlebnisse ihrer Flucht und ihrer Zeit in Aleppo. Hierbei hat mir ein Detail unglaublich gut gefallen, das ich so bisher in keinem Buch erlebt habe: Immer wenn die Handlung von der Gegenwart zurück in die Vergangenheit wechselt, fehlt das letzte Wort im Kapitel. Dieses Wort befindet sich dann als Überschrift im nächsten Kapitel und ist auch gleichzeitig das Wort des ersten Satzes im Kapitel der Vergangenheit. Für mich war dies ein Bildnis dafür, wie sehr die Vergangenheit und die Gegenwart für Nuri, aus dessen Sicht das Buch erzählt ist, verwoben sind und hat mich immer wieder absolut fasziniert. Außerdem war so immer ziemlich genau klar, dass es nun wieder in die Vergangenheit geht. jeder Charakter hat sein eigenes Schicksal Nuri ist ein toller Charakter, der mich sofort für sich einnehmen konnte. Seine Begeisterung für seine Arbeit mit den Bienen, die von seinem Cousin Mustafa auf ihn übergegangen ist, und auch sein Handeln in allen Schwierigkeiten hat mich tief berührt. Er wirkt immer stark und überlegt. Natürlich spürt man auch bei ihm, dass er Angst hat und oft hilfslos ist, doch irgendwie habe ich immer gedacht, dass Afra sehr froh sein kann, diesen wunderbaren Mann an ihrer Seite zu haben. Afra wirkt nämlich eher schwach und passiv in ihren Handlungen. Auch ist es mir zu Beginn an etwas schwer gefallen, mit Afra warm zu werden, was sich dann aber im Laufe des Buches gegeben hat. Dennoch finde ich, dass die Autorin gerade mit Nuri einen unglaublich tollen Protagonisten geschaffen hat, denn bei ihm muss man ganz genau hinsehen, um wirklich alles wahrzunehmen, was ihn bewegt bzw. belastet. Überhaupt treffen Nuri und Afra im Laufe ihrer Flucht auf viele unterschiedliche Charaktere, die alle ergreifende und in manchen Fällen wirklich mehr als erschreckende Geschichten zu erzählen haben. Natürlich gibt es gute und weniger gute Menschen, mit denen sie zu tun haben. Alle Schicksale haben mich sehr bewegt und berührt. berührend mit aktuellem Hintergrund Da vorne im Buch von der Autorin erzählt wird, dass sie 2016 und 2017 in den Sommermonaten als Freiwillige in einem Lager für Geflüchtete in Athen geholfen hat und die Geschichten der Menschen, die ihr dort erzählt worden sind, sie zu diesem Buch inspiriert haben, macht es das Buch für mich zu etwas sehr Besonderem. Ich habe die Geschichte von Nuri und Afra fasziniert verfolgt und viele spannende, berührende, erschreckende, traurige, aber auch glückliche Momente beim Lesen erlebt. Ich werde dieses Buch bzw. Nuris und Afras Geschichte sicherlich noch sehr lange in meinem Herzen tragen, denn der Gedanke an ihr Schicksal, das so viele Menschen in ähnlicher Weise teilen, ist für mich sehr bedrückend. Mein Fazit: „Das Versprechen des Bienenhüters“ von Christy Lefteri ist eine sehr berührende Geschichte mit aktuellem Hintergrund. Ein mitreißender und besonderer Schreibstil haben mir unbeschreibliche Lesestunden beschert, in denen ich mit Nuri und Afra gehofft, gelitten, geweint, aber auch glückliche Momente erlebt habe. Ich bin dankbar, dieses Buch gelesen zu haben und kann daher nur eine absolute und unbedingte Leseempfehlung aussprechen.

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Nuri und Afra sind ein Ehepaar aus Aleppo in Syrien. Sie haben einen Sohn, Sami, doch dieser stirbt bei einem Bombenanschlag. Zudem erblindet Afra bei ebendiesem Anschlag. Nuri war bis zu seiner lange hinausgezögerten Flucht Imker, gemeinsam mit seinem Cousin Mustafa. Sie betrieben zusammen einen Laden, in dem sie ihre eigens entwickelte Kosmetik aus Honig verkauften. Doch als sich die politische Situation zusehends zuspitzt, schickt Mustafa erst seine Ehefrau und Tochter nach Großbritannien und nach dem Tod seines Sohnes begibt sich auch er selbst auf die Flucht. Als Nuri und Afra sich endlich auf den langen und schwierigen Weg nach Europa begeben, hat sich die gesamte Situation stark verschlimmert. Ihre Flucht ist mühsam und lange und fordert viele Opfer. Christy Lefteri ist mit diesem Roman ein tolles Debut gelungen. Sie hat einen sehr gelungenen Aufbau des Buches gewählt, denn jedes Kapitel ist in zwei Abschnitte gegliedert, nämlich Gegenwart und Vergangenheit, beides immer durch ein gemeinsames Wort verbunden. Auch ihr Schreibstil ist einzigartig, er ist abwechlungsreich, bildhaft und zutiefst emotional berührend. Die Gestaltung der Personen ist ihr absolut realitsch gelungen. Ihre Erfahrungen durch die Arbeit mit geflüchteten Personen war deutlich aus jeder Seite herauszulesen. Dieser Roman hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Das Schicksal der beiden Protagonisten hat mich zu Tränen gerührt und ich konnte jede Handlung nachvollziehen. Dieses Buch hat mich zum Nachdenken gebracht und für längere Zeit emotional berührt. Eindeutig mein neues Lieblingsbuch.

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Kurzbeschreibung Nuri ist Bienenhüter, mit seiner Familie führt er ein einfaches, aber erfülltes Leben im syrischen Aleppo. Bis das Undenkbare passiert und der Krieg ihr Zuhause erreicht. Nuris kleiner Sohn Sami wird bei einem Bombenanschlag getötet, seine Frau Afra erblindet. Sie müssen fliehen, um zumindest ihr eigenes Leben zu retten. Die Trauer um Sami und Erinnerungen an das einst glückliche Leben begleiten sie auf dem langen, gefährlichen Weg durch eine Welt, die nicht auf sie gewartet hat und selbst die Mutigsten in die Knie zwingt. Doch in England wartet Nuris Cousin Mustafa mit einem Bienenstock, der neuen Honig und neues Leben verspricht. Aber die größte Herausforderung liegt noch vor Nuri und Afra: wieder zueinander zu finden und gemeinsam die Hoffnung an ein neues Leben zu bewahren. (Quelle: Limes Verlag) Meine Meinung Der Roman „Das Versprechen des Bienenhüters“ stammt von Christy Lefteri. Es ist das Debüt der Autorin und ich wurde hier besonders vom Cover angesprochen. Nachdem ich auch den Klappentext kannte war mir klar dieses Buch muss auf meine Leseliste. Und so habe ich mich nach dem Erhalt dann auch direkt ans Lesen gemacht. Die Charaktere dieses Buches hier werden von der Autorin sehr gut dargestellt und ins Geschehen integriert. Ich empfand sie alle als vorstellbar und authentisch dargestellt. Nuri lebt mit Frau und Sohn in Aleppo. Sein Beruf ist seine Leidenschaft, er liebt die Bienen. Es ist eine glückliche Atmosphäre bis zum Krieg. Der Sohn kommt um und Nuri und seine Frau müssen flüchten. Als Leser lernt man die Familie sehr gut kennen, bekommt einen guten Einblick in das Leben und erlebt dann auch die schwierige Flucht. Ich konnte mich sehr gut in Nuri und seine Frau hineinversetzen, konnte mit ihnen mitfühlen. Es sind aber nicht nur Nuri und seine Frau, die man als Leser kennenlernt, hier gibt es noch viele weitere Flüchtlinge, die integriert wurden. Es sind alles individuelle Schicksale, die sich gut zusammenfügen. Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig und gut zu lesen. Man kann dem Geschehen sehr gut folgen und als Leser auch alles verstehen. Die Handlung hat mich wirklich beeindruckt. Die Autorin greift hier ein wirklich hochaktuelles Thema auf, versucht dieses dem Leser näherzubringen. Das Geschehen hat mich wirklich auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle geschickt, es wirkt alles sehr emotional und ergreifend. Es ist der Weg aus einem Land in Sicherheit, ein Weg der sehr steinig ist. Doch es ist nicht nur ein Buch über Schicksale, es öffnet auch Augen, macht das Thema Flüchtlinge greifbarer, noch realistischer als es bereits ist. Das Ende ist dann in meinen Augen genau passend. Die Autorin erklärt ja bereits zu Anfang wie es letztlich ausgeht. Mich hat dies gar nicht gestört, eher im Gegenteil, ich wurde nur neugieriger darauf wie der Weg der Flüchtlinge wirklich ist. Fazit Kurz gesagt ist „Das Versprechen des Bienenhüters“ von Christy Lefteri ein gelungenes Debüt, das mich vollkommen für sich gewinnen konnte. Gut dargestellte Charaktere, ein flüssiger sehr gut zu lesender Stil der Autorin sowie eine Handlung, die ich als realistisch empfand und die ein hochaktuelles Thema aufgreift, haben mir bewegende Lesestunden beschert und mich überzeugt. Wirklich zu empfehlen!

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