Leserstimmen zu
Das Versprechen des Bienenhüters

Christy Lefteri

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Grandios

Von: SarahV

26.04.2020

Christy Lefteri ist für mich bisher die beste Neuentdeckung des Jahres. Inspiriert von den Geschichten, die ihr Menschen während ihrer Zeit als Freiwillige in einem Geflüchtetenlager in Athen erzählten, legt die eigentlich in London lebende Autorin mit „Das Versprechen des Bienenhüters“ einen zutiefst berührenden Roman über die Flucht von Nuri, einen Bienenhüter aus Syrien, und dessen im Krieg erblindeten Frau Afra vor. Stets mit einer Träne im Auge bin ich in kürzester Zeit durch diesen Roman geflogen. Christy Lefteris Art zu schreiben, hat mich betrübt und zugleich hoffnungsvoll gestimmt. Ein grandioser Debütroman!

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Nuri stammt aus Aleppo. Mit seiner Frau Afra ist er auf der Flucht, denn in seiner Heimat herrscht Krieg. Bei einem Bombenangriff wurde Sami, der kleine Sohn des Ehepaars, getötet, und Afra ist seitdem erblindet. Aus Nuris Sicht erleben die Leser eine aufreibende, gefahrvolle und kräftezehrende Flucht. Ihr Ziel ist England, denn dort wartet Nuris Cousin Mustafa mit seiner Familie. Nuri und Afra sind sich in letzter Zeit fremd geworden. Während der Flucht ändern sich jedoch die Vorzeichen. Je mehr Afra aus ihrer Lethargie auftaucht, in die sie sich seit Samis Tod geflüchtet hat, umso mehr zieht sich Nuri in sich zurück. Der Ich-Erzähler wird zunehmend von Alpträumen und Wahnvorstellungen geplagt. Auch sorgt er sich um einen kleinen Jungen, dem er unterwegs begegnet und sich seiner annimmt, doch eines Tages ist Mohammed wie vom Erdboden verschluckt. Nach langer Suche setzen Nuri und seine Frau die Reise fort. Was es mit Mohammed auf sich hat, erfährt man so ziemlich am Ende des Romans. Auf ihrer langen Reise haben Nuri und Afra viele Begegnungen. Die verschiedenen Charaktere und ihre Schicksale berühren, und doch bleiben sie auf Distanz. Vieles bleibt unausgesprochen. Für mich liegt darin ein Ausdruck der verschlossenen Gefühle, weil es die Menschen zu sehr schmerzt, über ihre Erlebnisse zu berichten. Vieles erzählt Nuri recht emotionslos, vermutlich als Selbstschutz. Nur wenn er in die Vergangenheit zurückblickt, als die Welt in Syrien noch in Ordnung war und er, zusammen mit Mustafa die gemeinsamen Bienenvölker versorgte, werden seine Beschreibungen blumig und geradezu schwärmerisch. Aber diese schönen Rückblicke sind rar. Es gibt immer wieder Zeitsprünge im Buch, wo Nuri zurück blickt, jedoch sind da auch sehr viele unangenehme Erfahrungen, die er und Afra kurz vor der Flucht machen mussten. Es sind schreckliche, geradezu unaussprechlich grausame Dinge, die der Erzähler verkraften muss. Man weiß von Anfang an, dass Nuri und Afra wirklich in England ankommen. Obwohl der Roman weitgehend aus Analepsen besteht, war es für mich fesselnd, den hier wird deutlich, was Menschen, die aus einem Kriegsgebiet fliehen, alles durchmachen müssen. Obwohl man den Protagonisten nicht wirklich nahe kommt, so hat mich doch ihr Schicksal berührt. Auch wenn vieles vage und ungeklärt ist, so gibt es doch ein Fünkchen Hoffnung in der ganzen Geschichte. Das Buch ist insgesamt sehr liebevoll gestaltet. Das ganze Design drückt Nuris Liebe zu den Bienen aus, und man findet die nützlichen kleinen Insekten auch in großer Zahl, nicht nur auf dem Einband und dem Vorsatzpapier, sondern jeden Kapitelanfang ziert die kleine Illustration einer Biene. Eine Besonderheit im Roman sind die Zeitsprünge. Beim Wechsel in einer andere Zeitebene beginnt das folgende Kapitel mit dem Wort, mit dem das vorherige endet. Auch wenn mich ein paar Kleinigkeiten im Buch gestört haben, so ist es doch ein Roman, der erschreckend authentisch ist und keinen kalt lässt. Nuris und Afras Geschichte hallt noch lange im Gedächtnis nach.

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Nuri und Afra

Von: Kristall86 aus An der Nordseeküste

08.02.2020

Syrien, genauer gesagt in Aleppo. Nuri liebt sie abgöttisch und ist fasziniert von ihnen - seine Bienen. Er ist Bienenhüter mit ganzem Stolz doch als der Krieg ausbricht zieht ein dunkle Seite über das Land. Nuris Sohn stirbt und Afra, seine Frau, verliert ihr Augenlicht. Die Flucht hat begonnen und ihre Reise führt ie, trotz der großen unendlichen Trauer um Sami, nach England wo Mustafa, Nuris Cousin auf sie wartet - mit einem Bienenstock im Gepäck. Für Nuri und Afra beginnt ein schwere und harter Weg ihrer Ehe - alles schien verloren und ein Neuanfang ist unausweichlich nur werden beide dafür bereit sein? Christy Lefteri hat mit diesem Buch ein richtiges Meisterwerk geschrieben! Dieses Buch hat mich sehr berührt und ich konnte es nur schwer aus der Hand legen. Als Leser dürfen wir sehr genau in die Leben von Nuri und Afra eintauchen. Lefteri zeigt in ihren Figuren sehr viel Gefühl und verpackt das zudem mit perfekten Worten die einem tief ins Herz gehen. Aber auch die negativen Seiten, hier in der Geschichte der Krieg, fangen beim lesen an, regelrecht zu belasten. Ich konnte Afras Trauer und die Not um ihren Sohn sehr gut nachfühlen aber auch Nuri verstehen. Das Symbol der Bienen, dass hier gewählt wurde, wird zum Hoffnungsträger und das wirkt in keinster Weise kitschig oder übertrieben. Lefteri geht mit feinen uns ausgewählten Worten vor und zieht uns Leser in den Bann. Es gab Momente da musste ich das Buchaber auch mal kurz zur Seite legen und alles sacken lassen. Die Geschichte hallt nach... Aber dennoch will man beide Parts verstehen und hofft das die Kluft zwischen Nuri und Afra bald verschwinden wird. Wie gesagt, Lefteri hat eine besondere und sehr lesenswerte Geschichte verfasst, die aktueller nicht sein könnte. Die Zeitenwandel zwischen Gegenwart und Vergangenheit sind ihr gut gelungen! Es werden immer mehr Puzzlteile sichtbar und fügen sich dann später zu einem ganzen zusammen. Ich kann dieses Buch nur jeden ans Herz legen! Unbedingt lesen! Deshalb gibt es auch 5 von 5 Sternen von mir!

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Zauberhaftes Buch

Von: Schönbach

13.12.2019

Ich muss sagen es ist ein zauberhaftes Buch, was voller Hoffnung und Zuversicht auch in aussichtsloser Lage handelt. Was aber auch die heutige Zeit und das Leben wiederspiegelt. Es sehr gelungenes , leichtverständliches Buch.

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In diesem Buch wird die Geschichte von Nuri erzählt, dieser ist einen Bienenhüter aus Aleppo, welcher mit seiner Frau aus Aleppo flüchten muss, weil der Krieg beginnt. Die Handlung wird in drei verschiedenen Zeitebenen erzählt und zwar vor dem Krieg, während der Flucht und in seiner neuen Heimat. Ich fand Nuris Geschichte sehr interessant und es war auch sehr emotional, denn die Autorin verheimlicht keine Details, sodass ich gerade die Abschnitte über die Flucht sehr belastend und brutal fand. Persönlich fand ich aber auch die Szenen in Aleppo sehr spannend, denn hier erfährt man, dass Nuri eine Bienenzucht mit seinem Cousin hatte und eigentlich nur ein schönes Leben haben wollte. Er hatte eine Familie, einen Sohn, aber er musste fliehen, obwohl er zuerst überlegt hat, ob er gehen soll oder nicht. Im großen und ganzen empfand ich das Buch als spannend, emotional, aber auch sehr informativ und es hat mir richtig gut gefallen. Es gibt auch noch einen Handlungsstrang mit Mohammed, welcher mich auch begeistert hat. Die Protagonisten waren gut beschrieben und ich konnte auch deren Taten sehr gut nachvollziehen. Nuri und seine Frau Afra würde ich auch als starke Persönlichkeit bezeichnen, denn es ist schon brutal, was die beiden alles durchmachen und ich hatte nicht das Gefühl, dass sich die beiden haben brechen lassen. Etwas mehr Tiefe hätte den Protagonisten aber doch gut getan, denn man hätte so noch mehr mit diesen mitfiebern können. Das Buch hat sich toll lesen lassen und ich fand den Schreibstil der Autorin toll, denn sie hat auch eher schwierige Themen sehr angenehm verpackt, sodass alles sehr flüssig und rund wirkte. Die Autorin konnte mich fesseln und es war stellenweise sehr spannend. Das Cover gefällt mir richtig gut. Fazit: Unterhaltsamer, spannender Roman, der wichtige Themen behandelt. Klare Weiterempfehlung von mir. 4 von 5 Sterne

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Nuris Weg

Von: Kerstin C.

10.11.2019

Das Cover strahlt mit seiner Farbwahl einfach nur Wärme aus. Bei näherer Betrachtung sieht man einen Jungen über die Wiesen rennen. Der Himmel deutet mit seinen Farben schon auf Feuer und Gefahren hin, die den Krieg in Syrien vielleicht andeuten sollen. Passend zum Beruf des Protagonisten fliegen zwei Bienen durch die Luft. Nach oben hin wird das Bild durch die Andeutung von Waben abgeschlossen. Für mich ein wirklich schönes Cover, das sehr gut mit der Geschichte harmonisiert. Für die Geschichte von Nuri braucht man etwas Ruhe und Zeit. So hat das Buch etwa zwei Monate auf meinem Nachttisch auf mich gewartet, bis ich bereit war für Nuris Flucht von Aleppo nach Großbritannien. Die Geschichte wird von Nuri aus der Ich- Perspektive erzählt. Die zwei Erzählstränge im Buch arbeiten aufeinander zu. Dabei finde ich die Überleitung von seinem aktuellen Aufenthaltsort in England zu seinen Etappen der Flucht sehr gelungen. Ich liebe kleine Wortspiele und die Überschrift seiner Fluchtetappen bildet sowohl das letzte Wort der Erzählung von England, als auch das erste Wort der Erlebnisse seiner Reise. Solche Kleinigkeiten fallen mir sofort ins Auge und zaubern ein Lächeln ins Gesicht. Nuri lebt mit seiner Frau Afra und seinem Sohn Sami in Aleppo bis der Krieg ausbricht. Dieser nimmt ihm alles was ihm lieb ist. Sein Sohn stirbt und seine Frau verliert ihr Augenlicht. Für Nuri gibt es nur noch einen Ausweg, seinem Cousin Mustafa zu folgen und irgendwie nach England zu gelangen. Christy Lefteri gelingt es auf eine spannende und bedruckende Art zu gleich Nuris Weg zu erzählen. Dabei habe ich das Gefühl, das unberührte Aleppo mit seinen Aprikosen- und Mandelbäumen direkt vor mir zu sehen. Ich wandere durch die Bienenstöcke und schaue mir Afras wunderschöne Bilder an. Dem gegenüber steht die Beschreibung vom Weg nach England. Die einzelnen Etappen der Flucht haben mich tief berührt. Hier greift die Autorin auf ihre Erfahrungen in einem Flüchtlingslager in Athen zurück, in dem sie als Freiwillige gearbeitet hat und den Menschen ein offenes Ohr geschenkt hat. Inspiriert durch die Erzählungen entstand die Geschichte von Nuri und Afra. Das Buch hat mich tief berührt und ließ mich eine ganze Weile innehalten. Welche Gefahren unsere syrischen Mitbürger auf sich genommen haben, in der Hoffnung auf ein friedlicheres Leben kann ich nach der Lektüre des Buches nur erahnen. Ich hatte beim Lesen immer wieder einen ganz speziellen Kunden aus der Apotheke vor Augen. Wie er uns seine Familie wohl den Weg hier her geschafft haben. Bisher habe ich mich noch nicht getraut zu fragen. Vielleicht nehme ich das Buch mal zum Anlass mit ihm ins Gespräch zu kommen. Ich kann das Buch nur jedem ans Herz legen, der offen ist für neue Wege. Ich habe das Buch verschlungen und mich von der Erzählung mit reißen lassen. Vom Gefühl her ist es für mich das Buch 2019, dass mich am meisten berührt hat. Und ich wünsche mir, dass viel mehr Menschen dieses Buch lesen und offen mit unseren ausländischen Mitbürgern umgehen. Es ist ein Buch was Hoffnung gibt auf eine farbenfrohe Zukunft.

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Ich muss gestehen, dass dieses Buch länger bei mir lag, als es sollte. Immer wieder habe ich es zur Hand genommen, einige Seiten gelesen, wieder weggelegt. Ich kam mit dem Buch nicht klar, weil mir der Schreibstil zu nüchtern war. Aufgrund dieses Schreibstils konnte ich mir weder Nuri, noch seine Frau Afra wirklich vorstellen, konnte leider keine Verbindung zu ihnen aufbauen. Warum habe ich trotzdem weitergelesen? Irgendwie hat mich trotzdem etwas an der Geschichte berührt. Ich wusste, dass Christy Lefteri die Geschichte erzählt, nachdem sie als Freiwillige in einem Flüchtlingslager in Athen gearbeitet hat. So oder so ähnlich ist also das Schicksal der Menschen in Aleppo. Das war es, was mich hat dran bleiben lassen. Die Autorin berichtet über etwas, was tatsächlich jetzt, heute und morgen, auf dieser Welt passiert. Bereits die ersten Seiten ließen mich erschaudern. Nuris und Afras Sohn Sami wird getötet, Afra selbst erblindet. Dass sie ihr Leben aufgegeben hat konnte ich nur zu gut verstehen. Trotz Nuris zureden, ist sie zunächst nicht bereit, Syrien zu verlassen. Nuri muss mit ansehen, wie junge Männer, fast noch Kinder, einfach so erschossen werden. Er selbst wird aufgefordert, zur Waffe zu greifen, sich den Soldaten anzuschließen oder zu sterben. Das ist der Punkt, an dem er gegen den Willen seiner Frau entscheidet, zu fliehen. Wir, die wir hier gut behütet aufwachsen, vermögen das ganze Ausmaß des Grauens gar nicht zu erfassen. Mir zumindest fällt das schwer. Es fällt schwer, sich einzugestehen, dass genau dies hier auf unserer Welt, in Ländern, die gar nicht mal so weit von uns entfernt sind, passiert. Einerseits passieren derart schreckliche Dinge, dass man Afra schütteln möchte, weil sie zunächst nicht bereit ist, zu fliehen, andererseits kann ich, als auch sehr heimatverbundener Mensch, gut nachvollziehen, dass man bleibt, so lange es geht. Es ist schwer, sich vorzustellen, wie verzweifelt man sein muss, um seine Heimat zu verlassen. Die Geschichte wird auf mehreren Ebenen erzählt. Ein Mal begleiten wir Nuri und Afra im Heute, sie haben England erreicht und sind dabei, einen Asylantrag zu stellen. Zum anderen begleiten wir sie mit dem Beginn kurz vor ihrer Flucht, über das Meer ins Flüchtlingslager nach Griechenland und weiter. Beide Erzählstränge haben ihre Berechtigung, denn nur durch die Rückblenden kann man verstehen, wie Nuri und Afra zu den Menschen geworden sind, die sie heute sind. Immer wenn der Strang wechselt, ist das letzte Wort des einen Erzählstrangs auch das erste Wort des neuen Strangs. So wusste man immer, wo man sich gerade befindet. Das hat mir sehr gut gefallen. Was ich gerne zugeben will ist, dass Christy Lefteri hier eine sehr wichtige Geschichte erzählt, die Einblick in die Seele der Menschen gibt, die vor Krieg und Tod fliehen müssen. Dennoch ist leider aufgrund des sehr nüchternen Erzählstils bei mir der Funke nicht übergesprungen. Ich vergebe 3 Sterne aufgrund der Aktualität des Themas. Empfehlen kann ich das Buch aber leider nur, wenn ihr eine nüchterne Erzählweise zu schätzen wisst.

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Nuri, der Bienenhüter und Afra, seine Frau, sind auf ihrer Flucht in England angekommen. In einem Land, dass sie nicht kennen, das ihnen Fremd ist, mit seinen Menschen und deren Leben und Gepflogenheiten. Nuri hofft, seinen Cousin in England zu treffen. Mit ihm zusammen wieder Bienen zu züchten. Denn Nuri war/ist ein Bienenhüter. Er versteht die kleinen pelzigen Honigsammler. Noch nie ist er ernsthaft von einer Biene gestochen worden. Das Leben hat ihm da schon übler mitgespielt. Er hat seinen Sohn verloren, in seinem Heimatland Syrien. In einer Stadt, die es zwar noch auf Landkarten gibt und Aleppo genannt wird, aber in Wirklichkeit nur noch aus Häusergerippe und staubigen, zerbombten Straßen besteht. Afra, seine Frau hat früher, vor dem Krieg, Bilder gemalt. Wunderschöne Bilder. Ihre Kunst wurde bewundert. Aber nun ist ihr Blick leer, sie kann tatsächlich, seit dem Tod ihres kleinen Jungen, nichts mehr sehen. Sie lebt in ihrer dunklen Welt. Still und schweigsam ist sie geworden. Auf ihrer Flucht, weg von dem Grab ihres kleinen Sohnes, hat das Paar einiges erlebt, das die Liebe zueinander auf eine harte Probe gestellt hat. Und das Leben in dem fremden Land, stellt sie erneut vor Probleme. „Sie hat diesen Ausdruck im Gesicht, … Er verleiht meiner Traurigkeit Substanz, macht sie spürbar, wie ein Pulsieren, aber es jagt mir auch Angst ein, Angst vor dem Schicksal und vor dem Zufall, vor Verletzung und Leid, vor der Willkür des Schmerzes und vor dem Wissen dass das Leben einem von einem Moment zum nächsten alles nehmen kann. ...“ (Seite 128) Christy Lefteri schreibt ihren Roman in etwas eckiger Weise. Es fällt nicht immer leicht dem Verlauf zu folgen. Aber vermutlich spiegelt der Text, das Chaos im Kopf des Erzählers Nuri, dem Bienenhüter, wieder. Manchmal verfängt man sich in einem Traum des Erzählers. Und dann schwimmt man wieder mit ihm und seiner Frau auf einem Meer, oder streift durch die zerstörte Stadt Aleppo. Erst beim Lesen wurde mir bewusst, unter welchen Umständen die Menschen, die den Krieg nicht wollten, leben müssen und wie schwer est ist, seine Heimat verlassen zu müssen wollen. Alle Bilder, die ich schon gesehen habe, waren nichts gegen die Worte der Schriftstellerin. Ab und zu musste ich schwer schlucken, bevor ich weiterlesen konnte. Nie wieder werde ich einen Geflüchteten ansehen können, ohne die Geschichte des Bienenhüters im Hinterkopf zu haben. Welche Schwierigkeiten diese Menschen auf sich nehmen, um in Frieden leben zu können. Was haben diese Menschen auf der Flucht erlebt, das ihr Ankommen in den friedvollen Ländern, nicht einfach macht?

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