Leserstimmen zu
Das Versprechen des Bienenhüters

Christy Lefteri

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Ich muss gestehen, dass dieses Buch länger bei mir lag, als es sollte. Immer wieder habe ich es zur Hand genommen, einige Seiten gelesen, wieder weggelegt. Ich kam mit dem Buch nicht klar, weil mir der Schreibstil zu nüchtern war. Aufgrund dieses Schreibstils konnte ich mir weder Nuri, noch seine Frau Afra wirklich vorstellen, konnte leider keine Verbindung zu ihnen aufbauen. Warum habe ich trotzdem weitergelesen? Irgendwie hat mich trotzdem etwas an der Geschichte berührt. Ich wusste, dass Christy Lefteri die Geschichte erzählt, nachdem sie als Freiwillige in einem Flüchtlingslager in Athen gearbeitet hat. So oder so ähnlich ist also das Schicksal der Menschen in Aleppo. Das war es, was mich hat dran bleiben lassen. Die Autorin berichtet über etwas, was tatsächlich jetzt, heute und morgen, auf dieser Welt passiert. Bereits die ersten Seiten ließen mich erschaudern. Nuris und Afras Sohn Sami wird getötet, Afra selbst erblindet. Dass sie ihr Leben aufgegeben hat konnte ich nur zu gut verstehen. Trotz Nuris zureden, ist sie zunächst nicht bereit, Syrien zu verlassen. Nuri muss mit ansehen, wie junge Männer, fast noch Kinder, einfach so erschossen werden. Er selbst wird aufgefordert, zur Waffe zu greifen, sich den Soldaten anzuschließen oder zu sterben. Das ist der Punkt, an dem er gegen den Willen seiner Frau entscheidet, zu fliehen. Wir, die wir hier gut behütet aufwachsen, vermögen das ganze Ausmaß des Grauens gar nicht zu erfassen. Mir zumindest fällt das schwer. Es fällt schwer, sich einzugestehen, dass genau dies hier auf unserer Welt, in Ländern, die gar nicht mal so weit von uns entfernt sind, passiert. Einerseits passieren derart schreckliche Dinge, dass man Afra schütteln möchte, weil sie zunächst nicht bereit ist, zu fliehen, andererseits kann ich, als auch sehr heimatverbundener Mensch, gut nachvollziehen, dass man bleibt, so lange es geht. Es ist schwer, sich vorzustellen, wie verzweifelt man sein muss, um seine Heimat zu verlassen. Die Geschichte wird auf mehreren Ebenen erzählt. Ein Mal begleiten wir Nuri und Afra im Heute, sie haben England erreicht und sind dabei, einen Asylantrag zu stellen. Zum anderen begleiten wir sie mit dem Beginn kurz vor ihrer Flucht, über das Meer ins Flüchtlingslager nach Griechenland und weiter. Beide Erzählstränge haben ihre Berechtigung, denn nur durch die Rückblenden kann man verstehen, wie Nuri und Afra zu den Menschen geworden sind, die sie heute sind. Immer wenn der Strang wechselt, ist das letzte Wort des einen Erzählstrangs auch das erste Wort des neuen Strangs. So wusste man immer, wo man sich gerade befindet. Das hat mir sehr gut gefallen. Was ich gerne zugeben will ist, dass Christy Lefteri hier eine sehr wichtige Geschichte erzählt, die Einblick in die Seele der Menschen gibt, die vor Krieg und Tod fliehen müssen. Dennoch ist leider aufgrund des sehr nüchternen Erzählstils bei mir der Funke nicht übergesprungen. Ich vergebe 3 Sterne aufgrund der Aktualität des Themas. Empfehlen kann ich das Buch aber leider nur, wenn ihr eine nüchterne Erzählweise zu schätzen wisst.

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Nuri, der Bienenhüter und Afra, seine Frau, sind auf ihrer Flucht in England angekommen. In einem Land, dass sie nicht kennen, das ihnen Fremd ist, mit seinen Menschen und deren Leben und Gepflogenheiten. Nuri hofft, seinen Cousin in England zu treffen. Mit ihm zusammen wieder Bienen zu züchten. Denn Nuri war/ist ein Bienenhüter. Er versteht die kleinen pelzigen Honigsammler. Noch nie ist er ernsthaft von einer Biene gestochen worden. Das Leben hat ihm da schon übler mitgespielt. Er hat seinen Sohn verloren, in seinem Heimatland Syrien. In einer Stadt, die es zwar noch auf Landkarten gibt und Aleppo genannt wird, aber in Wirklichkeit nur noch aus Häusergerippe und staubigen, zerbombten Straßen besteht. Afra, seine Frau hat früher, vor dem Krieg, Bilder gemalt. Wunderschöne Bilder. Ihre Kunst wurde bewundert. Aber nun ist ihr Blick leer, sie kann tatsächlich, seit dem Tod ihres kleinen Jungen, nichts mehr sehen. Sie lebt in ihrer dunklen Welt. Still und schweigsam ist sie geworden. Auf ihrer Flucht, weg von dem Grab ihres kleinen Sohnes, hat das Paar einiges erlebt, das die Liebe zueinander auf eine harte Probe gestellt hat. Und das Leben in dem fremden Land, stellt sie erneut vor Probleme. „Sie hat diesen Ausdruck im Gesicht, … Er verleiht meiner Traurigkeit Substanz, macht sie spürbar, wie ein Pulsieren, aber es jagt mir auch Angst ein, Angst vor dem Schicksal und vor dem Zufall, vor Verletzung und Leid, vor der Willkür des Schmerzes und vor dem Wissen dass das Leben einem von einem Moment zum nächsten alles nehmen kann. ...“ (Seite 128) Christy Lefteri schreibt ihren Roman in etwas eckiger Weise. Es fällt nicht immer leicht dem Verlauf zu folgen. Aber vermutlich spiegelt der Text, das Chaos im Kopf des Erzählers Nuri, dem Bienenhüter, wieder. Manchmal verfängt man sich in einem Traum des Erzählers. Und dann schwimmt man wieder mit ihm und seiner Frau auf einem Meer, oder streift durch die zerstörte Stadt Aleppo. Erst beim Lesen wurde mir bewusst, unter welchen Umständen die Menschen, die den Krieg nicht wollten, leben müssen und wie schwer est ist, seine Heimat verlassen zu müssen wollen. Alle Bilder, die ich schon gesehen habe, waren nichts gegen die Worte der Schriftstellerin. Ab und zu musste ich schwer schlucken, bevor ich weiterlesen konnte. Nie wieder werde ich einen Geflüchteten ansehen können, ohne die Geschichte des Bienenhüters im Hinterkopf zu haben. Welche Schwierigkeiten diese Menschen auf sich nehmen, um in Frieden leben zu können. Was haben diese Menschen auf der Flucht erlebt, das ihr Ankommen in den friedvollen Ländern, nicht einfach macht?

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Ein wunderschön gestaltetes Buch, dessen Klappentext auf mich sofort Eindruck machte und rief „lies mich“. Das ich auf meine „Bewerbung“ auf das Rezensionsexemplar, im Random House Bloggerportal, direkt eine traumhafte Kiste, gefüllt mit dem Buch, einem Päckchen Tee und 4 dieser wunderschönen Teegläser erhielt, war dann nochmals ein Highlight mehr. Auf den Bienenhüter Nuri war ich sehr gespannt und auf sein Versprechen. Die kurze Info über das tragische Schicksal seines Sohnes Sami und der Ehefrau Afra, machten schon bewusst, dass es kein leichtes Buch werden würde. 348 Seiten über Krieg, Flucht, unerwünscht sein, Verluste und Traumata. Die Autorin Christy Lefteri hat all dies und noch viel mehr, durch die Sicht des Bienenhüters Nuri erzählt. Die Ich-Form macht es auf eine erschreckend reale Weise authentischer und führte das Leid der Vertriebenen und Flüchtenden deutlich vor Augen. "An diesem Ort sterben die Menschen langsam, von innen. Einer nach dem anderen sterben sie." Seite 269 Nuri ist mir eine sehr sympathische Figur geworden und auch seine Frau Afra. Ihr Miteinander, geprägt von Trauer, die sich versteckt hält und von keinem der beiden ausgelebt wird, ist trotz allem doch sehr harmonisch. Eine Art Zwist, der zwischen ihnen liegt und dem beschwerlichen Weg noch schwieriger gestaltet. Umso schöner war es, als erkennbar wurde, dass beide eben doch erkennen, dass es nur miteinander zu ertragen ist. Wie das geteilte Leid oder die doppelte Freude. Diese unfreiwillige Reise, aufgezwungen wegen nicht zu ertragender Zustände in der Heimat und der Erkenntnis, dass sie eigentlich nirgends willkommen sind, machen es nochmals trauriger. Ein stetiges Vorwärts ohne wirklich anzukommen. Gerade in den Auffanglagern kam das richtig zum Vorschein. Hier hat die Autorin ihre persönlichen Erfahrungen sehr emotional mit eingebaut und ich kann nur meinen Respekt bekunden an alle die den Mut und die Kraft haben, sich diesen Situationen zu stellen. Die Überschriften der einzelnen Kapitel sind etwas ganz besonderes. Sie bilden nämlich das Ende des vorherigen und der Anfang des neuen Kapitel. Ein fließender Übergang, der sich durch das ganz Buch zieht. Als genauso fließend habe ich auch Nuris Erzählungen empfunden. Selbst die Rückblicke in die Vergangenheit konnte ich gut zuordnen. Aleppo muss einst ein wunderschöner Ort gewesen sein. Voller Menschen mit Träumen und Wünschen. Was heute noch übrig ist von dieser Stadt und Land kennt man aus den Berichterstattungen. Brennende Trümmer, Ruinen, Elend und Leid. Hier hätte ich mir aber sehr viel mehr an Hintergrundinformationen gewünscht. Ein viel tiefer gehendes Erklären der Situationen und wie es soweit kommen konnte. Es muss dabei gar nicht ins politische abdriften, aber ich denke dass viele einfach nicht verstehen können, wie ein ganzes Land, in der heutigen Zeit solch einer menschenverachtenden Zerstörung und dem Krieg ausgesetzt sein kann. Etwas, dass mich richtig gehend gestört hat, waren die E-Mail-Nachrichten, die Nuri regelmäßig bekam. Gewiss sollten sie diesem unendlich traurigen Mann Hoffnung machen, aber mich hat es jedes mal aus Nuris und Afras Leben gerissen. Nuris und Afras Weg wären auch ohne diesen Cousin Mustafa gelungen. Ein für mich unnützer Charakter, es gab dafür so viele andere, ganz besondere im Buch. "Fort zum Mond, an einen anderen Ort, eine andere Zeit, eine andere Welt, überall hin, Hauptsache nicht hier." Seite 328 Die Sprache im Buch hat mir sehr gut gefallen. Es ist ungemein emotional, insbesondere die Erinnerungen bekommen sehr viel Raum. Die Zukunftsängste spielen auch eine immense Rolle, doch waren mir diese fast schon ein stückweit zu verharmlosend. Afra ist da allerdings richtig gut dargestellt. Ihre Erblindung eine Folge des Krieges und dem Verlust ihres Kindes, ist vielleicht auch eine körpereigene Schutzhaltung – man könnte es auch so sagen – ich will das nicht mehr sehen! Bei Afra und insbesondere ihre Dialoge mit Nuri oder anderen habe ich mich immer wohl gefühlt, auch wenn es nicht wirklich glückliche Gespräche waren. „Das Versprechen des Bienenhüter“ war für mich eine sehr traurige Erzählung. Vielleicht liegt es auch daran, dass all diese Leben und Schicksale ungewiss sind. Wo auch immer ihr Weg hinführt, es wird niemals mehr das Zuhause sein, was es einst war. Rezension verfasst von © Kerstin

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SCHREIBSTIL & LESEFLUSS Fangen wir doch wieder mit dem Schreibstil von Christy Lefteri an. Die Autorin schreibt so unglaublich leicht, dass die Seiten nur so dahin geflogen sind. Ich war richtig von diesem gefühlvollen, leichten und ziemlich lockeren Schreibstil angetan und mochte ihn sehr gerne. Christy Lefteri schreibt einfach so wahnsinnig gefühlvoll und legte viel Emotionen in ihren Stil und das machte das Buch rund und gelungen. Vom Schreibstil her ist es eher leichtere "Kost" gewesen das Buch und das war echt was ich brauchte, denn eine Flaute kündigte sich an und mit diesem Buch und dem Stil von Christy habe ich das erfolgreich abgewehrt. CHARAKTERE Als Protagonisten lernen wir Nuri kennen. Irgendwie waren auch die anderen Nebenfiguren ziemlich anders und haben mich sprachlos (positiv) und emotional zurück gelassen. Nuri ist ein sympathischer und authentischer Bienenhüter, welcher von seiner Art her echt umgänglich war und ich mochte ihn doch sehr gerne. Auch Afra, Nuri's Frau die beim Bombenanschlag erblindete, war für mich einfach eine kraftvolle, aussagekräftige und authentische Figur. Die Figuren und ihr Schicksal gingen mir nahe und ich musste echt die ein oder andere Träne mit den beiden vergießen. STORY & VERLAUF Die Story ist sehr emotional aufgebaut und berührte mich ganz tief im innern. Christy Lefteri erschuf hier eine ganz emotionale und gefühlsexplosive Story die mich berührt hat und mich zum weinen brachte. Die Story war von der ersten Seite an schon so ergreifend, so verständlich und berührend, dass ich gar nicht bemerkt habe wie schnell die Seiten verflogen. Auch der Verlauf der Geschichte war von der ersten Seite an interessant gehalten und führte mich auf einen Leseweg, den ich nicht kannte. Zum ersten mal wollte ich ein Buch einfach nur beenden weil es mich von der Story und deren Verlauf einfach mitgenommen hat. HANDLUNG & STRANG Die Handlung in DAS VERSPRECHEN DES BIENENHÜTERS war emotional geladen, ich denke dies trifft es auf den Punkt. Ich war sofort in der Handlung drin und verfolgte sie mit großem Interesse, denn die Autorin schaffte es, meine Neugier trotz der vielen Emotionen und Gefühlen die sie hervorgerufen hat, zu wecken und ich habe immer weiter und weitergelesen. Auch der Handlungsstrang brauchte einiges an Überwindung bei mir, denn auch hier waren wieder diese Gefühle und Emotionen spürbar. Der Handlungsstrang legte sich wie ein sanfter Schleier um die Handlung und bildete dann das perfekte Gesamtbild. MEIN FAZIT: Abschließend muss ich sagen, dass DAS VERSPRECHEN DES BIENENHÜTERS, eine sehr emotionale, gefühlsergreifende und interessante Story ist, die mich berührt hat und mich mitgerissen hat. Christy Lefteri wusste genau wie sie mit meinen Gefühlen spielen muss, um mich das Buch nicht aus der Hand legen zu lassen. Für mich ist dieses Buch etwas ganz Besonderes mit all seinen Facetten und Gefühlen und allem, es ist einfach nur ein tolles Buch, welches ich jedem ans Herz legen kann und möchte, der auf derartige Geschichten steht. Von mir gibt es 5 von 5 Sterne dafür.

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Das Versprechen des Bienenhüters – ein Buch über Flucht und das Verlieren. Aber auch ein Buch über Familie und Hoffnung. Hoffnung auf eine neue Welt, ein neues Leben. Nuri und seine Frau Afra stammen aus Aleppo. Dort hatte Nuri mit seinem Cousin Mustafa eine Bienenzucht, nebst florierenden Laden, wo man nicht nur Honig, sondern auch Parfum und Pflegeprodukte aus Honig bekommen konnte. Sie hatten ein wunderbares Leben – und sie hatten Kinder. Bis der Krieg nach Aleppo kam und sie fliehen mussten. Um selbst zu überleben – irgendwie. Das Buch beginnt damit, dass wir von Nuri und Afra in England lesen – wissen also bereits, dass sie angekommen sind. Aber das fand ich keinesfalls als die Spannung herausnehmen, im Gegenteil, ich war nun gespannt, wie ihre tatsächliche Flucht aussah. Im Laufe des Buches wurde nun ihre Situation in England geschildert, und nebenher gab es immer wieder Rückblicke auf ihr Leben vor dem Krieg, als auch ihr Leben auf der Flucht. Und das hatte es wirklich in sich. Es war so tragisch, so manches mal hoffnungslos. Aber Nuri versucht diese Hoffnung nicht zu verlieren, hat teilweise per E-Mail Kontakt zu Mustafa, der bereits mit seiner Familie in England ist. Er macht Nuri Mut, er wartet auf ihn, er möchte wieder mit ihm und Bienen arbeiten. Die Autorin Christy Lefteri hat hier ein Thema aufgegriffen, dass mehr als aktuell ist und hat die Flucht geschildert, die keinen kalt lassen kann. Natürlich weiss man, dass eine Flucht nicht toll ist, und was damit zusammen hängt. Aber dann von den Zuständen in Flüchtlingslagern, insbesondere Athen, zu lesen, unter was für Bedingungen diese Menschen leben, die ihr Land nur verlassen, um zu überleben. Christy Lefteri bringt hier ihre eigenen Erfahrungen mit ein, denn sie hat als Freiwillige im Flüchtlingslager in Athen gearbeitet. Ausserdem wird auch ein anderes Thema angesprochen: Posttraumatische Belastungsstörung. Natürlich geht so ein Krieg und so eine Flucht nicht einfach so an einem Menschen vorbei. Diese Menschen, die bereits alles verloren haben müssen auch noch über das wenig verbleibende wachen und können sich nicht leisten, auch nur eine Stunde unachtsam zu sein. Sie tragen das wenige noch bei sich und sind darauf angewiesen. Das zu wissen, und dann aber das zu lesen ist noch einmal was ganz anderes. Alles in allem war ich von dieser Geschichte fasziniert, sprachlich ist es auf einem sehr hohen Niveau und hat mich beeindruckt. Auch alles rund um die Bienenzucht und die Arbeit mit den Bienen ist wundervoll geschrieben und hat mich eintauchen lassen. Ein lesenswertes Buch, mit traurigen Hintergrund, was mich berührt und nachdenklich gemacht hat. Und wieder einmal dankbar gemacht hat, wie gut es uns geht. Ich kann das Buch restlos empfehlen.

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Ein steiniger Weg

Von: Newspaper aus Krefeld

12.10.2019

Inhalt: „Nuri ist Bienenhüter, mit seiner Familie führt er ein einfaches, aber erfülltes Leben im syrischen Aleppo. Bis das Undenkbare passiert und der Krieg ihr Zuhause erreicht. Nuris kleiner Sohn Sami wird bei einem Bombenanschlag getötet, seine Frau Afra erblindet. Sie müssen fliehen, um zumindest ihr eigenes Leben zu retten. Die Trauer um Sami und Erinnerungen an das einst glückliche Leben begleiten sie auf dem langen, gefährlichen Weg durch eine Welt, die nicht auf sie gewartet hat und selbst die Mutigsten in die Knie zwingt. Doch in England wartet Nuris Cousin Mustafa mit einem Bienenstock, der neuen Honig und neues Leben verspricht. Aber die größte Herausforderung liegt noch vor Nuri und Afra: wieder zueinander zu finden und gemeinsam die Hoffnung an ein neues Leben zu bewahren." Schreibstil/Art: Nuri beschreibt aus der Ich-Perspektive die berührende, emotionale und zugleich beschwerliche Flucht von Aleppo über Griechenland und anschließend nach England. 
Der Schreibstil ist sehr poetisch, die Sprache bildhaft. Landschaften, Orte und Charaktere sind meiner Meinung nach sehr gut umschrieben. Erzählt wird in zwei Strängen; in der Gegenwart, sprich nach der Ankunft in England und der Vergangenheit, die Flucht und die Stationen der Beiden.
 Die Zeitenwechsel sind miteinander verbunden; die Kapitelüberschrift ist das letzte Wort des vorherigen und das erste Wort des folgenden Kapitels. 
 Das hat mir leider überhaupt nicht gefallen. Schade finde ich es, dass dem Leser bereits zu Anfang offenbart wird, dass es Beide bis nach England geschafft haben. Jeglicher Spannungsbogen ist dadurch genommen. Fazit: Eine sehr bewegende und tiefgründige Erzählung über Leid, Verlust, Zusammenhalt und Liebe. Die Autorin, Christy Lefteri will kein Mitleid erwirken sondern Verständnis und die Beweggründe dieser Flüchtlingsfamilie dem Leser näher bringen. 
 Obwohl mich der Schreibstil und die vielen Sprünge zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit nicht packen konnten, kann ich dieses Buch dennoch weiter empfehlen.

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(3,5 Sterne) Meine Meinung Die Autorin nimmt die Leser*innen in ersten Handlungsstrang mit nach Syrien, in die Vergangenheit der Protagonisten bis zum Punkt des schrecklichen Krieges und der unumgänglichen Flucht. Mit dem zweiten Handlungsstrang gibt es einen kleine Erzählstopp in Istanbul und dann wieder in Griechenland. Dort lernen wir Hoffnungslosigkeit, Elend und Gewalt kennen, die verschiedene Flüchtlinge aus Syrien, dem afrikanischen Kontinent, Afghanistan usw. erleben. Es ist niederschmetternd und schrecklich! Gleichzeitig fragt man sich mit Nuri, welche Möglichkeiten noch bleiben, damit er und Afra noch nach England entkommen können. Es gibt wenige und der Preis ist hoch! Der dritte Handlungsstrang spielt in England, im Flüchtlingsheim bzw. einer Pension, in der Nuri und Afra mit anderen Flüchtlingen untergekommen sind und mitten im Asyl-Beantragungsverfahren stecken. Diese drei Perspektiven wechseln das ganze Buch über und machten es mir nicht so leicht emotional am Ball zu bleiben. Kaum war ich in einer “Geschichte” drin, wurde ich herausgerissen und in die nächste katapultiert. Leider weiß man von Beginn an, dass Nuri und Afra es nach England schaffen. Diese Information tötet das Spannungsmoment. Denn nun gibt es nichts mehr, das einen so richtig am Ball bleiben lässt. Es gibt lediglich das “Dazwischen”, also, wie die Reise verlief und was ihnen dabei so alles widerfährt. Ja, auch das ist schlimm genug, wie oben bereits angerissen. Ich hätte mir jedoch noch etwas mehr Spannung gewünscht. Sprachlich schön erzählt Christy Lefteri die Geschichte und nicht nur einmal ertappte ich mich bei dem Gedanken, dass die Sprache nicht an den Inhalt der Erzählung ranreicht. Dieser Gegensatz hat mich oftmals innehalten und überlegen lassen, was denn gerade passiert. Ein interessanter und spannender Kunstgriff, um Distanz zum Gesagten zu schaffen. Leider konnten mich die Protagonisten nicht so ganz überzeugen. Ein schweres Leben, schwere Schicksale, die ihnen widerfahren und doch berührten sie mich nicht so richtig. Woran genau das lag, kann ich nicht genau sagen. Ich war dem Buch nicht so ganz verfallen, wie ich es eigentlich erwartet hatte. Nuri als auch Afra waren mir nicht nah genug. Ihre Charakterisierung hätte noch viel mehr Tiefe verdient. Fazit Eine traurige Fluchtgeschichte, die sich aus vielen echten Erlebnissen speist, denn die Autorin hat als freiwillige Helferin eine Zeit lang in Athen in einem Flüchtlingscamp ausgeholfen und so viele Geflüchtete kennengelernt, die ihr ihre Geschichten erzählt haben. Diese Echtheit und Kraft spürt man deutlich im Handlungsstrang in Griechenland, wo Nuri und Afra eine Weile festsitzen. Obwohl mich das Buch nicht voll und ganz überzeugen konnte, empfehle ich es weiter. Denn die im Buch beschriebenen Schicksale erleiden täglich auch heute noch sehr viele Menschen. Und es darf nicht vergessen werden, was so vielen Menschen passiert und was sie durchleben und erleiden müssen!

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Der Schreibstil ist flüssig, bildgewaltig, mitreißend und überzeugend. Es wird hier in 2 Wochen geschrieben. Einmal in der Gegenwart in England und in der Vergangenheit, in der es um die Flucht von Nuri und Afra geht. Um dies für den Leser besser Erkennbar zu machen hat sich die Autorin etwas ganz besonderes überlegt. Am Ende der Kapitel, wenn es von der Gegenwart in die Vergangenheit geht, fehlt immer ein Wort und dieses findet sich in der Überschrift zum nächsten wieder. Was auch ganz toll zeigt wie sehr Gegenwart und Vergangenheit ineinander verstrickt sind. Die Nebencharaktere sind eher oberflächlich gehalten, auch wenn jeder seine Eigene Geschichte mit ein bringt. Und viele dieser Geschichten oder besser Gesagt Schicksale sind sehr berührend. Nuri mochte ich sofort. Er war mir mit seiner Begeisterung für Bienen sofort sympatisch. Er war überzeugend, stark und überlegt. Ara hingegen ist sehr schwach und passiv gehalten. Im Krieg hat sie ihr Augenlicht verloren, so wie beide den Sohn, wie auch Freunde. "Ich fürchte mich vor den Augen meiner Frau. Sie sieht nicht heraus, und niemand kann durch sie hereinschauen. Sie sind wie Steine, graue Kiesel am Meeresufer." In der Geschichte Herrscht meist eine sehr bedrückende Stimmung. Auf jeden Fall keine leichte Kost und dementsprechend anspruchsvoll. Man begleitet hier 2 "Flüchtlinge" auf ihrer Reise nach Sicherheit. Ein sehr aktuelles Thema. Eine erschreckende Reise, die gleichzeitig berührend, spannend und traurig ist. Die Hoffnungslosigkeit und die Verzweiflung sind greifbar während der Geschichte. Der weg führt über die Türkei, nach Griechenland bis hin zu Großbritannien. Auch das Asylverfahren bekommt man hier etwas genauer mit, was ich sehr interessant fand. Und trotzdem gibt es auch kleine Lichtblicke, kleine taten, die einfach nur das Herz erwärmen. Eine dieser Taten war die Rettung der flügellosen Hummel, was ich wirklich toll fand. Zudem liebte ich diese Greifbare liebe für die Bienen, was die Stimmung das ein oder andere Mal erhellen konnte. Fazit: Erschreckend, echt und ergreifend. Eine packende Geschichte über die Reise zweier Menschen aus dem Krieg.

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