Leserstimmen zu
Das Versprechen des Bienenhüters

Christy Lefteri

(41)
(26)
(5)
(0)
(0)
€ 20,00 [D] inkl. MwSt. | € 20,60 [A] | CHF 28,90* (* empf. VK-Preis)

Sie haben alles verloren und glauben dennoch an einen Neuanfang: Diese Geschichte wird Sie berühren, erschüttern und doch hoffnungsvoll zurücklassen. Nuri ist Bienenhüter, mit seiner Familie führt er ein einfaches, aber erfülltes Leben im syrischen Aleppo. Bis das Undenkbare passiert und der Krieg ihr Zuhause erreicht. Nuris kleiner Sohn Sami wird bei einem Bombenanschlag getötet, seine Frau Afra erblindet. Sie müssen fliehen, um zumindest ihr eigenes Leben zu retten. Die Trauer um Sami und Erinnerungen an das einst glückliche Leben begleiten sie auf dem langen, gefährlichen Weg durch eine Welt, die nicht auf sie gewartet hat und selbst die Mutigsten in die Knie zwingt. Doch in England wartet Nuris Cousin Mustafa mit einem Bienenstock, der neuen Honig und neues Leben verspricht. Aber die größte Herausforderung liegt noch vor Nuri und Afra: wieder zueinander zu finden und gemeinsam die Hoffnung an ein neues Leben zu bewahren. Erzählt mit viel Feingefühl, Emotion und besonderen erzählerischen Elementen, wie die Verknüpfung der Zeitebenen: Die Kapitelüberschrift ist das letzte Wort des vorherigen und das erste Wort des folgenden Kapitels, so sind die Erzählung aus der Gegenwart und der Vergangenheit miteinander verbunden. Vita : Christy Lefteri wuchs als Tochter zypriotischer Geflüchteter in London auf. Sie unterrichtet Kreatives Schreiben an der Brunel University. 2016 und 2017 verbrachte sie die Sommermonate als Freiwillige in einem von der Unicef unterstützten Geflüchtetenlager in Athen. Die Geschichten, die die Menschen ihr dort erzählten, inspirierten sie dazu, »Das Versprechen des Bienenhüters« zu schreiben. In dieser Geschichte lernen wir den Bienenhüter Nuri und seine Frau Afra aus Aleppo kennen. Die beiden haben einen tragischen Verlust zu verarbeiten. In den Kriegswirren wird ihr Sohn Sami bei einem Bomenangriff getötet und Afra erblindet. Desweiteren hat Nuri mit einem weiteren Verlust zu kämpfen. Die bienenstöcke, für die er verantwortlich ist, werden vollkommen und unwiderbringlich zerstört. Nuri und seine Frau Afra beschliessen, nach England zu fliehen. Dorthin ist schon Cousin Mustafa eine Weile vor ihnen geflohen. Die beiden machen sich also auf die beschwerliche Reise in ein ihnen unbekanntes Land. Da sich die beiden durch die schrecklichen Erlebnisse auch als Ehepaar voneinander entfernt haben, kann die Flucht auch eine Möglichkeit sein, wieder zueinander zu finden. Ersteinmal möchte ich dem Verlag ein Kompliment für das tolle Cover machen. Es ist einfach wunderschön. Mit ihrem tollen und eindringlichen Schreibstil sind wir sofort in der Geschichte gefangen. Die Perspektive wechselt zwischen der Gegenwart in England und der Vergangenheit in Aleppo. Besonders interessant fand ich, das das letzte Wort jedes Kapitels gleichzeitig die Überschrift des folgenden Kapitels ist. Das Buch lässt sich flüssig und leicht lesen trotz des anspruchsvollen Themas. Die Charaktere sind durchgehend authentisch gezeichnet und besitzen Tiefgang, so dass mir jeder einzelne ans Herz gewachsen ist. Alles in allem ein wirklich beeindruckendes Debut von Christy Lefteri. Hoffentlich wird es noch viele weitere Geschichten von dieser Autorin geben. Bis jetzt ist dieses Buch mein absolutes Highlight in 2019. Ich vergebe hier die Höchstbewertung von 5 Sternen. Ein riesengrosses Dankeschön an die Verlagsgruppe Random House GmbH und das Bloggerportal für die kostenlose Zusendung des Rezensionsexemplares.

Lesen Sie weiter

Die Geschichte hat mich nachdenklich und teilweise auch traurig zurückgelassen. Sie lässt einen nicht so einfach los. Es geht um eines der vielen Schicksale des Syrienkrieges und deren langer mühseliger und entbehrungsreicher Weg in ein Land ohne Krieg und Todesangst. Die Geschichte beschreibt das Leben, die Flucht und die Ängste eines Paares, die ihren Sohn im Krieg verloren haben und nun flüchten müssen, wenn der Mann nicht selbst in den Krieg ziehen soll. Die Frau ist erblindet und weigert sich das Land zu verlassen. Für sie bedeutet es auch den toten Sohn und die Erinnerungen zurückzulassen. Erst als der Druck zu groß wird, gibt sie nach und begibt sich mit ihrem Mann auf die gefährliche Reise. Es wird von den teilweise katastrophalen Unterkünften und der schlechten (ärztlichen) Versorgung erzählt, von den Strapazen und den Mangel an Hygiene. Die wenigen Informationen, die ins Auffanglager kommen und die Angst wieder zurückgeschickt zu werden, zerren an den Nerven der Geflüchteten. Es wird ganz deutlich, dass nur Menschen mit Geldreserven wirklich eine Chance haben nach Mitteleuropa zu kommen. Auch Nuri und seine Frau Afra kämpfen, um zu den Verwandten nach England zu kommen. Die Geschichte berührt, da die Autorin es schafft ohne Rührseligkeit zu schreiben. Sie will kein Mitleid für ihre Charaktere, sondern Verständnis und Menschlichkeit wecken. Man merkt ihrer Geschichte an, dass sie viel Kontakt mit Flüchtlingen hatte und so auch von vielen Schicksalen und Geschichten erfahren hat. Es ist keine leichte und schnell wegzulesende Geschichte, sondern eine Geschichte, die nachdenklich stimmt, die Augen öffnen soll und zum Hinterfragen anregt.

Lesen Sie weiter

„Die Bienen waren das Idealbild einer Gemeinschaft, ein kleines Paradies inmitten des Chaos. Die Arbeiterinnen legten weite Strecken zurück auf der Suche nach Nahrung, am liebsten zu den entlegensten Feldern. Dort sammeln sie Nektar aus Zitronenblüten und Klee, Schwarzkümmel und Anis, Eukalyptus und Baumwolle, in Dornengestrüpp und Heide.“ (Auszug aus dem Buch) Nuri ist Bienenzüchter und lebt mit seiner Familie im syrischen Aleppo. „Ich sorgte für die Bienen, fütterte sie, überprüfte die Stöcke regelmäßig auf Schädlingsbefall und Krankheiten. Manchmal baute ich neue Stöcke, teilte die Völker oder züchtete Königinnen…“ (Auszug aus dem Buch) Sein erfülltes Leben nahm eine jähe Wendung, als der Krieg sein Land heimsuchte. Bei einem Bombenanschlag wird Nuris kleiner Sohn Sami getötet. Seine Frau Afra erblindet. Sie müssen ihr Land verlassen, obwohl Afra sich dagegen stäubt. Nuri ist sich sicher, dass nur eine Flucht ihr Leben retten kann. Zwischen den beiden Eheleuten wird die Kluft immer größer, je länger ihre beschwerliche und gefährliche Reise durch die Welt dauert. Ihr Ziel ist es nach England zu kommen. Dort wartet Nuris Cousin Mustafa mit einem neuen Bienenstock. Wird es nach all den traumatischen Erinnerungen ein neues Leben geben, in welchem Nuri und Afra wieder zueinander finden? Spätestens seit Maja Lundes Bestseller „Die Geschichte der Bienen“ ist das Thema in aller Munde. Viele meiner Bekannten sind Imker und berichten mit Begeisterung von ihren Tieren. So ist mir überhaupt erst der Roman „Das Versprechen des Bienenhüters“ aufgefallen. Zu diesem Zeitpunkt ahnte ich noch nicht, wie sehr mich dieses Buch emotional aufwühlen würde. Die Bienen umrahmen hier das dramatische Geschehen und stehen als Symbol für Gemeinschaft, Zuversicht und Glück. Ich las, dass Christy Lefteri die Sommermonate 2016 und 2017 in einem Flüchtlingslager in Athen verbrachte und dass sie die Geschichten, die sie dort hörte, nicht mehr losließen. Das inspirierte sie Buchautorin dazu, der Welt über Nuri und Afra zu erzählen. Schon auf den ersten Seiten hat mich die Autorin mit ihrem intensiven, gefühlvollen und tiefsinnigen Schreibstil mitgerissen. Lesepausen einzulegen fiel mir schwer. Zwar weiß man von Anfang an, dass Nuri und Afra in England angekommen sind, aber ob sie bleiben können, wird erst später entschieden. „ Um als Flüchtling im Vereinigten Königreich zu bleiben, muss es Ihnen unmöglich sein, in irgendeinem Teil Ihres Heimatlandes zu leben, weil sie überall Verfolgung zu befürchten haben.“ (Auszug aus dem Buch) Nuri erinnert sich zurück, denkt an den Krieg, die Bomben und die Scharfschützen, an den Tag, an dem er seinen kleinen Sami für immer verlor. Er hat seine Heimat geliebt und die Bienen. Jetzt ist alles zerstört. Er ist ein Verfolgter. Christy Lefteri erzählt in zwei Zeitebenen und gewährt tiefe Einblicke in das Seelenleben ihrer Akteure. Die Beziehung zwischen Nuri und Afra hat Risse bekommen. Jeder lebt in seinem eigenen Trauma, versucht zu verarbeiten, was nicht zu begreifen ist. Manchmal muss ich beim Lesen kurz innehalten, so sehr nehmen mich Nuris Flashbacks mit. Ihre Flucht ist bezeichnet für unzählige Schicksale. Nur wer das nötige Geld für die Schlepper aufbringen kann, wird vorankommen. Falsche Papiere müssen her. Überfüllte Boote, schlimme Zustände in den Flüchtlingslagern. Wir alle kennen die Bilder aus den Medien. Das Buch stimmt mich nachdenklich. Es beginne über den Tellerrand meines Wohlstandslebens zu blicken, fühle und leide mit den Charakteren im Buch. Es beeindruckt mich, wenn Nuri seine Gedanken zu den Bienen und zu Mustafa lenkt und daraus seine Kraft schöpft. „Wo Bienen sind, sind Blumen, und wo Blumen sind, da ist neues Leben und Hoffnung.“ (Auszug aus dem Buch) Für mich ist „Das Versprechen des Bienenhüters“ eines meiner Lese-Highlights in 2019. Ein bemerkenswertes Debüt, eindringlich, feinfühlig und tiefsinnig. Ein Buch, das aufrüttelt, nachklingt und lange im Gedächtnis bleibt! Lesen!!!

Lesen Sie weiter

Meine Meinung: Zuerst wurde ich durch den Buchtitel neugierig, denn in letzter Zeit gibt es viele Bücher, in denen Bienen eine wichtige Rolle spielen. Aber nicht nur für die Bücher sind sie wichtig, auch für unser Leben. Dann fand ich die Kurzbeschreibung sehr interessant und ich wollte das Buch gerne lesen. Ich lernte Nuri und Afra kennen und natürlich noch jede Menge andere Beteiligte. Aber im Vordergrund standen die beiden, die aus Aleppo in Syrien flüchten und nach England wollten, wohin es der Cousin Mustafa es bereits geschafft hatte. Er wollte dort wieder Bienenstöcke ins Leben rufen. In zwei Zeitabschnitten erzählt die Autorin im Wechsel, was die beiden auf der Flucht alles erlebt haben. Mich hat das alles sehr bewegt. Bisher kennen wir ja meist "nur" Berichte von deutschen Flüchtlingen, die vor und im zweiten Weltkrieg fliehen mussten. Leider oder soll ich besser schreiben, zum Glück, ging die Autorin nicht so sehr in die Tiefe und hat selbst unangenehme Ereignisse nicht so dramatisch geschildert, dass sie einem unter die Haut gingen. Allerdings reichte es mir auch, wie sie Beobachtungen und Situationen erwähnte, mit etwas Phantasie kann sich jeder vorstellen, was passiert ist. Nuri und Afra haben natürlich mein Leserherz erobert und wenn ich ihr Verhalten manchmal nicht so richtig verstehen konnte, lag es daran, dass ich mich glücklicherweise nicht in ihrer Situation befunden habe. Ich finde es toll, wie Christy Lefteri aus den Erzählungen, die sie im Geflüchtetenlager gehört hat, dieses bewegende und beeindruckende Buch geschrieben hat. Fazit: Ich gehe mal davon aus, dass jeder in den Nachrichten von den Lagern in Griechenland gehört hat, wo Geflüchtete hoffnungsvoll warteten. Aber niemand wird sich Gedanken gemacht haben, was die Menschen sonst noch erlebt haben. Deshalb empfehle ich dieses Buch als besondere Lektüre.

Lesen Sie weiter

Zum Inhalt: Nuri Ibrahim ist Bienenhüter und führt ein glückliches Leben mit seiner Familie in Aleppo, als eines Tages der Krieg in Syrien ausbricht. Er verliert seinen kleinen Sohn Sami bei einem Bombenanschlag, seine Frau Afra verliert zudem ihr Augenlicht. Die Bienenstöcke, die Nuri mit seinem Cousin Mustafa mit voller Hingabe und Leidenschaft gehütet hat, werden vollkommen zerstört. Mustafa verliert ebenfalls einen Sohn an den Krieg und flieht nach England, wo er auf Nuri wartet. Doch für Nuri und Afra beginnt eine beschwerliche und gefährliche Reise über die Türkei und Griechenland, bei der sie sowohl äußeren Gefahren stand halten als auch ihre persönlichen Traumata bewältigen müssen. Viel wichtiger ist aber, wieder zu einander zu finden und einen Neubeginn in England zu wagen, denn die Folgen des Krieges haben Spuren bei dem Ehepaar hinterlassen und eine Kluft zwischen ihnen aufgetan, die sich kaum schließen lässt... Meine Leseerfahrung: Christy Lefteri hat als Freiwillige in einem Geflüchtetenzentrum in Athen gearbeitet, wo sie all den Geschichten Gehör schenkte und darüber schrieb, was sie nicht wieder vergessen konnte. Ihr Debütroman liest sich trotz anspruchsvollem Thema leicht und flüssig. Sie hat den Leidensweg der vom Krieg geflüchteten Menschen sehr authentisch eingefangen und lebensnah dargestellt. Die von ihr geschaffenen Charaktere besitzen Tiefe und sind absolut glaubwürdig. Dabei sind sowohl die Hauptfiguren Nuri und Afra als auch alle Nebencharaktere sehr fesselnd. Denn das Buch widmet sich sehr gekonnt allen Einzelschicksalen und greift ernste Themen auf, die teilweise schockieren und keine leichte Kost sind. Erstaunlicherweise greift das Buch bereits zu Beginn vorweg, dass die Eheleute in England angekommen sind. Die Kapitel wechseln sich ab, indem in der Gegenwart erzählt wird und zwischendurch Rückblicke gezeigt werden, bei denen man sich vollkommen in Nuri und Afra hineinversetzen und ihre Flucht aus Syrien miterleben kann. Ich hatte absolut keine Vorstellung, wie beschwerlich der Weg eines Flüchtlings aus Syrien eigentlich aussieht. Man verfolgt die Nachrichten und vernimmt die Geschehnisse, insbesondere die Polarisierungen und die Hetzpolitik gegenüber der Flüchtlingswelle. Doch persönlich hatte ich mich noch nicht mit Einzelschicksalen dieser Menschen befasst und auch sonst keinerlei direkten Kontakt zu ihnen gehabt. Ich bin verwundert, wie tief es mich getroffen hat, allein nur darüber zu lesen. Dieser Roman beinhaltet soviel Schmerz und Leid, aber auch Liebe und Hoffnung, so dass man sich auf eine emotionale Achterbahnfahrt begibt. Zudem habe ich bisher in keinem anderen Buch soviel über leidenschaftliche Bienenzucht gelesen, was mich derart fesseln konnte.  Fazit: Christy Lefteri erzählt vom Krieg, von Geflüchteten, von Tod und Leben, von Ängsten und von Hoffnung. Und sie lässt uns teilhaben an einer Welt, die wir uns in unseren grausamsten Alpträumen nicht ausmalen könnten. Wer von der Geschichte des Bienenhüters nicht tief in seinem Herzen berührt wird, der sollte ernsthaft darüber nachdenken, ob er überhaupt eins besitzt. "Das Versprechen des Bienenhüters" ist definitiv mein persönliches Buchhighlight 2019.

Lesen Sie weiter

"Das Versprechen des Bienenhüters" von Christy Lefteri ist vor kurzem beim Limes Verlag erschienen, bereits in der Verlagsvorschau wurde ich auf dieses Buch aufmerksam. Das Cover wurde wunderschön und detailliert gestaltet außerdem passt es perfekt zur Story. Auch der Klappentext machte mich auf Anhieb neugierig. Ich erhoffte mir einen bewegenden und emotionalen Roman. Der Einstieg ins Buch fiel mir sehr leicht denn der Schreibstil der Autorin liest sich sehr locker und flüssig. Sie schildert hier eindringlich und einnehmend die Geschichte von Nuri und seiner Frau. Die beiden fliehen aus Syrien, beide sind schwer gezeichnet vom Krieg und mussten einiges erleben. Die Autorin schildert hier ihre beschwerliche Reise nach England. Nuri und auch Afra haben ihren Sohn verloren der bei einem Bombenanschlag ums Leben kam. Dieser Verlust treibt die beiden immer weiter gleichzeitig müssen sie auch lernen damit klar zu kommen. Die Charaktere wurden eindringlich, lebhaft und greifbar geschildert. Ich konnte mich so unglaublich gut in Nuri und Afra hineinversetzten. Die beiden haben mein Herz im Sturm erobert. Ich litt mit ihnen und bangte darum das sie endlich zur Ruhe kommen können. Das ganze bewegte mich ungemein. Es ließ mich nicht los und bewegte mich tief. Die Handlung war spannend und bewegend zugleich. Meine Erwartungen waren riesig doch was die Autorin mit ihren Debüt geschaffen hat ist einmalig. Die Stimmung im Buch wirkt bedrückend, es ist nicht einfach zu lesen und es löste so ungemein viel in mir aus. Obwohl das ganze ausweglos und bedrückend wirkt gibt es dennoch diese kleinen Hoffnungsschimmer, die mir immer wieder Hoffnung schenkten und mein Herz erwärmten. Hier wird klar, offen und deutlich geschildert wie es wirklich ist zu fliehen. Dieses Buch öffnet die Augen und es regt ganz klar zum nachdenken an. Diese Story werde ich mit Sicherheit so schnell nicht vergessen, sie hat sich in mein Herz gebrannt und ich bin restlos begeistert. Das war ganz großes Kino! Klare Lese und Kaufempfehlung! Fazit: Mit "Das Versprechen des Bienenhüters" von Christy Lefteri ist ein bewegender, emotionaler und tiefgründiger Roman der zum nachdenken anregt und der die Augen öffnet. Dieses Buch bekommt von mir die volle Punktzahl.

Lesen Sie weiter

Das Thema „Flüchtlinge“ ist leider immer noch Bestandteil der täglichen Nachrichten und somit in aller Munde. Hilfsorganisationen fahren unter anderem mit ihren Schiffen durch das Mittelmeer und nehmen hilfsbedürftige Menschen auf. Mit Mühe finden sie einen rettenden Hafen. Viele andere ertrinken während ihrer Flucht vor Angst und Schrecken. Andere fliehen über den Landweg und begeben sich dabei nicht weniger in Lebensgefahr. Wir erfahre wenig über die Schicksale dieser Menschen, warum sie fliehen mussten und was sie bei Ihrer Flucht alles erlebt haben. Die 352 Seiten vor mir liegenden Seiten sind in einem festen honiggelben Einband gebunden. Drum herum findet sich die Umschlagseite mit einem ansprechend gestalteten Cover. Das Schriftbild ist übersichtlich und die einzelnen Kapitel sind mit Nummern sortiert. Zwischendurch finden sich gezeichnete Bienen und lockern das Schriftbild auf. Das Buch liegt beim Lesen gut in der Hand. Wer es lieber digital mag, kann sich auch die E-Book Ausgabe zulegen. Der Klappentext verspricht nicht zu viel. Die Autorin Christy Lefteri (selbst Tochter zypriotisch Geflüchteter) verbrachte mehrere Monate als freiwillige Helferin in einem griechischen Flüchtlingslager. Dort traf sie auf Menschen, die ihr ihre Geschichten erzählten. Daraus entstand das vor mir liegende Werk. Mit ehrlichen, erschreckenden und aufrüttelnden Worten erzählt sie die Geschichte von Nuri, Afra und ihren Sohn Sami. Ein syrisches Ehepaar, welches aus dem eigenen Land fliehen muss, da sie um Leib und Leben fürchten müssen. Ihr glückliches und zufriedenes Leben wird durch Krieg und Verfolgung zu einem Albtraum und sie verlieren nicht nur ihren Sohn, sondern ihre komplette Existenz. Die Geschichte wird aus Sicht von Nuri erzählt. Er beschreibt mit poetischer, blumiger Sprache das Leben in Syrien, den Verlust der Heimat, die Flucht und den schwierigen Neubeginn in England. Seine Heimatliebe lässt sich gut nachempfinden. Das Entwurzeln und Zurücklassen von allem was ihnen lieb war und ans Herz gewachsen ist, hat tiefe Wunden hinterlassen. Nuri erzählt aber nicht nur seine Geschichte, sondern auch die Geschichten der Menschen, welche die Beiden unterwegs treffen. Leider gelingt es der Autorin nicht, der Geschichte noch mehr „Tiefgang“ zu verleihen. Ich hätte mir mehr „Inhalt“, „Hintergrund“ gewünscht. Gerade die Protagonisten hätten ein wenig mehr Detailtiefe vertragen können. Aber vielleicht ist dies auch den Interviews von Christy Lefteri mit den Menschen aus dem Flüchtlingscamp zurückzuführen. Diese werden zwar ihre Geschichten erzählt, aber sich gegenüber einer Fremden nicht komplett geöffnet haben. Gerade in diesen traumatisierten Zuständen sind die Menschen verschlossener und benötigen viel Zeit mit dem Erlebten zurecht zu kommen. Trotz alledem ist es eine bewegende Geschichte, von der ich nun auch gar nicht mehr so viel verraten möchte. Wir reden oft über Flüchtlinge und deren Problematik, aber selten erfahren wir was von ihrem erlebten Schicksal. Jeder von ihnen hat sein „Päckchen“ zu tragen und die Geschichte ist ein gelungener Versuch hinter die „Kulissen“ zu schauen.

Lesen Sie weiter

Gestrandet

Von: hasirasi2

18.09.2019

„Wir wohnen ungefähr zu zehnt in dieser heruntergekommenen Pension am Meer, alle aus verschiedenen Gegenden, und alle warten wir auf etwas.“ (S. 11) Nuri und seine Frau Afra sind endlich in Großbritannien angekommen, ihre Flucht hat hoffentlich ein Ende. Nur der Termin bei der Einwanderungsbehörde trennt sie noch von seinem Cousin Mustafa, der vor ihnen angekommen ist. Und dann können sie endlich wieder Bienen züchten – genau so wie in Aleppo. Dort beginnt Nuris Geschichte, dort waren sie glücklich. Er als Bienenzüchter, ausgebildet von Mustafa, und Afra, die Liebe seines Lebens, als berühmte Malerin: Sie trug eine ganze Welt in sich ... Afras Seele war so groß wie die Felder und die Wüste und der Himmel und das Meer auf ihren Bildern und genau so geheimnisvoll.“ (S. 25) Sein Sohn Sami hatte die Familie komplett gemacht. Doch Sami wurde durch einen Bombe getötet und Afra ist dabei erblindet. Trotzdem gehen sie nicht sofort, weil Afra die Reste dessen, was mal ihr Haus war, nicht verlassen will. „Das Versprechen des Bienenhüters“ ist ein sehr bewegendes Debüt von Christy Lefteri. Man merkt dem Buch an, dass die Autorin ihre Erfahrungen / Erlebnisse aus Athenern Flüchtlingslagern einfließen lässt, in denen sie mehrfach gearbeitet hat. Sie schreibt mit viel Herzblut und rüttelt den Leser auf. Ich habe mir nie Gedanken gemacht, wie so eine Flucht funktioniert, was es für die Betroffenen bedeutet. Nuri und Afra haben Glück – sie haben früher gut verdient und genügend Geld für Schleuser, falsche Papiere etc. gespart. Trotzdem müssen sie sich zum einen erst einmal aufraffen und wirklich losgehen und zum anderen dann auch bis zum Ende durchhalten. Sie dürfen nie den Mut verlieren oder ihre Angst siegen lassen. Dabei erleben sie Dinge, die jenseits meiner Vorstellungskraft liegen und mich erschüttert haben. Christy Lefteri erzählt die Geschichte auf zwei Zeitebenen. Während Nuri und Afra in der Pension auf ihren Termin warten, hat Nuri immer wieder Flashbacks, erinnert sich an die grausamen Details des Krieges, an die abenteuerliche und gefährliche Flucht, an das wochen- bis monatelange Warten bis es zur nächsten Station weitergeht. Da Afra blind ist, muss er sie anziehen, führen und auf sie aufpassen. Diese Belastung wird manchmal so groß, dass er nicht weiß, wie er es weiter ertragen soll. Er kann sie nicht mehr als (seine) Frau ansehen, nicht mehr als nötig anfassen oder berühren – werden sie je wieder zusammenfinden? Doch auch er hat die Flucht nicht unbeschadet überstanden. „Manchmal vermag unser Geist sehr überzeugende Illusionen zu erschaffen, damit wir uns nicht in der Dunkelheit verlieren.“ (S. 345) Halt geben ihm die Mails seinen Cousins und die Hummel ohne Flügel, die im Innenhof der Pension lebt und um die er sich kümmert. „Wo es Bienen gibt, gibt es auch Blumen und wo es Blumen gibt, gibt es Hoffnung und neues Leben.“ (S. 34) Nuris und Afras Geschichte hat mich so gefesselt, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Man weiß zwar, dass sie am Ende in Großbritannien ankommen, aber durch die Rückblenden und Flashbacks erfährt man immer nur Bruchstücke ihrer Vergangenheit und der Erlebnisse auf der Flucht. Ich war froh, dass die Autorin einige Dinge nur angedeutet und nicht ausgeschrieben hat, sie waren auch so barbarisch genug.

Lesen Sie weiter