Leserstimmen zu
Peggy Guggenheim und der Traum vom Glück

Sophie Villard

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Fast zeitgleich erscheinen nicht nur einer sondern gleich zwei Romane über die wohl bekannteste Kunstsammlerin der Neuzeit: Peggy Guggenheim. Klar hatte ich schon mal von dem bekannten Guggenheim Museum gehört aber ganz ehrlich, Peggy selbst war mir bis dato noch recht unbekannt. Diesen Mangel sollten nun die beiden Neuerscheinungen zu ihrer Person ausmerzen. Gesagt, getan, besorgte ich mir „Peggy Guggenheim“ einer deutschen Autorin, die unter ihrem Pseudonym Sophie Villard diesen biografischen Roman veröffentlichte. Sie hat die Geschichte in drei Teile aufgeteilt, was mir ausgesprochen gut gefallen hat, denn diese sind ausnahmsweise mal chronologisch und springen nicht – wie so oft in der heutigen Literatur – im Wechsel mal in die Vergangenheit und dann zurück in die Gegenwart. Im ersten Teil treten wir ein in ihre Londoner Galerie „Guggenheim Jeune“ und lernen interessante Persönlichkeiten, wie z. B. den Autor James Joyce nebst Gattin Nina und vor allem auch den Schriftsteller Samuel Beckett kennen, der ihr den Kopf verdreht. Ihre kurze, dafür aber umso heftigere Affäre war nicht die erste und sicher nicht letzte in ihrem bewegten Leben. Weiter geht es im mittleren Teil, der die Jahre 1939 bis 1941 umfasst und ihr Leben aus der Bahn wirft. Der Krieg ist in Europa ausgebrochen und so macht sie Ernst und verlässt das Land, um in Amerika nochmals durchzustarten. Mit Ex-Mann und den gemeinsamen Kindern Sindbad und Pegeen überquert sie den Atlantik. Auch Max Ernst wagt diesen Schritt und wird schon bald von ihr unterstützt nicht nur mit Geld, sondern auch viel Liebe. Im letzten Teil, der die Jahre 1941 und 1942 abdeckt, schmiedet sie Pläne, setzt diese in die Tat um und heiratet ihren geliebten Max Ernst. Sie geht in ihrer Kunstwelt auf, doch die wahre Liebe wird ihr verwehrt bleiben. Mit angenehmem, informativen Schreibstil versucht die Autorin Peggy Guggenheim in Szene zu setzen. Man kommt beim Lesen nicht umhin das Buch doch des Öfteren aus der Hand zu legen, um einfach noch ein bisschen tiefer zu recherchieren. So ganz warm wurde ich dennoch nicht mit der Dame, mir kam sie ein wenig zu oberflächlich rüber, womit ich ihr vielleicht auch unrecht tue. Ich werde mein Wissen jedenfalls noch etwas vertiefen und vergebe für dieses Buch solide vier von fünf Sternen.

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Klappentext: Paris 1937: Die rebellische Erbin Peggy Guggenheim genießt ihr Leben in der schillernden Künstlerbohème, eine glamouröse Abendgesellschaft folgt auf die nächste. Doch Peggy hat einen Traum. Sie will ihre eigene Galerie eröffnen und endlich unabhängig sein. Da verliebt sie sich in einen hochgewachsenen Schriftsteller mit strahlenden Augen: Samuel Beckett. Aber ihre Liebe steht unter keinem guten Stern, denn Peggys Traum lässt sich nur im fernen London verwirklichen, weit weg von Beckett. Und auch am Horizont ziehen dunkle Wolken auf: Der Krieg zwingt zahlreiche Künstler zur Flucht aus Europa. Peggy hilft vielen von ihnen dabei – und begibt sich und ihre Liebe in große Gefahr ... Long: 1937 ist Peggy Guggenheim fast 40 und geschieden. Für die damals doch so traditionelle Zeit eher ungewöhnlich, ersinnt Peggy sich ein neues Lebensziel. Durch ihren Exmann Laurence und die bekannten Familie, der sie entstammt, hat sie einige FreundInnen in der KünstlerInnenszene und schwärmt selbst sehr für Kunst. Kurzerhand gründet sie eine Galerie in London, während sie eine Affäre mit dem deutlich jüngeren Schriftsteller Samuel Beckett unterhält... Dieses Buch hat mich umgehauen. Mit ihrem wundervoll leichten und prägnanten Schreibstil gelingt es der Autorin ein umfassendes und verständliches Bild von Peggy Guggenheim zu erschaffen. Mir ist klar geworden, wie charakterstark und intelligent diese Frau war, während sie sich gleichzeitig versuchte zwischen Liebe, Karriere und ihren Kindern aufzuteilen. Während des Lesens griff ich immer wieder zum Internet, um mehr über Peggy Guggenheim und weitere Personen und KünstlerInnen zu erfahren. Und tatsächlich hat sich so auch mein Interesse an dieser Szene geöffnet. Auch spannend war, dass ich nun einmal eine ganz neue Perspektive auf den zweiten Weltkriegs und der Nazizeit bekam. In vielen Büchern werden die HeldInnen und Charaktere meistens sehr anteilig an den Geschehnissen beschrieben. Die Ignoranz Peggys und der französischen KünstlerInnen-Elite war nun eine neue Sicht auf die Dinge, die mir vieles sehr verständlich gemacht hat. Short: Ein wundervoller biographischer Roman, über eine viel zu unterschätzte Frau, mit viel Charakter und Temperament. Besonders Lesenswert auf Grundlage dessen, mehr über starke Frauen der Geschichte zu erfahren. 5/5 ⭐️

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Die Künstlerbohème Peggy Guggenheim genießt ihr Leben. Wir befinden uns im Paris des Jahres 1937. Sie nimmt an glamourösen Gesellschaften teil und hat einen Traum. Sie möchte ihre eigene Galerie eröffnen und unabhängig sein. Dann lernt sie Samuel Beckett kennen und verliebt sich in ihn. Die Eröffnung einer Galerie ist aber nur in London möglich, und Beckett wäre soooo weit weg. Dann ist da noch der beginnende Krieg, viele Künstler fliehen aus Europa ... Peggy verhilft vielen von ihnen zur Flucht und bringt sich damit in Gefahr. Das Buch ist in drei Teile gegliedert und diese jeweils in Kapitel. Es liest sich extrem authentisch und lebendig. Es ist sehr gut zu begreifen, wie Peggys Leben sich entwickelte, ihr Traum, die Liebe, der Krieg .... Ich habe die Geschichte mit Begeisterung gelesen. Sie hat mich fasziniert, und ich fand es gut, dass der historische Hintergrund gut zur Geltung kam, weil er schließlich viel zum Verlauf des Lebens der Peggy Guggenheim beigetragen hat. Die Autorin hat es geschafft, die dreißiger und vierziger Jahre in der Stadt Paris lebendig werden zu lassen. Man konnte in die Welt der Künstlerbohème eintauchen und die guten und schlechten Zeiten literarisch erleben. Alles in allem hat mir dieses Buch extrem gut gefallen. Es ist flüssig zu lesen und fesselt, ich konnte es kaum aus der Hand legen. Die Charaktere sind sehr gut beschrieben in ihrer Entwicklung und ihrem Sein und die Szenen sind lebendig und detailliert geschildert, ohne ausschweifend zu sein. Zu 100 Prozent gelungen diese Romanbiografie !!!

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Etwas Kunst...

Von: niwibo

11.09.2020

Peggy hilft vielen von ihnen dabei - und begibt sich und ihre Liebe in große Gefahr... Auch wenn es sich um einen Roman handelt, die deutsche Autorin, die hier unter dem Pseudonym Sophie Villard schreibt, hält sich sehr eng an die Biographie der Kunstsammlerin. Die kurzen Kapitel, in welchen man immer wieder auf neue, bekannte Künstler trifft, und der flüssige Schreibstil machen das Buch zu einem spritzigen Lesevergnügen. "Es dreht sich alles um Kunst und Liebe" Dieses Zitat von Peggy Guggenheim beschreibt ihr Leben zu 100%. Der Roman beginnt Weihnachten 1937 in Paris auf einer Abendveranstaltung. Hier lernt die frisch geschiedene Peggy den in sich gekehrten Samuel Beckett kennen, den späteren Literaturnobelpreisträger. Sie beginnen eine Affäre, in der sie Samuel von ihren Plänen erzählt, eine kleine Galerie, nämlich die Guggenheim Jeune, in London zu eröffnen. Die Galerie läuft jedoch, wie auch ihre Liebesbeziehung zu Sam Beckett, mehr schlecht als recht. Die Kunstsammler sind nicht so recht an moderner Kunst von Kandinsky, Max Ernst oder Yves Tanguy interessiert. Und Sam braucht eine Frau, die ganz sein Leben lebt, ihn umhegt und versorgt. Dazu ist die taffe Peggy nicht bereit, denn sie ist der Meinung, im Leben einer Frau sollte nicht der Mann die einzige Rolle spielen. Hinzu kommt in der Bevölkerung die Angst vor einem erneuten Krieg. So beschließt Peggy nach einem Jahr die Galerie zu schließen und ein Museum für die breite Bevölkerung zu eröffnen. Allerdings wird dies durch den Einmarsch der Deutschen in Polen verhindert. Als der Krieg sich verhärtet, verschifft sie ihre Kunstwerke verpackt mit Pfannen und Töpfen, in Bettlaken eingewickelt über den großen Teich in die USA. Auch vielen befreundeten Künstler verhilft sie zur Flucht vor den Nazis. Das Buch endet mit der Eröffnung ihres Museum 1942 in Manhattan, New York, dem Art of this Century. In dem Buch schlendert der Leser mit Peggy durch Paris, schreitet mit ihr durchs regennasse London, lernt dabei jede Menge interessante Künstler kennen und taucht hinein in die Schrecken des 2. Weltkriegs. Für mich 5 ★★★★★

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Handlung: Paris 1937 Peggy Guggenheim hat zwei Wünsche: sie möchte ein unabhängiges Leben führen und ihre eigene Galerie eröffnen. Zahlreiche Kontakte zur Künstlerbohème hat sie bereits und von vielen ihrer Freunde wird ihr Hilfe zugesichert. Und obwohl Peggy sich eigentlich vollkommen auf ihre Karriere konzentrieren wollte, tritt in diesem Moment Samuel Beckett in ihr Leben. Doch eine gemeinsame Zukunft scheint aussichtslos, denn für die Verwirklichung ihres Traums muss Peggy nach London ziehen. Die Galerie läuft schließlich nicht so an, wie Peggy es sich gewünscht hätte und die politische Situation in Europa ändert sich immer mehr. Bis schließlich der Krieg ausbricht und nicht nur vielen Künstlern, sondern auch Peggy zur Gefahr wird. Peggy hilft wo sie kann, doch schließlich muss auch sie sich mit ihrer Liebe in große Gefahr begeben... Meinung: Ich mag das Cover. Es haut mich nicht um, ich habe schon oft ähnliches gesehen, doch es gefällt mir. Besonders gelungen finde ich die roten Details (Schriftfarbe, Kleid der Dame, Buchrücken), sowie den leicht verblassten und dadurch entstehenden nostalgischen Effekt. Es ist einfach stimmig und ergibt ein harmonisches Bild. Im Hintergrund ist ein niedlicher Park mit kleinen Tischen zu sehen, dahinter befinden sich wunderschöne, alte Gebäude, die viel Aura haben und dem Cover noch mehr Klasse geben. Als Blickfang dient eine Dame, mit tiefschwarzen Haaren, die stolz und mit aufrechter Haltung von dem Leser weggeht. Ich verbinde mit ihr Peggy Guggenheim, vor allem wegen der Haare, aber auch wegen der Zielstrebigkeit, die die Person ausstrahlt. Insgesamt also ein schönes Bild, welches mir in einer Buchhandlung auf jeden Fall aufgefallen wäre. Erstmals gesehen habe ich den Roman bei Instagram oder im Internet. Ich kann mich gar nicht mehr entsinnen, auf jeden Fall fand ich die Inhaltsangabe direkt interessant und das Buch wanderte auf meine Wunschliste. Ich wollte einfach gerne mehr über Peggy Guggenheim erfahren, von der ich bisher tatsächlich noch nie etwas gehört habe. Ihre berühmte Familie, allen voran die Geschichte von Benjamin Guggenheim ist mir bekannt und auch von den Guggenheim-Musseen habe ich gehört und Bilder gesehen. Doch Peggy war mir unbekannt. Und da ich Geschichten über starke Frauen liebe, musste ich das Buch lesen! Freundlicherweise wurde mir der Roman vom Bloggerportal zur Verfügung gestellt, wofür ich mich auch hier noch einmal ganz herzlich bedanken möchte. Ich bin selbst davon überrascht, wie schnell ich den Roman ausgelesen hatte. Lediglich drei Tage habe ich für die knapp 450 Seiten gebraucht, weil ich oft wissen wollte, wie die Geschichte von Peggy weitergehen wird und welche Begegnungen sie erleben wird, inwiefern der Kriegsverlauf auf sie und ihre Lieben Einfluss haben wird. Ich habe das Buch lange Zeit richtig gern in die Hand genommen und war von ihr als Person, als auch von der schillernden Bohèmewelt sehr fasziniert. Aber auch der Schreibstil hat dazu beigetragen, dass ich immer weiterlesen wollte. Ich fand die Sprache hatte durchaus ihren Anspruch und war trotzdem sehr gut und locker zu lesen. Es gibt ganz wunderbare Beschreibungen von Ortschaften und Gebäuden, zudem mochte ich es, wie viele bekannte Künstler auftreten und wie man diese kennenlernt. Ein jeder hat Eigenarten bekommen und sich dadurch von den anderen abgehoben! Es findet eine Unterteilung in drei Teile statt, die jeweils noch in Kapitel gegliedert werden. Jeder Teil widmet sich einer bestimmten Zeit in Peggys Leben und es wurde nicht nur mit wenigen Worten die kommende Handlung gekonnt zusammengefasst, sondern auch die Handlungszeit wurde angegeben. Teil eins und zwei konnten mich vollkommen überzeugen, sie hatten eine besondere Dynamik, die mein Interesse immer weiter angefacht hat. Es war Spannung vorhanden und ich mochte die ganzen Begegnungen mit den Künstlern, sowie die traumhaften Darstellungen von Frankreich und England. Leider muss ich sagen, dass mir genau das im dritten Teil gefehlt hat. Irgendwie war die Spannung verpufft, die Luft war ein bisschen raus und mich hat die Handlung nicht mehr so gefesselt wie anfangs, als die Szenen in Europa stattfanden. Ich finde, auch Peggy hat , zurück in ihrer Heimat, ein wenig von ihrer Energie eingebüßt und selbst die Szenen, in denen zahlreiche Künstler und Schriftsteller zusammenkommen, haben ein wenig ihren Charme verloren. Den Kapiteln vorangestellt ist immer die Straße, sowie das Datum oder der Monat der folgenden Handlung. Auf diese Weise kann man sich immer schnell und einfach ein Bild davon machen, wie viel Zeit seit dem Beginn der Handlung vergangen ist, um wie viele Jahre die Protagonisten mittlerweile gealtert sind oder wie weit der Krieg fortgeschritten ist. Fand ich sehr sehr hilfreich und ich habe es sehr begrüßt, dass es diese Details gibt, was ich ja immer gerne bei Romanen mag! Am Ende des Roman findet sich noch ein ganz wunderbares Nachwort, in dem nicht nur erklärt wird, weshalb dieser Roman entstanden ist, sondern man erhält auch Informationen darüber, was mit vielen der bekannten Künstlern, die erwähnt werden oder persönlich auftreten, passiert. Wann sie sterben, manchmal werden noch einige Worte zur weiteren Schaffensphase verloren. Es entsteht dadurch ein rundes Bild und man muss nicht zwingend danach im Internet nachschauen, wie das weitere Schicksal der Personen aussieht. Ich habe viele Personen danach trotzdem gegoogelt, einfach um zu schauen, inwieweit sich mein Bild von ihnen von dem tatsächlichen Aussehen der Künstler abhebt. Ich finde es ganz bemerkenswert, wie viele bekannte Persönlichkeiten die Autorin in ihrem Roman auftreten lässt und welche Eigenarten sie ihnen verpasst. Keiner gleicht dem anderen und ein jeder hebt sich durch bestimmte Merkmale voneinander ab. Fand ich richtig gut und ich mag es, wie sie nur an den passenden Stellen auftauchen und Peggy dabei stets im Vordergrund bleibt. Trotz der Vielzahl an Personen hatte ich nie Probleme damit, sie auseinanderzuhalten oder wiederzuerkennen. Vielleicht wäre es aber trotzdem ganz angebracht gewesen, dem Roman ein Personenverzeichnis zur Seite zu stellen, damit Verwechslungen von vorn hinein ausgeschlossen werden. Und man hätte sich am Ende noch einmal vor Augen führen können, wie viele berühmte Persönlichkeiten man gerade getroffen hat:) Ich muss ehrlich zugeben, dass ich Peggy nicht immer komplett sympathisch fand. Ab und an war mir ihre Art zu forsch und ich hatte häufiger das Gefühl, als würde sie ihre Entscheidungen nicht richtig abwägen. Jede kleine Idee will sofort verwirklicht werden, ohne das sie vorher richtig darüber nachdenkt und mögliche Schwierigkeiten beachtet. In dieser Hinsicht war mir Peggy zu impulsiv und nicht hinterfragend genug. Zudem kam für mich nicht der Charme ihrer Figur herüber, ich habe nie recht verstanden, was ihre Freunde und Bekannte an ihr geschätzt haben und weshalb sie menschlich von vielen auf eine so große Stufe gestellt wurde. Obwohl es allerhand Einblicke in ihre Gedanken- und Gefühlswelt gab, war es mir zu wenig und ich hatte oft das Gefühl, als würde Peggy nie ihr wahres Ich zeigen, sondern immer eine Maske tragen. Mir hat sie insgesamt zu wenige Facetten gezeigt. Trotzdem bewundere ich sie, nicht nur für ihr künstlerisches Gespür, sondern auch für ihre Taten im Zweiten Weltkrieg. Hier zeigte sich ihr Mut und ihr besonderes Denken, was Peggy auszeichnet und einzigartig macht. Darüber hätte ich gerne noch mehr gelesen! Ich finde nicht, dass der Roman eine sonderlich große Stimmung ausgestrahlt hat. An keiner Stelle kam für mich große Trauer oder Freude durch und meist wurde die Handlung recht nüchtern erzählt. Viele Emotionen sind eigentlich an keiner Stelle herausgekommen und ich konnte nie mit den Protagonisten mitleiden, mitfiebern oder mich mitfreuen. Dadurch konnte ich leider auch nicht so einen Draht zu den Personen aufbauen, wie ich es gern gehabt hätte. Es gibt einige Handlungsorte, die alle mit vielen bildreichen Worten beschrieben sind und eine unglaubliche Atmosphäre verströmt haben. Unterschiedliche Landschaften werden genaustens beschrieben und vieles konnte ich mir sehr gut vorstellen. Trotzdem habe ich zwei Orte, wo mir die Handlung am besten gefallen hat und wo die Stimmung und der Charakter der Stadt am besten getroffen wurden. Dabei handelt es sich um Paris und London, ich habe diese zwei Örtlichkeiten sehr gemocht. Es hat dort einfach alles gepasst und ich muss auch sagen, dass in diesen Städten die Handlung für mich am interessantesten und abwechslungsreichsten war. Immer wieder werden auch historische Ereignisse in den Roman eingebunden. Diese drehen sich vor allem um den Zweiten Weltkrieg und die Folgen für die Bevölkerung, aber auch für die Menschen, die fliehen müssen und für die ein Leben in Europa zu unsicher und gefährlich ist. So wird die Handlung immer wieder auf den Boden der Tatsachen gebracht und die Geschichte erhält viel Wahrheitsgehalt. Fazit: Wie man aus meinen bisherigen Worten herauslesen konnte, hat mir der Roman von Sophie Villard gut gefallen, ich wurde gut unterhalten, fand die Handlung meist interessant und recht spannend und ich habe eine wunderbar starke Frau kennenlernen können. Viele Aspekte des Romans haben mein Wohlwollen erregt und mich froh gemacht, das Buch gelesen zu haben. Leider habe ich kleine Kritikpunkte, die ich bereits ausführlich erörtert habe und auf die ich jetzt nicht weiter eingehen werde. Für diese werde ich gesamt einen Punkt bei meiner Bewertung abziehen. Ansonsten kann ich den Roman auf jeden Fall empfehlen, er beherbergt eine spannende Geschichte über eine besondere Frau und kann mit vielen interessanten Künstlern aufwarten, was einen tollen Einblick in die schillernde Bohèmewelt liefert!

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Peggy Guggenheim und der Traum vom Glück von Sophie Villard schmeißt einen in das Leben von Paris 1937 und begleitet Peggy Guggenheim in ihrem Leben von 1937 bis 1942. Wer Peggy Guggenhem nicht kennt, sie war eine bekannte Kunstsammlerin der modernen Kunst und hat einige bedeutende Kunstwerke vor dem Krieg beschützt und nach Amerika verschifft. Sie war eine starke und unabhängige Frau, ein Satz in dem Roman beschreibt ihr Lebensmotto sehr gut: „Im Leben einer Frau sollte nicht der Mann die einzige Rolle spielen. Sie sollte ein Ziel haben, ein Bedürfnis, das ihr ureigenes ist“. Und dem kann ich nur zustimmen. Sophie Villard hat sie wieder zum Leben gebracht und der Mix aus Roman und Biographie ist sehr interessant. Ich muss zugeben, zuvor habe ich noch nie so einen Mix gelesen, aber würde es sofort wieder tun. Auch andere Künstler wurden weiterhin charakterisiert wie Max Ernst, Marcel Duchamp, James Joyce, Samuel Beckett, welcher in ihrem Liebesleben eine bedeutende Rolle gespielt hat oder auch Gisèle Freund. Bei Freund habe ich einen Tipp, es gibt im Internet eine Seite mit ihren Fotografien, dort findet man auch Bilder von denen im Buch geschrieben wird, von verschiedenen Schriftstellern und auch von Peggy Guggenheim und Herbert Read, welche im Roman und realen Leben versuchen ein Museum zu eröffnen. Der Schreibstil ist sehr angenehm und ich habe das Buch innerhalb von zwei Tagen gelesen, da ich die Atmosphäre sehr mochte und durch die guten Beschreibungen der Orte fühlte, als sei ich selbst in zum Beispiel Paris 1937 oder am Lac d’Annecy. Fazit: Auch wenn euch die Kunstszene nicht interessiert, ist es ein sehr interessanter Roman, den man schnell lesen kann und durch die Zeiten reisen lässt. Ich persönlich liebe Werke in denen bekannte Künstler oder Schriftsteller wieder zum Leben gebracht werden, durch die bekannten Gesichter kann ich mir die Personen sehr gut vorstellen und gerade bei Joyce und Beckett habe ich viel Hintergrundwissen und fand die Charakterisierungen aus dem Roman passen sehr gut. Alles in allem 4.5/5 Sternen.

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Peggy Guggenheim war Kunstsammlerin und Galeristin, doch ihr Name ist uns heute vor allem dank der großartigen Guggenheim-Museen weltweit bekannt. Doch wer war Peggy Guggenheim wirklich? Was trieb sie an? Und wie kam es zu ihrer Liebe zur Kunst? Der historische Roman von Sophie Villard hat mir einen tiefen und ungeschönten Einblick in das Leben dieser beeindruckenden Frau gegeben. Vom Paris des Jahre 1936 bis in die USA des Jahres 1942 schildert die Autorin den Lebensweg dieser mutigen Frau, ihre Hochs und Tiefs. Geschichtlich befindet man sich zur Zeiten des Zweiten Weltkriegs und natürlich hatte auch diese Zeit ihre Schatten auf Peggy Guggenheim und ihre Liebe zur Kunst geworfen. Die Autorin, die selbst eine sehr gute Recherche für ihren Roman hinter sich gebracht hat, hat mir Peggy Guggenheim, ihre Zeit und ihr Wirken sehr nahe gebracht. Ich konnte in eine Welt voller Künstler, Träume aber auch Schrecken und Düsternis abtauchen. Für mich ein ganz besonderes Buch, da ich mich selbst sehr für Kunst und den Kunstbetrieb (z.B: in Galerien und Museen) interessiere.

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Dankeschön an den Penguin Verlag und das Bloggerportal für das wundervolle Rezensionsexemplar. Rezension: Peggy Guggenheim, eigentlich Marguerite Guggenheim, war als Autodidaktin eine amerikanische Kunstmäzenin, Sammlerin und Galeristin der Kunst des 20. Jahrhunderts. Geboren: 26. August 1898 in New York City, Vereinigte Staaten; Gestorben: 23. Dezember 1979 in Camposampiero, Italien. Eine wunderbare Hommage an eine faszinierende Persönlichkeit! Ich muss gestehen, dass ich bisher nahezu nichts über jene Kunstsammlerin, Mäzenin und Autodidaktin wusste, die ausgefallene Sonnenbrillen sammelte und als Rebellin ihrer Zeit galt. Tatsächlich verdanken viele Menschen dieser außergewöhnlichen Frau ihr Leben, da sie es war, die ihnen während des Zweiten Weltkrieges eine Flucht aus Europa ermöglicht hatte. Bereits nach wenigen Zeilen hatte mich der einladende, geradezu poetisch schöne Schreibstil der Autorin vollkommen gefesselt, mit dem sie ein verführerisches Bild der Künstlerszene im Paris der 1930er Jahre zeichnet. Auch der starke Kontrast zum weniger charmanten, hektischen London unterstreicht Peggy’s Bindung an das reizvolle Paris, dem sie sich so verbunden fühlt. Die Schauplätze des Romans, von denen Sophie Villard viele zu Recherchezwecken eigens bereist hat, werden so bildhaft und atmosphärisch beschrieben, dass man mühelos in Peggy’s (Kunst-)Welt und die dramatischen Ereignisse der Handlung eintauchen kann. Man spürt in jeder Zeile, dass die Autorin für die Thematik brennt; umso schöner ist es, dass es ihr gelungen ist, Peggy Guggenheim ein würdiges literarisches Denkmal zu setzen. Fazit: Dieser anspruchsvolle Roman, der in drei Abschnitte unterteilt ist und den Bogen vom Paris des Jahres 1937 bis in die USA des Jahres 1942 spannt, ist ein Muss für jeden Kunst-Liebhaber! „Träumen ist das Wichtigste im Leben, finden Sie nicht? Sie nickte so heftig, dass ihr Ohrgehänge schaukelte. In der Tat. Ohne Träume sind wir doch tot.“

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