Leserstimmen zu
Im Zeichen der Mohnblume - Die Kaiserin

R.F. Kuang

Die Legende der Schamanin (2)

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Im Zeichen der Mohnblume - die Kaiserin 🌺 Ein Kriegsbuch durch und durch. Muss man mögen. Meins war es bereits nach Teil 1 nicht mehr. Daher habe ich mein Rezensionsexemplar nach Absprache an eine nette Bloggerin weiter gereicht welche diesen Teil Rezensiert hat. Ihre Eindrücke und meine aus Band 1 haben diesen Text entstehen lassen: Alina war sehr gespannt, wie es bei Rin und den Cike nach dem Ende von Band 1 weitergeht, welches mich schon etwas verstört hatte. Rin hat sehr überstürzt und emotional reagiert und kämpfte nun mit ihrem Gewissen und ihren Taten. Es war allerdings recht schwer wieder in die Story zu finden. Rin steckt weiterhin in einem depressiven Loch. Dies wird detailreich beschrieben. Eben genau wie wir es von der Autorin gewöhnt sind. Rin ist dem Opium verfallen, und verfällt diesem von Seite zu Seite mehr. Diese Depressive Stimmung ist spürbar! Zum Glück hält diese Stimmung nicht so lange an, aber der Einstieg war dadurch nicht gerade leichter und zog den Leser etwas runter. Auch als Rin sich zusammenreißt und den Entzug hinter sich bringt, bleibt die Stimmung das ganze Buch über sehr bedrückend und düster. Dies passt aber zu der Handlung. Dank dem wirklich tollen Schreibstil der Autorin ist die Handlung trotzdem interessant und packend. Trotz 800 Seiten hat man nicht das Gefühl sich durch arbeiten zu müssen. Hinzu kommt die ausführlich beschriebenen Kampfszenen und das weiter ausgeführte Worldbuilding. Dies lässt aufregende aber auch weniger schöne Bilder in unserem Kopf entstehen. Zudem wird der Krieg nicht verharmlost, sondern durch mehrere Schockmomente verdeutlicht. Leid, Schmerz und Angst sind regelrecht spürbar. Es ist eben kein Buch für schwache Nerven. Definitiv nicht. Die Autorin bleibt ihrer Linie also treu. Hier möchte euch noch mal auf die fehlende Triggerwarnung aufmerksam machen welche im Original durchaus vorhanden ist, bei der Übersetzung aber verloren gegangen ist. Auch bei Band 1 hat mich dies schon sehr gestört und mir beim Lesen ein flaues Gefühl im Magen beschert. Band 2 jedoch endet mit einem großen Knall und reißt noch mal einiges Raus. Dies hat Alina sehr gut gefallen. Fazit: Rin kämpft sich weiter Vorwärts und durch all ihre Schwächen zu etwas großem, etwas starkem mit dem man sich nicht anlegen sollte. Doch auch ihre Gegner und Verbündeten sind nicht ohne. Obwohl die Handlung und die Entwicklung der Charaktere anscheinend spannend und interessant war, hätte ich die gewaltfreieren Szenen ( von denen es nicht gerade wenige gab ) größtenteils übersprungen. Teil 1 hat mich diesbezüglich etwas gebrandmarkt und mit keinem guten Gefühl zurück gelassen. Alles in allem gibt es hier aber minimal weniger. Trotzdem wollte ich wissen wie es weiter geht mit Rin als neue Anführerin der Cike. Ihr Verhalten und ihre Entscheidungen sind teilweise sehr fragwürdig, aber auch unvorhersehbar. Alles in allem ist diese Geschichte eine die Leser mit einem speziellen Geschmack anspricht. Kriegsstrategien, Gewalt, Drogen, Magie und eine starke Protagonistin liefern eine starke Geschichte innerhalb eines bildhaften Schreibstils. Auch auf den historischen und spirituellen Hintergrund wird auch hier wieder geachtet. Dies muss man mögen ... Während Alina die Geschichte weiter verfolgen wird, ist dies trotz toller und zahlreicher Plots auf 800 Seiten nicht mein Fall da sie nach dem Lesen kein gutes Gefühl in mir zurück lässt. Dies war mir bereits nach Band 1 klar. Doch genau dies erwarte ich von einem Buch. Daher habe ich dieses Rezensionsexemplar auch weiter verschenkt und bin froh dass Alina ihren Spaß damit hatte.

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Fantasy, geschrieben von einer Autorin, spielend in einer an das feudale China angelehnten Welt und mit einem Mädchen als Hauptfigur. Wenn das nicht mal etwas erfrischend Neues ist! Das waren die ersten Zeilen meiner Rezension zum ersten Band der Trilogie: „Im Zeichen der Mohnblume – die Schamanin“. Das Mädchen ist inzwischen eine Frau, sonst hat sich nicht viel geändert. Es freut mich sehr, dass diese Geschichte, die zumindest ein Stück weit die ausgetretenen Fantasy-Pfade verlässt, auch in Deutschland verlegt wird und Aufmerksamkeit erfährt. Ein Land in endlosem Krieg CN: Kriegsverbrechen, sexuelle Gewalt, Drogenabhängigkeit Wer den ersten Teil noch nicht gelesen hat und sich komplett vor Spoilern schützen möchte, der überspringe diese Absätze bis zur nächsten Überschrift. Auch der zweite Band dreht sich um Rin, Schamanin des Phoenix, eines grausamen Feuergottes. Durch den Einsatz extremer Gewalt und unter dem Verlust dessen, was ihr am liebsten war, hat Rin ihr Land vor der Invasion gerettet. Nun ist sie zutiefst traumatisiert und verbringt ihre Tage am liebsten zutiefst im Opiumrausch. Nur so kann sie zeitweise die Stimme des Gottes in ihrem Kopf ausblenden, den es ununterbrochen nach Zerstörung gelüstet. Allerdings sind die Dienste der Frau, die ein ganzes Land in Schutt und Asche gelegt hat, weiterhin sehr gefragt. Der Drachenkriegsherr ergreift die Gunst der Stunde und will mit Rins Hilfe die Kaiserin stürzen. Nikan soll nicht länger Kaiserreich sein, sondern zur Republik werden. Eine neue Gelegenheit für Rin das zu tun, was sie am besten kann: Kämpfen. "Viele Menschen werden dich ausnutzen oder dich töten wollen. Wenn du am Leben bleiben willst, musst du dich für eine Seite entscheiden. Also entziehe dich nicht dem Krieg, Kind. Schrecke nicht vor dem Leid zurück. Wenn du Schreie hörst, renne auf sie zu." - Im Zeichen der Mohnblume - Die Kaiserin, S. 214 Geschichtsunterricht Beim ersten Buch war es mir noch gar nicht so bewusst, aber die Bücher sind eng angelehnt an die jüngere chinesische Geschichte. Der erste Band dreht sich um den zweiten Japanisch-Chinesischen Krieg und behandelt auch das Nanking-Massaker. „Die Kaiserin“ spielt während des chinesischen Bürgerkrieges (1927-1949), nach dessen Ende die Volksrepublik China gegründet wurde. Tatsächlich habe ich auch während dem Lesen das Buch zur Seite gelegt und einen kompletten Abend zur Geschichte Chinas recherchiert und gelesen. Das ist bisher noch selten einem Buch gelungen. Wo ist der Haken? Ein frisches Szenario also, geschichtliche Bildung ist gleich mit inbegriffen und spannend ist „Im Zeichen der Mohnblume – die Kaiserin“ auch. Das schamanistische Magiesystem mit Menschen, die Macht von Göttern borgen, ist total interessant. Alles in Butter also? Ein Jahreshighlight? Nicht ganz. Denn an einem scheitert das Buch für mich: An den Figuren, allen voran Protagonistin Rin. Manchmal wollte ich sie schütteln und ihr zurufen: „Sei doch nicht so dumm! Wach auf, tu was! Lass das nicht mit dir machen, du bist die mächtigste Person im ganzen Land!“ Anfangs gefällt Rin sich in ihrer Opferrolle, dröhnt sich mit Opium zu, weigert sich, Verantwortung zu übernehmen. Später beweist sie immer wieder offensichtlich einen sehr schlechten Geschmack bei der Wahl ihrer Verbündeten. Sie lässt sich von anderen ein ums andere Mal erniedrigen, tut nichts, wenn man sie als Untermenschen bezeichnet, im Gegenteil. Obwohl sie sich im ersten Band geschworen hat, nie mehr jemandes Experiment zu sein, lässt sie sich von den Hesperianern (analog den Europäern) wöchentlich untersuchen, wenn auch widerwillig. Krankhaft sucht Rin die Anerkennung einer Vaterfigur, den sie vermeintlich im Drachenkriegsherren ausgemacht hat. Dabei wird der Leser*in schon zu Beginn klar: Das kann nur schiefgehen. Und dann auch noch diese Mehr-oder-weniger-Liebesbeziehung mit dem *verzeih* Arschloch Nezha. Ehrlich, das war beim Lesen wahnsinnig frustrierend. Oft hat mich Rins Verhalten einfach wütend gemacht, sodass ich wirklich nur wenig positive Gefühle ihr gegenüber aufbringen kann. An anderen positiven Figuren mangelt es – leider – auch. Am ehesten mochte ich noch die Auftritte von Venka, Nezhas Schwester, die mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen hat, aber oft so handelt, wie ich es mir von Rin gewünscht hätte. Fazit Es gibt viel Gutes, Spannendes, Interessantes im Buch, aber für mich scheitert das Buch leider an seiner nervigen Protagonistin. Keine Höchstwertung also. Trotzdem ist die Reihe wirklich lesenswert und ein wichtiger Beitrag für mehr Diversität in der Fantasy: Weder von einem mittelalten weißen Mann geschrieben, noch in einer europazentrierten Mittelalterversion angesiedelt, in der vielleicht sogar durch bestimmte Figuren rassistische Ideologien weiterverbreitet werden (Stichwort Orks). Dafür gibt es von mir 4 von 5 Sternen. Diese Rezension ist auch auf meinem Blog Im Buchwinkel erschienen.

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Rin ist nach dem Krieg alleine mit sich selbst, ihren Gedanken und Schuldgefühlen. Berauscht vom Opium ist sie alles andere als geeignet die Cike zu führen und muss jeder Zeit damit rechnen, dem Phönix zu verfallen und alles um sich herum in Brand zu stecken. Verfolgt von den Häschern der Kaiserin und ihren eigenen inneren Dämonen, hält sie nur der Wunsch nach Rache am Leben. Die Kaiserin soll für ihre Taten büßen und nur ein Bündnis mit dem Drachenkriegsherrn, der eine eigene Republik erschaffen will, gibt ihr die Macht und die Armee hierzu. Alte Verbündete treten auf den Plan und ein weiterer brutaler Krieg wirft seine Schatten voraus... Das Buch ist in drei Abschnitte aufgeteilt und ich muss gestehen, wenn ich im ersten Teil mir die noch verbleibenden Seiten angeschaut habe, musste ich schlucken. 800 Seiten sind für jemanden wie mich, der lieber im Bereich 400 - 500 Seiten liest, eine echte Herausforderung. Vor allem lag das auch an Rins Verhalten. In diesem ersten Teil ist sie so am "herumjammern", sie badet in Selbstmitleid und knallt sich die Birne mit Opium weg - es war kaum zu ertragen. Abwechselnd gibt sie sich und dann wieder anderen Schuld an den Ereignissen des Krieges und es war echt sehr anstrengend. Im zweiten Teil wurde es dann wesentlich besser. Die Geschichte nimmt Fahrt und Spannung auf, geliebte Charaktere tauchen wieder auf und bringen eine neue Dynamik in die Geschichte und es gibt wieder jede Menge Kriegswissen, Taktik und politische Schachzüge und das ohne Langeweile. Stellenweise bahnen sich sogar zarte Gefühle an, die das Herz in diesem Krieg ein wenig leichter machen (ohne Kitsch und Knutschen und Co.). Der dritte Teil konnte mich dann absolut überzeugen mit einer epischen Schlacht, Magie, Verrat und Intrigen und immer im Hinterkopf der interessante historische Aspekt in "unserer Welt". Das Ende wartet sowohl mit einem unerwarteten Plottwist als auch mit einem zu ertragenden Cliffhanger auf und ich freue mich schon auf den letzten Band und habe diesmal auch keine Angst vor vielen Seiten. Wenn das Buch einen packt, fliegen die Seiten nur so vorbei. Ich hoffe sehr auf eine Übersetzung. Ein zweiter Teil, bei dem man erst mal die Phase des Selbstmitleids und des Schmollens der Protagonistin überwinden muss, bevor die Geschichte richtig Fahrt aufnimmt und eine fantastische Mischung aus Kriegstaktik, Schamanismus und Strategie bereithält. Im Hinterkopf muss man dabei immer die historischen Fakten behalten, was noch mehr interessante Schlüsse aus den Ereignissen ziehen lässt. Die Protagonistin kommt wieder auf Spur, soviel kann ich euch schon mal versprechen. Ich bin gespannt wie ihre Geschichte im 3. und finalen Teil ausgeht.

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Ein Meisterwerk

Von: Mondbuchzauber

20.12.2020

Im Zeichen der Mohnblume ist brutal. Es ist grausam, voller Blut und Tod. Und es ist fesselnd. Es ist ein Meisterwerk. Im englischen Original existiert eine Triggerwarnung und ich finde, die braucht es auch. Die Autorin verschönert nichts. Sie beschreibt Bilder, die sich im Kopf verankern. Leider fehlt diese Warnung in der deutschen Übersetzung. Das ist aber wohl mein einziger Kritikpunkt. Das Buch ist deutlich für ein erwachsenes Publikum gedacht und nicht jeder möchte diese Bilder sehen. So … während ich diese Rezension schreibe, muss ich die letzten paar Seiten dieses genial grandiosen Buches verarbeiten. Denn GENIAL trifft es nicht annähernd. Rin ist zu Beginn des Buches ein Wrack. Sie ist auf der Flucht und in einem konstanten Opiumrausch gefangen. Sie hat unvorstellbar schreckliche Dinge getan. Dinge, die einen Menschen brechen. Sie hat Dinge gesehen, die Monster und keine Menschen anrichten und Rin ist eines dieser Monster. Sie hat nur einen Antrieb; Rache an der Kaiserin, die ihre Heimat an die Feinde ausgeliefert hat. So schliesst sich Rin dem Drachenkriegsherren an, der die Kaiserin stürzen möchte, um eine Republik zu errichten. Das Buch ist ein strategischer Schlachtplan. Ein Plan die Kaiserin zu töten. Doch kämpft Rin auf der richtigen Seite? Denn zwischen diesem Berg aus Matsch, Blut und Scheisse ist Richtig und Falsch garnicht so einfach zu erkennen. Während sich die Leichen türmen und Freunde sterben, muss Rin sich ihrem inneren Feuer stellen. Rin hat eine viel zu grosse Klappe und kann für eine Soldatin nicht besonders gut mit Befehlen umgehen. Sie weiss nie wann genug ist. Sie ist keine Protagonistin, die man liebt, man respektiert sie. Sie ist kein sympathischer Mensch, und doch fiebert man mit ihr mit, liebt und leidet mit ihr. Zwischen den Zeilen ist diese Geschichte so viel mehr als nur Krieg. Es ist eine Geschichte über Menschen, die sich für überlegen, stärker und besser halten. Im Hintergrund Fäden ziehen und eine gesamte Zivilisation versuchen zu vernichten. Sie zeigt was Rache und Machthunger mit Menschen anstellt. Sie zeigt die hässliche ungeschönte Wahrheit des Krieges. Und das Erschreckende dabei ist, dass diese fiktive Geschichte auf wahren Begebenheiten existiert. Im Zeichen der Mohnblume ist für alle, die komplexe Welten, Schlachten und extrem gut durchdachte Figuren lieben. Es ist ein anspruchsvolles Buch, aber es lohnt sich so unglaublich!

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Mit Hilfe ihrer schamanischen Fähigkeiten hat Rin im letzten Band eine große Schlacht gewonnen, aber der Krieg hat gerade erst begonnen. Zwischen Entzugserscheinungen vom Opium und Schuldgefühlen gegenüber den Opfern und vor allem gegenüber Altan muss sie irgendwie die Kraft finden, die Cike als Kommandantin anzuführen. Und dank all ihrer Macht, die jeder für sich nutzen möchte, weiß Rin nun gar nicht mehr, wem sie vertrauen soll. Band zwei knüpft direkt an die Geschehnisse des ersten an und zeigt eine veränderte Protagonistin. Rin ist verunsichert, von Drogen geschwächt und immerzu wütend. Ihre Kräfte kann sie nur schwer unter Kontrolle bringen und nachts plagen sie Alpträume voll lodernder Flammen. Zum Glück existieren in den Cike Gleichgesinnte, die ihr Halt geben und auch einige alte Bekannte aus Rins Zeit an der Akademie von Sinegard sind erneut an ihrer Seite. Was die Handlung betrifft, darf man sich als Leser hier nichts vormachen: „Die Kaiserin“ ist vor allem ein Kriegsroman, der sich über große Teile hinweg hauptsächlich mit strategischen Überlegungen und tatsächlichen Schlachten beschäftigt. Rin ist dabei ein angenehm unüblicher Charakter; sie ist fehlerbehaftet, unbeherrscht und in manchen Dingen unfassbar naiv. Ihre Entscheidungen kann man als Leser oft nur verdammen, auch wenn man sie auf tragische Weise nachvollziehen kann. Mit dieser Reihe hat R.F. Kuang Fantasy geschaffen, die sich deutlich von den Neuerscheinungen der letzten Jahre abhebt. „Im Zeichen der Mohnblume“ ist sprachlich gewaltig und zitiert und kritisiert mit klaren, harten Beschreibungen historische Geschehen wie den Chinesisch-Japanischen oder die Opiumkriege. Dabei kommt die Autorin fast vollständig ohne die übliche Liebesgeschichte aus und fokussiert sich lieber auf Themen wie Freundschaft, Loyalität und Verlust. Das Ende lässt befürchten, dass der dritte Band emotional noch mehr aufrütteln wird, als es in diesem schon der Fall war. Es werden wohl einige Tränen fließen, aber lesen muss ich ihn trotzdem – ich muss einfach wissen, wie es mit Rin weitergeht.

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Die Kaiserin

Von: Lupina15

12.12.2020

Bereits der erste Band dieser Reihe konnte mich absolut begeistern. R.F. Kuang hat eine brutale, aber sehr faszinierende Fantasywelt geschaffen, die durch eine starke Protagonistin und einen unheimlich packenden Plot überzeugt. Der zweite Band setzt nur wenige Monate nach den furiosen Ereignissen von Band eins ein. Rin, die Cike und Kitay haben Zuflucht in Ankhiluun bei der Piratenkönigin gefunden und überlegen sich, wie sie die Kaiserin Daji stürzen können. Dabei finden sie im Kriegsherren der Provinz Drache einen unerwarteten Verbündeten. Dieses fast 800 Seiten dicke Buch bietet einiges an Spannung und natürlich sehr viel Action. Nikan befindet sich nach wie vor im Krieg, daher findet auch Rin sich immer wieder auf einem Schlachtfeld wieder. Der Phönix wird immer mehr ein Teil von ihr, doch die Angst vor dem Verlust ihres Verstandes bleibt. Die Schlachten in Band zwei sind im Gegensatz zu Band eins Taktikschlachten. Die Angriffe und Strategien werden geplant. Doch natürlich stolpern die Charaktere immer wieder über unvorhergesehene Hindernisse. Kuang überrascht bereits in der ersten Hälfte des Buches mit diversen Twists. Es gibt ein erhofftes Wiedersehen, über das ich mich sehr gefreut habe. Auch die Kaiserin spielt eine große Rolle und man lernt sie besser kennen. Es treten auch einige neue Charaktere auf den Plan, wie beispielsweise die Hesperianer. Diese sind mir persönlich absolut zuwider gewesen. Noch immer kann ich nicht nachvollziehen, warum diese Reihe keine Triggerwarnung bekommen hat. Es herrscht unglaublich viel Gewalt, durch den Krieg kommt es zu Mord und Drogen sowie Selbstverletzung spielen weiterhin eine große Rolle. Die Cike entfernen sich immer weiter voneinander, was ein wenig schade war. Dafür bekommt Rin sehr viel mehr Platz. Sie wächst über sich hinaus, doch sie ist nicht mehr die Überfliegerin wie im ersten Band. Sie wird vor sehr viel mehr Hindernisse gestellt und muss sich immer mehr auf andere Charaktere verlassen. Die letzten 40 – 50 Seiten haben es echt in sich. Mir ist buchstäblich die Kinnlade heruntergefallen! Ich bewundere den Einfallsreichtum der Autorin sehr. Sie schreibt Kampfszenen absolut glaubhaft und scheut nicht davor, ihre Charaktere durch die Hölle zu schicken. Kuang schreibt präzise und spannungsvoll. Man merkt deutlich, wie gut sie für diese Reihe recherchiert hat und mit wie viel Sorgfalt alles ausgearbeitet ist. Ich bin absolut begeistert von "Im Zeichen der Mohnblume" und fiebere dem dritten Band sehr entgegen!

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Meinung Rin will aus Rache die Kaiserin töten, weil diese Altan getötet hat. Um ihr Ziel zu verfolgen schließt sie sich Vaisras Armee an. Sie glaubt an seine Vision einer neuen Regierung. Doch Vaisras Armee reicht nicht aus, so suchen sie Verbündete im ganzen Land und auch über die Grenzen hinaus. Sie finden Gleichgesinnte und Verbündete. Doch nach zahlreichen Schlachten fällt Vaisra Rin in den Rücken, sodass Rin gemeinsam mit Kitay und Venka flieht. Sie ist entschlossen die Zügel selbst in die Hand zu nehmen und gründet ihre eigene Armee. Das Cover ist wieder ein Traum und passt hervorragend zum ersten Band. Der Schreibstil ist ebenfalls wieder super. Das Buch lässt sich flüssig lesen. Der Schreibstil ist sehr bildhaft und fantasievoll. Die Magie und auch das Setting ziehen mich immer wieder in ihren Bann. Auch in diesem Band habe ich wieder mit Rin mitgefiebert. Sie ist ein super starker Charakter. Sie braucht jedoch immer etwas länger um klar zu sehen. Sie lässt sich von ihrem Hass oft fehlleiten. Doch zum Glück findet sie immer wieder auf den rechten Weg zurück. Ich mag sie total gerne, weil sie genau weiß, was sie will. Sie steht für sich und auch andere ein. Ich habe mich sehr gefreut, dass Kitay eine größere Rolle spielt. Ich mag seinen Humor und seine Kommentare. Er bringt eine Leichtigkeit ins Geschehen wie es kein anderer Charakter schafft. Ebenfalls dabei ist Venka. Sie ist eine starke Frau, die sehr viel mitmachen musste. Sie ist loyal und ebenfalls nicht auf den Mund gefallen. Die Drei bilden ein super Trio. Nezha hat sich leider weniger erfreulich entwickelt. Ich hatte nach seiner Offenbarung gehofft, dass er sich öffnet und sich Rin anschließt. Doch er scheint sich noch nicht so ganz sicher zu sein welche Seite er wählen möchte. Im Grunde handelt das gesamte Buch vom Krieg. Daher ist es auch wenig verwunderlich, dass es viele Kampfszenen gibt. Diese sind wie in Band 1 auch wieder sehr detailliert. Das muss man wissen, wenn man das Buch bzw. die Reihe lesen möchte. Die Autorin legt viel Wert auf Details und beschönigt nichts. Die eine oder andere Szene geht auch mir nahe, jedoch finde ich, dass es zur Geschichte gehört. Daher stört es mich auch überhaupt nicht. Die Kriegsführung und die ganze Strategie dahinter sind ziemlich gut durchdacht. Auch die ganzen Intrigen, die nach und nach ans Tageslicht kommen, sind einfach genial. Ich wusste zu keiner Zeit in welche Richtung es sich entwickeln wird. Gerade auch weil viele Charaktere eine Rolle spielen, gibt es eine gewisse Dynamik, die die Spannung durchs gesamte Buch aufrechterhält. Auch der politische Aspekt kommt hier definitiv nicht zu kurz. Die gesamte Handlung ist sehr komplex. Rins Entwicklung ist wirklich grandios. Sie entwickelt sich vom Junkie zur Kriegsführerin. Und dazwischen gibt es viele Wendungen, Rückschläge und Erkenntnisse, die sie zu der Frau machen, die sie ist. Besonders gut gefällt mir das Mysterium um die Kaiserin. Ich bin mir sicher, dass im dritten Band noch eine große Enthüllung auf uns wartet. Sie hat offensichtlich ein großes Interesse an Rin. Aber man erfährt leider nicht welcher Natur dieses Interesse ist. Ist es Angst? Respekt? Oder ist sie vielleicht sogar ihre Mutter? Mir gehen viele Theorien durch den Kopf bei der Beziehung zwischen Rin und der Kaiserin. Ich kann euch das Buch bzw. die Reihe echt empfehlen. Ein wirklich großartiges Setting, tolle Charaktere und eine überraschende, komplexe Handlung. Suchtgefahr garantiert!

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R.F. Kuang hat mit im "Zeichen der Mohnblume – Die Schamanin" einen richtig starken Auftakt hingelegt. Ich war also gespannt wie es weiter geht und ob Band 2 hier mithalten kann: Rin leidet noch immer unter den Gräueltaten, die sie begangen hat, um ihr Volk zu retten und ist inzwischen dem Opium verfallen. Rins Ziel, ist es Rache an der verräterischen Kaiserin zu nehmen. Auf dem Weg dorthin befolgt sie gehorsam den Befehlen des Gottes Phönix der ihr ihre außergewöhnliche Kraft gegeben hat. Um die Kaiserin zu stürzen, ihre Heimat zurückzuerobern und eine neue Republik zu gründen muss sich Rin mit dem Drachenkriegsherren verbünden. Zusammen werden sie gegen die Kaiserin in den Krieg ziehen denn schließlich ist der Kampf ihre mächtigste Waffe ... Mit Band zwei der Reihe schlägt die Autorin eine andere Richtung ein, den es wird etwas ruhiger. Hat in Band eins noch rohe Gewalt geherrscht, geht es nun strategischer zu und man plant das Vorgehen sehr genau. Rin ist eine Kämpferin, das beweist sie auch in diesem Band wieder. Sie hat ihre Ecken und Kanten, ist dickköpfig und macht auch mal Fehler wodurch sie nicht die sympathischste Person ist. Dennoch kann sie durch ihren Charakter, ihre Willensstärke und den Entscheidungen die sie treffen muss Punkten. Die Verbindung zum Opium fand ich sehr gut gelöst da sie zu dem Schamanismus passt und die Geschichte nochmal eine andere Seite zeigen kann. Kitay ist ein guter Gegenpol zu Rin und ihr gegenüber sehr loyal. Einige der Charaktere kann ich allerdings noch nicht ganz einschätzen und traue auch nicht allen über den Weg, was das ganze für mich noch recht spannend macht. R.F. Kuangs Schreibstil ist einfach klasse, sie schafft es unglaublich intensive Bilder entstehen zu lassen. Gerade die Kampfszenen sind ihre große Stärke. Sie beweist aber hier auch das sie auch ohne großes Gemetzel eine interessante und spannende Geschichte erzählen kann. Trotz des ruhigeren Tons schafft sie es ihre Charaktere weiterzuentwickeln und eine sehr dichte Atmosphäre zu erschaffen so das man das Buch gar nicht aus der Hand legen möchte. "Die Kaiserin" ist kein typischer Mittelband, für mich konnte er den Auftakt sogar noch übertrumpfen. Das liegt zum einen daran das wir auch das spannende Strategiespiel erleben dürfen zum anderen natürlich an der tollen fernöstlichen Atmosphäre und den Charakteren die alle nicht ganz durchschaubar sind. Eine absolute Leseempfehlung für die Reihe und ich bin total auf Band 3 gespannt und hoffe, dass wir nicht so lange warten müssen. 5 von 5 Sternen

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