Leserstimmen zu
Hirschhornharakiri

Oliver Kern

Fellinger-Serie (3)

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Naja, ganz ok. Ich mag das Genre der "Alpen"-Krimis ja ganz gern, auch wenn dieser hier im Bayrischen Wald spielt. Aber irgendwie war mir das doch ein bissle zu ähnlich zu den Eberhofer-Krimis von Rita Falk*>>, auch wenn die Hauptfigur kein Kommissar, sondern ein Lebensmittelkontrolleur ist. Es tauchen also - wie beim Eberhofer auch - viele kauzige Dorfprotagonisten auf, dem Beruf des Fellingers geschuldet sind einige Gastronomen darunter. Es gibt sogar - wie auch beim Eberhofer - eine Dauergeliebte des ledigen Kontrolleurs, die wohl in den beiden Vorgängerbänden auch schon aufgetaucht ist. Die Story ist dann aber ganz ok erzählt und auch leidlich spannend, auch wenn ich etwas nervig fand, dass Fellinger an einer Amnesie leidet und sich erst nach und nach an die Ereignisse in der Mordnacht erinnert, das hat mich verwirrt. Ebenfalls verwirrend fand ich die verschiedenen vorkommenden Figuren, ich konnte mir nie merken, ob Aschenbrenner jetzt einer der Gastronomen oder der militante Tierschützer oder der Dorfdepp war - aber das liegt vermutlich eher an mir. Der Sprecher macht seinen Job aber ganz, ganz hervorragend: Sein bayrischer Zungenschlag hört sich für mich als Nicht-Bayerin sehr überzeugend an, ich hätte geschworen, dass er in Bayern geboren und aufgewachsen ist, aber er ist wohl einfach nur ein ganz hervorragender Schauspieler respektive Hörbuchsprecher. Auch den Kommissar aus Thüringen intoniert er für mich extrem überzeugend. Tja, und insgesamt? Solide erzählt, handwerklich gut - aber eben für mich nicht ganz so gut wie der Eberhofer. Ich vergebe 3,5 von 5 Sternen. Ich habe jetzt nicht das Gefühl, dass ich die bereits erschienenen Bände auch alle lesen resp. hören muss, aber wenn gerade nix anderes da ist, kann man das schon mal lesen.

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"Hirschhornharakiri" ist der dritte Band aus der Fellinger-Reihe von Oliver Kern. Seines Zeichen Lebensmittelkontrolleur muss der Hobbydetektiv diesmal in eigener Sache ermitteln. Nachdem er beim Feuerwehrfest so tief ins Glas geschaut hat, dass er am nächsten Tag jegliche Erinnerung daran verloren hat, kommt es für ihn knüppeldick. Er wird des Mordes am Jäger Rosenberger verdächtigt und die Beweislast wiegt schwer. Bevor die Kripo aus Passau anrückt, muss er die Zeit schnellstens mit seinem Freund und Polizist Lechner nutzen, um die wahren Begebenheiten herauszufinden und seine Unschuld zu beweisen. Auch in diesem dritten Band lässt Oliver Kern den teils tollpatschigen aber doch liebenswerten Grantler aus dem Bayerischen Wald auf den Leser los. Thematisch zieht er dabei einen nicht gerade für diese Gegend typischen Fall von illegalem Schmuggel heran. Doch dies baut er in die Region geschickt ein, so wirkt alles sehr schlüssig. Das Lokalkolorit kommt dabei wieder nicht zu kurz und so unterhält dieser Krimi wieder auf teils witzige Art den Leser. Gerade die Mischung aus Kriminalfall und humorigen Begebenheiten lassen mich auch diesen Band wieder als gelungen bezeichnen. Der Protagonist ist mir mittlerweile mit seiner ganz eigenen niederbayerischen Art fast ans Herz gewachsen. Am Ende gibt es sogar eine kleine private Überraschung für ihn, das macht neugierig wie es in einem Folgeband für ihn weitergeht. In Summe ein weiterer unterhaltsamer Band aus dieser Reihe, der ich sicherlich weiter treu bleiben werde.

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Der Fellinger ist zurück! Am Tag nach dem Feuerwehrfest wird er unsanft von der Polizei aus seinen Träumen gerissen. Ein passionierter Jäger wurde ermordet aufgefunden. Und alle Spuren führen zum Fellinger. Zu blöd, dass der sich an nix mehr erinnern kann, was letzte Nacht geschehen ist. Zu ausufernd war die Feierei. So bleiben eine Menge offener Fragen. Wer war z.B. die Schönheit, mit der sich der Fellinger in der Bar vergnügt hat? Und warum hat er sich überhaupt auf sie eingelassen, wo es doch endlich mit der Höllmüllerin vorangeht? Fragen über Fragen. Und nur langsam kommt die dringend benötigte Erinnerung zurück. Geht es doch darum, einer möglichen Verhaftung zu entgehen.  Ich bin noch immer eine großer Fan von Regionalkrimis als Hörbücher für die Fahrten von und zur Arbeit. Bei denen kommt man auch bei noch vorherrschender Müdigkeit (=morgens) oder aufgebrauchter Konzentration (=abends) gut mit. Der Fellinger hat sich in dem Bereich innerhalb eines Jahres als neuer Favorit in mein Herz geschlichen. Das liegt zum einen an den amüsanten Geschichten und der Tatsache, dass ein Lebensmittelkontrolleur als Protagonist etwas besonderes ist, zum anderen am besten aller Hörbuchsprecher, dem großartigen Michael Schwarzmaier.  Trotzdem konnte mich "Hirschhornharakiri" nicht zu 100% überzeugen. Generell gehören Krimis, in denen die Hauptperson selbst (die in allen anderen Fällen der jeweiligen Reihe die Rolle des Ermittlers einnimmt) des Mordes verdächtigt wird, nicht zu meinen Favoriten. Das ist für mich ein ausgelutschter Plot, denn ich nicht mag.  Davon abgesehen kam "Hirschhornharakiri" für mich nie so richtig in Schwung, und ich habe Spannung vermisst. Auch die ganzen Asiaten-Klischees (Zigarettenschmuggel, Geldwäsche mit Hilfe von Fake-Restaurants) sind mit sauer aufgestoßen. Für mich der bislang schwächste Fall der Reihe. Dem Fellinger werde ich trotzdem die Treue halten. Denn ich mag das Grundkonzept. Wie Fellinger die Gasthäuser seiner niederbayrischen Umgebung kontrolliert. Und gerade das "Klobürsten"-Gate werde ich nie vergessen (eine Spülmaschine spielte in dem Zusammenhang eine nicht unwesentliche Rolle…). Deshalb freue ich mich schon auf den nächsten Teil der Reihe, der mir bestimmt wieder die Pendelei zur Arbeit versüßen wird. 

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Die Freiwillige Feuerwehr feiert ihr 100-jähriges Bestehen. Zum Glück gibt es gleich am Anschluss einen Brückentag. Da Fellinger Urlaub hat, gibt es kein Halten für ihn. Zumindest wird er am nächsten Morgen mit einem gewaltigen Filmriss aus dem Bett geklingelt. Das nicht lustige an der Sache ist, dass er des Mordes bezichtigt wird. Ausgerechnet der Polizeihauptinspektor Lechner wirft ihm vor, den Jäger Horst Rosenberger mit einem halben Geweih getötet zu haben. Am Tatort wurde sogar seine blutbesudelte Jacke gefunden. Ja Kruzefix nochmal, Fellinger hat doch keinen Mord begangen, oder etwa doch? Wenn man sich halt an nix mehr erinnern kann. Also muss sich Fellinger mal wieder auf den Weg machen, den wahren Mörder zu finden. „Hirschhornharakiri – HB“ ist der dritte Fall für Fellinger aus der Feder des Autors Oliver Kern. Diesmal hatte ich das Buch als Hörbuch. Gelesen wurde es von dem Sprecher Michael Schwarzmaier. Dieser hat eine fantastische Arbeit geleistet. Alleine durch die verschiedenen Stimmen mit Dialekt wusste man immer genau, wer gerade spricht. Hab ich gelacht! Der Fall ist wie die beiden ersten, einfach genial. Fellinger, wie immer in den Fall hinein gefallen, weiß erst einmal nicht, wie ihm geschieht. Sein Blackout lichtet sich nur langsam. Mit Fortschreiten des Falles wird Fellingers Hirn immer klarer und am Ende fließen die losen Stränge wieder alle perfekt zusammen. Der Schreibstil ist wie gewohnt flott und humorvoll. Der Fall ist locker, trotz Mordopfer und rasant, obwohl der Akku des E-Bikes leer ist. Auch diesmal bleibt der Krimi, trotz Mord und Todschlag nicht blutrünstig. Es wird nicht wild herum geballert und es fallen keine betörten Jungfrauen in die Arme starker Männer. Fellinger ist wieder Fellinger, genauso wie ich ihn mag. Absolut empfehlenswert für Leser humorvoller, lockerer Krimis. Es bleibt mir hier also nicht viel zu sagen wie, wann kommt der nächste Fall für Fellinger?

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Ich liebe Hörbücher... noch mehr liebe ich Hörbücher, die - passend zum Ort der Handlung - in bayerischem Dialekt vorgelesen werden. Und wenn sie dann auch noch witzig und spannend sind - was will man mehr! Genau so ein Hörbuch ist "Hirschhornharakiri" - Fellinger´s 3. Fall. Das Fest zum 100-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr nimmt legendäre Ausmaße an – und fatale für den Fellinger. Er hat einen kompletten Filmriss, als ihn der Lechner in seiner Eigenschaft als Ordnungshüter am nächsten Tag aus dem Bett klingelt. Nicht etwa, um den Fellinger zum Frühschoppen abzuholen, sondern um ihn in Gewahrsam zu nehmen: Verdacht auf ein Tötungsdelikt. In der Polizeiinspektion konfrontiert Lechner seinen Spezi mit der Anschuldigung, dem Rosenberger Horst, seines Zeichens Jäger, in der vergangenen Nacht in einem Waldstück ein Hirschgeweih in den Ranzen gerammt zu haben. Ergebnis: Die Beweislast ist erdrückend. Fellinger steht vor seinem schwierigsten Fall – denn er selbst scheint der Täter zu sein! Das Hörbuch wird wieder einmal ganz hervorragend und mit viel Lokalkolorit gelesen von Michael Schwarzmaier. Die Charaktere sind weitgehend die altbekannten aus dem Vorgänger, was mir persönlich sehr gut gefällt. So wächst man richtig zusammen mit dieser Dorfgemeinschaft. Der arme Fellinger muss durch so einige brenzlige Situationen durch, damit er beweisen kann, dass er nicht der Mörder vom Rosenberger ist... oder war er es doch? Wenn nur dieser alkoholinduzierte Filmriss nicht wäre. Meine Meinung: Ich mag das Hörbuch total! Es schließt wunderbar an seinen Vorgänger an, ist sehr unterhaltsam und witzig, hat eine spannende Handlung, die zwar mit dem Mord bierernst ist, aber extrem humorvoll daher kommt und wird einfach grandios gelesen von Michael Schwarzmaier. Zudem ist die Geschichte auch nicht so vorhersehbar sondern wartet doch auch mit der einen oder anderen Wendung auf. Fazit: Spannende, unterhaltsame und äußerst witzige Unterhaltung mit bayerischem Lokalkolorit und sehr liebenswerten Charakteren. Typisch bayerisch!

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Inhaltsangabe: Als der Ordnungshüter Lechner, den Fellinger kurz nach zehn Uhr morgens aus dem Bett klingelt, ahnt noch keiner in welchen Schwierigkeiten sich der Lebensmittelkontrolleur befindet. Nur einen Tag zuvor -am 03. Oktober- feierten die Bewohner im Bayerischen Wald nicht nur ausgiebig den Tag der Deutschen Einheit, sondern auch das 150-jährige Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr. Dabei wurde nicht nur für das leibliche Wohl gesorgt, sondern auch eine Blaskapelle unterhielt alle Anwesenden mit ihrer Musik. Klar, dass der Fellinger bei so einem Spektakel nicht fehlen darf- und dass man bei so einem Fest einen über den Durst trinkt, kann auch schon mal vorkommen. Problematisch wird es erst, wenn am darauffolgenden Tag eine Leiche im Unterholz gefunden wird- nämlich die, vom Rosenberger Horst. Rücklings im Moos liegend, umringt von Farngewächsen und dicken Baumstämmen, mit einem blutgetränkten Hemd und einem halben Hirschgeweih im Unterleib sieht das Verbrechen ungewöhnlich und brutal aus. Doch dieses Mal scheint es so, dass die Untat schnell aufgeklärt werden kann, denn es kommt nur einer als Mörder in Betracht: Der Fellinger. Laut eines anonymen Beobachters will dieser den niederbayerischen Mittvierziger mit der Tatwaffe in der Hand im Wald gesehen haben. Bestätigt wird die Aussage durch Berthold Fellinger's Fingerabdrücke am Corpus Delicti, sodass die Beweislast nahezu erdrückend ist. So kommt es, dass der örtliche Polizist seinen langjährigen Spezl abführen muss und diesen im hiesigen Revier unter vier Augen verhört. Der Hygienekontrolleur, der für die Lebensmittelüberwachung Oberbayern arbeitet, hat einen kompletten Filmriss und kann sich überhaupt nicht mehr an den Tattag erinnern. Während sich die beiden Freunde beratschlagen und schrittweise den Ablauf des Feiertags rekonstruieren, lichtet sich ganz langsam der Nebel in Fellinger's Kopf und er merkt, dass so mancher Wirt einen Groll gegen den Hygieneinspektor hat. Auch das Opfer scheint keine weiße Weste zu haben und es sieht so aus, als ob Fellinger's Spürnase erneut gefragt ist um sich von den kompromittierenden Vorwürfen reinzuwaschen. Will wirklich ein ehemaliger Wirt den Mord dem Fellinger in die Schuhe schieben oder hat der Rosenberger Horst selbst Dreck am Stecken? Eigene Meinung: In Fellinger's dritten Fall "HIRSCHHORNHARAKIRI" von Oliver Kern geht es ordentlich zur Sache: Nicht nur, dass der Lebensmittelkontrolleur des Mordes bezichtigt wird und der ganze Ort schon hinter seinem Rücken tuschelt, auch privat steckt er scheinbar in einer kleinen Beziehungskrise mit der Höllmüllerin. Warum hat er auf dem Fest der Freiwilligen Feuerwehr nur so viel getrunken und weshalb ist Franziska, seine Jugendliebe gerade nicht gut auf ihn zu sprechen? Der Autor Oliver Kern hat erneut einen Regionalkrimi geschrieben, der von der ersten- bis zur letzten Hörminute durchwegs unterhaltsam ist. Bereits mit seinen beiden vorigen Teilen konnte mich der Autor absolut von seinem Können überzeugen. Da sein Unterhaltsniveau immer an der oberen Grenze ist, war ich neugierig, ob das auch dieses Mal der Fall sein wird- und tatsächlich: Oliver Kern knüpft nahtlos mit diesem Hörbuch an Band 2 an und toppt sich dabei selbst. Sein Protagonist der Lebensmittelkontrolleur Berthold Fellinger, der in einem kleinen Ort im Bayerischen Wald lebt, wirkt so originalgetreu, dass ich mich als Bayerin ebenfalls mit dieser Figur und den dazugehörigen, regionalen Klischees identifizieren konnte. Dank seiner juckenden Schulter, die ihn immer vor Ungereimtheiten warnt- lässt er sich nicht von den Geschehnissen blenden, sondern fandet beharrlich nach der Wahrheit. Auch sein langjähriger Freund, Kommissar Lechner, unterstützt Fellinger sodass die beiden einem großen Geheimnis auf die Spur kommen. Ich finde es grandios, dass zusätzlich neben der Haupthandlung die anfängliche Romanze aus Band 2 mit der Höllmüllerin Franziska weiter ausgebaut wurde. Dies verpasst dem Regionalkrimi das Tüpfelchen auf dem "i". Schon der letzte Satz des Hörbuches erweckt meine Vorfreude auf das kommende Jahr, wenn hoffentlich ein weiterer Teil vom Fellinger veröffentlicht wird. Abgerundet wird die Fellinger-Reihe durch die erstklassige Vertonung von Michael Schwarzmaier, der dem Niederbayer durch seine Stimme nicht nur Leben einhaucht, sondern auch dem Charakter den letzten Feinschliff verpasst. Fazit: Ein origineller, witziger und manchmal kurioser Regionalkrimi, der durch den unübertrefflichen Charme der Protagonisten und Einheimischen, eine gewisse Einzigartigkeit aufweist. Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen

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Blackout

Von: hasirasi2

21.01.2020

Nach dem Fest zum 150jährigen Bestehen der Feuerwehr wacht Fellinger am nächsten Morgen nur schwer auf. Es ist Brückentag, er hat frei und einen mächtigen Kater – und damit ist nicht Herbert gemeint, der ihn beim letzten Fall das Leben gerettet hat und seither bei ihm lebt. Warum hämmert der Lechner Josef, seines Zeichens Polizeihauptinspektor und sein bester Kumpel, wie blöd an seine Wohnungstür und warum hat er sich gestern überhaupt so sinnlos betrunken? Da war doch was … irgendwas mit seiner Freundin Franziska … aber er kommt ums Verrecken nicht drauf. Totaler Blackout. Doch dann wird er schlagartig wach. Der Lechner verhaftet ihn nämlich. Fellinger soll in der letzten Nacht den Jäger Horst Rosenberger umgebracht haben. Seine Jacke, voller Blutspuren, wurde am Tatort gefunden und auch auf dem Tatwerkzeug – einem halben Geweih – sind seine Fingerabdrücke. Sacklzement! Auf der Wache angekommen, scheinen sich Lechners Kollegen zu freuen - „Den Fellinger, diesen Hundling, endlich hat‘s ihn erwischt!“ (S. 20) Schon zu oft hat er in ihren Fällen rumgemurkst. „Hirschhornharakiri“ ist bereits Fellingers dritter Fall und diesmal wird es sehr persönlich, schließlich ist er der Hauptverdächtige. Zum Glück kann er seinen Spezi Lechner überreden, dass sie die Ermittlungen zusammen durchführen. Stück für versucht er sich zu erinnern, was in den letzten beiden Tagen passiert ist und wer ein Motiv haben könnte, den Rosenberger umzubringen und / oder es ihm anzuhängen. Bei ihren Nachforschungen stoßen sie auf Wilderer, militante Tierschützer, die Frau und das Gspusi des Toten und „die Vietnamesen“ – und Fellinger bringt sich wieder selber in akute Lebensgefahr. Durch kleine Flashbacks kommt er der Lösung dabei immer näher. Und ganz am Ende fällt ihm dann auch endlich ein, warum die Franziska so sauer auf ihn ist – aber das ist eine ganz andere Geschichte und wird hoffentlich bald fortgesetzt. Am Anfang hatte ich ja so meine Probleme mit unbeliebten Lebensmittelkontrolleur Fellinger, aber inzwischen ist er mir richtig ans Herz gewachsen. Er grantelt sich durchs Leben, ist (von seiner Freundin und gelegentlich Treffen mit seinen Kumpels im Wirtshaus abgehen) ein echter Einzelgänger und Korinthenkacker. Seit ich diese Reihe lese habe ich Bedenken, in Gaststätten zu essen, die keine offene Küche haben – die Verstöße, die Fellinger aufdeckt, sind echt haarsträubend und ich fürchte, Autor Oliver Kern hat sich diese leider nicht nur ausgedacht. Auch dieses Mal hat er sich einen erschreckend aktuellen Hintergrund für den Fall ausgesucht. Für mich ist der Fellinger jetzt schon Kult – sehr spannend, witzig, temporeich, hochaktuell und mit einem filmreifen Showdown – was will man als Leser mehr?!

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Fellingers 3. Fall hat es in sich! Nach dem Fest zum 150. Geburtstag der freiwilligen Feuerwehr hat der Hygieneinspektor einen Filmriß und offensichtlich irgendwie Stress mit seiner Liebsten, der Hollmüllerin. Franziska. Wie konnte er nur so viel Trinken, dass er sich an nichts erinnern kann? Was wollte er unbedingt vergessen? Es steht sein alter Spezi der Polizeihauptinspektor Lechner vor der Tür und wirft ihn aus seinem komatösem Schlaf. Der Rosenberger Horst ist erstochen im Wald aufgefunden worden. Die Tatwaffe, ein halbes Geweih, steckte noch in seinem Leib und auf diesem befinden sich zahlreiche Fingerabdrücke vom Fellinger. Auch dessen Jacke mit Ausweisen lag in unmittelbarer Nähe des toten Jägers im Wald. Drum nimmt der Lechner den Fellinger auch gleich mit aufs Revier, zur Befragung. In Bruchstücken kommt die Erinnerung zurück. Immer mehr Konflikte des recht eigensinnigen Rosenbergers mit anderen Gästen fallen ihm ein. Den Motiven müssen sie nachgehen. Es sind erstaunlich viele andere, die in Betracht kommen, das macht es nicht leichter, den Mörder zu finden, ehe der Kriminaler aus der Großstadt eingetroffen ist und ihn wohl inhaftieren wird. Der Einstieg beginnt schon sehr witzig, mit dem schlecht gelaunten Riesenkater, den der Hygienekontrolleur inzwischen bei sich aufgenommen hat, nachdem dieser ihm im letzten Fall das Leben gerettet hat. Dabei ist das Tier nicht freundlicher zu ihm, als der gleichnamige Brummschädel. Der Ort ist klein und jeder kennt jeden, weswegen sich schon schnell herumgesprochen hat, was denn geschehen sein soll. Nach und nach fällt dem Hauptverdächtigen ein, wen er denn alles am Tag zuvor im Dienst kontrolliert und wem er die Gaststätte geschlossen hat. Ja, da kommen auch einige in Frage, die auf ihn nicht gut zu sprechen sind, auch wenn er nur seine Arbeit gemacht hat. Er ist halt von Natur aus neugierig und geht den Dingen auf den Grund. Das Ermitteln steckt ihn im Blut und bei der Polizei haben sie ihn ja wegen seines Knieproblems nicht haben wollen, nur seine Fingerabdrücke, die haben sie behalten. Dabei ist er im Kopf deutlich fixer und flexibler als einige der örtlichen Hilfssheriffe! Weil dies auch dem Lechner klar ist, fährt dieser auch vorschriftswidrig mit dem Fellinger los (ohne Handschellen), um alternativen Tatabläufen, zu den augenscheinlichen, auf den Grund zu gehen. Zu Tage treten unerwartete Verwicklungen amouröser und mafiöser Natur. Aus Zeitdruck fordert der Hygieneinspektor auch die ein oder andere Schuld ein und geht neue Verpflichtungen recht eigentümlicher Natur ein. Hier tritt dann auch mein Lieblingsspezi auf den Plan, der Aschenbrenner Albi. Ich habe das Hörbuch beim Kochen gehört und als ich Lachen musste, sah mich meine Jüngste mit gerunzelter Stirn erstaunt an und meinte, warum lachst Du? Den Humor verstehe ich nicht. Ja, derart kauzige Faktoten gibt es in kleinen Gemeinden und in Niederbayern vielleicht ganz besonders. Es ist witzig, aber kein Humor für die ganze Familie, aber man kann es dennoch gut hören an Orten und in Situationen, in denen Kinder gerne mal dazu kommen, es ist nicht jugendgefährdend. Der Spaßfaktor ergibt sich aus der bisweilen leicht pedantischen Art des Fellingers und auch den anderen recht verschrobenen Charakteren, die z.T. in jedem Fall erneut auftauchen, die sich darin weiter entwickeln und die man bald schon selbst zu kennen glaubt. Diesmal entsteht die Spannung sowohl aus dem Element des Zeitdrucks. Schafft er es nicht nur den Fall zu lösen, sondern rechtzeitig? Anfangs kann er ja noch nicht mal vor die Tür um zu Schnüffeln, da er ja unter polizeilicher Beobachtung steht. Als auch aus der Frage, die immer im Hintergrund herumspukt, was ihm wohl so zugesetzt haben könnte, dass er entgegen seiner Natur, das Bedürfnis verspürte sich bis zur Besinnungslosigkeit zu besaufen. Das wird als Bonbon zum Schluss geklärt, versprochen. Die Wahl des Sprechers ist wieder 1a. Michael Schwarzmeier passt wie die Faust aufs Auge. Mal grantelt er, mal klingt er pedantisch, mal derb oder urig und immer irgendwie bayrisch, ohne dass man Probleme hätte ihn zu verstehen. Seine Stimme hat sogar das richtige Alter für diesen peniblen Möchtegern-Polizisten, der nicht mehr ganz jung, und auch nicht alt ist, mit 43 ein gestandenes Mannsbild in den besten Jahren... meinen Männer ja so. Er atmet mit jedem Satz bayrische Provinz aus und schafft eine urige Zuhöratmosphäre. Sehr gelungen, wie er auch immer wieder so kleine running gags locker gekonnt einbaut, dass man ihm am Ende einfach nur eine neue Jacke wünscht... Sehr trocken, spitzt er die Pointen zu. Ein humoriger Krimi mit viel Lokalkolorit, bei dem es menschelt und es bei der Vielzahl der Verdächtigen richtig Spaß macht mitzurätseln. Ich bin gespannt, was ihm das nächste Jahr für ein Dilemma bringen wird. Ich bedanke mich ganz herzlich beim Bloggerportal und randomhouse audio für dieses kurzweilige Krimivergnügen.

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