Leserstimmen zu
Hirschhornharakiri

Oliver Kern

Fellinger-Serie (3)

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Naja, ganz ok. Ich mag das Genre der "Alpen"-Krimis ja ganz gern, auch wenn dieser hier im Bayrischen Wald spielt. Aber irgendwie war mir das doch ein bissle zu ähnlich zu den Eberhofer-Krimis von Rita Falk*>>, auch wenn die Hauptfigur kein Kommissar, sondern ein Lebensmittelkontrolleur ist. Es tauchen also - wie beim Eberhofer auch - viele kauzige Dorfprotagonisten auf, dem Beruf des Fellingers geschuldet sind einige Gastronomen darunter. Es gibt sogar - wie auch beim Eberhofer - eine Dauergeliebte des ledigen Kontrolleurs, die wohl in den beiden Vorgängerbänden auch schon aufgetaucht ist. Die Story ist dann aber ganz ok erzählt und auch leidlich spannend, auch wenn ich etwas nervig fand, dass Fellinger an einer Amnesie leidet und sich erst nach und nach an die Ereignisse in der Mordnacht erinnert, das hat mich verwirrt. Ebenfalls verwirrend fand ich die verschiedenen vorkommenden Figuren, ich konnte mir nie merken, ob Aschenbrenner jetzt einer der Gastronomen oder der militante Tierschützer oder der Dorfdepp war - aber das liegt vermutlich eher an mir. Der Sprecher macht seinen Job aber ganz, ganz hervorragend: Sein bayrischer Zungenschlag hört sich für mich als Nicht-Bayerin sehr überzeugend an, ich hätte geschworen, dass er in Bayern geboren und aufgewachsen ist, aber er ist wohl einfach nur ein ganz hervorragender Schauspieler respektive Hörbuchsprecher. Auch den Kommissar aus Thüringen intoniert er für mich extrem überzeugend. Tja, und insgesamt? Solide erzählt, handwerklich gut - aber eben für mich nicht ganz so gut wie der Eberhofer. Ich vergebe 3,5 von 5 Sternen. Ich habe jetzt nicht das Gefühl, dass ich die bereits erschienenen Bände auch alle lesen resp. hören muss, aber wenn gerade nix anderes da ist, kann man das schon mal lesen.

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Der Fellinger ist zurück! Am Tag nach dem Feuerwehrfest wird er unsanft von der Polizei aus seinen Träumen gerissen. Ein passionierter Jäger wurde ermordet aufgefunden. Und alle Spuren führen zum Fellinger. Zu blöd, dass der sich an nix mehr erinnern kann, was letzte Nacht geschehen ist. Zu ausufernd war die Feierei. So bleiben eine Menge offener Fragen. Wer war z.B. die Schönheit, mit der sich der Fellinger in der Bar vergnügt hat? Und warum hat er sich überhaupt auf sie eingelassen, wo es doch endlich mit der Höllmüllerin vorangeht? Fragen über Fragen. Und nur langsam kommt die dringend benötigte Erinnerung zurück. Geht es doch darum, einer möglichen Verhaftung zu entgehen.  Ich bin noch immer eine großer Fan von Regionalkrimis als Hörbücher für die Fahrten von und zur Arbeit. Bei denen kommt man auch bei noch vorherrschender Müdigkeit (=morgens) oder aufgebrauchter Konzentration (=abends) gut mit. Der Fellinger hat sich in dem Bereich innerhalb eines Jahres als neuer Favorit in mein Herz geschlichen. Das liegt zum einen an den amüsanten Geschichten und der Tatsache, dass ein Lebensmittelkontrolleur als Protagonist etwas besonderes ist, zum anderen am besten aller Hörbuchsprecher, dem großartigen Michael Schwarzmaier.  Trotzdem konnte mich "Hirschhornharakiri" nicht zu 100% überzeugen. Generell gehören Krimis, in denen die Hauptperson selbst (die in allen anderen Fällen der jeweiligen Reihe die Rolle des Ermittlers einnimmt) des Mordes verdächtigt wird, nicht zu meinen Favoriten. Das ist für mich ein ausgelutschter Plot, denn ich nicht mag.  Davon abgesehen kam "Hirschhornharakiri" für mich nie so richtig in Schwung, und ich habe Spannung vermisst. Auch die ganzen Asiaten-Klischees (Zigarettenschmuggel, Geldwäsche mit Hilfe von Fake-Restaurants) sind mit sauer aufgestoßen. Für mich der bislang schwächste Fall der Reihe. Dem Fellinger werde ich trotzdem die Treue halten. Denn ich mag das Grundkonzept. Wie Fellinger die Gasthäuser seiner niederbayrischen Umgebung kontrolliert. Und gerade das "Klobürsten"-Gate werde ich nie vergessen (eine Spülmaschine spielte in dem Zusammenhang eine nicht unwesentliche Rolle…). Deshalb freue ich mich schon auf den nächsten Teil der Reihe, der mir bestimmt wieder die Pendelei zur Arbeit versüßen wird. 

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