Leserstimmen zu
Die lange Reise

Samantha Cristoforetti

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Ein spannendes und sehr umfangreiches Buch. Der Schreibstil ist einfach, aber sehr angenehm zu lesen. Der Leser wird durch alle Stationen der Reise mitgenommen und zwar so anschaulich, als würde man mit Samantha Cristoforetti bei einem Tee zusammensitzen und sich unterhalten. Sehr zu empfehlen! Die komplette Rezension gibt es auf meinem Blog "Baking Science Traveller".

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Die erste italienische Astronautin hat ein Buch geschrieben, in dem sie ihren Weg beschreibt, mit dem sie zur Raumfahrt gekommen ist. Über Protagonisten kann man in einer Autobiografie nicht wirklich etwas sagen, der Schreibstil ist typisch für ein Tagebuch oder ein Bericht. Vom Inhalt war ich allerdings überrascht. Das Buch wirbt damit, den Weg der Astronautin zu beschreiben und rückblickend kann ich sagen, nichts anderes tut es. Nur hatte ich leider völlig andere Erwartungen. Es ist keine Autobiografie, die die Autorin geschrieben hat. Es geht tatsächlich um die Raumfahrt, und zwar fast ausschließlich. Sie selber beschreibt sich als Mathematikerin und der Leser erkennt es in jeder Zeile des Buches. Familie, Freunde und Emotionen, das sind Themen, die fast nie vorkommen und wenn doch, dann nur sehr sachlich beschrieben. Die Distanz endet an einem Punkt, nämlich wenn es um technische Details, Astronautenanzüge oder auch nur Sitzformen im Simulator geht. Man merkt hinter jedem Wort deutlich, wie sehr Samantha die Raumfahrt liebt und wie sehr sie für ihren Traum brennt. Die Begeisterung ist absolut ansteckend, sodass auch ich als Neuling jetzt Bescheid weiß über die Funktionsweise von Robotterarmen habe und Abkürzungen von Namen kenne, deren Bedeutung ich vergessen habe. Mein Eindruck klingt schlechter, als ich das Buch eigentlich fand, diese Begeisterung zu spüren war faszinierend. Das hat mich oft darüber hinweg getröstet, dass das Thema überhaupt nicht in meinem Interessen liegt. Für einen Fan von Raumfahrt und der ESA ist es allerdings eine motivierende und stellenweise unglaubliche Geschichte.

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Kurzmeinung: In "Die lange Reise – Tagebuch einer Astronautin" gibt die ESA Astronautin Samantha Cristoforetti Einblick in einen der außergewöhnlichsten Jobs der Welt. Vom strengen Auswahlverfahrne über die anstrengende Ausbildung bis zum aufregenden Aufenthalt im All lässt uns die Autorin teilhaben. Teils etwas langatmig, aber dann auch wieder wirklich spannend und fesselnd. Meine Meinung: Bei diesem Buch hatte ich gemischte Gefühle. Cristoforettis Erlebnisse sind sehr interessant und besonders ihr Aufenthalt auf der ISS, der Internationalen Raumstation, fand ich unglaublich spannend. Diese Seiten habe ich regelrecht verschlungen. Leider bilden sie nur einen relativ kleinen Teil des Buches und die Seiten bis dahin haben sich teilweise sehr in die Länge gezogen. Sehr ausgiebig berichtet Cristoforetti vom langen Weg, bis man Astronautin werden kann. Vom aufwändigen Auswahlverfahren, den zahlreichen Trainings, Tests und Reisen. Auch diese Aspekte fand ich zwar spannend, allerdings sind die Beschreibungen in so großer Ausführlichkeit geschildert, dass es für mich irgendwann etwas zäh wurde. Wenn zB sehr viele Namen von den vielen Menschen genannt werden, die Cristoforetti getroffen hat, die ich aber alle nicht kenne. Auch die vielen Trainings und Tests werden sehr ausführlich beschrieben. Das gewährt zwar interessante Einblicke, aber man sollte sich schon wirklich sehr für die Raumfahrt interessieren, damit dieses Buch was für einen ist. Allerdings habe ich so auch viel Neues über die Raumfahrt gelernt. Zum Beispiel, dass die Aufgaben eines Astronauten, neben dem Flug vor allem Öffentlichkeitsarbeit bestehen. Und der eigentliche Aufenthalt im All nimmt ja im Verhältnis zur Beschäftigung bei NASA oder ESA nur eine geringe Zeit in Anspruch. Viel Zeit nimmt natürlich auch erstmal die Ausbildung in Anspruch. Die Schilderungen von Cristoforetti haben mir wirklich vor Augen geführt, welche unglaubliche Leistung Astronauten vollbringen. Nicht nur während des Aufenthalts auf der ISS, sondern auch schon im Training. Ich habe von diesen enormen Anforderungen gelesen, sowohl körperlich als auch psychisch, und kann mir kaum vorstellen, wie man das schaffen kann. Es setzt wirklich ein großes Maß an Leistungsbereitschaft voraus und ich denke, man muss auch einige Opfer bringen. Das es sich für Samantha Cristoforetti lohnt, merkt man aber auf jeder Seite, denn sie erzählt mit so viel Begeisterung und Stolz von ihren Erlebnissen und Leistungen. Für sie war es ein langer, schwieriger Weg, voller Anstrengungen, Erfolgserlebnisse, aber auch Rückschlägen, an dem sie uns intensiv teilhaben lässt. Cristoforetti thematisiert auch die Stellung der Frau in der Raumfahrt und auch die mögliche Diskriminierung. Samantha selbst hat keine negativen Erfahrungen gemacht, berichtet aber reflektiert von den Möglichkeiten. Diese Aspekte fand ich auch sehr spannend. Mein absolutes Highlight waren aber dann die ca. 100 Seiten, in denen Cristoforetti von ihrem Aufenthalt auf der ISS erzählt. Von der Arbeit dort, der Forschung, aber auch vom Alltag in der Schwerelosigkeit. Sie schreibt von den tollen Erlebnisse, aber auch von den Gefahren eines Lebens im Weltraum. Darüber hätte ich gern noch viel, viel mehr gelesen. „Ein Experte ist jemand, der in einem sehr begrenzen Bereich bereits alle möglichen Fehler gemacht hat.“ Niels Bohr (S.121) Fazit: Das Buch lässt mich etwas zwiegespalten zurück. Das Thema ist unglaublich spannend, allerdings schildert die Autorin das Auswahlverfahren und viele technische Details wirklich sehr ausgiebig und detailliert, so das für mich auch einige Längen entstanden sind. Die Beschreibung ihrer Zeit auf der ISS ist aber so interessant, dass ich die Seiten verschlungen habe. Das hat mich für alle Kritikpunkte entschädigt.

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„Die lange Reise“ – damit ist natürlich einerseits der Flug zur ISS gemeint, aber andererseits auch die lange Vorbereitung für diesen Moment. Samantha Cristoforetti ist von November 2014 bis Juni 2015 auf der ISS, aber die Vorbereitung für diesen Aufenthalt beginnen im Jahr 2009. Und eigentlich noch früher, denn sie hatte den Traum, Astronautin zu werden, seit ihrer Jugend und hat ihre Ausbildung darauf ausgerichtet. Das Buch startet mit einem Bericht des Auswahlverfahrens der neuen Europäischen Astronauten. Und es wird schnell klar: es ist auch eine ordentliche Portion Glück dabei. Die ESA sucht nämlich nur sehr selten neue Anwärter, seit dem Auswahlverfahren im Jahr 2008 gab es keines mehr. Dann folgt eine lange Ausbildung, die rund um den Globus stattfindet: In Russland, Deutschland, Japan und den USA. Es ist interessant zu sehen, mit welchen Mitteln die Astronauten ausgebildet werden. Ein Weltraum-Außeneinsatz an der ISS wird beispielsweise an einer nachgebauten ISS unter Wasser (im Raumanzug selbstverständlich!) geübt. Der spannendste Teil des Buches ist aber natürlich die Schilderung des Flug zur ISS, der Zeit dort und des Rückflugs. Einfach Wahnsinn! Man bekommt einen tollen Einblick in den Alltag der Astronauten und auch in Notsituationen. Als Ergänzung habe ich mir auf YouTube Videos vom Samantha Cristoforetti angeschaut, die sie auf der ISS aufgenommen hat. So kann man sich alles noch besser vorstellen. Ich habe noch keine andere biographischen Bücher von Astronauten gelesen, aber ich könnte mir vorstellen, dass dieses eine interessante Perspektive bietet, da Christoforetti aus Italien stammt und damit vielleicht etwas neutraler berichtet als US-Amerikaner oder Russen das tun würden. Sie verfällt auch nicht in eine Heldenpose sondern berichtet ganz aufrichtig von den schönen Momenten, der harten Arbeit und auch von Sorgen oder Schwächen. Ich kann das Buch allen empfehlen, die sich für Raumfahrt interessieren und allen, die ihre Abenteuer lieber von der sicheren Couch zu Hause erleben (so wie ich). Es ist toll geschrieben, nicht zu technisch, damit es für jedermann verständlich bleibt, aber man lernt trotzdem eine Menge. Außerdem richtig spannend und fesselnd! (Die ersten ca. 70 Seiten sind etwas langatmig, aber sobald man darüber hinaus ist, wird es wesentlich besser, nicht abschrecken lassen.) Eine große Empfehlung für alle Weltraum-Fans.

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Die lange Reise

Von: Katja E.

12.11.2019

Dieses Buch ist die beeindruckende Geschichte der Astronautin Samantha Cristoforetti, einer Frau die schon von Kindheit den Wunsch hatte, ins All zu fliegen und sich diesen dann auch 2014 endlich erfüllen konnte. 200 Tage lang verbrachte sie auf der ISS und ließ ihren Traum somit Wirklichkeit werden. Geteilt ist das Buch in zwei – eigentlich 3 Teile. Im ersten Teil beschreibt sie ihren Weg. Den Weg, den sie gehen musste, um ihren Traum wahr werden zu lassen. Ich war beeindruckt von ihrer Willensstärke, von ihrem Durchhaltevermögen. Denn beides braucht man, um unzählige Auswahlverfahren über sich ergehen zu lassen. Und wenn man da durchgekommen ist, dann geht das Warten erst richtig los. Wenn man bedenkt, dass sie 2009, als einzige Frau unter den 6 neuen Astronauten des europäischen Astronatenkorps, der Öffentlichkeit vorgestellt wurde; dann 3 Jahre wartete bis es hieß das sie zur ISS fliegen wird und dann nochmal 2 Jahre vergehen, bis es soweit ist, ist das schon Wahnsinn. Wenn ich bedenke, was sich in 5 Jahren alles verändern kann: da muss einem schon verdammt viel an seinem Traum liegen, damit man die Zeit überbrückt. Im zweiten Teil des Buches nimmt sie uns dann mit ins Weltall und der Teil war der, der mich am meisten beeindruckt hat. Er war spannend zu lesen, die Beschreibungen des Alls und der Ausblicke auf Nordlichter und Taifune, auf leuchtende Städte in der Nacht waren sehr schön und stimmig. Interessant waren auch die Beschreibungen des alltäglichen Lebens im der Schwerelosigkeit. Was mir gefehlt hat waren aber die emotionalen Aspekte, der Blick in ihre Gedankenwelt. Ich glaube nicht, das alles perfekt und gut ist. Auch wenn man sich das immer erträumt hat, gibt es doch sicherlich Momente, in denen einen die Enge der Raumstation, das immer „aufeinanderhocken“ zu viel wird. Wie geht man damit um? Hadert man dann auch mal? Wünscht man sich dann auch mal weg? Diese Einblicke haben mir gefehlt – es scheint immer eitel Sonnenschein zu sein. Im Anhang – ich nennen es mal 3. Teil des Buches – kamen Illustrationen und ein Glossar, was ich sehr interessant und ansprechend fand. Insgesamt gesehen fand ich das Buch sehr interessant für diejenigen, die sich für die Arbeit der Astronauten interessieren und Spaß an spannenden Biografien haben. Da mir aber das emotionale, die Einblicke in ihre (ehrliche) Gedankenwelt im zweiten Teil fehlte, gibt es von mir nur 3 ½ von 5 möglichen Sternen.

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Cosmic Girl

Von: Reechenz

03.11.2019

2014/2015 verbrachte die Italienerin Samantha Cristoforetti 200 Tage auf der Internationalen Raumstation ISS. Bis dahin war es ein langer Weg für die Ingenieurin und Kampfpilotin, der sie in 5 Jahren vom mehrstufigen Auswahlverfahren über Ausbildungen in diversen Seminarräumen, Überlebenstrainings in russischen Wäldern, Belastungstests in Zentrifugen und Vakuumkammern und Trainings in verschiedenen Raumanzügen in riesigen Wasserbecken um die ganze Welt führte und sein Ziel auf der Startrampe der Sojus-Rakete im kasachischen Baikonur und schließlich auf einer Umlaufbahn 400 km über der Erde fand. Die Schilderungen der Ausbildungen und Vorbereitungen für den Aufenthalt im All nehmen den größten Teil des vorliegenden Buches ein. Samantha Cristoforetti beschreibt dies auf eine so sympathische Weise und mit einem sehr persönlichen und intimen Blick, dass ich mir in manchen Situationen wünschte, dabei gewesen zu sein. Sie schreibt über die vielen Menschen, die ihr auf dem Weg in die Raumstation in vielen Ländern der Erde begegneten, von den Experten für Raumanzüge, dem medizinischen Personal, den Technikern und Ingenieuren, Köchen und Schneiderinnen und wirft damit auch ein kleines Licht auf diejenigen, von denen der raumfahrtinteressierte Laie ansonsten nichts sieht und hört. Zumindest dann nicht, wenn alles so funktioniert, wie es soll. Beindruckt und fasziniert haben mich vor allem der Teamgeist und die Zusammenarbeit der einzelnen Protagonisten unabhängig von Alter, Geschlecht und Nationalität. Ganz wunderbar und einfühlsam schreibt Samantha Cristoforetti auch über ihre Crewmitglieder, die mir als Leserin, so wie sie selbst, gleich mit ans Herz gewachsen sind. Im vorliegenden Werk offenbart die Autorin nicht nur hohen Sachverstand und Einfühlungsvermögen, sondern auch ein großes schriftstellerisches Talent. Trotz des zum Teil sehr technischen Sujets kommt beim Lesen zu keiner Zeit Langeweile auf und einige Teile ihrer Aufzeichnungen kommen sogar fast philosophisch daher. Besonders im zweiten Teil des Buches, der den Aufenthalt auf der ISS schildert, beantwortet Cristoforetti Fragen über das Leben in der Schwerelosigkeit, die ich mir schon stelle, seit mein Interesse an Raumfahrtthemen vor einigen Jahren erwachte. Banale, alltägliche Dinge. Wie geht man bei Schwerelosigkeit auf die Toilette? Wie funktioniert das Haarewaschen? Wo und wie schläft man und wie kommuniziert man mit den Daheimgebliebenen? Die Autorin schreibt mit Leichtigkeit und einer verspielten Freude über die aufregenden Dinge im Leben einer Astronautin, aber auch mit großer Ehrlichkeit über die Anstrengungen, Entbehrungen und Enttäuschungen die Raumfahrende und sie selbst im Speziellen erfahren haben. Die lange Reise – Tagebuch einer Astronautin ist das faszinierende Buch einer beeindruckenden Frau, die fern jeglicher Überheblichkeit über eine Erfahrung schreibt, die nur wenigen Menschen bisher vergönnt war und die dem sonst so entrückten, für Ottonormalbürger schwer zu greifenden Thema Raumfahrt eine menschliche Dimension verleiht, wie ich es bisher noch nirgendwo anders gesehen, gehört oder gelesen habe. Eines meiner Lieblingsbücher 2019 und überhaupt.

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Samantha Cristoforetti verbrachte 2014/2015 knapp 200 Tage im Weltraum auf der ISS. Dieses Buch erzählt von ihrer Zeit der Vorbereitung und der Zeit auf der ISS. Samantha steckt gerade in der Kampfpiloten-Ausbildung als die ESA mit einem Auswahlprogramm für Astronauten beginnt. Hin und her gerissen, ob sie es wohl schaffen wird, zusätzlich zu ihrer Ausbildung auch noch das Auswahlverfahren durchstehen wird, beschließt sie dann aber, es wenigstens zu versuchen ihren Traum vom Astronautenleben wahr werden zu lassen. Unterstützt von ihren Ausbildern startet sie in das Programm und schafft es am Ende tatsächlich in die Ausbildungsgruppe aufgenommen zu werden. Daraufhin beginnen Jahre des Reisens und des Lernens. Und des Hoffens auf eine Mission, die sie dann auch ins All bringen soll. Wir begleiten Samantha durch die Jahre der Vorbereitung und lernen so auch die Phasen der Ausbildung zum Astronauten genauer kennen. Da ich selbst gerne ins All fliegen würde, fand ich es sehr interessant zu erfahren, was denn alles so nötig ist, bevor man sich dann also auf den Weg machen kann. Klar ist, ich werde das All wohl selbst nie erleben 😉 . Daher fand ich es spannend dies sozusagen aus der Sicht der Autorin erleben zu dürfen. Wie auch ihr Kollege Alexander Gerst es schon beschrieben hat, verhilft einem der Aufenthalt im All wohl zu einer gewissen Demut und der Erkenntnis, dass so manches Problem hier unten für den Planeten vollkommen bedeutungslos ist. Und dass es eben auch wichtig ist, eben diesen Planeten als Ganzes zu schützen. Mir hat das Buch gut gefallen, es war gut zu lesen, was bei den teilweisen doch sehr technischen Ausführungen, sicher nicht so einfach war. Ich war zum Beispiel alleine schon von den vielen unterschiedlichen Raumanzügen etwas überfordert. Aber die Autorin schafft es trotz aller Technik auch immer wieder persönliche Aspekte mit einzubringen. So kommt auch zur Sprache, welche persönlichen Dinge mit auf die ISS genommen werden können und welche Spezialgerichte extra für Samantha entworfen wurden. Auch ihre Gefühle als es endlich losgeht und als sie dann wieder zurückkehrt, werden ausführlich und mitnehmend dargestellt. Ich kann gut verstehen, dass man am Ende doch einfach nur zurück ins All möchte. Erwähnenswert sind auch farbigen Illustrationen der ISS, der Raumanzüge und der Sojus, sowie ein ausführliches Glossar am Ende. Von mir daher eine Leseempfehlung für alle, die sich nicht nur wegen des Mondlandungs-Jubiläums für die Raumfahrt interessieren.

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Samantha Cristoforetti ist eine von wenigen Frauen in einem außergewöhnlichen Beruf: Astronautin. In den Jahren 2014/2015 durfte sie an einer ISS-Mission teilnehmen und über diese besondere Erfahrung und die langjährige akribische Vor-bereitung berichtet sie in diesem Buch. Man kann das Buch gedanklich in zwei Abschnitte teilen: der erste (und weit größere) Abschnitt befasst sich mit ihrer Aus-bildung, dem Auswahlverfahren für angehende Astronauten und der Vorbereitung auf den Raumeinsatz. Der zweite (kürzere) Teil beschreibt ihre Zeit auf der ISS. Hier muss ich sagen, im ersten Teil wurde meine Geduld etwas auf die Probe gestellt. Denn Frau Cristoforetti berichtet sehr detailliert über alle möglichen Simulationen, Trainingseinheiten und Manöver, die es immer und immer wieder zu üben galt, bis man sie quasi blind beherrscht. Mir schwirrte irgendwann der Kopf vor lauter technischer Details, aber es wurden mehr und mehr Trai-ningseinheiten akribisch genau beschrieben. Bis etwa Seite 300 geht das so – das war mir wirklich zu viel. Ohne Frage, eine solche Vorbereitung ist notwendig und wichtig für einen Einsatz im Weltall. Natürlich muss jeder Handgriff sitzen und so einstudiert sein, dass man auch im Ernstfall einen kühlen Kopf bewahrt. Das sehe ich vollkommen ein. Aber für den „einfachen Leser“ wird das mit der Zeit wirklich anstrengend (zumindest ging es mir so). Ich war neugierig auf den Bericht vom ISS-Alltag, von der un-gewöhnlichen Lebenssituation und vor allem auch darauf, wie man als Mensch mit Gefühlen, Ängsten und dem Leistungsdruck umgeht. Diese Erwartung wurde aber nur teilweise erfüllt. Zunächst mal: wer bis Seite 300 durchhält, wird mit interes-santen Fakten über die ISS-Mission belohnt. Es ist wirklich spannend zu lesen, wie der Arbeitstag eines Astronauten auf der ISS aussieht, wieviel persönlichen Freiraum man aufgeben muss, wieviel Medienaufmerksamkeit man ausgesetzt ist, aber auch, welche Experimente mit welchen Zielen im All durchgeführt werden. Dieser Teil des Buches hat mir sehr gut gefallen und den würde ich auch mit 5 Sternen bewerten. Was mir aber zu kurz kam, war die menschliche Seite. Frau Cristoforetti scheint im Allgemeinen ein sehr rational denken-der Mensch zu sein. Ängste scheint sie kaum zu kennen. Mich hätte noch viel mehr interessiert, wie man eine Erfahrung wie den Sojusflug zur ISS oder zurück reflektiert, welche Gedanken einem durch den Kopf gehen, wenn man zusammengekrümmt in der Sojuskapsel sitzt und weiß, es könnte in ein paar Sekunden auch alles vorbei sein und man könnte seine Familie und Liebsten nie wieder sehen… bei ihr liest es sich alles wie ein einziges Abenteuer auf dem Spielplatz Astronautenbasis oder Raumstation. Vielleicht ist es einfach ihr Wesen, dass ihr Gedanken übers Scheitern oder über Risiken scheinbar nie in den Kopf kommen (da bin ich wohl ganz anders gestrickt). Aber mir war der Bericht dadurch zu „glatt“. Meine Empfehlung kann ich daher eher für den zweiten Teil des Buches ab ca. Seite 300 geben, wo absolut interessante Einblicke ins Leben auf der Raumstation ISS gegeben werden. Der erste Teil ist mir zu ausschweifend geraten, auch wenn mir bewusst ist, dass diese lange Vorbereitung absolut notwendig ist für „Die lange Reise“. Daher meine geteilte Meinung und im Ganzen 3 Sterne.

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